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Praxistipp: E-Book-Store einrichten mit WordPress plus E-Commerce-Plugin

Egal ob Self-Publisher oder Mini-Startup-Verlag, im Zentrum der Online-Vermarktungs-Aktivitäten sollte ein eigener E-Book-Store stehen, idealerweise kombiniert mit einem Blog. Auf diese Weise lassen sich nicht nur höhere Margen erzielen, man bleibt auch bei der inhaltlichen Gestaltung unabhängig von externen Verkaufsplattformen oder Social Media-Netzwerken. Ein guter Startpunkt für den Weg zum E-Store ist WordPress – denn die freie Blogging-Software lässt sich mit kostenlos erhältlichen Plugins wie WP-ecommerce oder WooCommerce im Handumdrehen zum Online-Shop erweitern.

Fruitful-Theme plus WooCommerce-Plugin

Für ebooknews press, das Verlagslabel von E-Book-News, haben wir das sehr schlanke, schön designte WordPress-Theme Fruitful verwendet und mit WooCommerce kombiniert, ergänzt durch ein deutsches Sprach-Plugin (WooCommerce German (de_DE)). Nicht nur eine weitgehend (s.u.) kostenlose, sondern auch sehr flexible Lösung – denn WooCommerce ermöglicht es zudem, parallel digitale und physische Waren zu verkaufen, in diesem Fall also E-Books und Taschenbücher. Die Einbindung von obligatorisch zu bestätigenden AGBs und Widerrufsbelehrungen in den Bestellvorgang ist ebenfalls möglich. Das bisherige Ergebnis kann man sich unter ebooknews-press.com anschauen.

Wichtigstes Element solcher E-Commerce-Plugins: neben Blog-Artikeln und Blog-Seiten lassen sich damit in WordPress auch einzelne Produkt-Seiten anlegen, die Produktfotos, Produktinformationen und Bestell-Links enthalten. Nach Kategorien geordnete Produktfotos und Kurzinfos werden auf separaten Shop/Katalog-Seiten präsentiert. Außerdem kümmert sich das Plugin um die Abwicklung der Bestellungen, also etwa die Aufnahme eines Produktes in den Warenkorb, die Abfrage von Kundendaten, die Weiterleitung zu einem Zahlungsdienstleister, und stellt (z.B bei E-Books) am Ende einen Download-Link zur Verfügung. Fehlen darf natürlich auch nicht die Verkaufsstatistik im Hintergrund.

Anpassung in Richtung E-Book-Store

Viele WordPress-Themes sind bereits für die Integration von E-Commerce-Plugins vorbereitet – das von uns gewählte Fruitful-Theme z.B. ist „WooCommerce – ready“, lässt sich also ohne Probleme als Grundlage für einen E-Store benutzen. Wichtige Layout-Optionen kann man sehr komfortabel direkt im Admin-Panel einstellen, etwa das Farbschema, Schriftarten oder den Aufbau des Navigationsmenüs. Zusätzlicher Vorteil bei diesem Theme: es wird dank „responsive design“ auch auf Mobilgeräten wie Tablets und Smartphones gut dargestellt. Alles, was man zum Start sonst noch braucht, ist ein Logo – das wir in diesem Fall mit Gimp erstellt haben.

Allerdings ist „Fruitful“ kein spezielles Theme, um einen E-Book-Store zu betreiben – ein bisschen Anpassung ist nötig. Um z.B. auf der Startseite mehrere Buchcover nebeneinander zu präsentieren, haben wir noch das sehr flexibel konfigurierbare WordPress-Plugin „Meta Slider“ nachgerüstet (die entsprechende Einstellungs-Option lautet übrigens: „Karussell-Modus“). Alle weiteren Anpassungen erfolgten dann mit Bordmitteln: so muss man etwa via Admin-Panel das Format für Produktbilder von viereckig in Richtung rechteckig ändern, um Buchcover vernünftig anzeigen zu können. Zusatzinformationen zu einem Produkt (hier etwa ISBN-Nummer, Seitenzahlen, Links zu Leseproben o.ä.) lassen sich bei WooCommerce in einem extra Dialogfeld eingeben und werden dann zwischen Preisangabe und Artikelbeschreibung angezeigt.

