Bringt ein Joint-Venture von Sony & E-Ink im Herbst das erste E-Ink-Laptop der Welt auf den Markt?

alan-kay-zeigt-dynabookWer wie ich die Lektüre via E-Ink schätzt, zugleich aber viel & oft mobil schreiben muss, fragt sich seit langem schon: Wann gibt es endlich ein akku- und augenschonendes E-Ink-Laptop bzw. E-Ink-Notebook? Bisher gibt es zwar diverse Hacks & Workarounds mit E-Ink-Readern und Bluetooth-Tastaturen, und auch vielversprechende Prototypen wie den Onyx Boox Typewriter, aber kein fertiges Produkt.

Linify soll Serienfertigung von „E-Ink-Notebooks“ forcieren

Doch das könnte sich bald schon ändern — möglich macht das eine kürzlich verkündete Kooperation zwischen E-Ink Corp. und Sony. Das Joint Venture namens „Linfiny“ soll u.a. die Serienfertigung von Laptops mit E-Ink-Display vorantreiben, schreibt die taiwanesische Tageszeitung Tapei Times, und zitiert einen E-Ink-Manager mit den Worten: „Es ist uns wichtig, das Produkt in diesem Jahr auf den Markt zu bringen, denn es gibt großen Bedarf vom Gesundheits- über den Finanz- bis hin zum Bildungssektor“.

Tablet mit Stylus, oder Hybrid-Konzept mit Tastatur?

Die große Frage ist allerdings, ob tatsächlich „Laptops“ gemeint sind, oder nur „E-Notebooks“, wie es in einer Pressemitteilung vom April 2017 zum Start von Linfiny zu lesen ist, die zudem von der Suche nach Vertriebspartnern in China, Japan und Europa spricht, um diese Geräte in der zweiten Jahreshälfte an den Start zu bringen.

Denn mit „E-Notebooks“ können natürlich auch im Wortsinne elektronische Notizbücher im Tabletformat gemeint sein, die man vor allem mit einem Stylus bedient — siehe Remarkable oder Sonys DPT-RP1. Allerdings gibt es ja auch wiederum Crossover-Konzepte wie den Onyx Boox Typewriter, die neben Touchscreen und Stylus auch eine andockbare Tastatur besitzen.

Es bleibt also spannend, spätestens im beliebten Ankündigungsmonat Oktober werden wir wohl mehr wissen…

(via The Digital Reader & Taipei Times)

Abb.: Noch ein utopisches Laptop-Projekt: Alan Kay mit einem Modell des Dynabooks (cc-by-2.0)

Sony kapituliert: Deutscher Reader Store schliesst, Kobo übernimmt

Spät gestartet, früh gescheitert: Nach nicht einmal zwei Jahren schließt Sonys deutscher Reader-Store die Pforten – und setzt die Leser mitsamt ihren Büchern vor die Tür. Ähnlich wie beim jähen Ende des Telekom-Stores „PagePlace“ (nach nur 12 Monaten) bietet man den Kunden aber auch in diesem Fall ein komfortables Exil an: ab Mitte Juni werden die Kundenaccounts inklusive der in der Cloud gespeicherten E-Books nämlich an Sonys Kooperationspartner Kobo übertragen. Man kann zwar auch widersprechen, dann jedoch sind die WiFi-Reader PRS-T1 bis PRS-T3 ab Juni nur noch reine Offline-Geräte. Denn via automatischem Update erhalten wechselwillige Kunden im Sommer eine neue Firmware aufgespielt – inklusive Kobo-Store. Grundsätzlich empfiehlt Sony aber allen Nutzern, ihre E-Books bis zum Stichtag 16. Juni erstmal alle E-Books auf den Reader bzw. Desktop (Reader-App für PC/MAC) zu übertragen (siehe auch die offiziellen „Reader Store schliesst – FAQ“).

Reader Store in USA schon seit März dicht

Völlig überraschend kommt das Aus für den Reader Store nicht – denn die nordamerikanische Filiale hatte bereits im Februar das Handtuch geworfen, seit März sind die dortigen Sony-Kunden dort bereits zu Kobo-Kunden mutiert. In Deutschland dürfte Sonys Rückzug aber deutlich mehr Fragen aufwerfen als in den USA und Kanada, denn hierzulande kooperiert Sony über den Barsortimenter Libri mit zahlreichen Buchhändlern. Bisher bietet die Benutzeroberfläche der dort verkauften Lesegeräte gleichzeitig den Zugang zum Reader Store und zu den E-Stores lokaler Händler (ebook.de & Partnershops). Wie die Buchhändler reagieren werden, wenn nach dem Firmware-Update im Juni nun auf dem Homescreen der Kobo-Store erscheint, ist noch unklar.

E-Reader-Business auch vor dem Aus?

Viele dürften zukünftig auf unabhängige Drittanbieter wie Pocketbook setzen, die Buchhändlern eine exklusive E-Store-Integration ermöglichen. Welche Ziele Sony überhaupt im E-Reading-Geschäft verfolgt, weiß ohnehin niemand so genau. Auch bei den Readern fährt das Unternehmen ja einen sehr eigenwilligen Kurs und setzt vor allem auf gute Verarbeitung und edles Design, weniger auf aktuelle Features. So hat es einige Zeit gedauert, bis Sony WLAN-fähige Reader anbot, auf den Einstieg in die Glimmerlicht-Liga hat man bisher komplett verzichtet und bietet stattdessen als Workaround eine ins Reader-Cover integrierte externe Leselampe an. Ob es überhaupt noch ein Nachfolgegerät des PRS-T3 geben wird? Gut möglich, dass zehn Jahre nach dem weltweit ersten E-Ink-Reader made by Sony für das Unternehmen nun das E-Reading-Zeitalter insgesamt zu Ende geht.

