Legimi erweitert Flatrate um Hörbücher, ab Herbst kostenloser E-Reader für Abonnenten

legimi-mit-hoerbuechern-und-gratis-readerSkoobe und Readfy kennen viele E-LeserInnen, die Legimi-App dagegen erst wenige — doch das könnte sich bald ändern: der deutsche Ableger des gleichnamigen polnischen Flatrate-Anbieters erweitert sein E-Book-Programm um 15.000 Hörbücher, und legt für Langzeit-Abonnenten (24 Monate) ab Herbst auch einen E-Reader zum symbolischen Preis von einem Euro oben drauf (möglicherweise handelt es sich dabei um das InkBook Prime, s.u.). Bevor es so richtig losgeht, rührt Legimi allerdings nochmal gegenüber den deutschen Verlagen kräftig die Werbetrommel — auch das E-Book-Angebot, derzeit bei 45.000 Titeln, soll ausgeweitet werden.

Zwischen Hörbuch und E-Book switchen

Was sicherlich auch eine gute Idee wäre: Den bisher größten Anteil im deutschen Legimi-Abonnement haben Verlage wie Perry Rhodan digital, Jazzybee, Kohlhammer, Emons, SAGA Egmont und Bastei Lübbe. Da geht also noch deutlich mehr (und zum Vergleich: Skoobe bietet mehr als 175.000 Titel an, Readfy mehr als 100.000 Titel). Als b2b-Dienstleister nutzt Legimi sowohl Libreka wie auch Bookwire. Größter Vorteil gegenüber der Konkurrenz bis dahin bleibt aber erstmal die Möglichkeit, in der aktuellen App komfortabel zwischen E-Book und Hörbuchversion eines Titels (soweit beide Versionen angeboten werden) hin- und herwechseln zu können.

Auch rabattierte E-Books im Einzelverkauf

Außerdem bietet Legimi.de den Flatrate-Abonennten schon jetzt mehr als 200.000 E-Books und Hörbücher zum Einzel-Kauf an, interessanterweise sowohl für die Nutzung auf Kindle wie auch auf Tolino- und ähnlichen Readern. Denn Legimi verkauft im Shop Multiformatdateien zum Preis einer einzigen Datei — man erhält die epub-, mobi- sowie PDF-Version, jeweils durch Wasserzeichen geschützt, also ohne hartes (Adobe-)DRM. Zudem profitieren die Abonnenten beim Einzelverkauf von attraktiven Rabatten: über ein Gutscheinsystem bekommt man bis zu 50 Prozent des Kaufpreises zurück (was in dieser Kombination nicht gegen die Buchpreisbindung verstößt, siehe die „Buchclub“-Ausnahme).

Zweijahres-Abo ab Herbst plus InkBook Prime?

Noch mehr sparen kann man dann wie gesagt ab Herbst — wenn es zusätzlich zum Zweijahres-Abo noch einen subventionierten E-Reader dazu gibt. Der Preis für das Gesamtpaket steht noch nicht fest, bisher kostet ein 12-Monatsabo 144 Euro. Auch zum Reader ist noch nichts bekannt, da die Legimi-Flatrate aber App-basiert ist und neben iOS auch für Android bereit steht, liegt jedoch eine Lösung nahe: das InkBook Prime des ebenfalls polnischen Anbieters Artatech. Auf diesem „offenen“ Android-Reader lässt sich ohne Probleme die Legimi-App installieren. Da das Gerät auch das Anhören von MP3s via Bluetooth-Kopfhörer unterstützt, könnte man mit dem InkBook Prime zudem sehr elegant die in der Flatrate enthaltenen Hörbücher nutzen.

Comixology Unlimited: Amazons Sprechblasen-Abteilung startet Flatrate-Abo

comixology-flatrateWer Comics gerne elektronisch auf Tablet oder Smartphone liest, kommt ab jetzt — zumindest in den USA — ungleich günstiger an die Lektüre: mit „Comixology Unlimited“ gibt’s nämlich eine neue Sprechblasen-Flatrate. Für nur 6 Dollar pro Monat liest man via Comixology-App ohne weitere Kosten u.a. die Starttitel populärer Serien wie „Walking Dead“, „Attack on Titan“ oder „Buffy the Vampire Slayer“.

