[Indie-Lounge] „Ich treffe mit meinen Gedanken den Nerv der Menschen“ – Kirsten Wendt im Interview

kirsten-wendt-interview-indie-loungeHeute zu Gast in der Indie-Lounge: Kirsten Wendt.Die Bestseller-Autorin aus Niedersachsen liebt Glossen und Kurzgeschichten, schreibt aber auch Liebesromane und Psychothriller, letztere meistens unter Pseudonym. Unter ihrem richtigen Namen ist Kirsten dagegen vor allem bekannt als Sachbuchautorin, die über Migräne und Übergewicht berichtet – und ihren Lesern zeigt, wie man beides los wird. Das tut sie in seltener Offenheit und schreckt dabei auch nicht vor Vorher-nachher-Fotos zurück.


„Auf das Top-Ranking bin ich gar nicht stolz“


Klaus Seibel: Kirsten, Menschen lieben Medaillenspiegel, Bundesligatabellen, Bestsellerlisten. Was war bisher dein bestes Ranking? Worauf bist du besonders stolz?

Kirsten Wendt: Mit meinem besten Ranking kann ich nur für mich alleine angeben, weil es sich dabei um ein geheimes Pseudonym handelt. Mit diesem Titel stand ich lange in den Top 10 der Amazon Kindle Charts. Darauf bin ich aber nicht stolz; ich finde es einfach nur witzig. Ich mag den Gedanken, dass ich ohne Verlagsunterstützung genug Geld verdiene, obwohl ich trotzdem gerne bei bestimmten Buchprojekten einen großen Verlag im Rücken hätte. Stolz auf meine Leistung wäre ich erst, wenn ich wichtige Literaturpreise gewinnen würde. Auf solche Dinge stehe ich total.

Du schreibst Sachbücher über den Umgang mit Migräne und zu viel Gewicht. Wie bist du darauf gekommen?

Ich litt jahrzehntelang unter Migräne, die mein Leben stark beeinträchtigte. So ähnlich war es auch mit dem (Über-)Gewicht. Letzteres tut zwar nicht so weh wie Migräne, nervt aber trotzdem. Beide Themen gehören bei mir glücklicherweise der Vergangenheit an, betreffen aber viele Menschen. Darum habe ich darüber geschrieben. Und schön, dass ich diesen Talkshow-Klassiker gleich mal zu Beginn loswerden kann: Das steht alles in meinem neuen Buch!

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„Die Low-Carb-Diät hat auch meine Migräne besiegt“


Wenn ich an einem Regal mit Frauenzeitschriften vorbeigehe, habe ich das Gefühl, es gibt jede Woche mindestens einhundert Diäten. Warum sollte jemand deine wählen?

Einen Diätratgeber im herkömmlichen Sinn habe ich nicht geschrieben. Vielmehr berichte ich in meinem ersten Dickerchenbuch, wie ich mit der Dukan-Diät innerhalb eines Dreivierteljahres 40 Kilo abgespeckt habe. Bei dieser Diät handelt es sich um eine Low-Carb-Variante, die speziell für starkes Übergewicht entwickelt wurde. Für mich war sie nicht nur wegen meiner Figurprobleme ein Segen, sondern ich verlor damit auch völlig unerwartet die Migräne.
Nach der Veröffentlichung von „Ich kann auch schlank“baten mich viele Leser um Informationen darüber, wie es mir weiterhin ergangen ist. Jeder Mensch im Kilokampf kennt den Jo-Jo-Effekt; darum wollten verständlicherweise alle wissen, ob ich mein neues Gewicht halten konnte. Davon berichte ich unter anderem in meinem neuen Buch „Nie mehr zu dick“.Inzwischen lebe ich nicht mehr streng nach Dukan, sondern bastle mir eine eigene Low-Carb-Welt zusammen, womit ich übrigens noch weiter abgenommen habe. Heute bin ich endlich zufrieden und bemühe mich, dass alles so bleibt, wie es ist. Trotzdem: Schlank zu bleiben, ist nicht immer toll und easy, sondern bedeutet auch den ständigen Konflikt mit dem inneren Schweinehund.
Nachmachen muss es mir niemand. Ich bin davon überzeugt, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, um abzunehmen. Meine Methode ist eine davon, und über die berichte ich.

Du schreibst nicht distanziert oder wissenschaftlich über Diät und Migräne, sondern ehrlich und persönlich. Ist das dein Rezept, das deine Sachbücher erfolgreich gemacht hat? Was sagen deine Leserinnen dazu? Und – hast du auch Leser?

Der Identifikationsfaktor ist ein großer Pluspunkt. Ich scheine mit meinen persönlichen Berichterstattungen den Nerv vieler Menschen zu treffen, die mir erzählen, dass ihnen meine Gedanken im Buch wie ihre eigenen vorkommen. „Endlich sagt mal jemand, wie es wirklich ist.“ So klingen typische Leserinnenbriefe – aber auch die der männlichen Leser. Ich habe nämlich zwar überwiegend weibliche Leser, aber es gibt durchaus auch Männer.
Ob ich mit einer weniger ehrlichen Erzählweise genauso erfolgreich wäre, weiß ich nicht. Am liebsten wäre ich natürlich noch viel erfolgreicher, aber dafür müsste ich vermutlich besonders beim Diätthema lügen, dass sich die Balken biegen. Mich nerven durchtrainierte Promis, die mir weismachen wollen, dass es ein Klacks ist, schlank und sportlich zu sein. Darum habe ich mich für die edle Seite entschieden und riskiere mit den ungemütlichen Aspekten einer Diät den Verlust von Leserzahlen. Über Verdauungsprobleme und Selbstzweifel spricht man halt nicht so gerne. Ich auch nicht, aber es gehört nun mal dazu.


„Liebesromane schreiben macht gute Laune“


Was ist dir dabei besonders schwer und was besonders leicht gefallen?

Besonders schwer ist mir die Veröffentlichung von Vorher-nachher-Fotos gefallen. Ständig wurde ich danach gefragt; da musste ich jetzt mal Butter bei die Fische geben. Die Nachher-Bilder sind nicht das Problem, aber Vorher … Das stellt schon ein echtes Problem für mich dar. Leicht hingegen fällt mir die heitere Sichtweise. Ich mag es, wenn man einfach mal über etwas lachen kann. Mir ist es allerdings unheimlich wichtig, dass sich niemand verletzt fühlt. Insgesamt ist die Kernaussage des Buchs – nämlich dass es immer nur darum geht, sich selbst wohlzufühlen – trotz des humorvollen Grundtons eher ernst und vor allem ehrlich.

Neben Sachbüchern schreibst du auch Liebesromane. Ist das für dich die Entspannung von der „Sache“?

Liebesromane zu schreiben macht einfach gute Laune. Wenn ich mich dabei in meinen Hauptprotagonisten verlieben kann, ist alles in Butter. Nur dieses ewige Hin und Her zwischen den Liebenden stört mich entsetzlich. Ich neige zur überstürzten Erzählweise und muss mich beherrschen, dass die Herrschaften nicht zu schnell miteinander im Bett landen.

Was fällt dir leichter, die „Sache“ oder die „Liebe“?

Die „Sache“ fällt mir leichter. Ich glaube, ich bin ganz gut im Formulieren und Sätze feilen, während manch anderer vor Fantasien strotzt. Das ist bei mir leider nicht so. Mein fantastischer Horizont ist begrenzt, und ich muss oft scharf nachdenken, um mir Fallhöhen und Irrwege auszudenken.

Du bist seit Anfang 2012 freiberufliche Autorin. Was hast du vorher gemacht?

Ich war als Vertrieblerin im Innen- und Außendienst beschäftigt. Gelernt habe ich ursprünglich den Beruf der Rechtsanwaltsgehilfin, bin später ins Sekretariat gerutscht und erst dann Salesmanager geworden. Man kann aber auch einfach Verkäufer dazu sagen, ist nämlich das Gleiche.


„Der Austausch mit Autoren-Kollegen ist wichtig“


Du hast dir den Schritt in die Selbstständigkeit als Schriftstellerin gründlich überlegt. Was waren für dich die wichtigsten Erfahrungen auf diesem Weg?

Man weiß nie, was die Leser wollen – und was sie nicht wollen. Die Bücher, die mir selbst am besten gefallen und für die ich am härtesten gearbeitet habe, werden verschmäht. Und wenn ich denke: Diesen Mist liest kein Mensch, wird es gekauft. Leider habe ich die Formel noch nicht gefunden, auf Knopfdruck wahlweise Mist oder Qualität zu produzieren. Ich finde es schwierig, als selbstständiger Autor zu planen, denn dabei gerät der kreative Aspekt in den Hintergrund. Außerdem betrachte ich mich als Neuling. Mir fehlt noch die Routine, mit der ich andere Arbeiten durchgeführt habe. Da arbeite ich hart an mir.
Undenkbar wäre für mich, keinen Kontakt zu Kollegen zu haben. Dieser Austausch ist immens wichtig und besonders im Selfpublishing wertvoll. Die Erfahrungen mit Menschen, die ich fast ausnahmslos im Internet kennenlerne und erst zu einem späteren Zeitpunkt im realen Leben treffe, sind fast immer positiv. Eine der wichtigsten Erfahrungen ist somit das Vertrauen in andere Menschen und mich selbst.

Woran hast du erkannt, wann es der richtige Zeitpunkt war, diesen Schritt zu tun?

Das habe ich sofort gemerkt. Ich arbeite gerne zu den unmöglichsten Uhrzeiten, was in meinem alten Job nicht ging. Nachts, am Wochenende oder im Urlaub. Dafür bin ich jetzt als Privatperson und Mutter flexibler und muss mich nicht um Urlaubsanträge und Krankmeldungen kümmern. Ich liebe diese Flexibilität, obwohl ich als Selbstständige viel mehr arbeite als zu Angestelltenzeiten. Keinem Chef mehr unterstellt zu sein, habe ich von der ersten Sekunde an genossen.

Hand auf’s Herz: Würdest du ihn wieder gehen? Gab es auch Zeiten, in denen du diesen Schritt bereut hast?

Ich würde es immer wieder so machen, auch wenn man deutlich mehr Kompromisse eingehen muss, als ich es mir vorgestellt habe. Immer nur Herzensbücher zu schreiben, funktioniert bei mir leider nicht. Bereut habe ich den Schritt noch nie, weil es viele Wege gibt, die man beschreiten kann.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen:

Bleib offen für Kritik und Anregungen – aber sei trotzdem selbstbewusst genug, um deiner Linie treu zu bleiben. Klingt schlau, nicht? Ich wäre froh, wenn ich mich in puncto Selbstbewusstsein immer daran halten würde.
In deinem neuesten Buch „Nie mehr zu dick“ geht es wieder ums Gewicht.

Warum sollten die Leserinnen von „Ich kann auch schlank“ dieses neue Buch lesen?

In meinem neuen Buch geht es nicht nur ums Hier und Jetzt, sondern auch um Erlebnisse in Kindheit, Jugend und danach. Ich fühlte mich einfach immer zu dick, obwohl ich es früher gar nicht war. Vielen Frauen geht es ähnlich. Die ständige Angst, aus der Form zu geraten oder es bereits zu sein, kann einem dauerhaft die Laune verderben. Es kommen im Buch auch zwei nette Kolleginnen zu Wort. Wiebke Lorenz, die mit ihrem aktuellen Thriller „Bald ruhest du auch“ die Bestsellerlisten anführt, hat einen lesenswerten Artikel beigesteuert. Und Bettina Meiselbach, deren Blog „Happy Carb – Mein Low-Carb-Weg zum Glück“ im Netz Furore macht, schenkte mir ebenfalls ein schönes Kapitel und sensationelle Low-Carb-Rezepte. Es kommt selten bei meinen eigenen Büchern vor, aber ich mag „Nie mehr zu dick“ richtig gerne. Es ist ein gutes und rundes Buch geworden.

Was wird nach diesen Büchern kommen? Was ist dein nächstes Projekt?

Mein nächstes Projekt ist eine Serie mit dem Titel „Liebe rückwärts“. Der Liebesroman spielt in den Neunzigerjahren, und ich bringe mich mit Musik von Snap! und Kool & The Gang in die richtige Stimmung.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Ach, da würde ich gerne Dinge sagen, die mir wirklich wichtig sind – dafür brauche ich weniger als 100 Worte: Seid nett und friedlich zueinander. Achtet auf euch, eure Kinder und die Umwelt. Und kauft bitte meine Bücher.

