MyNewspaper: Schweizer Post testet personalisierbare Tageszeitung

„Werden Sie Verleger und bringen Sie Ihre eigene Zeitung heraus“, fordert die Schweizer Post die News-Junkies sämtlicher Kantone auf. Über MyNewspaper.ch kann man ab jetzt nämlich die Inhalte verschiedener Gazetten kombinieren – und ab geht die Post, dank Digitaldruck und dem posteigenen Vertriebsservice. Mit dabei sind etwa der Tagesanzeiger, der Bund und die Berner Zeitung. Aus Deutschland kommt zudem der badische Südkurier dazu. Das gedruckte Angebot von MyNewspaper ist nur in den Regionen Zürich, Basel, Bern, Luzern und Aarau erhältlich. Das individuell zusammengestellte E-Paper dagegen weltweit. Ganz billig ist der Spaß nicht: ein Monats-Abo der Print-Version kostet umgerechnet etwa 50 Euro, die elektronische Version gibt’s ab etwa 16 Euro pro Monat.

Layout-Collage vs. Tablet-Magazin

Die Zukunft der Tageszeitung könnte ein Mehrwert-Produkt sein – individuell angepasst an die Interessen des Abonnenten, jeden morgen druckfrisch auf dem Tisch. Lokal plus Überregional, national plus international, Sport plus Feuilleton, – längst suchen sich viele Leser schließlich auch im Internet das passende Nachrichtenangebot zusammen. Bei der Lektüre im Browser haben Aggregatoren wie Google News die Nase vorn, auf Tablets und Smartphones etablieren sich Reader-Magazine wie FlipBoard, Zite oder neuerdings Google Currents. Produkte wie MyNewspaper sind dagegen deutlich konservativer, denn sie kombinieren nicht Texte und Bilder, sondern komplett gelayoutete Zeitungsseiten. Auch das ist technisch nicht ganz trivial, alleine schon weil Zeitungen in unterschiedlichen Formaten erscheinen. Doch auch bei perfekt abgestimmtem Zoom ist die Collage aus dem Blätterwald optisch gegenüber den perfekt verflüssigten Nachrichtenströmen auf Touch-Screen-Displays deutlich im Nachteil.

NZZ lehnt virtuelle Zerfledderung ab

Vielleich ein Grund mehr, warum sich nicht jedes Blatt von der Idee begeistert lässt, sich virtuell zerfleddern zu lassen. Die altehrwürdige Neue Zürcher Zeitung (NZZ) etwa lehnte dankend ab, besorgt um die Schwächung der eigenen Marke. Die Attraktivität des individualisierten Zeitungsagebots hängt zudem von der verfügbaren Zahl der renommierter internationaler Titel ab, bisher sind bei MyNewspaper nur zwei solcher Kooperationspartner mit im Boot, neben dem badischen Südkurier die Voz de Galicia. Der ganz große Wurf ist momentan offenbar von der Schweizer Post aber auch gar nicht geplant – man rechnet erstmal mit knapp unter 1000 Abonnenten. Insgesamt wird MyNewspaper für zwölf Monate getestet, dann fällt die Entscheidung, ob es eine Fortsetzung im größeren Maßstab gibt. Wirklich erfunden haben’s die Schweizer in diesem Fall übrigens nicht: schon im Jahr 2010 startete in Berlin mit der „niiu“ ebenfalls eine personalisierbare Zeitung. Mangels Nachfrage musste das Projekt jedoch nach kurzer Zeit wieder eingestellt werden.

No Niiu today: Individualisierbare Tageszeitung stellt Erscheinen ein

niiu-vor-dem-ausDeutschlands erste individualisierbare Tageszeitung steht vor dem Aus. Wie aus einem Schreiben an die niiu-Abonnenten hervorgeht, konnte das Berliner Startup sein Ziel von 5000 zahlenden Lesern nicht erreichen. Bei niiu war der Leser Redakteur: Seit Ende 2009 wählten niiu-Abonnenten ihre Lieblings-Ressorts aus mehr als einem Dutzend überrregionaler Zeitungen, dazu kamen Inhalte aus der Blogosphere. Per Digitaldruck wurde daraus dann eine personalisierte Tageszeitung, die jeden Morgen im Briefkasten landete.