Flatrate fördert Discoverability

Schon im letzten Sommer hatte es Gerüchte gegeben, Amazon würde eine solche Flatrate planen – da war dann offenbar doch was dran. Die Strategie der 2014 vom Online-Riesen aus Seattle übernommenen Comic-Plattform scheint auf jeden Fall klar zu sein: Comic-Fans sollen via Abo ermuntert werden, neue Serien bzw. neue Staffeln kennenzulernen, und später auch Fortsetzungen kaufen, die nicht Teil der Flatrate sind. Das dürfte auch im Interesse von Comic-Labels wie Image, Dark Horse Comics oder Fantagraphics sein, die dafür Content bereitstellen.

Marvels Superhelden nicht dabei

An Amazon kommt man auf dem amerikanischen Markt ohnehin nicht mehr so ganz vorbei, von den knapp 100 Millionen Dollar Umsatz, die Comics in den USA & Kanada jedes Jahr erzeugen, werden mehr als 90 Millionen via Amazon eingesammelt. Doch es gibt auch noch ein paar Player, die eigene Wege gehen. So fehlen bei „CU“ nicht zufällig Marvels Superhelden — denn der Hausverlag von Superman, Spiderman & Co. hat bereits eine eigene Flatrate gestartet. Trotzdem wird „CU“ wohl viele Freunde in der Comic-Gemeinde finden, zumal sich die Titel auch downloaden und offline lesen lassen.

(via Amazon Watchblog & Business Insider)

Oolipo, oder: E-Book-Erweiterung durch formale Zwänge

oolipo-ebook-streaming-made-by-bastei-luebbe„Das Youtube des Irgendwas“ oder das „Youtube für Dings“ wollten schon viele gründen. Jetzt ist auch mal Bastei Lübbe dran: das kürzlich vom börsennotierten Verlag aufgekaufte E-Book-Portal Beam soll zum „Youtube des Storytellings“ ausgebaut werden. Genauer gesagt, zu einer Streaming-Plattform, „die es Autoren und anderen Contentherstellern ermöglicht, multimedial Inhalte zu erstellen und so aufzubereiten, dass sie bei einer Zielgruppe landen, die Smartphones als primäre Inhalte-Konsumquelle nutzen“, so Colin Lovrinovic, Lübbes Head of International Digital Sales, gegenüber Buchreport. Oder in den Worten des Mission Statements auf oolipo.com: „Fiction, reimagined for mobile“.

Werkstatt für potentielle E-Literatur

Der für April 2016 international geplante Soft-Launch des Erzähl-Youtubes wird allerdings nicht unter dem Namen Beam stattfinden, sondern aus namensrechtlichen Gründen unter dem Label „Oolipo“. Gesprochen: „Uh-lie-poh“. Das wiederum ist kein beliebiger Gaga-Name wie Oyo & Co., sondern eine hochliterarische Anspielung (was aber in der Branche bezeichnenderweise bisher niemand gemerkt hat, Buchreport inklusive…). Unter dem Akronym „Oulipo“ („Ouvroir de littérature potentielle“, also etwa: Werkstatt für potentielle Literatur) versammelten sich seit den 1960er Jahren Avantgarde-Autoren wie Italo Calvino, Raymond Queneau oder Oskar Pastior, um mit „Spracherweiterungen durch formale Zwänge“ zu experimentieren. Zum Beispiel einen Roman ohne den Vokal „e“, Palindrom-Sonette oder ähnliches.

Know-How von Readfy, BookRix & Blue Sky Tech

Wobei die „Zwänge“ bei Oolipo natürlich technischer Natur sein werden, es soll um kurze Formate etwa mit Audio- und Videoinhalten gehen, Bastei-Lübbe-typisch auch in Serienform und so interaktiv wie möglich. Konsumiert werden die Inhalte auf Smartphone oder Tablet mit der Oolipo-App, die ebenfalls 2016 gelauncht wird. Wie ambitioniert das Vorhaben ist, sieht man auch schon an den jetzt bekannt gewordenen Personalia: neben Colin Lovrinovic als Head of Content wird das Joint Venture mit Ryan David Mullins als CPO den Mitgründer von Readfy an Bord haben, dazu Johannes Conrady (zuvor Bookrix) sowie als CEO Andrew Irvine vom Investor Blue Sky Tech Ventures, der 55% an Oolipo hält.

