Caramba, noch ne Flatrate: 24symbols bietet mehr als 100.000 deutsche Titel

24-symbols-app-startet-in-deutschland„Nirgendwo sonst können Sie so viele Bücher für so wenig Geld genießen“, wirbt jetzt Mobilcom Debitel (MD) für die neueste deutsche E-Book-Flatrate, unterstützt vom spanischen Flatrate-Pionier 24symbols – das Unternehmen ist schon seit 2011 im Geschäft mit abonnierbarem Lesestoff. Der Preis ist tatsächlich heiß: Kunden des Mobilfunkanbieters MD können ihren Vertrag für nur 5,99 Euro pro Monat upgraden, und erhalten dafür über die 24symbols-App Zugang zu mehr als 100.000 deutschsprachigen Titeln, lesen lassen sich die elektronischen Bücher sowohl online wie offline.

Renommierte Verlage mit im Boot

Mit dabei sind hierzulande u.a. E-Books renommierter Verlage wie Bastei Lübbe, Gabal, Ueberreuter, Reclam oder Wagenbach. Das englisschprachige Angebot wird interessanterweise auch vom britischen Crowdpublishing-Verlag Unbound gestellt. Zielgruppe des neuen Angebots sind natürlich zunächst mal die knapp 9 Millionen deutschen MD-Telefonierer. Doch auch wer anderswo unter Vertrag ist, kann sich die 24symbols-App im App Store bzw. bei Google Play herunterladen. 5.000 Titel lassen sich ohnehin kostenlos lesen (mit Werbeinblendungen), das volle (werbefreie) Programm kostet für Nicht-Kunden von MD 8,99 Euro pro Monat.

Kampfpreis setzt Konkurrenz unter Druck

Auch das kann eindeutig als Kampfpreis gewertet werden. Das Abo ist damit nämlich genau einen Euro günstiger zu haben als bei der direkten E-Book-Konkurrenz von Kindle Unlimited oder Skoobe. Registrieren kann man sich für die neue Flatrate von 24symbols unter www.24symbols.com/subscriptions – die ersten 30 Tage liest man für lau. Die Qual der Wahl für Leser wird mit der neuen Buchstaben-Wundertüte noch ein bisschen größer, zählt man noch die werbefinanzierte App Readfy dazu, gibt’s jetzt schon vier große deutschsprachige Flatrate-Angebote, jedes mit anderen Lücken im Bestand.

[Aktuelles Stichwort] E-Book-Flatrates: all you can read für eine Handvoll Euros


[Dieser Artikel ist eine Preview aus: „das große e-book & e-reader abc“, das mehr als 200 aktuelle Stichwörter von Adobe-ID bis Zweifinger-Zoom enthält. Es ist digital und gedruckt im Oktober 2014 bei ebooknews press erschienen – Tipp: zum Einführungspreis bestellen und vier Euro sparen!]

E-Book-Flatrates erlauben gegen eine feste monatliche Abonnement-Gebühr die temporäre Nutzung digitalen Contents, meist im Rahmen von speziellen >>Apps für Mobilgeräte bzw. Browser-Apps für den Desktop. Einen ersten Boom haben solche Angebote im Musik-Business erlebt, als 2008 der schwedische Streaming-Dienstleister „Spotify“ an den Start ging, eine parallele Erfolgsgeschichte begann zur selben Zeit im Bereich von Filmen und TV-Serien mit den Aktivitäten des US-Anbieters „Netflix“. Bei E-Book-Flatrates kann die Lektüre in der Regel sowohl online wie offline stattfinden.

Obwohl E-Books wenig Bandbreite benötigen und problemlos komplett heruntergeladen werden können, sind umfassende Angebote im Bereich von elektronischer Literatur erst deutlich später auf den Markt gekommen als in anderen Branchen. Hauptgrund ist die zögerliche Haltung vieler großer Verlage, während kleinere Anbieter vor allem im englischen Sprachraum schon seit längerem mit Flatrates experimentieren (z.B. Baen Books, Safari Books/O’Reilly).

