ComiXology räumt ab: Amazon beherrscht 90% des E-Comic-Markts (USA/Kanada)

amazon-kauft-comixology-appDer Comic-Markt in Nordamerika boomt wie nie zuvor, fast wurde 2014 schon die Milliarden-Dollar-Schwelle geknackt. Doch nicht nur das gute Comicheft bzw. Comicbuch legte kräftig zu (Wachstum bei Print: 7 Prozent). Gleiches gilt für E-Comics (Wachstum: 11 Prozent). Erstmals gaben US-Amerikaner und Kanadier im letzten Jahr mehr als 100 Millionen Dollar für elektronische Sprechblasen aus, berichtet das das Popkulturwirtschafts-Portal ICv2. Womit wir schon wieder mal bei Amazon wären. Denn von diesen 100 Millionen Dollar für E-Comics gingen wiederum 90 Millionen Dollar an … genau, Amazon.

ComiXology festigt Marktposition

Ächz. Keuch. Stöhn. Warum? Weil Amazon seit letztem Frühjahr ComiXology besitzt, die wichtigste E-Comic-Plattform im englischsprachigen Raum. Und zugleich kräftig dabei ist, die damit erreichte dominante Position weiter zu festigen: In-App-Käufe via iOS oder Android sind mit der ComiXology-App seit der Amazonisierung nicht mehr möglich, die Käufer haben sich inzwischen grummelnd daran gewöhnt, via Website einzukaufen und Amazon damit die 30%-Provision für Apple & Co. zu ersparen.

Exklusiv-Deal mit Marvel

Ein wichtiger Grund, sich das als Kunde anzutun lautet Marvel – denn Amazon hat mit dem populären Superhelden-Publisher im Sommer 2014 einen Exklusivdeal abgeschlossen: Einzelausgaben der großen Serien gibt’s elektronisch jetzt nur noch via ComiXology. Da wuchs zusammen, was zusammen gehört, denn Marvel hat auf dem Single-Issue-Markt wiederum einen satten Anteil von 43 Prozent. Pech für den Rest: Ohne Marvel, das steht fest, kann eine konkurrierende Plattform kaum kompetitiv sein.

Amazon killt Whitelabel-Apps

Einiges zu schlucken haben aber auch viele kleinere Comicverlage, die auf den elektronischen Markt drängen: bisher konnten sie über das Whitelabel-Programm von ComiXology eigene „gebrandete“ Apps betreiben. Diesem Weg hat Amazon aber nun einen Riegel vorgeschoben, um noch mehr Traffic & provisionslosen Umsatz auf die ComiXology-Website zu lenken.

(via ICv2.com & Publishers Weekly)

„ComiXology Unlimited“ ante portas: Amazon soll E-Comic-Flatrate planen

amazon-kauft-comixology-appWas Kindle Unlimited für E-Books ist, könnte „ComiXology Unlimited“ bald für E-Comics sein: wie Brancheninsider Nate Hoffelder (Ink, Bits & Pixels) erfahren haben will, plant Amazon nach Kindle-Books nun auch Comics nach dem Flatrate-Prinzip gegen eine monatliche Grundgebühr unbegrenzt anzubieten. Die neue Flatrate könnte bereits nächste Woche anlässlich der San Diego Comic Con offiziell gestartet werden.

ComiXology gehört seit 2014 zu Amazon

Erst im April 2014 war ComiXology von Amazon aufgekauft worden. Mit über 50.000 E-Comics von mehr als 75 Verlagen gilt die gleichnamige App auf internationalem Parkett als führend. Ursprünglich ist ComiXology als Online-Community gestartet, mit der lokale Comic-Händler ihre Digitalpräsenz verbessern konnten, mit einer iPhone-App begann dann 2009 der Einstieg ins E-Comic-Business.

Marvels Superhelden plus Indie-Comics

„ComiXology Unlimited“ wäre nicht die erste E-Comic-Flatrate, aber bei weitem umfassender als bestehende Angebote – als einziger Anbieter hat ComiXology nicht nur große und kleine Indie-Verlage, sondern auch die Comics der zwei Major Labels Marvel und DC im Programm.

