Sternchen für Vielleser: Kobo-App „Reading Life“ macht E-Book-Lektüre zum sozialen Event

kobo-app-ipad-ereading-life Auf der Suche nach dem „Unique Selling Point“ hat Kobo das soziale Lesen entdeckt: die „Reading Life“-Funktion der neuen Kobo-App für das iPad hilft E-Book Freunden, via Facebook an ihrer Web-Persönlichkeit zu basteln, getreu dem Motto: du bist, was du liest. Neben literarischen Status-Updates macht die neue Kobo-App aber dank grafischer Auswertungen auch dem Leser selbst stärker bewusst, was und wie er liest. Belohnungen gibt’s obendrein – für verschiedenste Leseleistungen werden automatische „Awards“ verliehen.

Kobo folgt dem Trend des „Social Readings“

Wer E-Books liest, ist nicht mehr allein. Erst recht nicht, wenn die Lektüre auf dem iPad stattfindet. Denn immer mehr Apps machen Lesen zum sozialen Prozess. Zu den über Social Media-Kanäle verbreiteten Informationen gehört mittlerweile auch, was man liest, wann man liest, und natürlich auch wieviel man liest. Zu den Bestsellern haben sich die am meisten unterstrichenen Passagen gesellt, und ob die E-Books dem Leser gefallen, verraten Daumensymbole oder Emoticons. Diesem Trend folgt nun auch der kanadische Anbieter Kobo: „eReading is going social, local and real-time“ – lauten kurz zusammengefasst die wichtigsten Neuerungen der Kobo-App für das iPad. Mit einer geballten Ladung an neuen Funktionen versucht sich Kobo solchermaßen, von Konkurrenten wie Amazon oder Barnes&Noble abzuheben.


Spätleser dürfen mit dem „Witching Hour“-Award rechnen

Während Status-Updates à la „Ich lese gerade Alice im Wunderland“ ja nichts umwerfend Neues sein dürften, sind die „Awards“ doch etwas ungewöhnlich. Wer beispielsweise viele Informationen mitteilt, bekommt den „Papillion“ verliehen, wer regelmäßig liest (d.h. täglich), darf sich mit dem „Twain“ schmücken. Neigt man zum Schmökern zu später Stunde, heimst man bald den „Witching Hour“-Award ein. Auch diese Ehrentitel werden natürlich im Facebook-Feed den „Freunden“ mitgeteilt. Ohne Facebook läuft allerdings in Sachen Social Reading gar nichts – eine Twitter-Integration etwa fehlt bisher. Auf dem Kobo-Reader selbst sind die Funktionen ebenfalls nicht verfügbar, „Reading Life“ gibt zur Zeit nur für die Kobo-App auf dem iPad. Wer die Kobo-App schon installiert hat, muss sie lediglich updaten.

Die Kobo-App kennt ihre Nutzer ganz genau

Kobos neue App-Erweiterung macht den Leseprozess aber auch für den Leser selbst transparenter: eine spezielle Übersicht bietet eine grafische Auswertung der Lektüre: etwa, wieviel Zeit man auf Bereiche wie E-Mags, Zeitungen und E-Books verwendet, zu welchen Tageszeiten man liest, oder wieviel Prozent der gesamten Bibliothek schon verschlungen wurde. Außerdem gibt es eine Collage zu sehen, die aus den Covern sämtlicher gelesener Bücher zusammengestellt wird – bei entsprechender Lesewut sollte das Bild entfernt dem Koffer eines Globetrotters ähneln. Kobo zufolge sollen diese Formen der Visualisierung des Lesens motivierend wirken. Zugleich macht die Übersicht auch deutlich, wieviele Daten im Zeitalter des vernetzten Lesens ganz automatisch erhoben und analyisert werden können.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".