Als Vorreiter auf dem deutschen Publikumsmarkt gilt die Skoobe-App, ein in München ansässiges Joint-Venture von Holtzbrinck und Bertelsmann, das bereits 2011 gelauncht wurde, im Bereich Sach- und Fachbuch das Leipziger Startup >>PaperC. Zu den “First Movers“ auf internationaler Bühne zählt der spanische Anbieter 24symbols.

Mittlerweile sind national (Readfy) wie auch international (Oyster, scribd, etc) zahlreiche Startups im Bereich von umfassenden E-Book-Flatrates aktiv. Mit dem Start von >>„Kindle Unlimited“ ist im Sommer 2014 auch Amazon.com in den literarischen Flatrate-Sektor eingestiegen und bietet damit derzeit den einzigen Flatrate-Service an, der nicht nur auf Tablet oder Smartphone, sondern auch via E-Ink-Reader genutzt werden kann. In Deutschland bietet Amazon im Rahmen eines gebührenpflichtigen Premiumprogramms (>>„Amazon Prime“) mit der >>„Kindle Leihbibliothek“ bisher nur eine sehr limitierte Flatrate für elektronische Bücher an.

Die Rechteinhaber erhalten im Rahmen von Flatrate-Apps eine Vergütung für die Lektüre in der Regel bereits dann, wenn eine Datei geöffnet bzw. eine geringe Textmenge gelesen wurde. Im Fall von Amazon haben Ausleihen über die Flatrate direkten Einfluss auf das Bestseller-Ranking, da sie als normale Verkäufe gezählt werden. Zu den Content-Lieferanten vieler E-Book-Flatrates gehören neben Verlagen auch Self-Publishing-Plattformen, in den USA z.B. Smashwords und Amazons KDP, in Deutschland z.B. epubli und BoD.

Ähnlich wie im Bereich Musik und Video gelten Flatrates auf dem E-Book-Markt als besonders wirksames Mittel zur Bekämpfung illegaler >>Download-Portale. Da in den meisten Fällen Inhalte ohnehin nur innerhalb einer App genutzt werden können, machen solche Flatrate-Angebote auch besondere Kopierschutz- und >>DRM-Maßnahmen überflüssig.


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Begrenzt unlimited: epubli & BOD setzen auf E-Book-Verleih via Skoobe

Kindle Unlimited“ gibt’s bisher nur in den USA – trotzdem sorgt Amazons neue E-Book-Flatrate bereits für konkrete Reaktionen in Deutschland: zeitgleich haben die Self-Publishing-Dienstleister epubli (gehört zu Holtzbrinck Digital) und Books on Demand angekündigt, E-Books über die normale Distribution hinaus auch via Skoobe anzubieten.

Über die deutsche Flatrate-App sind bisher knapp 50.000 Verlags-Titel verfügbar. Nun dürfte das Angebot der von Holtzbrinck & Bertelsmann angeschobenen Unternehmung deutlich wachsen, alleine bei BoD wurden immerhin schon 24.000 E-Books veröffentlicht, bei epubli sind es bisher lediglich 12.000 Titel. Skoobe wird allerdings nicht nur mit Self-Publishing-Titeln geflutet, gerade BoD wird auch von vielen kleineren Verlagen genutzt. Bei epubli veröffentlichte E-Books lassen sich zudem auf der Fachbuchplattform PaperC mieten.

Ob sich durch die Skoobe-Option die Nutzung von epubli oder BoD nun stärker lohnt als bisher, bleibt allerdings zweifelhaft – denn das Kerngeschäft beider Dienstleister ist und bleibt Print-On-Demand. Das zeigt auch die merkwürdige Preisstruktur: Im Unterschied etwa zu Amazons KDP oder auf E-Books spezialierten deutschen Plattformen wie Xinxii, Neobooks oder BookRix muss man für die E-Book-Veröffentlichtung immer noch Geld bezahlen. Bei epubli sind 15 Euro zu berappen, bei BoD 19 Euro (es sei denn, man nutzt das neue „E-Short“-Programm für Kurztexte bis 80.000 Zeichen).