Kirsten, ganz herzlichen Dank für deine offenen und ehrlichen Antworten. Ich wünsche dir noch viele gute Ideen, mit denen du das Leben deiner Leserinnen und Leser bereichern kannst.

Wer mehr über Kirsten und ihre Bücher erfahren möchte, kann sie gerne auf ihrer Homepage kirstenwendt.de besuchen.

[Indie-Lounge] „Schaffe ein gutes Produkt, & hoffe dass es funktioniert“ – Annie Stone im Interview

Annie-Stone-Indie-Lounge-Interview-ArtikelHeute zu Gast in der Indie-Lounge: Annie Stone. Die studierte Politikwissenschaftlerin hat vor ihrer ersten Veröffentlichung nicht im Traum daran gedacht, dass jemand ihre Geschichte lesen würde. Dann hat sie der Erfolg ihrer Serie „She flies with her own wings“ regelrecht umgehauen. Vier Wochen nach Veröffentlichung ihres ersten Buchs hat sie kurzerhand ihre bisherige Karriere und den Job an den Nagel gehängt, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sehr mutig – doch 150.000 verkaufte E-Books, Rang Eins in Amazons Kindle Shop und eine besondere Platzierung beim Lovelybooks Award 2014 zeigen, dass die Entscheidung so falsch nicht war.


„Als ich fünf war, entstand meine erste Geschichte“


Klaus Seibel: Annie, dein allererstes Buch ist schon entstanden, bevor du schreiben konntest. Wie ist das möglich?

Annie Stone: Lesen und Schreiben sind die beiden Leidenschaften, die mir mein Vater mitgegeben hat. Schon von klein auf wurden meine Schwester und ich unterstützt, unserer Fantasie freien Lauf zu lassen. Als ich fünf war, habe ich eine Geschichte erfunden, die meine Mutter für mich auf dem Computer abgetippt und ausgedruckt hat. Sie hat sie dann als kleines Buch binden lassen mit freien Seiten, auf denen ich noch Zeichnungen hinzugefügt habe. Die Geschichte hieß Alex & Alexandra, es ging um einen Seefahrer, der nach Hause kam und dort auf seine zukünftige Frau trifft. Das hätte schon immer mein Hinweis sein sollen, welche Art Geschichten ich schreiben kann.

Inzwischen hast du sehr viel veröffentlicht, allein sieben Bücher im letzten Jahr. Wie schaffst du das?

Die ersten fünf Bücher hatte ich schon fertig, bevor ich das erste veröffentlicht habe. Ich war ängstlich, ob ich überhaupt was veröffentlichen soll, daher habe ich erst mal geschrieben und geschrieben. Ich glaube, das war auch eine ganz gute Taktik, denn so konnte ich meine vierteilige Reihe in kurzen Abständen veröffentlichen und im Gespräch bleiben.

Gleichzeitig hast du noch einen Blogroman „Kiss the frog to get the prince“. Was darf man sich darunter vorstellen?

Das ist so eine Art Fortsetzungsroman, wie es sie früher in der Zeitung gab. Ich schreibe einmal in der Woche eine „Episode“ und poste sie auf meinem Blog. Jeden Donnerstag um 20 Uhr gibt es den neusten Teil. Ich schreibe zwischen 1000 und 2000 Wörter. Es ist eine Art Experiment für mich. Die Art und Weise, wie ich schreibe, ist vielleicht ein wenig ungewöhnlich, weil ich mir vorher kaum Gedanken zur Story mache, sondern einfach alles passieren lasse. Die Arbeit am Blogroman zwingt mich dazu, mir vorher Gedanken zu machen, weil ich den Anfang nicht mehr ändern kann, wenn mir später was anderes einfällt.

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„Englische Buch-Titel sind prägnanter“


Und dann gibt es auch noch ein Bad Boys Magazin. Was ist denn das und wozu ist das gut?

Als meine Reihe zu Ende war, habe ich jede Menge Zuschriften bekommen von Leser*innen, die darum gebeten haben, die Reihe fortzusetzen und zu erzählen, was mit meinen Protagonisten weiter passiert. Daher habe ich drei Bonuskapitel geschrieben, die ich kostenlos auf meinem Blog veröffentlicht habe. Für den dritten Teil (der zu Weihnachten herauskam) habe ich mir als besonderes Geschenk überlegt, dass ich ihn in Magazinform rausbringe. Es ist nicht nur das letzte Bonuskapitel enthalten, sondern auch ein Interview, Szenen aus Sicht der männlichen Protagonisten, Rezepte, die im Buch vorkamen von Laura Griese, einer Köchin aus Hannover, und ein Bericht zur Bareröffnung, die im Buch nicht mehr vorkommt, aber angedeutet wird.

Bei dir fällt auf, dass nicht nur dein Pseudonym englisch ist, sondern auch deine ganzen Buchtitel. Wie bist du darauf gekommen, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen?

Die Protagonistin meines ersten Buches, Emma, ist Autorin und hat ein Tattoo mit dem Spruch Writing her own story. Ich hätte es nicht passend gefunden, einen deutschen Spruch zu nehmen, weil die Geschichte in den USA spielt. Außerdem finde ich, dass Englisch manchmal prägnanter ist. Auf Deutsch hätte der Titel komisch geklungen: Ihre eigene Geschichte schreiben. Und dann hat Thea, die Protagonistin meiner Reihe, auch ein Tattoo She flies with her own wings. Ein bisschen unbeabsichtigt ergab sich da ein Muster. Daher habe ich die englischen Titel beibehalten.

Es ist nicht leicht, in die Top 100 aufzusteigen. Welche Faktoren siehst du als die wichtigsten an, die deinen Erfolg getragen haben?

Ich glaube, es sind drei Dinge. Erstens hat eine Facebookseite mit 30.000 Fans mein Buch empfohlen, zweitens ist das Thema meiner Serie kontrovers. Es geht um Polyamorie, um eine Frau und drei Männer. Ein Thema, das zu Diskussion anregt und die Leser*innen verleitet, sich ein eigenes Bild machen zu wollen, ist hilfreich. Drittens hilft es, auf sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Damit meine ich nicht, in jeder Gruppe sein Buch anzupreisen, sondern einfach nett zu sein, Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen.

Du hast es sogar bis auf Platz 1 bei Amazon geschafft. Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Im Grunde hat sich alles und nichts geändert. Ich habe schon relativ früh meinen Job gekündigt und mich dem Schreiben gewidmet. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich zwei Wochen nach Erscheinen des zweiten Buches gekündigt, das war vier Wochen nach Veröffentlichung des ersten Buches. Seit Juni (mein erstes Buch ist Mitte März erschienen) bin ich Vollzeit als Autorin tätig. Positiv ist, dass ich jetzt nur noch das tue, was ich wirklich mag, ich kann mir meinen Tag einteilen, wie ich möchte. Negativ ist, dass ich alleine in meiner Wohnung sitze und es tausend Sachen gibt, die ich auch tun könnte. Fenster putzen oder Wäsche bügeln. Oder so. Manchmal fällt es schwer, sich selbst zu motivieren, aber so lange ich meine selbstgesteckten Deadlines einhalte, ist alles okay. Natürlich kann ich jetzt im Nachthemd arbeiten, was mir sehr entgegen kommt.
Was sich wirklich geändert hat, ist die Tatsache, dass ich endlich viel reisen kann, denn schreiben kann man überall. Das ist großartig!


„Auch negatives Feedback ist hilfreich für mich“


Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Ich würde mich nicht als besonders gute Autorin bezeichnen, aber was mir hilft, sind Anregungen von Leser*innen, vor allem negatives Feedback. Ich würde zwar nie eine schon veröffentlichte Geschichte ändern (abgesehen von Rechtschreibfehlern etc.), aber ich nehme Anregungen für kommende Romane auf. Ansonsten lese ich sehr viel und ich glaube, dass es jeder Autor*in nur gut tut, wenn sie sich Anregungen in „Best practice“-Beispielen sucht. Kurse und Co. habe ich bisher nicht besucht, aber im Grunde bin ich ja auch erst am Anfang meines Autorendaseins. Diese Möglichkeiten stehen mir ja immer noch offen.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Tu alles dafür, dass du ein sehr gutes Produkt hast. Und dann spring und hoffe, dass es funktioniert. Ich denke, uns allen fehlt manchmal der Glaube an uns selbst, ob wir das erste Buch veröffentlichen oder das zehnte. Aber manchmal muss man mutig sein und seine Ängste überwinden.

Du arbeitest zusammen mit epubli. Kannst du uns kurz erklären, was epubli für dich tut und warum du dich für diese Zusammenarbeit entschieden hast.

Ich habe mich damals für epubli entschieden, weil sie für mich sowohl das beste Angebot hatten, als auch der Kontakt von Anfang an super war. Weil es sich ganz gut verkauft hat, hat sich epubli mit mir in Verbindung gesetzt, um gemeinsame Marketingmaßnahmen zu besprechen. Ich hab Leonie Langer und epubli in Berlin besucht, wir standen das ganze letzte Jahr in Kontakt, wenn ich Fragen habe, habe ich eine kompetente Ansprechpartnerin. Als erstes ist daraus ein Podiumsgespräch auf der Leipziger Buchmesse entstanden und in der Folge viele weitere Termine. Epubli hat mir Türen geöffnet, die für mich alleine immer geschlossen wären.


„Indie-Autoren müssen sich gegenseitig unterstützen“


Wenn du drei Wünsche frei hättest, was das Schreiben betrifft, was würdest du dir wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass mich die Muse immer küsst, sodass ich auch die kommenden Jahre noch Ideen für Bücher habe und das Durchhaltevermögen, diese auch zu schreiben. Das war mein egoistischer Wunsch. Darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass wir Indie-Autoren es schaffen, unseren Ruf immer weiter zu verbessern, sodass uns der Buchmarkt nicht mehr belächelt, sondern ernstnimmt. Es sind gewiss schon erste Schritte gemacht, aber ich denke, da liegt noch ein langer Weg vor uns. Als drittes würde ich mir wünschen, dass wir einander stärker unterstützen, uns als Kolleg*innen sehen und nicht so sehr als Konkurrent*innen. Denn Bücher sind ja keine Autos. Eines reicht nicht für die nächsten fünf bis zehn Jahre.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Ich würde Writing her own story empfehlen. Mir liegt diese Geschichte besonders am Herzen, einfach weil es mein erstes Baby ist, aber ich glaube auch, dass sie ganz gut zeigt, was ich schreibe.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Ende Mai startet meine neue Serie. Es werden jeweils in sich abgeschlossene Romane
über einen Freundeskreis sein. Der erste Teil handelt von Jace und Chrissa. Erste Einblicke gebe ich auf meinem Blog.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Oh, 100 Worte … Ich gehöre ja zu denjenigen, die immer zu viel schreiben. Meine Masterarbeit hatte beinahe doppelt so viele Seiten wie erlaubt, aber ich gebe mein Bestes: Ich danke euch. Viele von euch sind schon beinahe Freund*innen geworden, und das ist das Schönste, was passieren konnte. All die großartigen Menschen, die ich im letzten Jahr getroffen habe, sind das Beste, das mir durch das Schreiben passiert ist. Ich würde keinen von euch missen wollen. Meine Mutter hat immer gesagt, wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Je mehr ich von mir preisgebe, desto mehr öffnet ihr euer Leben und eure Herzen für mich. Und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Danke für euer Vertrauen und danke, dass ihr mir ermöglicht, meinen Traum zu leben.
Na gut, 101 Worte ;-)

Annie, herzlichen Dank für deine Antworten. Ich wünsche dir auch, dass dich die Muse noch heftig küsst, und das ist sicher ein Wunsch, den jede Menge deiner Leser und Leserinnen teilen, denn dann kannst du ihnen noch viele Stunden entspannende Unterhaltung schenken.

