Ist das nett, oder muss das weg? Blogger Schlecky Silberstein rechnet per Print-Buch mit dem Internet ab

internet-muss-wegUnter Deutschlands Bloggern gilt Online-Comedian Schlecky Silberstein alias Christian Brandes als der „nette Influencer von nebenan“. Nun hat der beliebte „Beeinflusser“ ein Buch drucken lassen (eine E-Book-Version gibts aber auch…), und redet darin Tacheles: „Das Internet muss weg“, lauten Titel und zentrale These, im Untertitel wird noch draufgelegt: „Eine Abrechnung.“ Im Fadenkreuz der Kritik steht dabei allerdings nicht „das“ Internet in toto, sondern seine modernste und populärste Erscheinungsform: die sozialen Medien, wie sie uns täglich auf den Touchscreens der Mobilgeräte entgegen blinken.

Millionen Tote durch soziale Medien?

Silberstein versteht sich im übrigen auch nicht als Internet-Experte, sondern als „Insider“ mit mehr als zehn Jahren Blogger-Erfahrung. Irgendwann in dieser Zeit ist aus dem guten Internet das böse Internet geworden — genauer gesagt, als die Social Media Maschine kommerzialisiert wurde. Das grundsätzliche Gefahrenpotential von Facebook & Co. vergleicht der bloggende Silbersurfer mit dem des … Buchdrucks. Kein Witz. Gedruckte Propaganda habe schließlich kurz nach Gutenberg zum Glaubensstreit und dann zum Dreißigjährigen Krieg geführt, mit Millionen von Toten, fast die Hälfte der Einwohner Mitteleuropas sind also schon mal einem sozialen Medium zum Opfer gefallen.

Heute sei die Gefahr sogar noch größer, warnt Silberstein, denn die Social-Media-Industrie habe das Belohnungszentrum unseres Gehirns gehackt. Wir seien süchtig nach Status-Updates, Likes und Direktnachrichten. Um uns am mobilen Screen zu halten, würden die Internet-Konzerne Extremismus und Hass-Sprache noch zusätzlich fördern, denn Wut verkaufe sich besser als Nettigkeiten. Der Autor outet sich hier als gebranntes Kind — seine eigene Mutter mutierte im Bestreben nach mehr „Gefällt mir“-Klicks ihrer „Freunde“ zum Internet-Troll und unterstützte plötzlich Pegida, Putin und Trump.

Verarschung, Vermarktung, Verzeihung…?

Dass jemand wie Silberstein, der erklärtermaßen „einzig und allein vom Internet lebt“ nun so netzkritisch auftritt, hat wohl auch mit dieser direkten Betroffenheit zu tun. Zum Maschinenstürmer berufen fühlt sich der Berliner Blogger aber keineswegs. Nachdem er detailliert, zutreffend und durchaus lesenswert die Funktionsweise der „größten Verarschungsmaschine aller Zeiten“ — und zugleich natürlich auch der größten Vermarktungsmaschine aller Zeiten — seziert hat, mag er die Netzgemeinde aber nicht mal zum Austausch des Smartphones gegen ein Tastenhandy oder zum Wechsel von Facebook oder Twitter zu non-kommerziellen Alternativen wie Diaspora oder Mastodon ermuntern. Nur dazu, das Internet „bewusster“ zu nutzen, etwa mit mehr Offline-Zeiten und produktivem Nichtstun, mehr direkter Kommunikation in Echtzeit („Vier-Augen-Gespräch“) und mehr Bedacht auf Datensicherheit.

Eigentlich droht der dritte Weltkrieg, weil in den Köpfen der Massen nur noch Gehacktes vor sich hin fermentiert, aber vorläufig sollen wir mehr oder weniger so weiter machen wie bisher? Hmmmm. Ist das nun eine „Abrechnung“, oder wird hier nur die Getränkerechnung einer Orgie für die Steuer abgeheftet? Ich bin da etwas ratlos. Aber vielleicht haben wir es ja einfach mit einer generationstypischen Mischung aus Faulheit und Fatalismus zu tun. „Mittelschwere Abhängigkeit“, so bekennt Schlecky Silberstein (Jahrgang 1981) am Ende, falle ihm selbst leichter als völlige Abstinenz — Komikerkollege Harald Juhnke klickt im Trinker-Himmel jetzt bestimmt gerade auf „Like“.