[Aktuelles Stichwort] Web-Comics – Reichweite gibt’s online, Rendite via Print-Version


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Webcomics sind eine besondere Form von >>E-Comics, die von Anfang an über das World Wide Web veröffentlicht werden, also sich direkt im Browser lesen lassen. Viele Webcomics erscheinen mehrmals in der Woche bzw. im Monat als Serie, in Deutschland z.B. „Das Leben ist kein Ponyhof“ oder „Ahoi Polloi“. Kapitelweise in größeren Abständen erscheint ein Webcomic wie „Wormworldsaga“.

Webcomics kann man in der Regel kostenlos lesen. Die Monetarisierung findet durch freiwillige Spenden (>>Crowdfunding), den Verkauf von Print-Versionen (z.B. via >>Crowdpublishing) oder Merchandizing statt. International erfolgreiche Beispiele für die Kombination von Gratis-Webcomic und Print-Verkauf sind „Zahra’s Paradise“, „Sailor Twain“ oder „A.D. New Orleans after the Deluge“.

Oft wird zur internationalen Vermarktung die Crowdfunding-Plattform Kickstarter genutzt. Mit einer >>Pre-Order-Kampagne gelang es 2014 dort auch erstmals einem deutschen Comic-Zeichner, die englischsprachige Print-Version eines populären Webcomics erfolgreich zu vermarkten („Worworld-Saga“).

Zu den ältesten noch existierenden Webcomics gehören „Rogues of Clwyd-Rhan“ (1994), „The Polymer City Chronicles“ (1995) sowie „Eric Monster Millikin“ (1995). Nicht selten werden Webcomics von unabhängigen Zeichnern selbst auf einer eigenen Website präsentiert. Ähnlich wie Blogs nutzen Webcomic-Betreiber oft die Blogging-Software WordPress, erweitert durch spezielle Plugins wie Comicpress.

Kommerzielle E-Comic-Anbieter wie ComiXology oder Maddog Comics ermöglichen mit speziellen >>HTML5-Apps neben der Lektüre auf Smartphone oder Tablet ebenfalls die browserbasierte Lektüre auf dem Desktop. Auf diese Weise lassen sich sowohl Leseproben anschauen wie auch (wenn man eingeloggt ist) gekaufte Inhalte betrachten.


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Freiheit für die Sprechblasen: ComiXology erlaubt DRM-freie Downloads

Gute Neuigkeiten für E-Comic-Fans: Nutzer der besonders in den USA populären ComiXology-App können ab jetzt ihre Dateien exportieren und separat im PDF- oder CBZ-Format abspeichern. Entweder als reines Backup, oder um sie alternativ mit unabhängigen E-Reading-Apps oder im PDF-Viewer zu lesen. Das gab ComiXology-Chef David Steinberger letzte Woche anlässlich der Comic-Con in San Diego bekannt.

Die Backup-Option funktioniert auch auf der europäischen Comixology-Plattform (comixology.eu). Es gibt aber einen kleinen Haken: Auf das komfortable „Guided View“-Feature der App muss man natürlich verzichten. Diese Panel-weise Leseansicht hat mit zum Erfolg der Anwendung beigetragen. Voraussetzung für das Backup ist zudem, dass der jeweilige Verlag DRM-freie Versionen seiner E-Comics anbietet – was Marvel und DC, also die ganz Großen der Branche, bisher aber nicht tun.

Welche der bereits gekauften Titel sich exportieren lassen, verrät auf der ComiXology-Website ein neuer Reiter namens „My Backups“. Zu den Indie-Verlagen, die bereits jetzt auf DRM verzichten, gehören neben Image Comics auch Dynamite Entertainment, MonkeyBrain Comics oder Thrillbent. Image Comics ist auf dem US-Markt nach Marvel und DC die Nummer drei – und gab Mitte 2013 den Verzicht auf DRM bekannt.

