Made in China, read in China: „Online Literature“ boomt, schon mehr als 350 Mio. Leser, 2 Mrd. Dollar Marktvolumen

china-reading-homepageEin Kursfeuerwerk, ausgelöst durch den Börsengang eines Unternehmens, dass Bücher produziert, und schon vor der Platzierung der Aktie locker einen Jahresumsatz von 300 Millionen Dollar generiert? In China kein Ding der Unmöglichkeit — dort hat im vergangenen November nämlich Tencent, neben Baidu und Alibaba einer der größten Internet-Konzerne des Landes, seine Tochter China Literature auf das Parkett des Hong Kong Stock Exchange gebracht.

Jeder zweite Internet-Nutzer in China liest E-Book-Serien

Die Umsätze werden allerdings weder mit Print noch mit herkömmlichen E-Books gemacht, sondern mit … „Online literature“, Roman- und Comicserien, deren Folgen via Mobilgerät konsumiert werden. Den Marktforschern von iResearch zufolge gibt es im Land der Mitte bereits 353 Millionen Online Literature-LeserInnen, fast die Hälfte der Internet-Nutzer schmökert auf diese Weise, meist via Smartphone.

Zweistellige Wachstumsraten

Das Marktvolumen insgesamt lag laut iResearch im Jahr 2017 bei fast zwei Milliarden Dollar, bis 2019 könnte es schon bei fast drei Milliarden Dollar liegen. Die zu China Literature gehörende Plattform „China Reading“ mit ihrem Heer aus 6,5 Millionen Autoren, 9,6 Millionen Stories,192 Millionen regelmäßigen LeserInnen verzeichnet zweistellige Wachstumsraten, der Marktanteil des Unternehmens liegt bei Amazon-mäßigen 70 Prozent.

Filmrechte als Umsatztreiber

Wichtigste Umsatzquelle sind inzwischen die Verwertungrechte für Film und Fernsehen, zu besonderen Cash Cows haben sich Stoffe wie “The Legend of Concubine Zhen Huan”, “The Secret of the Grave Robber” and “The Journey of Flower” gemausert. China Literature selbst brüstet sich bereits damit, der Online Literatur-Markt gehöre zu den vier wichtigsten Umsatztreibern im Kulturbereich weltweit, neben Hollywood Blockbustern, japanischen Mangas und südkoranischen Kult-TV Serien.

(via Goodereader.com, chinadaily & globalvoices.org)

Carpenter vs. United States, oder: Ist das Smartphone ein Teil der Privatsphäre?

prism-macht-orwell-zum-bestseller-titelNachdem Sie dich schon monatelang auf Schritt und Tritt überwacht haben, kommen sie im Morgengrauen in dein Haus: sie treten die Tür ein, und durchsuchen deine Wohnung: alle Schubladen werden umgedreht, jedes Blatt Papier kontrolliert, jedes Notizbuch eingescannt, alle Bücher im Regal werden abfotografiert, auf Anstreichungen durchsucht, sie sehen sich deine Fotoalben an und nehmen deine CDs und DVDs mit.

Smartphonedieb als Smartphone-Opfer

Was im analogen Leben nach einem schweren Eingriff in die Privatsphäre klingt, passiert im digitalen Raum ständig: Smartphones und Tablets werden von der Polizei beschlagnahmt und nach ermittlungsrelevanten Daten durchsucht. Was bei Mobilgeräte sogar noch interessanter macht als eine Hausdurchsuchung: die Provider liefern dank Vorratsdatenspeicherung in vielen Ländern ausführliche Verbindungs- und Bewegungsdaten frei Haus dazu.

In den USA dürfte genau solch ein Fall nun Rechtsgeschichte schreiben — im Zentrum steht nicht nur der per Smartphone-Analyse überführte … nun ja, Smartphonedieb Timothy Carpenter, der in einer Reihe von Elektronikfachmärkten säckeweise Mobiltelefone gestohlen hatte, was ihm nun im schlimmsten Fall mehr als 100 Jahre Haftstrafe einbringen könnte. Vor dem Supreme Court geht es beim Casus Carpenter vs. United States auch um die Definition der Privatsphäre im digitalen Zeitalter.

