Vom E-Book zum Printbuch – 10 Tipps für Buchblock- & Cover-Gestaltung

printbuch“Sieht irgendwie self-published aus!”. Ja, es stimmt schon: Man soll ein Buch nie alleine nach seinem Cover oder Layout beurteilen. Doch ein professionelles Design ist für das Marketing unabdingbar, möchte man von Lesern und auch Buchhändlern dauerhaft ernst genommen werden. Der neue Autoren-Service von ebooknews press möchte Indie-AutorInnen deswegen dabei unterstützen, neben elektronischen Büchern (für die E-Book-Produktion empfehlen wir unseren Kooperationspartner „Mach Mir Ein E-Book„) auch gut gemachte Paperback-Versionen anzubieten, die sich für den Vertrieb über den Buchhandel mit Hilfe von deutschen Print-On-Demand-Dienstleistern eignen, und von Buchhändlern tatsächlich geordert werden. (Bis zum 31.12.2016 gilt das besonders preisgünstige Einstiegsangebot…). Worauf Indie-Autoren beim Weg vom E-Book zum Print-Buch auf jeden Fall achten sollten, zeigt unsere kleine Übersicht…


Cover:


Cover vorne:

Das Print-Cover wird nach anderen Kriterien gestaltet als das E-Book-Cover: es sollte auch im tatsächlichen Format gut aussehen, nicht nur als winziges Thumbnail oder Produktfoto im Web. Den Titel nicht zu groß setzen, aber auch nicht zu klein — Bild und Schrift in die richtige Beziehung setzen. Dabei auch auf Farbe, Schriftart und Ausrichtung achten! Es muss übrigens gar kein Bild zu sehen sein, nicht selten macht auch eine rein (typo-)grafische Lösung Sinn.

Logo/Label

Auch als Indie-Autor kann man sehr gut ein Logo oder Label nutzen, das anstelle des Verlagsnamens auf Cover, Buchrücken und Rückseite erscheint, und auf diesem und weiteren Büchern dann die Wiedererkennbarkeit verbessert. Ob ein Buch tatsächlich self-published ist, erfährt der aufmerksame Leser natürlich am Ende trotzdem, nämlich im Impressum (siehe unten).

Rückseite:

Die Cover-Rückseite kann Teaser-Text, Kritikerstimmen und eine Kurz-Bio des Autors enthalten — sie ersetzt in der Buchhandlung alle Angaben, die man auf einer Artikelseite im Webshop erwarten würde. Diese Para-Texte sollte man aber für die Buchausgabe individuell konzipieren, und nicht einfach 1:1 etwa aus den Angaben im Kindle Store übernehmen. Im unteren Bereich Coverrückseite Platz für den Barcode reservieren. Neben den Barcode kann man sehr gut Label/Editions-Namen, ISBN-Nummer etc. platzieren.

Autorenfoto nutzen

Um dem Buch bzw. dem Autor nicht nur einen Namen, sondern auch ein Gesicht zu geben, empfiehlt sich die neben der Kurz-Bio auf der Rückseite die Einfügung eines kleinen Autorenfotos.

Autoren- oder Label-URL angeben

Die URL der Autorenwebsite bzw. des Labels gehört natürlich auch unbedingt auf die Cover-Rückseite, denn dort erfahren die Leser mehr über den Autor und dessen Bücher.


Buchblock:


Vorsatzblätter:

Die Abfolge der ersten vier Seiten ist traditionell stark standardisiert, in der Regel steht auf Seite eins („Schmutztitel“) oben ein Kurztitel, die Rückseite (Seite zwei) bleibt frei, auf Seite drei folgt der Haupttitel, auf der Rückseite (S. vier) das Impressum. Auf Seite fünf beginnt der eigentliche Inhalt.

Paginierung:

Die Seitenzählung beginnt erst nach dem Impressum (Seite vier), also frühestens mit der Seitenzahl 5. Das Inhaltsverzeichnis erscheint ohne Seitenzahl, Leerseiten (z.B. am Ende von Kapiteln) ebenfalls.
Richtig paginiert ist das Buch, wenn gerade Seitenzahlen links, ungerade Seitenzahlen rechts stehen.

