Suhrkamp printet Rezensionsexemplare jetzt on Demand – neuer BoD-Service macht es möglich

suhrkamp-printet-reziexemplare-on-demandVerlagsvorschauen sind immer öfter nur noch digital erhältlich, bei Rezensionexemplaren ist es etwas anders — sie werden nicht selten noch gedruckt verschickt. Was ja auch Sinn macht, weil sich die Rezensenten so auch von der Aufmachung von geplanten Neuerscheinungen machen können. Für solche Vorab-Leseexemplare in Kleinauflage lohnt es sich aber eigentlich nicht, die traditionelle Druckerpresse anzuwerfen — darum ist es nur folgerichtig, wenn Suhrkamp jetzt gezielt Print-On-Demand zu diesem Zweck einsetzt.

Druck und Versand individueller Exemplare

Die Abwicklung geschieht über die BoD-Verlagssoftware Biblioconnect, die Druck und Versand einzelner Exemplare ermöglicht, inklusive individueller Anschreiben. Suhrkamp ist der erste Verlag, der diesen neuen Service nutzt. Auch für wenig gefragte Backlisttitel dürfte sich Print-on-Demand für viele Verlage lohnen, denn je größer die lieferbare Backlist ist, desto eher setzt schließlich der Long-Tail-Effekt ein.

Bei den Verkaufsexemplaren von Neuerscheinungen dürfte es dagegen vorerst beim traditionellen Modell bleibten – sprich, es werden große Auflagen vorab gedruckt und über das klassische Vertriebsnetz — also vor allem über den Buchhandel — unter die Leute gebracht. Auch wenn große Print-on-Demand-Player wie etwa Amazon das sicher auch bei klassischen Verlagen gerne anders regeln würden.

(via Börsenblatt)

BoD profitiert vom Self-Publishing-Boom: Schon jeder zweite neue Indie-Titel wird in Norderstedt gedruckt

bod-buch-produktion-on-demandDass man bei „Books on Demand“ heutzutage unweigerlich an das Unternehmen BoD denkt, hat sozusagen schon historische Gründe — denn den Print-On-Demand-Dienstleister aus Norderstedt bei Hamburg gibt es nun schon seit zwanzig Jahren. Am 1. Juli 1998 erschien mit der „Die Verfassung der Freien- u. Hansestadt Hamburg“ das erste Buch über BoD im Print on Demand. Als Abteilung der Libri GmbH gegründet, ist BoD heute nach eigenen Angaben europäischer Markt- und Technologieführer — und profitiert nicht nur vom PoD-Trend im Verlagswesen, sondern erst recht vom Self-Publishing-Boom des letzten Jahrzehnts.

Dabei wird natürlich weitaus mehr als nur gedruckt — BoD organisiert auch den Vertrieb: Mehr als 80 000 Self-Publishing-Titel sind derzeit via BoD im gesamten Buchhandel verfügbar. Seit Einführung der E-Book-Publikation bei Books on Demand im Oktober 2010 kämen noch über 60.000 lieferbare E-Books hinzu (dem E-Book-Boom ist es im übrigen auch zu verdanken, dass man heutzutage meist von Print-On-Demand spricht, nicht von Book-On-Demand). Insgesamt veröffentlichen mehr als 40.000 Autoren ihre Bücher mit BoD, dazu kommen etwa 2.500 Verlage.

„War in Deutschland Ende 2016 noch etwas mehr als jede vierte Print-Neuerscheinung ein Self-Publishing-Titel, so ist Ende 2017 bereits jede dritte Erstauflage selbstverlegt“, verkündete BoD anlässlich des Firmenjubiläums. Das treibt auch die BoD-Umsätze — denn die Hälfte der im Buchhandel neu gelisteten Selfpublishing-Titel wird in Norderstedt gedruckt.

Insgesamt sind sogar mehr als 3,6 Millionen Titel „druckbereit“, können also in kurzer Zeit in Kleinstauflage ab einem Exemplar oder auch in größeren Mengen bereitgestellt werden — die Titelzahl stieg seit Anfang 2017 um satte 33 Prozent. Das Unternehmen wächst mit dem Boom der Branche — die Produktionskapazitäten wurden im letzten Jahr um 50 Prozent ausgeweitet.

