„Also gut, Ihr werdet Euren Serienmörder bekommen…“: STRAFE – Alte Sünden

Strafe-Alte Sünden-Klaus Seibel-Thriller„Wenn du heute noch mit einem Thriller bei einem Verlag landen willst, musst du mindestens einen Serienmörder liefern.“ Das war der Rat einer renommierten Agentin an mich. „Also dann, wenn ihr das unbedingt wollt… Dann werdet ihr euren Serienmörder bekommen“, war meine innere Antwort darauf, auch wenn ich inzwischen keinen Verlag mehr suche, weil ich liebend gerne Selfpublisher bin.

Die Täter sollen nicht mehr schlafen

Bei dieser Herausforderung wollte ich aber nicht das verraten, wofür meine Bücher auch in anderen Genres stehen: gut recherchiert und mit einer besonderen Idee. Herausgekommen ist mit „STRAFE – Alte Sünden“ ein Thriller zu einem heißen Thema: Missbrauchsfälle in der Kirche. Ist es gerecht, wenn Täter besser schlafen als ihre Opfer? Ist es gerecht, wenn die einen ein Leben lang unter der Tat leiden, während die anderen nach einer kurzen Buße das Leben genießen? Nein, haben einige Männer entschieden und holen die Strafe nach. Aber nicht irgendwie. Sie nehmen sich die Kirche selbst zum Vorbild. Was sie über Jahrhunderte anderen angetan hat, fällt nun auf ihre Priester zurück. Mittelalterliche Rechtsprechung platzt in unsere moderne Zeit.

Die SOKO Foltermord ermittelt

Die beschriebenen Strafen sind keine Phantasie. Sie basieren auf Informationen aus dem Fachbuch des Rechtswissenschaftlers Wolfgang Schild: Folter, Pranger, Scheiterhaufen. So ist es tatsächlich zugegangen – und das sorgt für ein ganz anderes Gänsehaut-Gefühl. Die SoKo „Foltermord“ ermittelt unter Hochdruck; schneller sind nur die Täter, die bereits das nächste Opfer für seine Strafe vorbereiten.

STRAFE – Alte Sünden: Preisaktion bis 14.09.

Wenn SIE schnell sind, können Sie den Thriller „STRAFE – Alte Sünden“ zum Einführungspreis von 0,99 Euro bekommen. Das E-Book gibt es bei Amazon, Kobo, Thalia und allen anderen guten Shops. Das gedruckte Buch ist über jede Buchhandlung zu bekommen.

Tolinos neue Plattform für Selfpublisher nutzen – ein erster Eindruck

tolino-self-publishing-frontendDas für Selfpublisher wohl bedeutendste Ereignis der Woche oder sogar des Jahres ist die neue Selfpublishing-Plattform der Tolino-Allianz, zu finden unter www.tolino-media.de. Auf den ersten Blick macht die Plattform einen guten Eindruck, alles wirkt aufgeräumt und benutzerfreundlich, einige gute Ideen sind eingebaut. Will man ein neues E-Book hochladen, werden einem zwei Felder angeboten, in die man die Dateien nur hineinziehen muss. Eine ist für den Inhalt, als Formate sind Worddokumente und epub erlaubt, das andere Feld ist für das Cover im jpg-Format (unbedingt Mindestgröße beachten).

Upload mit Hindernissen

Mein erster Uploadversuch schlägt fehl, der zweite und dritte auch. Angeblich wird mein Format nicht erkannt. Da ich weiß, dass es bei Kollegen funktioniert, wechsle ich den Browser. Was bei Chrome nicht klappte, geht dann beim Internetexplorer mit der gleichen Datei problemlos. Allerdings nicht mit allen. Ein E-Book wird von der Plattform partout nicht akzeptiert, wobei es genauso entstanden ist wie die anderen Bücher: erstellt mit Jutoh, geprüft mit EpubCheck und für fehlerfrei befunden, und abschließend noch mit Calibre getestet. Als Meldung von Tolino bekomme ich, ich solle doch bitte ein valides epub hochladen. Mmh. Ich kann das Problem nur an den Support weiterreichen.

„Polizeiarbeit“ statt „Krimi“?

Auf der nächsten Seite werde ich bei den funktionierenden E-Books durch zahlreiche Felder geführt, die es auszufüllen gilt. Autor, Titel, Seitenzahl sind normale Angaben, die einfach nötig sind. Witzig ist, dass das sehr beliebte Genre Krimi mit Mystery zusammengefasst ist und man auch bei der späteren Auswahl nicht einfach Krimi ankreuzen kann. Ich wähle „Polizeiarbeit“, denn die anderen gefallen mir noch weniger. Ob die Leser nach diesen Genres suchen?

Autorenvita & Impressum automatisch erstellt

Schwierig bis problematisch sind auf dieser Seite die Felder zur Autorenvita und zum Impressum, denn sie sind Pflicht. Und sie werden im E-Book erscheinen. Der Gedanke dahinter mag sein, dass diese Angaben in einem guten E-Book nicht fehlen dürfen. Das wissen erfahrene Selfpublisher aber schon länger und haben diese Angaben in ihren E-Books bereits. Da man diese Felder aber ausfüllen muss und sie dann von der Tolino-Software ins E-Book eingearbeitet werden, werden sie dann dort doppelt sein. Sollte man seine eigenen vorher rausnehmen? Das ist erstens viel Arbeit und wirft ein bestehendes Inhaltsverzeichnis durcheinander, und zweitens kann ich in den Pflichtfeldern die Angaben kaum so machen, wie ich sie möglicherweise im Einzelfall brauche oder gerne hätte.

Was wird Tolino aus dem E-Book machen?

Das führt unmittelbar zum schwierigsten Problem: Wie wird das E-Book aussehen? Nachdem man alle Felder ausgefüllt hat, was ziemlich einfach geht, muss man noch einen Preis angeben und erhält eine Zusammenfassung seiner Angaben. Sind alle Dateien vorhanden und die Pflichtfelder ausgefüllt, darf man auf „Veröffentlichen“ klicken. Ab jetzt übernimmt Tolino. Nur, was macht Tolino daraus? Was werden die Leser sehen? Trotz intensiver Suche finde ich keine Möglichkeit, mein E-Book vor der Veröffentlichung testweise herunterzuladen und zu prüfen. Jeder, der bereits E-Books erstellt hat, weiß, wie wichtig das ist. Keine Software arbeitet perfekt, aber ein guter Selfpublisher möchte seinen Lesern Qualität abliefern.

Qualitätssicherung als Problem

Dieses Problem ist umso drängender, weil Tolino mein vorher von mir abgeliefertes epub verändert. Es werden Seiten hinzugefügt, aber an welche Stellen? Passt das da und wie sieht das dann aus? Zur Katastrophe kann die Angelegenheit werden, wenn man kein epub sondern eine Word-Datei hochgeladen hat. Für gewöhnlich ist eine Word-Datei so von sichtbaren und unsichtbaren Steuerzeichen durchsetzt, dass eine Konvertierung im ersten Wurf nicht gelingt. Und das dann blind zu wagen, ohne das Ergebnis kontrollieren und verbessern zu können, ist abenteuerlich. Vom Hochladen einer Word-Datei kann ich nur abraten. Auf dem Endprodukt, das der Leser dann vor Augen hat, steht nämlich der Name des Autors und nicht „Made bei Tolino“. Und kein Autor möchte wohl, dass die Leser schon beim äußeren Erscheinungsbild denken „Der kann das nicht.“

Hat man es gewagt, auf „Veröffentlichen“ zu klicken, kann man anhand der Statusmeldungen sehr schön verfolgen, wie weit der Veröffentlichungsprozess gediehen ist. Wenn sich das E-Book verkauft, kann man das in Statistiken nachvollziehen genauso wie das verdiente Honorar. Über die Qualität der Statistiken lässt sich von meiner Seite aus nichts sagen, denn so weit ist es noch nicht. Bis ein E-Book im Shop ist, dauert es ein paar Tage. Aber wenn das Honorar hoch genug ist, wird man da sicher über das eine oder andere hinwegsehen ☺

Fazit: Konzeptionelle Entscheidungen gefordert

Fazit: Die technischen Probleme beim Upload sind Kinderkrankheiten und werden demnächst behoben sein. Die konzeptionellen Probleme bei den Pflichtfeldern erfordern eine Entscheidung, was Tolino will. Will man die Selfpublisher zu ihrem Glück der vollständigen Angaben zwingen oder lässt man ihnen die Freiheit, alle notwendigen Angaben selbst einzubauen. Ich bin für das Letztere, denn gute Selfpublisher sind Profis, denen man nichts mehr zum Impressum sagen muss. Allen, die es noch nicht wissen, könnte man einen einfachen Leitfaden zum Erstellen eines guten E-Books zur Verfügung stellen. Ein absolutes Muss für eine Plattform mit Qualitätsanspruch ist eine herunterladbare Testversion des jeweiligen E-Books. Hier darf Tolino nicht hinter anderen Shops zurückstehen, denn spätestens, wenn die ersten Reaktionen kommen, weil die E-Books nicht so aussehen wie erwartet, kann schnell eine negative Stimmung hochkochen. Das wäre schade, denn eigentlich ist die neue Plattform sehr zu begrüßen, sowohl für die Autoren als auch die Leser. Schon jetzt sind gute Ideen erkennbar und wenn die Probleme behoben sind, kann die neue Tolinoplattform für Selfpublisher eine Menge in der Buchwelt bewegen und für Leser neue Welten öffnen. Dazu demnächst mehr.

Der Zorn des Korgh – Klaus Seibel, Die dunkle Seite des Erbes [Leseprobe]

dunkle-seite-des-erbesEs begann mit einer uralten Schraube auf dem Mond, zufällig entdeckt durch einen NASA-Rover. Die Spur führte zu gezielt platzierten Artefakten der ersten Menschheit, ausgestorben durch einen Meteoriteneinschlag vor 65 Millionen Jahren. Die heutige Menschheit hat in Klaus Seibels Serie „Das Erbe der ersten Menschheit“von diesem künstlichen Baum der Erkenntnis ausgiebig gekostet, und mit der fortgeschrittenen Biotechnologie aus der Vergangenheit die „Lantis“ wiederauferstehen lassen. Neben Yra, die ebenso gutmütige wie grünhäutige Frau mit telepathischen Fähigkeiten trat in Teil 2 („Die erste Menschheit lebt“) ein zweiter Lanti namens Korgh. Yras böswilliger Gegenspieler nutzt die Differenzen zwischen den Supermächten, die das Erbe der Lantis verwalten, und verlässt mit chinesischer Hilfe Lantika, die neu entstandene Wissenschaftsstadt in der nordafrikanischen Wüste. Doch in Teil 3 („Die dunkle Seite des Erbes“) müssen die neuen Freunde, aber auch die Amerikaner bald erkennen: Korgh verfolgt ganz eigene Pläne. Will der wiederauferstandene Lanti mit Hilfe der Lanti-Technologie selbst eine neue Supermacht aus dem Boden stampfen? Unsere Leseprobe führt an den Beginn der Handlung – mehr über Korghs Pläne verrät die Blick-ins-Buch-Optionim Kindle Shop.