Impressum:

Vorsicht, Impressumpflicht! Unbedingt enthalten sein müssen Erscheinungsjahr, Verlagsname & Verlagsort bzw. Autorenname und Anschrift, sowie (falls vorhanden) ISBN-Nummer. Auch Angaben zum Copyright/zu Lizenzen verwendeter Inhalte (auch Abbildungen!) gehören ins Impressum. Das Impressum steht in der Regel vorne (Rückseite Haupttitel), kann aber auch ans Ende gesetzt werden („Kolophon“). Bei der Nutzung von Print-On-Demand-Anbietern sind zusätzlich auch deren Hinweise zur Impressum-Gestaltung zu beachten.

Typographie:

Langweilige Standardschriften (Times New Roman, Arial) sollte man besser nicht verwenden, lieber individuelle Fonts für Titelei, Überschriften sowie Fließtext auswählen. Für ein schöneres Schriftbild sorgen auch echte Anführungszeichen, echte Gedankenstriche (statt Minuszeichen) sowie echte Auslassungszeichen (statt drei einzelner Punkte).

Werbetafeln:

Wer bereits mehrere Titel produziert hat, sollte die letzten Seiten des Buches unbedingt dafür nutzen, mit Coverabbildungen, Teasertexten und Angaben zu Bestellmöglichkeiten darauf hinzuweisen — gerade auch bei Reihen & Serien ein wirksames Mittel, damit die LeserInnen am Ball bleiben. Eine kurze Leseprobe macht ebenso Sinn…

Neu: der E-Book-Newsletter – jetzt abonnieren, immer freitags lesen

Schon gesehen? Unter den Social-Media-Buttons in der Seitenleiste gibt’s jetzt ein Bestellformular für den „E-Book-Newsletter“, der zukünftig einmal pro Woche freitags verschickt wird. Neben einer allgemeinen Blogschau rund um das Thema elektronisches Lesen („Blogwoche“) möchte ich interessante E-Book-Neuerscheinungen vorstellen („Angelesen“), auf die oberen Plätze wechselnder Ranking-Listen schauen („Gipfel-Hüpfing“) und auf Lesungen vor allem im Berliner Raum sowie bundesweite Tagungen/Konferenzen hinweisen. Ganz am Ende wird noch ein Blick zurück gewagt („Vor x Jahren“). Die eine oder andere Rubrik kommt dann in nächster Zeit vielleicht noch hinzu. Als kleines Dankeschön erhalten alle Neu-AbonnentInnen mit der Anmelde-Bestätigung einen kostenlosen Download-Link für mein E-Book „Vom Buch zum Byte“…

Wie der komplette Newsletter aussieht, kann man an der „Nullnummer“ sehen, die unter diesem Link als Webversion zugänglich ist – außerdem gibt’s auch ein Newsletter-Archiv. Die Anmeldung erfolgt in zwei Schritten („Doppeltes Opt-In“) – nach der Eingabe der E-Mail-Adresse erhält man eine E-Mail mit Bestätigungslink. Abbestellen kann man den Newsletter durch den jeweils am Ende eingefügten Abmelde-Link. Die Technik im Hintergrund erledigt übrigens der deutsche Mailing-Anbieter CleverReach, das heißt es gelten bei der Nutzung die deutschen Datenschutz-Vorschriften.

Abb. oben: flickr/Plastic Bat (cc)
Abb. unten: Screenshot E-Book-Newsletter

Rauchwolken am Horizont: Feuilletons aus der Welt nach 9/11

Ein kleiner Lesefund der letzten Wochen: „Ich weiß zufällig, dass Snowden Informationen an die Konkurrenz verkauft“, sagt Josuah Trevers zum Chikagoer Detektiv Timothy Truckle – der dazu lieber schweigt, und denkt: „Und an die NSA“. Klingt irgendwie äußerst aktuell, und zugleich äußerst merkwürdig. Noch merkwürdiger aber: das Zitat ist gar nicht aktuell, sondern stammt aus einem Sci-Fi-Krimi von Gert Prokop, gedruckt Anfang der 1980er Jahre in der DDR. Für E-Book-News habe ich die elektronische Neuauflage des 1977 erschienenen Vorgängerbandes „Wer stiehlt schon Unterschenkel“ vor einiger Zeit besprochen – und stieß bei der Lektüre der Fortsetzung dann auf die Snowden-Trouvaille. Doch nicht nur deswegen taucht der Artikel nun auch in „Rauchwolken am Horizont“ auf, einer Sammlung von „Feuilletons aus der Welt nach 9/11“, mit der in dieser Woche offiziell das neue Label „ebooknews press“ startet (Tipp: Eine Leseprobe gibt’s hier).

