E-Mail bleibt der wichtigste Kanal, meint Google — & webifiziert mit „AMP for Email“ die Elektropost

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Geschätzte 270 Milliarden E-Mails werden Tag für Tag rund um den Globus verschickt — viele davon mit Links, die in Richtung Web oder App führen. Man klickt oder tippt drauf, und schwupp öffnet sich ein neuer Content-Container. Doch warum solche Umwege gehen (zumal manche Adressaten genervt darauf reagieren), fragen sich immer mehr Publishing- und Marketing-Profis — und versuchen, nicht nur so viel Web-Design, sondern auch soviel Interaktivität wie möglich in die E-Mail selbst zu packen.

Pinterest, Booking.com & Doodle machen’s vor

Nun hat sich Google an die Spitze dieser Bewegung gesetzt — das Zauberwort lautet in diesem Fall „AMP for Email“: der Suchmaschinen-Riese will den selbst entwickelten Web-Standard für mobile Webseiten („Accelerated Mobile Pages Standard“) künftig auch in E-Mail-Anwendungen implementieren. Zum Start mit dabei: nicht ganz zufällig Googles eigene GMail-App, sowie als kommerzielle Anwender der neuen Technik Unternehmen wie Pinterest, Booking.com oder Doodle.

E-Mail-Marketing verspricht die höchste Rendite

Wer sich nicht mehr weiterklicken oder tippen muss, sondern gleich in der Mail durch Web-Shops scrollen, den Einkaufskorp packen und bezahlen kann, wird natürlich im Durchschnitt auch zum willigeren Käufer — und so dürfte „AMP für Emails“ gerade im E-Mail-Marketing große Erfolgschancen haben. Immerhin hat das Marketing via Mail schon jetzt den höchsten „ROI“ aller medialen Kanäle, sprich: erzielt die höchste Rendite.

Hoher Nutzwert auch für Verlagsbranche

Nützlich ist das Ganze natürlich auch, wenn man es für Inhalte wie News oder E-Books (bzw. Leseproben) verwendet — der Empfänger kann gleich loslesen, man muss ihn nicht mehr davon überzeugen, einen Link zu aktivieren. Und man darf natürlich nicht vergessen: soziale Netzwerke mit ihren komplexen Ausspielungs-Algorithmen sind im Vergleich zum E-Mail-Marketing eine Black Box, die Reichweite lässt sich nur schwer kontrollieren bzw. abschätzen — per Mail erreicht man die ausgewählten Empfänger direkt, ohne Vermittlungsinstanz.

(Was allerdings auch Spammer und Scammer wissen — so dass dynamische Webinhalte in E-Mails auch auf Kritik stoßen…)

(via FastCodeDesign)

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Organisiere Deine Lesung – vier Tipps für ein klassisches Autoren-Werbemittel

Organisiere-deine-LesungDie Autoren-Lesung ist wohl einer der Werbemittel-Klassiker in der Buchbranche – und deswegen auch für Self-Publisher ein sehr wirksames Marketing-Instrument. Oft ist es aber gar nicht so leicht, eine Lesung zu organisieren. Deshalb bringen wir dir hier vier Tipps näher, die dir dabei helfen können, ein solches Event vorzubereiten, eine passende Location zu finden und die Veranstaltung zu bewerben.

Zielgruppe ansprechen

Halte Deine Augen offen nach geeigneten Locations in Deinem Umfeld. Es ist nie verkehrt, auch Kooperationspartner oder Leute mit ins Boot zu holen, die Dir bei der Werbung und der Organisation helfen können. Lasse Dich von anderen Autoren inspirieren, gehe zu Lesungen und überlege Dir, was Dir gut gefällt und worauf Du lieber verzichten möchtest. Bei all diesen Überlegungen solltest Du aber immer eines im Hinterkopf haben: Deine Zielgruppe.

Als Autor kennst Du Dein Buch und Deine Leser am besten. Wenn Du ein Kinderbuch geschrieben hast, bietet sich eine Vorlese-Stunde in einem Kindergarten oder der Bibliothek vor Ort an. Dein Buch handelt von einem kontroversen oder aktuellen Thema? Dann bietet sich eine Podiumsdiskussion oder ein Interview mit einem Experten an.

Kooperationspartner

Suche dir einen Kooperationspartner, der zu Deinem Buch und dem Thema Deines Events passt.
Dein Liebesroman spielt auf einem idyllischen Weinberg? Dann wäre eine Weinhandlung mitsamt Verkostung eine gute Idee. Lasse Deiner Fantasie freien Lauf!

Eine Buchhandlung ist ein klassischer Kooperationspartner für eine Lesung. Da in Buchhandlungen Lesungen häufiger stattfinden, hat der Buchhändler bestenfalls bereits eine gewisse Expertise auf diesem Gebiet und kann dir fachmännisch bei der Planung zur Seite stehen.