Klaus Seibel: Die dunkle Seite des Erbes

1. NSA-Hauptquartier in Lantika
Das Gebäude sah belanglos aus, ein Materialschuppen wie viele andere auf dem militärischen Bereich des Flughafens von Lantika. Die Planer kannten anscheinend nur die Form eines Schuhkartons, der sich von der gelbbraunen Umgebung auch durch die Farbe nicht abhob.
General Myers steuerte seinen Wagen direkt darauf zu, während er ununterbrochen Befehle in sein Headset sprach. Myers besaß wesentlich mehr Kompetenzen, als Anne vermutet hatte. Nur einmal hatte es eine kurze Diskussion gegeben, als er einen Flottenverband auf einer Fahrt zu einem geplanten Manöver mit Südkorea wenden lassen wollte. Sie sollten den Punkt im Indischen Ozean ansteuern, an dem das Flugzeug von General Haishan von den Radarschirmen verschwunden war. Haishan war Myers‘ chinesisches Gegenstück, aber nicht der Grund, warum Myers nicht nur den Flottenverband, sondern ein gutes Dutzend weiterer Schiffe in den Indischen Ozean beorderte. Der wirkliche Grund war Korgh.
Nach Yra war Korgh der zweite Lantis, den man aus einer Genschablone der Lantis erschaffen hatte. Myers hatte Yra gehen lassen müssen, umso wertvoller war Korgh für ihn. Außer einer kleinen Gruppe Eingeweihter wusste niemand davon. Und dann war der Lantis aus dem geheimen Labor entkommen und hatte sogar noch wichtiges Gerät mitgehen lassen.
Ob Myers jetzt von der Gefährlichkeit Korghs überzeugt war, wusste Anne nicht. Sie hatte Myers gewarnt, aber der hatte sie nicht ernstgenommen. Was sollte ein kleiner, nackter, grüner Lantis, der vollkommen allein und ohne Ressourcen war, schon gegen die mächtige NSA ausrichten? Und dann hatte er sie doch alle überlistet.

Gerade sprach Myers mit dem Kommandeur des amerikanischen Stützpunkts auf Guam. Alle verfügbaren Flugzeuge sollten das Gebiet um die Absturzstelle absuchen, unterstützt durch mehrere Spionagesatelliten.
Anne saß neben Yra im Fond des Wagens. Sie hielten sich an der Hand und Anne versuchte so gut wie möglich, Yra zu erklären, was Myers in die Wege leitete. Sie tat es auf ihre spezielle Weise über einen direkten körperlichen Kontakt zu Yras Nervensystem. Das ging einfach schneller und war vor allem unauffälliger. Myers musste nicht wissen, dass sie auf diese Art kommunizieren konnten. Auf dem Beifahrersitz saß Walter Bullrider. Er schwieg, aber Anne wusste, dass auch er auf jedes Wort von Myers achtete. Die beiden kannten sich von früher, waren aber unterschiedliche Wege gegangen. Seit dem Walter herausgefunden hatte, wie sehr Myers ihn und seine Umgebung manipulierte, war das Verhältnis alles andere als freundschaftlich. Charlotte Fuller, Myers‘ rechte Hand, war im Labor geblieben, überwachte die Spurensicherung und wartete darauf, dass die kurzzeitig gelähmt herumliegenden Wissenschaftler aufwachten.
Vor dem Gebäude standen vier Soldaten lässig in einer der wenigen schattigen Stellen herum, als ob sie gerade Pause hätten, wie man es vor einem bedeutungslosen Lager öfter sah. Als sie Myers‘ Wagen erkannten, verschwand die Lässigkeit. Sie passte auch gar nicht zu der schweren Bewaffnung, die Anne jetzt aus der Nähe erkennen konnte.
Myers parkte seinen Wagen unmittelbar vor dem Eingang, die Soldaten salutierten.
Myers sagte nur: „Alle durchlassen. Sie gehören zu mir.“

Anne, Yra und Walter folgten ihm ins Gebäude. Anne konnte die Verwunderung der Soldaten förmlich spüren. Zivilisten wurden hier selten gesehen, und dann auch noch eine solche Gruppe wie die Drei. Walter besaß zwar die Statur eines Elitesoldaten, aber mit seinem Hawaii-Hemd, der Baseballkappe und den Shorts wirkte er wie ein harmloser Tourist. Anne hatte sich dieser Verkleidung angepasst und spielte die Ehefrau, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter einen Urlaub in Lantika verbrachten. Allerdings war der vermeintliche Teenager grün. Yra hatte auf die Tarnung durch dick aufgetragene Theaterschminke verzichtet und zeigte sich in der Farbe, die ihre Haut nach der Behandlung mit Chlorophyllgenen angenommen hatte.
Damit musste auch dem letzten Soldaten klar sein, dass es sich bei den Dreien keinesfalls um eine gewöhnliche Touristenfamilie handelte. Eine Lantis war nicht normal, auch in Lantika nicht. Am Ausdruck in ihren Gesichtern sah Anne, dass die Soldaten jetzt auch sie und Walter erkannten. Ihre Fotos waren unzählige Male in allen wichtigen Medien der Welt erschienen. Jeder wusste, dass sie die entscheidenden Personen waren, denen die Menschheit das Erbe der Lantis verdankte.
Die Blicke der Soldaten folgten ihnen, bis sie die Tür durchschritten.
Auch von innen wirkte das Gebäude wie ein gewöhnliches Materiallager. Fenster gab es keine, an den Wänden und mitten im Raum standen deckenhohe Regale, voll mit Kisten und Fässern. Die Beschriftung bestand ausschließlich aus Zahlen-Buchstaben-Kombinationen, aus denen Anne nicht auf den Inhalt schließen konnte. Wenn überhaupt etwas darin war und die Kisten nicht nur zur Tarnung hier herumstanden.

Myers ging zielstrebig den zweiten Gang bis nach hinten durch. Er zog eine Karte durch einen Schlitz und öffnete die Tür. Der Raum, den sie dann betraten, hätte auch im Keller einer Bank sein können, die rechte und die linke Seite bestanden nur aus Schließfächern.
Myers öffnete eines der Fächer. „Legen Sie alle elektronischen Geräte und metallischen Gegenstände hier hinein!“
Walter und Anne besaßen eine Smartwatch, Yra hatte keine Uhr. Als Myers das Fach zurückschob, hörte Anne ein leises Klicken. Ohne Myers würden sie ihre Geräte wohl nie wieder sehen.
Anne spürte einen Luftzug.
Sie prüfen die Luft auf Sprengstoffpartikel und Spuren von Giftstoffen.
„Kann man von Misstrauen eigentlich krank werden?“, fragte Walter.
Myers ignorierte ihn. Er beschäftigte sich mit Iris-Scanner, Handflächen-Scanner und Stimmerkennung. Erfolgreich, denn die Rückwand des kleinen Raums glitt zur Seite.
Myers drehte sich zu den Dreien um. „Was Sie gleich sehen werden, ist nicht für die Öffentlichkeit gedacht.“
Er trat vor Anne und fixierte sie mit seinem Blick. „Damit meine ich ganz besonders Sie, die die Öffentlichkeit so lieben. Ich kann es nicht leiden, damit erpresst zu werden.“
Anne hielt seinem Blick stand. „Ich tue nur, was nötig ist, und für hier habe ich Ihnen zugesagt zu schweigen. Dann werde ich mich auch daran halten. Im Übrigen sollten wir uns beeilen, Korgh wird nicht in der Sonne liegen und faulenzen.“
Myers nickte und sagte laut: „Abwärts!“
Die Wand schloss sich, die Kabine, in der sie sich offensichtlich befanden, bewegte sich nach unten.
Wie weit es in den Untergrund ging, konnte Anne nicht feststellen. Vom Gefühl her waren es zehn Meter, aber es konnten auch mehr sein.
Unten wurden sie von neuen Wachen empfangen. Als sie Myers erkannten, nahmen sie Haltung an.
„Willkommen, Sir!“
„Danke. Besondere Vorkommnisse?“
„Nein, Sir.“
„Folgen Sie mir!“, sagte er zu Anne, Yra und Walter.

Sie kamen an weiteren Aufzügen entlang, die in tiefergelegene Abschnitte führten, rechts und links zweigten Seitengänge ab.
„Hat die NSA ganz Lantika unterkellert?“, fragte Anne, aber Myers reagierte nicht darauf.
Am Ende des Hauptgangs glitt eine Tür zur Seite. Vor ihnen lag ein Raum, groß wie eine Turnhalle, er erinnerte Anne an die Steuerzentrale der ESA. Die Front war komplett mit Bildschirmen ausgefüllt, davor standen Arbeitsgruppen mit weiteren Monitoren. Myers steuerte auf eine Art Leitstand zu, der etwas erhöht lag und von dem aus man alles überblicken konnte.
„Das Allerheiligste der NSA“, flüsterte Walter. „Myers muss verstanden haben, dass die Sache mit Korgh ernst zu nehmen ist.“
„Briggs, zeigen Sie mir die letzten zwanzig Minuten des Fluges von Haishans Flugzeug. Die ersten zehn Minuten im Zeitraffer.“
Der Mann am Hauptbildschirm des Leitstands machte einige Eingaben. Ein schwarzer Bildschirm erschien, auf dem mit dünnen, weißen Linien die Umrisse des Festlands eingezeichnet waren. Anne erkannte die Arabische Halbinsel mit dem Horn von Afrika darunter. Auf der anderen Seite war die Küste des indischen Subkontinents zu sehen. Überall verstreut gab es kleine Punkte, die, wenn man genau hinsah, sich langsam bewegten.
„Blenden Sie alle anderen Flugzeuge aus und zoomen Sie so nah ran wie möglich.“
Ein Klick, und die Punkte verschwanden. Die Küstenlinien Afrikas und Arabiens wanderten nach links, die Indiens nach rechts. Übrig blieben ein schwarzes Nichts und zwei verwaschene Punkte. Sie näherten sich, bis sie zu einem einzigen Punkt verschmolzen.
„Keine optische Erfassung?“, fragte Walter.
„Eine geschlossene Decke aus Cirruswolken“, sagte Briggs. „Wir hatten keine Veranlassung, einen tieffliegenden Satelliten einzusetzen. Deshalb gibt es auch keine Infrarotbilder. Das Einzige, das wir haben, sind diese Radaraufnahmen, und die sind schon aufbereitet.“
Die verschmolzenen Punkte trennten sich wieder. Der etwas größere Fleck entfernte sich Richtung Nordosten, der kleinere bewegte sich nur wenig. Schließlich stand er still und wurde schwächer.
Briggs blendete Zahlen ein, die schnell kleiner wurden. Bei fünfhundertsechsundsiebzig blieben sie stehen.
„Was bedeutet das?“, fragte Anne.
„Das sind die Höhenmeter, die unser Satellit gemessen hat. Die Anzeige ist stehengeblieben, als der Satellit kein Signal mehr erfassen konnte.“
„Weil es zu schwach war, oder weil das Flugzeug explodiert ist?“
Briggs drehte sich um und sah sie an. „Wahrscheinlich, weil es zu schwach war, aber das andere kann man nicht ausschließen.“
„Kann man aus der Fallgeschwindigkeit und den Eigenschaften von Haishans Flugzeug schließen, ob es abgestürzt ist, oder ob sie uns nur ausgetrickst haben?“
Briggs rieb sich mit einem Finger an der Nase. „Schwer zu sagen. Falls sie uns austricksen wollten, können sie den Flieger nicht schon bei fünfhundert Metern abgefangen haben. Sie wissen ja nicht, wann wir kein Radarsignal mehr auffangen. Aber darunter …? Ein normaler Flieger hätte die Kurve nicht mehr gekriegt, aber Haishan hat keinen normalen Flieger. Er verfügt über das Beste, was die Chinesen zu bieten haben. Emissionsarme Triebwerke, Antiradarbeschichtung, weshalb wir gerade mal schwache Flecken sehen, keinerlei automatisiert abgesetzte Positionsdaten. Einfach nichts, was uns helfen würde. Eine gut getarnte Militärmaschine eben. Über die tatsächlichen Flugeigenschaften in Extremsituationen wissen wir nichts.“
„Aber Sie wissen, dass es Haishans Flugzeug war?“
Briggs drehte sich wieder zu seiner Konsole. Das Bild zoomte zu einem größeren Ausschnitt. Eine unterbrochene Linie erschien, die von Lantika bis zu dem Punkt über dem Indischen Ozean führte, an dem sie die Maschine zum letzten Mal geortet hatten.
„Über der Sahara gibt es deutliche Lücken“, sagte er. „Auf den Luftverkehrsstraßen ist die Überwachung okay, aber daneben …“
„Verstehe“, sagte Anne. „Haishan ist nicht auf den allgemeinen Strecken geflogen, und wegen der Tarnung seiner Maschine hat man ihn nur gelegentlich auf dem Schirm gehabt. Theoretisch könnte er also auch schon über der Sahara abgebogen sein, während ein anderes Flugzeug eine falsche Spur gelegt hat.“