Viele Self-Publisher dürften deswegen auch weiterhin vor allem auf Amazons Kindle Direkt Publishing setzen, und auf den Start von „Kindle Unlimited“ in Deutschland warten, den Branchenbeobachter schon für den Herbst 2014 erwarten. Die US-Version der E-Book-Flatrate umfasst bereits 500.000 Titel, die meisten davon sind E-Books von Indie-Autoren.

Abb.: Skoobe.de

Vorbild für die Buchbranche: Spotify killt die Musikpiraterie

Verleihnix liegt auf dem Friedhof, gleich daneben Käptn Kidd – denn neue Zahlen aus den Niederlanden belegen, wie clevere Content-Lösungen à la Spotify das Problem der Piraterie elegant aus der Welt schaffen. Die jetzt veröffentlichten Zahlen des Musikstreaming-Dienstes („Adventures in the Netherlands. Spotify, Piracy and the new Dutch experience“) zeigen einen direkten Zusammenhang zwischen dem Launch von Spotify und dem Rückgang illegaler MP3–Downloads: kurz bevor der Service 2010 in unserem Nachbarland an den Start ging, lag die musikalische Piraterie-Quote bei den über 15jährigen noch bei 32 Prozent, 2012 dagegen betrug sie nur noch 22 Prozent. Im Bereich Film/TV-Serien – wo entsprechende Angebote fehlen – stieg die Quote dagegen von 10 auf 18 Prozent. Bisher gab es vergleichbare Zahlen nur für Schweden – dem Ursprungsland von Spotify, das übrigens 2008 explizit an den Start ging, um eine Alternative für illegale Downloads zu bieten.

Neue Alben sind begehrt – auch bei Piraten

Besonders interessant in punkto Spotify sind die aktuellen Daten für einzelne Künstler mit hoher Popularitätsrate – waren ihre neuen Alben direkt nach der Veröffentlichung über den Dienst verfügbar (wie etwa im Fall von One Direction/Take me Home), stiegen die legalen Zugriffszahlen via Streaming genauso steil an wie die Verkaufszahlen, während sich die Downloads via BitTorrent in Grenzen hielten. War ein Album dagegen in den ersten Wochen nicht via Spotify verfügbar (wie im Fall von Rhianna/Unapologetic), war die Verkaufskurve nach Veröffentlichung weitaus weniger steil, flachte schnell ab und verlief dann fast deckungsgleich mit den BitTorrent-Downloads. Mit anderen Worten: mangels einfacher Verfügbarkeit via Streaming wichen die Fans auf illegale Downloads aus.

Für die Labels lohnt sich Spotify doppelt

Da Spotify auf einem Freemium-Modell basiert, ist der Service für die meisten Hörer kostenlos – von den derzeit knapp 20 Millionen Nutzern zahlen nur 5 Millionen eine regelmäßige Gebühr, um etwa ohne Zeitlimit und mit besserer Klangqualität auf das Musikangebot zuzugreifen. Gerade für die großen Labels lohnt sich Spotify doppelt: zum einen erhalten sie Tantiemen für die gespielten Titel – in Ländern wie Schweden ist der Streaming-Service sogar schon zur wichtigsten Einnahmequelle avanciert. Zum anderen verkaufen sich (siehe oben) Alben, die bei Spotify die Playlists beherrschen, eben auch gut als CD oder MP3-Download.

Wo bleibt das Spotify für Bücher?

Der Erfolg von Spotify sollte eigentlich auch der deutschen Buchbranche die Augen öffnen: statt über absurde DRM-Konzepte nachzudenken (Stichwort SiDIM) ist es Zeit für legale Flatrate-, Abo- und Verleih-Alternativen. Entscheidend für den Erfolg solcher Modelle sind zwei Faktoren – einmal muss es genügend Fans geben, die auch bereit sind, Geld für gute Inhalte auszugeben. Das ist in Deutschland eindeutig der Fall. Außerdem muss das Angebot stimmen. Gerade hier haben jedoch entsprechende Verleihmodelle im E-Book-Bereich großen Nachholbedarf. Die führende Plattform Skoobe (immerhin ein von Verlagen gegründets Startup) bietet zwar schon mehr als 25.000 Titel an, doch es fehlen immer noch zu viele Verlage und zu viele Bestseller. Da hilft nur eins: Pump up the volume!

