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Promotion mit Print plus E-Book: Buchhändler verdoppeln Absatz via Shelfie-App

harvard-book-store-bundling-promotionPrint & E-Books bündeln, das klang aus Verlags-Perspektive schon immer vernünftig — bleibt nur die Frage: was haben eigentlich Buchhändler davon? Eine ganze Menge, wie das Beispiel „Shelfie“ zeigt. Deren gleichnamige App (anfangs allerdings unter dem Namen „BitLit“ angetreten) ermöglicht schon seit einigen Jahren dem Printbuchkäufer, die E-Book-Version kostenlos oder mit Rabatt downloaden zu können, als Nachweis dient ein Schnappschuss des von Hand signierten Impressums.

Harvard Book Store ist mit dabei

Inzwischen arbeitet Shelfie auch direkt mit einzelnen Buchhändlern zusammen, die solche Print/E-Book-Bündel dann direkt promoten können, wie es neuerdings z.B. der renommierte Harvard Book Store in Cambridge, Mass. macht. In diesem Fall startet die Kooperation mit Titeln von Houghton Mifflin Harcourt, u.a. Yann Martels „Life of Pi“ und dem „Official TED Guide to Public Speaking“ von TED-Talk-Kurator Chris Anderson.

„Printverkäufe stiegen um 180%“

Die Buch-Promotion via Bundling soll sich sehr stark auf die Verkaufszahlen solcher Titel auswirken — Shelfie-Mitgründer Peter Hudson gab jetzt gegenüber „The Digital Reader“ an, die Printverkäufe ließen sich teilweise fast verdreifachen: „Klebt man den Shelfie-Sticker auf das Buch, vergrößert das den vom Käufer angenommenen Mehrwert – in bisherigen Testläufen stiegen die Printverkäufe um 180 Prozent“. [AdR: womit Hudson offenbar plus 80 % bzw. das 1,8 fache meinte]

Mehr als 1.300 Verlage nutzen Shelfie

Bisher werden allerdings immer nur ausgewählte Bundles für solche Promotion-Aktionen genutzt, nicht die gesamte Back- und Frontlist von Verlagen. Das Potential scheint aber sehr groß zu sein. Immerhin sind schon mehr als 1.300 Verlage mit an Bord bei Shelfie, mit HarperCollins, Hachette und Macmillan auch drei der us-amerikanischen „Big Five“.

(Via The Digital Reader)

Abb.: David Ohmer/Flickr (cc-by-2.0)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

2 Gedanken zu „Promotion mit Print plus E-Book: Buchhändler verdoppeln Absatz via Shelfie-App“

  1. Tja, wäre auch hierzulande eine schöne Sache, hätte da nicht im Jahre 2014 das Bundesfinanzministerium mit einem Erlass das ganze Geschäftsmodell zerstört. Wenn man dem Print das E-Book beilegen möchte, muss man den Anteil des E-Books am Gesamtpreis herausrechnen und mit 19% Umsatzsteuer belegen, während das Printbuch bei 7% bleibt. Viele Warenwirtschaftssysteme der Händler sind bis heute nicht geeignet für zwei Steuersätzen pro Produkt, nicht mal das VLB erlaubt die Eingabe von zwei Steuersätzen. Man kann auch nicht das E-Book kostenlos beilegen, wenn man es zusätzlich separat verkauft, da das wiederum ein unzulässiger Preisnachlass nach Buchpreisbindungsgesetz ist. Es bleibt schwierig …

    1. Mja, in Deutschland ist das alles nicht ganz so einfach. Aber eine zweite E-Book-Version speziell für die Bundle-Promotion, mit eigener ISBN, verändertem Cover und einer zusätzlichen Leseprobe o.ä. hinten dran um es narrensicher zu machen, ist ja nun auch nicht sooo schwierig herzustellen… Zumindest für ausgewählte Titel dürfte es Sinn machen.

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