Sir Galahad und seine außerirdischen Hohlköpfe: Hologrammatica, ein Sci-Fi-Thrill aus dem Jahr 2080

hologrammatica-coverTom Hillenbrand schreibt Gastro-Krimis, schmeckt aber auch gerne in Zukunfts-Tatorte hinein. Nach dem nahen „Drohnenland“ der 2040er Jahre visiert „Hologrammatica“ nun die fernen 2080er Jahre an: der Londoner Quästor Galahad Singh ermittelt im Fall einer verschwundenen Expertin in Sachen Gehirn-Upload.

Doch die Wahrheit ans Licht zu bringen, das ist nicht so einfach in einer Welt geprägt von 3D-Totalsimulationen, AI-Intrigen und den Machenschaften von ebenso superreichen wie unerreichbaren Asteroiden-Fürsten im Hintergrund.

Den Leser erwartet hier ein cleveres Potpourri aus Arjounis Sci-Fi-Krimifarce „Chez Max“, Halluzinations-Strategien wie in Lems „Futorologischem Kongress“ und einer Prise interplanetarischer Visionen à la Kim Stanley Robinsons „2312“.

Sehr schön auch die sprachlichen Annäherungen an die zivilisatorisch weit fortgeschrittene Zukunft: da wird der digitale Assistent zum „Amanuensis“, Privatdetektive, siehe oben, nennen sich nun ebenfalls neulateinisch „Quästoren“, enhancede Quantenchip-Cyborgs und organische Old-School-Menschen beschimpfen sich derweil gegenseitig als „Schwammköpfe“ bzw. „Hohlköpfe“, und die zwecks temporärem Identitätstausch geklonten Gast-Körper mutieren zu „Gefäßen“.

Und dann ist da auch noch ein merkwürdiges Leuchtphänomen im Mittelmeer, das niemand erklären kann — sind am Ende auch Außerirdische ein Teil des Verschwörungszusammenhangs? Wurden die technisch hochgerüsteten Menschen des späten 21. Jahrhunderts am Ende gar von ihnen gehackt? Für mich ist Hologrammatica auf jeden Fall der Sci-Fi-Thriller des Jahres 2018…

[Review] Als das Web noch Französisch sprach: „Minitel – Welcome to the Internet“

minitel-welcome-to-the-internet„Le Minitel est mort, vive le Web!“ — Diese Geschichte beginnt mit ihrem Ende: im Juni 2012 wurde mit einem weinenden, einem lachenden Auge das Ende einer Ära zelebriert – nach ziemlich genau 30 Jahren schaltete France Télécom Orange den Minitel-Service ab. Dabei schwang mehr als nur bloße Technik-Nostalgie mit — denn anders als BTX in Deutschland war Minitel außerordentlich erfolgreich: schon Mitte der 1980er Jahre waren bei unseren Nachbarn mehr als eine Million Menschen „online“, sie chatteten, verschickten Mails, buchten Reisen, machten Online-Banking, und spielten archaische Online-Video-Spiele in blockiger Videotext-Grafik.

In ihrer Studie „Minitel: Welcome to the Internet“ lassen nun die US-Forscher Julien Mailland und Kevin Driscoll die Geschichte und Auswirkungen des „médium interactif par numérisation d’information telephonique“ Revue passieren – als Teil einer Reihe zu „Platform Studies“, die u.a. bereits Bände zum Atari VCS 2600, Nintendos Wii oder zum BBC Micro hervorgebracht hat. Wie immer bei dieser Reihe geht es um zwei Aspekte – den technischen wie den kulturellen. Was bei einem flüchtigen Medium wie Minitel am Ende auch bedeutet, Recherchemethoden von Hardware-Archäologie bis Oral History betreiben zu müssen.