Drei, zwei, eins, Buch ist deins: BoD nutzt eBay als Vertriebsschiene für Self-Publishing-Titel

ebay-als-vertriebsschiene-fuer-buecherIst eBay nun also das untentdeckte Land der Buchvermarktung — nicht nur für alte Schwarten, sondern auch für frisch gedruckte Neuerscheinungen? Ja, meint offenbar BoD, und schließt den Online-Marktplatz jetzt aktiv in sein Vertriebsnetz mit ein. Self-Publisher wie auch kleine Verlage, die Print-On-Demand via BoD nutzen, machen somit ihre Bücher automatisch auch via eBay lieferbar.

Mehr Discoverability & Visibility

Mit diesem Schritt wolle man „die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit der Titel unserer Autoren erhöhen“, so Gerd Robertz, Sprecher der BoD-Geschäftsführung. Nach Aussage des Unternehmens sind bereits die ersten Titel auf der Plattform gelistet, in Kürze sollen sämtliche Printtitel, die auch über den BoD-Buchshop verfügbar sind, bei eBay erhältlich sein. Der Versand erfolgt kostenlos, wie bei vielen anderen via eBay tätigen Online-Buchhändlern auch.

eBay bei Buch-Resellern schon lange beliebt

Ganz neu ist eBay als zuzsätzlicher Verkaufskanal nämlich nicht: Tatsächlich nutzen bereits zahlreiche Reseller die eben-nicht-nur Auktionsplattform, um den Absatz ihrer Bücher zu erhöhen. Natürlich immer unter Einhaltung der Buchpreisbindung — denn Neuware muss natürlich auch bei eBay zum vollen Ladenpreis angeboten werden, versteigern darf man dort auch zukünftig nur gedruckte Second-Hand-Ware.

BoD-Umfrage: Indies im Buchhandel schon ganz gut verankert, doch es bleiben noch viele Wünsche offen

indies-im-buchhandel-schon-gut-verankertImmer mehr Self-Publisher entdecken Print-On-Demand als Absatzkanal, und parallel den traditionellen Buchhandel als Vertriebspartner — das zeigt eine aktuelle Umfrage von BoD & Buchreport unter mehr als 300 Buchhändlern. Jeder zweite der befragten Stationären (52 Prozent) führte bereits Self-Publishing-Titel, etwas mehr als im letzten Jahr (s.a. Infografik unten).

Regionaler Bezug als Door Opener

Dabei bleiben Titel mit regionalem Bezug der Türöffner für die Indies — die Hälfte der Befragten sah hier Potenzial. Aber auch populäre Genres (22 Prozent), Ratgeber (18 Prozent) oder Belletristik (17 Prozent) schaffen es nicht selten in die Regale des lokalen Handels. In der Regel direkt über die Kooperation von BoD mit diversen Barsortimentern, für jeden zweiten Buchhändler ist die Listung bei Libri, KNV & Co. Vorbedingung. Jedem dritten reicht ein Eintrag im VLB.

Amazon hat Lieferbarkeits-Problem

Bei Amazons PoD-Service Createspace gedruckte Titel dagegen landen nur dann beim Buchhändler um die Ecke, wenn Autoren direkt und erfolgreich Kontakt aufnehmen, oder Kunden solche Titel bestellen, und der Händler die Bestellung tatsächlich über Amazon abwickelt (11 Prozent der Befragten tun das!). Der Umfrage zufolge wächst auch die Nachfrage nach Indie-Titeln von seiten der Kunden, die Zahl der Anfragen habe zugenommen.

Nicht alle Buchhändler zufrieden

Bis zur Gleichstellung von Indie-Titeln und Verlagsware ist es aber noch ein weiter Weg — drei Viertel der Buchhändler sehen immer noch Mängel bei der gestalterischen und inhalterischen Qualität, wünschen sich Fortschritte bei der Barsortiments-Lieferbarkeit und auch die gewohnten Buchhandelskonditionen (z.B. Remissionrecht).