Ach ja, uuups, und was wird eigentlich aus Beam 1.0, wenn Beam zu Oolipo wird? Ganz einfach: aus dem o.a. formalen Zwang darf Beam auch in Zukunft Beam heißen, und bleibt laut Pressemitteilung unter diesem Namen ein „normales“ E-Book-Portal.

All you can read im Aufwind: Jeder zweite deutsche E-Leser nutzt Flatrate-Abos (laut GfK)

jeder-zweite-liest-mit-flatrateE-Book-Flatrates sind längst zum Millionenmarkt geworden: alleine im ersten Halbjahr 2015 gaben die Deutschen dafür 30 Millionen Euro aus – das meldet die GfK im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse. Im E-Book-Einzelverkauf wurden dagegen 95 Millionen Euro investiert, 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit betragen die Ausgaben der Konsumenten für „All-you-can-read“-Angebote immerhin bereits ein Drittel der normalen E-Book-Käufe.

Wer leiht, kauft deutlich weniger

Zu den E-Book-Konsumenten zählt die GfK mittlerweile 2,9 Millionen Deutsche ab 10 Jahren, zugleich beziehen aber auch bereits 1,4 Millionen Deutsche ihre Lektüre über digitale Abos, wobei hier Onleihe in Bibliotheken und monatliche Flatrate-Modelle zusammengerechnet wurden (einer aktuellen Bitkom-Umfrage zufolge nutzen 32 Prozent der E-Leser die Onleihe, 19 Prozent kommerzielle Flatrates). Die Nutzer dieser Modelle sind offenbar stark auf das Ausleihen fokussiert. Laut GfK kauften mehr als die Hälfte der Abonnenten in diesem Zeitraum keine Bücher mehr – weder gedruckte noch E-Books.

Männlich, mittelalt, gut gebildet

Abo-Leser sind im Unterschied zum sonstigen Buchmarkt etwas jünger und etwas männlicher als der Durchschnitt: 56 Prozent der Flatrate-Nutzer sind Männer im Alter zwischen 20 und 49 Jahren. Auch interessant: die Sparfüchse unter den Viellesern sollen überdurchnittlich gebildet, finanziell gut situiert und eher urban verortet sein. Basis der Analyse ist das GfK Media*Scope, eine kontinuierliche Befragung von ca. 25.000 deutschen Konsumenten zu ihren Einkäufen u.a. im Bereich Medien (Musik, Games, Kino, Video, Bücher).

Video-Flatrate toppt E-Books & Musik

Apropos Multimedia: insgesamt wurden für digitale Flatrates im ersten Halbjahr 2015 satte 200 Millionen Euro ausgegeben, E-Books werden also von anderen Säulen wie Musik und Video deutlich übertrumpft. Dabei ist Bewegtbild der größte Umsatztreiber: Knapp die Hälfte der Ausgaben entfällt hier auf den Bereich Video, am meisten profitieren davon große Anbieter wie Amazon, Netflix oder Maxdome.

Abb.: Tim RT (cc-by-2.0)

Auster dicht, Perlen weg: E-Lese-Flatrate von Oyster wird eingestellt, Google übernimmt

oyster-ebook-storeDas Leben des Buchhändlers ist ein langer, ruhiger Fluss, manchmal. Wenn’s um E-Book-Streaming geht, gleicht es aber eher dem Wildwasser-Rafting. Der Markt der „unbegrenzten“ Mietlektüre zum monatlichen Festpreis ist gerade in den USA heiß umkämpft, die Margen knapp. Nach nur zwei Jahren hat es jetzt Oyster erwischt. Der smarte All-you-can-read-Pionier stellt seinen Service ein, die bei den Nutzern beliebte Oyster-App wird in wenigen Monaten Geschichte sein.

