Kindle Touch im Test: Verdammt nah dran am echten Tablet

Im Krieg gegen die Knöpfe zieht Amazon mit der Konkurrenz gleich – das neue Kindle Touch lässt sich (fast) ausschließlich per Fingertipp auf dem Display bedienen. Übrig geblieben sind nur noch ein Home-Button und der Einschaltknopf. Die WLAN-Version des Touch-Screen-Readers mit kontraststarken Pearl-E-Ink gibt’s ab sofort für 129 Euro, für die 3G-Version muss man noch mal sechzig Euro drauflegen. Neben der Bedienung per Fingerwisch glänzt das neue Kindle Touch mit einer Akku-Laufzeit von zwei Monaten, Speicherplatz für 3000 E-Books und über 75.000 lieferbaren deutschen Titel. Im deutschsprachigen Kindle-Store lassen sich ausführliche Leseproben herunterladen. Externe Lautsprecher, Kopfhörerbuchse und integrierter MP3-Player machen das Kindle Touch auch zum Hörbuch-Player. Englischsprachige E-Books kann man sich dank „Text-to-Speech“-Funktion sogar vorlesen lassen. Wer auf maximalen Komfort zum günstigen Preis setzt, liegt mit dem neuen Kindle Touch goldrichtig. Unser Testurteil: Sehr gut („Five thumbs up“). Alles weitere verrät der Testbericht von E-Book-News…

Weniger Tasten, mehr Gewicht

Auf den ersten Blick unterscheidet sich das neue Kindle Touch kaum vom Basismodell der vierten Kindle-Generation, das bereits seit 2011 in Deutschland erhältlich ist (siehe unseren Testbericht). Weggefallen sind allerdings die Umblättertasten am linken und rechten Gehäuserand, ebenso die Funktionstasten neben dem Home-Button. Nimmt man das Gerät in die Hand, fällt sofort ein weiterer Unterschied auf: das Kindle Touch bringt spürbar mehr Gewicht auf die Waage (genauer gesagt je nach Version dreißig bis vierzig Gramm), die Dicke des Gerätes hat ebenfalls merklich zugenommen. Das Display liegt zudem etwas tiefer eingebettet im Gehäuse, damit auch die Infrarot-Sensoren für das Touch-Screen Platz finden. Dreht man das Kindle Touch auf die Rückseite, bemerkt man ein weiteres Feature – nämlich zwei externe Lautsprecher. An der Unterkante findet man zudem den Mikro-USB-Port, den Einschaltknopf sowie die Kopfhörerbuchse.

Easy-Reach-Technik: Lektüre per Fingertipp

Wer vom klassischen Tasten-Kindle auf das Kindle Touch umsteigt, muss sich zunächst etwas umgewöhnen. Auf dem Homescreen gibt es eine neue Kopfleiste mit Back-Button, Direkt-Link zum Kindle-Store, Such-Maske sowie Menübutton. Über den Menü-Button lassen sich alle wichtigen Einstellungen erreichen, etwa die Amazon Account-Daten, Zugangsdaten für das drahtlose Netzwerk sowie Privacy-Optionen. Will man auf dem Homescreen durch die persönliche Bibliothek navigieren, blättert man per Fingerwisch weiter, entweder von links nach rechts oder von oben nach unten. Öffnet man ein E-Book, ändert sich die Bedienung: der Bildschirm ist in verschiedene „aktive“ Bereiche aufgeteilt (Amazon nennt das die „Easy-Reach“-Technik). Tippt man auf den Seitenkopf, werden verschiedene Menüschaltflächen eingeblendet. Die rechten drei Viertel des unteren Seitenbereichs sind für das Vorwärtsblättern reserviert, ein schmaler Streifen am linken Seitenrand für das Zurückblättern. Per Fingerwisch von oben nach unten springt man zum nächsten Kapitel vor, ein Fingerwisch von unten nach oben blättert zurück zum vorherigen Kapitel.

Vom Zweifinger-Zoom bis zu X-Ray

Wie gewohnt lässt sich auch auf dem Kindle Touch die Leseansicht komfortabel auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden. Neben acht Zoomstufen stehen drei Schriftarten sowie drei verschiedene Zeilenabstände bzw. Zeilenbreiten zur Verfügung. Der Schriftgrößen-Zoom lässt sich am einfachsten mit einer Zweifinger-Geste direkt auf der jeweiligen Seite einstellen, wie man es vom Smartphone oder Tablet her gewohnt ist. Da es keinen analogen Button mehr für die Leseansicht gibt, muss man für die übrigen Textfunktionen zunächst mit einem Fingertipp das Menü einblenden, um dann links unten die Schaltfläche „Aa“ zu aktivieren. Direkt daneben findet man die Schaltfläche „Gehe zu“, mit der sich einzelne Kapitel direkt ansteuern lassen. Bei manchen Titeln wird zudem die Funktion „X-Ray“ angeboten. Das X-Ray-Menü bietet eine grafische Darstellung der Häufigkeit bestimmter Namen und Begriffe, und führt per Fingertipp zu einer kompletten Liste der jeweiligen Fundstellen im Text. Wer sich an „Ghosting-Effekten“ auf dem Display stört, kann übrigens unter Einstellungen/Seite aktualisieren den Screen-Refresh bei jedem Umblättern aktualisieren.

Social-Reading-Funktionen

Besonders bequem funktionieren auf dem Kindle Touch die erweiterten Textfunktionen wie etwa das Markieren von Passagen. Hat man mit dem Finger einen Abschnitt markiert, wird eine Menüauswahl eingeblendet – wahlweise kann man den Text über soziale Netzwerke weiterempfehlen, mit der virtuellen Tastatur eine Notiz hinzufügen oder den Text übersetzen lassen. Inwieweit der Kindle Reader Twitter, Facebook und Co. einbindet, kann man im Konfigurationsmenü unter „Leseoptionen“ einstellen. Zu den Social-Reading-Features gehört neben den „beliebten Markierungen“, also der Anzeige besonders häufig von Kindle-Nutzern markierter Textstellen auch das Hervorheben von Textstellen bzw. das Anzeigen von Notizen derjenigen Kindle-Anwender, denen man auf kindle.amazon.com folgt. Wer möchte, kann zudem sämtliche Anmerkungen, die zuletzt gelesene Seite wie auch thematische E-Book-Sammlungen auf dem Amazon-Server sichern.

Kindle Touch als Hörbuch-Player

Während die Basis-Version des Kindle 4 völlig ohne Sound-Funktionen daherkommt, steht beim Kindle Touch die volle Bandbreite zur Verfügung. Zunächst mal ist das neue Kindle ein Hörbuchplayer, sowohl über die externen Lautsprecher wie auch über Kopfhörer. Bei Audible heruntergeladene Hörbücher lassen sich Audiobooks in einer speziellen Menüansicht sogar kapitelweise abspielen. Die Lautstärke muss man mangels externer Buttons allerdings immer auf dem Touchscreen regeln. Lädt man Musikfiles im MP3-Format via USB-Verbindung zum Desktop-PC in den Kindle-Ordner „Music“, kann man die Tracks auch beim Lesen von E-Books im Hintergrund abspielen. Mit von der Partie ist natürlich auch die „Text-to-Speech“-Funktion, die aber wie bisher nur bei ausgewählten englischsprachigen Kindle-Books funktioniert.