Gibt es eine digitale Privatsphäre?

Ist unser digitales Zuhause mit dem realen Zuhause vergleichbar, das niemand ohne richterliche Erlaubnis gegen unseren Willen betreten darf? Ist es in Ordnung, dass jeder unserer Schritte außerhalb der Wohnung vorsorglich observiert wird? Zwei Rechtsauffassungen stehen gegeneinander — wir überlassen die Daten ja freiwillig den Mobilfunkbetreibern, so die pragmatische Variante, also gibt es keine digitale Privatsphäre (die sogenannte „Third-Party-Doktrin“). Nein, Grundrechte gelten universell, die Privatsphäre lässt sich nicht auf analoge Bereich begrenzen, so die Gegenmeinung.

In den USA z.B. bezieht sich der 4. Zusatzartikel zur Verfassung auf „houses, papers, and effects“, die vor dem willkürlichen Zugriff durch staatliche Instanzen geschützt werden. Doch wie muss man das heutzutage interpretieren? Die NYT schreibt dazu: „The court’s decision, expected by June, will apply the Fourth Amendment, drafted in the 18th century, to a world in which people’s movements are continuously recorded by devices in their cars, pockets and purses, by toll plazas and by transit systems. The court’s reasoning may also apply to email and text messages, internet searches, and bank and credit card records.“

Third-Party-Doktrin & die Folgen

Das gemeine an der „Third-Party-Doktrin“ ist ja gerade: lässt man sie unbeschränkt gelten, bedeutet die Nutzung von elektronischen bzw. digitalen Medien automatisch, dass man einer Überwachung zustimmt. Keine echte Werbung für Smartphone, Tablet, Laptop & Co, und somit kein Wunder, dass nicht nur Bürgerrechts-Aktivisten, sondern auch große Konzerne wie Apple, Amazon oder Google in dieser Woche sehr aufmerksam nach Washington schauen, wenn am Mittwoch die Anhörungen in Sachen Carpenter vs. US beginnen.

Abb.: Flickr/pallih (cc)

cBook statt nur eBook: lässt sich eine Geschichte halb im Bewegtbild, halb im Text besser erzählen?

cbook-kombiniert-film-und-buchErinnert sich noch jemand an das „Vook“, also die Mischung aus Video-Clips und E-Book-Text? Immer wieder mal gab es in den letzten Jahren Versuche, das elektronische Buch medial weiterzudenken, erleichtert natürlich durch das App-Zeitalter, denn auf Smartphone & Tablet ist das alles auch auf mobilen Lesegeräten technisch kein Problem. Meist war Multimedia allerdings nur schmückendes Beiwerk, am Markt durchsetzen konnten sich die Produkte letzlich nicht. Aber man soll die Hoffnung auf was neues ja nie aufgeben…

Erst Text plus Film ergeben die ganze Story

Im Google Play Store wie auch in Amazons Kindle Shop kann man jetzt wieder einen Versuch in dieser Richtung probelesen — „Monsoon Tide“ von Nick Fletcher und Elsa Evripidou. Die beiden Medienkünstler nennen ihr Projekt „cBook“, wobei „c“ für „cinematic“ steht. Der Claim der cineastischen Buchmacher geht so: „Imagine a product where you can access a character’s backstory, inner thoughts and motivations but you can also see and hear the people, locations and action with the immediacy of a film.“ Zwischen die Text-Kapitel sind zu diesem Zweck kurze Film-Clips eingebettet, die Teile der Handlung ergänzen bzw. parallel erzählen — erst Bewegtbild und Text zusammen ergeben also die komplette Story.

„Monsoon Tide“ als Prototyp

Erzählt wird in Monsoon Tide die Geschichte von Anni, einer englisch-indischen Entwicklungshelferin, die kurz nach dem Tsunami von 2004 in ihren Heimatort Kerala zurückkehrt, im Gepäck die Asche ihres verstorbenen Vaters. „Am Anfang unseres cBooks stand die komplette Filmfassung von Monsoon Tide“, so die Autoren. „Wir haben dann 15 Clips mit jeweils 3 bis 5 Minuten Spielzeit ausgewählt, die besonders viel Handlung oder besonders starke Bilder vermitteln und besondere Bedeutung für die Geschichte haben“.