In Grund und Boden gelesen

Schlecht geht’s derzeit bekanntlich auch dem E-Book-Abo von Scribd, besonders viel gelesene und viel gehörte Romance- und sonstige Titel sind aus dem Programm verschwunden. Für beide Anbieter ging die Kalkulation Flatrate-Preis kundenseitig kassieren und vollen Preis für jedes angelesene E-Book an die Content-Lieferanten ausschütten offenbar auf Dauer nicht auf.

The Winner is: A… Google

Zu den lachenden Dritten gehört nicht nur Amazons Kindle Unlimited, sondern auch Google: die Oyster-Gründer Andrew Brown und Willem Van Lancker, CEO Eric Stromberg sowie ein Teil des Teams wechseln zu Google Play Books. Was die Vermutung nahelegt, dass demnächst auch Google eine Lese-Flatrate starten könnte.

Flatrate-Markt in USA stagniert

Durchaus möglich, dass Google auch den Rest von Oyster gekauft hat (entsprechende Gerüchte über einen Käufer kursieren jedenfalls) und den ursprünglichen Laden komplett dicht macht. Ob ein neuer Service gegenüber Amazon Chancen hätte, bleibt abzuwarten: in den USA stagniert nach Jahren des Wachtums der Anteil der Flatrate-Abonnenten mittlerweile bei 15 Prozent der Buchkäufer.

Und was passiert in Deutschland?

Mehr Marktdynamik dürfte dagegen noch in Deutschland schlummern, wo Kindle Unlimited noch etwas später startete als die hiesigen First Mover Skoobe und Readfy. Amazons größter Konkurrent in spe hat die Karten ohnehin noch nicht auf den Tisch gelegt: wird die Tolino-Allianz nach Readern, Tablets und Self-Publishing-Portal auch Amazons Flatrate klonen? Möglicherweise auch nur noch eine Frage der Zeit…

(via The Digital Reader & Buchreport)

Scribd dezimiert Herzschmerz-Titel: Vielleser bedrohen Flatrate-Bilanz

scribd-von-viellesern-bedrohtNach zwei Jahren All-you-can-read kapituliert die US-Plattform Scribd gegenübern der Lektürewut von Viellesern: ein Großteil der besonders beliebten Herzschmerz-Romane wird aus dem Programm genommen. Smashwords-Gründer Mark Coker zufolge handelt es sich vor allem um teure und eher kurze Schmöker: „Based on what I’ve been able to glean, the lower the price and the higher the wordcount, the better the odds the book will remain“.

Scribd zahlt für jede Lektüre den Ladenpreis

Das macht Sinn, denn schließlich zahlt Scribd bisher den Rechteinhabern für jedes gelesene Buch den vollen Ladenpreis. Das rechnet sich aber nur, wenn die Zahl der durchschnittlich gelesenen E-Books pro Abonnent eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Insgesamt enthält die Scribd-Flatrate mehr als eine Million Titel, bei anderen Genres gibt es vergleichbare Probleme mit „Zuviellesern“ offenbar nicht.

Die populäre Self-Publishing-Plattform Smashwords gehört zu den wichtigsten Content-Lieferanten und ist deswegen ganz besonders vom Ende der Romanze zwischen Flatrate und Herzschmerz-Genre betroffen: „I estimate 80-90 percent of Smashwords romance and erotica titles will be dropped“, so der Smashwords-Gründer.

Premium-Angebot für Vielleser als Lösung?

