Apple im Club der Bezahlfreunde: iBooks, iTunes, App Store akzeptieren jetzt PayPal

apple-akzeptiert-paypal-zahlungenWas hat der iBook-Store, was der Kindle Shop noch nicht hat? Ganz einfach: PayPal. In Deutschland und einem knappen Dutzend weiterer Länder können Apple-Kunden ab sofort nämlich ihre E-Books auch mit dem (schlapp übersetzt) „Bezahlfreund“ erwerben. Gleiches gilt für Einkäufe im App Store, bei Apple Music oder iTunes. Das teilte der ursprünglich mal von eBay gegründete Zahlungsdienst heute via Firmenblog.

Inklusive PayPal One Touch-Option

Kunden mit einer neuen oder bestehenden Apple-ID müssen dazu „PayPal“ als Zahlungsmethode in ihren Kontoeinstellungen auswählen. Auf iPhone, iPad, iPod touch und Desktop-Mac funktioniert dies über die Einstellungen für App Store, Apple Music, iTunes oder iBooks. PC-Nutzer können diese Änderung via iTunes vornehmen. Gleichzeitig steht auch die Komfort-Option „PayPal One Touch“ zur Verfügung, auf diese Weise bleiben PayPal-Kunden eingeloggt und sparen sich bei Einkäufen über die Apple-ID die wiederholte Passworteingabe.

PayPal hierzulande beliebter als Kreditkarten

Paypal hat in Deutschland 17 Millionen Nutzer, der Umsatzanteil im Onlinehandel liegt bei knapp 18 Prozent – das reicht nur für Rang drei, davor liegen Zahlung per Lastschrift (20 Prozent) und Zahlung auf Rechnng (30 Prozent). Weit abgeschlagen dagegen die Kreditkarte – sie erreicht gerade mal 12 Prozent (Zahlen laut EHI Online-Payment-Studie 2017).

Im E-Book-Sektor wird PayPal als Zahlungsoption von den meisten E-Stores außerhalb der Amazon-Welt angeboten, auch Nutzer der Tolino-Reader bzw. Tolino-Apps können neben Kreditkarte oder Lastschriftverfahren bereits via PayPal zahlen.

Neue E-Lese-App für Apple TV: iBooks StoryTime bringt Kinderbücher groß raus

apple-tv-mit-kinderbuch-app„Wenn du eine eins schreibst, darfst du eine Stunde fernsehen, wenn du aber eine sechs schreibst, musst du zur Strafe ein gutes Buch lesen“ — dieser Pädagogen-Witz klingt angesichts von Projekten wie „iBooks StoryTime“ plötzlich ganz schön antiquiert. Denn die neue App für Apple TV bringt nicht noch mehr Games, Videos oder Web-Gewimmel auf den heimischen Hauptbildschirm im Wohnzimmer, sondern ausgerechnet elektronische Kinderbücher für Kids im Vor- und Grundschulalter.

„Was gibt’s heute im TV?“ — „Bücher“

Anfang November startete bereits die US-Version, nun folgt das internationale Roll-Out. Die ab heute erhältliche deutsche Version bietet z.B. Kinderbuchklassiker von Pixi, etwa „Ritter Rodobert und der Yeti“, „Die fliegenden Unterhosen“ oder „Troll zwei…drei…vier“. Interessanterweise ist so ein „StoryTime“-Buch kein interaktives, hochanimiertes „Superbuch“, sondern (zumindest bisher) einfach nur die E-Book-Variante der illustrierten Papier-Version.

Vorlesefunktion lässt sich abschalten

Mit einer Ausnahme: es gibt da eine automatische Vorlese- und Umblätterfunktion. Diese können die hoffentlich immer anwesenden Erziehungsberechtigten aber zum Glück abschalten, und die Rezitation wie auch das Umblättern via Siri Remote selbst übernehmen. Notwendig zur Installation der für Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren empfohlenen App ist eine „Apple TV“-Box der vierten Generation und mindestens die Betriebssystem-Version tvOS 10.0.1.