(via paidcontent.org)

Abb.: Flickr/Philippe Put (cc)

Skoobe-Studie: „E-Books sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“

Falls es jemand noch nicht wusste: die Lektüre von E-Books verbreitet sich auch in Deutschland rasant, sie führt nach und nach sogar zu einem „Paradigmenwechsel der Kulturtechnik Lesen“. Das bestätigt jetzt der „Trendreport E-Reading 2012“, für den u.a. knapp 450 Nutzer der E-Lese-App Skoobe befragt wurden. Besonders interessant bei dieser Klientel war der Altersschwerpunkt – der liegt nämlich zwischen 40 und 49 Jahren, und somit im Segment der „klassischen Vielleser“ (von denen wiederum 60 Prozent „Vielleserinnen“ sind). Dem stationären Buchhandel werden die Ergebnisse kaum schmecken, betreffen sie doch den strategischen Kern der eigenen Kundenbasis: Insgesamt konnte sich ein Drittel der Studienteilnehmer vorstellen, in Zukunft ganz auf gedruckte Bücher zu verzichten, im Durchschnitt wird bereits fast drei Viertel der privaten Lesezeit mit digitaler Lektüre verbraucht.

Was viele überraschen wird: Für die Mehrheit stellt Lesen am Bildschirm erklärtermaßen keine Barriere mehr dar. Frühere Studien hatten dagegen weitaus mehr Berührungsängste gegenüber den neuen Lesemedien vermeldet. In Verbindung mit den demografischen Daten (höheres Alter, überwiegend berufstätig, höherer Bildungsabschluss) scheint sich also tatsächlich ein neuer Trend anzudeuten: „Wir werten das als wichtiges Indiz dafür, dass die Ausbreitung von E-Books nicht etwa zuerst technologiegetrieben durch die Fans technischer Gimmicks erfolgt, sondern von den klassischen Buchlesern aufgrund von den wahrgenommenen Vorteilen in Nutzung und Anwendung getrieben wird“, erklärt Studienautor Thomas Perry. Kein Wunder, dass die Studie angesichts solcher Fortschritte elektronischen Büchern ein großes Marktpotenzial voraussagt.

Eine wichtige Rolle bei der Gewöhnung an das elektronische Lesen scheint die Übermacht des Digitalen auf allen Kommunikationskanälen zu spielen – von E-Mails und sozialen Netzwerken über Online-Nachschlagewerke bis hin zu News findet bereits ein Großteil des Informations-Alltags online statt, auch in der Altersgruppe Ü 40. Und höchstwahrscheinlich mobil, denn die E-Book-Flatrate der von Holtzbrinck und Random House Verleih-App Skoobe gibt’s schließlich nur auf Smartphones & Tablets der Apple- und Android-Welt. Insofern dürfte die Auftraggeber der Studie eine weitere Erkenntnis freuen: die Leser wünschen sich nicht nur niedrigere E-Book-Preise, sondern geben an, bei der Ausweitung von Flatrate-Angeboten würden sie auch deutlich mehr lesen. Die Experimentierfreude wächst obendrein: Vier von fünf Befragten gaben an, häufiger spontan in unbekannte Bücher bzw. Leseproben hineinzuschauen als vor ihrem Einstieg in das E-Book-Zeitalter.

„Das Feedback unserer Nutzer gemeinsam mit den Studienergebnissen hat
unsere Entscheidung gestärkt, unsere Bücher-App weiterhin als Lese-Flat anzubieten“ bestätigt Christian Damke, Geschäftsführer von Skoobe. Das dürfte die Skoobe-Nutzer sicherlich freuen, denn lange Zeit war unklar, ob es sich bei der Verleihplattform nur um ein temporäres Experiment handeln würde. Das Eröffnungsangebot – die Ausleihe von fünf E-Books pro Monat für 9,99 Euro – war ursprünglich bis März 2013 befristet. Nun soll es aber offenbar auch längerfristig zur Verfügung stehen, ergänzt durch eine Premium-Version, die für 19,90 Euro bis zu 15 virtuelle Regalplätze enthält. Gewachsen ist auch die Zahl der verfügbaren E-Books – bis Ende des Jahres sollen die elektronische Leihbücherei bereits mehr als 20.000 Titel enthalten.