Zwar äußert Coker Verständnis für die Entscheidung von Scribd, für eine ideale Lösung hält er den Romance-Rauswurf aber nicht. Sein Gegenvorschlag: eine Staffelung zwischen günstiger Basis- und teurerer Premium-Mitgliedschaft mit Zugang zu zusätzlichem Content, um den Lektürekonsum von Heavy Usern finanziell abfedern zu können. Keine schlechte Idee…

Caramba, noch ne Flatrate: 24symbols bietet mehr als 100.000 deutsche Titel

24-symbols-app-startet-in-deutschland„Nirgendwo sonst können Sie so viele Bücher für so wenig Geld genießen“, wirbt jetzt Mobilcom Debitel (MD) für die neueste deutsche E-Book-Flatrate, unterstützt vom spanischen Flatrate-Pionier 24symbols – das Unternehmen ist schon seit 2011 im Geschäft mit abonnierbarem Lesestoff. Der Preis ist tatsächlich heiß: Kunden des Mobilfunkanbieters MD können ihren Vertrag für nur 5,99 Euro pro Monat upgraden, und erhalten dafür über die 24symbols-App Zugang zu mehr als 100.000 deutschsprachigen Titeln, lesen lassen sich die elektronischen Bücher sowohl online wie offline.

Renommierte Verlage mit im Boot

Mit dabei sind hierzulande u.a. E-Books renommierter Verlage wie Bastei Lübbe, Gabal, Ueberreuter, Reclam oder Wagenbach. Das englisschprachige Angebot wird interessanterweise auch vom britischen Crowdpublishing-Verlag Unbound gestellt. Zielgruppe des neuen Angebots sind natürlich zunächst mal die knapp 9 Millionen deutschen MD-Telefonierer. Doch auch wer anderswo unter Vertrag ist, kann sich die 24symbols-App im App Store bzw. bei Google Play herunterladen. 5.000 Titel lassen sich ohnehin kostenlos lesen (mit Werbeinblendungen), das volle (werbefreie) Programm kostet für Nicht-Kunden von MD 8,99 Euro pro Monat.

Kampfpreis setzt Konkurrenz unter Druck

Auch das kann eindeutig als Kampfpreis gewertet werden. Das Abo ist damit nämlich genau einen Euro günstiger zu haben als bei der direkten E-Book-Konkurrenz von Kindle Unlimited oder Skoobe. Registrieren kann man sich für die neue Flatrate von 24symbols unter www.24symbols.com/subscriptions – die ersten 30 Tage liest man für lau. Die Qual der Wahl für Leser wird mit der neuen Buchstaben-Wundertüte noch ein bisschen größer, zählt man noch die werbefinanzierte App Readfy dazu, gibt’s jetzt schon vier große deutschsprachige Flatrate-Angebote, jedes mit anderen Lücken im Bestand.

„Das Amazon der nächsten 10 Jahre“: Oyster ergänzt Flatrate mit E-Book-Verkauf

oyster-ebook-storeDie Flatrate-App Oyster galt bisher als das Netflix für Bücher – nun nimmt das Unternehmen Kurs auf ein eher traditionelles Geschäftsfeld: den en-detail-Verkauf von Lesestoff. Via Website und App kann man seit dieser Woche bei Oysterbooks auch E-Books kaufen. Mit anderen Worten: Oyster ist jetzt eine Buchhandlung.

Oyster dealt mit den Big Five

„With our new ebook store, virtually any book you can think of is available on Oyster, including all new releases and pre-orders“, heißt es im Oyster-Blog – was man natürlich als dezenten Hinweis auf das Grundproblem aller Flatrates lesen darf. Denn man bekommt eben nie alle Bücher, sondern je nach den bestehenden Deals mit großen Verlagen immer nur einen Ausschnitt der auf dem freien Markt lieferbaren Lektüre.

Die kluge Auster möchte nun noch mehr Perlen verkaufen – und hat zu diesem Zweck den ganz großen Deal mit den „Big Five“ des US-Buchbusiness gemacht, u.a. mit HarperCollins, dort lobt man Oyster als „innovativen Player der Branche“. Ein Lob nicht ohne Hintergedanken. Wenn demnächst die Lieferverträge zwischen HarperCollins und Amazon neu ausgehandelt werden müssen, könnte die Kooperation mit Oyster der eigenen Position mehr Kawumm verleihen.