Pop Up-Buch trifft Augmented Reality: Sony schlägt mit „Wonderbook“ neues Kapitel auf

Multimedial aufgehübschte E-Books – Stichwort: „enhanced“ sind fast schon ein alter Hut. Die Zukunft könnte dagegen einem ganz neuen Trend gehören – Augmented Reality. In Verbindung mit Spielekonsolen und TV-Gerät wird sogar aus einem gedruckten Buch richtig großes Kino. Vorreiter auf diesem Gebiet ist Sony: das „Wonderbook“ kombiniert auf clevere Weise das Medium Papier mit der eigentlich für Gestensteuerung gedachten Playstation-Erweiterung PS3-Eye. Das Buch selbst ist dabei jedoch nur Platzhalter für QR-Code-ähnliche Symbole, die von der Optik des Sony-Auges erfasst werden. Die eigentliche Action spielt sich auf dem Bildschirm ab, wo die Realität vor der Kamera mit virtuellen Elementen erweitert wird – etwa dreidimensionalen Papierdrachen.

Das erste Wonderbook hat den Titel „Buch der Zaubersprüche“ („Book of Spells“), und lehnt sich an die Harry-Potter-Welt an. Leser, oder besser gesagt Spieler können den Zauberstab schwingen, Zaubersprüche erlernen und so selbst zum Magier werden. Wobei der Zauberstab ebenfalls in der realen Welt existiert – in Form des PlayStation Move Controllers, dessen Bewegungen vom PS3-Eye eingefangen werden. Die Hintergrundstory spielt in Hogwarts, allerdings 200 Jahre vor der gewohnten Potter-Story. Erstmals in Deutschland war das Wonderbook im August auf der Kölner GamesCom zu sehen, im Oktober ist es nun auf der Frankfurter Buchmesse zu Gast. Dort widmet sich der Ausstellungsbereich „StoryDrive Media & Entertainment Area“ ausgiebig dem Thema Gamification.

Abgesehen vom J K Rowling-Spin-Off soll zur Zeit auch noch eine kindgerechte Krimi-Story für das Wonderbook namens „Digg’s Nightcrawler“ in der Entwicklung sein, ebenso darf man sich auf ein interaktives Dino-Bilderbuch „Walking with Dinosaurs“ freuen. Dabei handelt es sich um eine Auskopplung der gleichnamigen BBC-Serie (in Deutschland bekannt unter dem Titel „Dinosaurier – im Reich der Giganten“). Offizieller Verkaufsstart der Augmented-Reality-Märchenbücher ist im November. Bücher direkt auf der Playstation gab’s übrigens auch schon mal: vor einiger Zeit brachte Sony E-Comics auf die mobile Spielekonsole PlayStation Portable.

Abb.: Screenshot playstation.wonderbook.com

Sonys neue E-Reader kommen gebündelt mit Harry Potter

Sony weitet die Kooperation mit J K Rowling aus: die neue E-Reader-Edition wird ab November gebündelt mit der E-Book-Version der Harry-Potter-Serie auf den Markt gebracht. Bereits ab Oktober startet der offizielle E-Book-Verkauf auf der interaktiven Plattform Pottermore, die ebenfalls in Zusammenarbeit mit Sony betrieben wird. Käufer von Sonys Lesegeräten erhalten die komplette Romanserie inklusive eines Schreibens von J K Rowling, einer grafisch aufgepeppten Schutzhülle und einer exklusiven Einladung zu Pottermore. Für die umsatzstärksten Monate rund um Weihnachten verspricht das eine besonders gute Ausgangsposition.

Sony setzt auf bewährte Marketing-Strategien

Alle reden vom Kindle, Nook oder Kobo. Sonys 2010 letztmals modernisierte E-Reader-Reihe führt dagegen eher ein Schattendasein – wenn auch zu unrecht. Denn die Reader Pocket & Reader Touch Edition sind dank Pearl E-Ink und Infrarot-Touch-Technik technisch der Konkurrenz durchaus ebenbürtig. Preislich rangieren die solide konstruierten Geräte allerdings eher in der Oberklasse. Insofern wurde die Neuauflage bereits von vielen mit Spannung erwartet: würde es einen Preisnachlass geben? Und endlich auch eine WiFi- oder 3G-Version? Nun weiß man zumindest eins – Sony setzt auf bewährte Marketing-Strategien.

Harry Potter als zentrales Verkaufsargument?

Schon bei der Einführung der Reader Pocket- und Reader Touch Edition wurden kostenlose E-Book-Titel mitgeliefert, in Deutschland etwa die Selbständigen-Fibel „Meconomy“ von Bestseller-Autor Markus Albers. Mit Harry Potter hat diese Methode natürlich eine ganz andere Durchschlagskraft. Für viele Leser könnte das E-Book-Bundle ein zentrales Argument sein, sich überhaupt ein Lesegerät zuzulegen. Noch exklusiver als das Angebot auf Pottermore.com selbst ist Sonys Schnäppchen aber letztlich nicht, denn die magischen Reader werden erklärtermaßen nicht vor dem offziellen Start von J K Rowlings neuer Online-Plattform zu haben sein.