Briggs schien dieser Gedanke nicht zu gefallen. Er sah zu Myers hinüber, der mit ausdruckslosem Gesicht der Diskussion folgte.
„Die Wahrscheinlichkeit dafür ist äußerst gering“, sagte Briggs. „Die tatsächliche Flugzeit stimmt exakt mit der rechnerischen Flugzeit überein. Außerdem wäre das Flugzeug dann irgendwo nördlich oder südlich der Sahara aufgefallen. Da wird die Überwachung wieder dichter.“
„Dass die Flugzeit übereinstimmt, ist kein Argument“, sagte Anne. „Sowas gehört zu einem vernünftigen Plan. Und über Wahrscheinlichkeiten können wir gerne diskutieren. Wenn Sie auf der Flucht sind und Feinden entkommen wollen, würden Sie dann immer den wahrscheinlichsten Weg nehmen?“
„Nein“, gab Briggs zu.
„Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, spielt kaum eine Rolle. Es gibt sie jedenfalls, und sie scheint mir größer als die Wahrscheinlichkeit, dass ein einsamer, kleiner Lantis aus einem militärisch gesicherten Labor ausbricht.“
Myers verstand diese Andeutung als Wink, sich einzumischen. „Was wissen wir über Haishans Flugzeug? Wie weit kann es mit vollem Tank fliegen?“
Briggs holte ein Datenblatt auf den Schirm. Myers und die anderen überflogen die Angaben.
„Zu weit“, sagte Myers. „Auch wenn wir keine genauen Daten haben, wissen wir, dass Haishan beim Hinflug nach Lantika nonstop von Beijing aus geflogen ist.“
Walter deutete auf einen Bildschirm, auf dem sich ein Globus langsam drehte. „Mit anderen Worten: Er könnte jeden Fleck auf diesem verdammten Planeten erreichen, außer vielleicht Hawaii und Australien.“
Für einen Moment war es still.
„Er ist dir entwischt“, sagte Yra zu Myers. „Etwas anderes hätte ich von Korgh auch nicht erwartet.“
Myers sah sie missbilligend an.
Yra zuckte mit den Schultern, drehte sich um und ging auf die Stufen zu, die vom Leitstand herunter führten.
„Wo wollen Sie hin?“, fragte Myers.
„Mich umsehen, mir ist langweilig.“
Myers schwieg verblüfft, solche Antworten war er nicht gewohnt. Sein Gesicht wurde eine Nuance dunkler.
Bevor er etwas sagen konnte, griff Walter ein. „Lass sie! Sie wird sich niemals einem Befehl unterordnen. Du kannst nur verlieren. Sie braucht dich nicht, aber du brauchst sie.“
Myers‘ Kiefer mahlten. „Mir gefällt es nicht, dass sie hier einfach so herumläuft.“
„Was sollte sie anrichten? Das Wesentliche hat sie schon gesehen, und den Rest …“ Walter deutete auf den Monitor mit Korghs möglicher Fluchtroute. „Yra wird dir bestimmt nicht entwischen und zu den Chinesen überlaufen. Wir haben wichtigere Probleme als eine gelangweilte Lantis.“
Myers sah Yra hinterher und dann Anne und Walter an. „Ich würde euch am liebsten alle rauswerfen lassen.“
„Du hast uns nicht hierhin mitgenommen, weil wir dir sympathisch sind, sondern weil du unsere Unterstützung willst.“
„Bei der nächstbesten Gelegenheit werde ich das Rauswerfen nachholen.“
Walter zuckte lässig mit den Schultern. „So viel Mühe musst du dir gar nicht machen, wir würden sogar freiwillig gehen. Aber bis es so weit ist, lass uns den ausgebüxten Lantis einfangen.“
Myers sog hörbar die Luft ein.
„BRIGGS!“
Briggs hatte so getan, als würde er irgendetwas an seinen Kontrollen arbeiten, aber es war ziemlich offensichtlich, dass er die Diskussion aufmerksam verfolgte.
Er zuckte zusammen.
„Ja, Sir?“
„Sie werden alles vergessen, was Sie gehört haben. Haben Sie das verstanden?“
„Jawohl, Sir!“

Yra hatte den laut gewordenen Myers gehört. Sie sah zum Leitstand herauf – und winkte.
Anne kannte Yra sehr gut, trotzdem wusste sie nicht, ob Yra einfach so war, oder ob sie ab und zu ganz bewusst etwas anstellte, was aus dem Rahmen fiel.
„Lantis-Pack“, schimpfte Myers leise.
Aber Walter hatte es gehört. „Du konntest es nicht erwarten, dir einen eigenen zu erschaffen.“
„Du bist auch nicht besser. Ich hätte dich doch ruinieren sollen, anstatt dir durch meine beste Agentin eine Karriere zu verschaffen.“
„Zu spät“, sagte Walter.
„Mir wird was Neues einfallen.“ Myers sah auf den virtuellen Globus. „Briggs, geben Sie alle Infos an unsere Jungs in Fort Meade. Die sollen die Air Force, die Navy und alles, was wir haben, dransetzen, um einen Hinweis auf Haishans Flugzeug zu finden. Sie sollen auch die Daten von Eurocontrol anzapfen. Dann leiten Sie die Namen von allen Personen weiter, die wir in Haishans Flugzeug vermuten. Wenn einer davon irgendwo auf der Welt auftaucht, will ich das sofort wissen. Starten Sie das volle Programm. Gesichtserkennung, Stimmerkennung, Bewegungsmuster. Über alle sozialen Medien, Webcams und Überwachungskameras.“
„Ich bin dafür, die Sache öffentlich zu machen“, sagte Anne. „Die Gefahr ist zu groß, als dass wir irgendetwas unversucht lassen sollten.“
Myers sah Anne an, als zweifelte er an ihrem Verstand. „Öffentlich? Definitiv nein! Soll ich im Fernsehen verbreiten lassen, dass ein wildgewordener Lantis durchgebrannt ist? Einer, der vielleicht ein Massenmörder ist? Und der die Weltherrschaft an sich reißen will?“
„Man könnte es geschickter formulieren …“
„Nein! Wenn Sie auf Öffentlichkeit bestehen, ist unsere Zusammenarbeit sofort beendet.“ Er sah Anne herausfordernd an.
„Okay. Wir werden sehen, wie weit Sie kommen.“ Anne war zwar anderer Meinung als Myers, aber sie konnte ihn nicht zwingen. Und zusammenarbeiten mussten sie, wenn sie Korgh stoppen wollten. Anne hatte einen Sekundenbruchteil in Korghs Innerstes sehen können, als sie Yras Gedächtnis nach ihm durchforscht hatte. Was sie dort gesehen hatte, jagte ihr jedes Mal Schauder über den Rücken, wenn sie daran dachte. Und sie dachte oft daran. Myers ahnte nicht, welches Monster er in seinem Labor erschaffen hatte.

(Weiterlesen im Kindle Shop)

Copyright Cover & Leseprobe: Klaus Seibel
Publikation mit frdl. Genehmigung des Autors.

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Klaus Seibel, Die dunkle Seite des Erbes
E-Book (Kindle Shop) 2,99 Euro
Taschenbuch (Createspace) 8,99 Euro

Hinweis: Klaus Seibel ist Mitglied unserer Redaktion, Gastgeber der Indie-Lounge und mit seinem Label “Seibel Digital” Medienpartner von E-Book-News.

[Indie-Lounge] „Schaffe ein gutes Produkt, & hoffe dass es funktioniert“ – Annie Stone im Interview

Annie-Stone-Indie-Lounge-Interview-ArtikelHeute zu Gast in der Indie-Lounge: Annie Stone. Die studierte Politikwissenschaftlerin hat vor ihrer ersten Veröffentlichung nicht im Traum daran gedacht, dass jemand ihre Geschichte lesen würde. Dann hat sie der Erfolg ihrer Serie „She flies with her own wings“ regelrecht umgehauen. Vier Wochen nach Veröffentlichung ihres ersten Buchs hat sie kurzerhand ihre bisherige Karriere und den Job an den Nagel gehängt, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sehr mutig – doch 150.000 verkaufte E-Books, Rang Eins in Amazons Kindle Shop und eine besondere Platzierung beim Lovelybooks Award 2014 zeigen, dass die Entscheidung so falsch nicht war.


„Als ich fünf war, entstand meine erste Geschichte“


Klaus Seibel: Annie, dein allererstes Buch ist schon entstanden, bevor du schreiben konntest. Wie ist das möglich?

Annie Stone: Lesen und Schreiben sind die beiden Leidenschaften, die mir mein Vater mitgegeben hat. Schon von klein auf wurden meine Schwester und ich unterstützt, unserer Fantasie freien Lauf zu lassen. Als ich fünf war, habe ich eine Geschichte erfunden, die meine Mutter für mich auf dem Computer abgetippt und ausgedruckt hat. Sie hat sie dann als kleines Buch binden lassen mit freien Seiten, auf denen ich noch Zeichnungen hinzugefügt habe. Die Geschichte hieß Alex & Alexandra, es ging um einen Seefahrer, der nach Hause kam und dort auf seine zukünftige Frau trifft. Das hätte schon immer mein Hinweis sein sollen, welche Art Geschichten ich schreiben kann.

Inzwischen hast du sehr viel veröffentlicht, allein sieben Bücher im letzten Jahr. Wie schaffst du das?

Die ersten fünf Bücher hatte ich schon fertig, bevor ich das erste veröffentlicht habe. Ich war ängstlich, ob ich überhaupt was veröffentlichen soll, daher habe ich erst mal geschrieben und geschrieben. Ich glaube, das war auch eine ganz gute Taktik, denn so konnte ich meine vierteilige Reihe in kurzen Abständen veröffentlichen und im Gespräch bleiben.

Gleichzeitig hast du noch einen Blogroman „Kiss the frog to get the prince“. Was darf man sich darunter vorstellen?

Das ist so eine Art Fortsetzungsroman, wie es sie früher in der Zeitung gab. Ich schreibe einmal in der Woche eine „Episode“ und poste sie auf meinem Blog. Jeden Donnerstag um 20 Uhr gibt es den neusten Teil. Ich schreibe zwischen 1000 und 2000 Wörter. Es ist eine Art Experiment für mich. Die Art und Weise, wie ich schreibe, ist vielleicht ein wenig ungewöhnlich, weil ich mir vorher kaum Gedanken zur Story mache, sondern einfach alles passieren lasse. Die Arbeit am Blogroman zwingt mich dazu, mir vorher Gedanken zu machen, weil ich den Anfang nicht mehr ändern kann, wenn mir später was anderes einfällt.