„Nächste Stufe der E-Books zünden“

Ähnlich egostark wird bei Oyster die Werbetrommel für das neue Vertriebsmodell gerührt. „Amazon hat den Weg für E-Books geebnet“, so Oyster-Kogründer Willem van Lancker gegenübrer Business Insider. „Wir möchten das Amazon der nächsten zehn Jahre sein. Unser Unternehmen soll für E-Books die nächste Stufe zünden.“

Tatsächlich geht Oyster ab wie eine Rakete, seitdem der Service 2013 von den Ex-Googlern Van Lancker und Andrew Brown sowie dem Ex-Ebayer Eric Stromberg gegründet wurde. Mittlerweile lesen die Nutzer der Oyster-App mehr als 100 Millionen Seiten pro Monat. Der neue Claim von Oyster klingt auch irgendwie nach Jeff Bezos: „You’ll never have to go anywhere else to get a book, because everything you’re looking for is on Oyster.“

Discoverability als Vorteil

Das eigene Angebot, so schallt es aus der PR-Abteilung der Flatrate-Molluske, sei auch viel benutzerfreundlicher organisiert, z.B. mit Best-of-Listen, Amazon dagegen biete dagegen eher die nüchterne Logistik eines großen Warenhauses.

Einen kleinen Haken hat die Sache natürlich trotz aller Discoverability-Optimierungen der Oyster-Macher: wenn man nicht nur Bücher, sondern Rasenmäher, Gummistiefel oder Windeln bestellen möchte, muss man eben doch „woanders“ hinsurfen. Und die meisten US-Kunden wissen natürlich genau, wo das ist. Bücher bekommt man „dort“ auch…

(via Business Insider)

„E-Book-Flatrates sind eine große Chance für Self-Publisher“ – Thorsten Simon (BoD) im Interview

thorsten-simon-bodQuo vadis, Self-Publishing – welche Fähigkeiten muss man mittlerweile als erfolgreicher Autor mitbringen? Wie wichtig ist Marketing? Welche Dienstleistungen überlässt man besser Profis? Diese und weitere Fragen stellen wir im Vorfeld des Self-Publishing Days 2015 den dort präsenten Ausstellern. Heute im Interview: Thorsten Simon, Pressesprecher von Books on Demand (BoD). Das in Norderstedt nahe Hamburg beheimatete Unternehmen ist europäischer Marktführer im Bereich der digitalen Buchpublikation, und zugleich auch Pionier im Bereich Self-Publishing-Services: schon seit Ende der Neunziger ist BoD im Bereich Print-On-Demand aktiv, seit 2006 ist das Portal bod.de online. Zu den Nutzern der umfangreichen Angebote rund um das Print- und E-Book-Publizieren gehören über 27.000 Autoren und mehr als 1.700 Verlage.

E-Book-News: Self-Publisher müssen viele Dinge beherrschen, die über das bloße Schreiben hinausgehen. Was sind die wichtigsten Qualifikationen, die man im Jahr 2015 mitbringen sollte?

Thorsten Simon: Der Spaß und die Leidenschaft am Schreiben und Veröffentlichen sollten im Vordergrund stehen. Self-Publishing ist darüber hinaus für viele Autoren mittlerweile weit mehr als ein leidenschaftliches Hobby. Bei der Erstellung, Gestaltung und Vermarktung ihrer Bücher gehen sie zunehmend professionell vor und nutzen die Unterstützung von Dienstleistern wie Lektoren oder Grafiker. Der Erfolg gibt ihnen Recht: In den Bestseller-Listen tauchen immer mehr selbstverlegte Titel auf. Wer als Self-Publisher auch in 2015 möglichst viele Leser begeistern möchte, sollte sich dieser Herausforderung bewusst sein und sie aktiv angehen.

Self-Publisher machen nicht alles selbst, sie brauchen bei manchen Dingen externen Sachverstand. In welchen Bereichen sind solche Dienstleistungen besonders wichtig?

Wir haben im vergangenen Jahr erneut eine große Self-Publishing-Studie durchgeführt und europaweit über 2.700 Autoren gefragt, wie sie bei der Bucherstellung vorgehen. Es hat sich gezeigt, dass bereits mehr als jeder dritte Self-Publisher auf die Hilfe von Dienstleistern zurückgreift – insbesondere beim Korrektorat, Lektorat und bei der Covergestaltung. Das sind auch die Leistungen, die wir Autoren unbedingt ans Herz legen, und bei denen wir auf Wunsch professionelle Unterstützung anbieten. Gern unterstützen wir daher auch Veranstaltungen wie den Self-Publishing-Day oder die Frankfurter Buchmesse mit Vorträgen oder Gesprächsrunden, um Tipps zu diesen Themen zu geben.