(via The Register & Goodereader)

Primus der Kompaktklasse: Sony Reader Pocket Edition (PRS-350) im Test

sony-prs-350-test Er hat die Bedienfreundlichkeit des Oyo-Reader, und die Kontrast-Qualität des Kindle: Sonys neuer 5-Zoller PRS-350 ist der zur Zeit komfortabelste „Taschen-Reader“ auf dem deutschen Markt. Kein anderes Gerät bringt soviel Funktionen mit – von handschriftlichen Notizen & Anmerkungen via Touch-Screen-Display bis zu 12 vorinstallierten Wörterbüchern. Dank Eingabestift („Stylus“) ist die Bedienung der virtuellen Tastatur besonders angenehm. Trotz Metallgehäuse wiegt die Pocket Edition zudem nur 155 Gramm. Preislich liegt der in den Farben silber, dunkelblau & pink lieferbare PRS-350 mit 179 Euro im Mittelfeld.

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Touch-Screen verpflichtet: Auch Sony packt das Tablet-Fieber

Das Tablet-Fieber hat auch die E-Reader-Branche angesteckt – immer mehr Lesegeräte werden mit Touch-Screen ausgeliefert. Das geht leider oft auf Kosten des Kontrastes, denn in den meisten Fällen wird über das E-Ink-Display eine kapazitive Sensorschicht gelegt, die den Hintergrund dunkler erscheinen lässt. Sonys neue Reader erkennen die Bewegung von Fingern oder Eingabestift dagegen mit Infrarot-Sensoren, die an den Display-Rändern angebracht sind. So kommt man gleichzeitig in den Genuss des kontraststarken Pearl-E-Inks, wie es auch bei Amazons Kindle Verwendung findet, und hat zugleich den Komfort eines Touch-Screens. Mit 16 Graustufen und einer Auflösung von 800 mal 600 Pixeln ist Sonys Pocket Reader Edition auch ansonsten voll auf der Höhe der Zeit. Umgeblättert wird per Fingerwisch, die Seitenwechsel sind rasant. Von „XS“ bis „XXL“ stehen ingesamt sechs Schriftgrößen zur Auswahl.

Die Pocket Reader Edition wurde deutlich verschlankt

Von außen erinnert das PRS-350 tatsächlich an ein Tablet – denn im Vergleich zur Vorgänger-Version wurde das Gerät auf 10,4 mal 8,5 Zentimeter deutlich verschlankt (von 15,7 mal 10,7 cm). Auch das Gewicht ist von 220 auf 155 Gramm geschrumpft. Die Nummerntasten neben dem Display sind ebenso verschwunden wie der Bedienring mit Richtungstasten. Geblieben sind lediglich fünf schmale Buttons am unteren Displayrand – zum Umblättern, zur direkten Ansteuerung des Hauptmenüs, zum Zoomen und zur Auswahl von verfügbaren Optionen. Einzige Schnittstelle des 5-Zollers ist der Mikro-USB-Port an der Unterkante, die Slider-Taste zum Einschalten ist wie beim Vorgängermodell an der Oberkante. Erst auf den zweiten Blick erkennt man ein neu hinzugekommenes Element – an der rechten oberen Gehäuseecke lässt sich der etwa zehn Zentimeter lange Eingabestift herausziehen. Im komplett ausgeschalteten Zustand ist das E-Ink-Display leer – wurde der Reader nur in den Schlafmodus versetzt, wird ähnlich wie bei Kindle oder LumiRead ein Bild angezeigt.

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Icons & Buch-Cover: Das Menü ist grafisch aufgepeppt

Beim ersten Start gilt es zwei Auswahlmenüs zu bewältigen – dort lässt sich Deutsch als Menüsprache wählen sowie eine deutsche Tastaturbelegung. Danach landet man im Hauptmenü, das im Vergleich zum PRS-300 grafisch aufgepeppt worden ist. Sowohl das zuletzt gelesene E-Book wie auch die ersten drei Titel der E-Bibliothek werden mit miniaturisierten Cover-Bildern angezeigt. Weitere Icons verweisen auf „Periodika“ (also elektronische Zeitungen und Zeitschriften), „Sammlungen“ (etwa die Liste der ungelesenen E-Books, der gekauften E-Books, oder eine selbst zusammengestellte Liste) sowie Notizen (womit auch Anstreichungen im Text gemeint sind.) Über das Icon „Anwendungen“ gelangt man zu einem Untermenü, in dem sich die Bilddateien und via Stylus angefertigten handschriftlichen Notizen ansehen lassen. Zudem kann man dort das gerade aktivierte Wörterbuch durchsuchen und mit der virtuellen Tastatur Text-Memos erstellen. Konfigurieren lässt sich der PRS-350 über das Icon „Einstellungen“ am unteren rechten Display-Rand.

Per Doppeltipp zum virtuellen Eselsohr

Die Basisfunktionen können dank Touch-Screen direkt mit dem Finger ausgeübt werden, insbesondere die Auswahl des E-Books und das Umblättern. Ob das Vorwärtsblättern mit einem Fingerwisch von links nach rechts oder umgekehrt stattfindet, kann man im Konfigurationstmenü auswählen. Mit einem Doppeltipp auf die rechte obere Ecke einer Seite legt man ein Lesezeichen an, das als virtuelles Eselsohr angezeigt wird. Über die Option Notizen erstellen/bearbeiten können auf der aktuellen Seite Textpassagen markiert werden – das geht am besten mit dem Stylus. Anstatt einfacher Markierung durch grauen Hintergrund kann auch direkt auf das Schriftbild gekritzelt werden – man kann also etwa einzelne Worte unterstreichen, unterkringeln oder durchstreichen. Besonders komfortabel ist die Wörterbuchfunktion. Mit Doppeltipp per Stylus auf ein einzelnes Wort lässt sich die jeweilige Bedeutung direkt im unteren Bereich der Seite anzeigen. Um einen detaillierten Wörterbucheintrag zu lesen, wechselt man ganz einfach in die Vollansicht des Wörterbuches. Zur Auswahl stehen u.a. das New Oxford American Dictionary sowie das Collins English-German Dictionary.