Kleiner Bruder vs. Großer Bruder

Als Setting für seine Crime-and-Mystery-Geschichten entwirft Prokop eine dystopische, bücherlose USA, die Mitte des 21. Jahrhunderts beherrscht wird von Industrie-Trusts und der mächtigen „Staatsicherheit“ (National Security Agency, kurz auch NSA genannt) – während die High-Tech-Opposition längst in den Untergrund gegangen ist. Auch das kam mir merkwürdig bekannt vor. Liest man parallel dazu Cory Doctorows Hacker-Roman „Little Brother“ (siehe die E-Book-News-Review), landet man in einem ganz ähnlichen Amerika – hier allerdings nicht durch die geschickte Vertauschung von DDR und USA konstruiert, sondern als typische Post-9/11-Erzählung. Am Anfang steht der Kampf gegen den Terror, am Ende steht der Kampf gegen den Überwachungsstaat: Kleiner Bruder vs. Großer Bruder.

Eine Fortsetzung erleben wir in diesen Tagen mitten in Deutschland – mit dem geleakten „Handygate“ rund um’s „Merkelphone“ als vorläufigem Höhepunkt. Der 11. September war allerdings mehr als nur ein fiktiver Plotpoint: die Real-Geschichte, so warnte schon Alexander Kluge, erzählt ihren Real-Roman ohne Rücksicht auf uns, es sei denn, wir erzählen eine Gegengeschichte. Genau darum geht es in den zwischen 2001 und 2013 entstandenen Artikeln, Reportagen und Kolumnen, die in „Rauchwolken am Horizont“ versammelt sind – um Menschen, Methoden und Maschinen, die mit der „Dominanz des Tatsächlichen“ umgehen können, oder zumindest grandios dabei scheitern. Die meisten der insgesamt 24 Texte sind ursprünglich mal im Kulturteil der taz erschienen, dazu kommen ausgewählte E-Book-News-Beiträge der letzten Zeit.

Dominanz des Tatsächlichen

Zunächst tauchen unter diesem Motto altbekannte Gestalten wie Wolfgang Koeppen, Walter Kempowski oder Erich Loest auf, die das umtriebige 20. Jahrhundert erlebt, verzettelt und beschrieben haben. In ihren Reise-Essays, Doku-Fiktionen und historischen Romanen arbeiten sie fast so wie Grimmelshausen in seinem „Simplizissimus“. Der sei schließlich, so Koeppen, nichts anderes als ein „in die Zeit gehängtes Netz“ gewesen, in dem sich alles nur denkbare Material verfangen habe. Doch das Netz ausspannen, das ist leichter gesagt als getan – das zeigt ein Blick auf Burkhard Spinnen, der sich in „Der schwarze Grat“ an der Biografie eines mittelständischen Unternehmers versucht hat, was am Ende nur in Form einer „Metabiografie“ gelang, die den Entstehungsprozess gleich mit erzählt.

Das titelgebende Kapitel „Rauchwolken am Horizont“ legt den Finger in eine Wunde namens Berlin. In der Lokalprärie der neuen Bundeshauptstadt wird dann nicht nur dem seltsam ortlosen Führerbunker ein Besuch abgestattet, sondern auch dem knarzenden Gestühl der Humboldt-Universität, dem Feindflugblatt-Archiv der Staatsbibliothek, Theodor Plieviers Weltkriegs-Klassiker „Berlin“ (Teil drei einer Trilogie, die mit „Moskau” und „Stalingrad“ begann, und eigentlich – als Tetralogie – mit „Bonn“ enden sollte), sowie einem polarisierenden Urania-Vortrag kurz nach dem 11. September.