Mit der Öffnung des App-Ökosystems für DRM-freie Comics folgt ComiXology also einem Branchentrend – wie gut sich kopierschutzfreie Bildergeschichten von Indie-Verlagen vermarkten lassen, hat nicht zuletzt auch die Crowdpublishing-Plattform Humble Bundle gezeigt, die komplette Bündel schnürt und zum Bezahl-was-du-willst-Preis bereits hunderttausendfach verkauft hat.

Mit über 50.000 E-Comics von mehr als 75 Verlagen gilt ComiXology auf internationalem Parkett als führender Anbieter, im Frühjahr 2014 wurde das Unternehmen von Amazon aufgekauft. Ursprünglich ist ComiXology als Online-Community gestartet, mit der lokale Comic-Händler ihre Digitalpräsenz verbessern konnten, mit einer iPhone-App begann dann 2009 der Einstieg ins E-Comic-Business.

Weitere Infos siehe DRM-free-FAQ auf Comixology.com

Humble-Image-Bundle startet: E-Comics plus „Pay-what-you-want“ plus BitCoins

„Pay-what-you-want“ erobert immer neue Bereiche – die in den USA populäre Plattform „Humble Bundle“ hat nun nach Games, Musik oder E-Books erstmals ein E-Comic-Bündel aus sieben Indie-Titeln von „East of West“ über „Saga“ bis „Chew“ geschnürt (jeweils die Auftaktbände der Serien), für das die übliche Crowdfunding-Logik gilt: theoretisch ist man schon ab 0,01 Cent dabei, es gibt jedoch eine Menge Anreize, um deutlich mehr zu spenden. Zunächst einmal unterstützt man mit dem Humble-Image-Bundle natürlich beteiligte Comic-Zeichner wie Nick Dragotta, Michael Lark oder Rob Guillory, den von Comic-Autoren gegründeten Indie-Verlag „Image Comics“ und nicht zuletzt den „Comic Book Legal Defense Fund“. Eine für die Comickultur überm großen Teich wichtige Institution: In den zensurwütigen USA werden nämlich gerade Comics für Erwachsene gerne mal auf den Index gesetzt.

Als Goodie winkt „The Walking Dead“

Dass die ersten 17.000 Humble-Image-Bundle-Käufer jedoch schon mehr 170.000 Dollar ausgegeben haben, hat aber auch mit der Belohnung zu tun, die denjenigen winkt, die mehr geben als der jeweilige Durchschnitt (derzeit 9,63 Dollar): Spendierhosenträger bekommen nämlich zwei weitere Titel – Teil 1 sowie Teil 20 von „The Walking Dead“, also die Comic-Version der gleichnamigen Zombie-Apokalypsen-TV-Serie. Wie üblich kann man mit Hilfe von virtuellen Schiebereglern auch selbst bestimmen, wie die eigene Spende verwendet wird: Die „Default“-Einstellung leitet 65 Prozent an den Comic-Verlag & seine Künstler, 20 Prozent an den „Comic Book Legal Defense Fund“ und den Rest als „Trinkgeld“ an die Plattform. Wer möchte, kann z.B. auch ganz einfach 100 Prozent an die Comic-People vergeben.

Bereits 37 Millionen Dollar für Charity gespendet

Insgesamt haben 46 Humble Bundle-Aktionen seit 2010 bereits 79 Millionen Dollar Umsatz gebracht, davon waren 37 Millionen Dollar Spenden an gemeinnützige Organisationen wie „Comic Book Legal Defense Fund“ oder die „Electronic Frontier Foundation“. Bei 13 Millionen verkauften Bündeln lag der Durchschnittspreis bei etwa 6 Dollar. Auch bei der Zahlungsweise wird Indie-Kultur bei den Humble Bundlern großgeschrieben – neben Kreditkarte oder PayPal sind auf der Pay-what-you-want-Plattform mittlerweile sogar BitCoins willkommen. Gerade bei einer technik-affinen Zielgruppe wie der Humble-Bundle-Gemeinde (gegründet wurde das Unternehmen, um Computerspiele von unabhängigen Entwicklern zu vermarkten) macht das natürlich besonders viel Sinn. Aber auch für Normalzahler lohnt sich das aktuelle Bündel natürlich – denn so günstig bekommt man nirgendwo sonst den Einstieg in mehr als ein halbes Dutzend Indie-Comic-Serien von angesagten AutorInnen. Die Aktion läuft noch bis zum 13. Mai.