Deutlicher Mehrwert gegenüber der Basisversion

Insgesamt bekommt man für 129 Euro – und damit für 30 Euro mehr als bei der Kindle-Basisversion – einen deutlichen Mehrwert, und das nicht nur, was die Audio-Features betrifft. Dank Touch-Screen ist auch die Nutzung des experimentellen Webbrowsers deutlich benutzerfreundlicher geworden. Die Akkulaufzeit hat sich mit nun zwei Monaten sogar verdoppelt. Beim E-Ink-Kontrast und der Reaktionsgeschwindigkeit des berührungsempfindlichen Displays liegt das Kindle Touch zudem gleichauf mit dem Kobo Touch und Sonys PR-T1. Ob sich der Umstieg für Nutzer des Kindle 3 („Kindle Keyboard“) bzw. dem „normalen“ Kindle 4 auf das Kindle Touch lohnt, ist allerdings fraglich. Wer vor allem mobil lesen möchte, ist mit der Basisversion für 99 Euro wohl genauso gut bedient. Eins ist jedoch klar: Solange das Kindle Fire in Deutschland noch nicht erhältlich ist, wird man mehr Tablet-Gefühl als mit dem Kindle Touch auf keinem anderen Amazon-Gerät bekommen. Unser Testurteil: jeweils ein „Sehr gut“ für Display/Kontrast, Usability sowie Content, und somit auch insgesamt ein „Sehr gut“ („Five thumbs up“).

Kindle Touch (WLAN/3G) Specs


Display

6 Zoll Pearl-E-Ink Touch-Screen, 600x800 Pixel, 16 Graustufen

Gewicht:

213/220 Gramm (WiFi/3G-Version)

Schnittstellen

USB, WLAN bzw. WLAN plus 3G

Interner Speicher

4 Gigabyte, benutzbar: 3 Gigabyte

E-Book-Formate

Kindle-Book, PDF, etc. (kein epub!)

Audio-Features

3,5 mm Kopfhörerbuchse, Externe Lautsprecher,Text-to-Speech

Preis

129 Eurobzw. 189 Euro

Fingerzeig von Amazon: Kindle Touch startet in Deutschland

Amazon-Kunden können bald auch in Deutschland mit dem Finger auf dem E-Ink-Display lesen – denn am 27. April ist offizieller Launch-Termin für den Kindle Touch. Neben deutschen Lesern dürfen sich auch Kindle-Fans in Österreich und Luxemburg freuen. Bereits ab heute kann man die WLAN- und 3G-Version des Touch-Screen-Readers zum Preis von 129 Euro bzw. 189 Eurovorbestellen. Wie bereits beim Start des neuen Kindle-Basismodells ohne Touch-Screen (siehe Testbericht) erfolgte die Ankündigung auf Amazon.de mit großem Tamtam – auf der Startseite prangt ein persönlicher Brief von Jeff Bezos an die deutschen Kunden. Der Amazon-Chef bewirbt darin die wichtigsten Performance-Daten des neuen Lesegerätes: abgesehen von der Bedienung per Fingerwisch sind das etwa eine Akku-Laufzeit von zwei Monaten, Speicherplatz für 3000 E-Books und über 75.000 lieferbare deutsche Titel, darunter 85 von 100 aktuellen Spiegel-Bestsellern.

Kindle Touch ist auch Hörbuch-Player

Die neuen Reader werden mit deutscher Menüführung geliefert. Rein optisch unterscheidet sich das Kindle Touch vor allem an einer Stelle vom Basismodell – die Bedienknöpfe unter dem Display konnten wegfallen. Mit 213 bzw. 220 Gramm sind die Kindle-Touch-Modelle allerdings etwas schwerer als der hierzulande bereits für 99 Euro an den Start gegangene Kindle 4. Anders als die Basisversion ist das Kindle Touch zudem auch ein Musik- und Audiobook-Player, neben Stereolautsprechern auf der Geräterückseite gibt es eine Kopfhörerbuchse. Der aufgeladene Akku soll laut Amazon bei einer täglichen Lesedauer von einer halben Stunde und ausgeschaltem WLAN bis zu zwei Monate durchhalten. Bei eingeschalteter WLAN-Funktion muss der Kindle Touch spätestens nach drei Wochen wieder an die Steckdose.

Reaktionsfreudiges Touch-Screen

Wie bei vielen anderen Touch-Screen-Readern auch kann man nicht nur per Fingerwisch, sondern auch durch das Antippen des Displays umblättern. Im Fall des Kindle Touch ist allerdings der größte Teil des Displays für das Vorwärtsblättern reserviert, nur ein schmaler Streifen am linken Rand ist für das Zurückblättern zuständig. Die bei Amazon jetzt „Easy Reach“ gennante Technik soll vor allem das Lesen mit einer Hand erleichtern. Das Touch Screen macht auch das einfache Nachschlagen von unbekannten Wörtern im Lexikon möglich („Instant Lookup“), einfaches Antippen genügt. Das Zusammenspiel von präzise reagierendem Touch-Screen und schnellem Prozessor soll nicht nur das Umblättern, sondern überhaupt die Interaktion besonders flüssig machen. Tatsächlich gab es schon erste Hacks, die auf dem Kindle Touch-Displays Videos abgespielt haben.

Kindle Touch (WLAN/3G) Specs


Display

6 Zoll Pearl-E-Ink Touch-Screen, 600×800 Pixel, 16 Graustufen

Gewicht:

213/220 Gramm (WiFi/3G-Version)

Schnittstellen

USB, WLAN bzw. WLAN plus 3G

Interner Speicher

4 Gigabyte, benutzbar: 3 Gigabyte

E-Book-Formate

Kindle-Book, PDF, etc. (kein epub!)

Audio-Features

3,5 mm Kopfhörerbuchse, Externe Lautsprecher,Text-to-Speech

Preis

129 Eurobzw. 189 Euro

Von der Muse ungeküsst: Thalias neuer Oyo II im Test

Thalia hat zur Weihnachtsaison einen neuen WiFi-Reader mit Touch-Screen auf den Markt gebracht – der Oyo II soll mit schnellerem Prozessor, mehr Speicherplatz und besserem Kontrast einige Scharten des Vorgängermodells auswetzen. Zum Preis von 119 Euro wird der 6-Zoller sowohl online wie auch über die Thalia-Filialen vor Ort verkauft. Als Weihnachtsgeschenk lohnt sich der Oyo II aber nur bedingt. Denn die Performance des von Medion produzierten Gerätes kann immer noch nicht überzeugen. Das Touch-Screen reagiert viel zu träge, oft passiert sekundenlang gar nichts. Für viele anspruchsvollere Funktionen reichen Prozessorleistung und/oder Firmware offenbar nicht aus. Auch der Kontrast kann mit anderen aktuellen E-Ink-Readern nicht mithalten. Ob Sony Reader, Kobo Touch oder Kindle – technisch ist der Oyo der Konkurrenz unterlegen.

Trojanisches Weihnachtsgeschenk

Der Kindle-Reader ist ein trojanisches Weihnachtsgeschenk, findet E-Book-Pionier und Spiegel-Autor Jürgen Neffe. Das High-End-Gerät werde von Amazon geradezu verramscht, das aber mit Kalkül: die wachsende Zahl der Kindle-Besitzer würde schließlich auf Dauer die Marktmacht des Online-Buchhändlers stärken. Eine Art trojanisches Weihnachtsgeschenk ist aber auch Thalias Oyo II, wenngleich mit umgekehrtem Effekt. Nach einer Serie von Pannen beim Vorgängermodell hätte man eigentlich ein technisch weitgehend überarbeitetes Konzept erwartet. Doch bereits optisch ist alles beim alten geblieben – Thalias Oyo Nummer zwei kommt mit identischem Gehäuse auf den Markt. Wie bisher gibt’s nur vier externe Tasten zur Steuerung, neben dem Ein- und Ausschaltknopf findet man am rechten Displayrand den Home-Button und zwei Umblättertasten. Die Außenmaße des Readers liegen mittlerweile deutlich über denen von vergleichbaren 6-Zoll-Lesegeräten, gleiches gilt für das mit 260 Gramm etwas hohe Gewicht. Die Schnittstellen des Oyo findet man an der Unterkante – neben einem Einschub für Speicherkarten gibt es einen Mikro-USB-Port sowie eine Kopfhörerbuchse.