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Vier E-Books sind bereits vorinstalliert

E-Books im epub wie auch PDF lassen sich mit dem PRS-350 problemlos öffnen. Durch die Reflow-Funktion werden auch PDFs so umgebrochen, dass man sie bequem auf dem Display lesen kann. Bei den meisten PDFs lässt sich bei dieser Form der Ansicht auch die Schriftgröße ändern. Was der PRS-350 leider nicht anbietet, ist eine Auswahl verschiedener Schriftfonts. Vier E-Books sind auf der Reader Pocket Edition bereits vorinstalliert, darunter Markus Albers Ratgeber „Meconomy“ sowie drei Krimis (Martin Muchas „Papierkrieg“ sowie zwei Folgen aus der „Kühlfach“-Serie von Jutta Profijt). Um via USB-Kabel eigene E-Books auf den Reader übertragen zu können, muss auf dem Desktop-Computer Sonys “eBook Library” installiert werden. Die Software kann vom Reader aus direkt auf den PC oder Mac gebracht werden. Sobald die eBook Library eingerichtet ist, startet sie beim Anschluss der Pocket Edition am USB-Port automatisch. Um DRM-geschützte epubs auf dem Lesegerät öffnen zu können, muss man sowohl der Computer wie auch der Reader selbst mit einer gültigen Adobe-ID autorisieren.

Sonys PRS-350: für mobiles Lesen unbedingt empfehlenswert

Mit dem eingebauten Flash-Speicher von 2 Gigabyte passen etwa 1200 E-Books auf das Gerät – dann ist aber endgültig Schluss, denn der PRS-350 hat keinen Einschub für externe Speicherkarten. Auch auf das Abspielen von MP3-Dateien muss man verzichten. Wer solche Extras nicht missen möchte, sollte den großen Bruder PRS-650 wählen – der allerdings erst ab 229 Euro zu haben ist. Ansonsten bringt die Sony Reader Pocket Edition aber alles mit, was ein Reader braucht – er ist ebenso kompakt wie robust, liegt leicht in der Hand und lässt sich dank Touch-Screen intuitiv bedienen, ohne das man viele Knöpfe drücken muss. Durch den Verzicht auf eine W-Lan-Schnittstelle hält der Akku bei normalem Betrieb bis zu 2 Wochen. Für alle, die unterwegs so komfortabel wie möglich lesen wollen, ist Sonys PRS-350 unbedingt zu empfehlen – es ist mit Abstand das beste 5-Zoll-Gerät auf dem deutschen Markt.


Reader Pocket Edition / Reader Touch Edition im Vergleich


Modell

Reader
Pocket Edition (5 Zoll)

Reader
Touch Edition (6 Zoll)

Display

E-Ink Pearl Touchscreen
(16 Graustufen)
800x600 Pixel

E-Ink Pearl Touchscreen
(16 Graustufen)
800x600 Pixel

Gewicht

155g

220g

Schnittstellen

USB

USB

Speicher

2 GB (Intern),

32 GB (extern)

2 GB (Intern),

32 GB (extern)

E-Book-Formate

EPUB (DRM),
Adobe PDF, etc.

EPUB (DRM),
Adobe PDF, etc.

Zubehör

Micro-USB Kabel

Micro-USB Kabel

Preis

179
Euro (E-Book-News)

229
Euro (E-Book-News)

Audio-Features

keine

MP3-Player,
3,5 mm Kopfhörerbuchse

Touch-Screen bei Sony jetzt Standard: IFA-Premiere für neue E-Reader-Modelle

sony-reader-ifa-pocket-edition-touch-edition-prs-350-prs-650
Sony setzt neue Standards beim elektronischen Lesen – sowohl Reader Pocket Edition wie auch Reader Touch Edition gibt’s ab jetzt standardmäßig mit Touch-Screen und kontrastreichem Pearl-E-Ink. Die auf der IFA vorgestellten Modelle PRS 350 und PRS 650 punkten mit Bedienkomfort: umgeblättert wird ab jetzt per „Fingerwisch“. Verkaufsstart ist Oktober -- die fünf Zoll-Version wird 179 Euro kosten, die 6-Zoll-Version gelangt für 229 Euro in den Handel. [Update: Die neuen Sony-Reader sind jetzt via E-Book-News lieferbar]

Touch-Screen ist bei Sony jetzt Standard

Große Bildschirme überall. Sonys Messepräsenz auf der Internationalen Funkausstellung wurde deutlich von 3D-Screens und Multimedia-Konsolen beherrscht. Weiche Teppichböden und gedämpftes Licht sorgten für Lounge-Atmosphäre. Nur eine Ecke hatte man besonders hell ausgeleuchtet – dort waren die neuen E-Reader-Modelle ausgestellt. Zwei neue Features konnte man schon von weitem erkennen: der Kontrast ist deutlich verbessert worden, die Geschwindigkeit des Seitenwechsels („Page Refresh“) aber auch. Im Demo-Modus flimmerte auf den Displays ein Screensaver mit für E-Ink ungewohntem Tempo. Die nächste Überraschung erlebte man gleich beim ersten Anfassen. „Die Touch-Screen-Technologie erlaubt es mit dem Finger über das Display zu wischen und so das Gefühl zu haben, man würde eine Buchseite umschlagen“, beschreibt Silke Bernhardt von Sony Deutschland das neue Leseerlebnis. Dank Pearl-E-Ink geht das auch nicht mehr auf Kosten des Kontrastes wie bei früheren Versionen. Wie bisher hat die Reader-Pocket-Edition ein 5-Zoll-Display, die Reader-Touch-Edition kommt mit 6-Zoll-Display. Anders als die bisherigen Namen vermuten lassen, ist Touch-Screen jetzt allerdings bei beiden Modellen Standard. Bedient werden Sonys neue Reader entweder per Stylus oder eben direkt mit den Fingern.

