Circuit Scribe – Rollerball-Stift malt funktionsfähige Schaltkreise dank leitfähiger Tinte

circuitscribe-elektronik-gezeichnetDie nächste Leiterplatte trägt Deine individuelle Handschrift… Es gibt nämlich nicht nur „printable electronics“, sondern auch „writable electronics“. Für die nächste Maker Faire in der Buchhandlung oder Bibliothek äußerst spannend ist insofern das fröhlich bunte Elektronik-Projekt-Kit des texanischen Startups „circuit scribe“ – denn dank eines speziellen Rollerball-Stiftes mit (ungiftiger) leitfähiger Tinte zeichnet man die Schaltungen kurzerhand selbst auf’s Papier, voll funktionsfähig. Mit zusätzlichen Farb-Stiften lassen sich auch Widerstände einfügen. Alleine schon das bunte Design der Do-it-Yourself-Workbooks macht Eindruck.

Vom Blinkenlight bis zur Drohne

Durch die Verbindung von bunt bedruckter Pappe und eingestanzten Mikrochips und weiterer Elektronik gibt es auch eine Menge Zubehör für Circuit Scribe-Projekte, vom einfachen Blinkenlight über den Taschenrechner mit selbst gezeichnetem Touch-Display bis zur Papp-Drohne. Der Einstieg ist für eine Handvoll Euros möglich – Starterkits komplett mit Spezialtinten-Stift gibt’s schon ab 10 Dollar. Die größeren Kits kommen vom Umfang her schon eher in die Nähe klassischer Elektronik-Experimentierkästen. Und Maker Kits als „Klassensätze“ zum schulischen Einsatz werden auch angeboten…

Crowdgefundetes Projekt

Um die allerneuste Generation der Circuit Scribe-Selbermach-Kits anzuschieben, läuft übrigens gerade eine Kickstarter-Kampagne. Mit Crowdfunding ist das kleine Unternehmen rund um die „Draw your own circuit“-Anwendungen im Jahr 2014 auch gegründet worden.

Spesen für’s Weiterlesen: Firefox-Crowd sammelte 25.000 Euro für EPUBReader-Update

epubreader-addon-firefox-via-crowdfunding-erfolgreich-finanziertWie wollen wir online E-Books lesen? Die Firefox-Crowd hat diese Frage in den letzten Wochen bravourös beantwortet: im Browser mit EPUBReader, bitte! Damit das auch in Zukunft klappt, haben knapp 975 SpenderInnen aus aller Welt via Kickstarter mehr als 25.000 Euro gesammelt – das dringend notwendige Update des beliebten Firefox-Add-Ons ist damit finanziert. Herzlichen Glückwunsch! Und zwar uns allen… EPUBReader-Entwickler Michael Volz kann sich der Code-Auffrischung jetzt in Vollzeit widmen, das Ergebnis seiner Arbeit kommt der gesamten Web-Community zu Gute.

Add-On wird „fast komplett neu programmiert“

Hintergrund: ein bald erwartetes Firefox-Update erzwingt dem EPUB-Reader-Entwickler zufolge die Überarbeitung des E-Lese-Add-Ons: „Firefox hat sehr umfangreiche Änderungen der Add-on-Schnittstelle angekündigt. Das Ergebnis wird sein, daß EPUBReader in einigen Monaten nicht mehr funktionieren wird. Um dies zu vermeiden, ist es notwendig, EPUBReader fast komplett neu zu programmieren.“

Kleinspenden von 0,25 % der Nutzer haben ausgereicht

Dem geplanten Update-Release im Herbst 2017 steht nun nichts mehr im Wege – schon fünf Tage vor dem Ende der Kampagne steht das Kickstartometer bei 26.370 Euro. Knapp die Hälfte der 975 Unterstützer gaben Kleinspenden bis zu 10 Euro, übrigen waren meist mit Beträgen zwischen 10 bis 25 Euro dabei. Die Zahl der täglichen EPUBReader-Nutzer liegt Michael Volz zufolge bei knapp 400.000 Personen — somit haben Kleinspenden von 0,25 Prozent der Anwender zur Finanzierung des Updates ausgereicht.