„There is more than one way to burn a book“

Noch mehr Qualm geht vom Kapitel „Fahrenheits Eleven“ aus, sowohl analog wie auch virtuell. Denn es geht um Bücherverbrennungen und ihre Folgen für das kollektive Gedächtnis: Gegengeschichte kann auch durch das Verschwinden der Geschichte entstehen. Die Methoden auf dem Weg ins kulturelle Nirwana ändern sich, der Effekt bleibt: Während zu Ray Bradburys Zeiten die Bücherfeuerwehr noch Schmöker aus Papier verbrannte, wird sie in Zukunft wohl eher Bücher löschen, aber in diesem Fall elektronische Versionen, wo auch immer sie gespeichert sein mögen. Wie sagte Bradbury schon zurecht: „There is more than one way to burn a book“.

Es folgt ein Ausflug in den Komplex „Terror, Pop und Prada Meinhof“. Das klingt weit hergeholt. Doch war Pop nicht mal revolutionär? Genossen die Revolutionäre nicht Popularität, liebten sie nicht selbst die Populärkultur? Besichtigen kann man das anhand der Geschichte des Underground-Stadtmagazins „Agit 883“, für das Holger Meins sein Talent als Comiczeichner unter Beweis stellte. Liest man einen rezenten Roman wie Bernhard Schlinks „Wochenende“, scheinen von der RAF nach 9/11 jedoch bestenfalls noch Episoden für die Heimatfront übriggeblieben zu sein. Da scheint das Internet mehr Klasse zu haben – war doch sein Miterfinder Vannevar Bush kein simpler Nerd, sondern als Geheimdienstler auch Experte für’s „Silent Killing“. Inzwischen hat der legendäre Große Bruder Konkurrenz bekommen: dafür steht Cory Doctorows Hacker-Roman „Little Brother“, eine Post-9/11-Fiktion, deren Held nicht zufällig Winston heißt.

Den Abschluss bildet das Kapitel „Expeditionen in die Unendlichkeit“. Tatsächlich geht es um ein sehr weites Feld: vom Sinn und Zweck anthroposophischer Kunst in der „Stadt des KdF-Wagens“ über literarische Sans-Papiers im Marbacher Archiv sowie die Erfolgsgeschichte Wuppertaler Kommunarden in der schwäbischen Provinz bis hin zu einer fiktiven Sentimental Journey durch Niedersachsen. Wirklich zu sich selbst, das wäre mal eine schöne These, kommt die Gegengeschichte ja vielleicht nur in der Provinz.

Erhältlich ist „Rauchwolken am Horizont“ als E-Book zum Preis von 2,99 Euro (Multiformat-Bundle, via ebooknews-press) sowie als Taschenbuch zum Preis von 7,90 Euro (via Amazon).

Abb.: E-Book-News Press,
unter Verwendung einer Aufnahme von Hightechdad (cc-by-2.0)

„Vom Buch zum Byte“ – Lesung & Autorengespräch (Stabi Berlin, 23. Oktober)

Das elektronische Lesen hat nicht erst mit dem Kindle begonnen. Vieles von dem, was E-Books heute ausmacht, wurde schon in den 1960er und 1970er Jahren ausprobiert, manches bleibt bis heute Utopie. Project Gutenberg-Gründer Michael Hart erkannte schon 1971: der Computer ist ein natürlicher Replikator für E-Texte, die sich via Datennetz beliebig verbreiten lassen. Die damit zusammenhängenden Fragen wurden bis heute nicht beantwortet: Sind E-Books überhaupt Waren, oder eher eine überall verfügbare Ressource wie Leitungswasser? Was bedeutet der Übergang in die Netz-Ökonomie für die Entwicklungspotentiale des Buchmarkts? Brauchen wir überhaupt noch Buchhandlungen? Sollen wir noch Geld für teure Bibliotheksneubauten ausgeben? Wer wissen möchte, wie die Zukunft des Lesens aussehen könnte, findet viele mögliche Antworten bei einem Blick zurück auf die (gar nicht soooo) kurze Geschichte der elektronischen Bücher, wie ich ihn in „Von Buch zum Byte“ gewagt habe. Einen kleinen Ausschnitt kann man am 23. Oktober in der Berliner Staatsbibliothek live erleben – in Form einer Lesung mit anschließender Diskussion. Als Diskussionspartner mit auf dem Podium: Stabi-Innovationsmanager Ralf Stockmann (Twitter: @rstockm) und Verleger & Log.Os-Gründer Volker Oppmann (Twitter: @onkel_volker).