Abb.: Skoobe

Leipzig liest digital: E-Books & E-Publishing als Buchmesse-Trend

Leser sind auch Nutzer – das zeigt die Leipziger Buchmesse 2012 ganz besonders. Per Online-Voting nominierte die Internet-Crowd Wolfgang Herrndorf mit seinem Roman „Sand“ (siehe unsere E-Book-Review) für den Buchmesse-Preis im Bereich Belletristik. Hör- und Leseproben der 15 zur Auswahl stehenden Autoren waren zuvor erstmals mit einer eigenen App zugänglich gemacht worden, die das Leipziger Startup Snippy zur Verfügung gestellt hatte. Ob man die elektronische Vox Populi allerdings auch ernst nimmt, ist eine andere Frage – das letzte Wort hat traditionell die siebenköpfige Kritikerjury. [Update 15.03. 17 Uhr: Wolfgang Herrndorf ist Preisträger im Bereich Belletristik]

Buchbranche spürt den „Wind of Change“

Doch der digitale Wind of Change war in Leipzig wohl noch nie so spürbar wie in diesem Jahr. Hieß es bisher „Leipzig liest“, so lautet es parallel dazu nun auch ganz offiziell „Leipzig liest digital“. Unter diesem Motto sind alle Events zur E-Literatur zusammengefasst. Das Spektrum ist dabei breitgefächert: Geht es für die Leser um Trends wie E-Books und Social Reading, so müssen sich Autoren mit Themen wie Selbstvermarktung und Self-Publishing auseinandersetzen, und die Verlage bereits mit immer neuen Absatzmodellen. Denn E-Books wurde im Vorfeld der Buchmesse mit 77 Prozent von der GfK gerade ein rasantes Umsatzwachstum bescheinigt, und bereits knapp 3,2 Millionen Deutsche besitzen ein elektronisches Lesegerät oder ein für die E-Book-Lektüre geeignetes Tablet. Geradezu wie ein Fanal wirkte in diesem März zudem der Start von Flatrate-Anbietern nicht nur im Musikbereich (Spotify), sondern auch auf dem Buchmarkt (Skoobe).

Willkommen im Digitalen Wohnzimmer

Die große Trendwende fand allerdings bereits 2011 statt – die Messe bekam eine eigene Facebook-Seite (mit inzwischen 14.000 Fans), berichtete über Veranstaltungen per Web-TV und brachte das Veranstaltungsprogramm auf Smartphones und Tablets. In Messehalle 5 hat sich der Ausstellungsbereich „Digitale Medien“ etabliert. Dort kann man in diesem Jahr neben bereits eingespielten E-Publishing-Spezialisten wie Bookwire, epubli, MVB/Libreka oder Mediacontrol/Ceebo auch ganz neue Player treffen, etwa Skoobe, das vor wenigen Wochen gestartete Flatrate-Angebot für E-Books, hinter dem Bertelsmann und Holtzbrinck stehen. Zugleich bietet die Messehalle 5 aber auch dem „Digitalen Wohnzimmer“ Obdach, wo sich Online-Literaturportale wie literaturcafe.de, literaturtest.de oder leserwelt.de präsentieren. Unter dem Motto „Weltbibliothek Digital“ stellt die Buchmesse in Kooperation mit der Uni-Bibliothek Leipzig prominente Public-Domain-Versionen von Klassikern der Weltliteratur vor. Digitalisiert wurden die Werke nicht nur von Bibliothekaren, sondern auch von Aktivisten des Project Gutenberg oder dem Such- wie Scanmaschinen-Riesen Google. Wer sich für digitale Comics interessiert, wird dagegen in Halle 2 fündig – hier zeigt etwa der Carlsen-Verlag neben klassischen E-Books auch Comic-Apps für Mobilgeräte. Einen Überblick über Aussteller und Veranstaltungen zum Thema Digitale Medien vermittelt der Digi-Guide.