Dass am Ende nicht nur ein Film, sondern auch ein „cBook“ herauskam, liegt daran, dass Fletcher mit dem Film alleine nicht zufrieden war und mehr über den Hintergrund der Charaktere erzählen wollte: „Ich hatte so eine Art Heureka-Moment als mir bewusst wurde, dass die E-Book-Technologie es möglich macht, Buch und Film zu kombinieren.“

Schluss mit Depublikation: Siebentage-Löschfrist für Mediatheken von ARD & ZDF soll wegfallen

depublikation-no-moreDepublikation ist die kleine Schwester der Desinformation, könnte man zugespitzt formulieren: was nicht mehr zur Verfügung steht, kann man auch nicht mehr nutzen, um sich zu informieren. Meister der Depublikation sind in Deutschland ausgerechnet die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten — nach sieben Tagen werden Video- und Audioinhalte der Mediatheken in der Regel gelöscht. Das betrifft summa summarum rund 85 Prozent der Beiträge.

Schuld ist eine Festlegung im Rundfunkstaatsvertrag von 2009 — doch nun gibt es einen Hoffnungsschimmer in Sachen Öffi-Open-Access. Offenbar haben sich die Ministerpräsidenten letzte Woche auf eine Vertragsänderung geeinigt, mit der im kommenden Jahr „die Verweildauer über die bisher geltende Sieben-Tage-Regelung hinaus“ ausgedehnt werden könnte. Man wolle das „auflockern und verändern“, so Malu Dreyer, Regierungschefin von Rheinland-Pfalz und turnusgemäß die Leiterin der Rundfunkkommission der Länder.

Erst kürzlich hatten ARD, ZDF und Deutschlandfunk sich noch einmal lauthals darüber beklagt, die bisherigen Vorgaben würden „in keiner Weise der Publikumserwartung entsprechen“ — geprägt von Nutzungsmustern auf privaten Video-On-Demand-Portalen fänden es die Zuschauer heutzutage wichtig, jederzeit auf gewünschte Inhalte zugreifen zu können. Genau hier liegt natürlich auch der Hase im Pfeffer: die private Konkurrenz befürchtet Umsatzeinbußen, wenn die „Backlist“ der öffentlich-rechtlichen Mediatheken plötzlich anschwillt.

Dass die Befristung ganz wegfällt, ist angesichts des Widerstandes der Privaten deswegen eher fraglich, wahrscheinlich wird sie wohl eher auf mehrere Wochen oder Monate ausgedehnt. Wobei selbst sieben Tage bei manchen Inhalten schon jetzt eine Verbesserung bedeuten würde — die Aufzeichnung großer Sportevents à la Fußball-Länderspiele verschwindet derzeit schließlich bereits nach 24 Stunden aus dem Netz, angekaufte Serien und Spielfilme tauchen erst gar nicht auf.

(via golem.de und chip.de)

Per Smartphone-App direkt auf’s Ohr: BookBeat bietet mobiles Hörbuch-Abo

bookbeats-hoerbuch-aboErst Schweden, Finnland und Großbritannien, dann Deutschland: BookBeat, Bonniers Abo-Service für digitale Hörbücher geht nun auch — später als angekündigt — hierzulande an den Start: die App steht ab sofort für iOS– und Android-Nutzer zur Verfügung. Für monatlich 14,90 Euro können BookBeat-Nutzer unbegrenzt Hörbücher streamen oder für die Offline-Lauschüre downloaden, die ersten zwei Wochen lang kann man das neue Angebot gratis testen.

