Suhrkamp printet Rezensionsexemplare jetzt on Demand – neuer BoD-Service macht es möglich

suhrkamp-printet-reziexemplare-on-demandVerlagsvorschauen sind immer öfter nur noch digital erhältlich, bei Rezensionexemplaren ist es etwas anders — sie werden nicht selten noch gedruckt verschickt. Was ja auch Sinn macht, weil sich die Rezensenten so auch von der Aufmachung von geplanten Neuerscheinungen machen können. Für solche Vorab-Leseexemplare in Kleinauflage lohnt es sich aber eigentlich nicht, die traditionelle Druckerpresse anzuwerfen — darum ist es nur folgerichtig, wenn Suhrkamp jetzt gezielt Print-On-Demand zu diesem Zweck einsetzt.

Druck und Versand individueller Exemplare

Die Abwicklung geschieht über die BoD-Verlagssoftware Biblioconnect, die Druck und Versand einzelner Exemplare ermöglicht, inklusive individueller Anschreiben. Suhrkamp ist der erste Verlag, der diesen neuen Service nutzt. Auch für wenig gefragte Backlisttitel dürfte sich Print-on-Demand für viele Verlage lohnen, denn je größer die lieferbare Backlist ist, desto eher setzt schließlich der Long-Tail-Effekt ein.

Bei den Verkaufsexemplaren von Neuerscheinungen dürfte es dagegen vorerst beim traditionellen Modell bleibten – sprich, es werden große Auflagen vorab gedruckt und über das klassische Vertriebsnetz — also vor allem über den Buchhandel — unter die Leute gebracht. Auch wenn große Print-on-Demand-Player wie etwa Amazon das sicher auch bei klassischen Verlagen gerne anders regeln würden.

(via Börsenblatt)

BoD profitiert vom Self-Publishing-Boom: Schon jeder zweite neue Indie-Titel wird in Norderstedt gedruckt

bod-buch-produktion-on-demandDass man bei „Books on Demand“ heutzutage unweigerlich an das Unternehmen BoD denkt, hat sozusagen schon historische Gründe — denn den Print-On-Demand-Dienstleister aus Norderstedt bei Hamburg gibt es nun schon seit zwanzig Jahren. Am 1. Juli 1998 erschien mit der „Die Verfassung der Freien- u. Hansestadt Hamburg“ das erste Buch über BoD im Print on Demand. Als Abteilung der Libri GmbH gegründet, ist BoD heute nach eigenen Angaben europäischer Markt- und Technologieführer — und profitiert nicht nur vom PoD-Trend im Verlagswesen, sondern erst recht vom Self-Publishing-Boom des letzten Jahrzehnts.

Dabei wird natürlich weitaus mehr als nur gedruckt — BoD organisiert auch den Vertrieb: Mehr als 80 000 Self-Publishing-Titel sind derzeit via BoD im gesamten Buchhandel verfügbar. Seit Einführung der E-Book-Publikation bei Books on Demand im Oktober 2010 kämen noch über 60.000 lieferbare E-Books hinzu (dem E-Book-Boom ist es im übrigen auch zu verdanken, dass man heutzutage meist von Print-On-Demand spricht, nicht von Book-On-Demand). Insgesamt veröffentlichen mehr als 40.000 Autoren ihre Bücher mit BoD, dazu kommen etwa 2.500 Verlage.

„War in Deutschland Ende 2016 noch etwas mehr als jede vierte Print-Neuerscheinung ein Self-Publishing-Titel, so ist Ende 2017 bereits jede dritte Erstauflage selbstverlegt“, verkündete BoD anlässlich des Firmenjubiläums. Das treibt auch die BoD-Umsätze — denn die Hälfte der im Buchhandel neu gelisteten Selfpublishing-Titel wird in Norderstedt gedruckt.

Insgesamt sind sogar mehr als 3,6 Millionen Titel „druckbereit“, können also in kurzer Zeit in Kleinstauflage ab einem Exemplar oder auch in größeren Mengen bereitgestellt werden — die Titelzahl stieg seit Anfang 2017 um satte 33 Prozent. Das Unternehmen wächst mit dem Boom der Branche — die Produktionskapazitäten wurden im letzten Jahr um 50 Prozent ausgeweitet.

