BBC feiert 30 Jahre „Per Anhalter durch die Galaxis“ – mit browserbasiertem Text-Adventure

Wow, was für ein Jubiläum: die BBC feiert gerade 30 Jahre „Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ – und dabei geht’s nicht um das Hörspiel (das gab’s schon 1978), auch nicht um das Buch (das gab’s schon 1979), sondern um die Text-Adventure-Version. Die wurde nämlich im Jahr 1984 herausgebracht, als Koproduktion zwischen Serien-Autor Douglas Adams selbst und dem Infocom-Programmierer Steve Meretzky. Auch die interaktive Version der herrlich ironischen Sci-Fi-Saga wurde damals schnell zum Bestseller – mehr als 350.000 mal verkaufte sich die Software für Apple II, Commodore 64 oder DOS-PC.

Auf der Website des BBC-Senders Radio 4 konnte man via flashbasierter Browser-Version schon zum 20. Geburtstag per Anhalter durch die Galaxis reisen, was der Website ein kurzfristiges Traffic-Wachstum von 1000 Prozent bescherte. Zum 30. Anniversary wurde nun erneut eine browserbasierte Adventure-Version gestartet, zeitgemäß im HTML 5-Standard, inklusive neuer Grafiken, Soundeffekte und Social Media-Features. Manche Eigenheiten sind funktional, aber gewöhnungsbedürftig, etwa, dass das Spiel situationsabhängig selbst twittert, unabhängig vom Spieler. Reine Nice-to-haves sind dagegen Sondertastenbelegungen für den Altarianischen Dollar und andere fiktive Währungen. Doch letztlich ist es immer noch die textbasierte Interaktion mit dem Computer, die den besonderen Charme des „Hitchhiker’s Guide“ ausmacht – und in jeder Szene absurder wird.

Schon der Einstieg ist klassisch: als Held der Geschichte – Arthur Dent – wacht man verkatert in einem stockfinsteren Raum auf. Bittet man um ein „Inventory“, erhält man die Auskunft: „You have: a splitting headache, no tea“. Geht man im Raum herum, etwa auf der Suche nach der Tür, prallt man unvermeidlich gegen die Wand und bekommt noch mehr Kopfschmerzen. Natürlich kann man sich auch ganz einfach wieder ins Bett legen und noch ein bisschen dösen. Hmmm, aber war da nicht irgenwas mit Bauarbeiten? Genau. Plötzlich wird man von Baggern aufgeweckt, die das Haus abreißen, um Platz für eine Umgehungsstrasse zu schaffen. Ihnen folgt kurz darauf die vogonische Bauflotte und sprengt den ganzen Planeten weg, um Platz für die Hyperraum-Umgehungsstraße zu schaffen. Game Over. Dafür gibt’s jedoch den netten Hinweis: „Next time, try turning on the light“.

Browser statt App-Store: Kobo kündigt E-Reader-App in HTML 5 an

Als Antwort auf Apples rigide App-Store-Politik steigen immer mehr Content-Anbieter auf browserbasierte Apps um. So auch Kobo: der kanadische E-Book-Händler will nun eine E-Reader-App im neuen Web-Standard HTML 5 starten, der auch die Darstellung von Multimedia-Elementen wie Video oder Audio ermöglicht. „Kobo is dedicated to an open-platform experience and believes that consumers should have the freedom to read on any device, at anytime, anyplace in the world“, so eine aktuelle Pressemitteilung.

E-Books im Browser offline lesen

Passenderweise ist das offizielle Logo für HTML 5 ein Wappenschild mit einer großen Fünf. Denn der neue Web-Standard könnte sich als wirksamste Defensiv-Maßnahme gegen Apples Gatekeeper-Allüren erweisen. Doch es geht für die iBooks-Konkurrenz nicht nur darum, bei E-Book-Verkäufen die via iTunes anfallende 30-Prozent-Provision zu umgehen. Vorteil der HTML 5-Strategie ist auch, das die Inhalte unabhängig von der jeweiligen Softwareplattform auf allen Geräten angezeigt werden können. Da HTML-5-Anwendungen das lokale Zwischenspeichern von Daten ermöglichen, könnte man die Kobo-Browser-App zudem sogar offline nutzen. Speziell auf iPhone und iPad hat HTML 5 natürlich noch einen weiteren Vorteil: Browser-Anwendungen kommen ohne Adobe Flash aus, das Apple angeblich aus Kompabilitätsgründen von seinen Geräten verbannt hat.

Kobo bleibt aber auch im App-Store präsent

Neben Buchhändlern entdecken nun auch Zeitungsverlage die erweiterten Möglichkeiten der Browser-Lektüre – die Financial Times etwa gibt’s für iPhone und iPad sogar exklusiv nur als HTML 5-Abo. Kobo dagegen will offenbar auf die konventionelle App im App Store nicht verzichten: „Kobo’s HTML5 app will not replace the company’s existing apps, but extend its read-across-any-device strategy“, so das Unternehmen. Eine deutschsprachige Kobo-App war erst vor wenigen Wochen gelauncht worden – inklusive Store-Link. In der zu Beginn dieser Woche aktualisierten Fassung wurde der direkte Link entfernt.

(via Teleread)