Leser als Chefredakteur: Jedes Exemplar war ein Unikat

Hinter niiu standen zwei studentische Startup-Unternehmer: Wanja S. Oberhof und Hendrik Tiedemann. Auf dem Höhepunkt der Zeitungskrise wagten die beiden den Sprung ins kalte Wasser – statt E-Paper setzten sie mit ihrer Geschäftsidee weiterhin auf Papier, allerdings intelligent kombiniert mit Web-Technologie und den allerneuesten Digitaldruckmaschinen. Erklärter Anspruch war es, klassische Zeitungs-Inhalte mit Special-Interest-Themen aus dem Internet zu einem neuartigen Produkt zu bündeln (mit dabei war übrigens auch E-Book-News). Auch die enthaltenen Anzeigen konnten individuell zugeschnitten werden – was die niiu für die Werbebranche attraktiv machen sollte. Jedes Exemplar war ein Unikat, als Chefredakteur erschien im Impressum der Name des Abonnenten. Am 16. November 2009 wurden die ersten Exemplare in Berlin ausgeliefert (E-Book-News berichtete).

Falls niiu nocheinmal wiederkommt, dann in veränderter Form

Das Wohl und Wehe des Projekts hing natürlich von der erreichbaren Zahl der Leser ab – würde es der niiu gelingen, den Premium-Content für 1,80 pro Ausgabe (bzw. 1,20 Euro für Studenten) zu vermarkten? Der Einstieg war so niedrigschwellig wie möglich – statt einem normalem Abo konnte man via Paypal Gutscheine erwerben, die für eine bestimmte Anzahl von Ausgaben galten. Als besonderer Service kam Ende 2010 noch die niiu als E-Paper hinzu. Doch nach knapp dreizehn Monaten kam nun das vorläufige Aus. „Wir haben mit unserem Team über ein Jahr lang alles gegeben. Am Ende ist es uns bis heute aber nicht gelungen, in die Nähe der avisierten 5.000 zahlenden Leser zu kommen, die nötig sind um mit Niiu kostendeckend zu operieren. Aus diesem Grund müssen wir Niiu stoppen“, wurde den Abonnenten mitgeteilt. Falls niiu noch einmal wiederkommen sollte, dann wohl in anderer Form – meedia zufolge sind Oberhof und Tiedemann momentan auf der Suche nach neuen Geldgebern, um ihr Konzept in Richtung von individuellen Zeitungen für Hotels oder Gastronomiebetriebe weiterzuentwickeln.

Neues von niiu – die personalisierte Tageszeitung im Praxis-Test

niiu-personalisierte-tageszeitung-berlin-test-e-newspaperNiiu ist da – die ersten Ausgaben der personalisierten Tageszeitung wurden jetzt in Berlin ausgeliefert. Das von zwei Studenten gegründete Startup kombiniert auf neue Weise Print und Online: gedruckt werden nur Inhalte, die von den Abonnenten gewünscht sind. Zur Wahl stehen Rubriken verschiedener nationaler und internationaler Tageszeitungen, aber auch Content aus der Blogosphere. E-Book-News hat die neue niiu getestet.

Leicht, mittel oder schwer? Sudokus mit selbst gewähltem Schwierigkeitsgrad


Warum sollte man in Zeiten von Google News überhaupt noch Zeitungen lesen? Im Internet filtert man sich schließlich genau die Informationen heraus, die man haben möchte. Andererseits ist eine Zeitung aus Papier natürlich bequemer am Frühstückstisch zu lesen. Auf das erste flexible E-Paper im Großformat müssen wir wohl noch etwas warten. In der Zwischenzeit verspricht das Berliner Startup Niiu nun, das beste aus beiden Welten zu liefern – die dank Internet und Digitaldruck personalisierte Tageszeitung. Damit sollen auch potentielle Leser aus der Twitter-Generation motiviert werden, wieder ein Print-Produkt in die Hand zu nehmen. Niiu setzt auf Personalisierung, genauso aber auf Lokalisierung. Das sieht man bereits auf der Titelseite (siehe auch unser Youtube-Video). Neben dem Wetterbericht für Berlin findet man dort ein Sudoku mit selbst gewähltem Schwierigkeitsgrad. Sichtbar wird aber auch ein ganz besonderer Clou: aktuelle Inhalte aus der Blogosphere landen auf dem gedruckten Papier – in unserer Testausgabe die neuesten Postings von E-Book-News. Allerdings läuft die Umsetzung nicht ganz sauber – einige Spalten sind mit Steuerzeichen-Müll aus dem RSS-Feed gefüllt. Hier ist wohl noch einiges Feintuning nötig.