Wer mehr über Annie wissen möchte, kann sie gerne auf ihrem Blog besuchen und dort eine Menge Interessantes zum Lesen entdecken: http://anniestoneblog.com/

[Indie-Lounge Extra] Triff deinen Autor – auf der Leipziger Buchmesse

lieblingsautoren-auf-der-leipziger-buchmesseIn den letzten Jahren hat die Indie-Lounge viele TOP-Autoren vorgestellt. Jetzt gibt es eine besondere Gelegenheit: Triff deinen Autor – persönlich! Auf der Leipziger Buchmesse (12. – 15. März 2015) ist es möglich. Dort haben sich unter dem Logo „Lieblingsautoren“ über zwanzig Bestseller-Autoren zusammengetan und machen einen eigenen Stand. Darunter sind viele, die Sie aus der Indie-Lounge kennen: Béla Bolten, Marcus Hünnebeck, Marah Woolf, Elke Bergsma, BC Schiller, Catherine Shepherd, Poppy J. Anderson, Matthias Matting, Hanni Münzer, Michael Meisheit (alias Vanessa Mansini), Nika Lubitsch, und ich werde auch dabei sein. Darüber hinaus sind noch weitere phantastische Autoren mit von der Partie. Wer sie schon mal per Foto sehen möchte, findet sie auf www.lieblingsautoren.org.

Und hier ist der Terminkalender:

Zeit: 12. – 15. März — Ort: Halle 5, Stand B206

Donnerstag
10 – 11 Uhr Kick-off-Veranstaltung der Lieblingsautoren
11 – 12 Uhr Buchpräsentation „24 Stunden – 24 Autoren“
16 – 17 Uhr Matthias Matting, Selfpublisher-Beratung
 
Freitag
10 – 11 Uhr Johannes Zum Winkel, Präsentation XTME
11 – 12 Uhr Matthias Matting, Selfpublisher-Beratung
12 – 13 Uhr Poppy J. Anderson und Hannah Kaiser
13 – 14 Uhr Marcus Hünnebeck und Nika Lubitsch
14 – 15 Uhr Elke Bergsma und Béla Bolten
15 – 16 Uhr Catherine Shepherd und B.C.Schiller
 
Samstag
10 – 11 Uhr Johannes Zum Winkel Präsentation XTME
11 – 12 Uhr Karola Löwenstein, Hannah Siebern, Daphne Unruh und Marah Woolf
13 – 14 Uhr Johannes Zum Winkel Präsentation XTME
14 – 15 Uhr Katelyn Faith, Melanie Hinz und Karola Löwenstein
15 – 16 Uhr Hannah Kaiser, Petra Röder und Kirsten Wendt
16 – 17 Uhr Poppy J. Anderson, Vanessa Mansini und Babsy Tom
 
Sonntag
10 – 11 Uhr Poppy J. Anderson
11 – 12 Uhr Elke Bergsma, Béla Bolten, David Gray, Marcus Hünnebeck, Nika Lubitsch, Matthias Matting, Catherine Shepherd
12 – 13 Uhr Katelyn Faith und Petra Röder
13 – 14 Uhr Vanessa Mansini und Klaus Seibel
16 – 18 Uhr Buchverkauf mit großer Tombola

Aber auch, wenn Ihr Lieblingsautor gerade nicht am Stand ist, lohnt sich ein Besuch. Irgendein Autor ist bestimmt da – und es ist garantiert ein Bestseller-Autor. Wo kann man schon so unkompliziert Autoren begegnen, die hunderttausende Bücher verkaufen? Und ein attraktives Gewinnspiel gibt es selbstverständlich auch. Besuchen Sie uns!

[Indie-Lounge] „Ein guter Autor sollte nicht nur schreiben, sondern auch viel lesen“ – Béla Bolten im Interview

Heute zu Gast in der Indie-Lounge: Béla Bolten. Der erfolgreiche Krimi- und Thrillerautor aus Konstanz am Bodensee schrieb schon 1988 sein erstes Sachbuch, und das mit beeindruckendem Ergebnis: Die Geschichte der jüdischen Gemeinde seiner Heimatstadt wurde in die Bibliothek der Gedenkstätte Yad Vashem aufgenommen. Seit 2012 veröffentlicht Béla neben Sachbüchern auch Krimis, die es alle in die Top 10 der Amazon Charts „Krimi und Thriller“ geschafft haben. Neben dieser Tätigkeit arbeitet er unter seinem bürgerlichen Namen Matthias Brömmelhaus als Ghostwriter und Personal Historian.

Klaus Seibel: Béla, du wolltest Strandkorbvermieter auf Baltrum werden – und jetzt bist du Autor. Wie kommt sowas?

Béla Bolten: Der Berufswunsch Strandkorbvermieter entstand während der Familienurlaube an der Nordsee in den sechziger Jahren. Das waren starke Typen, die den größten Teil des Tages faul in der Sonne dösten und abends mit hübschen Mädels in schnittigen Autos über die Strandpromenade cruisten. Für welchen pubertierenden Jungen ist das kein Traum?
Für den Beruf des Autors entscheidet man sich nicht so einfach, da wächst man hinein. Ich habe mich lange überhaupt nicht getraut, mich als Autor vorzustellen, vom Schriftsteller gar nicht erst zu reden. Auf meiner Visitenkarte steht letzteres erst seit kurzer Zeit.

Du bist jetzt nicht nur Autor, sondern sehr erfolgreicher Autor. Alle deine Kriminalromane haben es in die TOP 10 der Amazon Bestsellerliste „Krimis und Thriller“ geschafft. Gibt es ein Geheimnis für deinen Erfolg? Wie schafft man es, soweit oben in die Charts zu kommen? Dass man dafür eine mitreißende Geschichte braucht, ein gutes Cover und einen sauberen Text, wissen die meisten. Welche Faktoren darüber hinaus sind deiner Meinung nach für deinen Erfolg wichtig gewesen?

Irgendein kluger Mensch hat mal gesagt, dass jeder Erfolg auf drei Säulen fußt: Man braucht Talent, muss hart dafür arbeiten und ohne eine gehörige Portion Glück geht es auch nicht.
Ich bin sicher, dass es genau so ist, was aber heißt: Man kann nur einen einzigen Faktor beeinflussen, denn das Talent wird einem ohne Zutun in die Wiege gelegt und das Glück kann man nicht erzwingen. Bleibt die Arbeit. Alle professionell schreibenden Kolleginnen und Kollegen, die ich kenne, arbeiten im Schnitt 60 und mehr Stunden in der Woche. Für den Erfolg muss man sich schinden. Das klingt nicht besonders attraktiv, ich weiß, aber es ist die Wahrheit.


„Natürlich ist es ein Wagnis, ins Ungewisse zu springen“


Du hast im Alter von 45 Jahren deinen Beruf an den Nagel gehängt und bist hauptberuflich Schriftsteller geworden. War das ein großes Wagnis? Warst du aufgeregt?

Natürlich ist es ein Wagnis, einfach ins Ungewisse zu springen ohne Netz und doppelten Boden. Ich hatte das Gefühl, mein Berufsleben noch einmal grundsätzlich verändern zu müssen. Mit Mitte vierzig ist man gerade noch jung genug für einen radikalen Wechsel – vorausgesetzt, das persönliche Umfeld spielt mit. Zum Glück war das bei mir der Fall und es ging relativ schnell bergauf. Trotzdem ist es eine große Umstellung, auf einmal freiberuflich tätig zu sein und nicht mehr zu wissen, ob in einem Monat genug Geld hereinkommt, um die Miete zu bezahlen.

Bis zur Rente dauerte es da noch 20 Jahre. Hattest du keine Sorge, dass dir in dieser Zeit deine Ideen ausgehen? Wie kommst du auf deine Ideen? Was machst du, wenn du mal keine hast?

Selbstständig gemacht habe ich mich ja vor allem als Ghostwriter, da müssen andere Leute die Ideen haben, man selbst steuert im Prinzip nur das Schreibhandwerk bei. Aber auch jetzt, wo ich hauptsächlich vom Krimischreiben lebe, habe ich keine Angst, dass mir eines Tages die Geschichten ausgehen könnten. Im Gegenteil: Ich bin ziemlich sicher, dass mein Leben nicht reichen wird, alles niederzuschreiben, was als nebulöse Idee in meinem Hirn herumwabert oder als Ein-Satz-Plot auf eine Festplatte gebannt ist. Als Krimiautor braucht man nur mit offenen Augen durch die Welt zu laufen, die Stoffe liegen tatsächlich auf der Straße.

Du betreibst einen Autobiografieservice. Was darf man sich darunter vorstellen?

Viele Menschen haben den Traum, ihre Lebensgeschichte für Kinder, Enkel, Freunde und Weggefährten zu dokumentieren. Oft fehlt ihnen das Talent oder die Zeit, ihre Biografie selbst zu verfassen. Dann komme ich ins Spiel und erfülle diesen Traum mach dem Motto „Sie erzählen – Ich schreibe“.


„Das Schreiben lernt man am besten durch Praxis“


Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Von der Gesamtarbeitszeit – siehe oben – etwa 80 Prozent für das Schreiben (einschließlich Recherche, Figurenentwicklung, Plotten usw.), zehn Prozent Marketing und zehn Prozent Netzwerkpflege)

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Ganz klar zwei Dinge: Lesen und Schreiben. Ich wundere mich immer wieder über Aussagen wie „seit ich schreibe fehlt mir die Zeit zum Lesen“. Viel zu lesen ist meines Erachtens für einen Autor unabdingbar – und zwar die Bücher der Besten des Genres, in dem man selber unterwegs ist. Von den ganz Großen lernt man am meisten, so frustrierend es oft auch sein mag, wenn man sich eingestehen muss, wie viel einem noch fehlt und dass man vielleicht nie ein wirklich Großer seiner Zunft wird.
Das Handwerk des Schreibens lernt man am besten durch Praxis. Learning by doing ist in unserem Beruf durch nichts zu ersetzen, vorausgesetzt man holt sich ein kritisches Urteil über die eigenen Texte ein. Da hatte ich es leicht, weil ich am Anfang nur als Auftragsschreiber tätig war und bei jedem Text ein Feedback durch die Auftraggeber bekam.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Siehe oben: Lesen und Schreiben. Sich mit Texten detailliert auseinanderzusetzen, fremden wie eigenen, unterscheidet den professionellen Autor vom Hobbyisten.

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Ich liebe die Freiheit, die ich heute habe. Ich entscheide, welchen Stoff ich mir vornehme. Ich entscheide über die Form, in der ich diesen Stoff erzähle. Ich entscheide, ob und wann ich einen Text veröffentliche. Ich wähle mir für Grafik, Layout, Lektorat usw. die Dienstleister aus, von denen ich überzeugt bin. Wenn ein Buch floppt, bin ich ganz alleine dafür verantwortlich, es gibt niemanden, auf den ich die Schuld schieben kann. Wenn ein Buch ein Erfolg wird, ist es nur mein Erfolg. Das ist wunderbar, was soll mich daran stören?

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Ich träume von einem Assistenten, der mir die lästige Büroarbeit und das Marketing abnimmt. Vielleicht sollte ich mir endlich jemanden suchen?!


„Mein nächstes Projekt ist ein Psychothriller“


Ein Verlag nimmt einem Autor viel Arbeit ab, verspricht bessere Qualität und eine größere Verbreitung. Könnte dich ein Verlag locken und womit (außer mit vielen Millionen ;-)?

Wenn mir ein renommierter Publikumsverlag einen Vertrag für Print-Only anbieten würde, ich also die E-Bookrechte behalten darf, wäre das sehr verlockend, denn ein Erfolg im klassischen Buchhandel ist für Selfpublisher unerreichbar. Hierzu braucht es immer noch den klassischen Verlagsvertrieb und daran wird sich auch mittelfristig nichts ändern. Und man sage nicht, solche Verlagsangebote gäbe es nicht, ich kenne einige Kolleginnen und Kollegen, die derartige Verträge abgeschlossen haben.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Ich würde ihm „Leahs Vermächtnis“empfehlen, den ersten Fall für die Konstanzer Ermittler Bettina Berg und Alexander Thal.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Als nächstes erscheint ein Psychothriller, in dem es um eine Krimischriftstellerin geht, die sich plötzlich selbst inmitten eines Gespinstes aus falschen Fährten, dubiosen Anschuldigungen und Morddrohungen sieht. Dabei fällt es ihr immer schwerer, zwischen Fiktion und Realität zu unterschieden.
Alle Berg und Thal Fans müssen sich aber keine Sorgen machen: Der nächste Fall wartet schon auf die beiden Kommissare vom Bodensee

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?
Es gibt nichts Schöneres, als für euch zu schreiben! Jede E-Mail, in der sich ein Leserin oder ein Leser als begeisterter Fan meiner Bücher bezeichnet, versüßt mir den Tag. Und jede Kritik hilft mir, besser zu werden. Dafür habt Ihr ein herzliches Dankeschön verdient!
Béla, dir jetzt auch einen herzlichen Dank für deine Antworten. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und immer eine gute Idee für eine neue, spannende Geschichte im Kopf.