Langer Marsch zum Lesevergnügen

Die Inbetriebnahme des Oyo II stellt den Kunden vor einige Hürden. Einfach einschalten und lesen geht nämlich nicht. Vorher muss das Gerät via W-LAN registriert werden – die Prozedur beinhaltet ggf. auch das Anlegen eines Kundenaccounts. Theoretisch kann man das auf der virtuellen Tastatur des Touch-Screen-Readers erledigen. Doch das flackernde Display und vor allem die langsame, oft auch ausbleibende Reaktion des Touch-Screens macht die Eingabe der Kundendaten zur Qual. Empfehlenswert ist deswegen der Umweg über den Browser eines Desktop-PCs. Gleiches gilt für die Eingabe der Zahlungsinformationen, ohne die man im E-Store auch keine kostenlosen Titel herunterladen kann. Immerhin ist die Einrichtung des Oyo II in der beigelegten Schnellstartanleitung sehr schön dokumentiert („In fünf Schritten zu Ihrem Lesevergnügen“).

Zu Hause auf dem Home-Screen

Im ausgeschalteten Zustand zeigt der Oyo eine Bildschirmschoner-Grafik an. Bei Aktivierung fährt das Gerät in wenigen Sekunden hoch. War vor dem Ausschalten ein E-Book geöffnet, gelangt man automatisch auf die gerade gelesene Seite zurück. Das Home-Screen („Startseite“) ist übersichtlich mit grafischen Elementen gestaltet. Die obere Hälfte zeigt vier Miniaturcover aus der E-Bibliothek an sowie in einem zusätzlichen Bereich den zuletzt gelesenen Titel. Die untere Hälfte des Home-Screens führt zum Thalia-Shop sowie zu Einstellungen, Extras (u.a. Webbrowser, Audioplayer) sowie zu den „Nachrichten“. Denn via W-Lan empfängt der Oyo aktuelle Buchempfehlungen sowie den Thalia-Newsletter. Unter „Einstellungen“ kann man die Häufigkeit des Screen-Refreshs einstellen („Häufigkeit der Bildschirmaktualisierung“). Weniger Screen-Refreshs sorgen für längere Akkulaufzeit.

Lesen auf dem Touch-Screen

E-Books im epub-Format werden problemlos angezeigt, PDF-Dateien dagegen lassen sich durch eine fehlende Reflow-Funktion nicht komfortabel lesen. Die Leseansicht lässt sich komplett über das Touch-Screen steuern. Umgeblättert wird per Fingerwisch (alternativ mit den Umblätter-Tasten), das doppelte Antippen einzelner Worte aktiviert die Wörterbuch- und Lexikon-Funktion. Neben dem Langenscheidt-Wörterbuch Deutsch/Englisch bzw. Englisch/Deutsch ist das Konversationslexikon von wissen.de vorinstalliert. Der Aufruf der jeweiligen Artikel dauert jedoch viel zu lange, somit ist gar nicht direkt feststellbar, ob das Antippen überhaupt registriert wurde. Nicht viel besser funktionieren einfache Menüfunktionen wie etwa das Ändern der Schriftgröße oder die Auswahl des Schriftfonts. Wählt man eine neue Fontart, friert das Display bis zu fünfzehn Sekunden lang ein. Das Schreiben von Anmerkungen im Rahmen der Lesezeichenfunktion ist ebenfalls nicht ganz so einfach – denn die virtuelle Tastatur reagiert viel zu träge auf die Eingaben. Dazu kommen störend flackernde Screen-Refreshs, bei denen die Tastatur für Sekundenbruchteile komplett verschwindet.

Drahtlos im Thalia-Shop

Zu den großen Vorteilen des Oyo-Readers gehört der integrierte E-Store. Der Thalia-Shop ist grafisch schön gestaltet und inhaltlich gut aufbereitet. Tipps von einzelnen Thalia-Buchhändlern und Leser-Rezensionen erleichtern die Auswahl der Lektüre. Der Seitenaufbau dauert allerdings selbst bei guter Netzanbindung deutlich zu lange. Im Unterschied zum Kindle- oder Kobo-Store lassen sich leider auch keine Leseproben herunterladen. Über das „Extra-Menü“ kann man sich via Webbrowser auf die Suche nach E-Books gehen oder eine Google- oder Wikpedia-Recherche tätigen. Doch auch hier geht alles nur in Zeitlupe, vom Scrollen durch eine Seite bis zum Einzoomen in den Text. Ein wirkliches Surferlebnis kommt dabei nicht auf. Weitere Extra-Funktionen sind der Audio-Player, eine Notizbuch-Funktion sowie ein Bildbetrachter.

“Einfach genial lesen“

Dem selbst gesetzten Motto „einfach. genial. lesen“ wird Thalias Oyo II im Kern tatsächlich gerecht. Denn die Lektüre selbst funktioniert gar nicht mal so schlecht. Sobald es aber um mehr als nur Umblättern geht, fällt das Gerät weit hinter vergleichbare Modelle zurück. Die kaum teureren Touch-Screen-Reader von Kobo oder Sony bieten nicht nur besseren Kontrast als das SiPix-Display des Oyo II, sondern prompt reagierende Benutzeroberflächen, die wirklich das Gefühl von direkter Interaktion zwischen Mensch und Reader aufkommen lassen. Manches wird beim Oyo II vielleicht durch neue Firmware-Updates noch zu verbessern sein, doch wer nicht für 119 Euro zum Beta-Tester werden möchte, sollte vorerst besser auf den Kauf des neuen Oyos verzichten. Wer auf Touch-Screen verzichten kann, bekommt mit dem Kindle 4 deutlich mehr Komfort für weniger Geld. Legt man zehn oder zwanzig Euro drauf, bekommt man mit dem Kobo-Touch oder der neuen Sony Reader Touch Edition Lesegeräte in die Hand, die im vollen Umfang halten, was Thalias Oyo bisher leider größtenteils nur verspricht.

Oyo II (Thalia.de)


Display

6 Zoll SiPix Touch-Screen, 600×800 Pixel, 16 Graustufen

Gewicht:

260 Gramm

Schnittstellen

USB, WLAN

Speicher

4 Gigabyte intern, max. 32 Gigabyte extern

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF (DRM)

Audio-Features

MP3-Player, 3,5 mm Kopfhörerbuchse

Preis

119 Euro (Thalia)

Neuer Nook von Barnes&Noble: E-Ink, Touch-Screen, Android

Barnes&Noble hat dem klassischen Nook ein Facelifting verpasst – statt Dual-Screen gibt’s jetzt nur noch E-Ink, dafür aber mit Touch-Screen. Mit an Bord ist das Social-Reading-Feature „Friends“, bekannt durch die Nook-App für Tablets & Smartphones. Der neue Nook hält deutlich länger durch als der alte: B&N verspricht eine Akkulaufzeit von zwei Monaten. Unter der Haube des 6-Zoll-Gerätes werkelt Android 2.1 – ein absolutes Novum bei E-Ink-Geräten. Nicht nur technisch ist das Gerät eine Attacke auf Amazon. Mit 139 Dollar liegt der WiFi-fähige Reader auch preislich Kopf an Kopf mit dem Kindle. Der neue Nook kommt am 10. Juni in den Handel, ein offizieller Vertrieb in Deutschland ist allerdings nicht geplant.

Neue Doppelstrategie: LCD oder E-Ink

Keine Dual-Screen-Kompromisse mehr! Barnes&Noble setzt nun auf eine klare Doppelstrategie: es gibt das sieben Zoll große Nook Color mit LCD, und ab sofort den Nook Touch mit 6 Zoll großem E-Ink-Display. Damit scheint sich die Kombination von kontraststarkem Pearl-E-Ink und auf Infrarot-Abtastung basierendem Touch-Screen endgültig als neuer Standard durchzusetzen. Nur einen Tag zuvor hat Kobobooks ein vergleichbares Gerät gelauncht, bei Sony gibt es diese Features bereits seit mehr als einem Jahr. Gleichzeitig wird das Angebot bei B&N aber auch verschlankt – denn ein 3G-Modell ist offenbar nicht geplant.

