Science-Thriller & Katzen-Krimi: Jury & Community küren Indie-Autor-Preisträgerinnen mit Schwerpunkt Spannung

indie-autor-preis-2018-winner-300x300Der Indie Autor Preis 2018 hatte einen Schwerpunkt: Krimi und Thriller – und knapp 170 AutorInnen hatten ihre dazu passenden Romane in den Ring geworfen. Erst gab’s eine Shortlist mit fünf Titeln, dann startete die Endrunde. Auf der Leipziger Buchmesse gab man Ende letzte Woche nun die Entscheidung für den Jury- wie auch und Community-Preis bekannt: Ausgezeichnet wurden die Self-Publishing-Autorinnen Solveig Engel und Marianne Kaindl.

„Solveig Engel weiß, wovon sie erzählt“

Solveig Engel gewinnt den mit unter anderem 3.000 Euro dotierten Jury-Preis mit ihrem Titel “Neondunkel”. In ihrem Thriller geht es um die Physikerin Dr. Melanie Glanz, die dem Tod ihrer Mentoren auf die Spur kommt und dabei in einen Strudel aus Leistungsdruck, Schuldgefühlen und Angst gerät. Engel hat selbst Physik studiert, am TRIUMF-Lab promoviert und nebenbei für Spektrum der Wissenschaft geschrieben.

„Man merkt dem Roman an, dass Solveig Engel weiß, wovon sie erzählt.“, so Jens J. Kramer, einer der Juroren des Indie Autor Preises. „Neondunkel ist kein Actionthriller, sondern ein präzise gezeichneter Psychothriller, der einer klaren Linie folgt und sich auf das Innere der Erzählerin konzentriert.“

Community-Voting für „Sechs Katzen & ein Todesfall“

Marianne Kaindl gewann mit “Sechs Katzen und ein Todesfall” das Community-Voting und erhält unter anderem ein Mediapaket für lovelybooks. Der Indie-Autor-Preis wird organisiert von der Self-Publishing-Plattform neobooks und der Leipziger Buchmesse — und fand in diesem Jahr zum siebten Mal statt. Thematische Schwerpunkt gibt es seit letztem Jahr, den Anfang machte das Romance-Genre.

Debütantinnenstadl mit Hands-On-Betreuung: neobooks startet „Rookie“-Programm

girls-never-forgetIm Kampf um die knappe Ressource namens Autor müssen sich Self-Publishing-Plattformen mittlerweile so einiges einfallen lassen. Neobooks hatte ja als Droemer-Knaur-Tochter schon immer den Vorteil, sich auch als Schnittstelle in Richtung Verlagspublikation anbieten zu können. Doch erstmal muss ein Text natürlich überhaupt auf die Beine gestellt werden. Deswegen haben sich die Münchner jetzt ein spezielles Debütantinnen-Programm ausgedacht.

„Das Potenzial, ganz groß rauszukommen“

Fünf handverlesene Autorinnen (s.u.), im neobooks-Neusprech „Rookies“ genannt, können sich über ein Rund-um-Coaching durch das Team der Self-Publishing-Plattform freuen, von Tipps zum Lektorat über das Marketing bis hin zu Social-Media-Aktionen und Blogger Relations. „Wir haben viele Nachwuchstalente genau unter die Lupe genommen und uns letztendlich für unsere fünf Rookies entschieden“, so Verena Vogt, Marketing Managerin von neobooks. In dem Quintett sehe man „das Potenzial, durch Self-Publishing ganz groß rauszukommen“.

Lernfortschritte live mitgebloggt

Wie steil die Lernkurve sein wird, kann man in den nächsten Monaten quasi live mitverfolgen – die fünf Autorinnen führen nämlich jeweils Blog-Tagebücher, und auch im neobooks-Newsletter wird regelmäßig von ihnen zu hören sein. Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober kann man die Autorinnen übrigens dann am Stand von neobooks auch persönlich kennenlernen.