Mit der Produktion eines Buches ist es nicht getan, es muss sich ja auch verkaufen. Welche Rolle spielt das Marketing im Self-Publishing-Sektor?

Mit dem kreativen Schaffensprozess hört beim Self-Publishing die Eigenverantwortung des Autors für sein Werk nicht auf. Als Selbstverleger übernimmt er auch die Buchvermarktung. Entsprechend wichtig ist das Marketing beim Self-Publishing für den Bucherfolg. Die Professionalisierung der Self-Publisher bei der Bucherstellung wird auch bei der Vermarktung deutlich. Autoren investieren immer mehr Zeit und auch Geld, um ihr Buch zu bewerben. Für den Aufbau einer eigenen Leser-Community ist vor allem eine gute Visitenkarte im Netz wichtig. Das kann entweder eine eigene Website oder auch ein Blog sein, der zentraler Ankerpunkt für alle Marketingmaßnahmen ist.
Um sich als noch unbekannter Autor regional bei Leser und vor allem auch bei lokalen Buchhändlern eine Bekanntschaft aufzubauen, empfehlen sich Lesungen beispielsweise in Kooperation mit Buchhandlungen. In Verbindung mit einer gemeinsamen Pressearbeit und Werbung profitieren so beide Seiten – Händler und Autor – von der Veranstaltung.

Der klassische Buchhandel ist für viele Self-Publisher noch ein unentdecktes Land. Wie lässt sich das zukünftig ändern?

Präsenz im stationären Buchhandel ist ein zentrales Anliegen von Self-Publishern und nach wie vor eine große Herausforderung. Schließlich konkurrieren die Bücher in den Buchhandlungen um den begrenzten Raum und das Angebot an Titeln ist groß. Auch stehen Buchhändler selbstverlegten Titeln zum Teil noch skeptisch gegenüber. Da wir uns bei BoD als Partner von Autoren und des gesamten Buchmarkts verstehen, ist es unser Anliegen, Buchhändler und Self-Publisher näher zusammenzubringen. Mit Buchhandelskooperationen wie mit eBuch eröffnen wir neue Wege und unterstützen Self-Publisher beim Aufbau einer regionalen Bekanntheit. Schließlich bietet sich für den stationären Buchhandel dank der zunehmenden Professionalisierung bei Self-Publishing-Titeln und neuer attraktiver Buchpreise eine hervorragende Chance, vom Self-Publishing-Boom zu profitieren. Entscheidend hierfür ist, dass die Titel in allen wichtigen Großhandelskatalogen gelistet und zugleich remissionsfähig sind, damit Buchhändler bei der Bestellung und Lieferung keinen Mehraufwand haben.

Momentan geht der Trend in Richtung Flatrate-Lektüre und E-Book-Abo. Welche Herausforderungen bringt das für die Autoren, aber auch für die Selfpublishing-Dienstleister?

Der E-Book-Verleih gewinnt für Autoren als Vertriebs- und Marketingkanal immer mehr an Bedeutung. Self-Publisher erhalten mit dem Verleih vor allem die Möglichkeit, eine bessere Sichtbarkeit für ihre Titel zu erzielen und ihre Leserreichweite effektiv über neue Plattformen zu erhöhen. Flatrate-Anbieter stellen ein sehr niedrigschwelliges Angebot zur Verfügung und erleichtern vor allem das Entdecken neuer Bücher und bisher unbekannter Autoren. Mögliche Leser können viel einfacher gewonnen werden, weil sie schon bezahlt haben und dann auch mal in Bücher reinschnuppern, die sie sonst vielleicht nicht kaufen würden. Eine Nutzeranalyse der Plattform readfy zeigt zudem: Flatrate-Leser leihen vor allem Titel aus Genres, die auch im Self-Publishing besonders erfolgreich sind – Belletristik, Liebesromane, Krimis sowie Fantasy und Science Fiction. Das ist eine große Chance für Self-Publisher. Unser Anspruch ist es daher, dass die Titel unserer Autoren auf allen Plattformen präsent sind. Wir haben kürzlich erst die Flatrate-Anbieter PaperC und Scribd sowie die Bibliotheksausleihplattform Onleihe für den E-Book-Verleih als neue Partner gewonnen. Die Entscheidung, ob ein E-Book zum Verleih freigegeben wird, liegt aber allein beim Autor.

