Flexible Reaktion auf die Zeitungskrise: Hearst setzt auf E-Reader mit 11,5-Zoll-Display

Hearst E-Reader Skiff UMTS WLAN Touch Screen.gif„Think big“ lautet das Motto bei Hearst: mit dem „Skiff“ präsentiert der amerikanische Zeitungskonzern einen E-Reader mit flexiblem 11-Zoll-Display. Das UMTS- und WLAN-fähige Gadget soll den Lesern der finanziell klammen US-Blätter offenbar ein E-Paper-Abo schmackhaft machen. Zum ersten Mal ist der Skiff diese Woche auf der CES (Las Vegas) zu sehen.

E-Paper wird flexibel – und garantiert echtes „Zeitungs-Feeling“


Dieser E-Reader dürfte die Herzen von Blattmachern höher schlagen lassen: der „Skiff“ eignet sich mit seinem 11,5 Zoll-Display und einer Auflösung von 1200×1600 Pixeln hervorragend für die Darstellung einer Zeitungsseite. Zum Vergleich: der Kindle DX bietet fast 2 Zoll weniger. TouchScreen-Funktionalität und WLAN/UMTS-Fähigkeit bringt der Skiff auch mit. Außerdem handelt es sich um den bisher flachsten und biegsamsten Reader auf dem Markt – denn das von LG gelieferte E-Ink-Display nutzt statt Glas eine ebenso dünne wie flexible Stahlfolie als Unterlage. Kurz vor der Premiere des Gadgets auf der Consumer Electronics Show hat der Hersteller nun erstmals Produktfotos veröffentlicht. Sie zeigen nicht zufällig die Titelseite des San Francisco Chronicle – das Blatt gehört zum Medienkonzern Hearst, der federführend an der Entwicklung des Readers beteiligt war. Hearst hofft nämlich, seine insgesamt 15 überregionalen Tageszeitungen und 38 Wochenblätter in Zukunft verstärkt als E-Paper vertreiben zu können.

Eigentlich fehlt dem Skiff nur noch ein Feature: das Farb-Display


Hearst E-Reader Skiff WLAN Touch Screen.gif“Das große Display des Skiff-Readers erlaubt die Darstellung von Printmedien in völlig neuem Gewand“, so Skiff-Vorstandsvorsitzender Gilbert Fuchsberg. “Unser Ziel ist es, mit dieser besonderen Leseerfahrung sowohl Verbraucher, Verlage wie auch Anzeigenkunden zu überzeugen.“ Der Content für den Reader soll drahtlos über den Skiff Store bereitgestellt werden – einer Art digitalem Kiosk. Die Geräte selbst werden sowohl im Einzelhandel erhältlich sein wie auch online über Sprint.com. Über den Preisgestaltung gibt es bisher noch keine Informationen. Es ist aber anzunehmen, dass der Skiff in Verbindung mit E-Paper-Abos zu einem vergünstigten Preis angeboten wird. Die Vermarktung außerhalb solcher Package-Deals dürfte dagegen schwierig werden – denn die Konkurrenz ist groß. Bereits auf der CES wird der Skiff nur ein Gadget sein neben vielen anderen neuen E-Readern und Tablet-PCs. Vor allem letztere bringen ein wichtiges Feature mit, das dem Skiff noch fehlt: ein Farb-Display.

(via Silicon Alley Insider & WIRED)

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