Jetzt wird’s unfair: „37 Knöpfe weniger als beim Kindle“

Vom äußeren gleicht sich die neue E-Ink-Klasse immer stärker den Tablets an – außer einem Home-Button ist keine einzige Taste mehr zu sehen. Das wurde bei der Präsentation auch gleich der Konkurrenz unter die Nase gerieben: „Kindle 3 has 38 buttons. That’s 37 more than the all-new Nook“, ätzte B&N-Chef William Lynch. Ein Großteil davon geht natürlich auf die Rechnung der Qwerty-Tastatur, die bei Touch-Screengeräten virtuell auf’s Display kommt. Das spart zudem Platz, kein Wunder, dass das neue Nook gleich 10 Prozent kürzer ist als das K3. Man könnte noch hinzufügen: Mit 212 Gramm ist es auch noch knapp dreißig Gramm leichter.

Software-Innovationen: “Pageturning, Battery Life, Social Areas“

Aus Sicht von B&N sind die drei größten Innovationen des Gerätes: schnelle Seitenwechsel, lange Akkulaufzeit und die Social Reading Funktionen. Zum echten „Pageturner“ wird das Gerät durch einen schnellen 800Mhz-Prozessor und das neue Betriebssystem. Die lange Akkulaufzeit ist natürlich ein Durchschnittswert, dabei wird mit einer Lesedauer von lediglich 30 Minuten pro Tag gerechnet. Social Reading wird bei B&N tatsächlich groß geschrieben, neben der „Friends“-App gibt’s demnächst mit mynook.com auch ein eigenes Internetportal, auf dem man auf das persönliche Lesenetzwerk von überall her zugreifen kann. Die „Personalisierung“ des Nooks selbst macht aber auch Fortschritte: von jetzt an kann man eigene Bilder als Screensaver nutzen.

Vorerst kein deutsches Nook geplant

Wie beim Kindle wird Wert gelegt auf individuelles Seitenlayout: sechs Schriftfonts und sieben Schriftgrößen sind wählbar. Besonders interessant am neuen Nook ist natürlich das Android-Betriebssystem. Zusätzlich Apps wie beim Nook Color will B&N zwar erklärtermaßen nicht anbieten. Man darf aber gespannt sein, wann es den ersten Hack des neuen Nook gibt. Durch das „Rooten“ des Nook Color konnte man ja sogar die Kindle App zum Laufen bringen. Auch ungehackt könnte der Nook Touch auf dem deutschen Markt sicher ein echter Hingucker sein. Doch leider tritt B&N bei der Internationalisierung – anders als Amazon und neuerdings auch Kobobooks – zur Zeit noch stark auf die Bremse.

Nook Touch Specs


Display

6 Zoll Pearl-E-Ink/Touch-Screen,
600×800 Pixel, 16 Graustufen

Gewicht:

212 Gramm

Schnittstellen

Mikro-USB, WLAN

Interner Speicher

2 Gigabyte intern, max. 32 Gigabyte extern (SD-Karte)

E-Book-Formate

epub, PDF

Besondere Features

„Friends“ (Social-Reading-App), LendMe-Funktion

Preis

139 Dollar (Barnes&Noble)

Kobo startet Touch-Screen-Reader für 129 Dollar – & kündigt deutschen Store an

Kaum ist das Kindle-Color-Tablet angekündigt, geht auch Touch-Screen auf E-Ink-Readern in eine neue Runde. Mit der WiFi-fähigen Kobo eReader Touch Edition setzt Kobobooks auf mehr Bedienkomfort. Technisch ähnelt das 6-Zoll-Lesegerät der Sony Reader Touch Edition – hoher Kontrast dank Pearl E-Ink, und ein auf Infrafrottechnik basierender Berührungs-Sensor. Eine echte Premiere ist allerdings der Preis: mit 129 Dollar wird nicht nur die Sony-Reader weit unterboten, sondern auch Amazons Kindle. Die Menüführung ist mehrsprachig – Kobobooks will sein Angebot demnächst offenbar auch auf Deutschland und Frankreich ausweiten.

Kobo spielt wieder in der ersten Liga mit

Kobo ist ein Anagramm für Book, Borders dagegen ein Synonym für „Pleite“. Ähnlich wie Barnes&Noble setzte die finanziell klamme US-Buchhandelskette auf einen alternativen E-Reader, um Amazon Paroli zu bieten. In diesem Fall fiel die Wahl auf den vom kanadischen Unternehmen Indigo Books entwickelten Kobo-Reader. Die Kobos waren technisch eher Durchschnitt, fielen aber durch besonders gutes Gerätedesign und eine grafisch aufwändig gestaltete Benutzeroberfläche auf. Gerettet hat Borders das zwar nicht, der US-Buchmarkt wandelt sich radikal, „Brick&Mortar“-Shops rentieren sich nicht mehr. Doch während zahlreiche Borders-Filialen jetzt ihre Pforten schließen, kommt plötzlich ein starkes Signal von der unabhängig agierenden Reader-Sparte Kobobooks: mit der Kobo eReader Touch Edition spielt man jetzt wieder in der ersten Liga mit. Parallel zum Launch wurde zudem das Vorgängermodell Kobo Wireless eReader auf 99 Dollar gesenkt.

Komfortable Bedienung mit dem Finger

Die WiFi-fähige Touch-Version ist optisch noch einmal reduzierter als seine Vorgänger – außer dem Display und einem Home-Button ist auf der Vorderseite nichts zu sehen. Mit 11,4 mal 16,5 cm Kantenlänge ist die Kobo Touch Edition zugleich ähnlich handlich wie das vergleichbare Sony-Modell, vom Gewicht her mit nur 200 Gramm sogar noch deutlich darunter. Die Bedienung erfolgt wie bei Sony fast ausschließlich mit dem Finger – vom Umblättern per Fingerwisch über das Antippen von Worten, um sie im Lexikon nachzuschlagen oder zu markieren bis zum Doppeltipp um PDF-Dokumente zu zoomen. Eine Laufleiste ermöglicht das bequeme Navigieren durch die E-Books. Für die Suchfunktion und zum Schreiben von Notizen wird eine virtuelle Tastatur eingeblendet. Auch der Einkauf im Kobo-Store ist durch das Touch-Screen natürlich deutlich komfortabler als beim vorherigen WiFi-Modell.

Social Reading wie bei der Kobo-App auf dem iPad

Wer schon einmal die Kobo-App auf dem iPad genutzt hat, wird sich auf dem neuen Kobo Reader gleich zu Hause fühlen – viele Features wurden nämlich übernommen. Das fängt bereits beim grafisch aufgepeppten Home-Screen an, das ein Covermosaik aus den zuletzt gelesenen E-Books enthält. Mit dabei ist nun nämlich die „Reading Life“-App: dank grafischer Auswertungen macht sie dem Leser selbst stärker bewusst, was und wie er liest. Incentives gibt’s obendrein – für verschiedenste Leseleistungen werden automatische „Awards“ verliehen. Dazu kommt die Social-Media-Anbindung – die eigenen Lektüreleistungen (und -erfahrungen) lassen sich innerhalb der Community kommunizieren. Ähnlich wie im Kindle-Ökosystem lassen sich außerdem Reader und Reader-Apps synchronisieren.