Endspurt mit Hilfe von „Kickbooster“

Interessante Fussnote: Um das Spendenziel zu erreichen, hat Michael Volz wie viele andere Kickstarter in der zweiten Hälfte der Funding-Phase auf „Kickbooster“-Links gesetzt – wer diese Affiliatelinks für eine Kampagne via Social Media verbreitet, erhält von jeder auf diesem Weg eingesammelte Spende 10 Prozent Provision.

Hinweis: E-Book-News ist Medienpartner von epubread.com

Update für EPUBReader in Sicht: Krautfunding-Kampagne soll beliebtes Firefox Add-on retten

epubreader-app-ebooks-direkt-im-browser-lesenDas kostenlose Add-On EPUBReader macht Firefox zum E-Lesegerät: E-Books zum Beispiel bei Project Gutenberg oder Google Books lassen sich damit direkt im Browser öffnen. Mehr 400.000 Firefox-Nutzer lesen Tag für Tag auf diese Weise komfortabel via Desktop oder mobil, ohne eine externe App starten zu müssen. Doch damit das auch so bleibt, muss die Crowd in den nächsten Wochen ein bisschen investieren — siehe die aktuelle Kickstarter-Kampagne zur dringend notwendigen Weiterentwicklung von EPUBReader.

Firefox ändert sich, das Add-On muss folgen

Hintergrund: ein bald erwartetes Firefox-Update erzwingt laut EPUB-Reader-Entwickler Michael Volz die Überarbeitung des E-Lese-Add-Ons. Auf Kickstarter schreibt er: „Firefox hat sehr umfangreiche Änderungen der Add-on-Schnittstelle angekündigt. Das Ergebnis wird sein, daß EPUBReader in einigen Monaten nicht mehr funktionieren wird. Um dies zu vermeiden, ist es notwendig, EPUBReader fast komplett neu zu programmieren.“

Crowd hat bereit 15.000 Euro gesammelt

Der Aufwand für ein so komplexes Add-On ist Volz zufolge hoch — damit der freiberufliche Software-Entwickler Vollzeit an der Programmierung arbeiten kann, seien 25.000 Euro notwendig. Die gute Nachricht: Die werden wohl via Kickstarter auch definitv zusammen kommen, derzeit haben bereits 660 Unterstützer mehr als 15.000 Euro zusammengetragen, die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis Anfang März.

Neue Version öffnet E-Books mit mehr als 250MB

Mitmachen lohnt sich für alle: EPUBReader wird auf diese Weise nicht nur der internationalen Firefox-Nutzergemeinde erhalten bleiben, es kommen auch ein paar Verbesserungen hinzu: so wird man zukünftig auch E-Books mit mehr als 250 MB öffnen können. Das Öffnen selbst wird schneller vonstatten gehen, da nur noch der Arbeitsspeicher verwendet wird, kein Diskspace mehr.

Als kleines Dankeschön werden die Unterstützer ab einem Betrag von 10 Euro in der offiziellen Sponsoren-Liste genannt, wer größere Beträge spendiert, wird mit Backlinks oder Bannern auf epubread.com bedacht. Wenn alles so klappt wie geplant, soll das neue EPUBReader-Add-on im Herbst 2017 der Firefox-Community zur Verfügung stehen.

[UPDATE 22.02.: Die Kampagne hat die Spenden-Schwelle von 25.000 Euro erreicht. Herzlichen Glückwunsch!]

Hinweis: E-Book-News ist Medienpartner von epubread.com

Kano kommt: Barnes & Noble fördert „Tech Literacy“ mit Raspi-Bastelset

kano-kommtBei Kickstarter gestartet, im Regal bei Barnes&Noble gelandet — klingt nach einer klassischen Crowdpublishing-Karriere eines Romans, Sachbuchs oder Comics. Doch Kano ist kein Buch, sondern ein Computer-Bausatz rund um den Raspberry Pi, der sich speziell an Kinder und Jugendliche richtet. Hinter diesem äußerst erfolgreichen Projekt, das bereits 2013 via Crowdfunding angeschoben wurde, stecken Autor & Designer Alex Klein, der Investor Saul Klein (beide aus London) sowie der israelische Unternehmer Yonatan Raz-Fridman. Neuester Vertriebspartner: die größte verbliebene US-Buchhandelskette B&N.