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„Englische Buch-Titel sind prägnanter“


Und dann gibt es auch noch ein Bad Boys Magazin. Was ist denn das und wozu ist das gut?

Als meine Reihe zu Ende war, habe ich jede Menge Zuschriften bekommen von Leser*innen, die darum gebeten haben, die Reihe fortzusetzen und zu erzählen, was mit meinen Protagonisten weiter passiert. Daher habe ich drei Bonuskapitel geschrieben, die ich kostenlos auf meinem Blog veröffentlicht habe. Für den dritten Teil (der zu Weihnachten herauskam) habe ich mir als besonderes Geschenk überlegt, dass ich ihn in Magazinform rausbringe. Es ist nicht nur das letzte Bonuskapitel enthalten, sondern auch ein Interview, Szenen aus Sicht der männlichen Protagonisten, Rezepte, die im Buch vorkamen von Laura Griese, einer Köchin aus Hannover, und ein Bericht zur Bareröffnung, die im Buch nicht mehr vorkommt, aber angedeutet wird.

Bei dir fällt auf, dass nicht nur dein Pseudonym englisch ist, sondern auch deine ganzen Buchtitel. Wie bist du darauf gekommen, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen?

Die Protagonistin meines ersten Buches, Emma, ist Autorin und hat ein Tattoo mit dem Spruch Writing her own story. Ich hätte es nicht passend gefunden, einen deutschen Spruch zu nehmen, weil die Geschichte in den USA spielt. Außerdem finde ich, dass Englisch manchmal prägnanter ist. Auf Deutsch hätte der Titel komisch geklungen: Ihre eigene Geschichte schreiben. Und dann hat Thea, die Protagonistin meiner Reihe, auch ein Tattoo She flies with her own wings. Ein bisschen unbeabsichtigt ergab sich da ein Muster. Daher habe ich die englischen Titel beibehalten.

Es ist nicht leicht, in die Top 100 aufzusteigen. Welche Faktoren siehst du als die wichtigsten an, die deinen Erfolg getragen haben?

Ich glaube, es sind drei Dinge. Erstens hat eine Facebookseite mit 30.000 Fans mein Buch empfohlen, zweitens ist das Thema meiner Serie kontrovers. Es geht um Polyamorie, um eine Frau und drei Männer. Ein Thema, das zu Diskussion anregt und die Leser*innen verleitet, sich ein eigenes Bild machen zu wollen, ist hilfreich. Drittens hilft es, auf sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Damit meine ich nicht, in jeder Gruppe sein Buch anzupreisen, sondern einfach nett zu sein, Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen.

Du hast es sogar bis auf Platz 1 bei Amazon geschafft. Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Im Grunde hat sich alles und nichts geändert. Ich habe schon relativ früh meinen Job gekündigt und mich dem Schreiben gewidmet. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich zwei Wochen nach Erscheinen des zweiten Buches gekündigt, das war vier Wochen nach Veröffentlichung des ersten Buches. Seit Juni (mein erstes Buch ist Mitte März erschienen) bin ich Vollzeit als Autorin tätig. Positiv ist, dass ich jetzt nur noch das tue, was ich wirklich mag, ich kann mir meinen Tag einteilen, wie ich möchte. Negativ ist, dass ich alleine in meiner Wohnung sitze und es tausend Sachen gibt, die ich auch tun könnte. Fenster putzen oder Wäsche bügeln. Oder so. Manchmal fällt es schwer, sich selbst zu motivieren, aber so lange ich meine selbstgesteckten Deadlines einhalte, ist alles okay. Natürlich kann ich jetzt im Nachthemd arbeiten, was mir sehr entgegen kommt.
Was sich wirklich geändert hat, ist die Tatsache, dass ich endlich viel reisen kann, denn schreiben kann man überall. Das ist großartig!


„Auch negatives Feedback ist hilfreich für mich“


Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Ich würde mich nicht als besonders gute Autorin bezeichnen, aber was mir hilft, sind Anregungen von Leser*innen, vor allem negatives Feedback. Ich würde zwar nie eine schon veröffentlichte Geschichte ändern (abgesehen von Rechtschreibfehlern etc.), aber ich nehme Anregungen für kommende Romane auf. Ansonsten lese ich sehr viel und ich glaube, dass es jeder Autor*in nur gut tut, wenn sie sich Anregungen in „Best practice“-Beispielen sucht. Kurse und Co. habe ich bisher nicht besucht, aber im Grunde bin ich ja auch erst am Anfang meines Autorendaseins. Diese Möglichkeiten stehen mir ja immer noch offen.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Tu alles dafür, dass du ein sehr gutes Produkt hast. Und dann spring und hoffe, dass es funktioniert. Ich denke, uns allen fehlt manchmal der Glaube an uns selbst, ob wir das erste Buch veröffentlichen oder das zehnte. Aber manchmal muss man mutig sein und seine Ängste überwinden.

Du arbeitest zusammen mit epubli. Kannst du uns kurz erklären, was epubli für dich tut und warum du dich für diese Zusammenarbeit entschieden hast.

Ich habe mich damals für epubli entschieden, weil sie für mich sowohl das beste Angebot hatten, als auch der Kontakt von Anfang an super war. Weil es sich ganz gut verkauft hat, hat sich epubli mit mir in Verbindung gesetzt, um gemeinsame Marketingmaßnahmen zu besprechen. Ich hab Leonie Langer und epubli in Berlin besucht, wir standen das ganze letzte Jahr in Kontakt, wenn ich Fragen habe, habe ich eine kompetente Ansprechpartnerin. Als erstes ist daraus ein Podiumsgespräch auf der Leipziger Buchmesse entstanden und in der Folge viele weitere Termine. Epubli hat mir Türen geöffnet, die für mich alleine immer geschlossen wären.


„Indie-Autoren müssen sich gegenseitig unterstützen“


Wenn du drei Wünsche frei hättest, was das Schreiben betrifft, was würdest du dir wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass mich die Muse immer küsst, sodass ich auch die kommenden Jahre noch Ideen für Bücher habe und das Durchhaltevermögen, diese auch zu schreiben. Das war mein egoistischer Wunsch. Darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass wir Indie-Autoren es schaffen, unseren Ruf immer weiter zu verbessern, sodass uns der Buchmarkt nicht mehr belächelt, sondern ernstnimmt. Es sind gewiss schon erste Schritte gemacht, aber ich denke, da liegt noch ein langer Weg vor uns. Als drittes würde ich mir wünschen, dass wir einander stärker unterstützen, uns als Kolleg*innen sehen und nicht so sehr als Konkurrent*innen. Denn Bücher sind ja keine Autos. Eines reicht nicht für die nächsten fünf bis zehn Jahre.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Ich würde Writing her own story empfehlen. Mir liegt diese Geschichte besonders am Herzen, einfach weil es mein erstes Baby ist, aber ich glaube auch, dass sie ganz gut zeigt, was ich schreibe.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Ende Mai startet meine neue Serie. Es werden jeweils in sich abgeschlossene Romane
über einen Freundeskreis sein. Der erste Teil handelt von Jace und Chrissa. Erste Einblicke gebe ich auf meinem Blog.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Oh, 100 Worte … Ich gehöre ja zu denjenigen, die immer zu viel schreiben. Meine Masterarbeit hatte beinahe doppelt so viele Seiten wie erlaubt, aber ich gebe mein Bestes: Ich danke euch. Viele von euch sind schon beinahe Freund*innen geworden, und das ist das Schönste, was passieren konnte. All die großartigen Menschen, die ich im letzten Jahr getroffen habe, sind das Beste, das mir durch das Schreiben passiert ist. Ich würde keinen von euch missen wollen. Meine Mutter hat immer gesagt, wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Je mehr ich von mir preisgebe, desto mehr öffnet ihr euer Leben und eure Herzen für mich. Und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Danke für euer Vertrauen und danke, dass ihr mir ermöglicht, meinen Traum zu leben.
Na gut, 101 Worte ;-)

Annie, herzlichen Dank für deine Antworten. Ich wünsche dir auch, dass dich die Muse noch heftig küsst, und das ist sicher ein Wunsch, den jede Menge deiner Leser und Leserinnen teilen, denn dann kannst du ihnen noch viele Stunden entspannende Unterhaltung schenken.

Wer mehr über Annie wissen möchte, kann sie gerne auf ihrem Blog besuchen und dort eine Menge Interessantes zum Lesen entdecken: http://anniestoneblog.com/

[Indie-Lounge extra] „24 Autoren – 24 Stunden“ startet – Interview mit Michael Meisheit

24stunden-24autoren-leipziger-buchmesseHeute wurde auf der Leipziger Buchmesse das Ergebnis eines literarischen Experiments vorgestellt: „24 Stunden – 24 Autoren“. Der Titel dieses Buchs ist Programm: Vierundzwanzig der erfolgreichsten unabhängigen Autorinnen und Autoren haben sich zusammengefunden und in Eigenregie ihre Figuren, ihr Können und ihre Ideen zu einem Feuerwerk an spannenden, witzigen oder gefühlvollen Geschichten verbunden. Maßgeblichen Anteil an der Realisierung hatte Michael Meisheit, bekannt als Drehbuchautor der Lindenstraße und als erfolgreicher Buchautor unter dem Pseudonym Vanessa Mansini.

Klaus Seibel: Michael, wie ist die ausgefallene Idee zu einem gemeinsamen Buch entstanden?

Michael Meisheit: Sie lag in der Luft. Durch die letztjährigen Buchmessen in Leipzig und Frankfurt haben sich eine ganze Reihe von Autoren persönlich kennengelernt und auch angefreundet. Über Facebook stehen wir im regelmäßigen Austausch und dass man „mal etwas zusammen machen müsste“, geisterte immer wieder durch die Runden. Im Sommer letzten Jahres hatte ich bereits die Idee von den 24 Stunden eingebracht, die direkt gut ankam. Nach der Buchmesse in Frankfurt haben wir dann Nägel mit Köpfen gemacht.

Bücher, in die mehrere Autoren eine kurze Geschichte einbringen, also Anthologien, gibt es häufig. „24 Stunden – 24 Autoren“ ist anders, ein echtes literarisches Experiment. Was ist der besondere Kick?

Zweierlei ist sehr ungewöhnlich und in meinen Augen so noch nicht da gewesen: Erstens hat jeder Autor seine bekannten Hauptfiguren aus anderen Werken mitgebracht, also existierende fiktionale Charaktere, die den Lesern vertraut sind und teilweise schon über viele Romane hinweg eine komplexe Persönlichkeit entwickelt haben. Dadurch lag es nahe, als Setting ein Hotel zu wählen, in dem all diese Figuren aus den unterschiedlichsten Gründen auftauchen konnten. Und der zweite Clou war: Jeder sollte in „seinem“ Genre schreiben, in dem Stil, den er und auch seine Leser gewohnt sind. So mixen wir in unserem Roman also Krimi mit Liebesroman, Fantasy mit Thriller, Science Fiction mit Humor. Wir wechseln auch munter bei der Erzählperspektive oder sogar in der Zeitform. Dadurch wird jedes Kapitel – auch wenn es sich in ein großes Ganzes einfügt – tatsächlich ein wiedererkennbares Werk des entsprechenden Autors.