Nicht jedes Zeitungsformat eignet sich für die niiu – die New York Times ist nur mit der Lupe zu entziffern

zeitungsformate-niiu-e-newspaper-personalisierte-tageszeitung-bild_wikipediaBeim Durchblättern der bunten Mischung unterschiedlichster redaktioneller Inhalte zeigen sich weitere Schwachstellen des Projekts. Niiu erscheint im sogenannten Berliner Format, d.h. jede Seite ist etwa so groß wie zwei DinA4-Blätter. Viele Zeitungen wie etwa FAZ, Süddeutsche oder die Berliner Morgenpost werden jedoch im größeren „nordischen Format“ gedruckt. Das Layout wird dann heruntergezoomt, um noch in den Satzspiegel der niiu zu passen. Die Schrift wird dadurch deutlich kleiner. Bei Boulevardzeitungen macht das nicht viel aus, doch bei der New York Times etwa brauchte man fast schon fast eine Lupe zum Lesen. Doch anders geht es wohl zur Zeit nicht – die deutschen Zeitungen sind noch nicht darauf eingestellt, ihren Content auch in einem anderen Layout zu liefern, ob für den E-Reader oder Projekte wie niiu. In Frankreich und den Niederlanden ist das schon anders – hier haben manche Blätter sogar Redakteure und Layouter, die nur für den Content-Export zuständig sind. Dem niiu-Abonnenten bleibt so wohl nichts anderes übrig, als auf Zeitungen im richtigen Format zuzugreifen – zum Beispiel die Frankfurter Rundschau oder die taz.

Logistik-Probleme: Bis jetzt liegt die niiu nicht im Briefkasten, sondern draußen vor der Tür

Der Vergleich zwischen niiu-Version und „echter“ taz zeigt übrigens ein weiteres Problem: die Farben kommen beim Digitaldruck nicht so kräftig heraus wie beim Original. Insgesamt bleibt das Urteil so ausgeglichen: Die Idee einer personalisierten Tageszeitung ist toll – sie bietet auch eine gute Lösung für die aktuelle Paid Content-Debatte. Wenn man das richtige Angebot hat, einen Zusatznutzen bieten kann, werden sich auch für eine Print-Zeitung genügend LeserInnen finden lassen. Eins dürfte jedoch auch klar sein – die Qualität muss stimmen. Warum sollte man sonst 1,80 Euro (Studenten 1,20 Euro) pro Ausgabe in ein solches Produkt investieren? Damit die Rechnung aufgeht, müssen die Macher der niiu noch kräftig nacharbeiten. Nicht nur, was Layout und Technik betrifft. Auch die Logistik hinkt noch. Im Briefkasten findet man die Zeitung nämlich bisher nicht, sondern draußen vor der Tür. Immerhin: Auf ihrem Blog haben die niiu-Gründer Wanja S. Oberhof und Hendrik Tiedemann gleich am ersten Tag Besserung gelobt. Und zeigten sich spendabel: als kleine Gegenleistung wurde die Laufzeit des kostenlosen Test-Abos verlängert…

Das Beste aus Print und Online: Berliner Startup „Niiu“ bringt individualisierte Zeitung ins Haus

niiu.gifManche Zeitungen setzen auf den Leser als „Mitmach-Reporter“ – ein Berliner Startup namens Niiu setzt dagegen auf den Leser als Redakteur. Die erste „individualisierte Tageszeitung“ Deutschlands kombiniert die Vorteile von Print und Online: Abonnenten können nicht nur Rubriken aus deutschen und internationalen Blättern auswählen, sondern auch diverse Online-Quellen wie Blogs und Social Networks. Die erste Ausgabe erscheint am 16. November.

Zwischen Print und Online bietet Niiu so etwas wie die Quadratur des Kreises

Die Grenzen zwischen Print und Online verwischen immer mehr – erst kürzlich kündigte etwa die Washington Post an, ab 2010 ihre Print- und Onlineaktivitäten zusammenzulegen. Zeitungs-Konzerne in Deutschland wie etwa die WAZ-Gruppe legen aus Spargründen ihre Redaktionen zusammen. Die große Frage ist, wie sich in Zukunft überhaupt noch genügend Einnahmen erzielen lassen. Werbeinnahmen brechen weg, und immer weniger Leser sind bereit, für das Produkt Zeitung noch zu zahlen. Während die einen Gratiszeitungen drucken und sich auf das Anzeigengeschäft konzentrieren, setzen die anderen auf PaidContent im Internet. Eine echte Lösung ist das nicht. Insofern verspricht Niiu, die individualisierte Tageszeitung aus Berlin, so etwas wie die Quadratur des Kreises – verbindet sie doch die Vorteile von Print und Online, ohne sich deren jeweilige Nachteile einzuhandeln.