„So einfach wie Lego“

Das Motto für das zum Roll-Out im Buchhandel extra neu designte Bastel-Set zum Preis von 150 Dollar lautet: „as simple and fun as Legos“ — tatsächlich lassen sich die einzelnen Komponenten wie Keyboard, Lautsprecher, Wi-Fi-Dongle und natürlich der mitgelieferte Raspi sehr einfach zusammenstecken. Nicht nur beim Zusammenbauen lässt sich eine Menge lernen, auch die auf Linux basierende Benutzeroberfläche „Kano OS“ sowie weitere Software-Tools wurden speziell für die Bedürfnisse von Nachwuchs-Hackern entwickelt.

„Learning by Doing“ im Buchhandel

Bei Barnes&Noble sieht man das Kano-Set als perfekte Ergänzung für die bestehenden ‚Learning by Doing‘-Angebote. Passend dazu wird der Lego-Computer wird im Herbst auch auf der jährlichen „Mini Maker Faire“ gefeaturet — in zahlreichen B&N-Filialen können die Kids dort auch erste Erfahrungen mit 3D-Druck, Drohnen, Robots und Programmiersprachen machen.

„USA braucht mehr Tech Literacy“

Das Ziel solcher Aktionen & Produkte sei die Förderung der „Tech Literacy“, so Kathleen Campisano, bei B&N zuständig für den Spiel- und Spielzeugbereich, diese begrifflich von der Lese- & Schreibfähigkeit abgeleitete Technik-Kompetenz hält Campisano für „so wichtig wie noch nie“ für die USA. Doch nicht nur der Buchhandel engagiert sich: Für die weite Verbreitung der Kano-Sets dürfte wohl auch der Vertrieb über die Spielwarenkette Toys’R’Us sorgen.

(via TheVerge)

Be future compatible: c-booc aus Papier feiert 20 Jahre c-base

c-booc-be-future-compatible„Be future compatible!“ lautet das Motto der legendären Hacker-Community c-base e.V. – deren raumstationartiges Hacker-Hauptquartier sich seit den Neunziger Jahren unweit des Berliner Alexanderplatzes befindet (Genauer gesagt knapp zehn Meter unter dem Büro, in dem ich gerade diesen Artikel schreibe). Zum zwanzigjährigen Jubiläum geben die Hacker und Häcksen aus dem allgegenwärtigen Erdgeschoss nun ein c-booc heraus – produziert in der einzig wirklich zukunftskompatiblen Form, nämlich aus Papier.

Fiktional, real oder beides

Vorgestellt werden im c-booc diverse Projekte, die auf der c-base entstanden sind, laut Mission-Statement gibt es dabei drei Kategorien: „fiktional oder real oder beides“. Die Vereinsräume der c-base sehen nicht ganz zufällig aus wie das Innere einer Raumstation: zum Gründungsmythos der c-base gehört die Geschichte des Raumschiffs c-base, vor Äonen auf die Erde abgestürzt in den märkischen Sand, und von einer verschworenen Gemeinschaft Stück für Stück rekonstruiert. Oberirdisch ist bisher nur eine große Antenne zu sehen, die manche auch für den Berliner Fernsehturm halten.

Freifunk, Chaos & Piraten

Die Macher des c-boocs sind zugleich das Kernteam der c-base: mars alias Marten Suhr, gps2 alias Alexander Last sowie und macro alias Mirko Fichtner. Jenseits der archäologischen Arbeit werkeln die drei mit dem Rest der Crew an allen möglichen Dingen, u.a. dem Berliner Freifunknetz. Als Veranstaltungsort ist die c-base ebenfalls populär. So fand z.B. die Gründungsveranstaltung der Piratenpartei in den Räumen der „Multimodulstation“ statt, und regelmäßig loungiert dort auch der Chaos Communication Congress (ccc).