Wer mehr über Béla Bolten und seine Bücher erfahren möchte, kann ihn gerne auf seiner Homepage besuchen.

[Indie-Lounge] „Kern meiner Phantasie ist die Frage: Was wäre, wenn…?“ – Maria Poets im Interview

Heute zu Gast in der Indie-Lounge: Maria Poets. Die Literaturübersetzerin hat schon mehr als vierzig Bücher aus dem Englischen ins Deutsche übertragen, seit 2013 veröffentlicht sie nun auch eigene Romane als Selfpublisherin, und das sehr erfolgreich. Mit ihrem aktuellen Thriller „Berechnung“ stand sie zwei Wochen lang in allen Kindle-Kategorien auf Platz Eins. Maria Poets entwirft keine Figuren, sondern sie führt uns Menschen vor, die vertraut und fremd zugleich scheinen, und fasziniert damit viele Leser.

Maria, wie schön, dass du bei uns bist. Du schreibst, dass du in zwei Welten lebst, der Welt der Realität und der Welt der Fantasie. Aus diesen Fantasien entstehen deine Geschichten. Nun schreibst du Krimis und Thriller, und ich möchte dir jetzt keine Mord-Fantasien unterstellen. Wie meinst du das mit der Welt der Fantasie?

Du darfst mir ruhig Mordfantasien unterstellen, die habe ich tatsächlich auch ;-) Der Kern meiner Fantasien ist eigentlich immer die Frage: „Was wäre wenn?“ Was wäre, wenn ich unschuldig im Knast säße? Was wäre, wenn ich im Lotto gewinnen würde? Was wäre, wenn ich als heldenhafte Revolutionärin verfolgt würde? Was wäre, wenn ich mit einem Menschen, den ich absolut nicht leiden kann, in einem Fahrstuhl eingesperrt wäre?
Ich kann dann ziemlich intensiv in diese Was-wäre-wenn-Szenarien eintauchen und male mir alles im Detail aus. Das ist natürlich eine unschätzbare Fundgrube für meine Bücher. Schwierig wird es dann manchmal, wenn ich meine Fantasie der Realität anpassen muss. Aber genau dieses Spiel mit den Grenzen der Realität reizt mich: Könnte das wirklich so passieren?

Du hast einen eigenen Blog. Welche Rolle spielt dein Blog in deinem Gesamtkonzept – für dich und für deine Leser?

Eigentlich würde ich meinen Blog gerne intensiver pflegen, aber leider komme ich zurzeit nur selten dazu. Ich möchte meinen Leserinnen und Lesern Hintergrundmaterial zu meinen Büchern zur Verfügung stellen, ähnlich dem Bonusmaterial auf einer DVD. Außerdem soll der Blog ein Ort sein, an dem ich kürzere Texte veröffentliche, die nicht unbedingt ins E-Book-Format passen.


„Erfolg verschafft Freiraum, mal etwas abzulehnen“


Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in deinen Blog, Pflege deines Netzwerks?

Etwa dreißig Stunden in der Woche versuche ich, am Schreibtisch zu sitzen. Die Fantasiereisen dagegen finden ständig und überall statt.

Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Wenig. Ich habe ja vorher schon selbständig als Übersetzerin gearbeitet, von dort zum selbst Schreiben ist es nur noch ein winziger Schritt. Der Erfolg verschafft mir den Freiraum, Übersetzungen abzulehnen (Frauenromane sind zum Beispiel überhaupt nicht mein Ding) und in Ruhe an meinen eigenen Projekten zu arbeiten. Das genieße ich sehr.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Lest so viele Kreativ-Schreiben-Bücher, wie ihr könnt. Besucht Kurse. Lasst euch sagen, wie man ultimativ ein richtig gutes Buch schreibt. Und dann vergesst den ganzen Scheiß wieder und schreibt darauf los. Das, was von den ganzen Ratschlägen für euch und zu euch passt, ist trotzdem hängengeblieben. Sucht nicht nach einem Patentrezept, denn es gibt keines.


„Texte übersetzen heißt auch: Texte analysieren“


Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Hauptsächlich meine Tätigkeit als Übersetzerin. Natürlich habe ich vorher schon Bücher über kreatives Schreiben etc. gelesen, aber beim Übersetzen hatte ich dann jeden Tag wunderbare (oder auch nicht so wunderbare) praktische Übungsbeispiele. Einen Text von einer Sprache in die andere zu übertragen, bedeutet immer auch, den Originaltext genau zu analysieren, dabei habe ich viel gelernt, wie und warum ein Text „funktioniert“ – oder eben nicht.
Natürlich hilft es auch, andere Bücher ganz genau zu lesen: Warum gefällt mir das eine Buch, das andere aber nicht? Mittlerweile lese ich völlig anders als früher, ich tauche kaum noch in die Geschichte ein, sondern analysiere beim Lesen ständig, welche Techniken der Autor, die Autorin angewendet hat. Manchmal ist das lästig, aber auf jeden Fall lehrreich.

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Mir gefällt die Unabhängigkeit, die Entscheidungsfreiheit und die Schnelligkeit, mit der ich ein Buch veröffentlichen kann – denn natürlich will ich, wenn ich ein Buch fertig habe, möglichst schnell wissen, ob es meinen Leserinnen und Lesern gefällt. Manchmal stört mich der hohe Zeitaufwand, der mit dem Selfpublishing verbunden ist. Einerseits macht es mir Spaß, mich um alles selbst zu kümmern (Lektorat, Korrektorat, Covergestaltung), aber oft würde ich die Zeit lieber fürs Schreiben nutzen.


„Autorenbetreuung bei Amazon Publishing ist klasse“


Du hast deinen Krimi „Mordswald“ mit Amazon Publishing veröffentlicht. Kannst du uns kurz erklären, was das ist?

Amazon Publishing ist der Verlag, den Amazon im Frühjahr 2014 gegründet hat. Die Bücher werden digital und als Print-on-Demand-Ausgabe veröffentlicht, manche auch als Audible. Mein Titel „Mordswald“ wird gerade ins Englische übersetzt. Für die ersten Titel hat Amazon Publishing bereits veröffentlichte Titel gekauft. Inzwischen nehmen sie aber nur noch unveröffentlichte Bücher.

Wie sind deine Erfahrungen damit? Würdest du es wieder tun?

Vor allem geht es ziemlich chaotisch zu … der Verlag ist ja noch ganz neu, da ist vieles noch nicht so eingespielt. Gewöhnungsbedürftig war auch, dass ich einen Teil des Geldes aus den USA bekomme und dafür wieder einmal diese leidigen Steuerformulare ausfüllen musste. Grrr. Klasse finde ich die wirklich herzliche und gute Autorenbetreuung.
Ob ich es noch einmal machen würde … hm. Da es die Printausgabe nur bei Amazon zu kaufen gibt und nicht im stationären Buchhandel, sind die Taschenbuchverkäufe ausgesprochen mager. Im Moment sehe ich noch nicht, welche großen Vorteile es mir bringen soll. „Mordswald“ an Amazon Publishing zu verkaufen war ein Testballon für mich, auf jeden Fall eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.


„Mein nächster Thriller ist schon in Arbeit“


Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Lach. Bei vier Büchern von einer Bücherwelt zu sprechen, halte ich für etwas übertrieben. Wer Spannung mag, sollte „Berechnung“ lesen. Wer Gegenwartsliteratur bevorzugt und es etwas ruhiger mag, dem empfehle ich „Veras Welt“. Aber Obacht: Die beiden Bücher sind grundverschieden.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Ich habe gerade mit der Arbeit an meinem neuen Thriller angefangen, und wieder wird eine Frau auf der Flucht sein – mehr verrate ich noch nicht. Einen Namen hat das Kind noch nicht, aber für die Entscheidung habe ich ja auch noch neun Monate Zeit. ;-) Wobei ich es natürlich gerne auch früher herausbringen möchte, aber mit Frühgeburten ist das ja so eine Sache …

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Danke, Ihr seid prima! Die vielen Kommentare und Mails – positive wie negative – motivieren mich, noch besser zu werden. Ich hoffe, ich kann euch noch viele schlaflose Nächte bereiten!

Maria, ich danke dir ganz herzlich für dieses Interview. Im Namen aller Leser wünsche ich dir weiterhin reichlich lebendige Fantasie, damit du noch viele gute Bücher schreiben kannst. Wer mehr über Maria erfahren will, findet sie im Internet auf mcpoets.com.

[Indie-Lounge] „Schreiben ist für mich ein Vollzeitjob“ – Marcus Hünnebeck im Interview

Heute begrüßen wir Marcus Hünnebeck alias Jo C. Parker alias Marc Beck als Gast in der Indie-Lounge. Marcus lebt als freier Autor im Rheinland und hat sich neben Genres wie Thriller und Humor auf Kinder- und Jugendbücher spezialisiert. Eine sehr bunte und spannende Mischung, die schon über 100.000 Leser gefunden hat. Vielfältig sind auch die Wege, auf denen er schon seit 2001 seine Bücher veröffentlicht. Via Amazons Plattform KDP hat es etwa der Thriller „Wenn jede Minute zählt“ ganz oben auf Platz Eins in die Kindle Charts geschafft, sein neuer Roman „Kainsmal“ erscheint beim Imprint Amazon Publishing.


„Zwei Thriller pro Jahr dürfen meine Fans erwarten“


Marcus, du schreibst außer unter dem Namen Marcus Hünnebeck auch unter Marc Beck und Jo C. Parker. Kannst du das für unsere Leser mal aufschlüsseln?

Angefangen hat meine Schreibkarriere, als es noch gar keine E-Books gab. Bei kleineren Verlagen erschienen insgesamt drei Thriller unter meinem richtigen Namen. Aufgrund des ausgebliebenen Erfolges (die Verkaufszahlen lagen jeweils unter 2000 Stück) wandte ich mich (inspiriert von meinem Sohn) dem Kinderbuchgenre zu. Da in meinen Thrillern mehr oder weniger viel Blut fließt, wollte ich vermeiden, dass ein Kind, dem eines meiner Kinderbücher gefallen hat, zufällig auf meine Erwachsenenliteratur stößt und einen Schock fürs Leben bekommt. Deswegen nutze ich für die Kinderbuchliteratur den Namen „Marc Beck“ (die ersten vier Buchstaben meines Vornamens kombiniert mit den letzten vier Buchstaben des Nachnamens). Dieser hat auch den Vorteil, dass er kürzer ist. Ich veranstalte regelmäßig Schulbuchlesungen und Kinder lieben es, Autogramme zu bekommen. Wenn am Ende einer Lesung hundert Schüler oder mehr auf ein Autogramm warten, ist man sehr froh über einen kurzen Namen. Das Pseudonym „Jo C. Parker“ wählte ich, als ich beschloss, ein Experiment zu wagen und ein Humorbuch zu veröffentlichen, welches ich namentlich von meinen Thrillern abgrenzen wollte.

Wie schaffst du es, unter drei Namen zu schreiben und dabei genug Bücher zu produzieren, dass die Fans eines „Namens“ nicht zu lange auf Nachschub warten müssen?

Zu Beginn meiner Selfpublisher-Karriere habe ich davon profitiert, dass die Rechte an meinen alten Thrillern mittlerweile an mich zurückgefallen sind. So musste ich die drei Romane lediglich überarbeiten, was natürlich weniger Zeitaufwand benötigt als ein neues Buch zu schreiben. In erster Linie produziere ich Nachschub fürs Thriller-Genre, in dem ich ja auch am erfolgreichsten bin. Darauf verwende ich die meiste Energie, denn zwei Thriller jährlich sollen meine Fans schon erwarten dürfen. Zusätzlich habe ich das „Kindle-Singles“-Format für mich entdeckt und veröffentliche voraussichtlich Ende Oktober eine Geschichte, in der die Kommissarinnen aus „Die Rache des Stalkers“ vorkommen. Falls das beim Leser ankommt, würde ich gerne regelmäßig diese Art von Geschichten schreiben.