Abb.: Screenshot

Ächz! Keuch! Stöhn! Amazon kauft ComiXology, das iTunes für E-Comics

Amazon rundet das mediale Imperium ab – hardwaretechnisch mit Kindle Fire TV & dem Kindle Phone, softwaretechnisch mit dem Einstieg in die Welt der Comic-Apps. Mit dem Kauf von ComiXology schnappt sich Supermann Jeff Bezos nämlich den US-Marktführer für bunte Bildergeschichten. Ende 2013 feierte das in New York ansässige Unternehmen den 200-millionsten Download, im App-eigenen E-Store sind mehr als 40.000 Titel lieferbar.

Bis auf weiteres werden die ComiXologen auch an der Ostküste bleiben, & die App soll zunächst einmal als Stand-alone-Anwendung weiterexistieren. Mittelfristig könnte aber zusammenwachsen, was scheinbar auch zusammen gedacht werden muss: Gegründet wurde ComiXology im Jahr 2007, also zur selben Zeit, als Amazon mit dem Kindle Reader den E-Book-Boom auslöste. Zunächst als Online-Community gestartet, mit der lokale Comichändler ihre Digitalpräsenz verbessern konnten, folgte 2009 der Sprung ins E-Comic-Business – ComiXology launchte die erste iPhone-App für Apples neuen App-Store.

Durch die „Guided View Technology“ war ComiXology der Konkurrenz von Anfang an einen Schritt voraus. Statt einen Comic komplett in Einzelbilder aufzulösen, bleibt der klassische Seitenaufbau erhalten – der Leser bewegt sich automatisch von Panel zu Panel durch die Geschichte. Mit der iPad-App ließen sich ab 2010 aber auch sehr bequem komplette Seiten anzeigen – das 9,7-Zoll-Display kommt sehr nahe an das in den USA gebräuchliche Format für Comichefte heran.

Nicht nur „Discoverability“ war der Schlüssel zum Erfolg der App, sondern vor allem „Availability“ – denn viele Comicserien waren auch im Comicland USA zuvor nur in speziellen Comicbuchhandlungen erhältlich. „Cultofmac“ vergleicht den Erfolg von Comixology direkt mit dem Siegeszug von iTunes im Musiksektor: „In helping revive an industry that was almost dead on its feet, ComiXology has done for comics what iTunes did for legal music downloads“, schreibt Luke Dormehl dort.

Allerdings ist Amazon auf dem Gebiet von Comics auch nicht gerade untätig gewesen – siehe etwa das kürzlich gegründete Amazon-eigene Verlagslabel „Jet City Comics“ oder die „Kindle Comic Creator“-Software, mit der Autoren & Verlage ihre Vorlagen für den Kindle Shop aufbereiten können. Besonders wertvoll dürften neben dem nun eingekauften Know-How die B2B-Kontakte sein – denn während ComiXology anfangs nur Indie-Comics verkaufte, ist seit 2010 mit großen Verlagen wie DC oder Marvel auch die Superhelden-Industrie mit an Bord.

Ohne DRM? Gut für Image! Drittgrößter US-Comicverlag verzichtet auf Kopierschutz

„Erwirb sie, um sie zu besitzen“ – so lautet ab jetzt das Motto beim US-Comicverlag Image. Denn der drittgrößte Sprechblasen-Publisher in den USA verabschiedet sich von DRM: wie jetzt auf der Image Expo Convention angekündigt wurde, kann man zukünftig Comicserien wie „Walking Dead“, „Saga“ oder „East of West“ direkt auf den Desktop oder ein Mobilgerät herunterladen. Wahlweise als PDF, epub oder im Comicfreundlichen CBR oder CBZ-Format. Die bei E-Comics übliche App-Einbindung hat genau das bisher verhindert – beliebte Apps wie ComiXology oder iBooks erlauben schließlich keinen Export.