Überlege Dir, was Deine ideale Lesung wäre. Ein Burghof? Ein Raumschiff? Bei Dir im Schrebergarten? Danach solltest Du Dich darauf konzentrieren, wie das in der Realität umsetzbar wäre. Du kannst natürlich nicht mit Deinen Lesern ins All fliegen. Vielleicht gibt es bei Dir in der Nähe aber ein Museum, dass sich mit diesem Thema auseinandersetzt, oder ein Planetarium.

Aktive Werbung

Ziel der Lesung ist es, möglichst viele, darunter auch neue Leser zu erreichen. Daher solltest Du bei der Werbung auch nicht sparen.

Drucke Flyer und Plakate (sowas kostet heute nicht mehr viel). Frage an, ob Du sie in der Bücherei, einem Café oder Bücherladen in Deiner Nähe auslegen darfst. Erstelle eine Facebook Veranstaltung und lade fleißig ein. Melde Deine Lesung bei lokalen Veranstaltungskalendern an. Spreche mit Pressevertretern Deiner lokalen Zeitung, lade sie zu Deiner Veranstaltung ein, um über Dein Buch zu berichten.

Nimm an Veranstaltungen für Autoren und Autorinnen Teil: Ein besonders wichtiges Event im deutschsprachigen Raum ist der Self-Publishing Day. In diesem Jahr findet die jährliche Convention am 10. Juni in Hamburg statt, und ein spannendes Programm erwartet die Teilnehmer. Feiyr und Nova MD (Printbuch/Hörbuch-Vertrieb) werden auch dort vertreten sein und freuen sich auf spannende Gespräche.

Vorbereitung

Auf Deinen Lesungen geht es nur um Dich und um Dein Buch: Überlege Dir also gut, welche Textstellen Du vorlesen möchtest, diese sollten kurz aber prägnant sein.

Übe laut zu lesen, die Texte abwechslungsreich und passend zu betonen, und achte auf Deine Mimik und Gestik. Es kann helfen, Deine Texte im Vorfeld Freunden oder der Familie vorzulesen. Diesen fällt vielleicht noch etwas auf, worauf Du noch gar nicht geachtet hast. Nimm Deine Stimme beim Lesen auf und höre Dir die Aufnahme an. So kannst Du an Stellen feilen, die Dir besonders wichtig sind.

Nicht jeder Besucher Deiner Lesung wird das Buch sofort kaufen, deshalb ist es wichtig, in Erinnerung zu bleiben. Kleine Geschenke wie Lesezeichen oder Postkarten können dazu beitragen – auch kostenlose Leseproben eignen sich gut.
Eine kurze Fragerunde am Ende Deiner Lesung vermittelt den Zuhörern ein Gefühl von Exklusivität und Nähe zu Dir, dem Autor. dadurch lernst Du Deine Zielgruppe besser kennen, um in Zukunft noch besser auf die Wünsche Deiner Leser einzugehen.

Mehr Infos findest Du auf: facebook.com/FeiyrBooks/

Hinweis: E-Book-News ist Medienpartner des Self Publishing Day 2017.

Der Leser im Marketing-Fadenkreuz: Atomic AI unterstützt zielgruppengerechtes Schreiben

atomic-ai-zielgruppengerechtes-schreibenKluge Algorithmen schauen uns beim Schreiben schon lange auf die Finger — sie checken und korrigieren die Orthografie, die Grammatik, zählen die Keyword-Dichte und bewerten sogar die allgemeine Lesbarkeit eines Textes. Eine neue App von AtomicReach geht nun noch einen Schritt weiter: sie berechnet einen genau definierten „Readability“-Score und gibt Hinweise, wie man einen Online-Artikel durch verändertes Schreibweise besser an die gewünschte Zielgruppe anpasst. Das soll die Leserbindung verstärken, und damit am Ende auch die Konversionsrate.

„The most advanced readability engine in the world.“

Denn „Readability“ darf man in diesem Fall getrost gleichsetzen mit „Interaktions-“ oder auch gleich schon „Vermarktungspotential“. Dazu kommt dann noch die zielgruppengerechte Planung, denn auch der Wochentag & die Uhrzeit spielen eine wichtige Rolle. Redakteure können für ihre Autoren außerdem einen „Mindest-Score“ in Sachen Lesbarkeit setzen. Nutzt man alle Möglichkeiten von Atomic AI (derzeit nur für englische Texte verfügbar), soll sich die Konversionsrate via Facebook vervierfachen, die Zahl der Interaktionen verdreifachen, die Zahl der Pageviews verdoppeln. Das zumindest verspricht AtomicReach – und bietet den Service ab 875 Dollar pro Monat an.

Atomic AI bald auch als WordPress-Plugin

Der hohe Preis scheint aber nicht wirklich abschreckend zu wirken: Mittlerweile wurden mit der Software in Nordamerika nach Angaben des Unternehmens bereits mehr als zwei Millionen Texte analysiert und optimiert. Das Echtzeit-Feedback gibt’s bisher nur via Web App direkt bei atomicreach.com, doch weitere Tools sind geplant. So wird Atomic AI demnächst auch innerhalb von Google Docs funktionieren, zudem als Browser-Add On (Chrome) und via WordPress-Plugin direkt beim Bloggen.