Bei meinem Jugendbuch „Dämonenzirkus“ wage ich demnächst eine Wiederveröffentlichung, nachdem die Rechte an mich zurückgefallen sind. Von den Verkaufszahlen bei Chichili war ich enttäuscht und nun bin ich gespannt, ob ich das alleine besser hinbekomme. Falls ja, habe ich mir über eine eventuelle Fortsetzung bereits Gedanken gemacht und würde sie nächstes Jahr schreiben.

Das Genre „Humorbuch“ (aus Männerperspektive) kam nicht so richtig an. Ich habe noch einen weiteren Roman komplett fertig und einen zu einem Drittel. Beide werde ich im Laufe der Zeit veröffentlichen und hoffe, dass ich damit auch irgendwann den Nerv der Leser treffe.


„Auch beim Kinderbuch geht der Trend zum E-Book“


Welches dieser drei Genres ist für dich am einfachsten?

Das Humorgenre. Insofern finde ich es besonders bedauerlich, dass es bei den Lesern anscheinend nicht so hoch im Kurs steht.

E-Books für Kinder und Jugendliche, geht das überhaupt? Wird da nicht doch eher noch „geblättert“?

Wenn ich in Schulen bei Lesungen frage, wie viele der Grundschulkinder bereits einen E-Book-Reader besitzen, hat sich die Anzahl der Meldungen im Verlauf der letzten zwei Jahre deutlich erhöht. Ich denke, in fünf Jahren werden Kinder wie selbstverständlich E-Books lesen.

Mit deinem Thriller „Verräterisches Profil“ bist du weit oben in den Charts gelandet. Helfen da die Bücher aus den anderen Genres mit? Oder wie schafft man es nach so weit oben?

Der Erfolg der Thriller sorgt eher dafür, dass auch mal ein Buch aus einem der anderen Genres gekauft wird. Ansonsten gehört eine Mischung aus Professionalität und Glück zum Erfolg dazu. Das Cover ist meiner Meinung nach von großer Bedeutung, außerdem muss die Leseprobe möglichst fehlerfrei sein. Im übrigen Text dürfen dann auch nicht mehr zu viele Fehler enthalten sein, da es sonst negative Rezensionen hagelt. Darüber hinaus hat mir Werbung auf xtme.de und anderen Seiten wie ebookninja.de sehr geholfen. Doch über eins muss man sich im Klaren sein: Ohne Glück läuft gerade am Anfang, wenn man das erste Buch veröffentlicht, gar nichts.

Was tust du, um deine Bücher bekannt zu machen?
Ich schalte Werbung, poste auf meiner Facebookseite und schreibe auch die Leser an, die mir E-Mails zu vorherigen Büchern geschickt haben, um sie zu informieren, dass es Lesenachschub gibt. Zusätzlich veranstalte ich gern Leserunden (beispielsweise auf Lovelybooks), was vor allem zu Rezensionen führt.

Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Das ist ein Vollzeitjob. Manchmal beginne ich morgens mit dem Schreiben und höre erst abends wieder auf. Im Regelfall mache ich morgens jedoch ein wenig Sport (zum Ausgleich für die sitzende Tätigkeit), beginne mittags mit dem Schreiben (und Netzwerken) und schalte abends den Computer aus. Und das an mindestens fünf Tagen in der Woche. Manchmal auch an sieben.


„Kritik hilft dabei, sich zu verbessern“


Du bist freier Autor. Trotzdem die Frage: Kann man vom Schreiben leben? Oder genauer: Kann man vom Bücherschreiben leben, oder ist das für dich mehr ein Drahtseilakt?
Momentan funktioniert es. Und ich hoffe natürlich, dass es so bleibt.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:
Niemals aufgeben, immer am Ball bleiben. Es gibt furchtbar viele frustrierende Erlebnisse, wenn man versucht, als Autor Fuß zu fassen, doch wenn es läuft, ist es einer der besten Jobs.

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?
Die Routine des regelmäßigen Schreibens. Außerdem ist es extrem wichtig, kritische Testleser zu haben, die einem ehrlich die Meinung sagen. Lob ist zwar toll, aber Kritik hilft einem, sich zu verbessern.

Was empfindest du als die größte Herausforderung für einen Selfpublisher?
In der Top 10 bei Amazon zu landen ;-) Hat man das geschafft, ist ein sehr guter Grundstein gelegt.

Wenn du selbst liest, zu welchen Büchern greifst du?
Meine beiden Lieblingsautoren sind Stephen King und Jeffery Deaver. Ich versuche allerdings immer, abwechselnd zwei Spannungsbücher und ein Humorbuch zu lesen. Bei den Humorbüchern lache ich sehr laut über Matthias Sachau. Dank meines Kindles finde ich auch immer häufiger Perlen unter den Selfpublishern. Geliebt habe ich zum Beispiel „Im falschen Film“ von Vanessa Mansini / Michael Meisheit.


„Mein nächstes Projekt ist ein Kurzkrimi“


Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?
Das kommt auf die Vorlieben des Lesers an. Thriller (gerne etwas brutaler): Verräterisches Profil. Thriller (lieber nicht so brutal): Wenn jede Minute zählt. Sollte ein Leser am Ende eines Buches einfach nur gute Laune haben wollen, dann empfehle ich allerdings „595 Stunden Nachspielzeit“. Und ich bin mir bewusst, dass ich jetzt fast alle meiner Selfpublishertitel aufgeführt habe, aber so konnte ich wenigstens etwas differenzierter antworten ;-)

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Der erwähnte Kurzkrimi. Besonders interessant für alle Leser, die „Die Rache des Stalkers“ kennen oder kennenlernen wollen. Zu „Kainsmal“ (meinem Amazon Publishing-Titel) wird wohl im Frühjahr eine Fortsetzung erscheinen. Und im September 2015 kommt ein Thriller bei einem klassischen Publikumsverlag heraus. Den Titel darf ich noch nicht verraten, doch erscheinen wird das Buch bei Egmont-LYX.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?
Zunächst einmal möchte ich mich bei allen bisherigen Lesern bedanken. Ihr seid toll und habt dazu beigetragen, dass ich meinen Traum leben kann. Danke! Danke! Danke! Aber gerade den Lesern, die mich noch nicht kennen, möchte ich meinen Titel „595 Stunden Nachspielzeit“ ans Herz legen. Wenn ich die bisherigen Rezensionen bei Amazon richtig deute, ist das ein Titel, der schon vielen Leuten humorvolle Stunden bereitet und den einen oder anderen zum Nachdenken gebracht hat. Insofern würde ich mich über weitere Leser und Feedback freuen. Außerdem wären „Gefällt-mir“-Klicks auf meiner Facebook-Seite fantastisch! Grundsätzlich informiere ich dort nämlich zuerst über Neuigkeiten.

Markus, ganz herzlichen Dank für deine interessanten Antworten. Ich bin sicher, dass viele Kollegen davon profitieren werden und noch mehr Leser Lust auf deine Bücher bekommen. Jetzt wünsche ich dir weiter viel Erfolg beim Schreiben – und drücke deinem Humorbuch mal ganz besonders die Daumen.

Wer mehr über Marcus Hünnebeck erfahren möchte, kann ihn gerne auf seinen Homepages besuchen: huennebeck.eu/ und marcbeck.eu/, oder auf Facebook.

[Indie-Lounge] „Ich bin über eine Kiste voller Glück gestolpert“ – Nicholas Vega im Interview

Heute zu Gast in der Indie-Lounge: Nicholas Vega, Preisträger beim Indie-Autor-Preis 2014 auf der Leipziger Buchmesse. Der sympathische Autor schreibt All-Age-Literatur, genauer gesagt phantastische Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, was nicht unbedingt zum Mainstream gehört. Trotzdem hat sein Roman „Der Junge, der Glück brachte“ Rang #1 der Kindle-Charts gestürmt und sehr vielen Lesern glückliche Stunden beschert.


„Die Puzzleteile haben einfach zusammengepasst“


Nicholas, „Der Junge, der Glück brachte“ hat auch dir Glück gebracht. Dieses Buch war dein größter Erfolg. Wie bist du auf die Idee zu diesem Buch gekommen?

Am liebsten würde ich jetzt verkünden, dass es eine göttliche Eingabe war, die mich zum Schreiben des Glücksjungen bewogen hat (so richtig von Engelsstimmen geflüstert), aber nein, in der Regel sitzt mir nämlich so ein kleiner Dämon im Ohr, der ständig sagt: »Schreib doch mal etwas, das die Masse wirklich lesen will.«
Meistens entwickelt sich bei mir ein Plot über einen längeren Zeitraum. In diesem Fall kam der Impuls aber tatsächlich über Nacht. Ich erinnere mich, wie ich abends im Bett lag und plötzlich die Grundidee zur Geschichte da war. Am nächsten Tag habe ich mit dem Plot begonnen und das Exposé geschrieben. Drei Tage später konnte ich bereits mit dem ersten Kapitel anfangen. So schnell geht es bei mir in der Regel nicht.
Wer weiß, am Ende war es vielleicht doch so eine Art himmlische Inspiration.

Wie schafft man es, die Top-Ränge zu erobern? Was hast du getan, um dein Buch bekannt zu machen?

Das Buch ist ein kleines Wunder, weil es so ganz anders ist, als das, was man sonst auf den vorderen Plätzen der Amazon Kindle Charts findet. Je mehr ich über den Erfolg nachdenke, umso weniger kann ich ein Rezept abgeben. Es spielen einfach so viele Faktoren eine Rolle, ich habe eine Menge richtig gemacht, manches davon unbewusst. Die Puzzleteile haben einfach zusammengepasst. Blogger, die mich bis dahin nicht kannten, denen aber das Buch unglaublich gut gefallen hat, hatten sicher einen nicht unerheblichen Anteil am späteren Erfolg.
Das Buch war übrigens kein Selbstläufer vom Start weg. Im Gegenteil, nach dem ersten Tag fiel das Buch weit im Ranking. Ich konnte es mir nicht erklären und war regelrecht ratlos, da selbst mein Debüt am Anfang besser lief. Erst Tage später bekam die Sache eine Eigendynamik, die bei mir jetzt noch für Gänsehaut sorgt, wenn ich daran denke.
Unterm Strich muss man ganz klar sagen, dass ich über eine Kiste voller Glück gestolpert bin.


„Ich bin wie ein Chamäleon – meine Bücher sprechen unterschiedliche Zielgruppen an“


Dann hast du den dritten Preis beim Indie-Autor-Preis 2014 auf der Leipziger Buchmesse gewonnen. Welche Folgen haben solche Erfolge? Haben sich dann Verlage auf dich gestürzt?

Diese Auszeichnung war für mich das i-Tüpfelchen und ich sehe sie als Wertschätzung meiner Arbeit. Eine ausländische Agentur hat mir gleich nach dem Messewochenende zum Preis gratuliert und das Manuskript zum Buch angefordert. Bereits davor gab es mehrere Anfragen und Interessensbekundungen von ausländischen Verlagen und Agenturen, aber niemand braucht jetzt denken, dass ich demnächst Fremdsprachenunterricht nehmen müsste. Der sprichwörtliche Rubel rollt erstmal nicht. Manche Anschreiben sind ein Mix aus Google-Translator-Deutsch und Denglisch (»Wenn es möglich, bieten wir ein lese examplar… Unser post adres stehen unten….«).
Aber einen Fantasy-Autor können Illusionen und falsche Zauber nicht schrecken.
Von deutschen Verlagen kam keine Reaktion, was mich nicht verwundert, da meine damalige Literaturagentur das Manuskript (als der »Der Junge, der Glück brachte« Richtung Top20 marschierte) mehr als zwanzig Verlagen angeboten hat, es aber nur Absagen gab. Meine Bücher passen in keine Schublade, das ist ein K.o.-Kriterium. Ich bin der Agentur übrigens sehr dankbar, denn sie war bereit, ein Risiko mit meinen Storys einzugehen. Das wurde leider nicht belohnt.

Laufen nach solchen Erfolgen die nächsten Bücher wie von selbst?