Das Buch gibt nicht nur Einblicke in eine versunkene Medienwelt, sondern räumt auch mit einigen Mythen auf, etwa, dass Minitel eine Art staatlich finanziertes wie kontrolliertes CompuServe gewesen sei, und damit so ziemlich das Gegenteil des späteren Internets. Mailland und Driscoll sehen Minitel dagegen als eine „platform for experimentation and entrepreneurship in the application of computer networks in everyday life“. Die Balance von öffentlichen und privaten Interessen unterscheide Minitel gerade vom heutigen Internet, das amerikanische Großkonzernen wie Apple, Facebook oder Google unter sich aufgeteilt hätten…

Fazit: Ein äußerst lesenswertes Buch zum BTX-Pendant made in France, das man getrost schon jetzt als das englischsprachige Standardwerk zur Minitel-Geschichte bezeichnen darf. Übrigens: wer in punkto Minitel & die Folgen up to date sein möchte, bekommt in dieser 45-minütigen Youtube-Lecture von Julien Mailland die wichtigsten Thesen präsentiert…

PS: Auf mobilbranche.de gibt’s eine ausführlich Besprechung von „Minitel – Welcome to the Internet“.

minitel-geschichte
Julien Mailland/Kevin Driscoll,
MINITEL: Welcome to the Internet
(Platform Studies)
Taschenbuch 33,49 Euro

Als der Krimi laufen lernte: Edgar Allan Poe, Drei Fälle für Auguste Dupin

poe-dupin-promocover-350x525„Dupin war ein miserabler Kerl, er hatte eine gewisse analytische Begabung, ohne Zweifel, aber er war keinesfalls so phänomenal wie Poe es sich vorgestellt hat“ — dieses wenig schmeichelhafte Urteil über Edgar Allan Poes fiktiven Proto-Detektiv Auguste Dupin fällte ausgerechnet Mr. Sherlock Holmes, der ebenfalls fiktive Detektiv aus der Feder von Arthur Conan Doyle. Die scheinbare Abgrenzung vom klassischen Vorgänger — gleich zu Beginn des ersten Holmes-Romans „Eine Studie in Scharlachrot“ im Jahr 1887 — ist aber viel eher als eine ironische Hommage zu verstehen.

Das erste Closed Room-Rätsel der Krimi-Geschichte

Denn viele Stilelemente des modernen Krimis treten erstmals in Edgar Allan Poes Short Story „Die Morde in der Rue Morgue“ (1841) auf: vom exzentrischen Privatermittler Dupin selbst über den ebenso selbstgefälligen wie unfähigen Kriminalpolizisten (Polizeipräfekt „G–“) bis hin zum verwirrend komplexen „Closed Room“-Rätsel, dessen verblüffende Lösung am Ende vom Detektiv präsentiert wird.

„Die Kunst des Analytisch Denkenden erweist sich bei dem, was jenseits der Regel liegt“

„Tales of ratiocination“ nennt Poe selbst das neue Genre — für uns unmittelbar als Krimi-Narrativ erkennbar. Ohne den die Pariser Polizei beratenden Detektiv Dupin gäbe es keinen „consulting detective“ Sherlock Holmes, genauswenig wie es ohne den Londoner Ermittler einen Hercule Poirot von Agatha Christie oder einen Lord Peter Wimsey aus der Feder von Dorothy Sayers geben würde.

Edgar Dupin als früher Serienheld

Zugleich ist Poes Dupin der erste Serienheld des Krimi-Genres, der Pilot-Erzählung folgte „Das Geheimnis um Marie Rogêt“ (1842) sowie „Der gestohlene Brief“ (1844). Alle drei zusammen präsentiert ebooknews press nun im Erzählband „Drei Fälle für Dupin“, der als E-Book und Taschenbuch erhältlich ist. Hier geht’s direkt zur Leseprobe

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Edgar Allan Poe,
Drei Fälle für Dupin.

Die Morde in der Rue Morgue
Das Geheimnis um Marie Rogêt
Der gestohlene Brief
E-Book (epub, Kindle, PDF) 0,00 Euro
Taschenbuch (Createspace) 7,90 Euro

Silicon Valley liegt in Ostfriesland: Christiane Meyer-Ricks, Die Moorheiligen (Krimi)

wirtschaftskrimi-die-moorheiligenAnfang der 1970er Jahr, als in den Büros noch mit Schreibmaschine getippt und mit Tischrechner addiert wurde, zählte die Olympia Werke AG im ostfriesischen Wilhelmshaven zu den drei größten Büromaschinen-Herstellern der Welt — fast so bedeutend wie IBM. Dann kam der PC, der bekanntlich nicht in Ostfriesland erfunden wurde, sondern im kalifornischen Silicon Valley. Die Schreibmaschine, genauso wie die Schreibmaschinen-Hersteller, landeten auf der Müllhalde der Geschichte. Doch wie wäre es, wenn alles ganz anders gewesen wäre — und die Mikrocomputer-Revolution um ein Haar in der norddeutschen Tiefebene passiert wäre?