“International Reader“: Deutscher Kobo-Store kommt

Natürlich könnte man an dieser Stelle sagen: schön, aber was hat das Leseländle davon? Bisher beschränkte sich Kobo tatsächlich auf die Märkte in Nordamerika, Australien und Großbritannien. Das soll sich mit der Kobo Touch Edition aber ändern – das Gerät wird als „erster echter internationaler Reader“ vermarktet. In der Pressemitteilung heißt es:

„Our goal is to bring eReading to more people everywhere and the launch of the Kobo eReader Touch Edition helps fulfill that goal. The Kobo eReader Touch Edition will be available in multiple languages: English, French, German, Spanish, and Italian, and readers will be able to enjoy a localized user experience, local content, recommendations, and a local store.“

Mit anderen Worten: nach dem deutschen Kindle-Store steht nun offenbar auch der deutsche Kobo-Store vor der Tür.

Kobo Reader Touch Edition


Display

6 Zoll Pearl-E-Ink Touch-Screen,
600×800 Pixel (16 Graustufen)

Masse & Gewicht

114mm X 165mmx10mm; 200 Gramm

Schnittstellen

USB, WLAN

Prozessor

Freescale 508 Processor

Interner Speicher

1 GB, erweiterbar durch Mikro-SD-Karte (max. 32 GB)

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF

Beondere Features

Reading-Life-App, E-Store

Preis

129,99 Dollar

Primus der Kompaktklasse: Sony Reader Pocket Edition (PRS-350) im Test

sony-prs-350-test Er hat die Bedienfreundlichkeit des Oyo-Reader, und die Kontrast-Qualität des Kindle: Sonys neuer 5-Zoller PRS-350 ist der zur Zeit komfortabelste „Taschen-Reader“ auf dem deutschen Markt. Kein anderes Gerät bringt soviel Funktionen mit – von handschriftlichen Notizen & Anmerkungen via Touch-Screen-Display bis zu 12 vorinstallierten Wörterbüchern. Dank Eingabestift („Stylus“) ist die Bedienung der virtuellen Tastatur besonders angenehm. Trotz Metallgehäuse wiegt die Pocket Edition zudem nur 155 Gramm. Preislich liegt der in den Farben silber, dunkelblau & pink lieferbare PRS-350 mit 179 Euro im Mittelfeld.

testurteil-sony-prs-350-reader-pocket-edition

Touch-Screen verpflichtet: Auch Sony packt das Tablet-Fieber

Das Tablet-Fieber hat auch die E-Reader-Branche angesteckt – immer mehr Lesegeräte werden mit Touch-Screen ausgeliefert. Das geht leider oft auf Kosten des Kontrastes, denn in den meisten Fällen wird über das E-Ink-Display eine kapazitive Sensorschicht gelegt, die den Hintergrund dunkler erscheinen lässt. Sonys neue Reader erkennen die Bewegung von Fingern oder Eingabestift dagegen mit Infrarot-Sensoren, die an den Display-Rändern angebracht sind. So kommt man gleichzeitig in den Genuss des kontraststarken Pearl-E-Inks, wie es auch bei Amazons Kindle Verwendung findet, und hat zugleich den Komfort eines Touch-Screens. Mit 16 Graustufen und einer Auflösung von 800 mal 600 Pixeln ist Sonys Pocket Reader Edition auch ansonsten voll auf der Höhe der Zeit. Umgeblättert wird per Fingerwisch, die Seitenwechsel sind rasant. Von „XS“ bis „XXL“ stehen ingesamt sechs Schriftgrößen zur Auswahl.

Die Pocket Reader Edition wurde deutlich verschlankt

Von außen erinnert das PRS-350 tatsächlich an ein Tablet – denn im Vergleich zur Vorgänger-Version wurde das Gerät auf 10,4 mal 8,5 Zentimeter deutlich verschlankt (von 15,7 mal 10,7 cm). Auch das Gewicht ist von 220 auf 155 Gramm geschrumpft. Die Nummerntasten neben dem Display sind ebenso verschwunden wie der Bedienring mit Richtungstasten. Geblieben sind lediglich fünf schmale Buttons am unteren Displayrand – zum Umblättern, zur direkten Ansteuerung des Hauptmenüs, zum Zoomen und zur Auswahl von verfügbaren Optionen. Einzige Schnittstelle des 5-Zollers ist der Mikro-USB-Port an der Unterkante, die Slider-Taste zum Einschalten ist wie beim Vorgängermodell an der Oberkante. Erst auf den zweiten Blick erkennt man ein neu hinzugekommenes Element – an der rechten oberen Gehäuseecke lässt sich der etwa zehn Zentimeter lange Eingabestift herausziehen. Im komplett ausgeschalteten Zustand ist das E-Ink-Display leer – wurde der Reader nur in den Schlafmodus versetzt, wird ähnlich wie bei Kindle oder LumiRead ein Bild angezeigt.

sony-prs-350-testbericht-pocket-edition

Icons & Buch-Cover: Das Menü ist grafisch aufgepeppt

Beim ersten Start gilt es zwei Auswahlmenüs zu bewältigen – dort lässt sich Deutsch als Menüsprache wählen sowie eine deutsche Tastaturbelegung. Danach landet man im Hauptmenü, das im Vergleich zum PRS-300 grafisch aufgepeppt worden ist. Sowohl das zuletzt gelesene E-Book wie auch die ersten drei Titel der E-Bibliothek werden mit miniaturisierten Cover-Bildern angezeigt. Weitere Icons verweisen auf „Periodika“ (also elektronische Zeitungen und Zeitschriften), „Sammlungen“ (etwa die Liste der ungelesenen E-Books, der gekauften E-Books, oder eine selbst zusammengestellte Liste) sowie Notizen (womit auch Anstreichungen im Text gemeint sind.) Über das Icon „Anwendungen“ gelangt man zu einem Untermenü, in dem sich die Bilddateien und via Stylus angefertigten handschriftlichen Notizen ansehen lassen. Zudem kann man dort das gerade aktivierte Wörterbuch durchsuchen und mit der virtuellen Tastatur Text-Memos erstellen. Konfigurieren lässt sich der PRS-350 über das Icon „Einstellungen“ am unteren rechten Display-Rand.

Per Doppeltipp zum virtuellen Eselsohr

Die Basisfunktionen können dank Touch-Screen direkt mit dem Finger ausgeübt werden, insbesondere die Auswahl des E-Books und das Umblättern. Ob das Vorwärtsblättern mit einem Fingerwisch von links nach rechts oder umgekehrt stattfindet, kann man im Konfigurationstmenü auswählen. Mit einem Doppeltipp auf die rechte obere Ecke einer Seite legt man ein Lesezeichen an, das als virtuelles Eselsohr angezeigt wird. Über die Option Notizen erstellen/bearbeiten können auf der aktuellen Seite Textpassagen markiert werden – das geht am besten mit dem Stylus. Anstatt einfacher Markierung durch grauen Hintergrund kann auch direkt auf das Schriftbild gekritzelt werden – man kann also etwa einzelne Worte unterstreichen, unterkringeln oder durchstreichen. Besonders komfortabel ist die Wörterbuchfunktion. Mit Doppeltipp per Stylus auf ein einzelnes Wort lässt sich die jeweilige Bedeutung direkt im unteren Bereich der Seite anzeigen. Um einen detaillierten Wörterbucheintrag zu lesen, wechselt man ganz einfach in die Vollansicht des Wörterbuches. Zur Auswahl stehen u.a. das New Oxford American Dictionary sowie das Collins English-German Dictionary.

sony-reader-pocket-edition-test

Vier E-Books sind bereits vorinstalliert

E-Books im epub wie auch PDF lassen sich mit dem PRS-350 problemlos öffnen. Durch die Reflow-Funktion werden auch PDFs so umgebrochen, dass man sie bequem auf dem Display lesen kann. Bei den meisten PDFs lässt sich bei dieser Form der Ansicht auch die Schriftgröße ändern. Was der PRS-350 leider nicht anbietet, ist eine Auswahl verschiedener Schriftfonts. Vier E-Books sind auf der Reader Pocket Edition bereits vorinstalliert, darunter Markus Albers Ratgeber „Meconomy“ sowie drei Krimis (Martin Muchas „Papierkrieg“ sowie zwei Folgen aus der „Kühlfach“-Serie von Jutta Profijt). Um via USB-Kabel eigene E-Books auf den Reader übertragen zu können, muss auf dem Desktop-Computer Sonys “eBook Library” installiert werden. Die Software kann vom Reader aus direkt auf den PC oder Mac gebracht werden. Sobald die eBook Library eingerichtet ist, startet sie beim Anschluss der Pocket Edition am USB-Port automatisch. Um DRM-geschützte epubs auf dem Lesegerät öffnen zu können, muss man sowohl der Computer wie auch der Reader selbst mit einer gültigen Adobe-ID autorisieren.