Mit OS X Mavericks kommt iBooks auf den Mac-Desktop

Bei all den Gadget-Neuigkeiten der jüngsten Apple-Show ging eine Nachricht fast ein bisschen unter: die neueste Version von Mac OS X – Codename Mavericks – wird kostenlos unter die Leute gebracht, und das ermöglicht dem Mac-Besitzer, nun auch ohne Mehraufwand iBooks auf den Desktop zu bringen. Bisher gabs Apples E-Reader-App merkwürdigerweise nur für das mobile iOS – doch Apple führt ja bekanntlich beide Welten Schritt für Schritt zusammen: die Installation von Mac OS X umfasst jetzt von vornherein die E-Reader-Software mit integriertem iBook Store. Klickt man also in Zukunft auf dem Mac-Desktop ein epub an, wird es automatisch innerhalb von iBooks geöffnet, wobei auch der neue epub3-Standard unterstützt wird.

E-Bibliothek via Cloud synchronisiert

Beim ersten Öffnen fragt iBooks für den Desktop nach der Apple-ID – also den Account-Daten, mit denen man auch im iTunes-Store einkauft. In der Bibliotheksübersicht werden dann alle via iBooks mit anderen Geräten gekauften E-Books mit einem Cloud-Symbol angezeigt – per Mausklick kann man sie dann auf den Mac laden. Es sei denn, die maximale Anzahl von fünf aktivierbaren Geräten ist überschritten. Kann natürlich bei echten Apple Fanboys und -girls schon mal passieren (iPad, iPod Touch, iPhone, Mac Mini, MacBook, schwupp). Ähnlichen Ärger gibt’s ja auch im Kindle-Universum, vor allem, wenn man noch Kindle-Apps auf diversen Fremdgeräten nutzt.

iBooks öffnet mehrere E-Books gleichzeitig

Die Nutzung von iBooks für Schreibtischtäter unterscheidet sich abgesehen von der unterschiedlichen Bildschirm-Größe nicht von der mobilen Version – voreingestellt ist der Zweispalten-Satz, der Wechsel in den Einspalten-Modus ist problemlos möglich. Besonderer Vorteil dürfte sein: Auch mehrere Bücher können auf dem Desktop gleichzeitig nebeneinander geöffnet werden. Das Umblättern erfolgt mit einem Mausklick auf rechts und links eingeblendete Pfeilsymbole, oder via Keyboard mit den Richtungstasten. Sehr bequem funktionieren auch die erweiterten Textfunktionen – etwa Nachschlagen im Wörterbuch per Doppelklick auf ein einzelnes Wort, das Markieren bzw. Notizen anlegen durch das Highlighten von längeren Textabschnitten, oder das Facebooken und Twittern von Zitaten. Textexport per Copy-Paste in Richtung Word & Co. gibts ebenfalls, aber nur sehr eingesschränkt.

Apple holt ein Versäumnis nach…

Bei aller Freude über iBooks auf den Desktop sollte man eins aber nicht vergessen: Apple holt hier nach mehreren Jahren ein Versäumnis nach, das eigentlich eher unverständlich ist – schließlich war es niemand anderes als Steve Jobs persönlich, der in den 80er Jahren schon mal interaktive E-Books auf den Desktop gebracht hatte, u.a. durch die Kooperation mit Oxford University Press, und sich dafür mächtig auf die Schultern klopfte („Erste echte Innovation der Buchbranche seit Gutenberg“ etc.). Aber gut, Desktops selbst sind natürlich auch nicht mehr wirklich innovativ – dass iPhone und iPad die Nase vorn hatten, entbehrt letztlich auch nicht einer gewissen Logik…

(Tipp: Eine ausführliche iBooks-(P)Review hat Liz Castro auf pigsgourdsandwikis.com gepostet…)

Mac OS X Mavericks bringt iBooks bald auch auf den Desktop

Der Mac-Desktop bekommt ein neues Betriebssystem verpasst – und zu den neuen Features von OS X „Mavericks“ gehört die E-Reader-App iBooks. Das wurde am Montag auf Apples jährlicher Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco bekanntgegeben. Ab Herbst 2013 können Apple-Fanboys und -girls also ihre im iBookStore gekaufte Lektüre nicht nur auf iPhone und iPad, sondern auch direkt am Bildschirm von Desktop oder Laptop lesen. Außerdem haben Sie so natürlich auch direkten Zugang zum iBookStore, der Apple zufolge mittlerweile mehr als 1,8 Millionen Titel enthält.

