Kobo startet Touch-Screen-Reader für 129 Dollar – & kündigt deutschen Store an

Kaum ist das Kindle-Color-Tablet angekündigt, geht auch Touch-Screen auf E-Ink-Readern in eine neue Runde. Mit der WiFi-fähigen Kobo eReader Touch Edition setzt Kobobooks auf mehr Bedienkomfort. Technisch ähnelt das 6-Zoll-Lesegerät der Sony Reader Touch Edition – hoher Kontrast dank Pearl E-Ink, und ein auf Infrafrottechnik basierender Berührungs-Sensor. Eine echte Premiere ist allerdings der Preis: mit 129 Dollar wird nicht nur die Sony-Reader weit unterboten, sondern auch Amazons Kindle. Die Menüführung ist mehrsprachig – Kobobooks will sein Angebot demnächst offenbar auch auf Deutschland und Frankreich ausweiten.

Kobo spielt wieder in der ersten Liga mit

Kobo ist ein Anagramm für Book, Borders dagegen ein Synonym für „Pleite“. Ähnlich wie Barnes&Noble setzte die finanziell klamme US-Buchhandelskette auf einen alternativen E-Reader, um Amazon Paroli zu bieten. In diesem Fall fiel die Wahl auf den vom kanadischen Unternehmen Indigo Books entwickelten Kobo-Reader. Die Kobos waren technisch eher Durchschnitt, fielen aber durch besonders gutes Gerätedesign und eine grafisch aufwändig gestaltete Benutzeroberfläche auf. Gerettet hat Borders das zwar nicht, der US-Buchmarkt wandelt sich radikal, „Brick&Mortar“-Shops rentieren sich nicht mehr. Doch während zahlreiche Borders-Filialen jetzt ihre Pforten schließen, kommt plötzlich ein starkes Signal von der unabhängig agierenden Reader-Sparte Kobobooks: mit der Kobo eReader Touch Edition spielt man jetzt wieder in der ersten Liga mit. Parallel zum Launch wurde zudem das Vorgängermodell Kobo Wireless eReader auf 99 Dollar gesenkt.

Komfortable Bedienung mit dem Finger

Die WiFi-fähige Touch-Version ist optisch noch einmal reduzierter als seine Vorgänger – außer dem Display und einem Home-Button ist auf der Vorderseite nichts zu sehen. Mit 11,4 mal 16,5 cm Kantenlänge ist die Kobo Touch Edition zugleich ähnlich handlich wie das vergleichbare Sony-Modell, vom Gewicht her mit nur 200 Gramm sogar noch deutlich darunter. Die Bedienung erfolgt wie bei Sony fast ausschließlich mit dem Finger – vom Umblättern per Fingerwisch über das Antippen von Worten, um sie im Lexikon nachzuschlagen oder zu markieren bis zum Doppeltipp um PDF-Dokumente zu zoomen. Eine Laufleiste ermöglicht das bequeme Navigieren durch die E-Books. Für die Suchfunktion und zum Schreiben von Notizen wird eine virtuelle Tastatur eingeblendet. Auch der Einkauf im Kobo-Store ist durch das Touch-Screen natürlich deutlich komfortabler als beim vorherigen WiFi-Modell.

Social Reading wie bei der Kobo-App auf dem iPad

Wer schon einmal die Kobo-App auf dem iPad genutzt hat, wird sich auf dem neuen Kobo Reader gleich zu Hause fühlen – viele Features wurden nämlich übernommen. Das fängt bereits beim grafisch aufgepeppten Home-Screen an, das ein Covermosaik aus den zuletzt gelesenen E-Books enthält. Mit dabei ist nun nämlich die „Reading Life“-App: dank grafischer Auswertungen macht sie dem Leser selbst stärker bewusst, was und wie er liest. Incentives gibt’s obendrein – für verschiedenste Leseleistungen werden automatische „Awards“ verliehen. Dazu kommt die Social-Media-Anbindung – die eigenen Lektüreleistungen (und -erfahrungen) lassen sich innerhalb der Community kommunizieren. Ähnlich wie im Kindle-Ökosystem lassen sich außerdem Reader und Reader-Apps synchronisieren.

“International Reader“: Deutscher Kobo-Store kommt

Natürlich könnte man an dieser Stelle sagen: schön, aber was hat das Leseländle davon? Bisher beschränkte sich Kobo tatsächlich auf die Märkte in Nordamerika, Australien und Großbritannien. Das soll sich mit der Kobo Touch Edition aber ändern – das Gerät wird als „erster echter internationaler Reader“ vermarktet. In der Pressemitteilung heißt es:

„Our goal is to bring eReading to more people everywhere and the launch of the Kobo eReader Touch Edition helps fulfill that goal. The Kobo eReader Touch Edition will be available in multiple languages: English, French, German, Spanish, and Italian, and readers will be able to enjoy a localized user experience, local content, recommendations, and a local store.“

Mit anderen Worten: nach dem deutschen Kindle-Store steht nun offenbar auch der deutsche Kobo-Store vor der Tür.

Kobo Reader Touch Edition


Display

6 Zoll Pearl-E-Ink Touch-Screen,
600×800 Pixel (16 Graustufen)

Masse & Gewicht

114mm X 165mmx10mm; 200 Gramm

Schnittstellen

USB, WLAN

Prozessor

Freescale 508 Processor

Interner Speicher

1 GB, erweiterbar durch Mikro-SD-Karte (max. 32 GB)

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF

Beondere Features

Reading-Life-App, E-Store

Preis

129,99 Dollar