Sonys PRS-350: für mobiles Lesen unbedingt empfehlenswert

Mit dem eingebauten Flash-Speicher von 2 Gigabyte passen etwa 1200 E-Books auf das Gerät – dann ist aber endgültig Schluss, denn der PRS-350 hat keinen Einschub für externe Speicherkarten. Auch auf das Abspielen von MP3-Dateien muss man verzichten. Wer solche Extras nicht missen möchte, sollte den großen Bruder PRS-650 wählen – der allerdings erst ab 229 Euro zu haben ist. Ansonsten bringt die Sony Reader Pocket Edition aber alles mit, was ein Reader braucht – er ist ebenso kompakt wie robust, liegt leicht in der Hand und lässt sich dank Touch-Screen intuitiv bedienen, ohne das man viele Knöpfe drücken muss. Durch den Verzicht auf eine W-Lan-Schnittstelle hält der Akku bei normalem Betrieb bis zu 2 Wochen. Für alle, die unterwegs so komfortabel wie möglich lesen wollen, ist Sonys PRS-350 unbedingt zu empfehlen – es ist mit Abstand das beste 5-Zoll-Gerät auf dem deutschen Markt.


Reader Pocket Edition / Reader Touch Edition im Vergleich


Modell

Reader
Pocket Edition (5 Zoll)

Reader
Touch Edition (6 Zoll)

Display

E-Ink Pearl Touchscreen
(16 Graustufen)
800x600 Pixel

E-Ink Pearl Touchscreen
(16 Graustufen)
800x600 Pixel

Gewicht

155g

220g

Schnittstellen

USB

USB

Speicher

2 GB (Intern),

32 GB (extern)

2 GB (Intern),

32 GB (extern)

E-Book-Formate

EPUB (DRM),
Adobe PDF, etc.

EPUB (DRM),
Adobe PDF, etc.

Zubehör

Micro-USB Kabel

Micro-USB Kabel

Preis

179
Euro (E-Book-News)

229
Euro (E-Book-News)

Audio-Features

keine

MP3-Player,
3,5 mm Kopfhörerbuchse

Mit WLAN & Touch-Screen ins Leseland: E-Reader Pocketbook 302 im Test

Pocketbook-302-E-Reader-Test E-Book.gifMit dem neuen Modell „302“ stößt Pocketbook nun in die obere Liga vor: Touch-Screen und WLAN-Funktion machen das Lesegerät zu einer echten Konkurrenz für Amazon, Sony und das Berliner Startup txtr. Der Lesestoff kommt drahtlos aus Pocketbooks E-Store „Bookland.net“ – bisher allerdings nur Public Domain. E-Book-News hat den neuen Reader getestet – einen Live-Eindruck vermittelt zudem unser Youtube-Video.

Mit dem 302 stößt Pocketbook in die Erste Liga vor

„E-Books sind die Taschenbücher des 21. Jahrhunderts2, behauptete vor kurzem der Chef von Penguin Books. Wenn das stimmt, ist der E-Reader-Hersteller Pocketbook schon vom Namen her voll im Trend. Mit günstigen 5- und 6-Zoll-Lesegeräten hat das ukrainische Unternehmen seit letztem Jahr auch zahlreiche deutsche Kunden gewinnen können. Äußerlich ähneln die von Netronix gefertigten Reader der Cybook-Serie aus Frankreich. Doch bei der Software geht Pocketbook eigene Wege – und bietet etwa PDA-ähnliche Features wie Kalender, Notizblock und einige Spieleprogramme wie Schach oder Sudoku. Mit dem neuen Modell „302“ stößt Pocketbook nun in die erste Liga vor: Touch-Screen und WLAN-Funktion machen das Lesegerät zu einer echten Konkurrenz für Amazon, Sony und das Berliner Startup txtr.

Anti-Reflexfolie macht das Display fast blendfrei

Zum Lieferumfang gehören Netz- und USB-Kabel, 4GB-Micro-SD-Karte sowie ein Lederetui. Komplettiert wird das Ganze durch Kurzanleitung und Garantiekarte – die Gewährleistungdauer beträgt übrigens bei den zur Zeit vertriebenen Geräten drei Jahre. Auch sonst zeigt sich Pocketbook spendabel: In den Einführungswochen gibt’s außerdem noch eine Anti-Reflexfolie für das Display dazu. Die wichtigsten Schnittstellen des Pocketbook 302 kann man von außen gar nicht sehen: nämlich WLAN- und Bluetooth-Karte. Auffällig ist aber: Neben dem Einschub für Mikro-SD-Karten, Netzanschluss und 3,5 mm Kopfhörerbuchse besitzt das Pocketbook 302 gleich zwei USB-Schnittstellen – darunter einen Mini-USB-Port. Die inneren Werte liegen auf einer Linie mit vergleichbaren Geräten: Im Innern werkelt eine Samsung-CPU mit 400 Mhz, das E-Ink-Display kommt allerdings nicht von E-Ink Corp., sondern von Vizplex. Wie üblich sollte man das Gerät vor der Inbetriebnahme ersteinmal gründlich aufladen – das kann entweder über den USB-Port geschehen oder über das Netzkabel. Sobald Spannung anliegt, leuchtet während des Ladezyklus eine rote LED auf der Frontseite – wenn sie erlischt, hat der Akku seine volle Kapazität erreicht.

E-Reader-Test-Pocketbook-302.gif

Das Touch-Screen wird mit dem Stylus oder den Fingern bedient

Zum Starten drückt man den Einschaltknopf an der Oberkante des Lesegerätes – was der Reader mit einer grün aufleuchtenden LED und einem Splashscreen quittiert. Nach etwa acht Sekunden erscheint der Desktop. Auf dem oberen Viertel werden die beiden zuletzt geöffneten Dokumente angezeigt. Den meisten Raum nehmen Icons ein, die zu den wichtigsten Funktionen führen. Neben allgemeinen „Einstellungen“ sowie Hilfsprogrammen und Spielen unter „Software“ geht es hier vor allem zum Content: über „Bücher“, „Bilder“ oder „Musik“ kommt man zu den gewünschten Dateien, mit „Nachrichten“ sind in diesem Fall RSS-Feeds gemeint.
Bedient wird das Pocketbook 302 vor allem über das Touch-Screen – die meisten Funktionen kann man direkt mit den Fingern nutzen, für besonders kleine Schaltfelder – etwa die virtuelle Tastatur – empfiehlt sich allerdings der Stylus. Dieser spezielle Bedienstift sitzt ähnlich wie beim Onyx Boox an der linken oberen Gehäusekante, ist allerdings recht kurz geraten. Nicht ganz unwichtig ist aber auch der runde Druckknopf direkt unter dem Display – er ist die „Escape“-Taste, mit der man Anwendungen, aber auch Untermenüs wieder verlassen kann. Am linken und rechten Geräterand gibt es außerdem noch je zwei Funktionstasten, die u.a. zum Umblättern genutzt werden.