(via Techcrunch.com)

Quick Guide: So vermarkten Self-Publisher ihre E-Books via Facebook, Twitter & Instagram

marketing-tipps-fuer-self-publisher-soziale-netzwerkeAm 9. April 2016 fand in München der 3. Self Publishing Day statt — Selbstverleger, Einsteiger sowie Noch-Nicht-Autoren erlebten dort zahlreiche Workshops und Vortragsthemen rund um Self-Publishing, E-Book Marketing und PR-Strategien. Mit dabei als Sponsor & Aussteller war auch der Self-Publishing-Dienstleister Feiyr. Für all diejenigen, die beim #SPDay2016 nicht dabei sein konnten, haben Marleen Olschewski und Maike Hall, bei Feiyr für den Bereich E-Books, Hörbücher und Hörspiele zuständig, einen Quick-Guide zur E-Book-Vermarktung auf Facebook, Twitter und Instagram geschrieben.

Soziale Netzwerke: Unverzichtbar bei der E-Book-Vermarktung

Self Publishing ist für Autoren, die unabhängig von einem Verlag Ihre Bücher genau nach Ihren Wünschen und Vorstellungen veröffentlichen möchten, eine sehr gute Option. Auch wenn man sich noch keinen „großen Namen“ gemacht hat, werden die eigenen eBooks auf allen großen Plattformen angeboten. Soziale Netzwerke bieten den Autoren dabei optimale Möglichkeiten, mit ihren Lesern zu interagieren und die Werbetrommel für sich zu rühren. Die Reichweite ist sehr groß und auch potenzielle Leser, die sonst gar nicht auf das eBook gestoßen wären, können erreicht werden.

FACEBOOK

Unter www.facebook.com/pages/create.php kann jeder Autor eine Fanseite für sein eigenes eBook einrichten. Auf Deiner Fanseite können Preisaktionen und Gewinnspiele verbreitet sowie Fotos und Videos geteilt werden, und vieles mehr. Man sollte mindestens dreimal pro Woche posten und versuchen, mit Fans zu engagieren, indem man ihre Kommentare antwortet und „Likes“ verteilt. Diesbezüglich verfügt Feiyr über zwei Facebook Seiten, „Feiyr-books“ und „Your eBook Promo“: Auf den Seiten werden regelmäßig Infos rund um eBooks, Hörbücher und Hörspiele veröffentlicht und bereits veröffentlichte eBooks beworben. Kunden können ihr eigenes Posting buchen und somit mehr Reichweite für ihr eBook generieren und potentielle Leser erreichen.

TWITTER

Unter den gängigen Social Media Kanälen ist Twitter das beste Kommunikations-Medium: Über Twitter kann man neue Leser gewinnen und die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Wie kann man Twitter richtig nutzen? Nach der Anmeldung sollten Einsteiger sofort twitternden Autoren und berühmten Persönlichkeiten folgen, die ihnen auch zurückfolgen könnten. Man sollte mindestens einmal am Tag twittern: Das kostet sicher nicht so viel Zeit, weil ein Tweet maximal 140 Zeichen groß sein kann. Es ist wichtig, mit seinen eigenen Followern zu interagieren, z.B. indem man Beiträge liket und re-tweetet. Schließlich kann man auch seine eigenen Beiträge twittern: Das können entweder Kurztexte sein aber auch Verweise auf längere Texte. So entspinnt sich eine Diskussion, der auch andere Twitterer beitreten, die so auf den Namen eines Autors stoßen. Hier kann ein Autor seine Meinung äußern und zeigen, dass er Fantasie hat.

INSTAGRAM

Ein Tool, das viele Autoren und Selfpublisher gerne mögen und das sich positiv auf ihre Verkäufe auswirkt ist die Foto-App Instagram. Wenn ein Autor sein eBook auf Instagram vermarkten will, sollte er nicht vergessen, schöne und aussagekräftige Bilder zu posten, die die Story seines eBooks erzählen bzw. sein Werk so besonders machen. Die Instagram-App ermöglicht es auch, Fotos aufzuhellen, zuzuschneiden und mit Filtern zu bearbeiten, bis sie perfekt sind. Man kann aber auch spezielle Fotobearbeitungs-Apps verwenden, um die eigenen Bilder perfekt zu machen. Autoren sollten ihre Werke auf jeden Fall mit den richtigen Keywords ausstatten, um ihre Auffindbarkeit zu verbessern. Mit Followern interagieren, Kommentare beantworten und Bilder anderer User zu liken ist auch extrem wichtig. Man sollte regelmäßig posten (einmal pro Tag reicht völlig) und last but not least lässt sich Instagram auch zu Promo-Zwecken nutzen, wie z.B. Werbeaktionen.