Der Schritt erscheint logisch: Ohnehin hat Apple die Unterschiede zwischen mobilem iOS und dem klassischem MacOS-Desktop im Verlaufe der letzten Versionen immer mehr eingeebnet. Absurderweise konnte man mit Apples Editor namens „iBooks Author“ auf dem Desktop zwar E-Books erstellen, die reguläre Lektüre musste jedoch auf Mobilgeräten stattfinden. Andere Anbieter waren Apple da deutlich voraus – Amazon etwa hat sein App-Universum von Anfang an konsequent für so viele Plattformen wie möglich bereitgestellt, darunter auch für Windows- und Mac-Desktop.

Für die Lektüre zu Unterhaltungszwecken mag der PC-Bildschirm zwar weniger geeignet erscheinen, doch gerade wenn es um den Bereich Schule und Universität geht, könnte iBooks für Mac OS X durchaus Sinn machen. Viele Sach- und Lehrbücher werden schließlich nicht nur mobil, sondern auch stationär gelesen, was wissenschaftliches Arbeiten erleichtert. Nicht vergessen sollte man auch: zu den ersten E-Books auf einem PC-Desktop überhaupt gehörte Ende der 1980er Jahre eine Shakespeare-Gesamtausgabe. Möglich machte das ein Deal zwischen Oxford University Press und Steve Jobs damaligem Startup NeXT.

(via GigaOM)

Abb.: flickr/samratm (cc)

Illegale Preisabsprachen bei E-Books: US-Regierung verklagt Apple & Verlage

Rosige Zeiten für Verschwörungstheoretiker? In den USA ist das Wort „conspiracy“ mal wieder in aller Munde. Doch diesmal stehen nicht Regierungsbehörden unter Verdacht, sondern Apple und zahlreiche Big Names der Buchbranche. Bei der „Verschwörung“ geht’s in diesem Fall aber eher um eine unerlaubte Preisabsprache. Haben Steve Jobs und die Chefs von Macmillan, HarperCollins, Simon&Schuster und Co. vor zwei Jahren – also kurz vor dem Start von iPad plus iBooks – geheime Verabredungen getroffen, um die E-Book-Preise künstlich hoch zu halten? Generalstaatsanwalt Eric Holder scheint jedenfalls davon auszugehen: „As a result of this alleged conspiracy, we believe that consumers paid millions of dollars more for some of the most popular titles“, heißt es in einer offiziellen Verlautbarung. Wie immer bei Kartellbildungen leiden am Ende die Verbraucher – in diesem Fall die Leser.

Amazon versus Apple, „Agency“ versus „Wholesale“

Tatsächlich hatte Apple damals kurz vor dem Tablet-Launch mit einer aggressiven Strategie die großen Verlage ins Boot geholt, um mit Amazons Kindle-Imperium konkurrieren zu können – das Unternehmen überließ den jeweiligen Anbietern die Preisfindung, wenn sie im Gegenzug pro E-Book-Verkauf eine Provision von 30 Prozent garantierten. Dieses Vertriebsmodell wurde unter dem Namen „Agency“-Modell bekannt. Amazon reizte dagegen bis dahin das in den USA bei Büchern durchaus übliche „Wholesale“-Modell aus. Sprich: Der Online-Riese bestimmte den Preis von E-Books selbst, was in diesem Fall bedeutete: möglichst niedrig. Tatsächlich trugen elektronische Bestseller für 9,99 Dollar entscheidend dazu bei, den Kindle-Reader in wenigen Jahren zur erfolgreichsten Leseplattform zu machen. Dabei griff Amazon sogar tief in die Tasche, denn entstehende Verluste der Verlage gegenüber dem normalen Verkaufspreis wurden erstattet.