Kommerzielle Titel gibt’s bei Pocketbooks E-Store „Bookland“ leider noch nicht

Im normalen Lesealltag lässt sich das Pocketbook jedoch ebenso einfach bedienen, wie man es von iPhone oder iPod Touch gewohnt ist. Das Umblättern etwa erledigt man mit einem „Finger-Swipe“ von rechts nach links bzw. umgekehrt. Die Fontgröße kann mit einer Fingerbewegung von oben nach unten geändert werden. Für den Lesekomfort empfiehlt es sich, über „Einstellungen“ den serifenlosen Standardfont gegen einen Font mit Serifen zu wechseln – Auswahl gibt es genug. Ausgeschaltet ist im Lieferzustand übrigens der G-Sensor, der für die automatische Seitenausrichtung sorgt. Wer öfter im Querformat lesen möchte, sollte den Sensor über „Einstellungen/Aussehen/Bildschirmorientierung“ aktivieren. Der größe Vorteil eines WLAN-Readers ist natürlich: der Lesestoff kommt drahtlos direkt aus dem Netz. Vorher muss allerdings das Netzwerk konfiguriert werden. Die notwendigen Angaben lassen sich über das Menü Einstellungen/Verbindungen machen. Im WLAN-Modus kann z.B. die Art der Verschlüsselung ausgewählt (WEP oder WPA) und der Netzwerkschlüssel eingegeben werden. Dann geht’s los: Pocketbooks E-Store Bookland.net ist bereits integraler Bestandteil der Bibliothek. Ruft man den Menüpunkt „Bücher“ auf, steht „Bookland“ an oberster Stelle. „In-App-Shopping“ wird hier jedoch nicht geboten – kommerzielle Titel gibt es für deutsche Kunden nämlich bisher noch nicht. Das Angebot beschränkt sich auf Public Domain-Bücher in zahlreichen Sprachen. Kauft man im Internet bei Libri oder anderswo ein DRM-geschütztes E-Book, muss man es also per USB-Kabel auf den E-Reader übertragen.

Ob Austattung, Nutzerfreundlichkeit oder Preis: Pocketbook ist eine ernsthafte Konkurrenz für Amazon & txtr

Die Internet-Fähigkeiten des Pocketbook 302 halten sich ansonsten in Grenzen. Der mitgelieferte „Minibrowser“ hat im Vergleich zum Onyx Boox deutliche Schwächen. Gut nutzen lässt sich dagegen der RSS-Feedreader – bei den aktuellsten Nachrichten und den Trends der Blogosphere bleibt man somit auch per E-Reader immer auf dem Laufenden. Zumindest, soweit das WLAN reicht. Überhaupt machen neben der leichten Bedienbarkeit die zahlreichen Zusatzprogramme den eigentlichen Reiz der Pocketbook-Reihe aus. Auch beim „302“ kommen neben einigen Spielen wie Schach, Patiencen oder Sudoku noch der Taschenrechner, das Wörterbuch sowie ein Kalender dazu. Insgesamt kann Pocketbooks neuer Reader locker in der Oberliga der elektronischen Lesegeräte mithalten – nicht nur bei Austattung und Nutzerfreundlichkeit, sondern auch beim Preis. Mit 295 Euro ist das Pocketbook 302 auf Augenhöhe mit Kindle, txtr und Onyx Boox. Sobald Pocketbook kommerzielle Titel in seinem E-Store anbietet, dürfte das Gerät auch auf dem deutschen Markt zu einem ernsthaften Konkurrenten werden.

Pocketbook 302 Specs:

  • Display: 6-Zoll E-Ink-Vizplex mit 16 Graustufen, Touch-Screen, 800×600 Pixel
  • Speicher: 512 MB (SD-Card bis 32 GB möglich)
  • Gewicht: 280 Gramm
  • Unterstützte Formate: EPUB (DRM), PDF (DRM), TXT, HTXT, HTML, Microsoft Word
  • Lieferumfang: USB-Netzadapter, USB-Kabel, Lederetui, 4GB-Micro-SD-Karte
  • Schnittstellen: USB, WLAN- und Bluetooth
  • Besondere Features: G-Sensor, Touch-Screen, Internet-Browser
  • Preis: 295 Euro (Digital Readers.de)

Christ-Kindle aus dem Land der Mitte: Onyx Boox 60 im Test

Das Leseland ist endgültig im drahtlosen Zeitalter angekommen: Mit dem Onyx Boox 60 gibt es neben Kindle & txtr-Reader nun ein drittes Lesegerät, das E-Books direkt aus dem Internet zapfen kann. Dank Touch-Screen ist die Bedienung sogar besonders komfortabel. E-Book-News hat eins der ersten in Deutschland ausgelieferten Geräte getestet.

WiFi und  Touch-Screen -- die „Must haves“ der neuen E-Reader-Generation

Zwei Dinge gehören zu den Must-haves der nächsten E-Reader-Generation: WiFi-Fähigkeit und Touch-Screen. Der chinesische Hersteller Onyx hat beides in seinen E-Reader Boox 60 gepackt -- und kurz vor Weihnachten mit dem brandneuen Gadget auch den deutschen Reader-Markt anvisiert. Bei einem Preis zwischen 313 und 349 Euro liegt das Gerät leicht über dem txtr-Reader -- der jedoch nur in einer abgespeckten Version gestartet ist. Mit dem E-Book-Store kann sich das Gadget des Berliner Startups zwar von überall aus via Mobilfunk-Schnittstelle verbinden, eine WLAN-Karte für den lokalen Netz-Betrieb im Straßencafé oder zu Hause fehlt jedoch. Mit Spannung erwartet wurde aber auch das von Wacom gelieferte Touch-Screen des Onyx Boox 60 -- denn bei der Sony Reader Touch Edition hatte dieses Feature die Lesbarkeit des E-Ink-Displays arg vermindert. Zur Zeit gibt es für deutsche Kunden zwei Bezugsquellen: Ebookreaderstore sowie Elektronischlesen. Beides sind deutsche Ableger von niederländischen Anbietern -- denn auch die Europa-Zentrale von Onyx befindet sich bei unseren westlichen Nachbarn. E-Book-News hat sich für Elektronischlesen entschieden -- dort ist der Reader inklusive Versandkosten für 313 Euro zu haben.

Das hat Stil: Der „Stylus“ ist zentrales Bedienelement beim Onyx Boox 60

Der Onyx Boox 60 wird komplett mit Stylus und weißem Lederetui geliefert. Zum weiteren Lieferumfang gehört ein USB-Kabel mit Steckdosen-Adapter. Somit kann das Gerät auch ohne den Umweg über einen PC oder Laptop aufgeladen werden. Ansonsten fanden wir in der OVP noch eine Garantiekarte, eine englischsprachige Kurzanleitung („Quick Start Guide“), eine Anleitung zum Installieren von Stardict-Wörterbüchern sowie eine Liste der mitgelieferten Einzelteile. Wie üblich bei Akku-abhängigen Geräten sollte man auch den Onyx Boox 60 vor der Betriebnahme erstmal vollständig aufladen -- das Ende des Ladeprozesses erkennt man daran, dass das blaue Licht am Navigationsbutton erlischt. Der Navigationsbutton, besser gesagt eine Art „Bedienring“, befindet sich mittig unterhalb des Displays. Der äußere Ring dient zum Vor- und Zurückblättern (Prev/Next), zum Aufrufen des Hauptmenus (Menu) sowie zum Verlassen des jeweiligen Dokuments bzw. Ordners (Back). Der mittlere Ring kann zur Navigation im Dateiordner genutzt werden. Ein ausgewähltes Dokument lässt sich dann etwa mit dem ganz innen gelegenen „OK“-Button öffnen. Wichtigstes Bedienelement ist jedoch beim Onyx Boox 60 der „Stylus“ genannte Plastikstift, der in der linken oberen Ecke des Gehäuses steckt. An der gegenüberliegenden unteren Kante des Gerätes findet man Lautstärke-Regler und Kopfhörerbuchse, Mini-USB-Anschluss, SD-Kartenschachte sowie den Power-Knopf. An der linken Außenkante ist zudem ein kleiner Schiebeschalter zur Aktivierung der WLAN-Funktion.