„Buchhandel sollte flexibler auf Self-Publishing-Trend reagieren“ – Sönke Schulz (tredition) im Interview

Soenke-Schultz-TreditionQuo vadis, Self-Publishing – welche Fähigkeiten muss man mittlerweile als erfolgreicher Autor mitbringen? Wie wichtig ist Marketing? Welche Dienstleistungen überlässt man besser Profis? Diese und weitere Fragen stellen wir im Vorfeld des Self-Publishing Days 2015 den dort präsenten Ausstellern. Heute im Interview: Sönke Schulz, Mitgründer und Geschäftsführer von tredition. Das 2006 gegründete Unternehmen hat sich auf Verlags- und Publikations-Dienstleistungen für Autoren, Verlage und weitere Medienschaffende spezialisiert, insbesondere das Optimieren von Auflagenmanagement, Vertrieb und Abrechnungswesen.

E-Book-News: Self-Publisher müssen viele Dinge beherrschen, die über das bloße Schreiben hinausgehen. Was sind die wichtigsten Qualifikationen, die man im Jahr 2015 mitbringen sollte?

Sönke Schulz: Die wichtigsten Qualifikationen sind aus unserer Sicht die folgenden: Professionalität und hoher Anspruch, Marktkenntnis aufbauen, Marketinggespür und Kommunikationskompetenz, und nicht zuletzt Ausdauer.

  • Professionalität und hoher Anspruch:

Bei stetig steigenden Titelzahlen im Buchmarkt wachsen Konkurrenz und Leseransprüche gleichermaßen. Es ist deshalb unverzichtbar, dass ein Buch inhaltlich überzeugt und konzeptionell und stilistisch anspruchsvoll umgesetzt ist. Dazu gehört ein professionelles Coverdesign ebenso wie ein aussagekräftiger Klappentext und natürlich einwandfreie Rechtschreibung und Grammatik. Und immer gilt: Nur wer wirklich etwas zu sagen hat, wird auch erhört. Je weniger austauschbar eine Geschichte ist, desto größer die Chance, Aufmerksamkeit zu erlangen und Interesse zu wecken.

  • Marktkenntnis aufbauen:

Wie viele Neuerscheinungen gibt es pro Jahr auf dem Buchmarkt? Welchen Stellenwert hat das e-Book im Umsatzgefüge? Welche Thementrends bilden sich heraus? Für Self-Publisher ist es wichtiger denn je geworden, sich über die Entwicklungen auf dem Buchmarkt zu informieren und diese in ihren Entscheidungen in Betracht zu ziehen. Wer sich beispielsweise vor Augen führt, dass der Großteil des Buchumsatzes in Deutschland nach wie vor auf gedruckte Bücher entfällt, wird sich vernünftigerweise dagegen entscheiden, sein Buch nur als E-Book zu publizieren.

  • Marketinggespür und Kommunikationskompetenz:

Wer sich Gehör verschaffen will, muss seine Zielgruppe gut kennen und herausfinden, über welche Plattformen diese am besten zu erreichen ist; immer mehrgleisig fahren und so die Auffindbarkeit des eigenen Buches erhöhen (klassische Medien ebenso kontaktieren wie Blogs, soziale Netzwerke nutzen); sukzessive eine Kontaktwelt aufbauen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Autoren bzw. den Meinungsaustausch mit den Lesern suchen.

  • Ausdauer:

Bei über 90.000 Neuerscheinungen pro Jahr in Deutschland ist die Herausforderung, das Leserinteresse auf das eigene Buch zu lenken, enorm. Deshalb gilt für alle Maßnahmen, die Autoren und Dienstleister ergreifen, um ein Buch bekannt zu machen: Nicht frühzeitig die Flinte ins Korn werfen, sondern die Vermarktungsmaßnahmen selbstkritisch hinterfragen, neue Ideen entwickeln und ausprobieren und dabei den persönlichen Kontakt suchen. Vielleicht ist die Bereitschaft des Cafés um die Ecke, eine Lesung abzuhalten, größer als gedacht? Oder es finden sich spezielle Themenportale im Internet, die offener sind für eine Buchvorstellung als ein klassischer Buchblog? Es gibt keinen Marketingansatz, der es nicht wert ist, ausprobiert zu werden.

Self-Publisher machen nicht alles selbst, sie brauchen bei manchen Dingen externen Sachverstand. In welchen Bereichen sind solche Dienstleistungen besonders wichtig?

Das A und O ist ein professioneller Vertrieb. Je weitreichender ein Buchtitel im Buchmarkt erhältlich ist, desto größer ist die Chance, von potenziellen Lesern entdeckt zu werden. Der Vertrieb im gesamten Buchhandel (stationär und online, als gedrucktes Buch und als E-Book) ist also ein wesentlicher Erfolgsfaktor für jedes Buch. Da es dafür individueller Verträge mit einer Vielzahl von Handelspartnern bedarf, ist das für den einzelnen Autoren kaum zu leisten. tredition hat es sich seit jeher zum Ziel gesetzt, jedem Buch seinen Markt zu erschließen und die Verkaufschancen zu maximieren, daher ist der flächendeckende Vertrieb in Deutschland und international eine Dienstleistung, von der jeder tredition-Autor profitiert. Davon abgesehen gilt: Jeder Autor sollte selbstkritisch seine eigenen Stärken und Schwächen bzw. sein Know-how bewerten und auf dieser Basis entscheiden, in welchen Bereichen er Dienstleistungen in Anspruch nehmen sollte, dazu gehören vor allem ein professionelles Lektorat, grafische Tätigkeiten für Illustrationen, Cover oder komplette Buchumschläge, Übersetzungstätigkeiten.