Zum Start „tausende“ Hörbücher im Angebot

Das Spektrum von Bonniers Audio-Abo ist einstweilen noch überschaubar, BookBeat spricht von „tausenden“ Hörbüchern und Hörspielen in deutscher und englischer Sprache. Das Bonnier-Startup hat also eine Art Soft-Launch hingelegt, will Nutzererfahrungen sammeln, die Apps optimieren und den Katalog sukzessive durch Kooperationen mit weiterne Verlagen erweitern. Bisher sind 50 große und kleine Publisher mit im Boot. Auch das für den hiesigen Markt zuständige Team soll noch ausgebaut werden.

Audible ist in Deutschland Marktführer

Anders als bei E-Book-Abos ist der Markt für Hörbuch-Abos in Deutschland noch überschaubar, neben dem zu Amazon gehörenden Marktführer Audible mit mehr als 100.000 Titeln tummeln sich diverse kleinere Akteure mit vergleichweise begrenzten Katalogen. Letzter Neuzugang war Legimi – der polnische Flatrate-Anbieter bietet neben E-Books auch 15.000 Hörbücher, teilweise kann man in der Legimi-App flexibel zwischen E-Book- und Audio-Version hin- und herwechseln.

(via boersenblatt.net)

Wählen & sparen: Wahl-O-Mat & Steuer-O-Mat helfen bei der Entscheidung am 24. September

wahl-o-mat-2017Kaum jemand liest Wahlprogramme, erst recht nicht mehrere zum Vergleich — normalerweise wählen die meisten Bundesbürger nach Gefühl oder Gewohnheit. Bei der Wahl zum Deutschen Bundestag jedoch hat sich dieser Trend in den letzten Jahren geändert: die Leute checken ihre Parteienpräferenz mit dem „Wahl-O-Maten“ der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ab. Fast schon verwunderlich: denn mit zwei Kreuzen ist es hier nicht getan, man muss 38 Ja-Nein-Weißnicht-Entscheidungen treffen, vom Bundeswehreinsatz im Inneren über das Bedingungslose Grundeinkommen bis hin zur verpflichtenden Fake-News-Löschung. Dann gibt es eine Einschätzung: wie nah liegt man an den Programmen der einzelnen Parteien?

Gamification macht Politik wieder spannend

Das wollen immer mehr Menschen wissen — schon bei der letzten Bundestagswahl 2013 (erstmals gab’s den Wahl-O-Maten 2002) spielten 13,3 Millionen Nutzer vor dem Urnengang die Optionen durch, diesmal dürfte der Wert sogar noch deutlich höher liegen. Tatsächlich hat die Gamification der Politik den Wahl-O-Maten zur Killer-App für Desktop und Smartphone gemacht: „Dem Wahl-O-Mat scheint mit seinem spielerischen Ansatz und der didaktischen Reduktion etwas zu gelingen, was manchen anderen Medien nicht gelingt: er schafft es, dass sich sehr viele Menschen für Politik, hier ganz konkret für die Bundestagswahl, interessieren“, so Daniel Kraft von der Bundeszentrale für politische Bildung gegenüber Meedia.

Wahl-O-Mat-Selfie wird via Facebook gepostet

Social-Media-Effekte kommen noch hinzu: die Leute spielen nicht nur mit den Möglichkeiten herum, sie teilen ihre Überraschung angesichts des Ergebnisses auch via Twitter und Facebook, besonders beliebt dabei: der Screenshot, also eine Art Wahlomat-Selfie. Die große Reichweite hat aber letztlich auch mit der wachsenden Zahl der Medienpartner zu tun, die den Wahlomaten in ihre Portale einbinden — diesmal sind es mehr als 50, von SPOL und überregionalen Blättern bis zu Provinzzeitungen.

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Steuer-O-Mat verrät, wieviel Steuerentlastung winkt

Eins verrät der Wahl-o-mat aber bisher leider nicht: was nützt mir eine Koalition aus Partei A und B konkret — muss ich mehr Steuern zahlen oder weniger? Hier springt der Steuer-o-mat ein, den das Online-Steuererklärungs-Unternehmen smartsteuer eingerichtet hat: nach nur drei Fragen (Bruttojahreseinkommen, Verheiratet/Unverheiratet, Zahl der Kinder) erhält man ein Ergebnis, das die meisten noch viel mehr überraschen dürfte als der Wahl-o-Mat. Bis zu einem Jahresbrutto von weit über 50.000 Euro spart man mit der FDP nälich fast nix, mit CDU und SPD gerade mal 200 Euro, mit der Linkspartei dafür mehr als 2.000 Euro.