Tricky: Digital plus physisch parallel verkaufen

Sehr flexibel handhabt WooCommerce den parallelen Verkauf von digitalen und physischen Gütern – die bei physischen Waren sinnvolle Möglichkeit, mehrere Exemplare zu kaufen, lässt sich bei digitalen Waren ganz einfach abschalten. Ein im Produktseiten-Dialog hinterlegter Download-Link wird nach dem Bestellen und Bezahlen automatisch per E-Mail an den Käufer verschickt. Standardmäßig verläuft die Eingabe von Kundendaten bei virtuellen und physischen Gütern identisch, durch ein bisschen Herumbasteln am Code oder dem Einfügen eines speziellen (allerdings kostenpflichtigen) Plugins „Digital Goods Checkout for WooCommerce“ lässt sich das jedoch für knapp 5 Euro ändern – dann werden beim Kauf von E-Books nur noch Name und E-Mail-Adresse abgefragt.

Letzlich lassen sich mit der Kombination von Fruitful und WooCommerce auf Produktseiten sogar drei verschiedene Bestellmöglichkeiten anbieten – der direkte Download, die Direktbestellung eines Taschenbuchs, oder die Weiterleitung zu einem Drittanbieter. Ein kleiner Verlag kann sich also entscheiden, verkaufsstarke Bücher zwecks besserer Marge in größerer Stückzahl vorzuproduzieren und selbst zu verschicken, seltener verlangte Backlisttitel dagegen über Createspace/Amazon zu verkaufen.

Wahl des Zahlungsdienstleisters

Bleibt noch die Frage nach dem lieben Geld. Um den Aufwand möglichst gering zu halten, haben wir als Zahlungsdienstleister erstmal nur Paypal aktiviert. Für den Käufer dürfte das trotzdem eine sehr komfortable Lösung darstellen, denn via Paypal kann man ja mittlerweile auch ohne Anlegen eines Accounts direkt per Lastschrift oder Kreditkarte bezahlen. Grundsätzlich stellt WooCommerce aber eine sehr breite Palette von Bestellvarianten zur Verfügung, u.a. auch traditionelle Formen wie die Lieferung auf Rechnung oder per Vorkasse, die ja beim Versand gedruckter Bücher durchaus Sinn machen.

Fazit: Um in wenigen Tagen ohne große Investitionkosten (abgesehen von Arbeitszeit natürlich) einen deutschsprachigen E-Store für Bücher & E-Books auf die Beine zu stellen, der alle wichtigen Funktionen anbietet, aber ohne viel Bling-Bling daherkommt und sich sehr flexibel gestalten lässt, ist die Kombination eines responsiven WordPress-Themes wie Fruitful mit dem E-Commerce-Plugin WooCommerce inklusive deutscher Sprach-Erweiterung eine sehr gute Idee.

PS: Um rechtlich als Shopbetreiber auf Nummer Sicher zu gehen, sollte man aber noch 100 Euro in das kommerzielle Plugin „Woo Commerce German Market“ investieren – mit dieser Ergänzung erhält man nicht nur sehr gute Vorlagen für rechtlich relevante Hinweisseiten (Impressum, AGB, Widerruf, Rückgabe etc.), die man den individuellen Shop-Bedürfnissen anpassen kann, sondern erreicht vor allem auch eine korrekte Preisauszeichung inklusive Mehrwertsteuer-Angabe, Versandkosten und Lieferzeiten. Außerdem wird dem Shopping-Modul noch ein weiterer Schritt hinzugefügt – nach dem Aufruf des Warenkorbs und dem eigentlichen Bestelldialog inklusive AGB-Bestätigung kann der Kunde die Bestellung vor dem Abschicken so noch einmal überprüfen.

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PressBooks spricht jetzt deutsch: eBooks online erstellen noch einfacher

PressBooks gehört eindeutig zu den besten Online-Tools für die Erstellung von E-Books – die auf WordPress aufbauende Plattform macht E-Publishing so einfach wie bloggen. Das fertige E-Book lässt sich sowohl online darstellen, wie auch in Standard-Formaten von epub bis PDF exportieren. Jetzt spricht sogar noch ein weiteres Argument für das kostenlose Tool: PressBooks bietet neue Sprachversionen an, darunter auch Deutsch. Neben dem Backend – das funktional nicht zufällig an das von WordPress her gewohnte Dashboard erinnert – wurde auch das Look&Feel der Web-E-Books eingedeutscht. Außerdem lässt sich Deutsch jetzt als „Export-Sprache“ auswählen, so dass automatisch erzeugte Überschriften wie „Inhalt“, „Kapitel“ oder „Über den Autor“ in der passenden Form eingebaut werden.