PUF trifft Espresso: In Paris öffnet Europas erste Print-On-Demand-Buchhandlung

puf-librarie-paris-espresso-book-machineAls 1999 die berühmte Pariser Verlagsbuchhandlung PUF nach fast 100 Jahren schließen musste, war das ein trauriger Tag nicht nur für das Quartier Latin. Nun sind „Les Presses Universitaires de France“ wieder da, nur einen Steinwurf entfernt von der alten Location, und mit deutlich mehr Titeln im Angebot auf deutlich weniger Fläche. Genauer gesagt: 3 Millionen Titel auf 80 Quadratmetern.

Espresso Book Machine druckt jedes lieferbare Buch

Des Rätsels Lösung: im Zentrum des Ladens werkelt eine Espresso Book Machine von „On Demand Books“, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Sie druckt in wenigen Minuten aus Coverdatei (farbig) und Layoutdatei (schwarzweiß) jedes als elektronischen Vorlage vorrätige Buch, sowohl aus dem PUF-Verlagskatalog wie auch aus dem allgemein lieferbaren POD-Angebot.

Schnelldruck mit Xerox-Technik

Weltweit sind schon mehr als 100 Espresso Book Machines auf XEROX-Basis im Einsatz, in Frankreich standen dagegen erst ganze fünf. Jetzt sind’s also sechs: „Das ist die erste komplett digitale Buchhandlung in Europa, die ausschließlich Print-On-Demand verkauft“, so PUF-Leiter Frederic Meriot gegenüber der Nachrichtenagentur AP. „Ein Modell für die Zukunft, in der Digital und Paperback Hand in Hand arbeiten“. (Anmerkung: „Kontinentaleuropa“ meint Meriot wohl. Denn in London gibt’s auch schon eine P-O-D-Buchhandlung mit Espresso-Book-Maschine.)

Zwischen 40 und 800 Seiten geht alles

Möglich sind Formate von 11×18 bis 20x28cm, bei einer Zahl zwischen 40 und 800 Seiten. Während die Maschine das gewünschte Buch druckt, trinken die Kunden entspannt einen Kaffee. Ganze 60 Käufer waren am 12. März, dem Eröffnungstag da, damit sich der Laden rentiert, müssen im Durchschnitt aber lediglich 15 Titel vor Ort produziert werden, so Meriot.

Vorgerechnet: Warum sich Print immer noch lohnt – auch in Zukunft

„Alle Bücher sind E-Books, manche werden ausgedruckt“ – so lautet das Motto von ebooknews press, dem Verlagslabel von E-Book-News. Schaut man sich die Buchmarkt-Prognosen für Deutschland bis 2018 an (siehe den Artikel „PwC-Prognose: E-Books überholen Print bis 2018 – in USA & UK, aber nicht in Deutschland“), werden wohl die meisten E-Books auch in Zukunft ausgedruckt: die Umsätze mit Lektüre aus Papier bleiben einer Studie von PricewaterhouseCoopers zufolge nämlich mittelfristig äußerst stabil, der Marktanteil von Print pendelt sich hierzulande knapp unter 90 Prozent ein. Wachsen dürfte aber die Rolle von Print-On-Demand – nicht nur im Self-Publishing-Sektor. Schon jetzt lohnt sich das parallele Angebot von POD-Titeln mindestens genauso wie der E-Book-Verkauf.

Print-On-Demand, via Amazon & via Buchhandel

Beispiel gefällig? Das kürzlich erschienene “ebook & ereader ABC” kostet in elektronischer Form 9,90 Euro, davon bleiben beim Verkauf via Kindle Store 6,69 Euro beim Verlag, bei der erweiterten Distribution via Libreka immerhin noch 5,40 Euro. Die Taschenbuchversion – 224 Seiten, Ladenpreis 18,90 Euro, Nettopreis 17,66 Euro – muss natürlich erstmal gedruckt werden, was en Detail via Print-On-Demand nicht ganz so günstig ist wie bei der Herstellung größerer Auflagen, zudem fallen weitere Kosten für den Vertrieb an, vor allem wenn der Zwischenbuchhandel beteiligt ist. Trotzdem sind die Erlöse gar nicht mal so schlecht: via Amazon.de/Createspace bleiben pro verkauftem Exemplar 7,33 Euro beim Verlag (entspricht 40 Prozent des Nettopreises), bei der Buchhandels-Distribution via Books On Demand immerhin noch 4,47 Euro (entspricht 25 Prozent des Nettopreises).