(via Buchreport.de)

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BoD startet „PublIQation“: akademisches Self-Publishing de Luxe, ab 499 Euro

publiqationAkademisches Publizieren war schon immer eine Goldgrube für Verlage: ähnlich wie bei so mancher „Vanity Press“ brachten Autoren nicht nur ein fertiges Manuskript mit, sondern zahlten auch noch eine kräftige Anschubfinanzierung, um die Druckkosten abzudecken („verlorener Druckkostenzuschuss“), und verzichteten sogar auf Honorare? Insofern kein Zufall, wenn nun mit BoD Deutschlands führender Print-On-Demand-Anbieter mit dem Premium-Label „PublIQation“ akademisches Indie-Publishing de Luxe anbietet. Denn auch in Academia wird immer öfter alternativ publiziert. Viele Masterarbeiten, Dissertationen, Monographien und Artikel landen als PDF direkt auf dem Server der Uni-Bibliothek, und/oder werden quick and dirty parallel via Print-On-Demand in Kleinstauflagen gedruckt.

Eine Bastion der Scientific Community ist aber eben noch nicht ganz geschleift: die Publikation in einem renommierten oder renommiert scheinenden Verlag gilt in vielen Disziplinen immer noch als Ausweis wissenschaftlicher Seriosität.

Das „Reputation Building“ kann man ab jetzt auch vergleichsweise kostengünstig via PublIQation betreiben — für 490, bzw. 1.290 und 2.990 Euro pro Veröffentlichung stehen die Publishing-Pakete „IQ advanced“, „IQ superior“ und „IQ genius“ zur Verfügung. Gedruckt wird grundsätzlich archiv-taugliches Hardcover, dazu kommt eine elektronische Version mindestens im PDF-Format, die gegen Aufpreis auch via Open Access zur Verfügung gestellt wird.

Bei den teureren Varianten ist auch ein Plagiatscheck mit iThenticate inklusive, und es gibt zusätzliche Freiexemplare. Da der publizierende Wissenschaftler bzw. die publizierende Institution selbst über den Endkundenpreis des Buches entscheidet, fließen beim Verkauf ggf. auch Tantiemen. Gerade für individuelle Wissenschaftsautoren, die so viele „Academic Services“ im Bereich Qualitätssicherung, Distribution und Archivierung gar nicht brauchen, gibt es natürlich auch einen weitaus kostengünstigeren Weg, via BoD eine Publikation deutschlandweit gedruckt in Buchhandel und Bibliotheken zu bringen: das normale Self-Publishing-Paket inklusive ISBN ist schon ab 20 Euro zu haben.

Mehr Sichtbarkeit für Indie-Titel: BoD kooperiert mit Hugendubel & Osiander

visibility-fuer-selfpublisher-im-buchhandelVor der Discoverability kommt die Visibility. Gerade Self-Publishing-Titeln fehlt aber bisher die Sichtbarkeit im Sortimentsbuchhandel vor Ort. Doch das ändert sich gerade, siehe den aktuellen Schritt von BoD: das Unternehmen kooperiert ab jetzt in Sachen Indies mit den Buchhandelsketten Hugendubel und Osiander. „Die zunehmende Professionalisierung bei selbstverlegten Titeln bietet dem stationären Buchhandel eine große Chance, vom Self-Publishing-Boom zu profitieren“, hofft Gerd Robertz, Sprecher der BoD-Geschäftsführung.

Regionaler Bezug als Startvorteil

Bei BoD aktive Self-Publishing-Autoren können sich bis zu fünf Buchhandlungen in ihrer Region aussuchen, und diesen jeweils ein Textexemplar anbieten. BoD sendet dann den ausgewählten Standorten ein Gratisexemplar zu — soweit die Qualität stimmt, wohlgemerkt. Eine „Vorabprüfung“ behält sich der Self-Publishing-Dienstleister bei diesem Serviceangebot nämlich vor. Der letzte Filter bleibt dann — wie immer — der Buchhändler selbst.