Ort: Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, Dietrich Bonhoeffer-Saal
Zeit: 23. Oktober, 18 – 20 Uhr
Veranstalter: Staatsbibliothek zu Berlin, Co:llaboratory, E-Book-News

Der Eintritt ist kostenlos, es wird aber um Anmeldung gebeten:
E-Mail: bibl.ausk.h2@sbb.spk-berlin.de
Tel.: 030/266432333

„Vom Buch zum Byte“ ist als E-Book (Multiformat: epub, Kindle, PDF) wie auch als Taschenbuch lieferbar, eine kostenlose Leseprobe gibt’s im PDF– und HTML-Format.

Huch! „Vom Buch zum Byte“ wurde von Piraten gekapert

Wer ein E-Book über die Geschichte des E-Books veröffentlicht, darf sich nicht wundern, wenn das Produkt irgendwann frei im Web zirkuliert. Letztlich muss man das wohl als Gradmesser für die eigene Popularität sehen – wer nicht gelesen wird, wird auch nicht piratisiert. “Vom Buch zum Byte” hat diese Wahrnehmungschwelle offenbar überschritten, denn es tauchte schon vor einiger Zeit im Katalog der Download-Plattform TorBoox auf. Nicht wirklich die ganz harte Konkurrenz für mich, weil das Buch zeitweise kostenlos via Amazon erhältlich war, als HTML-Version dauerhaft frei zugänglich ist und via Pay-With-A-Tweet als PDF-Volltext nichts kostet außer einem Tweet.

Nun gibt’s also auch das epub gratis im Netz – ohne dass mich irgendjemand gefragt hat. Aber wenn man E-Books vor allem als Marketing-Instrument versteht, macht das ebenfalls Sinn: ihre wichtigste Eigenschaft ist es ja, endlos repliziert und weitergegeben werden zu können. Außerdem ermöglicht TorBooks neuerdings den von der Crowd gekaperten AutorInnen, auf der jeweiligen “Artikelseite” ein bisschen Promotion zu betreiben – mit einem Link auf die Homepage, auf Amazon etc. und vor allem mit einem Flattr-Button. Ein kleines Statement an die Nutzer kann man auch einfügen lassen, meins geht so: “Liebe LeserInnen, vielen Dank für das Interesse an meinen E-Books. Wenn sie euch gefallen haben – bitte twittern, facebooken, flattern, weitergeben. Spread the news! Übrigens: Dank Amazons Print-On-Demand-Service gibt’s die Schmöker auch gedruckt. Beste Grüße aus Berlin-Mitte, Ansgar”

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht: Am besten finde ich es natürlich nach wie vor, wenn alle, die es sich leisten können, mein Buch gleich im Shop auf vom-buch-zum-byte.de herunterladen, zum Preis von 2,99 Euro gibt’s dann gleich das komplette Multiformat-Bundle für Kindle, epub und PDF. Wer PayPal umgehen möchte: Bestellen kann man “Vom Buch zum Byte” auch via E-Mail, ich schicke dann via Reply umgehend einen Download-Link und die Überweisungsdaten zu.

Von Crowdpublishing bis Crowdinvestment: Krautfunding 3.0 jetzt kostenlos im Kindle-Store

Nach der sehr erfolgreichen Kindle-Aktion mit „Vom Buch zum Byte“ – fast 1400 Downloads in 72 Stunden – gibt’s in den nächsten drei Tagen geballte Informationen zum Thema Crowdfunding made in Germany: bis zum 24. April könnt ihr mein E-Book „Krautfunding – Deutschland entdeckt die Dankeschön-Ökonomie“ kostenlos im Kindle-Store herunterladen. Die dritte Auflage von „Krautfunding“ (März 2013) versammelt aktuelle Beispiele zu Bereichen wie Krautpublishing, Krautinvestment, aber auch crowdgestütztes Fundraising für den guten Zweck. Wie gut Crowdfunding in Deutschland angekommen ist, zeigt ein Blick in die Statistik: im letzten Jahr wurden auf klassischen Crowdfunding-Plattformen mehr als 2 Mio. Euro eingesammelt, netzaffine Kleinanleger steckten 2012 satte 4 Millionen Euro in die Projekte von erfolgversprechenden Startups.