Vom Splash-Screen bis zum Hauptmenü in 20 Sekunden

Beim ersten Hochfahren des Lesegerätes erscheint eine Art Splash-Screen mit „Ladebalken“, nach etwa 20 Sekunden öffnet sich dann der „Desktop“: die E-Book-Library auf dem internen Flash-Speicher -- beim Kauf noch völlig leer -, die externe SD-Karte (falls vorhanden), Settings  sowie Web Sites (der eingebaute Web-Browser). Als erstes sollte man unter Settings ein paar Einstellungen vornehmen -- also etwa Datum & Uhrzeit, Zeitzone, Sprache, sowie die Kalibrierung des Eingabestiftes. Dann kann das Lesen beginnen -- man braucht nur noch ein E-Book. Verbindet man das Onyx Boox 60 per USB-Kabel mit dem Desktop-Computer, wird man gefragt, ob man tatsächlich auch softwaremäßig eine Verbindung herstellen möchte. Klickt man hier „Ja“ an, geht der Reader in einen passiven Modus, das Display wird mit einem USB-Symbol augefüllt. Jetzt sollte der Desktop-Rechner das Gerät erkennen -- auf dem Desktop unseres Mac Mini waren sowohl der interne Flash-Speicher wie auch eine eingelegte SD-Karte sichtbar. Per Drag&Drop konnten wir nun E-Book-Dateien auf den Reader ziehen. Das gilt wohlgemerkt nur für DRM-freie E-Books -- kopiergeschützte Titel muss man selbstverständlich via Adobe Digital Editions übertragen. Je nach E-Book-Format hat der Leser unterschiedliche Optionen bei der Leseansicht -- so kann man bei epub-Dateien nur zwischen fünf verschiedenen Fontgrößen wählen, während es bei mobi-Dateien deren 15 sind, inklusive verschiedener Fonts mit oder ohne Serifen. Bei PDFs kommt neben der Fontgröße noch eine Zoomfunktion dazu.

Dank Web-Browser sind im WLAN-Betrieb auch E-Book-Downloads möglich

Der größte Vorteil eines Readers mit WLAN-Karte ist natürlich die Online-Literaturversorgung. Tatsächlich ist der Onyx Boox 60 fast schon eine Art Surf-Tablet mit E-Ink-Display: der auf der Webkit-Engine basierende Browser ermöglicht nicht nur das Navigieren im Internet, sondern auch den Datei-Download. Eine Adresszeile hat der Mini-Browser allerdings nicht -- hier muss man sich mit der indirekten Annäherung über Google behelfen. Lädt man etwa via Project Gutenberg ein E-Book herunter, wird es auf der SD-Karte gespeichert und direkt geöffnet. Voraussetzung ist allerdings, dass man per Schiebeschalter an der Gehäuse-Außenseite den Onyx auf WLAN-Betrieb eingestellt hat. Vor jedem Browsen muss außerdem eines der verfügbaren lokalen Netze ausgewählt werden. Wirklich bequem ist das Surfen mit dem Onyx Boox 60 allerdings nicht, dazu dauert der Pagerefresh immer noch zu lange. Web 2.0 und alle komplexeren Seiten kann man getrost vergessen. Um aber z.B. einen Wapedia-Artikel zu lesen, reichen die Möglichkeiten aus. Mit dem aktuellen Firmware-Update 1.2 lassen sich mittlerweile auch Bookmarks anlegen, so dass man direkt auf die gewünschte Seite zugreifen kann. (Die Update-Datei muss auf der SD-Karte gespeichert werden und wird vom Reader beim nächsten Hochfahren automatisch eingerichtet, wenn man parallel zum Einschalten für einige Sekunden die „OK“-Taste gedrückt hält.) Theoretisch sollte auch das online-shoppen möglich sein, doch bei unserem Versuch, uns etwa bei libri.de einzuloggen, scheiterten wir bereits an der virtuellen Tastatur -- als Login braucht man die E-Mail-Adresse, doch das digitale Tastenfeld des Onyx Boox 60 bietet leider kein @-Zeichen an.

Kontrastprogramm: Das E-Ink-Display lässt sich schlechter lesen als bei vergleichbaren Geräten

Insgesamt macht der Onyx Boox 60 inklusive Lederetui einen soliden Eindruck, die grafische Oberfläche ist intuitiv zu bedienen und lässt fast PDA-Feeling aufkommen. Wacoms Touch-Screen-Technologie ermöglicht nette zusätzliche Features wie etwa einen Notiz- und Zeichenblock oder Anstreichungen bzw. Anmerkungen im Text. Mit fast dreihundert Gramm ist das Lesegerät allerdings auch relativ schwer, einfachere Geräten wie etwa das Pocketbook, Bookeens Cybook oder das Cool-ER wiegen fast nur halb so viel. Die Kombination von Touch-Screen und E-Ink funktioniert sehr gut, der Pagerefresh scheint tatsächlich etwas schneller zu sein als bei anderen E-Readern. Der Kontrast ist im direkten Vergleich mit dem Bookeen Cybook allerdings erkennbar schlechter, das scheint vor allem am etwas dunkleren Hintergrund zu liegen. Längeres Lesen ist gerade bei winterlich schummrigen Lichtverhältnissen dadurch deutlich anstrengender. Nutzt man die WLAN-Funktion häufiger, macht außerdem der Akku spätestens nach zwei bis drei Tagen schlapp, auch mit optimierter Firmware. Eigentlich ist es zum Heulen: Die wahre Stärke des E-Ink-Displays -- wochenlanger Betrieb bzw. 6000-8000 Seiten Lektüre mit einem Ladezyklus -- ist durch die zusätzlichen Features längst wieder verspielt worden. Doch das triff natürlich auf die gesamte neue Reader-Generation vom Kindle über Nook und Sony bis zum txtr zu. Lästig fanden wir übrigens auch, dass der Onyx Boox 60 nicht nur ohne E-Books, sondern auch ohne Handbuch ausgeliefert wird. Da hilft nur das Firmwareupdate (zum Package gehört nämlich ein englisches Manual) oder der direkte Download (wird leider nicht direkt von Onyx angeboten). Fazit: wer eine vergleichbare Alternative zum txtr-Reader sucht, für den könnte sich der Onyx Boox 60 lohnen. Wer Geld sparen will und mit USB zufrieden ist, sollte besser zu einem „klassischen“ Reader greifen.

Onyx Boox 60-Specs:

  • 6- Zoll-Display (Wacom/E-Ink)
  • 8 Graustufen
  • DRM: Adobe Digital Editions (epub/PDF)
  • Prozessor: 532 Mhz.
  • 128 MB RAM
  • 512 MB Flash
  • USB 2.0
  • SD/MMC mit SDHC-Support
  • Gewicht: 300 Gramm
  • Abmessungen: 196x121x10.6 mm
  • Preis: 329 Euro (Pixmania.de)

 

Microsofts Visionen für das E-Newspaper im Jahr 2019

„Sieht alles sehr nach Minority Report aus“: die digitale Zukunft à la Bill Gates kann man sich nun in einem schicken Video aus der Serie Microsoft Office Labs Visions anschauen, E-Paper inklusive. Ins Netz gestellt & kommentiert hat die Zukunftsvision Steve Clayton, Systems Engineer beim besagten Monopolisten. Im Video flimmert Eye-candy allüberall: Transparente Bildschirmwände, intuitive Touchscreens à la Microsoft Surface, Top-Down-Menüs & To-Do-Listen aus heiterem Himmel, und mit dabei: eine Zeitung aus elektronischem Papier. (mehr …)