Direktverkauf bringt höhere Marge


Noch besser sieht die Rechnung beim Direktverkauf über ebooknews press aus. Die Druckkosten liegen pro Exemplar bei knapp 6 Euro, wenn man z.B. 10 Exemplare auf Vorrat via Createspace in den USA drucken und nach Europa schicken lässt (anders geht’s bei Amazon bisher noch nicht, und die deutschen POD-Anbieter verlangen mindestens das Doppelte). Zieht man dann noch Porto und Verpackung in Höhe von 1,25 Euro ab, wenn eine Bestellung des “ebook & ereader ABC” innerhalb Deutschlands als Büchersendung direkt von ebooknews press an den Endkunden verschickt wird, bleiben knapp 10 Euro Gewinn (entspricht knapp 55 Prozent des Nettopreises). Zum Vergleich: beim Direktverkauf der E-Book-Version bleiben abzüglich Umsatzsteuer und Paypalgebühren weniger als 8 Euro übrig.

Neue Geschäftsmodelle für papieraffine Genres?

Natürlich ist die obige Rechnung auf einen Sachbuchtitel mit längerfristigem Nutzwert bezogen, für den das Pricing anders kalkuliert wird als für schnell und seriell konsumierbare Belletristik. Grundsätzlich lässt die auf absehbare Zeit forbestehende Vormachtstellung des Print-Sektors in Deutschland aber neue Geschäftsmodelle sinnvoll erscheinen, die die jeweilige Stärke eines Mediums maximal ausnutzen. Bei E-Books etwa die potentiell hohe Reichweite – sollte man sie zukünftig nicht in besonders papieraffinen Genres vor allem als Marketing-Instrument nutzen, also gratis abgeben, um möglichst viel vom großen Print-Kuchen abzubekommen? Oder vor allem im Rahmen von Bundling-Angeboten?

Abb.: Marta/Flickr (cc-by-sa-2.0)

POD auf die harte Tour: Druckt Amazon Backlist-Titel bald selbst?

Für Self-Publisher ist es längst selbstverständlich, für manche kleinere Verlage auch: Print-On-Demand macht ihre Bücher dauerhaft lieferbar. Zum Beispiel via Amazon – auch in dessen europäischen Logistikzentren rattern bereits die Digitaldruckmaschinen, und verschlanken damit die Lagerlogistik. Was der Online-Händler nun gerade in Großbritannien versucht, hat aber eine ganz neue Qualität: wie „The Bookseller“ berichtet, sollen Verlage Amazon das Recht einräumen, nicht mehr lieferbare Titel via P-O-D selbst herzustellen und auszuliefern.

Gerade in punkto Backlist würde das Unternehmen damit also die Disintermediation auf eine neue Stufe heben – denn die Konditionen dieser „Dienstleistung“ bestimmt natürlich Amazon, die Verlage wären nur noch digitale Content-Lieferanten, die E-Book-Dateien und Druckdateien zur Verfügung stellen. Grundsätzlich ist das natürlich nichts neues, denn auch dezentrale P-O-D-Konzepte wie etwa die Espresso Book Machine funktionieren nach dieser Logik. Alle Bücher mutieren zu E-Books, die weltweit in Datennetzen unterwegs sind und bei Bedarf lokal ausgedruckt werden.