Mit der Produktion eines Buches ist es nicht getan, es muss sich ja auch verkaufen. Welche Rolle spielt das Marketing im Self-Publishing-Sektor?

Marketing ist neben dem flächendeckenden Vertrieb eines Buches unverzichtbar, um für entsprechende Leseraufmerksamkeit zu sorgen. Einmal abgesehen von der besagten Vielzahl der Neuerscheinungen, mit denen ein Autor um die Lesergunst konkurriert, steht jedes Buch auch zunehmend im Wettbewerb mit anderen Medien. Die Herausforderungen an die Vermarktungsarbeit steigen also. Als Self-Publishing-Dienstleister lässt tredition Autoren mit dieser wichtigen Aufgabe nicht alleine. Jedes bei tredition veröffentlichte Buch wird mit individuellen Marketingmaßnahmen beworben. Dazu gehört eine individuelle Pressemitteilung, Social Media und Blog Marketing sowie der kostenlose Versand von Rezensionsexemplaren an Journalisten. Ebenso sorgen wir mit Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung dafür, dass jedes Buch sehr gut im Internet auffindbar ist.
Auf dieser Basis können Autoren mit eigenen Marketingmaßnahmen aufbauen. Meist ist es ein Mix verschiedener Aktivitäten, ob Social Media, Pressearbeit oder Veranstaltungen, die idealerweise ineinandergreifen und auf das Thema abgestimmt sein sollten. Wichtig ist dabei die frühzeitige Planung. Idealerweise sollten beim Schreiben des Buches bereits erste Marketingideen mitgedacht werden.

Der klassische Buchhandel ist für viele Self-Publisher noch ein unentdecktes Land. Wie lässt sich das zukünftig ändern?

Hier sind Autoren, Self-Publishing-Dienstleister und der Buchhandel gleichermaßen gefragt, neue Ansätze für die Zusammenarbeit zu entwickeln. Unser Eindruck ist, dass eine wachsende Anzahl an Buchhändlern ausgewählte Self-Publishing-Titel als Bereicherung für das eigene Sortiment erachtet. Eine große Rolle spielen dabei der regionale Bezug des Buches und der Aktualitätswert des Themas. Ein Beispiel ist das bei tredition erschienene Fußball-Quizbuch „Der Weg zum vierten Stern“,das sich inhaltlich auf die Fußball-WM 2014 bezieht und aufgrund dieses populären Themas einen Platz auf den Präsentationstischen des Buchhandels eroberte.
Abgesehen von solchen Einzelerfolgen, die Autoren selbst stark beeinflussen können, wäre es wünschenswert, wenn mehr Buchhändler für Marketingkooperationen mit Self-Publishing-Dienstleistern offener werden würden. Was spricht gegen einen Präsentationstisch mit Titeln unabhängiger Autoren oder eine Lesungsreihe mit Self-Publishern aus der Region? Das böte die Chance, den eigenen Status als der Buchhändler vor Ort zu unterstreichen und Kunden zu binden. Davon können alle Beteiligten nur profitieren.
Die Einkaufsmodalitäten des Buchhandels bezüglich Remissionsrecht, Zahlungszielen und Rabatten sind nur schwer mit der Veröffentlichungsweise im Self-Publishing vereinbar. Wenn Buchhändler Self-Publishing als Chance erkennen, neue Umsatzquellen zu erschließen, ist auch eine größere Flexibilität bei den Geschäftsgepflogenheiten gefragt.

Momentan geht der Trend in Richtung Flatrate-Lektüre und E-Book-Abo. Welche Herausforderungen bringt das für die Autoren, aber auch für die Selfpublishing-Dienstleister?