Ein Manager verschwindet im Moor

Genau das ist der Kern von Christiane Meyer-Ricks Wirtschaftskrimi „Die Moorheiligen“ — der mit der Entdeckung einer mumifizierten Moorleiche in der Nähe von Greveshaven beginnt, offenbar das Opfer eines Mordfalls. Schnell findet der ermittelnde Staatsanwalt Jorik Hein heraus: bei dem Toten handelt es sich um Erich Gabert, Top-Manager der Greveshavener Schreibmaschinen-Fabrik Viktoria. Mitte der 1970er Jahre verschwand er spurlos — doch kaum ist er wieder aufgetaucht, geschehen weitere mysteriöse Dinge. Der ehemalige Viktoria-Chef Hans Bauer fällt einem Giftmord zum Opfer. Und plötzlich wird ein weiterer ehemaliger Viktoria-Manager vermisst: Karl Kruse.

Propheten einer Wachstumsreligion

Seine Enkelin, die Berliner Journalistin Mirjam Kruse, beginnt zu recherchieren, und stößt auf das geheimnisumwobene Trio der „Moorheiligen“, drei führenden Viktoria-Managern, die den Aufstieg des Unternehmens seit den 1960er Jahren begleitet hatten. Auf dem Weg zum Erfolg war den Vermarktungs-Genies Erich Gabert, Karl Kruse und Adrian Kiss jedes Mittel recht, aber auch: Mord? Von der Belegschaft wurden sie verehrt wie die Propheten einer Wachstumsreligion. „Sie waren die Moorheiligen, und an ihnen zu zweifeln, war, wie an der Existenz Gottes zu zweifeln — gefährlich“, erzählt ein Zeitzeuge.

Mikrochip-Patent made in Friesland

Mirjam Kruse hatte ihren Großvater geradezu vergöttert. Nun beginnt sie, an ihren Erinnerungen zu (ver-)zweifeln. Immer mehr verstörende Fakten tauchen auf. Was wurde aus dem Patent für einem neuartigen Mikrochip, den ein Viktoria-Manager 1975 erfunden hatte? Hat Gaberts Ermordung damit zu tun? Stecken die Moorheiligen am Ende auch hinter großangelegten Wirtschaftsverbrechen im Zuge globaler Expansionspläne? Alle Wege scheinen zurückzuführen auf das ehemalige Werksgelände der Viktoria AG — und zugleich in Mirjam Kruses eigene Familiengeschichte…

Ein spannend erzählter Krimi mit viel Lokalkolorit, im Kern ein schöner Verschwörungs-Plot — wenn auch komplett fiktiv. Die tatsächlichen Gründe für den Absturz der Olympia-Werke waren schließlich weitaus trivialer: der friesische Büromaschinen-Riese war seit den 1970er Jahren gegenüber der internationalen Konkurrenz technologisch ganz einfach viel zu weit im Rückstand.

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Christiane Meyer-Ricks,
Die Moorheiligen. Krimi
Taschenbuch 10,90 Euro
E-Book (Kindle) 8,99 Euro

[e-book-review] Heftpflaster auf dem Auge des Zyklopen (Das Netz 2014/2015, irights.media)

Was macht eigentlich … das Internet? Der netzpolitische Jahresrückblick 2014/2015 von irights.media verrät es uns: es geht „raus aus dem sicheren Hafen“, so Herausgeber Philipp Otto. Vorsichtig, oftmals auch hilflos tasten wir uns heran an das „Gefühl, dass die Digitalisierung unser Leben stärker verändern wird als gedacht“. Was nicht nur mit dem Post-Snowden-Schock zu tun hat, sondern auch mit dem Machtgebaren neuer und alter Player von Uber bis Google und Amazon. Natürlich hat das Netz uns 2014 auch schöne Dinge beschert, von gemeinfreien Affen-Selfies über crowdgefundete Kartoffelsalate bis hin zu eiskalten Ice-Bucket-Challenges.