Lesen pur: Sony verzichtet auf WLAN oder UMTS

Mit dem Stylus lassen sich nicht Textpassagen bequem markieren, sondern auch einzelne Worte im Dictionary nachschlagen. Ein interessantes Feature von PRS-350 wie auch PRS-650 sind nämlich sechs vorinstallierte Wörterbücher, die jeweils vom Englischen in die Sprachen Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch sowie Holländisch übersetzen und umgekehrt. Eins bieten Reader Touch Edition und Reader Pocket Edition allerdings nicht – den direkten Draht zum Content. Auf WLAN oder UMTS hat Sony auch bei der Neuauflage seiner „Klassiker“ bewusst verzichtet: „Wir fokussieren uns auf das Thema Digitales Lesen, unsere Konsumenten wollen vor allem unterwegs E-Books lesen, und nicht etwa sich den täglichen Zeitungscontent auf den Reader laden“, so Silke Bernhardt gegenüber E-Book-News. Auch beim Preis geht Sony keine Kompromisse ein – die Pocket-Editon geht für 179 Euro über den Ladentisch, für die Reader Touch Edition muss man 229 Euro ausgeben. „Wir sind generell nicht der Meinung, dass wir uns hier einem Preiskrieg ausliefern müssen, wir möchten unseren Kunden die bestmögliche Qualität bieten, und die hat ihren Preis“, so Silke Bernhardt. Einen veritablen Mehrwehrt der neuen Reader sollte man natürlich auch nicht verschweigen -- drei kommerzielle E-Book-Titel sind bereits vorinstalliert. Neben Krimis von Jutta Profijt („Kühlfach 4“) und Martin Mucha („Papierkrieg“) bekommt man Markus Albers‘ Sachbuch-Bestseller „Meconomy“ frei Haus auf’s E-Ink-Display.


Reader Pocket Edition / Reader Touch Edition Specs


Modell

Reader
Pocket Edition (5 Zoll)

Reader
Touch Edition (6 Zoll)

Display

E-Ink Pearl Touchscreen
(16 Graustufen)
800x600 Pixel

E-Ink Pearl Touchscreen
(16 Graustufen)
800x600 Pixel

Gewicht

155g

220g

Schnittstellen

USB

USB

Speicher

2 GB (Intern),

32 GB (extern)

2 GB (Intern),

32 GB (extern)

E-Book-Formate

EPUB (DRM),
Adobe PDF, etc.

EPUB (DRM),
Adobe PDF, etc.

Zubehör

Micro-USB Kabel

Micro-USB Kabel

Preis

179
Euro (E-Book-News)

229
Euro (E-Book-News)

Audio-Features

keine

MP3-Player,
3,5 mm Kopfhörerbuchse

Das Leseland der Zukunft: Eine Marktübersicht zu E-Readern in Deutschland

e-reader-marktuebersicht-test-kindle-e-reader

Oaxis, Hixreader, Viewsonic – auf den ersten Blick ist der E-Reader-Markt ein Sammelsurium exotischer Geräte. Das Beratungsunternehmen Kirchner & Robrecht zählte im ersten Halbjahr 2010 insgesamt rund 67 E-Reader und 32 Tablets – und das bei einer Preisspanne von 190 bis 650 Euro. Die meisten der Namen muss man nicht kennen, denn viele E-Reader sind in Deutschland gar nicht lieferbar. Lohnenswert ist dagegen ein Blick auf bewährte Klassiker von Sony, Bookeen oder Pocketbook. Nicht von schlechten Eltern sind aber auch Neueinsteiger wie Amazons neuestes Lesegerät Kindle 3 oder Apples iPad. Die Marktübersicht zu E-Readern in Deutschland ist ein Beitrag zum Special „Das Buch der Zukunft„, das vom Upload-Magazin anlässlich der Buch Digitale 2010 organisiert wird. » Weiterlesen beim Upload-Magazin

Elektronisches Lesen leicht gemacht: Sonys Einsteigermodell „Reader Pocket Edition“ im Test

sony-reader-pocket-edition testbericht ebook news.gifMit der Reader Pocket Edition alias PRS-300 rückt Sony nicht nur in die Kompaktklasse der 5-Zoll-Reader vor, sondern hat nun auch einen E-Reader unter 200 Euro im Angebot. Das robuste Lesegerät ist auf das Wesentliche reduziert -- es bietet Platz für etwa 350 E-Books. Verblüffend ist die Geschwindigkeit: die Pocket Edition startet schneller als ein Smartphone. E-Book-News hat Sonys Taschen-Reader getestet.

„Pocket Edition“ ist keine Übertreibung -- der Reader passt in die Hosentasche

Erst vor knapp einem Jahr kam hierzulande das E-Reader-Business so richtig in Fahrt -- mit Sonys PRS-505 wurde zum ersten Mal ein Reader auf breiter Front vermarktet. Große E-Book-Portale wie Libri.de oder Buch.de nahmen das Lesegerät in ihr Online-Angebot auf. Offenbar mit Erfolg: inzwischen ist der PRS-505 ausverkauft. An seine Stelle sind zwei neue Gadgets getreteten: zunächst die Reader Touch Edition (PRS-600), deren 6-Zoll-Display à la iPhone mit den Fingern bedient werden kann. Während die Touch Edition für 299 Euro angeboten wird, gibt es mit der neuen „Pocket Edition“ (PRS-300) nun auch einen Low-Cost-Reader aus der 5-Zoll-Klasse. „Pocket Edition“ ist in diesem Fall tatsächlich keine Übertreibung: Das kompakte Gerät passt mit seinen Maßen (10,7 x 15,7 cm) tatsächlich in die Hosentasche, auch wenn es mit seinen 220 Gramm Gewicht wohl doch eher in die Jacken- oder Umhängtasche gehört. Zu haben ist Sonys neuester Reader in drei Ausführungen: silber, schwarz sowie pink.