Steve Jobs und die Strategie des Round-House-Kicks

Doch mit Apples großem E-Book-Deal war dieses Modell Geschichte – denn zu den Bedingungen der iPad-Erfinder gehörte, dass die Verlage ihre E-Books bei anderen Portalen nicht günstiger anbieten durften als im iBook-Store. Steve Jobs sprach seinem Biografen Walter Isaacson zufolge in diesem Zusammenhang von einem „Aikido-Move“. Doch von der Wirkung her war es wohl eher ein Roundhouse-Kick im Stil von Chuck Norris. Und zwar einer, der am Ende das ganze Gebäude zum Einsturz bringen könnte. Denn die Anti-Trust-Gesetzgebung der USA stützt das Recht von Online-Portale, den Preis angebotener Waren selbst bestimmen zu dürfen. In Deutschland ist das grundsätzlich auch so. Ausgerechnet bei Büchern allerdings wird der freie Wettbewerb per Gesetz ausgehebelt. Das nennt sich bekanntlich Buchpreisbindung. In diesem Fall reicht die Branchen-Verschwörung bis in das 19. Jahrhundert zurück. Eingeschränkt war sie nur einmal – als Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg von Uncle Sam & Co. regiert wurde.

Abb.: Flickr/Donkey Hotey

Requiem für DRM: iBooks-Kopierschutz „FairPlay“ erstmals gehackt

Eigentlich könnte alles so schön sein: Apples iBook-Store unterstützt den Branchen-Standard epub. Doch davon hat der Endanwender nicht viel. Denn Apples DRM-Technologie „FairPlay“ hält gerade nicht, was der Name verspricht – die E-Books lassen sich im Lieferzustand nur auf iPhone, iPod Touch oder iPad lesen. Doch ein Hacker namens „Brahms“ hat das nun geändert. Mit der neuesten Version seines DRM-Entferners „Requiem“ kann man nicht nur bei iTunes heruntergeladene Musik- und Videodateien befreien, sondern auch E-Books aus dem iBook-Store. Forenberichten zufolge funktioniert Requiem 3.3 nicht nur unter Mac OS X, sondern auch auf Windows-Oberflächen, die eine iTunes-Installation enthalten.

iBooks-Kopierschutz hat keine zwei Jahre überlebt

Anders als bei Kindle-Books hat der DRM-Schutz für das 2010 gestartete iBooks immerhin fast zwei überlebt. Den ersten Hack für Amazons kopiergeschütztes mobipocket-Format gab es bereits wenige Monate nach dem Launch des Kindle 1. Doch letztlich ist Digital Rights Management eben immer nur ein Wettlauf mit der Zeit. Ganz so bequem wie Kindle-Besitzer haben es iPhone- oder iPad-Leser allerdings noch nicht – entsprechende Plugins für Calibre dürften noch etwas auf sich warten lassen. Immerhin kann man nun aber die iBooks-Bibliothek nach der Installation von Requiem extern sichern und vor allen Dingen auch auf E-Ink-Readern lesen. Wobei man auf jeden Fall wissen muss: Justiziabel ist das Cracken auf dem heimischen Rechner zwar nicht, trotzdem handelt es sich um einen Verstoß gegen die iTunes-AGBs.

Das digitale Wettrüsten geht weiter

Fraglich ist natürlich, wie lange der aktuelle Requiem-Hack für iBooks-Titel noch funktioniert. Denn auch bisher schon hat Apple auf DRM-Entfernungsprogramme prompt reagiert und iTunes-Updates herausgebracht, die den Kopierschutz wieder wirksam machten. Mittelfristig ist das aber kein Grund für einen Abgesang auf Requiem & Co. – eher dürfte Digital Rights Management irgendwann einmal das Stündchen schlagen. Denn auch die Hacker-Szene reagiert natürlich auf solche taktischen Spielchen, und bringt alsbald die nächste Cracker-Version heraus. Ein Grund mehr für die Unterhaltungsindustrie, auf hartes DRM zu verzichten – denn mit dem digitalem Wasserzeichen etwa könnte man sich solch ein Wettrüsten komplett ersparen.

(via Digital Reader & cydiablog)

„Reif für die digitale Zerstörung“: Was bringt Apples großer Schulbuch-Coup?