Aufgrund der wachsenden Anzahl an Self-Publishing-Titeln und der Konvertierung von Backlist-Titeln durch traditionelle Verlage wird sich die Anzahl lieferbarer E-Books in den kommenden Jahren vervielfachen. Das niedrige Preisniveau von E-Books – gerade im Bereich Self-Publishing – führt dazu, dass bei steigender Titelanzahl der Ertrag pro Titel deutlich sinken wird.
Durch Flatrate- und Abomodelle werden Verkaufspreis- und Umsatzniveau von E-Books zusätzlich gedrückt. Die Folge: Jeder Autor, jeder Dienstleister und jeder Verlag verdient künftig immer weniger pro E-Book. Es ist also keinesfalls ökonomisch sinnvoll, das eigene Buch ausschließlich als E-Book herauszugeben und auf die gedruckte Ausgabe zu verzichten. Zumal sich das E-Book eher als Ergänzung, denn als Substitut für das gedruckte Buch zu etablieren scheint.
tredition ermöglicht es aufgrund der oben beschriebenen Entwicklungen jedem Autor, sein Buch zugleich als Paperback, Hardcover und E-Book herauszugeben. Für jede E-Book-Veröffentlichung gilt aufgrund der oben beschriebenen Entwicklungen: Dem Käufer muss die Suche nach dem gewünschten Titel erleichtert werden, um die Verkaufschancen in einem immer dichter besetzten Markt zu erhöhen. Dienstleister können dies anhand der Metadaten positiv beeinflussen. Zugleich stehen Händler und E-Book-Shops in der Pflicht, die Titelsuche komfortabler zu gestalten.
Flatrate-Angebote sind im übrigen vornehmlich von belletristischen Titeln geprägt und weniger von Sach- und Fachbuchtiteln. Self-Publishing hingegen bietet gerade Fachbuchautoren hervorragende Möglichkeiten, schnell, unkompliziert und zu niedrigen Kosten Fachwissen an die Leserschaft zu bringen, die für diesen Mehrwert auch eine entsprechende Preisbereitschaft mitbringt.

Welche Themen werden Sie den Teilnehmern des SPDay15 in Münster näherbringen?

Die Vermarktung des eigenen Buches wird einen wichtigen Schwerpunkt unseres Workshops bilden. Self-Publisher erfahren, von welchen Marketingleistungen sie bei tredition profitieren und welche Erfolgsfaktoren für eigene Marketingmaßnahmen gelten. Beispiele für Marketingstrategien erfolgreicher tredition-Autoren regen dabei die eigene Kreativität an und sind wertvoll für die eigene Werbeplanung. Nach dem Workshop werden die Teilnehmer zudem mit wichtigem Know-how rund um die Buchveröffentlichung ausgestattet sein. Was ist bei der Auswahl eines Dienstleisters zu beachten? Wie lässt sich ohne grafische Vorkenntnisse ein Buchumschlag gestalten? Was ist bei der Formatierung des Buchblocks zu beachten? Abgerundet wird der Workshop mit Know-how über den Buchmarkt als wertvolle Entscheidungsgrundlage für die eigenen Publikations- und Marketingstrategien.

[Aktuelles Stichwort] Buchtrailer – Bewegtbild-Marketing für Buchstaben


[Dieser Artikel ist eine Preview aus: „das große e-book & e-reader abc“, das mehr als 200 aktuelle Stichwörter von Adobe-ID bis Zweifinger-Zoom enthält. Es ist digital und gedruckt im Oktober 2014 erschienen – und kann direkt bei ebooknews pressbestellt werden…]

Buchtrailer (von: Trailer, engl. Filmvorschau), vor allem online verbreiteter Video-Clip, mit dem neu erschienene Bücher beworben werden, wobei die jeweilige Inszenierung von einfachen Standbildern und musikalischer Untermalung über Animationen bis hin zu von Schauspielern gestellten Szenen und gesprochenen Dialogen reicht. Gut gemachte Buchtrailer können die >>Discoverability deutlich erhöhen, vor allem durch die Verbreitung von Links bzw. eingebetteten Videos in sozialen Medien.

Neben Verlagen nutzen auch Self-Publisher Buchtrailer als Marketing-Instrument (vgl. das Portal indie-buchtrailer.de), in der Regel werden für die Produktion spezielle Dienstleister beauftragt, in Deutschland z.B. die Hamburger Agentur LitVideo (vgl. Videoübersicht auf litvideo.de/video). In den USA ist die Buchtrailer-Plattform BookReel.com sehr populär, von Publishers Weekly wurde sie als „MTV für Bücher“ beschrieben.


[Dieser Artikel ist eine Preview aus: „das große e-book & e-reader abc“, das mehr als 200 aktuelle Stichwörter von Adobe-ID bis Zweifinger-Zoom enthält. Es ist digital und gedruckt im Oktober 2014 erschienen – und kann direkt bei ebooknews pressbestellt werden…]

Mike Shatzkin: „Bücher vermarkten wird zukünftig wichtiger als Bücher verlegen“

Müssen die Verlage der Zukunft vor allem Verkaufsmaschinen sein? Branchen-Guru Mike Shatzkin jedenfalls sieht im Marketing die zentrale Säule für die Buchmacher von morgen – vor allem, wenn es um E-Books & Online-Handel geht: „Vor fünfzig Jahren wählten die Lektoren Bücher aus, und die Leute im Verkauf mussten dafür sorgen, dass sie sich verkauften. Vor dreißig Jahren wählten sie immer noch aus, fragten aber schon mal bei den Leuten im Verkauf nach, was sie darüber dachten. In zehn Jahren werden die Marketing-Abteilungen den Lektoren sagen, dass das Publikum ein Buch zu einem bestimmten Thema braucht oder haben möchte“, schreibt Shatzkin auf idealog.com („The Shatzkin Files“).

