Author Earnings Report: Amazon hat in USA 80 % E-Book-Marktanteil

amazon-80-prozent-marktanteil-ebooks-usaDass Amazon den E-Book-Markt der USA und vieler englischsprachiger Länader beherrscht, ist ja eine Binsenweisheit. Die interessante Frage ist eigentlich nur noch: wie groß ist der Rest? Glaubt man dem aktuellen Author Earnings Report, ist der Rest mehr oder weniger klein. In den USA und Großbritannien hat Amazon einen Umsatzanteil von 80 bzw. 82 Prozent, in Kanada und Australien liegt der Anteil dagegen nur knapp über 50 Prozent.

iBooks größter Gegenspieler

Größter Gegenspieler in den USA wie im Commonwealth bleibt Apples iBooks, meist direkt gefolgt von Kobo und Barnes & Noble. In Australien ist Apple besonders stark (35 Prozent Markanteil), in Kanada – wenig verwunderlich – Kobo (27 Prozent Marktanteil). Die Nummer drei in den USA ist dagegen nicht Kobo, sondern Barnes & Noble. Doch der einzige noch verbliebene traditionelle Buchhandelsplayer muss sich auch dort mit mageren 4 Prozent zufriedengeben.

Aus Big 5 wird Big 6

Hugh Howey und Data Guy interessieren sich natürlich vor allem auch für die Frage: welche Autoren/Verlage bekommen wieviel vom E-Book-Kuchen ab, und auch hier sind interessante Trends erkennbar. So hat der Marktanteil der „Big Five“-Verlage kontinuierlich abgenommen, zwischen 2014 und 2017 von 40 sank er auf 20 Prozent der E-Book-Verkäufe. Der Anteil von Amazon Imprints nimmt weiter stark zu, ebenso von kleineren Indie-Verlagen. Die traditionellen großen Player verlieren also mindestens doppelt: an die neue Big Number Six, wie auch an das breite Mittelfeld.

Kindle Unlimited überholt B&N

Und die Indie-Autoren? Nun ja – die sind auch immer stärker an Big Number Six namens Amazon gebunden, denn viele machen ihre Umsätze vor allem mit Titeln, die exklusiv via Kindle Unlimited gelesen und vergütet werden. Kindle Unlimited gehört inzwischen zu den drei größten Retail-Channeln auf dem E-Book-Markt der USA – und schüttet an die Selfpublishing-Autoren laut Author Earnings Report „doppelt so viele Dollars aus wie Barnes & Nobles Nook-Sparte insgesamt an Autoren und Verlage ausschüttet.“

Autoren experimentieren

Trotzdem raten Howey und sein Data Guy den Autoren nicht generell, nur noch via Kindle Unlimited zu veröffentlichen. Stattdessen gelte: „Die beste Strategie für einen Indie Autor besteht darin, einige Titel im freien Verkauf zu behalten, einige bei Kindle Unlimited zu haben, und damit zu experimentieren, welche Mischung am besten funktioniert und am meisten Umsätze bringt.“

Nach Monsenstein & Vannerdat-Insolvenz: epubli übernimmt AutorInnen

monsenstein-zu-epubliSie gehörten zu den Pionieren der digitalen Indie-Verlagsszene in Deutschland — doch 17 Jahren nach der Gründung von „Monsenstein und Vannerdat“ war in diesem Herbst Schluss: das umtriebige Münsteraner Verlagshaus musste inklusive der Self-Publishing-Sparte „Ruckzuckbuch.de“ Insolvenz anmelden. An Halloween gab’s nun immerhin eine gute Nachricht für alle Monsenstein & Vannerdat-Kunden: sie finden ein neues Zuhause bei epubli, und das völlig unkompliziert.