Am Gesamtergebnis der Wahl dürften beide Helferlein am Ende vielleicht nur wenig ändern, doch zumindest dürfte die Kombination aus Wahl-O-Mat und Steuer-O-Mat den einen oder anderen zum Nachdenken bringen…

Legimi erweitert Flatrate um Hörbücher, ab Herbst kostenloser E-Reader für Abonnenten

legimi-mit-hoerbuechern-und-gratis-readerSkoobe und Readfy kennen viele E-LeserInnen, die Legimi-App dagegen erst wenige — doch das könnte sich bald ändern: der deutsche Ableger des gleichnamigen polnischen Flatrate-Anbieters erweitert sein E-Book-Programm um 15.000 Hörbücher, und legt für Langzeit-Abonnenten (24 Monate) ab Herbst auch einen E-Reader zum symbolischen Preis von einem Euro oben drauf (möglicherweise handelt es sich dabei um das InkBook Prime, s.u.). Bevor es so richtig losgeht, rührt Legimi allerdings nochmal gegenüber den deutschen Verlagen kräftig die Werbetrommel — auch das E-Book-Angebot, derzeit bei 45.000 Titeln, soll ausgeweitet werden.

Zwischen Hörbuch und E-Book switchen

Was sicherlich auch eine gute Idee wäre: Den bisher größten Anteil im deutschen Legimi-Abonnement haben Verlage wie Perry Rhodan digital, Jazzybee, Kohlhammer, Emons, SAGA Egmont und Bastei Lübbe. Da geht also noch deutlich mehr (und zum Vergleich: Skoobe bietet mehr als 175.000 Titel an, Readfy mehr als 100.000 Titel). Als b2b-Dienstleister nutzt Legimi sowohl Libreka wie auch Bookwire. Größter Vorteil gegenüber der Konkurrenz bis dahin bleibt aber erstmal die Möglichkeit, in der aktuellen App komfortabel zwischen E-Book und Hörbuchversion eines Titels (soweit beide Versionen angeboten werden) hin- und herwechseln zu können.

Auch rabattierte E-Books im Einzelverkauf

Außerdem bietet Legimi.de den Flatrate-Abonennten schon jetzt mehr als 200.000 E-Books und Hörbücher zum Einzel-Kauf an, interessanterweise sowohl für die Nutzung auf Kindle wie auch auf Tolino- und ähnlichen Readern. Denn Legimi verkauft im Shop Multiformatdateien zum Preis einer einzigen Datei — man erhält die epub-, mobi- sowie PDF-Version, jeweils durch Wasserzeichen geschützt, also ohne hartes (Adobe-)DRM. Zudem profitieren die Abonnenten beim Einzelverkauf von attraktiven Rabatten: über ein Gutscheinsystem bekommt man bis zu 50 Prozent des Kaufpreises zurück (was in dieser Kombination nicht gegen die Buchpreisbindung verstößt, siehe die „Buchclub“-Ausnahme).

Zweijahres-Abo ab Herbst plus InkBook Prime?

Noch mehr sparen kann man dann wie gesagt ab Herbst — wenn es zusätzlich zum Zweijahres-Abo noch einen subventionierten E-Reader dazu gibt. Der Preis für das Gesamtpaket steht noch nicht fest, bisher kostet ein 12-Monatsabo 144 Euro. Auch zum Reader ist noch nichts bekannt, da die Legimi-Flatrate aber App-basiert ist und neben iOS auch für Android bereit steht, liegt jedoch eine Lösung nahe: das InkBook Prime des ebenfalls polnischen Anbieters Artatech. Auf diesem „offenen“ Android-Reader lässt sich ohne Probleme die Legimi-App installieren. Da das Gerät auch das Anhören von MP3s via Bluetooth-Kopfhörer unterstützt, könnte man mit dem InkBook Prime zudem sehr elegant die in der Flatrate enthaltenen Hörbücher nutzen.