Die Auswahl der Autoren war kein Zufall. Welche Kriterien gab es?

Abgesehen davon, dass wir eine gewisse Vielfalt an Genres und Autorenpersönlichkeiten haben wollten, gab es vor allem ein Kriterium: Es sollten erfahrene Selfpublisher sein, die mit ihren bisherigen Büchern bereits viele Leser gefunden hatten. Es ist kein Autor dabei, der nicht schon mit einem Buch in den Top 100 der Kindle-Charts gewesen ist. Viele sind sehr erfolgreiche Bestsellerautoren. Wir haben einmal zusammengerechnet, was jeder so bisher in seiner Karriere verkauft hat, und sind auf über sechs Millionen Bücher gekommen.

Vierundzwanzig erfolgreiche Selfpublisher, die bewusst unabhängig und oft auch Individualisten sind; sie kennen sich teilweise nur über Internet; sie schreiben normalerweise Bücher, die genauso verschieden sind wie die Autoren; und dann haben sie bloß zwei Monate Zeit. Aus diesen Zutaten ein gemeinsames Buch zu machen, klingt utopisch. Du hast die Sache in die Hand genommen. Was waren deine größten Herausforderungen?

Man wird es kaum glauben, aber die eher technischen Fragen waren weit schwieriger zu lösen als die inhaltliche Arbeit. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass wir jedem Autor größtmögliche Freiheit in seinem Kapitel gegeben haben. Jeder hatte eine Vorgabe in Bezug auf den roten Faden, aber was er daraus gemacht hat, wurde akzeptiert, wie es war. Es gab ein externes Lektorat und natürlich auch hier und da Vorschläge, etwas anders zu machen, aber niemand wurde gedrängt, dies auch umzusetzen – so lange die große Geschichte nicht fehlerhaft wurde. Und gerade, was die Abstimmung zwischen den Kapiteln anging, waren alle sehr eifrig und hatten erkennbar Spaß daran, noch einmal Figuren der anderen bei sich auftauchen zu lassen oder ähnliches. Schwieriger war es dann schon, sich auf ein Cover zu einigen, oder in welcher Gesellschaftsform wir das Projekt angehen. Gott sei Dank gibt es in Facebookgruppen aber die Möglichkeit, Abstimmungen abzuhalten – im Zweifel hat dann stets die Mehrheit entschieden.

Was waren die wichtigsten Kriterien für den Erfolg des Projekts?

Ob es ein Erfolg (beim Leser) wird, werden wir ja erst noch sehen. Fürs Gelingen war auf jeden Fall entscheidend, dass wir 24 sehr professionelle Persönlichkeiten zusammengebracht haben, die Deadlines einhalten können, es gewohnt sind, schnell zu reagieren, selbst Aufgaben zu übernehmen und einfach sehr offen sind für Neues. Das ist ja eigentlich die Definition eines erfolgreichen Selfpublishers. Und als jemand, der aus der Arbeit bei Fernsehserien gewohnt ist, mit einem Team von Kreativen zu arbeiten, muss ich sagen, dass es erstaunlich reibungslos geklappt hat, vermeintliche Einzelkämpfer zu einer effektiven Autorengruppen zusammenzuschmieden.

Ein Verlag würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil man das Buch in kein Genre einordnen kann und der Mix abenteuerlich ist. Worauf muss sich der Leser einstellen?

Der Leser kann sich freuen. Wir wussten ja selbst nicht, wie das fertige Buch werden würde, aber haben nun alle einen spannenden Effekt beim Lesen festgestellt, den auch erste Testleser betätigt haben: Der häufige Wechsel der Perspektive und auch der Genres hat einen besonderen Unterhaltungswert, eben weil man denselben Tag immer wieder aus der Sicht anderer Figuren erleben kann, die alle auch noch ihren eigenen Hintergrund mitbringen. Es ist ein sehr kurzweiliges Buch, das für Krimileser auf jeden Fall funktioniert, aber mit Leichtigkeit und Humor auch in andere Welten entführt. Ich selbst habe dabei echt einige Entdeckungen bei Kollegen gemacht und mir gleich ihre anderen Bücher zugelegt …

Parallel zu dem Buch haben die Autoren ein hundertseitiges Messemagazin erstellt und einen großen Stand mit vielfältigem Programm organisiert. Solch eine Leistung war man bisher nur von Verlagen gewohnt. Müssen Verlage jetzt zittern, weil man sich ganz offensichtlich auch ohne sie professionell aufstellen kann?

Zittern vielleicht nicht, aber es findet derzeit ein Paradigmenwechsel statt. Der Autor kann sehr viel mehr selbst machen. Er hat durch „kurze Wege“ und fehlende Bürokratie sogar deutliche Vorteile gegenüber eher schwerfälligen Verlagen. Und erstmals auch die Möglichkeit, jenseits von Vorschüssen und Spiegelbestsellerliste vom Schreiben zu leben – die Autoren des Gemeinschaftsprojektes und des Standes sind allesamt Beispiele dafür. Trotzdem eint auch uns: Wir wollen vor allem schreiben und nicht so sehr mit Messeveranstaltern über die richtigen Parkausweise diskutieren oder einen Crashkurs in Messebau absolvieren. Verlage, die klug genug sind, Autoren auf Augenhöhe mit guten Angeboten (und viel Freiraum) zu begegnen, könnten eigentlich von der derzeitigen Situation eher profitieren. Aber es kommt natürlich immer darauf an, wie offen man für neue Wege ist …

Das gemeinsame Buch wird von Amazon beworben, es gibt sogar eine besondere Veranstaltung. Warum gerade mit Amazon?

Alle am Projekt teilnehmenden Autoren haben hauptsächlich durch Amazon Erfolge feiern können. Es ist also sozusagen der natürliche Lebensraum für dieses Buch. Amazon hat auch heute noch die größte Reichweite bei den für uns so wichtigen eBook-Lesern und vor allem das beste Angebot an Selfpublisher. Die Plattform bietet in Sachen Sichtbarkeit Möglichkeiten, die es sonst nirgendwo gibt. Und Amazon Deutschland pflegt mit uns Autoren eine Zusammenarbeit auf besagter Augenhöhe – es kommen Angebote, die einem wirklich weiterhelfen.

„24 Stunden – 24 Autoren“ ist exklusiv über Amazon zu bekommen, genauso wie viele andere Bücher der beteiligten Autoren. Schade für die Leser, denen Bestseller quasi vorenthalten werden, weil sie einen anderen Reader haben. Ist hier Änderung in Sicht? Was steht einer Änderung im Weg?

Änderung daran ist vor allem dann möglich, wenn andere Anbieter vergleichbar gute Angebote an Selfpublisher machen würden. Aber viele Shops haben nicht einmal Ansprechpartner für unabhängige Autoren geschweige denn, dass man über sie Werbemaßnahmen für die eigenen Bücher bekommen kann. Derzeit ist etwas Bewegung in die Sache gekommen, besonders Apple entwickelt sich interessant und das wird von uns Autoren auch wohlwollend beobachtet oder gar getestet. Denn auch für uns wäre es natürlich toll, wenn es Alternativen zu Amazon gäbe – Konkurrenz belebt das Geschäft.

Eine Gruppe der besten unabhängigen Autoren hat mit ihrem gemeinsamen Buch und dem Stand ein beeindruckendes Zeichen gesetzt. Wie wird es jetzt weitergehen? Was wünschst du dir für die Zukunft?

Erst einmal wünsche ich mir, dass möglichst viele Leserinnen und Leser uns an unserem Stand auf der Leipziger Buchmesse („Lieblingsautoren“, Halle 5, B206) besuchen und mit uns ins Gespräch kommen. Man wird dort auch „24 Stunden – 24 Autoren“ als Taschenbuch erstehen können und mal sehen, wer es schafft, es von allen Autoren signiert zu bekommen. Für die Zukunft hoffe ich, dass es weiterhin eine so schöne und für alle fruchtbare Vernetzung der unabhängigen Autoren gibt – dann sind noch viele, viele spannende Projekte vorstellbar, mit der wir die Buchwelt ein wenig auf den Kopf stellen können …

Michael, einen herzlichen Dank für deine Antworten. Und mögen deine Wünsche in Erfüllung gehen.

[Indie-Lounge Extra] Triff deinen Autor – auf der Leipziger Buchmesse

lieblingsautoren-auf-der-leipziger-buchmesseIn den letzten Jahren hat die Indie-Lounge viele TOP-Autoren vorgestellt. Jetzt gibt es eine besondere Gelegenheit: Triff deinen Autor – persönlich! Auf der Leipziger Buchmesse (12. – 15. März 2015) ist es möglich. Dort haben sich unter dem Logo „Lieblingsautoren“ über zwanzig Bestseller-Autoren zusammengetan und machen einen eigenen Stand. Darunter sind viele, die Sie aus der Indie-Lounge kennen: Béla Bolten, Marcus Hünnebeck, Marah Woolf, Elke Bergsma, BC Schiller, Catherine Shepherd, Poppy J. Anderson, Matthias Matting, Hanni Münzer, Michael Meisheit (alias Vanessa Mansini), Nika Lubitsch, und ich werde auch dabei sein. Darüber hinaus sind noch weitere phantastische Autoren mit von der Partie. Wer sie schon mal per Foto sehen möchte, findet sie auf www.lieblingsautoren.org.

Und hier ist der Terminkalender:

Zeit: 12. – 15. März — Ort: Halle 5, Stand B206

Donnerstag
10 – 11 Uhr Kick-off-Veranstaltung der Lieblingsautoren
11 – 12 Uhr Buchpräsentation „24 Stunden – 24 Autoren“
16 – 17 Uhr Matthias Matting, Selfpublisher-Beratung
 
Freitag
10 – 11 Uhr Johannes Zum Winkel, Präsentation XTME
11 – 12 Uhr Matthias Matting, Selfpublisher-Beratung
12 – 13 Uhr Poppy J. Anderson und Hannah Kaiser
13 – 14 Uhr Marcus Hünnebeck und Nika Lubitsch
14 – 15 Uhr Elke Bergsma und Béla Bolten
15 – 16 Uhr Catherine Shepherd und B.C.Schiller
 
Samstag
10 – 11 Uhr Johannes Zum Winkel Präsentation XTME
11 – 12 Uhr Karola Löwenstein, Hannah Siebern, Daphne Unruh und Marah Woolf
13 – 14 Uhr Johannes Zum Winkel Präsentation XTME
14 – 15 Uhr Katelyn Faith, Melanie Hinz und Karola Löwenstein
15 – 16 Uhr Hannah Kaiser, Petra Röder und Kirsten Wendt
16 – 17 Uhr Poppy J. Anderson, Vanessa Mansini und Babsy Tom
 
Sonntag
10 – 11 Uhr Poppy J. Anderson
11 – 12 Uhr Elke Bergsma, Béla Bolten, David Gray, Marcus Hünnebeck, Nika Lubitsch, Matthias Matting, Catherine Shepherd
12 – 13 Uhr Katelyn Faith und Petra Röder
13 – 14 Uhr Vanessa Mansini und Klaus Seibel
16 – 18 Uhr Buchverkauf mit großer Tombola

Aber auch, wenn Ihr Lieblingsautor gerade nicht am Stand ist, lohnt sich ein Besuch. Irgendein Autor ist bestimmt da – und es ist garantiert ein Bestseller-Autor. Wo kann man schon so unkompliziert Autoren begegnen, die hunderttausende Bücher verkaufen? Und ein attraktives Gewinnspiel gibt es selbstverständlich auch. Besuchen Sie uns!