Crowdfunding via Kickstarter

Das c-booc soll im DIN A4-Querformat auf deutsch und englisch erscheinen und ca. 200 Seiten haben, vorbestellen kann man es derzeit via Kickstarter zum Preis von 17 Euro. Wer nicht ganz so langfristig denkt wie die c-base-Aktivisten, kann für die Zwischenzeit aber auch eine E-Book-Version zum Preis von 10 Euro bestellen.

Deutsche Kickstarter-Projekte ab morgen aktiv – neuer Kick für’s Krautpublishing?

kickstarter-jetzt-auch-in-deutschlandAb morgen geht’s los: Kickstarter, die Mutter aller Crowdfunding-Plattformen öffnet sich am 12. Mai 2015 für Projekte made in Germany, und vor allem made FOR Germany. Unter der Adresse kickstarter.com/germany kann man sich bereits einen ersten Eindruck machen, zahlreiche Projekte vor allem aus dem Kulturbereich sind hinter den Kulissen offenbar bereits in Vorbereitung, zu den angekündigten Technik-Gadgets gehört die Storytelling-Maschine „Storyhome“. Natürlich wird im neuen Kickstarter-Bereich nun auch Deutsch gesprochen, selbst die Zahlungsmodalitäten wurden an hiesige Befindlichkeiten angepasst: neben Kreditkarten können zumindest Beträge bis 250 Euro per Lastschrift eingezogen werden.

Kickstarter knackt Milliarden-Dollar-Grenze

Auf dem deutschen Crowdfunding-Markt haben bisher andere Plattformen die Nase vorn: allen voran die waschechten Krautfunding-Adressen Startnext und Visionbakery, die international aktive Plattform Indiegogo betreibt schon seit längerem ebenfalls einen deutschen Ableger. Doch nicht zu unrecht gilt Kickstarter eben als Mutter aller Crowdfunding-Plattformen überhaupt. Das 2009 von Charles Adler, Perry Chen und Yancey Strickler gegründete Unternehmen entwickelte sich im englischsprachigen Raum rasch zur ersten Anlaufstelle nicht nur für das Einsammeln von Massenspenden, sondern vor allem auch für die Pre-Order-Vermarktung von Gadgets und Content. Mittlerweile erzielten erfolgreich abgeschlossenen Kampagnen fast 1,5 Milliarden Dollar (zum Vergleich: Startnext 20 Mio. Euro).

Comics auf Kickstarter besonders erfolgreich

Zu den eindrucksvollsten Kickstarter-Projekten aller Zeiten gehören die Smartwatch Pebble (20 Mio. Dollar), Neil Youngs Hi-End-Walkman Pono (6 Mio. Dollar) sowie der 3D-Zeichenstift Doodler (2 Mio. Dollar). Aber auch weit unterhalb der Millionen-Dollar-Schwelle ist eine Menge los, gerade im Bereich Content: so wurden via Kickstarter im Rahmen von mehr als 20.000 Publishing-Projekten schon fast 100 Millionen Dollar gesammelt, einen besonders hohen Anteil (40 Mio. Dollar) hatten dabei Comics.

Pre-Order-Kampagne als Chance für Verlage

Immer öfter realisieren nicht nur Self-Publisher einzelne Veröffentlichungen mit Hilfe der Crowd, gerade in den USA gehen Startup-Verlage dazu über, Teile ihres Programms vorab mit Crowdfunding zu finanzieren. Dieses Beispiel macht mittlerweile auch in Deutschland Schule: Mikrotext-Verlegerin Nikola Richter vermarktete kürzlich ihr 2015er-Programm via Startnext als eine Art „Flatrate-Abo“. Wächst Kickstarter nun in Deutschland so rasant wie in den USA, könnte das Krautpublishing erst so richtig ins Kraut schießen…

E-Ink trifft Himbeere: Neues Aufsteck-Display für Raspberry Pi

raspberry-pi-eink-display-zum-einsteckenDer kleine Einplatinen-Computer Raspberry Pi ist so etwas wie der ZX 81 des 21. Jahrhunderts: überschaubar, günstig, einfach zu programmieren, und offen für alle möglichen Experimente. Schon bald nach dem Markstart im Jahr 2012 wurden zahlreiche Hacks veröffentlicht, um den kreditkartengroßen „Himbeerkuchen“ mit einem E-Ink-Reader oder Tablet zu verbinden. Auch „nackte“ E-Ink-Displays lassen sich mit einigem technischen Aufwand und entsprechender Verkabelung vom Mini-Computer aus ansteuern.