In meinem Fall nicht. Das liegt sicher auch daran, dass ich wie ein Chamäleon bin. Keine meiner Geschichten ist wie die andere, alle meine Bücher sprechen irgendwo unterschiedliche Zielgruppen an. Das ist ungünstig, wenn man sich einen Autorennamen aufbauen will. Es fällt mir schwer, mich nach den marktbeherrschenden Me Toos zu richten. Dabei müssen Klone nichts Schlechtes sein, im Gegenteil, ein guter Me Too wird von Lesern geliebt und kann einem unbekannten Autor zu einem »kleinen« Ruhm verhelfen. Aber was Genreliteratur angeht, sind meine Bücher eher wenig repräsentativ.

Was würdest du wieder so machen? Und was anders?

Es gibt immer Dinge, die man verbessern kann und aus Fehlern zu lernen, ist wichtig. Momentan lerne ich, mit dem zufrieden zu sein, was ich erreicht habe. Ganz ehrlich, es gelingt mir nicht sehr gut. Meine Frau meint, wenn ich so weitermache, hätte ich eine äußerst kurze Lebenserwartung …

Du hast noch einen Brotjob. Soll das so bleiben, oder hast du weitergehende Pläne?

Als Vollzeitautor würde ich vor lauter Existenzängsten keinen Monat überleben. Die Million auf dem Konto und das Haus am Strand sind schöne Träume. In der Realität arbeite ich bereits in meinem Traumberuf, bin noch immer glücklich verheiratet und habe zwei gesunde Kinder. Was darüber hinausgeht, ist ein Bonus des Lebens.


„Meine Bücher sollen sich qualitativ nicht von Verlagsbüchern unterscheiden“


Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Gerade so viel, dass ich keinen Ärger mit meiner Frau und meinem Arbeitgeber bekomme. Entsprechend investiere ich das, was von einer 40-h-Arbeitswoche und vom Familienleben übrig bleibt. Ich bin ein Zauberer, ich kann die Zeit dehnen.

Was motiviert dich, so viel Zeit zu investieren?

Ich schleppe die Schicksale unzähliger Helden mit mir herum, die muss ich alle irgendwann zu Papier bringen. Das hat ein bisschen was von Beichten. Es muss einfach raus. Wer einmal das Wort Ende unter eine Geschichte gesetzt hat, kann das verstehen. Der hinzugekommene Zuspruch meiner Leser stellt dieses Gefühl auf eine neue Ebene. Aber bei aller Leidenschaft für das Schreiben, ich spiele dennoch lieber Fußball mit meinen Jungs.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Verschaff dir keine Ausreden! Schreibe jeden Tag mindestens eine Seite. Sollte am Ende nur ein Satz stehen, dann ist das auch okay. Fang nicht wegen Geld mit dem Schreiben an, dann wirst du Spaß haben. Geld kann ein Nebeneffekt des Schreibens sein.

Qualität ist ein großes Thema bei E-Books. Wie sicherst du die Qualität deiner Bücher?

Meine Bücher sollen sich qualitativ nicht von Verlagsbüchern unterscheiden, dafür ackere ich wie bekloppt und gehe finanziell in Vorleistung. Neben einem bezahlten Lektorat überarbeite ich ein Manuskript zuvor in mehreren Durchgängen.


„Die Marktchancen einzuschätzen ist schwierig“


Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Ich versuche von denen zu lernen, die wirklich schreiben können.
Zugegeben, das hat die Nebenwirkung, dass man Romane eher analysiert als genießt.
Ganz besonders dankbar bin ich den Mitgliedern meiner ehemaligen Schreib-AG, die meine Texte damals ordentlich durch den literarischen Fleischwolf gedreht haben.
Die Stilfibel und Sol Steins Ratgeber liegen nach wie vor griffbereit auf dem Nachtschränkchen. Vor Jahren habe ich sogar Sol Steins Trainingsprogramme »WritePro Fiction« und »Fiction Master« durchgezogen. Kennt die eigentlich noch jemand?

Was empfindest du als die größte Herausforderung für einen Selfpublisher?

Die Chancen des Marktes richtig einzuschätzen.
Das Heil für alle gibt es nicht. Wer sich auf das Abenteuer Selfpublishing einlässt, sollte das mit Sinn und Verstand tun. In einem Markt, wo nicht immer Inhalte, sondern vor allem Klicks zählen, opfert mancher allzu schnell seine Ehrlichkeit. Auf jede Hanni, jede Poppy, jede Emily kommen Tausende, für die der Markt vor allem Frust und Ernüchterung bereithält. Viele Autoren kämpfen um die wenige Sichtbarkeit. Da nicht zum Arschloch zu werden oder sich zum Kasper zu machen, ist für einige eine echte Herausforderung.
Die gute Nachricht: Erfolge werden nicht gemacht, sie passieren einfach. Auch in Zukunft schaffen es neue Autoren bis ganz nach vorn, weil ihre Bücher den Nerv der Leser treffen. Dahinter kommt immerhin eine ganze Reihe Autoren, die auf der (prozentual kleineren) Gewinnerseite stehen.
Übrigens ist es keine Schande, sich einzugestehen, wenn Selfpublishing nichts für einen ist.

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Noch schaffe ich es, auf jede Leserpost zu antworten.
Okay, vielleicht erfindet ja bald jemand ein Schriftstellerbier mit hochprozentiger Muse.

Ein Verlag nimmt einem Autor viel Arbeit ab, verspricht bessere Qualität und eine größere Verbreitung. Würdest du bei einem neuen Buch einen Verlag vorziehen oder es doch wieder selbst herausbringen? Warum?

Im Kinder-/Jugendbuchbereich halte ich die Vermarktungsmöglichkeiten durch einen Verlag für vorteilhaft. Also ja, falls ein namhafter Jugendbuchverlag anfragt, wäre ich offen für Gespräche. Aber ich glaube, eher gibt Jeff Bezos zu, dass KDP nur eine Übung war …

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Wer auf High Fantasy steht und wissen will, was passiert, wenn sich das Böse aufmacht, um das Gute zu besiegen, der liest »Demor – Einfach bösartig«. Wer sich mehr für Young Adult Romantasy interessiert, darf gern in »Glaslügen« reinlesen. Leser, die mit Holzbein und Augenklappe auf die Welt gekommen sind, können in »Piratenland« anheuern und wer tiefsinnige Fantasy, abseits des Mainstreams sucht, greift zu »Der Junge, der Glück brachte«.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Den Herbst dürfen vor allem diejenigen herbeisehen, denen bereits »Der Junge, der Glück brachte« gefallen hat. Da erscheint im gleichen Stil mein neuer All-Age Roman. Diesmal geht es u.a. um ein Kinderhospiz, das geschlossen werden soll. Selbstverständlich entführe ich den Leser dabei erneut in eine phantastische Welt.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Lord Demor sagt: »Das mit der Weltherrschaft läuft noch.«
Der Wanderer sagt: »Kann mal jemand diesen Schreiberling stoppen? Aye!«
Käpt´n Bierbart sagt: »Lasst euch das eine Warnung sein: Ich kannte mal einen Kerl, der tatsächlich alle Schmöker von diesem Nicholas Vega gelesen hat. Beim Quallenmann, der arme Leser sah am Ende irgendwie mitgenommen aus!«
Ich sage: »Danke! Ohne euch gäbe es dieses Interview nicht.«

Nicholas, herzlichen Dank für deine offenen Antworten. Wir wünschen dir sehr viel Energie, dass du neben deinem Job noch lange die Zeit zum Schreiben von Geschichten findest, mit denen du deine Leser verzauberst.

Wer mehr über Nicholas Vega und seine phantastische Bücherwelt erfahren möchte, darf ihn gerne auf seiner Homepage Immerheim – Fantasy Books Unchained besuchen.

[Indie-Lounge] „Auf meine Leser kann ich mich verlassen“ – Mark Franley im Interview

Heute zu Gast: Mark Franley. Harry Potter ist Schuld daran, dass er schreibt, aber der Zweiundvierzigjährige aus Mittelfranken verfasst keine Zauberbücher, sondern bewegt sich im Bereich Thriller und Horror. Seit er vor etwa zwei Jahren ernsthaft mit dem Schreiben begonnen hat, sind zwei Horrorkurzgeschichten und vier Psycho-Thriller (zuletzt: „Nachtkalt“) entstanden, die es alle in die Top 10 bei Amazon geschafft haben, einmal sogar auf Platz 1. Ein Publikations-Erfolg, der Mark sehr überrascht hat, der aber ein tolles Gefühl schafft – und die Perspektive bietet, das Schreiben zum Hauptberuf zu machen.


„Jeder Mensch hat eine dunkle Seite“


Mark, warum ist Harry Potter Schuld, dass du schreibst?
Er hat mich verzaubert (lach). Aber im Ernst … Mich hat es damals beeindruckt, welchen Erfolg eine vorher völlig unbekannte Autorin erreicht hat, und da ich selbst immer auf der Suche nach einer kreativen Tätigkeit war, habe ich einfach versucht, selbst einmal eine Geschichte zu schreiben.
In den Jahren zuvor versuchte ich mich in der Malerei, stellte Holzschmuck her und landete, von Harry Potter inspiriert, beim Schreiben. Jetzt fühle ich mich angekommen und werde nervös, wenn ich keine Zeit habe, um mich an den Laptop zu setzten.

Dein bevorzugtes Genre sind Thriller. Was gefällt dir daran so gut?
Ich glaube, dass jeder Mensch auch eine dunkle Seite in sich trägt und dass es manchmal sogar seine Berechtigung hat, diese zu zeigen. Als Thrillerautor kann ich meine Protagonisten all das ausleben lassen, was man sich in der Realität besser nur denkt. Und natürlich macht es Spaß, Einfluss auf die Gefühle der Leser zu nehmen, sie mit leiden, lachen und lieben zu lassen.

Wie kommst du auf deine Ideen für deine Bücher?

Die Grundideen liefert unsere Gesellschaft. Eigentlich würde eine Ausgabe der Abendnachrichten genug Stoff für mehrere Bücher bieten. Was ich überhaupt nicht leiden kann sind Ungerechtigkeiten, daher suche ich mir meist Themen, in denen auch der Täter eine gewisse Berechtigung für seine Tat hat.


„Facebook ist für mich der wichtigste Werbe-Kanal“


Du hast hervorragende Amazon-Plazierungen erreicht. Wie machst du Werbung für deine Bücher? Was sind deine wichtigsten Kanäle?

Inzwischen sorgt meine Facebookseite bei neuen Büchern für einen guten Start. Auf meine Leser, die mir dort folgen, kann ich mich wirklich verlassen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für Eure Unterstützung. Was natürlich auch Nachfrage bringt, sind die sehr aussagekräftigen Rezensionen einiger bekannter Bloggerinnen, die kein Blatt vor den Mund nehmen und auch einmal konstruktive Kritik üben. Zusätzlich kaufe ich auch noch Werbeplätze bei den einschlägigen E-Book Magazinen, aber das wichtigste Werbemittel ist wohl die Mundpropaganda, und die kann man sich nur erarbeiten.

Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

In Stunden kann ich das nicht sagen. Das Verhältnis ist ungefähr 80 Prozent Schreiben, 15 Prozent Netzwerk und 5 Prozent Marketing. Wobei das alles nicht starr ist, denn rund um die Veröffentlichung eines neuen Buches tritt das Schreiben natürlich erst einmal in den Hintergrund.

Folgst du mit deiner Tätigkeit als Autor einem großen Plan? Ist es „nur“ ein schönes Hobby? Hast du ein Ziel oder einen Traum?

Ganz klar … ich möchte das Schreiben früher oder später hauptberuflich machen, und dieses Ziel habe ich fest im Blick.

Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Ich habe jetzt die Perspektive, irgendwann meinen Traumberuf ausüben zu können und nur noch das machen zu können, was ich wirklich möchte.


„Ich habe nie Ratgeber oder Kurse genutzt“


Für einen Erfolg spielen viele Faktoren eine Rolle. Welche zwei oder drei Faktoren siehst du als die wichtigsten an, die deinen Erfolg getragen haben?

Ganz vorne steht natürlich, dass die Leser meine Ausdrucksweise gut finden, und es kommt, glaube ich, ganz gut an, dass ich keine „Längen“ in meinen Büchern habe. Mein persönliche wichtigster Erfolgsfaktor war es, die ganz normalen Startschwierigkeiten zu ignorieren und immer weiterzumachen.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Und immer daran denken, dass nur der Leser Recht hat. Wer mit seinen Lesern einen Streit bezüglich seiner Geschichte anfängt, hat irgendetwas nicht verstanden.