Ein Thema, das in „Krautfunding“ immer wieder auftaucht, ist die Kulturflatrate. Wenn sich Crowdfunding durchsetzt, könnten bisherige Verteilungskämpfe im Kulturbetrieb der Vergangenheit angehören. Abgesehen von Fallbeispielen rund um Crowdfunding made in Germany bekommt man aber auch Basiswissen geliefert. Ein eigener Abschnitt widmet sich der Frage „Wie funktioniert eine klassische Crowdfunding-Plattform?“. Im erweiterten Serviceteil findet man außerdem neben einem „ABC des Crowdfunding“ ein Literaturverzeichnis sowie Surf-Tipps.

Kleiner Wermutstropfen: Um an Amazons Programm „KDP Select“ teilnehmen zu können und Gratis-Aktionen zu starten, muss man den jeweiligen Titel für drei Monate exklusiv im Kindle-Store anbieten. Die Multiformat-Version von Krautfunding (epub, PDF, mobi) gibt’s deswegen erst wieder ab Mitte Juli – zeitgleich startet dann auch die Distribution auf Buchhandelsplattformen wie Thalia oder Weltbild. Trotzdem kann man „Krautfunding“ schon jetzt problemlos auf Tolino, Kobo- oder Sony-Reader lesen: Da auch die Kindle-Version meines E-Books 100% DRM-frei ist, lässt sich die .mobi-Datei ganz einfach in andere Formate wie epub konvertieren, z.B. mit dem Freeware-Tool Calibre. Via Amazon/Createspace ist übrigens auch eine Taschenbuch-Version der aktuellen Auflage von „Krautfunding“ lieferbar (94 Seiten, 6,99 Euro).

Blogparade: Lesen ohne Limit – E-Publishing jenseits von DRM

Digital Rights Management nervt. Der lästige Kopierschutz setzt dem elektronischen Leseerlebnis enge Grenzen. Jedes Buch, an jedem Ort, auf jedem Gerät? Das wäre schön. Doch leider bleibt das große Potential von E-Books bisher oft ungenutzt. Viele Verlage sagen: Tut uns leid, es geht nicht anders. Doch es gibt auch eine wachsende Zahl von Gegenbeispielen, die zeigen: es geht auch ohne, und zwar sehr gut! Zum „internationalen Tag gegen DRM“ am Freitag, 3. Mai 2013 startet E-Book-News deswegen eine Blogparade zum Thema „Lesen ohne Limit“. [Hinweis: Die Blogparade ist verlängert bis zum 10. Mai!]

Welche Erfahrungen mit/ohne DRM habt ihr gemacht?

Alle BloggerInnen, PodcasterInnen oder WebjournalistInnen sind eingeladen, in den nächsten vier Wochen einen Blog-Artikel rund um das Thema Kopierschutz bei E-Books, E-Comics oder E-Mags zu veröffentlichen und einen Backlink auf diesen Blogpost zu setzen. Interessante Aspekte könnten zum Beispiel sein: Was für Erfahrungen habt ihr mit kopiergeschützten/ mit DRM-freien E-Books gemacht? Kann das digitale Wasserzeichen eine Zwischenlösung sein? Hilft DRM gegen E-Book-Piraterie? Welche Marketing-Chancen bietet der völlige Verzicht auf DRM?

In der Woche nach dem 10. Mai kann man auf E-Book-News dann eine kommentierte Zusammenfassung aller Beiträge lesen. Zu gewinnen gibt’s übrigens auch etwas: der beste Beitrag wird mit einen Gutschein für ein DRM-freies E-Book von epubbuy prämiert, für Platz zwei und drei gibt’s je ein Exemplar von „Vom Buch zum Byte – Kurze Geschichte des E-Books“ (natürlich ebenfalls DRM-frei). Kommen genügend Beiträge zusammen, bieten wir den AutorInnen an, die Artikel in einem cc-lizensierten E-Book-Sampler zu veröffentlichen.