Display passt direkt in Erweiterungsport

Weitaus einfacher geht’s mit dem von Neil Matthews entwickelten „E-Paper HAT“ (=“Hardware Attached on Top“) – das Display lässt sich direkt in den Erweiterungsport (GPIO) des Raspberry Pi stecken. Der britische Raspberry-Aficionado hat zu diesem Zweck ein 2,7-Zoll E-Ink-Display von Pervasive Displays (Auflösung: 264 x 176 Pixel) mit einer selbst entwickelten Leiterplatte kombiniert, die alle notwendigen Funktionen zur Verfügung stellt, und sogar eine batteriegepufferte Echtzeituhr mitbringt.

„No cables to worry about“

„When I started looking around to see what was available, my first stop was a development kit from Pervasive Displays, then I came across a more compact arrangement from Embedded Artists in Sweden. Unfortunately they both have the drawback that they require trailing cables from the GPIO connector to the board. I wanted something that would just sit right on top of the Pi with no cables to worry about“, so Matthews über die Motivation dieser Bastelei.

Vorbestellung via Kickstarter möglich

Mit Hilfe der kostenlos im Web verfügbaren Steuerungssoftware lassen sich zahlreiche verschiedene Projekte realisieren, etwa eine Uhr für den Schreibtisch, eine automatisch aktualisierte Wetterstation oder ein Twitter-Feed-Display. Neben Bildern kann auch Text in beliebiger Form angezeigt werden. Zur Finanzierung des „E-Paper-HAT“ hat Neil Matthews eine Kickstarter-Kampagne gestartet, die Mindestsumme von 10.000 Pfund ist bereits erreicht. Vorbestellen kann man das E-Ink-Gadget noch bis Mitte Mai ab 39 Pfund, umgerechnet knapp 54 Euro.

(via Ink, Bits & Pixels & Liliputing)

E-Ink an die Wand: Vikaura, ein Bluetooth-Bilderrahmen

Das Internet der Dinge hat uns skurrile Gegenstände mit unterschiedlichstem Nutzwert beschert, vom ohrwackelnden WLAN-Hasen (vgl. Nabztag) über Tweet-Minidrucker (vgl. mPrint) bis hin zum vernetzten Widget-Wecker (vgl. Chumby). Doch wie wär’s mal mit einem interaktiven Bilderrahmen aus E-Ink!? Auf Kickstarter entscheidet derzeit die Crowd mit, ob so ein Produkt demnächst an den Start geht. „Vikaura“ heißt das Projekt, benannt nach dem altindischen Wort für „Veränderung“: „we hope your Vikaura screens helps you transform the way you view, share and communicate the things that are important to you“, so das Entwickler-Team aus Pittsburgh/Pennsylvania.

Das Vikaura-Prinzip ist App-zentriert: Per Smartphone oder Tablet schickt man Bilder, Texte oder Emojis via Bluetooth in Richtung Bilderrahmen, dort werden sie dann dargestellt, wahlweise im vier, sechs oder zehn Zoll-Format. Auch Feeds, etwa mit Nachrichten oder Wetterdaten, lassen sich automatisch auf das Vikaura leiten. Außerdem können mehrere Personen Inhalte an verschiedene Bilderrahmen innerhalb eines persönlichen Netzwerkes schicken, um etwa ein Bild mit der Familie oder Freunden zu teilen.