Jeder zweite Buchhändler listet Indie-Titel

Die Chancen stehen aber eigentlich ganz gut. Wie erst kürzlich eine Umfrage von BoD & Indie Publishing unter mehr als 300 Buchhändlern ergab, hat jeder zweite bereits Selfpublishing-Titel im Programm, ebensoviele halten Bücher mit regionalem Bezug für besonders gut vermarktbar. Verbesserungsbedarf sahen drei Viertel der Befragten jedoch bei der gestalterischen und inhaltlichen Qualität.

Abb.: libarary_mistress (cc-by-sa-2.0)

Self-Publishing ist Profi-Publishing: Jeder zweite Indie bereits Experten- oder Berufsautor

self-publishing-studie-bod-2016Dass Self-Publishing mehr ist als ein randständiges, obskures Hobby — wissen wir natürlich schon längst. Nicht umsonst ist das Business rund um Print-On-Demand und E-Book-Direktpublishing inzwischen ein Millionengeschäft, an dem die Großen der Branche von KDP/Createspace über epubli bis zu BoD gut verdienen. Professionalisiert haben sich im Zuge der wachsenden Möglichkeiten aber auch die unabhängigen Content-Produzenten selbst, zeigt die aktuelle „Europäische Self-Publishing-Studie 2016“ von Books on Demand (BoD): schon jeder zweite ist mittlerweile entweder ein Expertenautor, der neben seiner Arbeit als Berater, Journalist o.ä. publiziert, oder tatsächlich ein hauptberuflicher Schriftsteller bzw. Sachbuchautor.

Berufsautoren setzen auf externe Dienstleister

Letztere machen zwar nur 12 Prozent der Indie-Autoren insgesamt aus, arbeiten aber dafür auch am meisten am Text: 15 Stunden pro Woche investieren sie alleine in den Schreibprozess. Anders als Hobby-Autoren sind die Profis auch viel stärker bereit, bei Erstellung, Gestaltung und Vermarktung mit externen Dienstleistern zusammenzuarbeiten, um die bestmögliche Qualität zu erzielen. Nicht selten werden dabei 1.000 Euro und mehr ausgegeben, um einen Titel fit für den Buchmarkt zu machen. Für jeden zweiten Berufsautor ist das der Normalfall (insgesamt nur für knapp jeden dritten Self-Publisher) — und sogar drei Viertel von ihnen nutzen auf jeden Fall auch ein Lektorat.

Kombination Print On Demand plus E-Book ist die Regel

Das selbst verlegte Buch ist in der Mehrzahl der Fälle ein Print-Buch, und zugleich ein E-Book: 69 Prozent der Self-Publisher in Europa fährt in punkto Medium nämlich zweigleisig. Was theoretisch auch klassische Vertriebswege öffnet. Allerdings bleibt bis auf weiteres der Online-Buchhandel der wichtigste Absatzmarkt, der direkte Weg in die Regale des Buchladens an der nächsten Ecke bleibt für selbst verlegte Titel allerdings noch ein Ausnahmefall.

Kunden fragen Buchhändler vermehrt nach Indie-Titeln

Doch das ändert sich gerade: fast schon jeder zweite der im Rahmen der Studie ebenfalls befragten Buchhändler erhält mehrmals wöchentlich Kundenanfragen zu Self-Publishing-Titeln, die meisten von ihnen geben an, bei entsprechender Nachfrage die Indie-Veröffentlichungen auch ins Programm zu übernehmen. Das dürfte auch deswegen Zukunft haben, weil immer mehr Publisher nicht in die Entweder-Oder-Kategorie einzuordnen sind, sondern als „Hybrid-Autoren“ sowohl für Verlage wie auch auf eigene Rechnung schreiben.