Internationaler Tag gegen DRM

Ins Leben gerufen wurde der „Internationale Tag gegen DRM“ im Jahr 2006 von der Free Software Foundation. Die Kampagnen-Website trägt den schönen Titel „Defective by Design“, denn die Mängel von DRM sind schließlich Absicht: „Wenn ein Programm verhindert, dass du ein Musikfile weitergibst, ein E-Book auf einem anderen Gerät liest oder ein Single-Player-Game ohne Internetverbindung spielst, dann ist DRM daran schuld. Mit anderen Worten, Produkte mit DRM sind mutwillig beschädigte Produkte. DRM verhindert es, das zu tun, was möglich wäre, wenn es kein DRM gäbe. Das stellt eine Gefahr für Freiheit und Privatsphäre dar, außerdem erleichtert es Zensur.“

PS: Mehr Infos zum Thema Blogparaden und aktuelle Mitmach-Tipps findet man auf der Seite blog-parade.de

Abb.: flickr/tom-b (CC BY-NC-SA 2.0)

Autor & cc-Lizenz: Ansgar Warner (CC BY-NC-ND 3.0 DE)

Sommer-Spezial: „Eisglieder am Dackelrücken“ – 44 Berliner Szenen

„Am 11. September 2001 mußte der West-Berliner Mackowiak Wache schieben. Der Tag war nebelig, die Heimat weit. Über seiner Thermojacke schaukelte ein alter Wehrmachtskarabiner, gut geölt und durchgeladen. Daneben, immer griffbereit, Funkgerät und Signalpistole. Der Horizont war kaum zu sehen, die Luft roch nach Schnee. Mackowiak war etwas schwindelig. In der „Zillertal-Bar“ hatte er am vorigen Abend mit den Kameraden hart  gezecht.  Mackowiak  blickte auf  einen einsam herumstehenden Wegweiser: Berlin 4174 Kilometer. Da! Irgendetwas hatte sich doch da hinten bewegt. Mackowiak riß den Karabiner hoch, suchte den Haltepunkt. In der Ferne wankten schemenhafte Gestalten. Mackowiak entsicherte den Karabiner. Plötzlich schien der Boden unter seinen Füßen zu schwanken. Der verdammte Bommerlunder! Mackowiak blickte angestrengt nach vorn: Da! Zwei, nein, drei Männer mit Vollbärten liefen ihm entgegen . .  . Ach nee, na Gottseidank! Nur Kollegen . . . “ (usw.)

Spätherbst 2001. Ein rasender Reporter auf dem Weg zu einem Diavortrag an der Urania, Thema: Polarforschung. „Erfinde doch am besten eine völlig neuartige Form der Berichterstattung“, gibt die euphorische Redakteurin noch als Tipp mit auf den Weg. Die bestellte Stilübung im „New Journalism“ – siehe das Anfangszitat – sollte dann den Titel „Eisglieder am Dackelrücken“tragen.

Als Eyecatcher ausgeliehen, schmückt er nun auch diese Serie von Berliner Szenen aus den „Nuller Jahren“. Geordnet sind sie in umgekehrter Chronologie, beim Lesen bewegt man sich also zurück bis in den Herbst 2001. Ganz am Ende steht dann – quasi als Zugabe – eine Art Berliner Szene in XXL: der titelgebende Text „Eisglieder am Dackelrücken“.

Entstanden sind die meisten dieser Kolumnen so oder in ähnlicher Form ursprünglich mal für die Berlin-Kulturseiten der taz. Viele von ihnen spielen im Prenzlauer Berg, so ungefähr zwischen Schönhauser Allee, Arnimplatz und Mauerpark: auf der Straße, in der S-Bahn, beim Schrippenbäcker, in der Ambulanz oder auch mal auf dem Friedhof.

Es sind einzelne Perlen aus jener Kette von zufälligen Ereignissen, aus denen sich das Leben (nicht nur) in der Großstadt eben zusammensetzt. Manche dieser „scenes of anecdotal life“ haben eine Pointe, manche haben keine. An der Grenzfläche zwischen Sinn und Unsinn entsteht im Idealfall etwas, das man die Poesie des Alltags nennen könnte.


Ansgar Warner,
Eisglieder am Dackelrücken.
44 Berliner Szenen & eine Zugabe
2,99 Euro (Amazon Kindle)

Abb.: E-Book-News

„Vom Buch zum Byte“ als Taschenbuch: jetzt Print-On-Demand-Version bestellen!