FAZ und ND, Bild und BildBlog – alles in einer Zeitung

Da wäre zum einen die Möglichkeit, Lesern einen Service anzubieten, für den sie bereit sind, etwas auszugeben. Die Startup-Unternehmer Wanja Oberhöfer und Hendrik Tiedemann versprechen nämlich: „Wir bieten ein Produkt, das zum einen die persönlich ausgewählten Inhalte der Zeitungen bietet, die Hintergrund und Kommentare liefern, das zum anderen aber auch die Vielfalt des Internet widerspiegelt, die bis heute keinen Platz in der klassischen Tageszeitung findet. Dazu gehören Special-Interest-Inhalte genauso wie neue, meinungsbildende Formate, z. B. Blogs, Social Networks und ähnliches“. Am 16. November wird die individualisierte Tageszeitung erstmals in Berlin ausgeliefert: zum Preis von 1,80 Euro pro Exemplar halten die Leser dann morgens am Frühstückstisch eine Zeitung in der Hand, die genau das enthält, was sie lesen wollen. Vielleicht das Feuilleton der FAZ, den Sportteil der Bild, den Politikteil der New York Times und den Wirtschaftsteil des Neuen Deutschlands. Und dazu vielleicht den BildBLOG, Spreeblick und Ehrensenf.

Individuell ist auch die Werbung – Calvin Klein Woman für den hippen Prenzlauer Berg, Chanel No 5 für Zehlendorf

Jede Zeitung ist ein Unikat – in doppeltem Sinne: denn ähnlich individuell wie das Potpourri der Artikel ist auch die geschaltete Werbung. Sie orientiert sich nämlich am Interessen-Profil des jeweiligen Lesers. Ohne „Targeting“ kein Niiu, bestätigt Mitgründer Hendrik Tiedemann: „Im Internet funktioniert targeting bereits gut, im Print habe ich einen Bruch bemerkt: Es ist schlicht und ergreifend bis heute schwer möglich, in Printpublikationen zielgruppenspezifisch zu werben“. Die Kombination von Print und Online löst das Problem: „Was bei wem beworben wird, lässt sich nach vielen Kriterien filtern: im Hinblick auf die Zielgruppe der Studenten etwa, nach Kiezen, nach persönlichen Vorlieben, Inhalten etc…“. Ganz so individuell hören sich die Beispiele, die Tiedemann einfallen, dann aber nicht: „So hatte etwa eine Elektronik-Kette die Idee, in der niiu von Frauen für DVDs mit beliebten Serien zu werben, in den Ausgaben der Männer dagegen für neue Computerspiele oder Actionfilme.“ Etwas nuancierter klingt dagegen der an Niiu gerichtete Vorschlag einer Parfümerie-Kette, gutbetuchte Frauen im Neureichen-Kiez Prenzlauer Berg mit Calvin Klein Woman zu umwerben, die alteingesessene Haute Volée im Grunewald dagegen mit Chanel No 5.

Statt Abonnment bietet niiu ein Prepaid-Modell und Zahlen per Paypal

Das Geschäftsmodell ist nicht nur inhaltlich auf internetaffine jüngere Leser zugeschnitten, die bisher keine Zeitung im Abo haben. Ein Abo haben sie auch als Niiu-Leser nicht, denn die individualisierte Tageszeitung baut auf eine Art Prepaid-Lösung auf – die Nutzer haben ein Punktekonto, dass sie je nach Bedarf neu aufladen können. Auch die Zahlungsmodalitäten kommen der Generation Online entgegen: das Geld kann bequem via PayPal überwiesen werden. Ob die Printausgabe mehr als eine mittelfristige Lösung sein wird, bleibt aber abzuwarten – ähnliche Projekte wie etwa die von der Schweizer Post vorangetriebene PersonalNews setzen bisher vor allem auf PDF-Versand per Mail. Sobald ab etwa 2010 großformatige E-Reader wie etwa von PlasticLogic auf den Markt kommen, dürften die Karten auf dem Zeitungsmarkt noch einmal neu gemischt werden.