Sonys neuer Reader ist technisch auf das Wesentliche reduziert

Der Lieferumfang ist überschaubar -- neben einer Kurzanleitung enthält die OVP neben dem Reader selbst ein USB-Kabel und eine gepolsterte Schutzhülle. Auf das Wesentliche reduziert ist auch das Gerät selbst: es gibt nur eine einzige Schnittstelle -- den USB-Port an der Unterkante. Da die Pocket Edition auch keinen Einschub für eine externe Speicherkarte besitzt, muss man mit 512 MB internem Speicher auskommen. Das soll aber nach Angaben von Sony für etwa 350 E-Books im epub-Format ausreichen. Das Display liegt mit 8 Graustufen im Mittelfeld des Möglichen. Der eingebaute Akku reicht laut Sony für etwa 6800 Seitenwechsel. Aufgeladen wird das Gerät entweder über den USB-Port oder über eine rechts davon angeordnete Buchse für ein externes Ladegerät. Um das Gerät in den Lieferzustand zurückzuversetzen gibt es zudem einen kleinen Reset-Knopf.

Wie beim PRS-505 gibt es zehn Funktionstasten

Wer bereits E-Books auf dem PRS-505 gelesen hat, wird sich mit der Bedienung des Taschen-Readers sofort zurecht finden. Denn auch die Pocket-Edition hat neben dem Display Funktionstasten, die den direkten Zugriff auf bis zu zehn Menupunkte ermöglichen. Das bei E-Ink-Displays langsame Herunterscrollen etwa im Inhaltsverzeichnis oder der E-Book-Bibliothek lässt sich damit elegant umgehen. Ist man bereits innerhalb eines E-Books, kann mit den Funktionstasten eine bestimmte Seite direkt angesteuert werden. Trotzdem gibt’s auch beim Pocket-Reader einen „klassischen“ Bedienring mit Richtungstasten und Auswahlknopf -- man findet ihn mittig unterhalb des Displays. Beim normalen Lesebetrieb kommt man aber in der Regel völlig ohne ihn aus. Denn mit vier Spezial-Tasten können weitere wichtige Funktionen direkt aufgerufen werden: das Hauptmenü bzw. die zuletzt gewählte Menüebene, das Anlegen eines Lesezeichens und die Auswahl der Schriftgröße.

Die Pocket Edition startet schnell: zwei Sekunden bis zum Desktop

Den besten Eindruck von der Leistungsfähigkeit der Pocket Edition bekommt man gleich beim Einschalten -- das Gerät braucht nur ein bis zwei Sekunden zum Hochfahren. Hat man vor dem Ausschalten ein bestimmtes E-Book gelesen, kommt man direkt auf die zuletzt aufgeschlagene Seite. Schon der erste Blick auf das Display zeigt: die Auflösung ist hervorragend, der Kontrast deutlich besser als bei der Reader Touch Edition. Automatischer Zeilenumbruch bei epub- und PDF-Dokumenten macht das Lesen äußerst komfortabel. Vor dem ersten Start muss natürlich der Akku vollständig aufgeladen sein. Eine kleine LED an der Oberkante, direkt neben dem Einschaltknopf, leuchtet im Ladezustand rot, ist der Akku geladen, erlischt sie. Das Lesen kann nun beginnen -- zumindest, was die vorinstallierten E-Books betrifft. Um eigene E-Books auf den Reader übertragen zu können, muss auf dem Desktop-Computer Sonys „eBook Library“ installiert werden. Die Software kann vom Reader direkt auf den PC oder Mac übertragen werden. Sobald die eBook Library eingerichtet ist, startet sie beim Anschluss der Pocket Edition am USB-Port automatisch.

Aufgepasst: die eLibrary ist nicht mit Adobe Digital Editions identisch!

E-Books ohne Kopierschutz lassen sich via eBook Library direkt auf den E-Reader übertragen. Um DRM-geschützte epubs oder PDFs auf dem Lesegerät öffnen zu können, müssen sowohl der Computer wie auch der Reader selbst mit einer gültigen Adobe-ID autorisiert werden. Sonys eLibrary ist natürlich nicht zu verwechseln mit der Desktop-Software „Adobe Digital Edition“ (ADE). Bei Lesegeräten von Bokeen, Pocketbook oder Onyx übernimmt ADE das Digital Rights Management und den Datei-Transfer zwischen Reader und Rechner. Wer parallel zur Pocket Edition über den USB-Port auch E-Reader dieser Hersteller nutzt, kommt um doppelten Aufwand nicht herum -- zumindest zum Übertragen kopiergeschützter E-Books braucht man dann eLibrary und ADE. Nutzt man ausschließlich Sony-Geräte, ist natürlich alles ein bisschen einfacher.