Der Bildschirm selbst ist allerdings ziemlich „dumm“, er stellt ganz einfach Bilder dar, die man ihm zuschickt, insofern vergleichbar mit passiven Second Screens für das Smartphone auf E-Ink-Basis wie popSlate oder Inkcase. Am „Vikaura“ selbst lässt sich nicht einmal zwischen den Inhalten hin und her blättern. Dafür soll die eingebaute Batterie dank neuartiger „Low Power Technology“ mehrere Jahre lang durchhalten, so daß man das Gerät tatsächlich wie ein Bild an die Wand hängen kann (aber vorsicht mit dem Nagel).

Auf dieses Feature sind die Entwickler auch ganz besonders stolz: „Vikaura Screen is a first of a family of devices that will incorporate this technology. We expect this technology to change that way we use, interact, and maintain our electronic devices. Imagine a world without battery recharging!“, heißt es auf der Produkt-Website. Preislich rangiert Vikaura je nach Display-Format zwischen 100 und 200 Dollar, kostet also ungefähr so viel oder sogar etwas mehr als ein E-Reader.

Bevor man sich entscheidet, so viel Geld auszugeben, sollte man aber vielleicht noch einen Blick auf Nabaztag werfen, zuletzt unter dem Namen „Karotz“ vermarktet: Mitte Februar 2015 wird der plappernde Webhase das Ohrwackeln einstellen und überhaupt endgültig verstummen, denn der der derzeitige Betreiber Mindscape stellt den Hintergrund-Service ein: „Your rabbit will remain by your side, but with no activities.“

(via The Digital Reader)

Ungehemmt dank Hemingwrite: Kindle-Schreibmaschine erfolgreich via Kickstarter gelauncht

Die Kindle-Schreibmaschine kommt! „Wir sind überzeugt, es gibt einen Markt für Hemingwrite“, bloggten Adam Leeb und Patrick Paul erst vor wenigen Wochen. Da hatten der Designer und der Software-Entwickler mit ihrem Konzept eines ablenkungsfreien, mobilen E-Ink-Schreibcomputers gerade mächtig Medienecho und viele Pageviews auf hemingwrite.com erzeugt (E-Book-News berichtete). Gestern folgte dann ein fulminanter Kickstarter-Launch: bereits am ersten Tag trug die Crowd mit 113.000 Dollar fast die Hälfte der Mindestsumme von einer Viertel Million zusammen, heute werden wohl bereits 100 Prozent erreicht. [Update 12.12.: Nach knapp 48 Stunden wurden 255.000 Dollar gesammelt]

Mit dem puristischen High-Tech-Revival der Reiseschreibmaschine scheinen die beiden Startup-Unternehmer aus Detroit den Nerv der Zeit getroffen zu haben: „4 pound distraction elimination system“ nannte etwa The Verge die Black Box made in Michigan. Tja, die Creative Class leidet mittlerweile unter der Multifunktionalität des Geräteparks, der das mobile Leben zwischen Home-Office, Starbucks und Großraumbüro erst möglich gemacht hat. Ein anderes Problem ist wohl die Ergonomie: viele vermissen unterwegs eine komfortable, große Tastatur. Auch hier bietet die Hemingway, die aussieht, als hätte man ein Kindle quer in eine Schreibmaschine eingespannt, eine perfekte Lösung.

Vielleicht sind Netbooks, Phablets und Smartphones aber auch einfach zu unauffällig und alltäglich, um damit unte Style-Aspekten noch zu punkten: wer wie im Pitch-Video die 2 Kilo schwere, schwarz ummantelte Hemingwrite am ausklappbaren Handgriff ins Café schleppt, braucht sich um die Aufmerksamkeit seiner Umgebung keine Sorgen mehr zu machen. Das alleine dürfte den urbanben Hipstern Investition von mindestens 400 Dollar wert sein.

Wer wirklich unter dem Writer’s Block leidet, könnte aber tatsächlich von diesem Retro-Gadget profitieren, nicht mal Copy & Paste wird unterstützt, im Zentrum steht das Schreiben. Tipp, tipp, tipp. Unter der Haube ist dieser späte Nachfahre von Hermes Baby & Co. dann trotzdem vollkommen up-to-date ist, denn die Texte werden via WLAN in die Rechnerwolke geschickt und lassen sich mit DropBox, Evernote oder Google Docs archivieren. Auf Wunsch wird über einen analogen Absendeknopf auch gleich ein druckfertiges PDF gemailt.