Aller Augen warten auf Apple – wird am 19. Januar im New Yorker Guggenheim-Museum das nächste große Ding präsentiert? Soviel scheint klar: im Mittelpunkt des Events steht Technologie für den Bildungssektor, genauer gesagt, für elektronische Schulbücher. Dabei handele es sich um eine „acht Milliarden-Dollar-Industrie, reif für die digitale Zerstörung“, hatte der späte Steve Jobs seinem Biografen Walter Isaacson noch in die Kladde diktiert. Glaubt man dem Alpha-Geek-Blog Ars Technica, kündigt Apple nichts weniger als das „Garage Band“ für interaktive E-Books an. Verlage wie auch Autoren wünschen sich schon lange ein einfach zu bedienendes Tool, um aus verschiedenen medialen Elementen E-Books mit enhanced-Charakter zusammenzusetzen. Nicht nur die Tablet-Klassen an us-amerikanischen Schulen könnten von Apples Vorstoß profitieren.

Dem Vernehmen nach soll die neue App das bisherige iBooks zu einer Self-Publishing-Plattform erweitern. Ähnlich wie bei Amazons Kindle Direkt Publishing-Programm könnte damit also neu geschaffener Content reibungslos auf iPad und iPhone gebracht werden. Dabei wird Apple wohl auf den neuen E-Book-Standard epub 3 setzen, der die Einbindung von Multimedia-Inhalten ermöglicht. Wie schon bisher dürfte Apple dabei nicht als Content-Produzent auftreten, sondern nur als Vermittler. „Practically speaking, Apple does not want to get into the content publishing business,“ zitiert Ars Technica den Brancheninsider Matt MacInnis. „Like the music and movie industries, Apple has instead built a distribution platform as well as hardware to consume it—but Apple isn’t a record label or production studio.“

Viele Beobachter erwarten zudem, dass Apple ein besonderes Gewicht auf die soziale Interaktion im Klassenzimmer legen wird. Von der Laptopklasse direkt zur Tablet- und Smartphone-Klasse, in der Social Media-Streams das Oktavheft ersetzen? Die Zeit für das gedruckte Schulbuch des Gutenberg-Zeitalters scheint jedenfalls unweigerlich abzulaufen. „Die Google-Galaxis schreddert alle starrten Textblöcke“, glaubt auch der deutsche Literaturwissenschaftler und IT-Experte Martin Lindner. „Ein Buch ist in der Google-Ära nichts Festes mehr: eher so etwas wie eine vorübergehende Ballung von flüssigem Wissenstoff.“ Als Grundausrüstung für die Schule von heute empfiehlt der Unternehmensberater neben iPad und iPhone digitale Stifte wie den Life-Scribe sowie E-Book-Reader. „Zusammen kostet das noch rund 400 Euro pro SchülerIn und Jahr. Dafür spart man sich: Fotokopien, Bücher, Beamer, Computerräume“.

Die Schulbuchverlage werden wohl oder übel auf diesen Trend aufspringen müssen. Denn wenn sie nichts zu bieten haben außer digitalen Kopien ihrer bisherigen Schmöker (und Schultrojanern, die den Schulserver danach durchstöbern), ist ihre bisherige Marktposition kaum zu halten. Zu den Hauptkonkurrenten dürften in Zukunft ausgerechnet die Kunden selbst werden – wird nämlich das „Garage Band“ für E-Books zum neuen Standard, können Schüler, Eltern und Lehrer die Produktion der Unterrichtsmaterialien am Ende notfalls auch selbst in die Hand nehmen.

Abb.: flickr / =_RoBeR_=

Vorfahrt für iBooks: E-Book-Apps für iPad & iPhone bald vor dem Aus?

apple-in-app-shopping-e-book-appsApple nutzt seine Gatekeeper-Funktion auf iPad & iPhone immer stärker aus – das bekommen nun auch Anbieter von E-Book-Apps zu spüren. Bisher gab es eine Alternative zum sogenannten In-App-Shopping, bei dem 30 Prozent des Umsatzes an Apple fließen – Anbieter wie Amazon oder Barnes&Noble konnten Käufer auf ihre Website weiterleiten. Ganz ähnlich lief es auch für die Zeitungsleser, die ein Digi-Abo kaufen wollten. Das war für die Nutzer zwar nicht so attraktiv wie In-App-Shopping, dafür musste keine Provision an Apple gezahlt werden. Doch damit ist wohl bald Schluss…