Comeback nach 65 Millionen Jahren – Klaus Seibel, Das Erbe der ersten Menschheit [Leseprobe]

erbe-der-ersten-menschheitErst war es nur eine uralte Schraube auf dem Mond, zufällig entdeckt von einem NASA-Rover. In einem globalen Wettlauf bemühen sich die Supermächte, das Artefakt zu bergen, mitten drin ist Anne Winkler, eine junge Astrophysikerin bei der ESA. Als Teil eines internationalen Teams fliegt sie zum Erdtrabanten, und macht eine unglaubliche Entdeckung. Klingt wie der Plot eines Sci-Fi-Thriller aus den USA, stammt aber aus der Feder des deutschen Bestseller-Autors Klaus Seibel. Sein Roman „Krieg um den Mond“ war der Auftakt zu einer neuen Sci-Fi-Serie. In Teil zwei – “Das Erbe der ersten Menschheit” – kehrt Anne Winkler auf den Mond zurück. Dort wartet weitaus mehr als nur eine Schraube. Die prähistorische Zivilisation der “Lantis”, vor 65 Millionen Jahren durch einen Meteoriten ausgerottet, hat in einem Mondkrater Zeitkapseln versteckt, die zahlreiche technische Apparaturen enthalten. Doch die Bergung gerät in Gefahr, als eine der Maschinen ungewollt aktiviert wird… Unsere Leseprobe führt direkt an den Beginn der zweiten Mondmission, noch etwas mehr verrät die „Blick ins Buch“-Option im Kindle-Shop.

Klaus Seibel: Das Erbe der ersten Menschheit

1. Kapitel

„Wenn Sie sich in eine fremde Umwelt begeben, müssen Sie sich in Ihrem Verhalten und vor allem in Ihrem Denken darauf einlassen.“
Dr. Anne Winkler drückte auf einen Knopf und die nächste Folie ihrer Präsentation erschien. Die Studenten sahen an der Stirnwand des Vorlesungsraums ein riesiges Foto. Es zeigte einen vermummten Mann, der neben einem umgebauten Geländewagen mit riesigen Reifen stand. Dahinter breitete sich eine endlos scheinende Eisfläche aus mit Bergen im Hintergrund.
„Nehmen wir an, Sie planen eine Expedition in die Antarktis. Dort ist es kalt. Also sagen Sie sich, dass Sie vor allem warme Kleidung einpacken müssen, um sich gegen die extreme Kälte zu schützen.“
Während Anne redete, ging sie vor den Studenten auf und ab. Die Blicke folgten ihr, vor allem die Blicke der jungen Männer. Anne schmunzelte. Es hatte sich nichts geändert. Vor etwas mehr als zehn Jahren hatte sie selbst noch mitten unter Studenten gesessen und auch einen Dozenten angehimmelt. Jetzt stand sie vorne und unterrichtete angehende Astronauten. Es waren vorwiegend Männer, um so mehr stach sie als weibliches Wesen heraus. Anne war zwar mehr als zehn Jahre älter als der Durchschnitt, was aber kaum auffiel. Sie hatte sich angewöhnt, am Fitnesstraining der Astronauten teilzunehmen und war entsprechend gut in Form.
Anne musste nicht mehr nachdenken, was sie sagen sollte, denn sie hatte diese Vorlesung schon oft gehalten. „Wenn Sie nun losziehen, schön warm eingepackt und mit ihrer gewohnten Ration an Essen und Trinken, was wird dann passieren? Sie werden nie wiederkommen. Jeder Atemzug, den Sie hier kaum spüren, bedeutet in der Umwelt der Antarktis eine Höchstleistung für Ihren Körper. Er muss die Luft von minus dreißig Grad auf plus 37 Grad bringen, und zwar in Sekunden und mehr als tausend Mal in jeder Stunde. Das ist eine enorme Heizleistung, die Ihre Energievorräte sehr schnell schrumpfen lässt. Dazu kommt, dass die Luft, die Sie einatmen, keinerlei Feuchtigkeit enthält, die Luft die Sie ausatmen aber jede Menge. Diese Feuchtigkeit kommt nicht aus dem Nichts. Sie müssen jeden Tropfen vorher trinken. Wenn Sie nicht viel mehr essen und trinken, als Sie es gewohnt sind, können Sie so warm angezogen sein, wie Sie wollen – Sie werden verhungern oder vertrocknen. Robert F. Scott trug bei seiner Antarktis-Expedition in sein Tagebuch ein: Großer Gott! Dies ist ein schrecklicher Ort.“
Anne blieb stehen, drehte sich zu den Studenten und wartete, bis ihr alle in die Augen sahen. „Sie wollen nicht in die Antarktis, Sie wollen auf den Mond. Ich kann Ihnen versichern, gegenüber dem Mond ist die Antarktis eine gemütliche Kuschelecke.“
Stille breitete sich aus.
„Wenn Sie nicht schaffen, das in Ihrem Denken zu realisieren, werden Sie erst gar nicht fliegen, oder, falls doch, werden Sie nicht zurückkommen.“
Fagott meldete sich. Er hieß eigentlich Jochen Schweitzer, aber alle nannten ihn nur Fagott, weil er so dünn war und tatsächlich Fagott spielte. Er wirkte immer etwas geistesabwesend, außer wenn Anne vor ihm stand, wie gerade jetzt.
„Ja bitte?“
Fagott räusperte sich. „Frau Dr. Winkler, wie sind Sie überhaupt auf das Konzept des „mondisch Denkens“ gekommen?“
Ein Raunen ging durch die Reihen. Die Antwort konnte man doch überall im Internet nachlesen und erst recht stand es in Annes Buch, das zur Standardvorbereitung des Kurses gehörte.
Anne beugte sich zu Fagott herunter und stützte sich mit den Händen auf der Tischplatte ab.
„Herr Schweitzer, wenn Sie wissen, dass Sie ohne eine gute Idee nur noch zwanzig Minuten Leben werden, dann glauben Sie gar nicht, wie schnell und kreativ selbst Sie dann denken werden.“
Die anderen Studenten lachten, aber dann wurde ihnen bewusst, dass das nicht nur einfach so dahergesagt war. Ihre Dozentin hatte es genau so erlebt.
Anne richtete sich wieder auf und klatschte zweimal in die Hände. „Fertig für heute. Bis zur nächsten Vorlesung stellt jeder fünf Punkte zusammen, was er bei einem Einsatz auf dem Mond an besonderen Umweltbedingungen zu beachten hat.“
Fagott sah sie zweifelnd an.
„Und wenn einer nur vier Punkte hat, lasse ich ihn den Kurs einer Sonde zum Pluto berechnen.“
Als Anne hinter ihren Studenten den Seminarraum verlassen wollte, stellte sich ihr ein Mann in den Weg.

2. Kapitel

Eine Zehntelsekunde, und Anne wusste, dass ihr dieser Mann unsympathisch war. Er war etwa in ihrem Alter, also Mitte dreißig, trug einen dunkelblauen Anzug mit korrekt sitzender Krawatte und dazu ein falsches Lächeln im Gesicht. Am meisten störte Anne der kaum sichtbare Ohrhörer.
Ein Agent, dachte Anne sofort und trat einen Schritt zurück. Ihre Erfahrungen mit Agenten hatten ihr gereicht, mehr brauchte sie nicht.
„Frau Doktor Anne Winkler?“
„Was wollen Sie?“
„Ich soll Sie abholen. Bitte folgen Sie mir.“
„Ich folge Ihnen keinen Schritt, wenn Sie mir nicht sagen, wohin ich gehen soll und warum.“
Anne blickte ihn kühl an und der Mann schien zu spüren, dass er so nicht weiterkam. Sie ließ sich weder überrumpeln noch einschüchtern. Sein Gesichtsausdruck wurde eine Spur verbindlicher.
„Ich soll Sie zu einem Meeting abholen. Ihr Chef, Dr. Bardouin, wird auch dabei sein.“
Das sollte Anne eigentlich beruhigen, tat es aber nicht.
„Wenn Dr. Bardouin mich sprechen wollte, könnte er mich einfach anrufen.“
„Das kann er Ihnen selbst erklären. Ich habe nur meine Anweisung, dass ich Sie holen soll, und zwar so schnell wie möglich. Wir werden das Gebäude nicht verlassen, falls Sie das beruhigt.“
Das tat es tatsächlich.
„Gehen Sie vor.“
Im Gebäude der ESA fühlte Anne sich sicher, aber diese Behandlung war sehr ungewöhnlich. Dieser Mann war nicht vom Sicherheitsdienst der ESA, die kannte Anne alle. Warum ließ Dr. Bardouin sie von einem Fremden abholen?
Es ging in einen Gebäudetrakt, den Anne nicht kannte. Er gehörte zu dem Komplex, der wegen der starken Ausweitung der Raumfahrtaktivitäten nach ihrem Fund auf dem Mond neu gebaut worden war. Zu Beginn eines neuen Gangs blieb der Mann stehen.
„Geradeaus bis zum Ende, dann die letzte Tür rechts.“
Anne ging allein weiter. An den Wänden hingen noch keine der sonst allgegenwärtigen Bilder von Weltraummissionen. Alles war jungfräulich weiß, die Namensschilder neben den Bürotüren waren leer.
Die letzte Tür rechts befand sich in einer etwa zwei Meter tiefen Nische. Davor stand ein Mann, der der Zwilling dessen hätten sein können, der Anne abgeholt hatte. Sie war offensichtlich per Funk angemeldet worden, denn er war weder überrascht, noch fragte er nach ihrem Namen. Er zeigte nur auf eine Ablage, auf der Handys lagen.
Damit man uns nicht abhören kann. Anne wusste um die Manipulationsmöglichkeiten und Gefahren von Handys. Trotzdem – sowas hatte es bei der ESA noch nie gegeben. Was ging hier vor? Die Antwort lag hinter dieser Tür, die der Mann jetzt für sie öffnete.

(Weiterlesen im Kindle Shop)

Copyright Cover & Leseprobe: Klaus Seibel
Publikation mit frdl. Genehmigung des Autors.

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Klaus Seibel, Das Erbe der ersten Menschheit
E-Book (Kindle Shop) 2,99 Euro
Taschenbuch (Createspace) 8,99 Euro

Hinweis: Klaus Seibel ist Mitglied unserer Redaktion, Gastgeber der Indie-Lounge und mit seinem Label “Seibel Digital” Medienpartner von E-Book-News.

[Indie-Lounge] In eigener Sache: Frisch erschienen – „Die erste Menschheit lebt“ (Klaus Seibel)

„Ihr wollt eine Lantis aus uralter Vorzeit sehen? Hier bin ich. Ich bin Yra. Und ich bin grün.“
Die Zivilisation, die vor fünfundsechzig Millionen Jahren unsere Erde bevölkerte und der Menschheit ein Erbe hinterlassen hat, nannte sich Lantis. – Nannte? Das Erbe ist mehr als eine Sammlung von Dokumenten und Technologien. Tatsächlich bietet sich die Möglichkeit, die ausgestorbenen Lantis auferstehen zu lassen. Die Erste ihres Volkes ist Yra – eine außergewöhnliche Frau, die für einige Überraschungen sorgt. Und sie ist nicht die Letzte.