In punkto Nutzerfreundlichkeit ist die Pocket Edition zur Zeit wohl konkurrenzlos

Mit der Pocket-Edition bekommt man einen leistungsfähigen Reader in die Hand, der in vielen Aspekten auf das wirklich notwendige reduziert ist. Kein anderes Gerät auf dem Markt dürfte eine ähnlich hohe Nutzerfreundlichkeit bieten -- schon gar nicht zu einem vergleichbar niedrigen Preis. Manchmal ist Sony bei der Reduktion allerdings etwas über das Ziel hinausgeschossen. So sind drei Zoomstufen dann doch etwas wenig. Mit fünf Schriftgrößen wäre das Lesen deutlich besser auf die eigenene Bedürfnisse abzustimmen. Schade ist auch, das mit der aktuellen Firmware zwar txt, doc und rtf-Dokumente angezeigt werden können, jedoch keine html-Dateien. Insgesamt ist aber das Konzept des Taschen-Readers durchaus gelungen -- als Einsteigermodell ohne technischen Schnickschnack dürfte die Pocket-Edition auch nach dem Start des iPad konkurrenzfähig bleiben. In den USA hat Sony übrigens im Vorfeld der Tablet-Premiere den Preis des Readers um 15 Prozent gesenkt. Das wäre wohl auch für Deutschland eine gute Idee.

Sony Reader Pocket Edition (PRS-300) -- Specs:

  • Display: E Ink mit 8 Graustufen, 5 Zoll Durchmesser
  • Interner Speicher: 512MB, ausreichend für ca. 350 E-Books
  • Stromversorgung: Lithium-Ionen Akku
  • Batterie Lebensdauer: Ca. 6800 Seitenwechsel
  • Ladezeit: 4 Stunden über die USB-Verbindung / 2 Stunden über optionales Ladegerät
  • Unterstützte Dateiformate:
    EPUB, BBeB Book, PDF, TXT, RTF, Microsoft Word;
    DRM-geschützt: EPUB (ADEPT), BBeB Book (Marlin)
  • Systemvoraussetzungen: Windows Vista oder Windows XP Home oder Professional mit Service Pack 3; Mac OS X v10.4.11 oder spätere Version, USB Schnittstelle: USB 2.0

Reaktion auf iPad-Start: Sony senkt kurzfristig Preis für Pocket Reader

Reader Touch Edition Sony Preissenkung iPad Start USA.gifSony senkt in den USA den Preis des Pocket Readers von bisher 199 auf 169 Dollar – allerdings nur bis zum 3. April. Das ist kein Zufall: denn einen Tag später wird das iPad ausgeliefert. In Deutschland kostet Sonys Einsteigermodell mit 5 Zoll-Display bisher 199 Euro. Da das iPad hierzulande erst Ende April in den Handel gelangt, könnte eine ähnliche Rabatt-Aktion für den E-Reader noch bis Mitte des Monats starten.

„Sonys Mission ist die Verbreitung des digitalen Lesens“


Apple bietet keinen E-Reader im klassischen Sinne an. Das wird sich auch mit dem Start des iPads nicht ändern. Trotzdem hat das Unternehmen beim E-Book-Business zur Zeit offenbar das Heft des Handelns in der Hand – die Gegenspieler können nur reagieren. Sonys 15 Prozent-Rabatt auf das Einsteigermodell „Reader Pocket Edition“ spricht eine deutliche Sprache. Kurz vor dem „iPad-Moment“ will man noch so viele E-Reader wie möglich absetzen. Aus dem Mund von Sonys Digital-Reading-Chef Steve Haber hört sich das nicht ganz so panisch an: “Sonys Mission ist es, das digitale Lesen für ein größeren Publikum möglich zu machen. Die Verbraucher sollen den besten Zugang, die beste Auswahl und den größten Mehrwert erhalten. Unser Sonderangebot steht damit in engem Zusammenhang.“ Das Problem ist aber: einen ähnlichen Hype wie um Apples Gadgets gibt es bei Sonys Geräten nicht. Kein Wunder: sie sind einzig und allein zum Lesen da, und das noch in Schwarz-Weiß. Kein Internet, kein Multimedia, keine Videos. Umso wichtiger dürfte in Zukunft der Preis werden. Liegt er zu nah an den Tablet-PCs, wird es für die E-Reader sehr eng.

Wenn E-Reader mit Multifunktionsgeräten konkurrieren, sind niedrige Preise das beste Verkaufsargument sein


Kommt also für einfache Lesegeräte die 100-Dollar-Grenze in Sicht? Dem Forrester-Analysten James McQuivey zufolge könnte es spätestens 2011 so weit sein: “Wenn simple E-Reader mit Multifunktionsgeräten konkurrieren, muss eine klare Botschaft an den Konsumen her: warum sollte man dieses Produkt haben wollen? Ein Preis von 99 Dollar wäre da ein sehr deutliches Signal.“ Es gibt allerdings noch eine andere Lösung – wie man am Beispiel von Amazon oder txtr sieht. Beide Unternehmen bringen ihren Lesekosmos nicht nur über die Hardware, sondern auch als App unter die Leute. Ob Kindle für PC, Kindle für Mac & iPhone oder Kindle für Blackberry – gerade für europäische Länder könnte das sogar die bessere Strategie sein. In Deutschland etwa wurden bisher nur wenige echte E-Reader verkauft – gelesen wird hauptsächlich auf dem Desktop oder auf dem Smartphone. Bald vielleicht zusätzlich noch auf dem iPad. Doch auch in Europa gilt letztlich: der Preis ist heiß. Ein Sony-Reader deutlich unter 200 Euro könnte hierzulande das sein, was bisher gerne dem Apple-Tablet als Ruf vorauseilt – ein „Gamechanger“.