Zur Erfolgsstory von E-Books und E-Publishing gehört natürlich auch Print-On-Demand. Vorlagen im PDF-Format machen es möglich, ein Buch genau dort herzustellen, wo es gebraucht wird. Mit „Create Space“ bietet neuerdings sogar Amazon einen solchen Service für deutsche Kunden an, und das zu einem sehr konkurrenzfähigen Preis (E-Book-News berichtete). Gedruckt wird u.a. in Leipzig. Zu den via Create Space lieferbaren Büchern gehört nun auch „Vom Buch zum Byte“. Wer die „Kurze Geschichte des E-Books“ nicht als E-Book, sondern auf Papier lesen möchte, kann jetzt die Print-On-Demand-Version (Paperback, 94 Seiten) für nur 6 Euro auf Amazon.de bestellen.

Die Lieferung erfolgt versandkostenfrei innerhalb von 1 bis 2 Tagen – genauso schnell, wie man es bei Amazon von Büchern gewohnt ist, die „auf Lager“ sind. Vom Nettopreis (abzüglich 7% Mehrwertsteuer) landen übrigens knapp 1,64 Euro beim Autor.

8000-Zeichen-Plagiat: Dotbooks-Verlag schreibt bei E-Book-News ab

„Those who can, do. Those who you can’t, review.“ Doch was macht man, wenn man keine Review schreiben möchte? Man schreibt ab, ohne den Urheber zu nennen. In der Gutenberg-Galaxis nennt man das auch Plagiat. Sehr bequem, weil schnell und kostenlos. Aber sehr peinlich und oft teuer, wenn es herauskommt. Deswegen wunderten wir uns doch sehr, was da bei der Vorbereitung eines Artikels über den Münchner Dotbooks-Verlag herauskam: auf der Website des auf E-Books spezialisierten Startups wurde eine komplette E-Reader-Marktübersicht aus der Feder des E-Book-News-Chefredakteurs ungefragt übernommen, mit stellenweise leicht verändertem Text, und ohne Namensnennung oder Backlink. Der 8000 Zeichen (!) lange Text erschien ursprünglich Anfang Mai als Gastbeitrag auf Neuerdings.com, und war dort eindeutig mit Autorennamen gekennzeichnet. „Wir helfen weiter mit einer aktuellen und umfassenden Marktübersicht“, behauptet nun auf dotbooks.de der Anreißer.

Wer seid ihr, anonymes „wir“? Nach dem kürzlich schon der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bei E-Book-News abgeschrieben hat, nun also auch ein Verlag. Was sagt uns das eigentlich über die Gutenberg-Galaxis? Wahrscheinlich nichts, was man nicht schon wüsste. Es wird überall gespart, bis es quietscht. Schlecht bezahlte Autoren, noch schlechter bezahlte Lektoren, hundsmiserabel bezahlte Übersetzer (ich weiß schon, warum ich englische Texte nur noch im Original lese – siehe „Steve Jobs verwandelte Silikon zu Gold“, etc.), und nicht zuletzt auch noch lächerlich gering vergütete Volontäre und Praktikanten, die dann Websites mit plagiierten Inhalten füllen. Umso schlimmer, wenn dann auch noch Verlage abkupfern, die wie Dotbooks eigentlich alles richtig machen – und auf E-Book-First setzen. Und letztlich auch deswegen sehr bedauerlich, weil viele Texte auf E-Book-News unter Creative Commons Lizenz erscheinen – man darf sie übernehmen und bearbeiten, wenn man die Lizenzbedingungen einhält. Dazu gehört u.a. die Namensnennung.

Die E-Reader-Marktübersicht wurde allerdings nicht auf E-Book-News selbst veröffentlicht, und stand unter normalem Coypright. Dotbooks hätte also für eine Nutzung auf jeden Fall eine Erlaubnis einholen müssen, und für die Veröffentlichung auf der Verlags-Website wäre natürlich auch eine Vergütung ausgehandelt worden. Wir haben deswegen jetzt eine angemessene Honorarforderung nach München geschickt – als Vergütung für die nicht autorisierte Zwischennutzung, sowie auf Wunsch für die Nutzung des Original-Artikels. [Update, 10.7.2012, 16 Uhr: Inzwischen hat sich die Sache aufgeklärt, die überarbeitete Fassung ist jetzt von uns autorisiert worden, erhält Autoren-Credit sowie Backlink und es gibt auch eine Vergütung in dreistelliger Höhe.]