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Ich habe nie einen Kurs besucht und noch keinen Ratgeber in Händen gehalten. Wie mir gesagt wurdes ist jedes neue Buch ein wenig besser. Es wohl wie bei allem, nur die Übung macht den Meister.

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Gut daran ist natürlich die besagte Unabhängigkeit. Ich kann schreiben, was ich will, und es veröffentlichen, wann ich will. Mir redet niemand hinein, und abgesehen von meinen Lesern steht keiner da und sagt: „Du musst fertig werden“.
Am Anfang war es ein Problem, meine Bücher noch einmal professionell überarbeiten zu lassen, da das wirklich viel Geld kostet. Dieses Problem hat sich inzwischen dank guter Verläufe erübrigt, und die Investition lohnt sich in jedem Fall.
Was mich stört, ist eigentlich nur, dass meine Bücher nicht bei den Buchhändlern liegen, aber wer weiß schon, wie Buchläden in zehn Jahren aussehen. Vielleicht erfolgt auch hier noch eine Öffnung für uns Selfpublisher.

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Dazu fällt mir gerade nichts ein, ich bin zufrieden, so wie es ist.


„Die Vermarktung im Ausland ist verlockend“


Wenn jetzt ein großer Verlag käme, könnte der dich verführen, dein Self-Publisher-Dasein aufzugeben? Und was müsste er dafür tun?

Einmal abgesehen von der Million-Dollar-Frage könnte mich nur eine Vermarktung meiner Bücher im Ausland locken. Da ich aber gerade selbst dabei bin, meine Bücher übersetzen zu lassen, müsste sich ein Verlag beeilen :-)

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen.

Da meine Thriller schon so etwas wie eine Reihe sind, auch wenn man sie gut einzeln lesen kann, würde ich mit „Heuchler“ beginnen. Ich schreibe heute vielleicht etwas besser, aber für neue Leser ist sicher auch Kommissar Köstners Entwicklung ganz interessant.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Zwei meiner Hauptprotagonisten leben noch, und die Köstner-Reihe verdient einen würdigen Abschluss ;-)

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Dass ich es auch nach zwei Jahren noch immer unglaublich finde, wohin Ihr mich gebracht habt, und dass ihr mir als verlagsunabhängigem Autor überhaupt eine Chance gegeben habt. Ich weiß, unser Ruf ist nicht immer der Beste, daher zählt das für mich umso mehr.
Sagt und schreibt mir bitte auch weiterhin Eure Meinung zu meinen Geschichten, denn alles was mich weiterbringt, ist konstruktive Kritik, und natürlich freue ich mich immer über einen kleinen Plausch mit Euch.

Mark, einen ganz herzlichen Dank für deine Antworten. Ich wünsche dir weiterhin viele gute Ideen, die deine Leser zum Mitleiden und –lieben bringen.

Wer mehr über Mark und seine Bücher erfahren möchte, kann ihn gerne auf seiner Homepage www.mark-franley.de besuchen.

[Indie-Lounge] „Ich will Geschichten erzählen ohne enges Raster für die Fantasie“ – Matthias Herbert im Interview

Ob „Ein Fall für zwei“, „Alarm für Cobra 11“ oder „Soko Rhein-Main“: Matthias Herbert ist einer der erfolgreichsten Drehbuchautoren Deutschlands. Mehr als eine Milliarde Menschen in 140 Ländern haben Serien aus seiner Feder gesehen – aber den Namen des Autors kennen bisher nur wenige. Das dürfte sich bald ändern: Denn jetzt geht Herbert als Self Publisher an den Start – und das gleich mit einem Fantasy-Epos, welches in dieser Größenordnung seines Gleichen sucht. Für die Indie-Lounge gibt der erfolgreiche Vielschreiber Einblicke in den Alltag eines Profis, der sich in beiden Welten auskennt: Drehbuch und Roman.


„Jeder kennt meine Serien, meinen Namen fast niemand“


Matthias, auf dein Konto gehen hunderte von Morden – inklusive anschließender Aufklärung. Aber du hast nicht nur Krimis geschrieben. Welche Filme stammen aus deiner Feder, bzw. zu welchen Serien hast du Beiträge geleistet?

Angefangen habe ich vor mehr als 25 Jahren mit „Ein Fall für zwei“. Danach hatte ich fast überall mal die Finger drin. Von „Doppelter Einsatz“ über „Alarm für Cobra 11“ bis „Soko Wismar“. „Für „Die Rettungsflieger“ habe ich etwa ein Drittel der Bücher beigesteuert. Und natürlich auch verschiedene Serien selbst entwickelt, „Soko Rhein-Main“ und „Schwarz greift ein“. Hm, das sind gleich zwei Serien, die in Frankfurt gespielt haben, fällt mir gerade auf.

Was würdest du als deinen größten Erfolg bezeichnen? Worauf bist du besonders stolz?

Stolz? Darauf, dass alle meine Kinder etwas geworden sind. Und dass ich im hohen Alter von 50 Jahren noch Schlagzeilen als Fußballtorwart gemacht habe („Held des Tages“). Ach so, die Rede ist vom Film. Hm. Da muss ich mal nachdenken. Also es gibt schon ein paar Filme, auf die ich dann doch stolz bin. Bei „Rosa Roth“ der Pilotfilm damals. Dann „Der Mörder mit der Maske“, ein 90er aus „Doppelter Einsatz“, bei dem ich selbst Gänsehaut bekommen habe. Und dann wäre da noch „Happy Birthday“, auch eine „Doppelter Einsatz“-Episode. Seit der schaut meine Frau übrigens keine Filme mehr von mir. Sie hat danach ein paar Tage schlecht geträumt …

Mit deinen Filmen erreichst du ein Millionenpublikum. Was bringt dich dazu, mit Büchern noch mal neu anzufangen?

Ich habe es spaßeshalber mal ausgerechnet. Wenn man alle Filme nimmt, die durchschnittliche Wiederholungszahl in Betracht zieht und nur einen niedrigen Zuschauerschnitt ansetzt, wurden Filme von mir trotzdem von mehr als einer Millarde Menschen gesehen. Soll heißen, wenn man in den letzten 25 Jahren relativ regelmäßig den Fernseher angemacht hat, musste man irgendwann über eins meiner Werke stolpern. Und trotzdem kennt kein Mensch meinen Namen als Drehbuchautor. Das nur so zur Wertschätzung des Filmerfinders. Aber das ist nicht der Grund, dass ich nach so langer Zeit wieder zur Prosa zurückgekehrt bin.

Ich will Geschichten erzählen, bei denen meine Fantasie nicht in so ein enges Raster gezwängt wird. Das ist zwar auch eine Herausforderung, in einem bestimmten Format zu arbeiten und dort das Beste zu liefern, was möglich ist. Aber wenn man alles selbst bestimmen kann, ist es doch etwas anderes. Das geht beim Film niemals. Selbst wenn man ein Einzelfernsehspiel macht, reden einem noch mindestens 176 Leute rein und wissen alles besser.


„Memiana ist in wenigen Wochen auf 14 Bände gewachsen“


Deine Fantasy-Welt heißt Memiana. Wie bist du auf diesen Namen gekommen? Hat er eine besondere Bedeutung?

Ja, sicher. Memiana ist die Welt der Memo. Die Memo sind das kleinste Volk dort. Ich meine nicht, sie sind die Hobbits von Memiana, sondern sie zählen nur 15.000 Köpfe. Aber sie bestimmen, was geschieht. Nur bekommt das niemand der anderen mit, weil … Ach, das sollte man schon selbst lesen.

Was ist das besondere an dieser Welt? Was fasziniert dich daran?

Sie ist, hm, sagen wir mal: etwas anders. Die Technik ist archaisch und man hat keine komplexen Maschinen. Eisenzeit ohne Räder sozusagen. Es gibt dort keine Pflanzen und keine Nacht. Aber nicht, weil irgendwer mit einem krummen Zauberstab herumwedelt. Meine Welt gehorcht den physikalischen Gesetzen der Erde (soweit ich sie selbst kenne). Und das war mit die größte Herausforderung und auch die Faszination.

Wie bist du auf die Idee zu dieser Welt und dann zu dieser Reihe gekommen?

Da muss ich kurz lächeln. Was man im Interview nicht sieht. Schuld ist natürlich das Fernsehen, genauer „Genial daneben“. Da war einmal die Frage, warum eine bestimmte Schneckenart nach einem halben Jahr das Fressen einstellt. Weil sie soviel Chlorophyll angereichert hat, dass sie sich sozusagen von Licht und Wasser ernähren kann. Das hat mir gefallen. Am nächsten Tag habe ich die erste Skizze zu einer Welt ohne Pflanzen aufgeschrieben. Innerhalb vor drei Tagen war das auf 60 Seiten angewachsen, hatte eine Handlung und Charaktere. Und dann explodierte es und was mal ein einzelner Roman sein sollte, wuchs innerhalb weniger Wochen auf ein 14bändiges Werk an.


„Ein Romanautor macht sinnliche Wahrnehmung erlebbar“


Eine Besonderheit ist auf jeden Fall der gewaltige Umfang, weshalb man dein Werk schon jetzt als Fantasy-Epos bezeichnen kann. Wie groß ist deine Reihe?

Wie gesagt, es werden einmal 14 Bände und über 6000 Seiten. 8 Romane sind schon fertig. Für den Rest steht sehr genau fest, was darin passiert. Und das letzte Kapitel habe ich schon geschrieben und es liegt in einem Tresor in London … Ha. Joke.

Seit wann schreibst du daran?

Seit Mitte 2009.

Ist es anders, ein Drehbuch oder einen Roman zu schreiben? Worin siehst du Unterschiede?

Es ist ein Riesenunterschied. Lustigerweise kapieren das auch so viele Kollegen nicht und werfen ständig in Debatten Filme und Bücher zusammen. Das ist für den Rezipienten vielleicht möglich, wenn er ausschließlich die Handlung betrachtet. Aber nicht für den Autor. Ein Drehbuch unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von einem Roman. Für ein Drehbuch reicht manchmal ein einziger Einfall. Der Rest ist erzählerische Routine. Für einen Roman brauche ich auf jeder Seite mindestens einen Einfall. Und zwar am besten einen originellen. Damit ist es dann aber noch nicht getan. In einem Drehbuch kann ich schreiben: Haus Otto, außen/Tag. Otto fährt mit seinem Wagen vor und steigt aus. Straße Pauline außen/Tag. Ottos Auto parkt vor dem Haus Paulines.
DAS kann ich ja mal in einem Roman versuchen. Im Film setzt der Regisseur das, was ich schreibe, für die Primärsinne um. Er zeigt es und bringt es zu Gehör. Aber als Romanautor muss ich genau diese sinnlichen Wahrnehmungen erlebbar machen. Ich muss mir das, was der Regisseur einfach so am Straßenrand mitnimmt, in allen Einzelheiten ausdenken. Dann lasse ich das meiste davon weg und muss es trotzdem so beschreiben, dass der Leser etwas sieht und hört, obwohl alles nur Papier ist.


„Ich wollte eine möglichst hohe Publikationsfrequenz“


Du bist Schreib-Profi mit jahrzehntelanger Erfahrung und großen Erfolgen. Um einen präzisen Ausdruck, Dramaturgie und Spannungsbögen muss man sich bei dir keine Sorgen machen, das ist dir in Fleisch und Blut übergegangen. Man sollte denken, dass Verlage hier unbedingt zugreifen würden. Warum gehst du jetzt den Weg über Self Publishing und nicht über einen Verlag?