Autoren-BarCamp zu „neuen Wegen des Schreiberdaseins“

Verstärkt werden zudem die Angebote für Autoren, die potentiellen Ich-AGs des Literaturbetriebs: so findet zum ersten Mal ein Autoren-BarCamp statt, um im Austausch mit Bloggern und Web-Publishern „neue Wege des Schreiberdaseins“ im digitalen Zeitalter auszuloten. Mit dabei ist auch Leander Wattig: „Dank Internet und digitaler Technik kann heute jeder Autor werden. Es reicht aber nicht aus, etwas im Internet zu veröffentlichen. Man muss auch gefunden werden“, so der Marketing- und Social-Media-Experte. Mangelnde Medienkompetenz dürfte wohl auch der Grund dafür sein, dass bisher nur wenige deutsche Autoren auf das Vermarktungsmodell Selbstverlag 2.0 setzen. In einer (allerdings nicht repräsentativen) Umfrage von Buchmesse und Deutschem Literaturinstitut konnten sich sogar nur 4 Prozent der Schreibenden vorstellen, ein E-Book in Eigenregie herauszugeben. Viele überlassen auch Promotion wie Distribution im Netz komplett den Verlagen: Nur knapp ein Drittel der Befragten betrieb eine eigene Website.

E-Books im Abo mit Skoobe-App: Holtzbrinck & Bertelsmann landen Flatrate-Scoop

E-Books werden ab jetzt rückwärts buchstabiert: mit Skoobe gibt es erstmals in Deutschland ein Flatrate-Angebot für elektronische Lektüre. Wer die gleichnamige App auf iPhone oder iPad installiert, kann zum Abo-Preis von 9,99 Euro monatlich jeweils fünf Titel gleichzeitig ausleihen. Umfangreiche Leseproben ermöglichen auch ohne aktives Abo das Anlesen aller verfügbaren Bücher. Das Angebot kann sich sehen lassen: Skoobe ist ein Joint-Venture der Mediengiganten Holtzbrinck und Bertelsmann, so dass schon jetzt mehr als siebzig Verlage mit im Boot sind. Nach Angaben des Unternehmens ist Skoobe zudem „offen für alle Verlage, die ihre Bücher auf dieser Plattform anbieten möchten“. Auch für potentielle Leser lohnt es sich, möglichst bald bei Skoobe dabei zu sein – das Eröffnungsangebot gilt nämlich nur für die ersten zehntausend Abonnenten.

Lesen auf bis zu drei Geräten gleichzeitig

Das Skoobe-Interface ist grafisch gut auf iPhone und iPad abgestimmt – neben animiertem Umblättern glänzt es mit übersichtlichen Menüs und nützlichen Listenfunktionen. Bei der Auswahl interessanter Lektüre im Online-Katalog hilft die Möglichkeit, Bücher zu bewerten und zu kommentieren. Die abwechselnde Lektüre – egal ob online oder offline – auf Smartphone und Tablet ist kein Problem, denn das Digital Rights Management erlaubt die Nutzung von bis zu drei Apple-Gadgets. Systemvoraussetzung ist iOS 4. Eine entsprechende Version für Android-Geräte soll im Laufe des Jahres 2012 ebenfalls zur Verfügung stehen. Wer bei soviel Lektüre lieber augenschonend auf einem E-Ink-Reader lesen möchte, schaut allerdings in die Röhre – das
Skoobe-Prinzip funktioniert nur als App.

Aktuelles Angebot gilt nur bis März 2013

Auch wenn man zu den ersten zehntausend Abonnenten gehört, die das Angebot in vollem Umfang nutzen können, gilt übrigens: ab 1. März 2013 können nur noch zwei E-Books gleichzeitig ausgeliehen werden. Ob Skoobe also für Holtzbrinck und Bertelsmann wirklich den langfristigen Einstieg in das Flatrate-Business bedeutet, bleibt somit abzuwarten. Der Branchentrend weist allerdings schon in diese Richtung. Amazon etwa bietet in den USA für Mitglieder des Prime-Programms bereits mehr als 100.000 Titel zur elektronischen Ausleihe an. Und auch die deutschen Stadtbibliotheken ermöglichen mit ihrer „Onleihe“-App die zeitlich befristete E-Book-Lektüre auf iPhone und iPad.