„Piracy is bad for bad entertainment“

Nach dem Sci-Fi-Verlag Tor Books ist Image bereits der zweite große Publisher von populären Genres, der auf lästigen Kopierschutz verzichtet. Wie bei Tor hat man auch bei Image keine Angst vor Piraten, ganz im Gegenteil: „Piraterie ist schlecht für schlechtes Entertainment“, so Image-Verleger Eric Stephenson gegenüber dem WIRED-Magazin. „Da gibt’s eine sehr enge Korrelation – Dinge, die nerven, werden nicht oft gerippt, während bei erfolgreichen Sachen die Piraterie-Rate deutlich höher ist.“ Doch Stephenson ist zugleich kein Anhänger der „Ersatzraten“-Theorie: „Wenn du ein gutes Comicbook herausgibst, und die Leute es illegal herunterladen, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass sie es dann auch kaufen, wenn es ihnen gefällt“.

Ohne Backup sind die Daten schnell Fix&Foxi

Welche Vorteile der Verzicht auf hartes DRM bietet, konnten deutsche Comicleser zuletzt beim gescheiterten Fix-und-Foxi-Relaunch lernen. Die lediglich mit digitalem Wasserzeichen versehenen Hefte ließen sich im PDF-Format herunterladen und problemlos auf dem Tablet oder E-Reader öffnen. Diese PDF-Backups kann man auch heute noch lesen, obwohl der Herausgeber nach einem Jahr Pleite ging – während App wie auch Online-Ressourcen längst im digitalen Nirvana verschwunden sind. Den Zusammenhang von DRM-Verzicht und Datensicherheit betont gegenüber dem WIRED-Magazin auch Ron Richards, bei Image zuständig für Business Development: „Wenn die Leute ein Comicbuch bei ComiXology kaufen, dann mag es sich zwar in ihrer E-Bibliothek befinden. Doch das ist nicht unwiderruflich der Fall. Wenn ComiXology – Gott behüte – eines Tages den Bach herunter geht oder ein Erdbeben den Serverpark zerstört, dann hast du gar nichts mehr.“

Neuer Boom für Direktverkauf durch Verlage

In den comicverrückten USA haben digitale Bildergeschichten für die Comicverlage schon weitaus größere Bedeutung erlangt als in Deutschland: Image etwa macht bereits 11 Prozent der Umsätze mit E-Comics, bis zum Ende des Jahres 2013 sollen es 15 Prozent sein. Beim Bestseller „Walking Dead“ liegt die Digital-Rate schon jetzt bei 22 Prozent. Bisher fand der Vertrieb fast ausschließlich über Apps statt. Die neuen DRM-freien Comics sind jedoch nur über die Image-Website erhältlich. Für den Direktverkauf dürfte das einen neuen Boom bedeuten, und zugleich mehr Geld pro verkauftem Exemplar in die Kassen des Verlags spülen, schließlich fallen auf diesem Wege keine Provisionen für die Gatekeeper des App-Universums an. Eigentlich eine Idee, die auch anderen Verlegern einleuchten müsste…

(via TeleRead & Wired)

Abb.: Screenshot

„Little Green God of Agony“: Kurzgeschichte von Stephen King als kostenloser Web-Comic

Mit Online-Marketing kennt sich Stephen King aus – schon im Jahr 2000 wagte der Bestseller-Autor mit seiner Fortsetzungsgeschichte „The Plant“ ein Self-Publishing-Experiment, das ihm mehr als 500.000 Dollar einbrachte. Kaum war das erste Kindle auf dem Markt, schrieb King mit „Ur“ dann eine Kurzgeschichte exkklusiv für Amazons neuen Reader – was immerhin ein Honorar in Höhe von 80.000 Dollar bescherte. Zur Zeit kann man auf Kings persönlicher Website nun ein neues mediales Experiment erleben, das ebenfalls Geld in die Kasse spülen dürfte, allerdings nicht sofort. Die Web-Comic-Serie „Little Green God of Agony“, basierend auf einer gleichnamigen Kurzgeschichte, erscheint drei mal pro Woche, und zwar kostenlos. Gezeichnet wird das Gratis-Angebot von Dennis Calero, bekannt durch Comic-Serien wie „X-Men Noir“ oder „Devil Inside“.