BoD-Self-Publishing-Studie-Europa-2016

Service von A bis Z: Random House & BoD starten „Self-Publishing-Verlag“ TWENTYSIX

twentysix-der-self-publishing-verlagSelf-Publishing für „ambitionierte“ Autoren will das neue Portal TWENTYSIX bieten, eine Kooperation der Verlagsgruppe Random House und Books on Demand (BoD). Ein cleverer Deal, denn mit der Gründung des „Selfpublishing-Verlags“ bündeln der Verlagsriese und Deutschlands führender Self-Publishing-Dienstleister ihre Kräfte: während BoD Technik und Logistik beisteuert, lockt die Promotion-Maschine von Random House als besonderes Incentive für vielversprechende Indie-Talente.

Lektoren auf Talent-Suche

„TWENTYSIX-Autoren haben die Chance, von Verlagen der Verlagsgruppe Random House entdeckt zu werden“, verspricht die aktuelle Pressemitteilung – Lektoren würden „Neuerscheinungen prüfen“, um „potenzielle neue Autoren zu entdecken“. Auch für das obere Mittelfeld kann sich die Veröffentlichung via TWENTYSIX lohnen, denn vielversprechende Self-Publisher können von einer Jury aus Lektoren und Marketing-Experten beider Partner für „exklusive Verlagsservices“ nominiert werden. Solche kostenlosen Angebote können „Autoren-Coachings, die Produktion von Buchtrailern oder weitere Werbemaßnahmen umfassen“.

Zwischen Verlag & Self-Publishing

Mit solchen Talentscout- und Qualitätsfilterelementen bewegt sich TWENTYSIX ähnlich wie das Droemer/Knaur-Startup neobooks oder Amazon Publishing ganz bewusst in der Grauzone zwischen traditionellem Verlag und neuen, unabhängigen Formen des Publizierens: „Twentysix ist das ideale Angebot für Autoren, die sich auch im Self-Publishing eine Anbindung an einen Verlag wünschen“, umschreibt BoD-Geschäftsführer Gerd Robertz die erhoffte Zielgruppe.

Angebot ähnelt dem von BoD

Mit „26|Basic“ (E-Book-only, Null Euro), „26|Plus“ (39 Euro) und „26|Premium“ (199 Euro) stehen Autoren bei TWENTYSIX drei Angebote zur Auswahl, um ihr Buch als E-Book und in gedruckter Form zu veröffentlichen – wobei der Leistungsumfang größtenteils den bisherigen BoD-Paketen gleicht, die von BoD E-Book (Null Euro) über BoD Classic (19 Euro) bis zu BoD Comfort (249 Euro) reichen. Nicht mit enthalten ist beim alten BoD-Modell aber das Coverdesign, das man bisher für 99 Euro hinzubuchen musste, auch ist TWENTYSIX spendabler bei gedruckten Freiexemplaren.

BoD-Selfpublishing-Studie 2014: Immer mehr Indies investieren in Profi-Gestaltung & Vermarktung

Bei vielen Indie-Titeln kann man es bereits an professioneller Covergestaltung und Layout erkennen: Self-Publishing ist erwachsen geworden, viele Autoren sind zu Ein-Mann-Verlagen mutiert, die unternehmerische Entscheidungen treffen und bewusst Geld in Produktion, aber auch die Vermarktung ihrer Titel stecken. Der aktuellen Selfpublisher-Studie 2014 von Books on Demand (BoD) zufolge investiert bereits jeder zehnte Autor in Europa mehr als 1.000 Euro in die äußere Gestaltung seines Buches. Neben Geld wird aber auch eine Menge Zeit verausgabt: Ein Drittel der deutschen Indies sitzt mindestens 10 Stunden pro Woche an der Tastatur, zehn Prozent der Autoren nutzt zudem mindestens 5 Stunden pro Woche für das Buchmarketing.

Vom Hobbyisten zum Profi

Im Vergleich zur Vorjahres-Studie will BoD sogar einen deutlichen Trend weg vom Hobbyautor hin zum Profi-Autor erkennen: immer mehr Autoren würden das Schreiben zum Beruf machen, immer mehr Experten parallel zu anderen Medien auch E-Books und Print-On-Demand nutzen, um ihr Wissen zu vermarkten. Allerdings war 2013 die Teilnehmerzahl der Studie deutlich kleiner. Letztlich stellen auch 2014 die vor allem Belletristik für Friends & Family produzierenden Amateure mit knapp 40 Prozent immer noch die größte Gruppe, Berufsautoren (36 Prozent) und besonders die Experten (20 Prozent) haben aber aufgeholt.