„Die erste Menschheit lebt“ ist die Fortsetzung meiner Science-Fiction Saga, die mit „Krieg um den Mond“ und dann „Das Erbe der ersten Menschheit“ begonnen hat. Sie spielt weder in ferner Zukunft, noch gibt es abgefahrene Technologien – aber gerade das fasziniert viele Leser, wie sie mir geschrieben haben. Die Geschichte spielt auf unserer Erde, und sie könnte sich tatsächlich so ereignen. Die Lantis sind uns Menschen nur um eine oder zwei Generationen voraus. Ihre Technik entspricht dem, was in unseren Labors aktuell entwickelt wird. Man wirft durch die Lantis quasi einen Blick in unsere nahe Zukunft, was erstaunlich, wunderbar oder auch erschreckend sein kann. Gleichzeitig wird die Vergangenheit unseres Planeten in einer ganz plastischen Weise gegenwärtig, man kann sie anfassen und miterleben.

Die bisherigen Bücher waren Bestseller im Kindle-Shop mit mehreren Hundert Rezensionen. Und vielleicht kann ich ja auch Sie begeistern und auf eine phantastische Reise mitnehmen…

[Indie-Lounge] „Auf meine Leser kann ich mich verlassen“ – Mark Franley im Interview

Heute zu Gast: Mark Franley. Harry Potter ist Schuld daran, dass er schreibt, aber der Zweiundvierzigjährige aus Mittelfranken verfasst keine Zauberbücher, sondern bewegt sich im Bereich Thriller und Horror. Seit er vor etwa zwei Jahren ernsthaft mit dem Schreiben begonnen hat, sind zwei Horrorkurzgeschichten und vier Psycho-Thriller (zuletzt: „Nachtkalt“) entstanden, die es alle in die Top 10 bei Amazon geschafft haben, einmal sogar auf Platz 1. Ein Publikations-Erfolg, der Mark sehr überrascht hat, der aber ein tolles Gefühl schafft – und die Perspektive bietet, das Schreiben zum Hauptberuf zu machen.


„Jeder Mensch hat eine dunkle Seite“


Mark, warum ist Harry Potter Schuld, dass du schreibst?
Er hat mich verzaubert (lach). Aber im Ernst … Mich hat es damals beeindruckt, welchen Erfolg eine vorher völlig unbekannte Autorin erreicht hat, und da ich selbst immer auf der Suche nach einer kreativen Tätigkeit war, habe ich einfach versucht, selbst einmal eine Geschichte zu schreiben.
In den Jahren zuvor versuchte ich mich in der Malerei, stellte Holzschmuck her und landete, von Harry Potter inspiriert, beim Schreiben. Jetzt fühle ich mich angekommen und werde nervös, wenn ich keine Zeit habe, um mich an den Laptop zu setzten.

Dein bevorzugtes Genre sind Thriller. Was gefällt dir daran so gut?
Ich glaube, dass jeder Mensch auch eine dunkle Seite in sich trägt und dass es manchmal sogar seine Berechtigung hat, diese zu zeigen. Als Thrillerautor kann ich meine Protagonisten all das ausleben lassen, was man sich in der Realität besser nur denkt. Und natürlich macht es Spaß, Einfluss auf die Gefühle der Leser zu nehmen, sie mit leiden, lachen und lieben zu lassen.

Wie kommst du auf deine Ideen für deine Bücher?

Die Grundideen liefert unsere Gesellschaft. Eigentlich würde eine Ausgabe der Abendnachrichten genug Stoff für mehrere Bücher bieten. Was ich überhaupt nicht leiden kann sind Ungerechtigkeiten, daher suche ich mir meist Themen, in denen auch der Täter eine gewisse Berechtigung für seine Tat hat.


„Facebook ist für mich der wichtigste Werbe-Kanal“


Du hast hervorragende Amazon-Plazierungen erreicht. Wie machst du Werbung für deine Bücher? Was sind deine wichtigsten Kanäle?

Inzwischen sorgt meine Facebookseite bei neuen Büchern für einen guten Start. Auf meine Leser, die mir dort folgen, kann ich mich wirklich verlassen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für Eure Unterstützung. Was natürlich auch Nachfrage bringt, sind die sehr aussagekräftigen Rezensionen einiger bekannter Bloggerinnen, die kein Blatt vor den Mund nehmen und auch einmal konstruktive Kritik üben. Zusätzlich kaufe ich auch noch Werbeplätze bei den einschlägigen E-Book Magazinen, aber das wichtigste Werbemittel ist wohl die Mundpropaganda, und die kann man sich nur erarbeiten.

Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

In Stunden kann ich das nicht sagen. Das Verhältnis ist ungefähr 80 Prozent Schreiben, 15 Prozent Netzwerk und 5 Prozent Marketing. Wobei das alles nicht starr ist, denn rund um die Veröffentlichung eines neuen Buches tritt das Schreiben natürlich erst einmal in den Hintergrund.

Folgst du mit deiner Tätigkeit als Autor einem großen Plan? Ist es „nur“ ein schönes Hobby? Hast du ein Ziel oder einen Traum?

Ganz klar … ich möchte das Schreiben früher oder später hauptberuflich machen, und dieses Ziel habe ich fest im Blick.

Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Ich habe jetzt die Perspektive, irgendwann meinen Traumberuf ausüben zu können und nur noch das machen zu können, was ich wirklich möchte.


„Ich habe nie Ratgeber oder Kurse genutzt“


Für einen Erfolg spielen viele Faktoren eine Rolle. Welche zwei oder drei Faktoren siehst du als die wichtigsten an, die deinen Erfolg getragen haben?

Ganz vorne steht natürlich, dass die Leser meine Ausdrucksweise gut finden, und es kommt, glaube ich, ganz gut an, dass ich keine „Längen“ in meinen Büchern habe. Mein persönliche wichtigster Erfolgsfaktor war es, die ganz normalen Startschwierigkeiten zu ignorieren und immer weiterzumachen.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Und immer daran denken, dass nur der Leser Recht hat. Wer mit seinen Lesern einen Streit bezüglich seiner Geschichte anfängt, hat irgendetwas nicht verstanden.

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Ich habe nie einen Kurs besucht und noch keinen Ratgeber in Händen gehalten. Wie mir gesagt wurdes ist jedes neue Buch ein wenig besser. Es wohl wie bei allem, nur die Übung macht den Meister.

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Gut daran ist natürlich die besagte Unabhängigkeit. Ich kann schreiben, was ich will, und es veröffentlichen, wann ich will. Mir redet niemand hinein, und abgesehen von meinen Lesern steht keiner da und sagt: „Du musst fertig werden“.
Am Anfang war es ein Problem, meine Bücher noch einmal professionell überarbeiten zu lassen, da das wirklich viel Geld kostet. Dieses Problem hat sich inzwischen dank guter Verläufe erübrigt, und die Investition lohnt sich in jedem Fall.
Was mich stört, ist eigentlich nur, dass meine Bücher nicht bei den Buchhändlern liegen, aber wer weiß schon, wie Buchläden in zehn Jahren aussehen. Vielleicht erfolgt auch hier noch eine Öffnung für uns Selfpublisher.

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Dazu fällt mir gerade nichts ein, ich bin zufrieden, so wie es ist.


„Die Vermarktung im Ausland ist verlockend“


Wenn jetzt ein großer Verlag käme, könnte der dich verführen, dein Self-Publisher-Dasein aufzugeben? Und was müsste er dafür tun?

Einmal abgesehen von der Million-Dollar-Frage könnte mich nur eine Vermarktung meiner Bücher im Ausland locken. Da ich aber gerade selbst dabei bin, meine Bücher übersetzen zu lassen, müsste sich ein Verlag beeilen :-)

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen.

Da meine Thriller schon so etwas wie eine Reihe sind, auch wenn man sie gut einzeln lesen kann, würde ich mit „Heuchler“ beginnen. Ich schreibe heute vielleicht etwas besser, aber für neue Leser ist sicher auch Kommissar Köstners Entwicklung ganz interessant.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Zwei meiner Hauptprotagonisten leben noch, und die Köstner-Reihe verdient einen würdigen Abschluss ;-)

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Dass ich es auch nach zwei Jahren noch immer unglaublich finde, wohin Ihr mich gebracht habt, und dass ihr mir als verlagsunabhängigem Autor überhaupt eine Chance gegeben habt. Ich weiß, unser Ruf ist nicht immer der Beste, daher zählt das für mich umso mehr.
Sagt und schreibt mir bitte auch weiterhin Eure Meinung zu meinen Geschichten, denn alles was mich weiterbringt, ist konstruktive Kritik, und natürlich freue ich mich immer über einen kleinen Plausch mit Euch.

Mark, einen ganz herzlichen Dank für deine Antworten. Ich wünsche dir weiterhin viele gute Ideen, die deine Leser zum Mitleiden und –lieben bringen.

Wer mehr über Mark und seine Bücher erfahren möchte, kann ihn gerne auf seiner Homepage www.mark-franley.de besuchen.

[Indie-Lounge] „Ich will Geschichten erzählen ohne enges Raster für die Fantasie“ – Matthias Herbert im Interview

Ob „Ein Fall für zwei“, „Alarm für Cobra 11“ oder „Soko Rhein-Main“: Matthias Herbert ist einer der erfolgreichsten Drehbuchautoren Deutschlands. Mehr als eine Milliarde Menschen in 140 Ländern haben Serien aus seiner Feder gesehen – aber den Namen des Autors kennen bisher nur wenige. Das dürfte sich bald ändern: Denn jetzt geht Herbert als Self Publisher an den Start – und das gleich mit einem Fantasy-Epos, welches in dieser Größenordnung seines Gleichen sucht. Für die Indie-Lounge gibt der erfolgreiche Vielschreiber Einblicke in den Alltag eines Profis, der sich in beiden Welten auskennt: Drehbuch und Roman.


„Jeder kennt meine Serien, meinen Namen fast niemand“


Matthias, auf dein Konto gehen hunderte von Morden – inklusive anschließender Aufklärung. Aber du hast nicht nur Krimis geschrieben. Welche Filme stammen aus deiner Feder, bzw. zu welchen Serien hast du Beiträge geleistet?

Angefangen habe ich vor mehr als 25 Jahren mit „Ein Fall für zwei“. Danach hatte ich fast überall mal die Finger drin. Von „Doppelter Einsatz“ über „Alarm für Cobra 11“ bis „Soko Wismar“. „Für „Die Rettungsflieger“ habe ich etwa ein Drittel der Bücher beigesteuert. Und natürlich auch verschiedene Serien selbst entwickelt, „Soko Rhein-Main“ und „Schwarz greift ein“. Hm, das sind gleich zwei Serien, die in Frankfurt gespielt haben, fällt mir gerade auf.

Was würdest du als deinen größten Erfolg bezeichnen? Worauf bist du besonders stolz?

Stolz? Darauf, dass alle meine Kinder etwas geworden sind. Und dass ich im hohen Alter von 50 Jahren noch Schlagzeilen als Fußballtorwart gemacht habe („Held des Tages“). Ach so, die Rede ist vom Film. Hm. Da muss ich mal nachdenken. Also es gibt schon ein paar Filme, auf die ich dann doch stolz bin. Bei „Rosa Roth“ der Pilotfilm damals. Dann „Der Mörder mit der Maske“, ein 90er aus „Doppelter Einsatz“, bei dem ich selbst Gänsehaut bekommen habe. Und dann wäre da noch „Happy Birthday“, auch eine „Doppelter Einsatz“-Episode. Seit der schaut meine Frau übrigens keine Filme mehr von mir. Sie hat danach ein paar Tage schlecht geträumt …

Mit deinen Filmen erreichst du ein Millionenpublikum. Was bringt dich dazu, mit Büchern noch mal neu anzufangen?