Online-Reading-Boom in China: serielles Storytelling toppt Kindle-Kultur, schon mehr als 300 Mio. Leser

china-reading-homepage„Online-Reading“ in China boomt – statt einzelne E-Books auf dem E-Reader lesen die Chinesen via App Serienromane auf dem Smartphone — „I turn to Kindle for serious books but I go to Chinese online literature for imagination, fun and freedom“, zitiert Forbes eine typische jugendliche Vielleserin aus dem Reich der Mitte. Wichtig dabei ist aber auch der Social-Reading-Effekt – man tauscht sich mit anderen Lesern und Autoren aus, macht Plot-Vorschläge und bewertet. Mehr als 330 Millionen Chinesen machen das schon so, die meisten gehören der Generation Ü30 an und bevorzugen typisch fernöstliche Genres wie Wuxia oder Populärkultur à la Fantasy, SciFi oder Herzschmerz. Der Markt wächst schwindelerregend schnell: seit 2012 gingen die Umsätze um 20 Prozent in die Höhe, mittlerweile ist es ein Milliarden-Dollar-Markt.

Wachstumsrate zweimal höher als bei Amazon

Marktführer ist China Reading, eine Tochter des Tencent-Mediakonzerns (siehe z.B. auch „WeChat“), die gerade in HongKong an die Börse gegangen ist, 800 Millionen Dollar frisches Kapital sollen die weitere Expansion ermöglichen. Dabei kann das Unternehmen selbstbewusst auftreten – der Umsatz wuchs zuletzt um 59 Prozent, mehr als doppelt so schnell wie Amazon, außerdem versammelt China Reading bereits 175 Millionen Leser, Amazon hat weltweit „nur“ knapp 300 Millionen registrierte Kunden, und nicht jeder shoppt Lektüre im Kindle Store.

E-Reader-Projekt von China Reading gescheitert

Interessanterweise hat China Reading kürzlich auch einen eigenen E-Reader auf den Markt geworfen, technisch und preislich vergleichbar mit Amazons Paperwhite-Reader. Der Erfolg hielt sich jedoch in Grenzen, das Gerät liegt wie Blei in den Regalen. Die elektronische Lesekultur in China, sie wird so bleiben, wie sie entstanden ist: mobil via Smartphone und always online. Und genau dort hat China Reading eben auch seine Stärken: „It’s the habitat of pure internet culture, where writers create content online; platforms publish novels online; fans gather, read and share stories online“, zitiert Forbes den Literaturwissenschaftler Shao Yanjun von der Uni Peking.

(via Forbes.com)

Abb.: Screenshot der Website von China Reading („book.qq.com“)

Im Bann der quadratischen Matrix: QR-Codes mischen elektronischen Zahlungsverkehr auf

zahlen-mit-qrcodeQR-Codes, ausgerechnet. Man kann die „Quick Response-Codes“ als typisches Hybrid-Format des 21. Jahrhunderts sehen, oder auch als Arecibo-Botschaft der späten Gutenberg-Galaxis: obwohl wir „always online sind“ und via Funk diverse Informationen zwischen Mobilgeräten und Basisstationen hin und her jagen, wird immer öfter mit „optischen“ QR-Codes medial über Bande gespielt — die Smartphone-Kamera dient dabei mal als Scanner, mal als Code-Träger.

In China bereits Billionen-$-Volumen

Das ist vor allem sehr praktisch, wenn es um das Übertragen von Zahlungsinformationen geht — in China werden via QR-Bezahlcode und Smartphone-Apps bereits Billionen-Summen umgesetzt: „According to internet consulting firm iResearch, payments made via mobile devices by Chinese consumers last year (2016) reached 38 trillion yuan (US$5.5 trillion, HK$43 trillion), more than half the nation’s GDP“. In den USA immerhin dreistellige Milliardenbeträge.