Viele Indies nutzen Crowdsourcing

Die Gretchenfrage bei der Trennung zwischen Hobby- und Profiautor lautet immer noch: wie hältst du’s mit externen Dienstleistungen und/oder der Crowd? Fast vierzig Prozent der deutschen Self-Publisher, so die BoD-Studie, arbeiten bei der Buch-Produktion mit Dritten zusammen: sie bezahlen für Korrektorat/Lektorat und Covergestaltung und suchen sich Testleser. Überhaupt nutzt schon jeder dritte Indie-Autor Crowdsourcing, und bittet die Community um Feedback bei der Entwicklung des Inhalts, aber auch bei Cover- und Titelauswahl.

Kommt ein Self-Publisher in die Buchhandlung…

Bei der Vermarktung haben die deutschen Self-Publisher dagegen noch Nachholbedarf – nur knapp jeder sechste Autor investiert in professionelle Pressearbeit, lässt eine Website erstellen oder bucht Online-Werbung (Tipp: auf E-Book-News gibt’s Self-Publisher-Rabatt). Zu den beliebtesten Do-it-Yourself-Methoden beim Marketing zählen immer noch Facebook & Twitter sowie das Verbreiten von Gratis-E-Books. Viele entdecken auch den stationären Buchhandel als reichweitenstarke Plattform: jeder zweite deutsche Self-Publisher kontaktiert Buchhändler persönlich, um seine Titel ins Regal stellen zu können, was in zwei Drittel der Fälle (!) offenbar auch klappt.

Begrenzt unlimited: epubli & BOD setzen auf E-Book-Verleih via Skoobe

Kindle Unlimited“ gibt’s bisher nur in den USA – trotzdem sorgt Amazons neue E-Book-Flatrate bereits für konkrete Reaktionen in Deutschland: zeitgleich haben die Self-Publishing-Dienstleister epubli (gehört zu Holtzbrinck Digital) und Books on Demand angekündigt, E-Books über die normale Distribution hinaus auch via Skoobe anzubieten.

Über die deutsche Flatrate-App sind bisher knapp 50.000 Verlags-Titel verfügbar. Nun dürfte das Angebot der von Holtzbrinck & Bertelsmann angeschobenen Unternehmung deutlich wachsen, alleine bei BoD wurden immerhin schon 24.000 E-Books veröffentlicht, bei epubli sind es bisher lediglich 12.000 Titel. Skoobe wird allerdings nicht nur mit Self-Publishing-Titeln geflutet, gerade BoD wird auch von vielen kleineren Verlagen genutzt. Bei epubli veröffentlichte E-Books lassen sich zudem auf der Fachbuchplattform PaperC mieten.

Ob sich durch die Skoobe-Option die Nutzung von epubli oder BoD nun stärker lohnt als bisher, bleibt allerdings zweifelhaft – denn das Kerngeschäft beider Dienstleister ist und bleibt Print-On-Demand. Das zeigt auch die merkwürdige Preisstruktur: Im Unterschied etwa zu Amazons KDP oder auf E-Books spezialierten deutschen Plattformen wie Xinxii, Neobooks oder BookRix muss man für die E-Book-Veröffentlichtung immer noch Geld bezahlen. Bei epubli sind 15 Euro zu berappen, bei BoD 19 Euro (es sei denn, man nutzt das neue „E-Short“-Programm für Kurztexte bis 80.000 Zeichen).

Viele Self-Publisher dürften deswegen auch weiterhin vor allem auf Amazons Kindle Direkt Publishing setzen, und auf den Start von „Kindle Unlimited“ in Deutschland warten, den Branchenbeobachter schon für den Herbst 2014 erwarten. Die US-Version der E-Book-Flatrate umfasst bereits 500.000 Titel, die meisten davon sind E-Books von Indie-Autoren.

Abb.: Skoobe.de