Zeitschriftenabo gegen Krypto-Cash: Time Inc. akzeptiert jetzt Bitcoins

Großer Bahnhof für Bitcoins: ab sofort können Leser von populären Magazinen wie „Fortune“, „Health“ oder „Travel & Leisure“ ihr Abo auch mit Krypto-Geld bezahlen. Möglich macht das die gerade verkündete Kooperation von Time Inc. mit dem Bitcoin-Wallet-Dienstleister Coinbase. „Wir sind immer bestrebt, es unseren Kunden so leicht wie möglich zu machen, unsere Titel zu nutzen – und dieses Pilot-Programm erlaubt Bitcoin-Anwendern, Abonnements ohne großen Aufwand zu erstehen“, so Lynne Biggar, bei Time Inc. zuständig für den Bereich Consumer Marketing & Revenue.

In Zukunft solle die Zusammenarbeit mit dem Bitcoin-Dienstleister sogar noch ausgebaut werden – Außenwirkung erwünscht: “Wenn ein bedeutender Verlag wie Time Inc. auf Bitcoins setzt, ist das ein deutliches Signal nicht nur für die Leserschaft, sondern für die gesamte Medienbranche“, betont Brian Armstrong, CEO & Mitgründer von Coinbase. Auf dem US-Zeitschriftenmarkt hat Time Inc. derzeit einen Umsatzanteil von etwa 20 Prozent, ist aber nach der finanziell schmerzhaften Trennung vom Mutterkonzern Time Warner im Sommer 2014 auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, die Gewinne zu erhöhen und zu expandieren. Besonderer Vorteil bei Bitcoins: es fallen deutlich weniger Transaktionsgebühren an, da die dezentrale Peer-to-Peer-Währung jenseits des regulären Bankensystems funktioniert.

In letzter Zeit hatten bereits Digital-Konzerne wie Google oder Microsoft begonnen, ihren Kunden auch Bitcoins als Zahlungsoption anzubieten. Im Publishing-Bereich fristeten die virtuellen Münzen dagegen bisher eher ein Nischendasein, vor allem crowdfunding-affine Startups wie Unbound oder Humble Bundle experimentierten mit der Krypto-Währung. Zu den Vorreitern in Deutschland gehört die alternative Tageszeitung taz – im Rahmen des „Paywahl“-Prinzips werden Spenden für die Finanzierung der Online-Ausgabe auch in Bitcoins angenommen. Wie nun das Beispiel Time Inc. zeigt, spricht jedoch auch nichts gegen die Kombination von Krypto-Cash mit klassischen Abo-Modellen.

(via Venturebeat)

Abb.: Whitez/Flickr (cc-by-2.0)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".