Die Zusammenfassung der Story liest sich schon mal wie ein typischer Plot vom Großmeister des Schreckens: „Krankenschwester Katherine ‚Kat‘ MacDonald kümmert sich um einen schwerreichen Patienten namens Andrew Newsome, der mit starken Schmerzen kämpft. Sie ist überzeugt davon das die Folgen eines Flugzeugabsturzes heilbar sind, doch Newsome weigert sich, eine normale Therapie zu durchlaufen. In seiner Verzweiflung engagiert er den Heiler Reverend Rideout, der verspricht, ihm die Schmerzen auszutreiben.“. Erzählt wird LGGOA aus der Sicht von Katherine MacDonald, es handelt sich also um eine klassische Point-of-View-Geschichte.

Um PR muss sich Zeichner Dennis Calero jetzt auf jeden Fall keine Sorgen mehr machen, denn die prominente Platzierung auf stephenking.com dürfte für genügend Aufmerksamkeit sorgen. Ohnehin haben zahlreiche erfolgreiche Webcomics bereits bewiesen, dass man Gratis-Marketing sehr gut mit dem Serienprinzip kombinieren kann – die Verwertung erfolgt dann zumeist in Papierform, oder aber als Comic-App. Zu aktuellen Beispielen gehört nicht zufällig auch Devil Inside, eine Serie, die Calero zusammen mit seinem Kollegen Todd Stashwick ins Leben gerufen hat.

Abb.: Screenshot

Milliardär mit 500 Millionen Freunden: E-Comic-Biographie von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg

Nein, es ist nicht Alfred E. Neumann, der hier vom Cover grinst, sondern Mark Zuckerberg. Ein Leben in Bildern: Bereits im letzten Jahr machte der kanadische Verlag Bluewater Productions mit der Comic-Biographie des Facebook-Gründers Schlagzeilen. Die Papierversion von „Mark Zuckerberg – Creator of Facebook“ war nämlich innerhalb weniger Stunden ausverkauft. „Dieser Titel hat auch außerhalb der normalen Comic-Szene eine Menge Staub aufgewirbelt“, so Darren G. Davis, Chef des in Vancouver angesiedelten Verlags. „Facebook-Fans haben sich genauso darauf gestürzt wie Facebook-Verächter.“ Die zweite Auflage dürfte sogar noch mehr Leser erreichen – zumal sie auch als E-Comic in Amazons Kindle-Store erscheinen soll. Die Biographie des jüngsten Milliardärs der Welt (Jahrgang 1984) erhielt zudem ein grafisch aufgepepptes Cover und wurde um einige erzählerische Details ergänzt.

Die Storyline der Comic-Biographie stammt aus der Feder des Freelance-Journalisten Jerome Maida, die zeichnerische Umsetzung besorgte Sal Field. Dem Verlag zufolge soll diese Version von Zuckerbergs Leben ein ausgewogeneres Bild präsentieren als das oskar-nominiertes BioPic „The Social Network“ von Fight-Club-Regisseur David Fincher. Was wohl auch damit zusammenhängt, das die Comic-Version sich weniger an Vorlagen wie Ben Mezrichs Pamphlet „Milliardär per Zufall“ orientiert hat (Untertitel: „Die Gründung von Facebook – eine Geschichte über Sex, Geld, Freundschaft und Betrug“). Letztlich beweist aber auch die bunte Bildergeschichte in Buchform: man kann nicht wirklich 500 Millionen Freunde haben, ohne sich ein paar Feinde zu machen.