Von iTunes lernen heißt siegen lernen

Apple, so scheint es, macht keine halben Sachen. Kaum zehn Jahre nach dem Start von iPod plus iTunes beherrscht das Unternehmen zwei Drittel des digitalen Musikmarktes der USA. Mit der Kombination von iPad plus iBooks versucht Apple nun, den Markt für E-Books aufzurollen. Als das Unternehmen Mitte 2010 parallel zur Tablet-Premiere mit iBooks seine eigene E-Buchhandlung an den Start brachte, erwarteten viele Branchen-Insider schon das sofortige Ende unabhängiger E-Book-Apps. Zunächst einmal passierte allerdings genau das Gegenteil: mit Kindle-App, B&N-App und Kobo-App war plötzlich die gesamte Konkurrenz auf dem iPad präsent. Auch in Deutschland gibt es mit iPad-Apps wie etwa textunes gut gemachte Alternativen zu iBooks.

Ab 1.Juli 2011 gibt’s nur noch In-App-Shopping

Viele dieser Apps leiten den Kunden zum Kaufen von E-Books ganz einfach auf ihre Website um – doch diese Lücke im System wird nun sich schließen: Im Herbst 2010 wurde den Geschäftspartnern angekündigt, man werde neue Apps nur noch zulassen, wenn sie sich komplett auf In-App-Shopping beschränken. Für bereits existierende Anwendungen gibt es eine Übergangsfrist: “To ensure your app remains on the App Store, please submit an update that uses the In App Purchase API for purchasing content, by June 30, 2011″, teilte Apple den Anbietern mit. Mit anderen Worten: ab 1. Juli muss die Konkurrenz 30 Prozent ihrer In-App-Umsätze mit Apple teilen, oder ganz auf die Nutzung des App Stores verzichten. Vielleicht ja zugunsten des frei zugänglichen Android-Marketplace – denn mit einer wachsenden Zahl von Android-Tablets & Smartphones dürfte für Content-Anbieter auch die Attraktivität des mobilen Google-Betriebssystems zunehmen.

(via teleread.org & mondaynote)

taz als App, die Zweite: Alternative Tageszeitung startet erneut Einzelverkauf auf iPhone & iPad

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Digitales Comeback für die taz: seit heute gibt’s für iPhone- und iPad-Nutzer die alternative Tageszeitung wieder im Einzelverkauf. Unter dem Namen „itaz“ wird in Zusammenarbeit mit textunes eine eigene epub-App angeboten. Ein erster Anlauf über iBooks war bereits im Sommer 2010 gestartet – doch wegen technischer Probleme zogen die tazzler nach einer Woche entnervt den Stecker. Die itaz-App kann im App Store kostenlos heruntergeladen werden, aktuelle Ausgaben lassen sich per In-App-Shopping für 79 Cent erwerben.

Weniger tazzen am Kiosk, mehr tazzen im App Store?

Die Bad News zuerst: Tageszeitungen auf Papier verkaufen sich am Kiosk immer schlechter. Das gilt leider auch für die taz. Im Einzelverkauf muss das alternative Blatt Verluste von 25 Prozent verbuchen, so die gerade veröffentlichte IVW-Statistik für das 3. Quartal 2010. Da ist es natürlich eine gute Nachricht, dass iPhone- und iPad-Nutzer die taz jetzt wieder täglich per In-App-Shopping bekommen können. Wie bei dem Versuch, die taz über Apples iBook-Store zu vertreiben, setzen die tazzler auch diesmal auf das epub-Format. Nutzer bekommen damit die komplette Print-Ausgabe in einer konvertierten Version auf das Display. Der iBooks-Version war im Sommer 2010 nur eine kurze Existenz gegönnt. Nach nur drei Wochen stellte die taz den Einzelverkauf in Apples iPad-Buchhandlung wieder ein. Grund waren technische Probleme mit der täglichen Aktualisierung der iPad-Ausgabe – und die Weigerung von Apple, bei der Lösung behilflich zu sein.