Sprachprofil anpassen: So funktioniert’s

Um das neue Sprachfeature zu aktivieren, loggt man sich in das persönliche Pressbooks-Profil ein und wählt die Option „Edit My Profile“. Auf der jetzt sichtbaren Profil-Übersicht scrollt man sich nun unter der Rubrik „Language“ durch die Auswahl und aktiviert „German“. Anschließend klickt man auf die rot gefärbte Schaltfläche „Update Profile“. Nun sollte das gesamte Dashboard sowie das Frontend auf die deutsche Menüführung umgestellt sein. Falls man überhaupt nichts mehr lesen kann, dürfte es daran liegen, dass stattdessen „Chinesisch Traditionell“ oder „Japanisch“ gewählt wurde. Insgesamt stehen nämlich inklusive Englisch acht Sprachversionen zur Verfügung. Um auch die Exportfunktion anzupassen, geht man im Dashboard auf „Buchinfo“, und wählt unter „Sprache“ wiederum „German“ aus.

E-Publishing-Tool für kleine Verlage & Indie-Autoren

Für eine bestimmte Anzahl von E-Books ist die Nutzung von PressBooks via Pressbooks.com kostenlos – die Monetarisierung erfolgt vor allem durch Zusatzangebote bei Layout, Distribution und Print-On-Demand (siehe auch unser aktuelles Interview mit PressBooks-Gründer Hugh McGuire). Die auf WordPress aufbauende PressBooks-Engine wurde kürzlich als Open Source veröffentlicht, via WordPress-Plugin lässt sich damit eine selbst gehostete WordPress-Installation zur mächtigen E-Publishing-Plattform verwandeln. Das dürfte PressBooks nun in Verbindung mit dem deutschsprachigen Back- und Frontend zu einer interessanten Lösung für Self-Publisher und kleinere Verlage machen.

Abb.: Screenshot / Flickr/cabbit (cc)

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„Die Buchbranche braucht Tools, die gehackt werden können“ – Interview mit Hugh McGuire (PressBooks)

Von wegen Krise der Gutenberg-Galaxis: Die Zahl der weltweit produzierten Bücher hat sich zwischen 1995 und 2011 fast verdoppelt, so der von Techdirt herausgegebene Report „The Sky is rising“. Ähnlich wie die Film-, Games- und Musikbranche profitiert also auch die Buchbranche von Internet und Digitalisierung. Allerdings gehören zu den Gewinnern oft nicht die traditionellen Martteilnehmer, sondern Newcomer mit zeitgemäßen Geschäftsmodellen für den E-Publishing-Bereich. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist PressBooks, ein Online-Tool zur Produktion von E-Books, das auf der Open-Source-Software WordPress basiert – und selbst ebenfalls frei verfügbar ist. E-Book-News sprach am Rande eines Berliner Events zum digitalen Wandel der Kreativindustrie mit PressBooks-Gründer Hugh McGuire. (Mehr zur Nutzung von PressBooks erfahrt ihr in unserem HowTo „E-Books online erstellen“)

E-Book-News: PressBooks und WordPress klingen nicht zufällig sehr ähnlich. Welches Konzept steckt hinter diesem Tool?

Hugh McGuire: Am Anfang stand die Idee, ein neues Tool zur Produktion von Büchern zu entwerfen, und nachdem wir verschiedene Mögichkeiten ausprobiert hatten, entschieden wir uns, mit WordPress ein bereits bestehendes Content Management System aus dem Open Source-Bereich zu nehmen und darauf aufzubauen.

WordPress eignet sich hervorragend dafür, Text einzugeben, zu editieren und dann zu veröffentlichen. Wir haben es dann komplett umgebaut und uns auf das Produzieren von Büchern konzentriert. Mit PressBooks erstellt man epubs, mobis oder druckfertige PDFs, alles basiert auf CSS-Formatvorlagen. Wer sich also mit WordPress auskennt und ein Buch herstellen möchte, dem steht mit PressBooks ein fantastisches Werkzeug zur Verfügung.

PressBooks ist selbst Open Source, so dass man es in Form einer WordPress-Multisite-Installation auf dem eigenen Server einrichten kann. Genausogut lässt sich unser Service aber auch via pressbooks.com nutzen, zum Ausprobieren ist das auf jeden Fall der einfachste Weg. Eine bestimmte Anzahl von E-Books kann man kostenlos erstellen, wieviele das auf Dauer sein werden, und ab wann man bezahlen muss, das testen wir gerade noch aus.

Der aktuelle Trend geht ja eindeutig in Richtung Self-Publishing. Wen habt ihr mit PressBooks als Zielpublikum im Auge?