Deutsche Banken entdecken QR-Codes

So langsam entdecken auch deutsche Banken die ursprünglich für logistische Zwecke (Autoindustrie!) entwickelten zweidimensionalen Blockgrafiken — unter dem Namen „Girocode“ wird das einfache Bezahlen von Rechnungen mit Banking-Apps wie Sparkasse+, propagiert, nach dem Motto: Scannen, Zahlen, Fertig. Alle notwendigen Daten werden automatisch in ein digitales Überweisungsformular übertragen: Empfänger, IBAN, BIC, Betrag und Verwendungszweck. Danach autorisiert man die Zahlung wie gewohnt mit einer TAN-Nummer.

QR-Codes an der Kassenzone

Auch an der Kassenzone an Tankstellen, in Supermärkten oder Drogerien sind QR-Codes groß im Kommen — was in Deutschland bisher allerdings ausschließlich Nutzer der PayBack-Karte merken. Mit Unterstützung des Münchner Mobile Payment-Spezialisten UMT AG wurde in das Bonusprogramm eine Bezahlfunktion integriert („Payback-Pay“), die in diesem Fall mit QR-Codes auf dem Smartphone Display arbeitet — zur Bestätigung der Zahlung werden sie an der Kasse von einem speziellen Scanner eingelesen.

11,5 Mio. potentielle Nutzer

UMT AG zufolge können auf diese Weise bereits 11,5 Millionen Payback-Nutzer in über 10.000 Filialen per QR-Code-Scan und PIN-Nummer bezahlen. In einem vom TÜV Saarland durchgeführten Test waren Kunden auf diese Weise doppelt so schnell mit dem Bezahlen fertig wie Nutzer von EC-Karten bzw. Bargeld.

Buchhandel auch mit dabei

Übrigens: Auch im Buchhandel hält das Zahlen mit QR-Code gerade Einzug — diese Woche gab nämlich Thalia bekannt, seinen Kunden ab jetzt auch die Zahlung mit Smartpone und PaybackPay-App zu ermöglichen.

Podcasts zum Anfassen, oder: erweitertes Hören auf Papierbasis

Podcast-als-Buch-Seung-Tae-OhMan soll ja ein Buch nie nach seinem Cover beurteilen. Beim aktuellen Projekt von Seung Tae Oh jedoch ist alles etwas anders — auch, weil die Objekte des britischen Produktdesigners zwar von außen wie Bücher aussehen, aber tatsächlich die haptische und optische Umsetzung von … Podcasts darstellen. Hier wurden also Audio-Serien „verpackt“ und materialisiert, die es normalerweise überhaupt nicht in physischer Form gibt.

„Hörerfahrung mit physischen Elementen erweitern“

„Wir können uns unsere Lieblings-Geschichten jederzeit und überall anhören. Aber man darf auch nicht vergessen, wie die Leute normalerweise ihre Lieblings-Objekte in Besitz nehmen, sammeln und mit Freunden teilen, also etwa Bücher oder CDs“, so Oh gegenüber Fast Co. Design. Deswegen habe er angefangen, mit den Möglichkeiten der physischen Form zu experimentieren. „Ich denke dass physische Elemente die Hörerfahrung erweitern können, weil sie zusätzliche Informationen enthalten“.

Anfassen statt Durchklicken oder Tippen

Dabei hat Oh weitaus mehr als nur hübsche Cover entworfen – im Fall des Thriller-Podcasts Serial etwa enthält die Verpackung Tatortfotos sowie einen im Vintage-Style aufgemachten Lautsprecher, mit dem man Episoden der ersten Serial-Staffel anhören kann. Um eine Folge zu starten, schiebt man einen der mitgelieferten, betitelten Umschläge in die Covertasche, dank RFID-Chip beginnt dann automatisch das Playback.

Für einzelne Folgen des Design-Podcast 99 Percent Invisible hat Oh individuell gestaltete Päckchen entworfen, die neben einem Booklet mit zusätzlichen Informationen auch einen QR-Code enthalten, den man mit dem Smartphone einscannen kann, um die betreffende Folge anzuhören.

via The Next Web