Fragt sich nur: wer übt die Kontrolle aus? Viele Branchenbeobachter haben schon seit längerem erwartet, dass Amazon irgendwann mehr Druck als bisher schon ausüben wird, um an die Layout-Daten der Verlage zu kommen. Denn im Vergleich zu elektronischen Büchern ist die bisherige Logistik in Sachen Print-Buch trotz fortschreitender Automatisierung natürlich deutlich schwerfälliger, so lange noch externe Druckereien und Zwischen(buch-)händler in der Wertschöpfungskette vertreten sind.

Amazons Marktmacht hat allerdings schon jetzt eine bedrohliche Größe erreicht, nicht nur in Großbritannien, wo der Markt inzwischen geteilt ist in Amazon und den Rest. In den USA erzielten die Verlage 2013 online (Print & E-Book kombiniert) erstmals mehr Umsätze als über den stationären Buchhandel. Und „online“, das ist natürlich überwiegend gleich Amazon. Für die Verhandlungsposition der traditionellen Verlage bedeutet das nichts Gutes…

Abb.: Flickr/Baltimore City Paper (cc)

Digital First, & dann Papier – mit epub2print dreht Readbox den Workflow um

„Digital First“ lautet für viele Verlage mittlerweile die Devise – denn mit E-Book-Versionen lässt sich kostengünstig & zeitnah ausloten, ob ein Titel genügend Leser anspricht, um auch eine Print-Auflage zu wagen. Es gibt nur ein Problem: Der klassische Workflow läuft genau umgekehrt, zumeist werden epubs aus DTP-Programmen wie Indesign heraus exportiert, deren Hauptaufgabe das Gestalten von aufwändigen Print-Layouts ist. Dabei wird aus einer sehr komplexen Satzdatei ein relativ einfaches epub – denn fix gesetzte Seiten gibt es ja bei E-Books nicht, nur ein paar generelle Angaben zu Schriftart oder Kapitelgestaltung.

Der Schritt vom epub zum gedruckten Buch bedeutet deswegen zusätzlichen Aufwand – und kostet neben Geld auch Zeit. Mit „epub2print“ will der Dortmunder E-Publishing-Dienstleister Readbox nun dabei helfen, die Verdopplung des Workflows bei ‚Digital First‘ zu vermeiden: die mit dieser Technologie erstellten epubs sind bereits optimal zur späteren Konvertierung in ein Print-Layout vorbereitet, d.h. sie enthalten schon wichtige Informationen, mit denen sich automatisch ein richtig formatiertes XML-Dokument erstellen lässt, das dann wiederum als Vorlage für ein Indesign-Layout fungieren kann.

Für Verlage lohnt sich dieser umgekehrte Workflow vor allem bei Reihen, die nach einem festgelegten Stylesheet gelayoutet werden – alles, was benötigt wird, sind Metadaten, ein Cover und eine Manuskript-Datei z.B. im Word-Format. Ein schönes Anwendungsbeispiel ist die „Rockstar-Reihe“ des vom Carlsen Verlag gestarteten Labels „Impress“ – blättert man sich zum Impressum von Band 1 (Teresa Sporrer, „Verliebe dich nie in einen Rockstar“), findet man dort nicht zufällig die Angabe „Satz und Umsetzung: readbox Publishing, Dortmund“. Interessant finde ich aber auch die anschließende Information: „Druck und Bindung: BoD Hamburg“. Denn durch die Kooperation mit Books on Demand kann Readbox sozusagen „from scratch“ den gesamten Herstellungsprozess vom Manuskript bis zum Endprodukt übernehmen.

Letzlich, so Readbox-Geschäftsführer Ralf Biesemeier, könnte dank epub2print die Risikominimierung durch ‚Digital First’ plus Print-Option zukünftig nicht mehr nur für Indie-Autoren, sondern auch für Verlage zum Standard-Verfahren werden: „Verlage können damit den Vorteil, den die Self-Publisher nutzen, auch für sich selbst ausspielen.“ Auch vor dem Hintergrund reduzierter Verkaufsflächen und sinkender Druckauflagen sei die neue Form des weitgehend automatisierten Workflows vom E-Book zur Druckauflage ein vielversprechender Ansatz für das gesamte Buch- und Verlagswesen.