HMG: Wir sind natürlich offen für Self-Publisher, also individuelle Autoren, aber der Bereich der mich am meisten interessiert, das sind ganz neue Formen von Verlagen und Publishing-Startups, die gerade entstehen, ohne den Ballast und die Notwendigkeiten traditioneller Modelle. Natürlich sehe ich auch den starken Aufwärtstend beim Self-Publishing, aber das wirklich spannende Wachstum findet für mich bei den neuen Geschäftsmodellen im Verlagsbereich statt.

PressBooks ist erklärtermaßen offen für alle, was ist denn mit traditionellen Verlagen, interessieren die sich auch für euer Angebot?

HMG: Wir haben einige traditionelle Verlage, die PressBooks als ihr Produktionstool nutzen, und auf diesem Wege ihre Kosten reduzieren und die Geschwindigkeit und Effizienz des Workflows verbessern. Das ist insofern schon mal ein gutes Anwendungsbeispiel für PressBooks. Aber ganz so groß ist das Interesse der alteingesessenen Verlage nicht, solche neuen Geschäftsmodelle auszuprobieren. Ich denke, das ist auch in Ordnung so, unser Ziel bestand ja von Anfang an darin, ein Profi-Tool für jedermann anzubieten, und damit die Entwicklung von Publishing-Ansätzen zu erleichtern, die es bisher so noch nicht gab.

Nach einiger Zeit der Entwicklungsarbeit habt ihr euch entschieden, die PressBooks-Software als Open-Source-Plugin zu veröffentlichen. Wie fügt sich das in euer Geschäftsmodell ein?

HMG: Da kommen verschiedene Dinge ins Spiel. Wir glauben fest daran, dass die Buchbranche sich nur weiterentwickeln kann, wenn es offene Tools gibt, die von den Leuten gehackt werden können, und mit denen man dann ganz neue Dinge mit Büchern machen kann. Das geht nur mit Open Source. Auf der anderen Seite wollen die meisten Nutzer von PressBooks aber keinen eigenen Server betreiben, und sich nicht um Updates und Bugfixes kümmern. Deswegen gibt’s parallel dazu unser Freemium-Modell auf pressbooks.com, wo man erst ab einem bestimmten kommerziellen Level bezahlen muss. Außerdem gehören zu unserem Business-Modell verschiedene Serviceleistungen rund um Print-On-Demand und die Distribution, da arbeiten wir mit verschiedenen Partnern zusammen.

Und wie hat die Community das Pressbooks-Plugin für WordPress aufgenommen?

HMG: Bisher gab’s vielleicht ein bisschen weniger Hacking als wir uns erhofft hätten, aber immerhin sehen wir schon, dass einige sehr spannende neue Nutzungsarten am Entstehen sind, die werden gerade entwickelt, es gibt also noch nicht Millionen von neuen PressBooks-Varianten da draußen, aber schon einige interessante Dinge, Leute, die einen völlig neuen Weg suchen, um Bücher zu produzieren, es bleibt also für uns sehr aufregend.

Abb.: hughmcguire.net (c)

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E-Books online erstellen mit Booktype & PressBooks (Teil 2)

Für Self-Publishing-Autoren und kleine Verlage sind E-Books das Medium der Wahl – vor allem, um die Produktions- und Vertriebskosten so gering wie möglich zu halten. Doch dafür haben sie in der Regel auch den ganzen Workflow vom Manuskript bis zum fertigen Buch zu bewältigen. Zum Glück machen Online-Tools die Arbeit am Text immer leichter. In der ersten Folge unserer Miniserie haben wir Booktype vorgestellt, im zweiten Teil geht es nun um PressBooks. Mit diesem auf WordPress basierenden Tool lassen sich via Browser einzeln oder im Team E-Books und Druckvorlagen erstellen. Und das beste: die Nutzung ist kostenlos.

Vom Blog zum Buch, von WordPress zu PressBooks

WordPress kann als weltweit wichtigstes Autoren-Tool für das Internet gelten – rund um den Globus nutzen mehr als 70 Millionen Websites die freie Blog-Software. Alleine auf WordPress.com werden Tag für Tag 500.000 Artikel und 400.000 Kommentare gepostet. PressBooks will diese Erfolgsstory weiterschreiben – und hat auf der Grundlage von WordPress ein neues Publishing-Tool für E-Books geschaffen. Da E-Books strukturell genauso aus HTML-Seiten aufgebaut sind wie Blogseiten, ist der Weg vom Blog zum elektronischen Buch prinzipiell nicht sehr weit. Zahlreiche WordPress-Plugins ermöglichen bereits den Export von Artikeln beispielsweise in ein epub-Dokument. PressBooks bietet aber weitaus mehr – es ist ein komplettes (Multi-)Autorenwerkzeug, um E-Books mit allen Finessen zu erstellen und dann direkt online zu veröffentlichen bzw. als PDF, epub und XML-Dokument zu exportieren. Wie ein fertiges Buch im PressBooks-Stil aussieht, zeigt das Beispiel des von O’Reilly herausgegebene Titel „Book: A Futurist’s Manifesto“.