Als ich mit Memiana angefangen habe, waren kopulierende Vampire noch der letzte Schrei und alles gierte danach. Nicht mein Ding. Zumindest nicht beim Schreiben. Obwohl ich sicher nicht Zielgruppe bin, habe ich Twilight gerne gelesen. Was ich gar nicht lese und was im Zuge der Herr der Ringe Filme aber sehr angesagt war und noch ist, ist diese ganze Epigonendichtung, die das Tolkien-Universum plündern. „Low Fantasy“ wie auch George R. R. Martin sie in seiner Welt bietet, war in Teutonien absolut nicht angesagt. Das wusste ich aber und deshalb hat noch nie ein Verlag etwas von Memiana gesehen. Fantasy hat ja den Vorteil, dass sie nicht so aktuell ist, dass sie schlecht würde, wenn man sie lagert. Einen Verlag davon zu überzeugen, so einer niederen Kreatur wie einem Drehbuchautor zu vertrauen und ihn mit einer 14bändigen Reihe zu beauftragen, war außerdem ziemlich aussichtslos. Dazu kam dann eine sehr positive Entwicklung auf dem E-Book-Markt. Nachdem dort sehr lange das „Jeder darf, ob er kann oder nicht“ dominierte, wagten sich nach und nach auch namhafte Autoren daran, selbst zu publizieren. Und für so ein Monumentalwerk wie Memiana wollte ich gerne eine hohe Publikationsfrequenz, also nicht ein neuer Harry Potter alle anderthalb Jahre, sondern verlässlich und konsequent alle 3 Monate der nächste. Aber ohne Magie, falls ich das noch nicht erwähnt habe …

Wie empfindest du es, nicht mehr Teil einer langen Entstehungskette zu sein, sondern alles selbst in die Hand nehmen zu können – oder auch zu müssen?

Auf der einen Seite befreiend, auf der anderen sehr fordernd. Denn man muss sich wirklich um alles kümmern und alles kontrollieren, auch wenn man andere beauftragt. Dann muss man eben die auch noch kontrollieren, ob alles so ist, wie man sich das vorgestellt hat. Oder wie es einem erzählt wurde.


„Zum Start gab es ein dreiwöchiges Alternate Reality Game“


Viele Self Publisher gehen in kleinen Schritten voran, lernen Marketing und bauen sich über Jahre eine Leserschaft auf. Du gehst auch hier einen anderen Weg und engagierst ein professionelles Marketingteam, das eine Menge auf die Beine stellt, wovon die meisten Autoren nur träumen können. Welche besonderen Aktionen sind zum Start deiner Reihe gelaufen?

Die Agentur hat ein bundesweites und aufwändiges Alternate Reality Game über drei Wochen durchgezogen, im Netz und in der wirklichen Welt, das einige Leute ziemlich in Atem gehalten hat. Der Ansatz war, auf diese Weise Blogger direkt anzusprechen und zu integrieren und so ein breites Interesse an Memiana hervorzurufen.

Dein erstes Buch ist gerade erst erschienen. Noch konnte sich die Arbeit nicht in Verkäufen und Rezensionen auswirken. Wie wird es weitergehen?

Bis jetzt ist es so, dass ich eher das Gefühl habe, für ziemlich viel Geld ein paar Leuten ein richtig gutes Abenteuer geschenkt zu haben. Bemerkt habe ich noch keine Folgen. Das wäre aber auch ziemlich viel verlangt, eine knappe Woche nach dem Erscheinen von Band 1. Wie es weitergeht? Nun, die Agentur wird jetzt alles daran setzen, im Netz einen gewissen Hype zu kreieren und dafür zu sorgen, dass man über Memiana spricht. Und Band 1 kauft. Es ist ja auf jeder Plattform zu haben. Sobald es dann dort wahrgenommen wird, sollte idealerweise ein gewisser Selbstläufereffekt dazu kommen.

Die ganze Kampagne läuft aber nur im Netz. Ebook-Leser sind ja sehr netzaffin und warum sollte man etwas in eine Zeitung schreiben? Von der aus kann man ja keinen virtuellen Buchladen erreichen. Die Veröffentlichungstermine aller Bände sind fix und alle sind vorbestellbar.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Ich lasse lieber meine Geschichte für mich sprechen. In der sagte einer der Charaktere:
„Menschen sind Menschen, und Menschen sind gierig. Menschen sind selten mit dem zufrieden, was sie haben, Menschen wollen immer mehr. Manche Menschen sind selbst mit dem Mehr nicht zufrieden und sie wollen alles.“

Memiana ist völlig anders – aber dann ist es das auch wieder nicht. Auf Memiana geht es am Ende genauso um Sex, Drugs & Crime wie auf der Erde. Um Habgier, Rache, Eifersucht. Wie immer, wenn ich anfange, eine Geschichte zu erzählen. Nur diesmal spielt sie eben in einer völlig anderen Welt, wie man sie noch nie gesehen hat. Und es lohnt sich, mehr als nur einen Blick darauf zu werfen.

Kaum ein Werk ist mit so großer Professionalität erarbeitet worden und an den Markt gegangen. Wahrscheinlich gibt es weltweit kein vergleichbares Projekt dieser Größenordnung, das dann auch mit solchem Aufwand gestartet wurde. Wie sind sehr gespannt, wie es weitergeht. Auf jeden Fall wird das Fantasy-Genre um eine gewaltige Geschichte bereichert, und sicher wird auch das Self Publishing durch die Professionalität deines Vorgehens um eine Facette vielfältiger. Ich wünsche dir viele begeisterte Leser, die sich durch deine Bücher in eine neue Welt voller Spannung und Phantasie entführen lassen.

Hinweis: Mehr über Memiana findet man auf www.memiana.de. Wer eine ganz neue Welt kennenlernen will, sollte unbedingt mal dort vorbeischauen.

[Indie-Lounge] „Man muss sich einen Markennamen aufbauen“- Autorenduo B.C. Schiller im Interview

Wer mit bewaffneten Bodygards einkaufen geht, oder einem Serienkiller Auge in Auge gegenübersitzt, der hat wohl auch das Zeug, einen Dan Brown von Rang #1 der Bestsellerliste zu stoßen. Als dynamisches Duo erst recht: Mehr als 250.000 mal haben Leser bei den acht E-Book-Titeln von Barbara und Christian Schiller auf „Kaufen“ geklickt, und bekamen Spannung serviert. Ein toller Erfolg. Und jetzt ist das Autorenteam B.C. Schiller bei uns zu Gast…


„Jede von uns hat ein Faible für bestimmte Protagonisten“


Klaus Seibel: Barbara und Christian, ihr schreibt eure Bücher gemeinsam als Autorenteam. Das ist eher selten. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

B.C. Schiller: Wir haben uns an Wochenenden/Urlauben immer gemeinsam spannende Geschichten ausgedacht und ständig weiter gesponnen. Da war es naheliegend, diese Geschichten niederzuschreiben und gemeinsam auszuarbeiten. Beim ersten Mal, 2009, haben wir uns auf Mallorca im Urlaub in eine Finca verschanzt und den ganzen Tag an unserem Plot für unseren ersten Tony Braun Thriller „Töten ist ganz einfach“ gefeilt.

Wie teilt ihr euch die Arbeit auf? Ist einer eher für die Morde zuständig, und der andere für die Aufklärung?

Nein, wir teilen uns die Kapitel auf, wobei Barbara mehr für die brutalen Morde zuständig ist und Christian für die zwischenmenschlichen Beziehungen. Jeder von uns hat ein Faible für bestimmte Protagonisten und am Ende überarbeiten wir gemeinsam die Rohfassung.

Ihr habt beide Erfahrungen, die euch geradezu prädestinieren, superspannende Thriller zu schreiben. Barbara, du hast bizarre Erlebnisse in osteuropäischen Ländern hinter dir, die in eure Stories einfließen. Kannst du ein Beispiel nennen?

Als ich für eine osteuropäische Firma in Warschau arbeitete, musste ich für die Frau des Chefs eine Modekollektion besorgen. Ich durfte nur mit zwei Leibwächtern das Hotel verlassen, und die beiden haben alle Kunden aus der Nobelboutique vertrieben, damit ich ungestört war. Das war ziemlich bizarr zwischen eingeschüchterten Verkäufern und bewaffneten Männern eine Auswahl zu treffen.

Christian, du schreibst nicht nur theoretisch über Mörder, du hast mit einem Serienkiller gesprochen. Wie ist das, wenn man so einem Mann gegenübersteht?

Das Interview mit dem Serienmörder Jack Unterweger war eine interessante Erfahrung , aber es war auch sehr beklemmend. Ich hatte immer das Gefühl, dass eine falsche Frage von mir ihn zum Explodieren bringen könnte und er mich nieder schlägt. Am Erschreckendsten an Jack Unterweger war die mangelnde Empathie und der grenzenlose Narzissmus. Er hatte überall an den Wänden lebensgroße Poster von sich selbst und mehrere Ordner in denen er alle Artikel über seinen ersten Mord abgelegt hatte.


„Der Markt und die Leser haben sich für uns entschieden“


Mit solch einem Hintergrund wärt ihr die idealen Autoren für einen großen Verlag. Warum bringt ihr eure Bücher als Self Publisher heraus?

Unsere Literaturagentur hat damals unseren erste Thriller den großen Publikumsverlagen angeboten, aber trotz teilweisem Interesse hat sich nichts konkretes ergeben. Da wir aber sehr aktive Menschen sind, haben wir nicht lange gezögert und die tolle Gelegenheit des Self Publishing genutzt . Der Erfolg gibt uns recht, denn der Markt und die Leser haben sich für unsere Thriller entschieden ☺

Könnte euch ein Verlag locken? Und wenn ja, womit?
Ein Verlag könnte uns locken, wenn wir es dadurch schaffen, unsere Thriller international zu vermarkten.

Noch mal zu eurem Erfolg. Wie schafft man es, in die Top 100 oder sogar in die Top 10 zu kommen? Dass man dafür eine mitreißende Geschichte braucht, ein gutes Cover und einen sauberen Text, wissen die meisten. Welche Faktoren darüber hinaus sind eurer Meinung nach für euren Erfolg wichtig gewesen?

Sehr wichtig ist auch Social Media Marketing, man muss sich eine Fanbase aufbauen und diese ständig mit Informationen versorgen. Das Ziel dieser Aktivitäten muss es sein, sich einen Markennamen aufzubauen.


„Tägliches Schreibpensum einhalten ist wichtig“


Vermarktung der Bücher ist für Self Publisher fast genau so bedeutend wie gut schreiben zu können. Ihr betreibt eine Marketing-Agentur, seid also Experten. Was sind eure besten Tipps für Autorenkollegen?

Wir haben unsere Werbeagentur, die wir über 18 Jahre sehr erfolgreich geführt haben, voriges Jahr verkauft und sind jetzt zu 100% Autoren.
Ein paar Tipps für Autoren:
Strukturen schaffen: Eine spannende Idee finden, die man auf einer Seite beschreiben kann und die über einen roten Faden verfügt.
Täglich arbeiten: Wichtig ist das Einhalten des täglichen Schreibpensums, um in die Geschichte richtig einzutauchen.
Kritik zulassen: Offen sein für konstruktive Kritik von Außenstehenden.

Wie viel Zeit investiert ihr etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege eures Netzwerks?

Wir schreiben ca. 6 Std./Tag, und den Rest investieren wir in Social Media.

Wenn euch ein neuer Leser kennenlernen möchte, welches eurer Bücher würdet ihr ihm als Start in eure Bücherwelt empfehlen?

Als Start empfehlen wir unseren ersten Tony Braun Thriller „Töten ist ganz einfach“, mit dem alles begann ☺

Eure bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist euer nächstes Projekt?

Vor wenigen Tagen haben wir um 3h10 morgens den letzten Satz unseres vierten Tony Braun Thrillers geschrieben, der im April erscheinen wird, und den wir sehr gerne empfehlen!

Zum Schluss: Ihr habt 100 Worte frei zu eurer Verfügung. Was möchtet ihr euren Lesern sagen?

Ohne euch hätte das Abenteuer Schreiben nicht Fahrt aufgenommen.
Ohne euch wäre das Schreiben nur halb so aufregend, denn wir lieben und brauchen euer Feedback .
Ohne euch würde unser Lieblingschefinspektor Tony Braun immer alleine seine Fälle lösen und sein Bier beim Anatolu Grill trinken müssen. Deswegen finden wir es so megacool, dass wir so tolle Leser wie euch haben, thx;, BCS ☺

Barbara und Christian, ganz herzlichen Dank für eure Antworten. Ihr lasst aus euren spannenden Erfahrungen etwas Spannendes für eure Leser werden. Wir freuen uns mit euch über euren Erfolg und wünschen euch, dass euch noch viel mehr Leser entdecken.

Tipp: Wer mehr über Barbara und Christian erfahren will, ist eingeladen, sie auf ihrer Homepage zu besuchen.