Abb.: Blick in Bd. 1 der Rockstar-Reihe (Carlsen Verlag), produziert mit epub2print (Readbox)

Kodak Picture Kiosk trifft Espresso Book Machine: Print-on-Demand bald an jeder Ecke?

Jedes Buch an jedem Ort, in weniger als einer Minute? Das geht nicht nur mit E-Books. Denn dank Print-on-Demand lassen sich auch Bücher aus Papier überall vor Ort herstellen. Der beste Beweis dafür ist die legendäre „Espresso Book Machine“, produziert von der US-Firma On Demand Books. Die Sache hat nur einen Haken: bisher wurden innerhalb der letzten drei Jahre weltweilt erst knapp 60 dieser Express-Buchautomaten aufgestellt, zum Teil in Buchläden, zum Teil auch in Bibliotheken. Doch nun könnte ein Print-on-Demand-Boom bevorstehen – denn On Demand Books kooperiert zukünftig mit Kodak. Der Foto-Riese betreibt mehr an mehr als 100.000 Orten seinen „Kodak Picture Kiosk“, mit dem sich Digitalfotos ausdrucken lassen. In Zukunft sollen Farbfoto-Druck und Sofort-Buchdruck kombiniert werden – was zudem Print-on-Demand in hoher Farbqualität ermöglichen würde. Vor allem aber macht dieser Coup dank elektronischer Druckvorlagen mehr als 7 Millionen Titel landauf, landab direkt verfügbar.

Nächster Clou: Neben dem Schnelldruck von Bestsellern und Backlist-Titeln der großen Verlage ist natürlich auch die Herstellung von Self-Publishing-Titeln möglich. Independent-Autoren können schon jetzt ihre Druckdateien in den Online-Katalog von On Demand Books einspeisen. Das dürfte wiederum Amazon nervös machen, denn mit CreateSpace hat der Branchen-Primus gerade sein eigenes Print-on-Demand-Programm gestartet, bei dem kräftig quersubventioniert wird – genau wie bei Büchern, die auf Lager sind, entfallen nämlich die Versandkosten. Wenn man demächst nicht mal mehr ein bis zwei Tage auf ein frisch gedrucktes Buch warten muss, sondern nur noch ein bis zwei Minuten, nützt zumindest im städtischen Umfeld auch Amazons Logistik nicht mehr viel. Zumal Kodak einige Erfahrung darin hat, die Druckkosten für den Endkunden dramatisch zu senken.

Die erweiterte Version des Kodak Kiosks wird bis Ende 2012 zunächst innerhalb der USA eingeführt, danach ist die internationale Expansion des neuen Modells geplant. Wenn das tatsächlich klappen sollte, würde es natürlich nicht einer gewissen Ironie entbehren. Denn damit würde die Gutenberg-Galaxis mit Kodak ausgerechnet von einem Unternehmen in ihren Grundfesten erschüttert, das selbst vor kurzem in die Insolvenz gehen musste. Pikanterweise gerade deshalb, weil es allzu lange die Zeichen der Zeit (=Digitalfotografie) nicht erkennen wollte. Ob der Picture-Kiosk mit Buchoption also wirklich bald dem Buchhändler an der Ecke Konkurrenz macht, hängt auch davon ab, an welchen Investor/Konkurrenten die betreffende Kodak-Sparte verkauft wird.

Abb.: Neuestes Modell der Espresso-Book-Machine (On Demand Books)

Create Space – ein Quick-Guide

Amazon eröffnet mit Create Space Autoren völlig neue Wege und Möglichkeiten, Bücher als Printexemplare unabhängig von Verlagen zu veröffentlichen und direkt über Amazons Online-Store zu vertreiben. Warum also nicht auch mitmachen? Der Einstieg stellt kein Problem dar: ein Create Space Konto anlegen, Nutzungsbedingungen akzeptieren – und los geht’s. Wenn alles korrekt verlaufen ist, befindet man sich nach dem Einloggen im Dashboard von Create Space. Links oben sieht man den Namen, den man bei der Anmeldung angegeben hat, sowie die Member ID. Rechts daneben steht die Royalty Balance – die nach einer Neuanmeldung natürlich auf Null steht. In wenigen Tagen jedoch sollte hier der eine oder andere Euro angezeigt werden, wenn Du Dein Werk bereits an den Leser bringen konntest.