Welche Themen werden Sie den Teilnehmern des SPDay15 in Münster näherbringen?

Der Anspruch der Self-Publisher an das eigene Buch steigt. Sie wollen ihr Werk so professionell wie möglich erstellen und veröffentlichen, um möglichst viele Leser zu erreichen und zu begeistern. Dabei wollen wir Autoren unterstützen und ihnen Hilfestellungen anbieten. Schließlich steigt mit der Professionalisierung auch die Akzeptanz bei Buchhändlern gegenüber Self-Publishing-Titeln und damit die Chance auf eine Präsenz im stationären Buchhandel. Wie plane ich ein Buchprojekt von Beginn an und setze es effektiv um? Was muss ich als Autor bei der Erstellung des Manuskripts und des Buchdesigns beachten, um die Erwartungen meiner Leser zu erfüllen? Wie entwickle ich eine Vermarktungsstrategie? Das sind Themen, die wir den Teilnehmern des SPDay15 mit wertvollen Tipps näherbringen wollen.

„Bei Netflix abgeguckt“: Bastei Lübbe startet 2016 eigene E-Book-Flatrate

bastei-lübbe-homepageMit einer E-Book-Flatrate will die Kölner Verlagsgruppe Bastei Lübbe den Vorsprung als Marktführer bei E-Book-Belletristik ausbauen. Bereits ab 2016 werden deutsche Leser digitale Romanserien und Audiobooks zum Preis von 5 Euro pro Monat abonnieren können. „Das haben wir uns ein bisschen von Netflix abgeguckt“, so Bastei-Lübbe-Chef Thomas Schierack am Dienstag gegenüber dem Handelsblatt. Ähnlich wie beim deutschen Flatrate Startup Readfy soll es zudem ein kostenloses, werbefinanziertes Angebot geben.

Für den Aufbau einer eigenen Flatrate greift Bastei Lübbe tief in die Tasche. Zwischen 15 und 20 Millionen Euro soll neben dem Content selbst für den Aufbau einer eigenen Plattform sowie das Marketing aufgewendet werden. Geplant sind auch Lese- und Hörstreams auf Englisch, Spanisch sowie Mandarin. Schafft es das börsennotierte Unternehmen, bis 2020 die laut Handesblatt anvisierten 24 Millionen Nutzer zu erreichen, könnte sich der Gesamterlös von derzeit knapp 100 Millionen auf 200 Millionen Euro verdoppeln.

Die geplante E-Book-Flatrate von Bastei Lübbe fügt sich nahtlos in die bisherige Digital-Strategie ein: schon 2012 ging die Verlagsgruppe unter dem Label „Digital First“ mit originären Digi-Novel-Serien an den Start. Ähnlich wie TV-Serien sind diese Serien in Staffeln angelegt und eignen sich gut für Streaming-Angebote. Im letzten Jahr folgten mit der Übernahme der Self-Publishing-Community BookRix und dem E-Book-Store Beam eBooks zwei Zukäufe, die den Aufbau einer eigenen Plattform erleichtern.

Außerdem macht sich Bastei Lübbe auf die Suche nach geeigneten Marketing- und Distributionspartnern – auf dem Radar haben die Kölner dem Handesblatt zufolge nicht zuletzt das große Vorbild Netflix selbst. Was wohl auch keine schlechte Idee ist, denn die Bastei-Lübbe-Flatrate wird in Deutschland mit gut etablierten Platzhirschen konkurrieren müssen: neben Kindle Unlimited sind hier mit Skoobe und Readfy schon längst deutsche Startups aktiv.