Bücher im E-Commerce abgehängt? BEVH meldet schwaches Wachstum im ersten Quartal

thalia-webseiteZweistellige Wachtumsraten, wo gibt’s das noch? Na klar, im Onlinehandel: um 10,9 Prozent auf knapp 58 Mrd. Euro wuchs der Internet-Umsatz im Jahr 2017, so der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH). Inzwischen erwirtschaftet der Einzelhandel jeden achten Euro online. Im Bereich Unterhaltung ist der Boom ebenfalls sehr ausgeprägt, mit einer Ausnahme: Bücher, E-Books und Hörbücher. Hier sanken die Umsätze 2017 angeblich um 3,9 Prozent.

Auch im ersten Quartal 2018 bleiben Bücher laut BEVH weit hinter den anderen Bereichen zurück, erreichen aber immerhin zwei Prozent Umsatzplus — insgesamt legte der Onlinehandel zwischen Januar und März um 10,6 Prozent zu. Allerdings sind diese Angaben wie immer mit besonderer Vorsicht zu genießen: denn zum einen werden Buch, E-Book und Hörbuch zusammengeworfen, zum anderen basieren die Werte nicht auf Verkaufszahlen, sondern auf repräsentativen Verbraucherbefragungen, die das Ausgabeverhalten im Online- sowie Versandhandel abdecken.

Allerdings wissen wir ja auch aus anderen Quellen, dass der Buchmarkt insgesamt stagniert oder nur sehr schwach wächst — das grobe Bild stimmt insofern. Komisch nur: bisher galt der gerade der Onlinebereich als Wachstumstreiber, und die großen Ketten melden regelmäßig Umsatzwachstum in diesem Bereich. Die BEVH-Zahlen bleiben also erklärungsbedürftig…

(via Buchreport & BEVH)

Generation iBrain macht mobil: Bald 50% Online-Anteil im Buchhandel?

ibrains-shoppen-stark-onlineWie stabil ist die Buchbranche? Der bei wenigen Prozent dümpelnde E-Book-Marktanteil in Deutschland wirkt als Beruhigungspille, ebenso der noch recht niedrige Umsatzanteil des Online-Handels, der im Buchhandel weniger als ein Fünftel beträgt. Doch dabei wird es nicht bleiben, warnt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) — sie hat nämlich die Kaufgewohnheiten der unterschiedlichen Altersgruppen verglichen. Die schlechte Nachricht für den Buchhandel: im Non-Food-Sektor geht der Umsatzanteil des E-Commerce von Generation zu Generation steil nach oben. Das Geld der Babyboomer wandert noch zu 80 Prozent in den stationären Handel, bei den „iBrains“, also den Unter-20-jährigen, sind es nur noch 60 Prozent.

iBrains & Smartphone-Transzendenz

Kein Wunder, denn für die iBrains gilt: 100 Prozent Smartphone-Ausstattung, 100 Prozent tägliche private Nutzung. Jetzt könnte man sagen: Okay, mehr geht nicht. Doch die GfK hat hier nochmal eine perspektivisch beunruhigende Botschaft in petto: „Bei den iBrains geht es schon nicht mehr um das Smartphone, denn das hat jeder. Sie werden in Kürze neue Devices vorantreiben.“ Mit anderen Worten: der Anteil der Online-Einkäufe dürfte durch neue Geräte-Technologie bald noch weiter steigen, die Sättigung in der Smartphone-Ausstattung alleine ist keine Limit für weiteres Wachstum (Ein aktuelles Beispiel: die Bestellung per Sprachbefehl via Echo-Konsole/Alexa). Außerdem können natürlich die älteren Generationen in ihrem Verhalten noch nachziehen.

Krise in Sicht trotz E-Book-Flaute?

Manche Experten malen auf dieser Basis schon ein komplettes Spaltungs-Szenario an die Wand: in gar nicht so ferner Zukunft könnte der Marktanteil von Online-Einkäufen hierzulande die 50 Prozent-Grenze knacken. Für die Buchbranche wäre das natürlich eine besonders bittere Pille: Selbst wenn die Mehrheit der Deutschen weiter gedruckte Lektüre bevorzugen sollte — auf den Weg in die Buchhandlung werden sich viele zukünftig möglicherweise nicht mehr machen.