Unten siehst Du das Projektfeld – hier werden Deine Bücher aufgelistet –, und genau hier geht es mit einem Klick auf „Add New Title“ weiter. Ab jetzt wird es ernst – Du erstellst Dein erstes Buch mit Create Space.

Im sich öffnenden Fenster muss nun der Titel des Werks eingegeben werden. Anschließend die Projektart – Du willst am Ende ein Buch, also Paperback – auswählen. An diesem Punkt rate ich zu der „Guided“-Variante, die nun Schritt-für-Schritt durch die Bucherstellung führt. Hast Du diesen Prozess einmal durchlaufen, kann für künftige Projekte durchaus auch der „Expert-Mode“ gewählt werden.

Die folgenden Schritte sind selbsterklärend: Autor, weitere Mitwirkende sowie der Buchklappentext müssen eingegeben werden. Mit „Save&Continue“ bestätigen. Weiter geht es mit der ISBN – genau wie Smashwords bietet Create Space kostenlose ISBNs. Will man diese nutzen, wird Create Space automatisch als Verlag eingetragen – registriert wird die ISBN bei BooksInPrint.com, die ISBN ist eine US-ISBN. An dieser Stelle kann natürlich auch eine eigene ISBN sowie der eigene Verlag – so man diesen hat – eingetragen werden. Wählt man die kostenlose Variante aus und bestätigt diese, kann die ISBN nicht mehr geändert werden.

Auf der nächsten Seite widmest Du Dich dem Buch selbst. Hier müssen die Druckart, die Papierfarbe sowie die Buchgröße bestimmt werden. Für einen Roman im Taschenbuchformat wäre dies z. B. Black&White, Paper Color Cream sowie eine Größe von 5“x8“ (was nicht exakt dem deutschen Taschenbuch entspricht …). Jetzt könntest Du Deinen Text hochladen – wenn das Format stimmen würde. Je nach vorheriger Auswahl muss die Worddatei entsprechend formatiert werden. Als Hilfe dazu bietet Create Space fertig formatierte Templates an, in die man seinen Text hineinkopieren kann. Ist die Buchdatei fertig formatiert und gesetzt, kann diese hochgeladen werden. Create Space wandelt diese dann in ein PDF um. Alternativ kann direkt ein PDF hochgeladen werden – sinnvoll, wenn z. B. Schriften eingebettet sind. Die Datei wird nach dem Upload von Create Space überprüft, was je nach Umfang zwischen zwei und fünf Minuten dauert. Im Idealfall meldet Create Space keine Fehler. Auf jeden Fall solltest Du Dir im Interior Reviewer Deine Buchdatei noch einmal gründlich ansehen, bevor Du diese freigibst. Zeigt Create Space Fehler an – ausmerzen!

Wenn Du diese Hürde genommen hast, geht es an das Buchcover. Ganz links in der Seitennavigation auf „How to make a cover PDF“ klicken. Jetzt nicht verwundert oder entsetzt die Augen reiben, denn man muss nicht rechnen. Am Ende von Punkt zwei der Anleitung steht „Download Cover Templates“ – hier bist Du richtig. Einfach die Auswahlfelder ausfüllen (die Seitenzahl seines Werks muss man natürlich wissen) und Du bekommst eine gepackte Datei, die ein PNG sowie ein PDF mit den für Dein Buch richtigen Maßen enthält. Jetzt kannst Du mit einem Bildbearbeitungsprogramm, welches mit Ebenen arbeitet (Gimp, Photoshop), das Cover erstellen. Alles Wichtige dazu steht auf der Vorlage selbst. Ist das Cover fertig, hochladen. Die kostenpflichtige Möglichkeit, mithilfe eines Cover-Designers zu arbeiten, besteht natürlich auch.

Am Ziel angekommen. Die letzte Seite zeigt eine Übersicht: Autor, ISBN, Buch und Coverdatei. Wenn alles richtig ist, genügt der Klick auf „Submit Files for Review“, um Create Space das Werk auf „Druckbarkeit“ überprüfen zu lassen. Der Vorgang dauert ca. 48 Stunden.