Druckdaten werden zu epubli übertragen

„Sobald sich ein Autor für die Zusammenarbeit mit epubli entschieden hat, werden die Druckdatei, Cover- und Metadaten automatisch an epubli übermittelt und direkt über die Plattform publiziert“, heißt es in einer heute veröffentlichen Pressemitteilung von epubli. Zu den Vorteilen des epubli-Angebotes gehören u.a. kurze Kündigungsfristen (5 Tage) sowie die Anbindung an das Barsortiment (Umbreit, KNV etc.).

epubli gehört zu den „großen Drei“ in Sachen POD

Das Berliner Unternehmen epubli gehört neben BoD und Amazons Createspace zu den drei ganz großen Print-On-Demand-Anbietern in Deutschland — und firmiert seit der Fusion mit der E-Book-Community Neobooks unter dem Dach der neugegründeten neopubli-GmbH, diese wiederum ist eine Tochter des Holtzbrinck-Konzerns.

UPDATE 2.11.2016: Wie heute bekannt wurde, hat auch die Hochschul-Sparte von Monsenstein & Vannerdat einen Abnehmer gefunden — sie wird inklusive Mitarbeitern & Bestandskunden von readbox weitergeführt („readbox uni“).

„Erfolgreiche Self-Publisher entwickeln sich ständig weiter“: SPDay 2016 bietet Know-How für die Indie-Szene

spday-2016-selfpublishing-daySelf-Publishing avanciert zum Profi-Publishing: einer aktuellen Studie zufolge ist jeder zweite Indie-Autor bereits ein Experten-Autor, der neben seiner Arbeit als Journalist o.ä. publiziert, oder tatsächlich hauptberuflicher Schriftsteller bzw. Sachbuchautor. Damit wächst zugleich der Druck auf die Akteure, sich gegenüber der wachsenden Autoren-Konkurrenz zu behaupten: „Self-Publisher sind Unternehmer ohne Verlag im Hintergrund. Daher ist die Bereitschaft sich neuen Dingen anzunehmen, den Markt im Auge zu haben und sich immer weiter zu entwickeln das Wichtigste“, so Andreas Hollender von neuDENKEN Media, Organisator des Self-Publishing-Day 2016 (E-Book-News ist SPDay-Medienpartner).

Self-Publishing-Dienstleister & Profi-Stars der Branche vor Ort

Der an diesem Samstag zum dritten Mal stattfindende Self-Publishing-Day soll genau dieses Know-How liefern und zudem intensives Networking ermöglichen. Neben notwendigen technischen und formalen Kenntnissen beim E-Book- und Print-Buch-Verlegen geht es am 9. April 2016 im Münchner Novotel um die Vermarktung des fertigen Produktes — und grundsätzlich natürlich auch immer um die Frage, in welchen Bereichen man als Autor & Unternehmer auf externe Dienstleister setzt. Viele von diesen sind auch in München als Workshop-Anbieter vor Ort (siehe auch die E-Book-News-Serie SPDay2016), so etwa Vertreter von BoD, Bookrix oder Ruckzuckbuch. Aber auch etwa der Verband freier Lektorinnen und Lektoren zeigt Präsenz. Nicht fehlen dürfen natürlich Profi-Stars des Selfpublishing-Sektors wie Bela Bolten, Marcus Hünnebeck oder der Berliner „Bücherprinz“ & Selbstverlege-Pionier Ruprecht Frieling.

„Self-Publisher sollten sich miteinander vernetzen

Auch SPDay-Veranstalter Andreas Hollender hat in den letzten Jahren eine „klare Professionalisierung“ der Indie-Branche erkannt. Was ihn aber auch nicht wundert: „Nur wer es wirklich ernsthaft betreibt, ist im Self-Publishing erfolgreich“, beobachtet Hollender. Und dazu gehört eben auch der Besuch von Buchmessen wie Frankfurt, Leipzig, Berlin — und genauso von Fachtagungen wie dem Self-Publishing-Day. „Als Unternehmer muss man ständig in die eigene Weiterbildung investieren“, weiß Hollender. Und empfiehlt zudem: „Versuchen sich mit anderen Self-Publishern zu vernetzen und mit diesen auszutauschen.“

Update: Dass viele Self-Publisher diese Ratschläge schon beherzigt haben, sieht man auch daran, dass Tickets für den SPDay 2016 laut Facebook-Profil des Veranstalters seit heute vormittag ausverkauft sind…

Abb.: Emanuele/Flickr (cc-by-sa-2.0)