(via pubiz.de)

Praxistipp: E-Book-Store einrichten mit WordPress plus E-Commerce-Plugin

Egal ob Self-Publisher oder Mini-Startup-Verlag, im Zentrum der Online-Vermarktungs-Aktivitäten sollte ein eigener E-Book-Store stehen, idealerweise kombiniert mit einem Blog. Auf diese Weise lassen sich nicht nur höhere Margen erzielen, man bleibt auch bei der inhaltlichen Gestaltung unabhängig von externen Verkaufsplattformen oder Social Media-Netzwerken. Ein guter Startpunkt für den Weg zum E-Store ist WordPress – denn die freie Blogging-Software lässt sich mit kostenlos erhältlichen Plugins wie WP-ecommerce oder WooCommerce im Handumdrehen zum Online-Shop erweitern.

Fruitful-Theme plus WooCommerce-Plugin

Für ebooknews press, das Verlagslabel von E-Book-News, haben wir das sehr schlanke, schön designte WordPress-Theme Fruitful verwendet und mit WooCommerce kombiniert, ergänzt durch ein deutsches Sprach-Plugin (WooCommerce German (de_DE)). Nicht nur eine weitgehend (s.u.) kostenlose, sondern auch sehr flexible Lösung – denn WooCommerce ermöglicht es zudem, parallel digitale und physische Waren zu verkaufen, in diesem Fall also E-Books und Taschenbücher. Die Einbindung von obligatorisch zu bestätigenden AGBs und Widerrufsbelehrungen in den Bestellvorgang ist ebenfalls möglich. Das bisherige Ergebnis kann man sich unter ebooknews-press.com anschauen.

Wichtigstes Element solcher E-Commerce-Plugins: neben Blog-Artikeln und Blog-Seiten lassen sich damit in WordPress auch einzelne Produkt-Seiten anlegen, die Produktfotos, Produktinformationen und Bestell-Links enthalten. Nach Kategorien geordnete Produktfotos und Kurzinfos werden auf separaten Shop/Katalog-Seiten präsentiert. Außerdem kümmert sich das Plugin um die Abwicklung der Bestellungen, also etwa die Aufnahme eines Produktes in den Warenkorb, die Abfrage von Kundendaten, die Weiterleitung zu einem Zahlungsdienstleister, und stellt (z.B bei E-Books) am Ende einen Download-Link zur Verfügung. Fehlen darf natürlich auch nicht die Verkaufsstatistik im Hintergrund.

Anpassung in Richtung E-Book-Store

Viele WordPress-Themes sind bereits für die Integration von E-Commerce-Plugins vorbereitet – das von uns gewählte Fruitful-Theme z.B. ist „WooCommerce – ready“, lässt sich also ohne Probleme als Grundlage für einen E-Store benutzen. Wichtige Layout-Optionen kann man sehr komfortabel direkt im Admin-Panel einstellen, etwa das Farbschema, Schriftarten oder den Aufbau des Navigationsmenüs. Zusätzlicher Vorteil bei diesem Theme: es wird dank „responsive design“ auch auf Mobilgeräten wie Tablets und Smartphones gut dargestellt. Alles, was man zum Start sonst noch braucht, ist ein Logo – das wir in diesem Fall mit Gimp erstellt haben.

Allerdings ist „Fruitful“ kein spezielles Theme, um einen E-Book-Store zu betreiben – ein bisschen Anpassung ist nötig. Um z.B. auf der Startseite mehrere Buchcover nebeneinander zu präsentieren, haben wir noch das sehr flexibel konfigurierbare WordPress-Plugin „Meta Slider“ nachgerüstet (die entsprechende Einstellungs-Option lautet übrigens: „Karussell-Modus“). Alle weiteren Anpassungen erfolgten dann mit Bordmitteln: so muss man etwa via Admin-Panel das Format für Produktbilder von viereckig in Richtung rechteckig ändern, um Buchcover vernünftig anzeigen zu können. Zusatzinformationen zu einem Produkt (hier etwa ISBN-Nummer, Seitenzahlen, Links zu Leseproben o.ä.) lassen sich bei WooCommerce in einem extra Dialogfeld eingeben und werden dann zwischen Preisangabe und Artikelbeschreibung angezeigt.