Die fünf „Rookies“ und ihre Titel:

  • Julia Mayer: Séance
  • Julia Rieger: Liber ut avis – Frei wie ein Vogel
  • Lisa Rosenbecker: Arya & Finn
  • Lillith Korn: Better Life – Ausgelöscht
  • Meliqa: Im Reich der Verborgenen

Siehe auch die „Rookie-Landingpage“ auf www.neobooks.com

Abb.: Lauren Coleman (cc-by-2.0)

„Selfpublisher sind Allrounder“ – Ingrid Süßmann (neobooks) im Interview

SPDay2015-Ingrid-Suessmann-von-neobooks-im-interviewQuo vadis, Self-Publishing – welche Fähigkeiten muss man mittlerweile als erfolgreicher Autor mitbringen? Wie wichtig ist Marketing? Welche Dienstleistungen überlässt man besser Profis? Diese und weitere Fragen stellen wir im Vorfeld des Self-Publishing Days 2015 den dort präsenten Ausstellern. Heute im Interview: Ingrid Süßmann, Author Relations Managerin bei neobooks. Die von Droemer Knaur gestartete Self-Publishing-Plattform mit eigener Community und mehr als 25.000 registrierten Nutzern ermöglicht nicht nur die Distribution und Vermarktung von Indie-Titeln – zugleich dient sie auch zum Talent-Scouting für den Verlag. Zahlreiche Titel sind auf diese Weise via neobooks ins reguläre E-Book- wie auch Print-Programm von Droemer Knaur aufgenommen worden.

E-Book-News: Self-Publisher müssen viele Dinge beherrschen, die über das bloße Schreiben hinausgehen. Was sind die wichtigsten Qualifikationen, die man im Jahr 2015 mitbringen sollte?

Ingrid Süßmann: Für einen Selfpublisher ist es wichtig, das große Ganze zu sehen. Klar, Content is king, der Inhalt ist zweifelsohne die wichtigste Voraussetzung für ein gutes Buch. Denn wir alle lieben gute Geschichten! Aber es gehört eben auch ein großes Gesamtpaket dazu: suchmaschinenoptimierte Texte und ausführliche Metadaten müssen sein, um in den Shops gut auffindbar zu sein. Marketing und PR ist unverzichtbar, um Leser zu erreichen. Und diese Leser wollen dann auch bei der Stange gehalten werden: durch Lesungen, durch Einblicke in den Autorenalltag über Social Media und, und, und… Das Bild vom Autor, der in seinem Denkerstübchen hockt und auf Inspiration wartet, ist heute definitiv überholt. Aktuell ist der Allrounder, der erfolgreich sein eigenes Autorenbusiness managt.

Self-Publisher machen nicht alles selbst, sie brauchen bei manchen Dingen externen Sachverstand. In welchen Bereichen sind solche Dienstleistungen besonders wichtig?

Ein Autor muss grundsätzlich schreiben können. Ist er gleichzeitig noch ein Covertalent, ist das toll – aber nicht zwingend notwendig. Denn die Selfpublishing-Branche professionalisiert sich zunehmend: es gibt zahlreihe Anbieter, die sich auf Angebote rund um Lektorat, Korrektorat, Cover und Marketingunterstützung spezialisiert haben. Sich Know-How einzukaufen, ist immer dann sinnvoll, wenn die Zeit, die man für diese Tätigkeit aufwenden muss, anders besser genutzt wäre. Will heißen: ist man ein Grafikfuchs, dann kann man das Cover natürlich ganz leicht selbst erstellen. Ist das nicht der Fall, sollte man lieber einen Profi hinzuziehen – denn statt sich ewig für ein nur mittelprächtiges Ergebnis abzumühen, ist diese Zeit besser für eine andere Aktivität genutzt. Um alles, was den Vertrieb betrifft, kümmern wir von Neobooks uns für den Autor: Qualitätscheck, Vergabe der ISBN, Vertrieb an über 300 Shops europaweit, Listung bei der DNB und dem VLB – und das alles natürlich kostenlos.

Mit der Produktion eines Buches ist es nicht getan, es muss sich ja auch verkaufen. Welche Rolle spielt das Marketing im Self-Publishing-Sektor?

Als Selfpublisher hat man viele Rechte – aber eben auch einige Pflichten. Dazu gehört das Marketing, das immens wichtig ist für den Erfolg eines Buches und schlussendlich für die Bekanntheit des Autors. Hier ist es sinnvoll, sich die Zeit zu nehmen, um eine Marketingstrategie auszuarbeiten: Wer ist meine Zielgruppe? Wie erreiche ich sie optimal? Welche Marketingaktivitäten kann ich selbst abdecken, wo benötige ich Hilfe? Gibt es Ressourcen, die ich nutzen kann? Unverzichtbar ist auch das regelmäßige Monitoring: zeigen meine Marketingaktivitäten den gewünschten Erfolg? Oder muss ich gegebenenfalls noch etwas nachjustieren? Das mag zwar am Anfang nach Arbeit aussehen, zahlt sich aber aus!