Sechs gegen den Kindle: c’t testet E-Book-Lesegeräte mit E-Ink-Display

c't magazin testet e-reader kindle sony cybook.gifDas Computermagazin c’t hat für seine aktuelle Ausgabe sieben E-Reader getestet – darunter Amazons Kindle, Sonys PRS 505 sowie das Cybook Opus. Mit dabei sind ausschließlich Geräte mit E-Ink-Display. Ergebnis: die E-Reader schlagen „mit langen Laufzeiten und augenfreundlichen Displays Smartphones, Notebooks und PCs“. Problematisch fanden die Tester allerdings, das es in Deutschland noch nicht genügend elektronischen Lesestoff gibt.

„Das universelle Buch“: E-Reader sind keine Exoten mehr

Lange Zeit fielen E-Reader in Fachzeitschriften in die Kategorie der exotischen Produkte. Kein Wunder: erst seit letztem Jahr gibt es auf dem deutschen Markt eine nennenswerte Palette lieferbarer Modelle. Das Computermagazin c’t widmet nun den elektronischen Lesegeräten ein Themen-Special. Unter dem Titel „Das universelle Buch“ gibt es eine solide Einführung: vorgestellt werden E-Book-Formate & E-Book-Shops im Internet, Möglichkeiten elektronischer Lektüre auf Smartphones sowie ein Howto zum Erstellen von epubs. Im Mittelpunkt steht jedoch ein ausführlicher Gerätetest.

Kindle 2: technisch hervorragend, aber zu wenig deutscher Content

kindle ereader c't magazin test.jpgDen Anfang macht Amazons Kindle2: mit der Technik & Benutzerfreundlichkeit sind die Tester sehr zufrieden, bemängeln jedoch den fehlenden deutschen Content: „In Deutsch gibt es nur einige Klassiker sowie drei Periodika: Die FAZ, das Handelsblatt und die Wirtschaftswoche“. Lesen lassen sich allerdings keine E-Books im epub-Format. Selbst die Konvertierung von PDF, HTML oder Bildern für das Kindle geht nur per E-Mail an den Konvertierungsdienst von Amazon – pro Dokument muss man einen Dollar zahlen.

Cybook Opus: rasanter Seitenaufbau, aber nicht trudelsicher

cybook opus ereader bookeen c't magazin test.jpgMindestens genauso gut schneidet Bookeens 5-Zoll-Reader Opus ab: „Beim Blättern macht das Cybook eine gute Figur: Der Seitenaufbau liegt bei knapp über einer Sekunde, die erkannten Formate werden sauber dargestellt und die Texte lassen sich sehr gut anpassen.“ Problematisch schien allerdings der Lagesensor, der den Bildschirminhalt automatisch ausrichtet: „Häufiges Schwenken brachte den Reader ins schwitzen und führte zweimal zum Absturz.“

Hanvon N518: gut im Handlesen, schlecht in Deutsch

hanvon e-reader N 518.jpgEinen echten Exoten stellt c’t mit dem Hanvon N518 vor. Das wie der Opus mit 5-Zoll-Display ausgestatte Gerät wird in Deutschland von Hexaglot vertrieben und kann mit Stifteingabe und Handschriftenerkennung aufwarten. Letztere hat jedoch auch ihre Tücken: sie erwies sich zwar als reaktionsschnell und treffsicher auch für Deutsch – „doch das Umstellen auf Englisch stellte sich als Einbahnstraße heraus: Danach gelang es nicht mehr, die deutsche Erkennung zu reaktivieren“.
Moniert wurde übrigens auch die schlampige Übersetzung der deutschen Menüführung.

Irex Digital Reader 1000S:

Irex Digital Reader 1000S ereader test c't magazin.jpgMit dem Irex Digital Reader 1000S nahm c’t einen der ältesten und zugleich größten Reader auf dem deutschen Markt mit in den Test auf. Das 10,2 Zoll große Lesegerät brillierte naturgemäß besonders bei der Anzeige großformatiger PDFs. Außerdem lassen sich mehrere Dokumente gleichzeitig öffnen – ein Feature, das bisher kein anderer E-Reader bietet. Größter Nachteil: Das Gerät ist mit 700 Euro aber auch dreimal so teuer wie ein durchschnittlicher 5- oder 6-Zoller.

Iriver Story: ein Spezialist für PDFs und E-Comics

iriver story e-reader c't magazin test.jpgMit dem Iriver Story testet c’t einen optischen Kindle-Klon: das Lesegerät bringt ähnlich wie Amazons Reader sogar eine Tastatur mit. Die Tester waren beeindruckt von den besonderen Display-Fähigkeiten: so kann der iRiver etwa „PDFs unter Aufgabe des Ursprungslayouts neu umbrechen und dann Text un Bilder an die Bildschirmbreite anpassen“. Auch .doc, .xls- und .ppt-Dokumente kann das Gerät besser darstellen als die anderen Testobjekte. Interessantes Detail: der Story eignet sich offenbar auch gut als Comic-Viewer – Bilder in zip-Containern lassen sich in alphabetischer Reihenfolge abspielen – viele E-Comics werden in dieser Form abgespeichert.

Sony PRS-505 / Sony Reader Touch Edition

sony prs505 ereader test c't magazin.jpgGut und günstig: so könnte man das Testergebnis für Sonys Klassiker PRS-505 zusammenfassen – denn der 6-Zoller ist schon für unter 200 Euro zu haben. Nicht so gut schnitt allerdings sein Nachfolger ab. sony ereader touch edition c't magazin test.jpgDas Touchscreen der Touch Edition ist zwar bisher einzigartig auf dem E-Reader-Markt, die Darstellung von Bildern und Texten leidet darunter aber stark: „Der Kontraast ist deutlich schwächer als bei Geräten ohne Touch, das Display spiegelt und ist blickwinkelabhängig.“