Tricky: Digital plus physisch parallel verkaufen

Sehr flexibel handhabt WooCommerce den parallelen Verkauf von digitalen und physischen Gütern – die bei physischen Waren sinnvolle Möglichkeit, mehrere Exemplare zu kaufen, lässt sich bei digitalen Waren ganz einfach abschalten. Ein im Produktseiten-Dialog hinterlegter Download-Link wird nach dem Bestellen und Bezahlen automatisch per E-Mail an den Käufer verschickt. Standardmäßig verläuft die Eingabe von Kundendaten bei virtuellen und physischen Gütern identisch, durch ein bisschen Herumbasteln am Code oder dem Einfügen eines speziellen (allerdings kostenpflichtigen) Plugins „Digital Goods Checkout for WooCommerce“ lässt sich das jedoch für knapp 5 Euro ändern – dann werden beim Kauf von E-Books nur noch Name und E-Mail-Adresse abgefragt.

Letzlich lassen sich mit der Kombination von Fruitful und WooCommerce auf Produktseiten sogar drei verschiedene Bestellmöglichkeiten anbieten – der direkte Download, die Direktbestellung eines Taschenbuchs, oder die Weiterleitung zu einem Drittanbieter. Ein kleiner Verlag kann sich also entscheiden, verkaufsstarke Bücher zwecks besserer Marge in größerer Stückzahl vorzuproduzieren und selbst zu verschicken, seltener verlangte Backlisttitel dagegen über Createspace/Amazon zu verkaufen.

Wahl des Zahlungsdienstleisters

Bleibt noch die Frage nach dem lieben Geld. Um den Aufwand möglichst gering zu halten, haben wir als Zahlungsdienstleister erstmal nur Paypal aktiviert. Für den Käufer dürfte das trotzdem eine sehr komfortable Lösung darstellen, denn via Paypal kann man ja mittlerweile auch ohne Anlegen eines Accounts direkt per Lastschrift oder Kreditkarte bezahlen. Grundsätzlich stellt WooCommerce aber eine sehr breite Palette von Bestellvarianten zur Verfügung, u.a. auch traditionelle Formen wie die Lieferung auf Rechnung oder per Vorkasse, die ja beim Versand gedruckter Bücher durchaus Sinn machen.

Fazit: Um in wenigen Tagen ohne große Investitionkosten (abgesehen von Arbeitszeit natürlich) einen deutschsprachigen E-Store für Bücher & E-Books auf die Beine zu stellen, der alle wichtigen Funktionen anbietet, aber ohne viel Bling-Bling daherkommt und sich sehr flexibel gestalten lässt, ist die Kombination eines responsiven WordPress-Themes wie Fruitful mit dem E-Commerce-Plugin WooCommerce inklusive deutscher Sprach-Erweiterung eine sehr gute Idee.

PS: Um rechtlich als Shopbetreiber auf Nummer Sicher zu gehen, sollte man aber noch 100 Euro in das kommerzielle Plugin „Woo Commerce German Market“ investieren – mit dieser Ergänzung erhält man nicht nur sehr gute Vorlagen für rechtlich relevante Hinweisseiten (Impressum, AGB, Widerruf, Rückgabe etc.), die man den individuellen Shop-Bedürfnissen anpassen kann, sondern erreicht vor allem auch eine korrekte Preisauszeichung inklusive Mehrwertsteuer-Angabe, Versandkosten und Lieferzeiten. Außerdem wird dem Shopping-Modul noch ein weiterer Schritt hinzugefügt – nach dem Aufruf des Warenkorbs und dem eigentlichen Bestelldialog inklusive AGB-Bestätigung kann der Kunde die Bestellung vor dem Abschicken so noch einmal überprüfen.

Gutenberg 2.0: Buchhandel startet E-Book-Business auf Libreka.de

E-Books verkaufen sich immer besser. In vielen englischsprachigen Ländern werden zweistellige Zuwachsraten verzeichnet. Nicht nur Anbieter wie Amazon legen zu, auch viele Verlage wie etwa Random House machen ihre Umsätze zunehmend mit elektronischer Lektüre. Jetzt hat auch der deutsche Buchhandel die Zeichen der Zeit erkannt: schon im März könnte der Buchhandel zum E-Book-Handel werden, besser gesagt: zur Download-Plattform. Auf dem Portal Libreka.de will man nämlich pünktlich zur Leipziger Buchmesse die schon länger geplante E-Commerce-Funktion freischalten. (mehr …)