Du bist fast fertig. Über den Punkt „Distribute“ werden die Verkaufsplattformen ausgewählt. Die „Expanded Distribution“ kann für $25 dazugekauft werden. Beim Preis heißt es aufpassen, denn bei der Eingabe des Euro-Preises muss die Mehrwertsteuer von 7% abgezogen werden – Create Space will Netto-Preise. Zu guter Letzt die „Description“ ergänzen – fertig!

Nach der erfolgreichen Prüfung durch Create Space kannst und solltest Du ein letztes Mal das endgültige Buch prüfen – entweder in der Online-Vorschau, als PDF-Download oder als Testexemplar, welches günstig gekauft werden kann – Achtung: hier wird eine Kreditkarte benötigt. Alles passt, ist richtig gesetzt? Impressum ist vollständig? Keine Leerseiten im Buch? Glückwunsch! Gib Dein Buch frei für den Verkauf – in spätestens zwei Tagen ist es bei Amazon erhältlich.

Zuletzt ein Hinweis zur TIN – es wird keine benötigt. Benötigt wird nur der Tax Reporting Name sowie der Business Type. Create Space bietet noch jede Menge mehr – probiert es aus!

Autorin & Copyright: Emily Bold
Crossposting via emilybold.de

Kleiner Tipp der Redaktion: Bei Amazon gibt’s dank Create Space jetzt Emily Bolds Romane Gefährliche Intrigen, Blacksoul sowie Mitternachtsfalke als Taschenbuch (jeweils zum Preis von knapp 10 Euro).

Neue Chancen für Self-Publisher: Amazon startet Print-On-Demand in Europa („Create Space“)

Für Verlage und Buchhandel dürfte es ein Alptraum sein, für Self-Publishing-Autoren dagegen eine große Chance: Die digitalen Druckmaschinen der Amazon-Tochter Create Space arbeiten nun erstmals auch mitten in Europa, und machen damit Print-On-Demand-Titel schnell und günstig lieferbar. Der Vertrieb findet über Amazon-Stores in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien sowie Italien statt. Ähnlich wie in Amazons Kindle-Direkt-Publishing-Programm können Autoren bei Create Space ihr Manuskript sowie Cover hochladen, formatieren und kostenlos veröffentlichen.

Create Space bietet europäischen Autoren dabei dieselben Vorteile, von denen seit 2007 bereits ihre US-Kollegen profitieren: „Die Bücher werden am selben Tag versandt, für den Kunden fallen keine Versandkosten an, zudem gelten die üblichen Bedingungen für Amazon-Prime-Mitglieder“, so die Amazon-Tochter in einer Pressemitteilung. Außerdem verspricht CreateSpace „industry-leading royalties“, also die besten Tantiemen der gesamten Buchbranche, ohne dass Autoren ihre Rechte an böse Verwerter abtreten müssen. Doch stimmt das tatsächlich? Wir haben mal nachgerechnet.

Ein Preiskalkulator ermöglicht es nämlich, bei Create Space die voraussichtliche Gewinnspanne vorab zu berechnen. Ein Buch in schwarz-weiß mit 120 Seiten im Format 6 mal 9 Zoll (ca. 15 x 22 cm) erzielt bei einem anvisierten Verkaufspreis von 10 Euro beispielsweise 3,96 Euro Tantiemen, also immerhin knapp 40 Prozent. Der Preiskalkulator der deutschen Print-On-Demand-Plattform epubli dagegen zeigt bei vergleichbaren Kalkulationsdaten lediglich 1,53 Euro Tantieme an. Selbst wenn man zahlreiche Exemplare vorab drucken lässt, um zusätzliche Rabatte zu erhalten, lassen sich vergleichbare Konditionen bei dem zur Holtzbrinck-Verlagsgruppe gehörenden Dienstleister kaum erzielen, zumal jeweils noch deftige Versandkosten hinzukommen.