Der klassische Buchhandel ist für viele Self-Publisher noch ein unentdecktes Land. Wie lässt sich das zukünftig ändern?

Hier sehe ich eigentlich kein Problem. Wir von neobooks beispielsweise beliefern auch die Onlineshops des stationären Handels und erfahren hier häufig positives Feedback. Die Rückmeldung unserer Autoren zeigt, dass der Schlüssel zum Erfolg in einer vertrauensvollen Kommunikation liegt: wenn sich beide Seiten aufgeschlossen und auf Augenhöhe begegnen, sind hier schon zahlreiche tolle und langfristige Kooperationen zwischen Autoren und Buchhändlern entstanden.

Momentan geht der Trend in Richtung Flatrate-Lektüre und E-Book-Abo. Welche Herausforderungen bringt das für die Autoren, aber auch für die Selfpublishing-Dienstleister?

Unserer Erfahrung nach bieten Flatrates und Abo-Modelle eine tolle Chance für Indie-Autoren. Wir von neobooks kooperieren mit Skoobe und haben hier gute Erfahrungen gemacht. Die Angst, dass man sich mit einem Flatrate-Modell die eigenen Sales kannibalisiert, ist unbegründet. Eher ist das Gegenteil der Fall: Ausleiher und Käufer sind zwei unterschiedliche Zielgruppen, die sich gegenseitig ergänzen. Und wandert doch mal einer vom einen ins andere Lager, dann wird eher der Ausleiher zum Käufer als umgekehrt. Deshalb ist unsere Devise: offen sein und ausprobieren!

Welche Themen werden Sie den Teilnehmern des SPDay15 in Münster näherbringen?

Grundsätzlich stehen wir den Autoren natürlich für alle Fragen rund um das Thema Selfpublishing zur Verfügung, klären Auslieferungsdetails und geben Marketingtipps. Besonders konzentrieren wir uns dieses Jahr auf die Themen SEO (Suchmaschinenoptimierung) und Metadaten: diese Punkte sind entscheidend für das Ranking in den Onlineshops und Suchmaschinen. Wie man hier seine eigenen Werke optimieren kann, erfahren die Indie-Autoren in unserem Workshop. Dabei stehen Best Practice-Beispiele und praktische Übungen im Vordergrund. Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer!

Amazon abwählen: Neobooks erlaubt freie Wahl der Distributionskanäle

Gute Nachrichten für Indie-Autoren: die Self-Publishing-Plattform Neobooks erlaubt zukünftig die freie Wahl der Distributionskanäle. Bereits seit dieser Woche kann man als Option den Vertrieb über Amazons Kindle-Store abwählen – was vielen Autoren entgegenkommen dürfte, deren E-Books über KDP bereits gut laufen. Bisher mussten sie bei der Inanspruchnahme eines „General-Distributors“ ohne freie Shop-Wahl die selbst dort eingestellten Titel wieder löschen, womit natürlich auch das Ranking, Bewertungen und Rezensionen verloren gingen. Damit gewinnt Neobooks deutlich an Attraktivität – das von Droemer-Knaur gegründete Portal hat ohnehin einige Vorteile: etwa die kostenlose Vergabe von ISBN-Nummern, aber auch tagesaktuelle Verkaufsstatistiken für alle Kanäle.

Freie Shop-Wahl bisher nur bei Xinxii & feiyr

Einzelne Shops ausschließen konnte man in Deutschland bisher nur bei Xinxii und dem Newcomer feiyr – musste dort allerdings wiederum andere Nachteile in Kauf nehmen. So wird etwa bei Xinxii keine für die Distribution notwendige ISBN gestellt, der selbständige Kauf bei der deutschen ISBN-Agentur ist für Self-Publisher ohne (Verlags-)Gewerbeschein jedoch sehr teuer. Bei dem eigentlich auf Indie-Musik spezialisierten Distributor feiyr erhält man zwar eine ISBN für günstige 50 Cent, dafür werden aber bisher überhaupt keine Verkaufsstatistiken angezeigt (angekündigt für den „Beginn des dritten Quartals“!?).