Dokumentenstruktur per Drag&Drop ändern

Um Pressbooks zu nutzen, muss man zunächst – ähnlich wie bei WordPress.com – ein eigenes Account anlegen. Dazu gehört eine eigene Webadresse nach dem Muster EigenerTitel.pressbooks.com, unter der dann das fertige E-Book online veröffentlicht werden kann. Wer schon einmal einen Blog-Artikel mit WordPress verfasst hat, wird sich im PressBooks-Dashboard (sozusagen dem „Hauptmenü“) sofort zurecht finden. Statt einzelnen Artikeln werden mit PressBook im Bereich „Text“ ganz einfach einzelne Kapitel erstellt und verwaltet. Grundsätzlich besteht jedes E-Book unter PressBooks aus zwei Teilen – der „Front Matter“ (etwa für das Vorwort) und dem „Main Body“, mit „Add Part“ fügt man weitere Abschnitte hinzu. Ähnlich wie bei Booktype lässt sich die Struktur des Dokumentes dabei in einer Inhalts-Übersicht per Drag&Drop verändern. Die Media-Library erlaubt das Hochladen und Verwalten von Bildern, die zur Illustration dienen sollen. In der Rubrik „Book Information“ werden Info-Texte, Coverbilder und Copyright-Informationen hinzugefügt. Neben dem Anlegen von speziellen Autoren-Profilen gibt es die auch von WordPress bekannten User-Accounts mit abgestuften Berechtigungen (vom Administrator bis hinab zum einfachen Leser).

E-Book online veröffentlichen

Liegt bereits ein kompletter Text vor, erstellt man ganz einfach die entsprechenden Kapitel und fügt mit Copy & Paste den jeweiligen Inhalt ein. Im PressBooks-Editor stehen die WordPress-üblichen Formatierungsfunktionen zur Verfügung, und man kann wie gewohnt zwischen WYSIWYG („Visual“) und HTML-Ansicht hin- und herwechseln. Das fertige Kapitel wird wie ein WordPress-Artikel entweder als Entwurf gespeichert („Save Draft“) oder direkt veröffentlicht („Publish“-Button). Veröffentlichen heißt in diesem Fall: das neue Kapitel lässt sich unter der Adresse EigenerTitel.pressbooks.com aufrufen. Stellt man unter „Privacy Settings“ die Sichtbarkeit auf „Private“ ein, können allerdings nur eingeloggte Projekt-Nutzer die Online-Version des E-Books sehen. Auch nicht ganz uninteressant: gibt man unter „Setting“ eine Google-Analytics-ID ein, lässt sich das Besucher- und damit Leserverhalten tracken. In einer späteren Version von PressBooks soll die Online-Ansicht auch Kauflinks enthalten, mit denen sich dann E-Book-Versionen für elektronische Lesegeräte vermarkten lassen.

Export als epub, PDF oder XML

Am Ende des Workflows steht natürlich für die meisten Autoren primär der Export des E-Books in ein Format wie epub, PDF oder XML. In der Kapitelübersicht von PressBooks kann man dazu alle Teile des Buches markieren, die mit in das Dokument aufgenommen werden sollen. Unter „Export“ lassen sich im epub-Bereich dann zahlreiche Stilvarianten anwählen, optional kann man auch eine eigene CSS-Datei hochladen. Weitere Exportmöglichkeiten sind druckfertige PDFs sowie XML-Dateien (ICML/Wikibook). Klickt man nach der Auswahl auf „Generate“, wird die E-Book-Datei erstellt, und am Fuß der Seite erscheint unter „Exported File“ ein neuer Download-Link.

Fazit: Bereits für den einzelnen Self-Publishing-Autor ist PressBooks eine komfortable Lösung, um in wenigen Schritten fertigen Text in ein E-Book zu verwandeln und es auch online ansprechend präsentieren zu können. Gerade die aus WordPress übernommen Multi-User-Funktionen erleichtern aber auch das kollaborative Schreiben und Überarbeiten von Manuskripten.