Besonders interessant für Self-Publisher ist natürlich die Kombination verschiedener Vertriebswege. Doch auch hier liegt Amazon deutlich vorn. Schließlich kann man ab jetzt Kindle-Version und Printbuch auf einer prominenten Plattform parallel anbieten, ohne auf einen zusätzlichen Distributor angewiesen zu sein. Denn die epubli-Tantieme im obigen Beispiel gilt nur für den Verkauf im firmeneigenen Shop. Beim Vertrieb über Amazon liegt bei einem Endpreis von 10 Euro die Tantieme lediglich bei 22 Cent. Erst bei deutlich höheren Verkaufspreisen verbessern sich die Konditionen. Gerade für Self-Publisher, die vorab kein Geld in ihr Projekt investieren möchten und trotzdem möglichst niedrige Endpreise anstreben, könnte Create Space somit in Zukunft das Mittel der Wahl darstellen.

Frisch gedruckt statt E-Book: Espresso Book Machine beschleunigt Print-On-Demand

Espresso Book Maschine beschleunigt Print On Demand.JPGAuch im Zeitalter von E-Books wird es weiterhin auf Papier gedruckte Versionen von Büchern geben. Dank Print-On-Demand werden sie jedoch direkt vor unseren Augen produziert, während wir einen Espresso schlürfen: das Zeitalter der Buch-Maschine hat begonnen. Vorreiter ist das amerikanische Unternehmen On Demand Books. Mit der Espresso Book Machine 2.0 steht mittlerweile ein Gerät zur Verfügung, das ein Buch tatsächlich genauso schnell drucken kann wie eine Espresso Maschine Kaffee kocht.

Das Herz der Espresso Book Machine ist ein Hochgeschwindigkeits-Drucker

Das Herz der Espresso Book Machine ist ein Hochgeschwindigkeits-Drucker: ein Buch mit 300 Seiten in beliebigem Format kann damit in etwa drei bis vier Minuten produziert werden. Parallel zum Druck der Seiten wird ein Farb-Umschlag hergestellt. Der Papierstoß wird mit Leim versehen, in das Cover gepresst, und schließlich werden die Ränder beschnitten. Die PDF-Vorlagen von kommerziellen Titeln liefert der Kooperationspartner Ingram Book Group, einer der bedeutendsten Buch-Großhändler weltweit.

„The Espresso Machine eliminates the Gutenberg Supply Chain“

Zehn Exemplare der EBM 1.5 wurden bereits seit 2008 in Buchläden und Bibliotheken in aller Welt betrieben, darunter in den USA, Kanada, Australien sowie in Ägypten. Unter den ca. 100 pro Tag gedruckten Titeln sind Lehrbücher, im normalen Sortiment vergriffene Bücher, Ersatz-Exemplare für Bibliotheken, aber auch ganze Kleinauflagen für akademische Verlage. Bei der Präsentation der EBM 2.0 beschrieb Jason Epstein, Verleger und Mitgründer von On Demand Books die Vorzüge der Buchmaschine so: „The Espresso machine eliminates completely the Gutenberg supply chain by delivering a finished book from a selected digital file to the end user with no intervening steps: no inventory, no warehouse, no delivery cost, no spoilage and no returns.“

Die britische Buchhandels-Kette Blackwell will 60 Filialen mit der Espresso Book Machine ausstatten

Noch bis Ende Juli 2009 läuft der Testbetrieb für die EBM 2.0: eins von bisher drei Geräten steht in der Londoner Buchhandlung Blackwell. Wer sich mitten im Stadtzentrum von London auf diese Weise ein Buch drucken läßt, hat davon keinen finanziellen Vorteil: die Espresso-Bücher sind nicht nur identisch mit den Großauflagen aus klassischen Druckereien, sie haben auch den selben Preis. Dafür sind natürlich auch vergriffene Titel wieder lieferbar. Die Buchhandelskette Blackwell plant bereits die landesweite Aufstellung von weiteren EBMs in 60 Filialen. Für das Testgerät wurden 68.000 Pfund investiert. In der Serienfertigung sollen die Buchmaschinen allerdings nicht viel mehr kosten als ein High-End-Kopierer.