epub hat Grenzen: Multimedia kennt die itaz nicht

Mit textunes als Kooperationspartner sorgt nun erneut ein E-Book-Produzent für die taz auf dem Touch-Screen. Doch diesmal war das wohl eindeutig die richtige Wahl – die „itaz“ ist ähnlich gut gemacht wie die normalen E-Book-Apps des auf iPhone- und iPad-Versionen spezialisierten Startups aus Berlin-Kreuzberg. Das Look&Feel auf dem iPhone etwa erinnert jetzt stärker an die Apps der Süddeutschen Zeitung oder der Welt. Mit einem Unterschied natürlich: die itaz kann nicht mit Content glänzen, der von einer eigenen Multimedia-Redaktion aufbereitet wird. Das lange und unübersichtliche Menü folgt den normalen Rubriken, nicht Kategorien wie „Politik“, „Medien“ oder „Digital“. Bilder fehlen fast vollständig – auch in den Artikeln, abgesehen vom Tom-Comic und der einen oder anderen Karrikatur auf der Meinungsseite. Bei der Orientierung helfen vor allem Faksimiles der einzelnen Seiten, die man durchblättern kann. Die Auflösung ist allerdings so niedrig, dass es wirklich nur für einen Überblick reicht.

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Spagat zwischen Print-Layout und Touch-Screen-Display

Gerade für die iPad-Version könnte man den Spagat zwischen dem Layout der Printausgabe und der Darstellung auf dem Display anders lösen – wie etwa die App der französischen Tageszeitung „Le Monde“ zeigt, mit der sich ebenfalls einzelne Ausgaben shoppen lassen. Bei „Le Monde“ kann man sich in die gedruckte Seite komfortabel einzoomen, auf Wunsch aber auch bei jedem Artikel direkt in die reine Textansicht wechseln. Dafür muss man dann allerdings etwas längere Download-Zeiten in Kauf nehmen – die taz ist dagegen im WLAN in wenigen Sekunden heruntergeladen. Die taz hat aber wohl vor allem aus Kostengründen auf alle erweiterten Features verzichten müssen. Ohnehin leistet sich das von einer Genossenschaft getragene Blatt bisher auch nur eine sehr schmal besetzte Online-Redaktion.

Auf Dauer ist das Digi-Abo günstiger als die itaz-App

Strategisch dürfte das wohl eher unklug sein. Denn mittlerweile sind andere Zeitungen schon weiter, auch in Deutschland. Zuletzt hat etwa die iPad-App der Frankfurter Rundschau gezeigt, welche Möglichkeiten sich für ein E-Newspaper auf dem multimedialen Tablet bieten. Für viele taz-Abonnenten hat sich übrigens trotz neuer App nichts geändert. Denn schon seit Sommer 2009 gibt es im Rahmen des “Digi-Abos” eine elektronische Ausgabe der taz im epub-Format, die man auf E-Readern und via Stanza auch auf dem iPhone und nun auch auf dem iPad lesen kann. Mehr als 1800 zahlende Abonnenten soll es mittlerweile geben. Wer sich solchermaßen regelmäßig in die taz vertiefet, fährt dabei auch deutlich günstiger als mit der itaz-App – das Digi-Abo kostet nämlich nur 10 Euro pro Monat.

„Removed from sale“: taz stoppt Einzelverkauf im iBook-Store

keine taz auf dem ipad.jpgNach nur drei Wochen stellt die taz den Einzelverkauf im iBook-Store wieder ein. Grund sind technische Probleme mit der täglichen Aktualisierung der iPad-Ausgabe – und die Weigerung von Apple, bei der Lösung behilflich zu sein. Um die taz als E-Paper auf Apple-Geräten zu lesen, braucht man nun wieder ein reguläres Digi-Abo, das ab zehn Euro pro Monat zu haben ist. Davon profitieren übrigens auch Kindle- und Blackberry-Nutzer: denn die taz gibt’s jetzt zusätzlich im mobi-Format.