Natürlich gab’s so etwas wie Produktmanagement und strategische Programmentwicklung auch früher schon in der Verlagsbranche – doch durch soziale Medien, Suchmaschinen, Online-Werbung etc. seien so viele neue virtuelle Vermarktungsmöglichkeiten hinzugekommen, dass ein selbst ein ganzes Heer von Handelsvertretern keinen entscheidenden Vorteil mehr bringen werde, wenn man wiederholt auf das falsche Pferd setzt. Wichtig sei stattdessen, möglichst viel darüber zu wissen, was die Leser tatsächlich wollen. Es geht also um „Big Data“, vorausgesetzt, man verfügt auch darüber. Am besten weiß zur Zeit wohl Amazon über die Buchhandels-Kunden bescheid – und nutzt das Wissen, um selbst verlegerisch tätig zu werden.

Doch tatsächlich fällt auf, dass auch die Konzepte vieler Verlags-Startups im E-Book-Sektor sich besonders um Dinge wie Direct-to-Customer, Discoverability, Leser-Feedback oder den Aufbau von Nutzer-Communities drehen. Traditionelle Verlage versuchen oft mühsam, mit solchen Entwicklungen Schritt zu halten – bei den Newcomern wird dagegen von Anfang an aus der Perspektive des elektronischen Lesens gedacht, das eben völlig anders funktioniert als die schwarze Kunst der Vergangenheit. Insofern hat Shatzkin nur bedingt recht, wenn er eine grundsätzliche Verschiebung von verlegerisch inspirierten Verlagsgründungen in Richtung marketing-orientierter Verlagsgründungen ausmacht.

Wer sich bewusst entscheidet, E-Books zu verlegen, wofür ja alleine schon finanzielle Aspekte sprechen, muss von vorneherein außerhalb traditioneller Branchenstrukturen denken – statt Barsortimenter, Buchhändler oder das Feuilleton vom eigenen Produkt zu überzeugen, gilt es vor allem die digitale Aufmerksamkeitsökonomie zu hacken. E-Books verlegen heißt also immer auch E-Books online vermarkten, denn einen anderen Weg zum Kunden gibt es gar nicht. Das kann in Zukunft sogar Vorteile verschaffen: „Wer sich exzellent zu vermarkten weiß, wird den Übergang der Verlagsbranche in das digitale Zeitalter überleben“, verspricht Shatzkin.

Abb.: Flickr/Andrew Hefter (cc)

Bestseller oder Best-Give-Away? Kostenlose E-Books für den Kindle als Erfolgsmodell

amazon e-book gratis free pricing.gifKostenlos als Geschäftsmodell? In Amazons E-Store für den Kindle-Reader scheint das zu funktionieren. Immer mehr Autoren und Verlage gelangen mit Gratis-E-Books an die Spitze der Beliebtheitsskala. Das Kalkül dahinter: den Verkauf anderer Ausgaben – ob digital oder Print – kräftig anzukurbeln. Doch bei aller Experimentierfreude werden für das Umsonst-Marketing meistens Titel aus der Backlist genutzt.

Free is not a business model? Von wegen..

Kaum ein Aspekt von E-Books ist so umstritten wie das Pricing – denn in der Praxis reicht die Spanne vom Hardcover-Preis bis zu Null komma null. Das Gesetz der digitalen Ökonomie macht’s möglich – schließlich entstehen beim Absatz von E-Books praktisch keine Vertriebskosten. Das ermöglicht ganz neue Marketing-Strategien – etwa das Ankurbeln der Print-Verkäufe durch Gratis-E-Books. Wie Chris Anderson in seinem Bestseller „Free – The Future of a radical Price“ ganz richtig feststellt, ist kein Produkt so konkurrenzfähig wie eben ein kostenloses. Den Beweis hat er selbst angetreten: in den USA brachte Anderson sein Buch über zeitlich befristete Gratis-Downloads direkt auf die Bestsellerliste der New York Times.
„Free is not a business model“, zitierte die New York Times nun Harper Collins Chef Brian Murray. Auch viele deutsche Verlage denken so – trauen sich aber immerhin, im Internet kostenlose Leseproben vieler Titel anzubieten.