Lieferbar wird die Hemingwrite jedoch erst ab Herbst 2015 sein. Bis dahin müssen sich Kreative diesseits und jenseits des großen Teichs anderweitig behelfen, entweder mit einer klassischen Speicherschreibmaschine vom Flohmarkt oder zeitgemäßeren Zwischenlösungen, etwa der Kombination eines E-Ink-Android-Tablets plus Bluetooth-Tastatur. Letzteres dürfte wohl mittelfristig die günstigste und zugleich tragbarste Lösung darstellen. Wenn auch nicht ganz so ablenkungsfrei.

Hemingwrite Specs:

  • Akkulaufzeit: 4 -6 Wochen
  • interner Speicher: 1 Million Seiten 
  • Tastatur: Full-size mech. Cherry MX, US ANSI/ISO International
  • Display: 6 Zoll E-Ink
  • Gehäuse: Aluminium
  • Gewicht: ca. 1,8 Kilogramm
  • Größe: 20 x 25 x 6 Zentimeter (Tiefe x Breite x Höhe)
  • lieferbar ab: September 2015

Abb.: Screenshot Kickstarter

Und plötzlich: Squirl! Genial-lokale Discoverability für ABC-Hörnchen

Spannende Bücher mit Lokalbezug entdecken, interessante Buchhandlungen vor Ort finden oder über literarische Schauplätze stolpern, wo man steht und geht – dabei möchte „Squirl“ helfen, eine neue App, die in den nächsten Wochen Crowd-Kapital für den zum Jahreswechsel geplanten Beta-Launch sammelt. „Your next read might literally be around the corner! Bump into real world locations from books“, so das Mission-Statement der Projekt-Entwickler Jef Van der Avoort und Serie Wolfe, die gerade den Startknopf für die Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter gedrückt haben.

Nicht ganz zufällig ist im Logo von „Squirl“ ein Eichhörnchen mit Buch zwischen den Pfoten zu sehen – aus der Perspektive von A-, B- und C-Hörnchen war das Problem der Discoverability schließlich immer schon dreidimensional. Nüsschen im Web kann man nicht essen, wissen selbst nerdige Squirrels. Überaschungen zum Anfassen gibt’s nur im Gelände. Ähnlich soll es nun dem Smartphone-Besitzer gehen: „Imagine passing by a street corner in New York City or a cafe in Paris and suddenly an excerpt from a book pops up on your phone“, so die App-Macher. Die Squirl-Orte seien nämlich ganz einfach „Portale, die in Bücher hinein führen“.

Neben dem mit der Community geteilten „Check-In“ vor Ort können Nachrichten mit Autoren oder Lesern ausgetauscht werden, man kann nicht nur realen, sondern auch fiktiven Personen oder Orten folgen und bei Gefallen auch direkt ein Buch kaufen, online per Fingertipp oder per pedes in der Buchhandlung, zu der die App einen führt. Professionelle Book People können diesen Spacial Turn des Social Readings als Marketing-Maßnahme nutzen – in dem etwa Autoren die Handlungsorte ihrer Bücher in die Squirl-Map eintragen oder indem Buchhandlungen ihren Standort sowie vorrätige Titel mit Ortsbezug hinzufügen.

Für das, was die App einmal leisten soll, gibt’s im Englischen einen speziellen Begriff – „Serendipity„, die Entdeckung einer Sache, nach der man gar nicht gesucht hat, aufgrund eines glücklichen Zufalls. Das Wort – passenderweise erfunden vom Gothic-Romancier Horace Walpole – gilt als eines der am schwersten zu übersetzenden der englischen Sprache. Doch auch die Übersetzung des Prinzips in eine App ist nicht trivial, und vor allem: teuer. Bevor die Startversion von Squirl (anfangs iOS-only) im App-Store erscheint, müssen Van der Avoort und Wolfe noch eine Menge Nüsschen sammeln – 75.000 Dollar Mindestsumme sind keine Peanuts.