Home » E-Newspaper

Deutsche Zeitungsverlage testen E-Newspaper auf dem Sony-Reader

16 Okt 2009

Zeitungsverlage testen E-Newspaper auf Sony Reader_Bild_Pixelio_OpaRolf.gifDeutsche Zeitungsverlage setzen ihre Hoffnungen auf den E-Reader als neues Medium: im Herbst startet ein sechswöchiger Feldversuch mit Lesegeräten von Sony. Den Content liefern die Frankfurter Rundschau sowie die „Ruhrnachrichten“, für die mediale Aufbereitung sorgt dpa-infocom. Bisher bieten in Deutschland nur die FAZ (für den Kindle) sowie die taz (im epub-Format) eine regelmäßige E-Paper-Version an.

Wie bringt man das Lesererlebnis Tageszeitung auf ein E-Reader-Display?

„Das wichtigste Zukunftsprojekt für Verlage“ seien momentan E-Reader, so Silke Springensguth, Geschäftsführerin der DuMont Net GmbH, gegenüber Kress Mediendienst. Im anvisierten Feldversuch sollen die Inhalte einmal pro Tag aktualisiert werden, also mehr oder weniger das Leseerlebnis einer normalen Tageszeitung bieten. Eine separate Online-Redaktion gibt es dafür bei den Ruhrnachrichten nicht – was in das E-Paper kommt, entscheiden Redakteure im „normalen“ Newsroom. In den Niederlanden etwa ist das anders: dort erscheint das NRC Handelsblad bereits seit 2008 regelmäßig auch in einer epaper-Version, die speziell für die WLAN-fähigen iLiad-Reader von iRex optimiert wird. Die Zeitung beschäftigt ein eigenes Team von Layoutern und Redakteuren, um den Inhalt der regulären Zeitung optisch für die Displays von E-Readern und Mobiltelefonen aufzubereiten. Mit ähnlichem Aufwand arbeitet bereits seit 2007 die französische Zeitung Les Echos, die nun die Umwandlung des E-Papers in einen E-Kiosk plant, der den Lesern auch den Zugriff auf ander Blätter wie Le Monde und Le Figaro bietet.

Welche Zukunft hat PaidContent auf einem internet-fähigen E-Reader?

Dass die deutschen Verlage nun auf den Zug in Richtung E-Paper aufspringen, hat offenbar auch mit der absehbaren Entwicklung der Lesegeräte zu tun: Offenbar hofft man, mittelfristig auf E-Ink-Basis zahlende Kunden zu gewinnen, bevor drahtlose, internetfähige Reader den Massenmarkt erobern. Denn das würde schließlich die Hoffnung auf die Durchsetzung von PaidContent schnell wieder zunichte machen: „Wenn die nächste Generation der E-Reader erst einmal Browser hat, stellt sich die Frage, warum man damit nicht gleich auf die Website der Zeitung surft“, bestätigt gegenüber Kress Mediendienst Karsten Kaiser, Online-Chef des Medienhauses Lensing.

Bild: Pixelio/Oparolf