Gratis-E-Books stürmen die Bestseller-Listen

In den USA ist man offenbar schon etwas weiter – selbst bei Harper Collins. Die New York Times führt verschiedene Beispiele an, wie Autoren mit der Umsonst-Strategie auch zum kommerziellen Erfolg gelangt sind. Kürzlich rückten etwa „Cape Refuge“ und „Southern Storm“ auf Platz 1 und 2 der Kindle-Charts vor – nicht ganz zufällig: die beiden Thriller aus der Feder von Terri Blackstock gibt’s nämlich bis Ende Januar gratis. Hinter der Aktion steckt Blackstocks Verlag Zondervan – der wiederum zu Harper Collins gehört. Ähnlich erfolgreich war aber auch „Suite Scarlett“: der Debütroman von Maureen Johnson schaffte es immerhin auf Platz 3 der Kindle-Bestseller. Die Hardcover-Version der Fortsetzung, „Scarlett Fever“, kommt im Februar heraus – für genügend Aufmerksamkeit ist jetzt zumindest gesorgt. “Gehen die Leute in einen Buchladen, sehen sie normalerweise tausende Bücher aus Stephenie Meyers ‚Twilight Serie‘. Mein Buch liegt irgendwo darunter begraben“, so Johnson gegenüber der NYT zum grundlegenden Problem für B-Autoren.
„Wenn man ganz oben auf der Bestseller-Liste steht, ist das für sich allein genommen bereits Publicity“, bestätigt auch ihre Autorenkollegin Brandilyn Collins, das dritte von der NYT angeführte Beispiel. Ihre Romane “Exposure” and “Dark Pursuit” sind immer noch umsonst zu haben und rangieren auch weiterhin unter den Top 10. Über die Qualität sagen reine Download-Zahlen natürlich nichts – gerade Werke aus dem Bereich der „Christian Fiction“ wie etwa Blackstock oder Collins stoßen bei der Mainstream-Kritik auf Ablehnung. Doch nicht umsonst hat Chris Anderson in „Free“ veranschaulicht: ein Preis von 0 Cent ist in jeder Wettbewerbssituation zunächst einmal das entscheidende „Verkaufs-„Argument.

Die Risikofreude ist bei Titeln aus der Backlist am größten

Eins fällt zudem auf: meistens handelt es sich bei den „Giveaways“ um ältere Titel. Mit ihnen gehen die Autoren kein großes Risiko ein. Auch echte Bestseller-Autoren in den USA sind bei Titeln aus der Backlist experimentierfreudiger – in letzter Zeit gab es öfter Berichte über Amazon-Deals, die gegen eine Niedrigpreis-Garantie eine besonders günstige Tantiemen-Regelung versprachen: mindestend fifty-fifty. Neuerdings bietet Amazon über die Self-Publishing-Plattform DTP sogar siebzig Prozent Umsatzbeteiligung an. Das dürfte das Angebot an günstigen E-Books weiter anwachsen lasen. Für viele Veröffentlichungen aus den Neunziger Jahren liegen oft die E-Book-Rechte noch bei den Autoren, da die Verträge damals noch keine expliziten Regelungen enthielten. Ob auch die deutschen Leser davon profitieren, bleibt allerdings abzuwarten. Bisher beschränkt sich die Experimentierfreudigkeit vieler Verlage eher auf die Entscheidung, ihre Backlist wie auch aktuelle Titel überhaupt als E-Book zu verkaufen.

Sci-Fi zur Buchmesse: Smarte Plakate schicken drahtlos Leseproben aufs Handy

interaktives-plakat-von-stroer-bringt-per-bluetooth-leseproben-auf-das-handyIm Umfeld der Buchmesse werden interaktive Plakate getestet: zu den auf der Werbefläche dargestellten Bestsellern aus der Spiegel-Liste können sich Passanten per Bluetooth Leseproben auf das Handy laden – bei zwei Drittel aller Mobiltelefone soll das aktuell funktionieren. Hinter dem Pilotprojekt stehen die Zeitschrift Buchreport sowie der Außenwerbe-Spezialist Ströer. Die sogenannten City-Light-Poster stehen hauptsächlich an gut besuchten Nahverkehrsstationen.

Werden Bücher zum Poster-Child der handygestützten Einkaufskultur?

Das Buchmarketing der Zukunft setzt auf drahtlose Kommunikation: nach Angaben von Ströer wurde bereits deutschlandweit ein Bluetooth-City-Netz an 300 der meist frequentierten Nahverkehrsstationen aufgebaut. Das Unternehmen vermarktet europaweit rund 280.000 Werbeflächen. Erste Tests in Verbindung mit den City-Light-Postern liefen seit 2008 mit Musik und Filmtrailern. Der Service braucht kein Internet und ist für die Teilnehmer kostenfrei. Etwa sechzig Prozent der derzeitigen Mobiltelefone sollen die jetzt angebotenen Leseproben herunterladen können. Von der Leseprobe bis zum Buchkauf per Handy ist der Weg nicht mehr weit: die Bluetooth-Schnittstelle liefert auf Wunsch in Zukunft auch ein mobiles Shopping-Portal. „Bücher werden sicher das dynamischste Segment des Einkaufs per Handy sein“, schätzt Jaroslav Zajicek, Leiter strategisches Marketing bei Ströer. Möglich wäre sowohl der Download eines E-Books oder MP3-Hörbuchs auf das Handy, aber natürlich auch die drahtlose Bestellung der Papierversion. Zum Start gibt es nach Angaben von Buchreport z.B. Leseproben von Stephenie Meyer („Bis(s) zum Abendrot“, Carlsen), David Nicholls („Zwei an einem Tag“, Kein & Aber) und William Paul Young („Die Hütte“, Allegria). Allerdings sind nicht alle Titel der Bestseller-Liste mit dabei – die entsprechenden Bücher mit digitalen Probierhäppchen sind auf den interaktiven Plakaten entsprechend gekennzeichnet.