Auf der Suche nach dem perfekten Distributor

Den wirklich perfekten Distributor gibt’s aber leider immer noch nicht – so muss man bei Neobooks bisher E-Book-Dateien im Word-Format hochladen und umständlich im Online-Editor nachformatieren, der Direkt-Import von fertig gelayouteten epubs ist nicht möglich. Außerdem werden die E-Books in den einzelnen Shops nur mit DRM angeboten. Wie schwer die Qual der Wahl des richtigen Distributors fällt, zeigt auch der tabellarische Vergleich, den Matthias Matting vor einiger Zeit auf selfpublisherbibel.de gepostet hat – immerhin hat Neobooks nun aber wieder einen Pluspunkt mehr als die übrigen Anbieter.

Abb.: Screenshot

Message der Meister von morgen: autoren@leipzig-Award prämiert Self-Publisher

Vor der „Monopolisierung der Buchkultur“ durch „Online-Buchhändler“ warnte Börsenvereins-Vorsteher Honnefelder bei der Eröffnung der Leipziger Buchmesse. Gute Idee, denn immerhin kontrolliert Amazon alleine mittlerweile schon 20 Prozent des deutschen Marktes, angefeuert durch überlegene E-Reader-Technik, aber auch durch innovative Konzepte wie das Kindle Direkt Publishing. Doch die Buchbranche lernt langsam dazu: das zeigen nicht nur Gemeinschaftsprojekte wie das cloudgestützte Lesegerät „Tolino Shine“, sondern auch Erfolgsmodelle im Bereich Self-Publishing – so zum Beispiel die von DroemerKnaur gestartete Community-Plattform neobooks. Zusammen mit neobooks hat die Leipziger Buchmesse nun einen Buchpreis speziell für Indie-Autoren ins Leben gerufen – den „autoren@leipzig-Award“.

Marah Woolf überzeugt mit „MondLichtSaga“

Seit heute stehen die ersten Preisträger fest: den ersten Platz im Bereich Fiction ergatterte Band Eins aus Marah Woolfs Urban-Fantasy-Trilogie „MondLichtSaga“.
„Über 25.000 verkaufte Exemplare lassen bei einem Indie-Autoren-Preis natürlich aufhorchen, aber auch sprachlich konnte ‚MondSilberlicht‘, der erste Teil der Trilogie, überzeugen“, so die Jury zur Entscheidung. Außerdem habe aber die Bewerbung mit kreativen Marketingaktionen, etwa exklusiven Content für Buchblogger, Marah Woolf alias Ina Körner zur würdigen ersten Gewinnerin des autoren@leipzig Awards gemacht. Platz zwei und drei belegt die Autorinnen Carola Wolff mit „Mein erster Selbstmord“sowie Nicola Hotel mit „Rabenblut drängt“.

„Bessere! Romane! Schreiben!“

In der Kategorie Non-Fiction landete Heidi Schmitts Roman „Jubiläumsbecher in der Busspur. Laufgeschichten aus der Provinz und von anderswo“ auf der obersten Stufe des Siegertreppchens. „Was als Blog begann, findet in E-Book und Buch seine würdige Fortsetzung. ‚Jubiläumsbecher in der Busspur‘ hat die Jury mit einem lustigen Cover und einem originellen Titel beeindruckt. Und dann der Inhalt: Heidi Schmitt legt einen anekdotenreichen, unterhaltsamen ‚Insider-Bericht‘ aus der Welt der passionierten Hobbyläufer vor“, so die Juroren. Den zweiten Platz der Kategorie Non-Fiction belegte Stephan Waldscheidt mit „Schneller Bestseller — Bessere! Romane! Schreiben!“,auf Platz drei gelangte Birte Vogel mit „Hannover persönlich“.

Fachprogramm für Autoren gibt Publishing-Tipps

Dotiert sind die beiden 1. Plätze jeweils mit 3.000 Euro, für die hinteren Ränge winken Sachpreise wie etwa ein professionelles Fotoshooting oder eine PR-Beratung. Vom begleitenden Fachprogramm autoren@leipzig können auch andere Self-Publisher, Blogger, Texter und Publizisten profitieren: so werden etwa Crashkurse in Crowdfunding & Crowdsourcing angeboten, Marketing-Tipps für E-Book-Autoren erteilt oder Hinweise zum Networking via Facebook & Co. gegeben. Vor allem kann man in zahlreichen Gesprächsrunden erfolgreiche Self-Publisher und Experten von Self-Publishing-Dienstleistern kennenlernen. Das volle Programm gibt’s hier zum Download. Übrigens: Autoren können sich im Online-Ticketshop als Fachbesucher registrieren und von speziellen Vorteilen profitieren, u.a. vergünstigten Eintrittspreisen.

Abb.: Screenshot