Ganz ähnliche Erfahrungen dürften andere Technolgie- und Internet-Giganten gemacht haben, die Bluewater-Production bisher schon in Comic-Form portraitiert hat, nämlich Bill Gates und Steve Jobs. Interessanterweise steht in beiden Fällen im Untertitel „Co-Founder of …“. Ob Zuckerberg Facebook tatsächlich ganz alleine in der Studentenbude am Laptop entworfen hat, wurde ja schon des öfteren vor Gericht ausdiskutiert. Etwas einfacher sieht die Sache dagegen wohl beim nächsten bigographischen Comic-Projekt von Bluewater aus – „Sergey Brin and Larry Page: The Creators of Google.“

Abb.: Bluewater Productions

Graphicly startet Self-Publishing-Plattform speziell für E-Comics

Graphicly startet eine großangelegte Self-Publishing-Offensive. Bisher konnten nur renommierte Verlage die digitale Distributionsmaschine des auf E-Comics spezialiserten Startups aus Boulder/Colorado nutzen. Damit brachten Big Names wie Marvel, Archie Comics oder IDW ihren Content nicht nur in App-Form auf zahlreiche Mobilgeräte, sondern über via Web-Interface und Facebook-Plugin auch auf zahllose Desktop-Browser. Diese Möglichkeiten stehen demnächst jedem Independent-Zeichner offen – eine Beta-Phase für Tester läuft bereits. „Graphicly hat damit die allerbesten Voraussetzung, von einem 23-Milliarden-Dollar Markt zu profitieren, eingeschlossen mehr als 300.000 Self-Publishing-Autoren, die ihre Comics und Graphic Novels im Jahr 2012 veröffentlichen werden“, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Analog zum Erfolg von Amazons Self-Publishing-Programm könnte Graphicly mit diesem Schritt das Angebotsspektrum anderer E-Comic-Anbieter bald übertrumpfen.

Komplett-Angebot für 150 Dollar

Für viele unabhängige Zeichner und Grafiker ist das Internet längst zur wichtigsten medialen Schnittstelle geworden. Vor allem, um dort mit kostenlosen Webcomics Aufmerksamkeit zu erlangen. Geld verdient wird damit nur indirekt. Die eigentliche Verwertung findet zumeist noch auf gedrucktem Papier statt. Manchmal auch schon über eine App für Mobilgeräte, doch die Investitionskosten dafür sind vergleichsweise hoch. Genau in diese Marktlücke stößt nun Graphicly vor. “Mit der Öffnung unserer Plattform stellen wir autmatisierte Tools zur Konvertierung, Distribution und Promotion zur Verfügung, und geben den Autoren zugleich volle Kontrolle über ihre Inhalte wie Einnahmen.“ Das komplette Paket für Self-Publisher kostet einmalig 150 Dollar, beim Vertrieb über die Graphicly-Apps wie auch das Facebook-Plugin fallen keine weiteren Gebühren mehr an.

Ausführliche Analyse-Werkzeuge für Autoren

Besonderen Mehrwert für Self-Publisher dürften der Zugang zur ständig aktualisierten Datenbasis von Graphicly sein, die genaue Einblicke in das Nutzerverhalten bietet. „Graphiclys erweiterte Plattform liefert maßgeschneiderte Analysen, mit deren Hilfe Autoren ihre Inhalte perfekt an den Bedürfnisse ihres Publikums ausrichten können. Zum ersten Mal können sie parallel Mediadaten und Social Media nutzen, um ihre Comics besser zu vermarkten und intensiver mit den Lesern in Kontakt zu treten“, so Micah Baldwin. „Comics. With Friends.“ lautet nicht zufällig der Claim des Unternehmens. Zu den Vorzügen der Graphicly-Plattform gehört nämlich nicht nur die komfortable Panel-für-Panel-Lektüre, sondern auch die starke soziale Vernetzung. Die Graphicly-Community hat bereits zehntausende Mitglieder, die sich nicht nur auf dem Forum IFanBoy austauschen, sondern auch die Social-Media-Elemente des Comic-Viewers selbst nutzen, also etwa auf einzelnen Panels eines Strips ihre Kommentare hinterlassen oder mit den Autoren einer Serie kommunizieren.

(via VentureBeat, Graphicly)