Ich habe es spaßeshalber mal ausgerechnet. Wenn man alle Filme nimmt, die durchschnittliche Wiederholungszahl in Betracht zieht und nur einen niedrigen Zuschauerschnitt ansetzt, wurden Filme von mir trotzdem von mehr als einer Millarde Menschen gesehen. Soll heißen, wenn man in den letzten 25 Jahren relativ regelmäßig den Fernseher angemacht hat, musste man irgendwann über eins meiner Werke stolpern. Und trotzdem kennt kein Mensch meinen Namen als Drehbuchautor. Das nur so zur Wertschätzung des Filmerfinders. Aber das ist nicht der Grund, dass ich nach so langer Zeit wieder zur Prosa zurückgekehrt bin.

Ich will Geschichten erzählen, bei denen meine Fantasie nicht in so ein enges Raster gezwängt wird. Das ist zwar auch eine Herausforderung, in einem bestimmten Format zu arbeiten und dort das Beste zu liefern, was möglich ist. Aber wenn man alles selbst bestimmen kann, ist es doch etwas anderes. Das geht beim Film niemals. Selbst wenn man ein Einzelfernsehspiel macht, reden einem noch mindestens 176 Leute rein und wissen alles besser.


„Memiana ist in wenigen Wochen auf 14 Bände gewachsen“


Deine Fantasy-Welt heißt Memiana. Wie bist du auf diesen Namen gekommen? Hat er eine besondere Bedeutung?

Ja, sicher. Memiana ist die Welt der Memo. Die Memo sind das kleinste Volk dort. Ich meine nicht, sie sind die Hobbits von Memiana, sondern sie zählen nur 15.000 Köpfe. Aber sie bestimmen, was geschieht. Nur bekommt das niemand der anderen mit, weil … Ach, das sollte man schon selbst lesen.

Was ist das besondere an dieser Welt? Was fasziniert dich daran?

Sie ist, hm, sagen wir mal: etwas anders. Die Technik ist archaisch und man hat keine komplexen Maschinen. Eisenzeit ohne Räder sozusagen. Es gibt dort keine Pflanzen und keine Nacht. Aber nicht, weil irgendwer mit einem krummen Zauberstab herumwedelt. Meine Welt gehorcht den physikalischen Gesetzen der Erde (soweit ich sie selbst kenne). Und das war mit die größte Herausforderung und auch die Faszination.

Wie bist du auf die Idee zu dieser Welt und dann zu dieser Reihe gekommen?

Da muss ich kurz lächeln. Was man im Interview nicht sieht. Schuld ist natürlich das Fernsehen, genauer „Genial daneben“. Da war einmal die Frage, warum eine bestimmte Schneckenart nach einem halben Jahr das Fressen einstellt. Weil sie soviel Chlorophyll angereichert hat, dass sie sich sozusagen von Licht und Wasser ernähren kann. Das hat mir gefallen. Am nächsten Tag habe ich die erste Skizze zu einer Welt ohne Pflanzen aufgeschrieben. Innerhalb vor drei Tagen war das auf 60 Seiten angewachsen, hatte eine Handlung und Charaktere. Und dann explodierte es und was mal ein einzelner Roman sein sollte, wuchs innerhalb weniger Wochen auf ein 14bändiges Werk an.


„Ein Romanautor macht sinnliche Wahrnehmung erlebbar“


Eine Besonderheit ist auf jeden Fall der gewaltige Umfang, weshalb man dein Werk schon jetzt als Fantasy-Epos bezeichnen kann. Wie groß ist deine Reihe?

Wie gesagt, es werden einmal 14 Bände und über 6000 Seiten. 8 Romane sind schon fertig. Für den Rest steht sehr genau fest, was darin passiert. Und das letzte Kapitel habe ich schon geschrieben und es liegt in einem Tresor in London … Ha. Joke.

Seit wann schreibst du daran?

Seit Mitte 2009.

Ist es anders, ein Drehbuch oder einen Roman zu schreiben? Worin siehst du Unterschiede?

Es ist ein Riesenunterschied. Lustigerweise kapieren das auch so viele Kollegen nicht und werfen ständig in Debatten Filme und Bücher zusammen. Das ist für den Rezipienten vielleicht möglich, wenn er ausschließlich die Handlung betrachtet. Aber nicht für den Autor. Ein Drehbuch unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von einem Roman. Für ein Drehbuch reicht manchmal ein einziger Einfall. Der Rest ist erzählerische Routine. Für einen Roman brauche ich auf jeder Seite mindestens einen Einfall. Und zwar am besten einen originellen. Damit ist es dann aber noch nicht getan. In einem Drehbuch kann ich schreiben: Haus Otto, außen/Tag. Otto fährt mit seinem Wagen vor und steigt aus. Straße Pauline außen/Tag. Ottos Auto parkt vor dem Haus Paulines.
DAS kann ich ja mal in einem Roman versuchen. Im Film setzt der Regisseur das, was ich schreibe, für die Primärsinne um. Er zeigt es und bringt es zu Gehör. Aber als Romanautor muss ich genau diese sinnlichen Wahrnehmungen erlebbar machen. Ich muss mir das, was der Regisseur einfach so am Straßenrand mitnimmt, in allen Einzelheiten ausdenken. Dann lasse ich das meiste davon weg und muss es trotzdem so beschreiben, dass der Leser etwas sieht und hört, obwohl alles nur Papier ist.


„Ich wollte eine möglichst hohe Publikationsfrequenz“


Du bist Schreib-Profi mit jahrzehntelanger Erfahrung und großen Erfolgen. Um einen präzisen Ausdruck, Dramaturgie und Spannungsbögen muss man sich bei dir keine Sorgen machen, das ist dir in Fleisch und Blut übergegangen. Man sollte denken, dass Verlage hier unbedingt zugreifen würden. Warum gehst du jetzt den Weg über Self Publishing und nicht über einen Verlag?

Als ich mit Memiana angefangen habe, waren kopulierende Vampire noch der letzte Schrei und alles gierte danach. Nicht mein Ding. Zumindest nicht beim Schreiben. Obwohl ich sicher nicht Zielgruppe bin, habe ich Twilight gerne gelesen. Was ich gar nicht lese und was im Zuge der Herr der Ringe Filme aber sehr angesagt war und noch ist, ist diese ganze Epigonendichtung, die das Tolkien-Universum plündern. „Low Fantasy“ wie auch George R. R. Martin sie in seiner Welt bietet, war in Teutonien absolut nicht angesagt. Das wusste ich aber und deshalb hat noch nie ein Verlag etwas von Memiana gesehen. Fantasy hat ja den Vorteil, dass sie nicht so aktuell ist, dass sie schlecht würde, wenn man sie lagert. Einen Verlag davon zu überzeugen, so einer niederen Kreatur wie einem Drehbuchautor zu vertrauen und ihn mit einer 14bändigen Reihe zu beauftragen, war außerdem ziemlich aussichtslos. Dazu kam dann eine sehr positive Entwicklung auf dem E-Book-Markt. Nachdem dort sehr lange das „Jeder darf, ob er kann oder nicht“ dominierte, wagten sich nach und nach auch namhafte Autoren daran, selbst zu publizieren. Und für so ein Monumentalwerk wie Memiana wollte ich gerne eine hohe Publikationsfrequenz, also nicht ein neuer Harry Potter alle anderthalb Jahre, sondern verlässlich und konsequent alle 3 Monate der nächste. Aber ohne Magie, falls ich das noch nicht erwähnt habe …

Wie empfindest du es, nicht mehr Teil einer langen Entstehungskette zu sein, sondern alles selbst in die Hand nehmen zu können – oder auch zu müssen?

Auf der einen Seite befreiend, auf der anderen sehr fordernd. Denn man muss sich wirklich um alles kümmern und alles kontrollieren, auch wenn man andere beauftragt. Dann muss man eben die auch noch kontrollieren, ob alles so ist, wie man sich das vorgestellt hat. Oder wie es einem erzählt wurde.


„Zum Start gab es ein dreiwöchiges Alternate Reality Game“


Viele Self Publisher gehen in kleinen Schritten voran, lernen Marketing und bauen sich über Jahre eine Leserschaft auf. Du gehst auch hier einen anderen Weg und engagierst ein professionelles Marketingteam, das eine Menge auf die Beine stellt, wovon die meisten Autoren nur träumen können. Welche besonderen Aktionen sind zum Start deiner Reihe gelaufen?

Die Agentur hat ein bundesweites und aufwändiges Alternate Reality Game über drei Wochen durchgezogen, im Netz und in der wirklichen Welt, das einige Leute ziemlich in Atem gehalten hat. Der Ansatz war, auf diese Weise Blogger direkt anzusprechen und zu integrieren und so ein breites Interesse an Memiana hervorzurufen.

Dein erstes Buch ist gerade erst erschienen. Noch konnte sich die Arbeit nicht in Verkäufen und Rezensionen auswirken. Wie wird es weitergehen?

Bis jetzt ist es so, dass ich eher das Gefühl habe, für ziemlich viel Geld ein paar Leuten ein richtig gutes Abenteuer geschenkt zu haben. Bemerkt habe ich noch keine Folgen. Das wäre aber auch ziemlich viel verlangt, eine knappe Woche nach dem Erscheinen von Band 1. Wie es weitergeht? Nun, die Agentur wird jetzt alles daran setzen, im Netz einen gewissen Hype zu kreieren und dafür zu sorgen, dass man über Memiana spricht. Und Band 1 kauft. Es ist ja auf jeder Plattform zu haben. Sobald es dann dort wahrgenommen wird, sollte idealerweise ein gewisser Selbstläufereffekt dazu kommen.

Die ganze Kampagne läuft aber nur im Netz. Ebook-Leser sind ja sehr netzaffin und warum sollte man etwas in eine Zeitung schreiben? Von der aus kann man ja keinen virtuellen Buchladen erreichen. Die Veröffentlichungstermine aller Bände sind fix und alle sind vorbestellbar.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Ich lasse lieber meine Geschichte für mich sprechen. In der sagte einer der Charaktere:
„Menschen sind Menschen, und Menschen sind gierig. Menschen sind selten mit dem zufrieden, was sie haben, Menschen wollen immer mehr. Manche Menschen sind selbst mit dem Mehr nicht zufrieden und sie wollen alles.“

Memiana ist völlig anders – aber dann ist es das auch wieder nicht. Auf Memiana geht es am Ende genauso um Sex, Drugs & Crime wie auf der Erde. Um Habgier, Rache, Eifersucht. Wie immer, wenn ich anfange, eine Geschichte zu erzählen. Nur diesmal spielt sie eben in einer völlig anderen Welt, wie man sie noch nie gesehen hat. Und es lohnt sich, mehr als nur einen Blick darauf zu werfen.

Kaum ein Werk ist mit so großer Professionalität erarbeitet worden und an den Markt gegangen. Wahrscheinlich gibt es weltweit kein vergleichbares Projekt dieser Größenordnung, das dann auch mit solchem Aufwand gestartet wurde. Wie sind sehr gespannt, wie es weitergeht. Auf jeden Fall wird das Fantasy-Genre um eine gewaltige Geschichte bereichert, und sicher wird auch das Self Publishing durch die Professionalität deines Vorgehens um eine Facette vielfältiger. Ich wünsche dir viele begeisterte Leser, die sich durch deine Bücher in eine neue Welt voller Spannung und Phantasie entführen lassen.

Hinweis: Mehr über Memiana findet man auf www.memiana.de. Wer eine ganz neue Welt kennenlernen will, sollte unbedingt mal dort vorbeischauen.