Personal News is Good News: Wenn der Leser zum Redakteur wird

Journalismus 2.0 kann bedeuten, die Leser zum Autor zu machen. Es gibt aber auch eine viel bequemere Innovation: der Leser als Redakteur. „Personal-News“ heißt ein Zeitungs-Service, den die Schweizer Post getestet hat, „niiu“ ein Berliner Projekt, das im Sommer an den Start geht. Internet, PDF-Content und Digital-Druck, aber auch der Zeitungsausträger vor Ort werden Teil der maßgeschneiderten Nachrichtenwelt von morgen.

„Bestimmen Sie individuell, was Sie lesen möchten“: was man nicht will, fliegt raus

„Bei PersonalNews bestimmen Sie individuell, was Sie lesen möchten und wählen Inhalte aus den zur Verfügung stehenden nationalen und internationalen Zeitungstiteln. Am nächsten Tag wird Ihnen Ihre persönliche PersonalNews per E-Mail zugestellt“, verkünden die eidgenössischen Postillons auf ihrer Website. Die persönliche Auswahl bringt eine gewisse Machtverschiebung in Richtung der Kunden: anders als bei einem regulären Abo können nun einzelne Titel jederzeit aus dem Portfolio fliegen.

Die Tester hatten die Wahl zwischen Papier-Version und E-Paper

Ganz hat die Schweizer Post die Gutenberg-Galaxis dabei noch nicht verlassen: Getestet wurde auch eine auf normalem A3-Papier gedruckte Fassung. Rund 100 Testleser bekamen die „Personal News“ in dieser Form für mehrere Monate zugestellt. Zudem hatten sich 1400 Personen für die elektronische Version angemeldet. Inzwischen ist die kostenlose Testphase abgeschlossen — demnächst wird die Schweizer Post entscheiden, in welcher Form das Angebot in Zukunft der Allgemeinheit zur Verfügung steht.

„Niiu“ in Berlin testet gerade die Lieferung individueller Zeitungen

Ein ähnliches Projekt gibt es aber auch in Berlin: unter dem Titel „niiu“ geht in den nächsten Monaten eine Gazette an den Markt, die aussieht wie eine echte Zeitung: „Gedruckt wird auf einer neuartigen Digitaldruckmaschine. Diese ermöglicht uns auf normalem Zeitungspapier zu drucken, um das unersetzbare Gefühl einer Tageszeitung zu bewahren“, heißt es dazu bei den Machern von Niiu. Ein Grund für diese Entscheidung liegt offenbar auch darin, dass es in absehbarer Zeit noch keine geeigneten E-Reader gibt, die eine Zeitungsseite in vergleichbarer Optik darstellen können.

Das Niuus-Abo kann bequem per PayPal bezahlt werden

Die persönliche Zeitung bietet auch Möglichkeiten für neue Finanz-Modelle. Bei Niuu zum Beispiel soll man bequem per PayPal abonnieren können. Zusätzlich werden Anzeigen geschaltet, um die Content-Lieferanten zu bezahlen: „Unser Plan für die Testphase ist es, der Zeitung zwei Seiten Werbung hinzuzufügen, die wir selbst akquiriert haben“, so Wanja Oberhof gegenüber dem Onlinemagazin Medien-Monitor. Der Abo-Preis soll sich im gewohnten Bereich bewegen, wird also etwa ein bis zwei Euro pro Ausgabe betragen.

Papier-Medium und Web 2.0 fliessen zusammen: Niius liefert auch Facebook-Nachrichten und Twitter-Feeds

Die Do-it-yourself-Zeitung steht und fällt natürlich mit dem Content, den man potentiellen Lesern zur Auswahl stellen kann. „Wir konnten bereits eine zweistellige Zahl an deutschen und internationalen Medien gewinnen“, so Oberhof. Mit dabei sind Berichten der Süddeutschen Zeitung zufolge u.a. die Springer-Blätter Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost. Doch niius ist mehr als nur „oldstyle news“: Papier-Medium und Web 2.0 fließend. Die Zeitung soll zusätzlich mit Facebook-Nachrichten, Twitter-Feeds oder Blog-Einträgen bestückt werden. Doch macht es wirklich Sinn, die persönliche Tageszeitung noch zu drucken? Die Schweizer Post hat sich jedenfalls während des Testlaufs entschieden, nur noch PDFs anzubieten, die per Email zugestellt werden.