Mit der taz verliert iBooks den Bestseller Nummer eins

„Die taz ist nicht für jeden“, hieß es mal in einem viralen Marketing-Clip – in diesem Fall waren Bildzeitungs-Leser gemeint. Doch nicht nur für Männer in Feinripp scheint das in der Berliner Rudi-Dutschke-Strasse produzierte Blatt ein rotes Tuch zu sein. Auch iPad-Buchhändler Steve Jobs passt die alternative Tageszeitung nicht ins Programm. Das Unternehmen Apple verweigerte der taz von Anfang an die Unterstützung bei der Lösung technischer Probleme. Schließlich zog das Blatt die Notbremse – der Einzelverkauf wurde gestoppt. Mit dem Aus für die epub-Ausgabe im iBook-Store ist der Versuch, das digitale Bücherregal mit journalistischem Content zu bereichern, nach nur drei Wochen gescheitert. Vom 7. Juni an konnten deutsche Leser die Zeitung mit der Tatze auf dem Titelblatt für 99 Cent auf das iPad laden. Die Nachfrage war groß. Innerhalb kürzerster Zeit avancierte die taz zur Nummer Eins in den iBook-Charts. Gerade dort, wo die taz nur schwer am Kiosk zu bekommen ist oder die Postzustellung lange auf sich warten lässt, stieß die epub-Version für das iPad auf großes Interesse. In der letzten Woche wurden mehr als 800 Exemplare verkauft.

iBooks ist kein Online-Kiosk: die tägliche Aktualisierung von epubs macht Probleme

Die technische Anpassung des iBook-Stores an den Verkauf einer täglich erscheinenden Publikation bereitete allerdings von Anfang Probleme. „Es dauerte stets mehrere Tage, bis eine hochgeladene Ausgabe in den virtuellen Bücherregalen gelandet war“, so Matthias Bröckers im taz-Hausblog. „Da wir von Apple keine Hilfesstellung für dieses Problem bekamen griffen wir zur Selbsthilfe: wir aktualisierten einfach den Inhalt der schon im Verkauf befindlichen Ausgabe, denn dieses Update ließ sich ohne Zeitverzögerung durchführen.“ Damit handelte man sich allerdings neues Ungemach ein. Tag für Tag firmierte die jeweils neueste Ausgabe unter dem Datum 7. Juni – was viele potentielle Käufer verwirrte. Dieses Problem konnten die tazzler mit einem Wasserzeichen auf dem Cover umgehen, dass das aktuelle Datum anzeigte. Für ein weiteres Problem gab es leider kein Workaround: „Man konnte die taz fortan nur einmal für 99 Cent kaufen, danach war ein Laden nicht mehr möglich da das System davon ausging, dass man dieses ‚Buch‘ schon hat“, so Matthias Bröckers.“

Das E-Paper im Einzelverkauf kommt wieder – auf der taz-Homepage und anderen Plattformen

Den direktesten Weg auf auf iPhone und iPad ist die taz bisher nicht gegangen, denn es gibt keine taz-App. Andere deutsche Zeitungen, insbesondere die Springer-Blätter wie Welt oder BILD, sind dagegen schon seit letzem Jahr im App Store präsent. Auch Qualitätsblätter wie etwa die Süddeutsche Zeitung haben sich bereits vor einiger Zeit auf die Touch-Screens von Apple-Gadgets vorgewagt. Um den Einzelverkauf geht es dabei jedoch nicht – im „In-App-Shopping“ werden jeweils nur Monatsabos angeboten. Die taz dagegen scheint den virtuellen Sponti-Kiosk auf Tablets und Smartphones noch längst nicht aufgegeben zu haben: „Noch in diesem Sommer wird auch der Kauf digitaler Einzelausgaben wieder möglich werden – auf der Website der taz und auf allen anderen möglichen Plattformen“, verspricht nämlich der taz-Hausblog. Zu diesen möglichen Plattformen könnte das WeTab von Neofonie gehören – dessen Marktstart ist zumindest bis zum kalendarischen Sommerende im September zu erwarten. Nicht umsonst setzen vor allem Zeitungen und Zeitschriften ihre Hoffnungen auf die neue Generation Android-basierter Geräte – denn eine Presse-Zensur durch Gatekeeper wie Steve Jobs findet dort nicht statt.