Doch die diffuse Furcht vor dem Internet, so Julia Schönborn in ihrem Beitrag, mit Ausprägungen von „German Internet Angst“ bis hin zu totalabstinentem „Digital Detox“ steht dem alten „Traum vom Netz als Werkzeug der Selbstermächtigung“ gegenüber. Eine mögliche Lösung findet sich bereits im Titel des Artikels: „Keine Panik“.

Best-Case-Szenarien emanzipativer Netzkultur finden sich im Jahresrückblick denn auch zuhauf. Von E-Learning-Plattformen für Knastis (vgl. das Interview mit der Erziehungswissenschaftlerin Ariane von der Mehden) über das unabhängige Projekt „Jugend hackt“ (vgl. den Beitrag von Maria Reimer) bis zu Cryptopartys, die mittlerweile zu einer Art „Graswurzelbewegung mündiger BürgerInnen“ avanciert sind (vgl. den Beitrag von Valie Djordjevic).

Illustriert wird der Artikel „Verschlüsselung fürs Volk“ passenderweise mit einer per Heftpflaster überklebten Tablet-Kamera: mit einfachen Mitteln die Arbeit der Gegenseite erschweren, lautet die Devise.

Das Internet on the go ist längst auch an Schulen angekommen – weshalb „nach Stricken und Rauchen nun die Nutzung von mobilen Internetzugangsgeräten kontrovers zwischen Eltern, Schülerinnen und Lehrkörpern diskutiert“ werde, so Wolfang Lünenbürger-Reidenbach in seinem Artikel „Lernen mit Whatsapp“.

Manchmal sind es auch kleine Schritte nach vorn – wenn etwa dank kurzer Whatsapp-Message am Morgen Schüler Jones den Tempel der Bildung nicht ohne Turnbeutel betreten muss. Doch eigentlich gehe es gar nicht so sehr um die Frage nach „Bring your own device“, sondern zunächst mal darum: wie kann Unterricht und Lernen in Zukunft anders, selbstbestimmter organisiert werden, so Jöran Muuß-Merholz. Teil der Antwort sei dann die Digitalisierung – die Schule wird zum kreativen „Großlernbüro“.

Wie man gleich aus der ganzen Welt einen besseren Ort machen kann, zeigen die Macher des Berliner „Betterplace Lab“ an zehn Beispielen von Yomken, der ersten gemeinnützigen Crowdfunding-Plattform der arabischen Welt über die Anti-Korruptions-App Bribespot bis zur NGO Technoserve, die Kaffeebauern in Ruanda per SMS-Service unter die Arme greift.

Skeptisch gegenüber der gerade populären Sharing-Ökonomie in den industrialisierten Ländern äußert sich dagegen Tilman Baumgärtel in seinem Beitrag „Teile und verdiene“ – denn entsprechene Apps würden vor allem jenen nützen, die selbst etwas besitzen, und natürlich den Vermittlern, die auf Provisionen hoffen. Auch nicht schön: Vertrauen wird ersetzt durch Kontrolle, und menschliche Beziehungen werden zur Ware.

Brave neue Welt? Interessanterweise blickt der Jahresrückblick auch noch weiter voraus – nicht nur in Form eines Gastbeitrags von Cory Doctorow, der sich Gedanken über die Zukunft der Kreativen macht, und ihnen vor allem einen Tipp mit auf den Weg gibt: behaltet die Kontrolle über eure Werke, vor allem über die Regeln, mit denen der Vertrieb organisiert wird – und verzichtet (auch aus diesem Grund) auf DRM.

Was die nahe und etwas fernere Zukunft bestimmen könnte, zeigen darüber hinaus Blicke auf „All you can see“- und „All you can read“-Phänomene von Netflix bis Kindle Unlimited, die „lautlose Sprachkommunikation“ per Elektroden-Abtastung oder die Chancen und Risiken von „Industrie 4.0“, vulgo: „Internet der Dinge“ trifft Produktion und Dienstleistung.

Wie gewohnt gibt’s den „Netzpolitischen Jahresrückblick“ nicht nur gedruckt und als E-Book zum Downloaden – die meisten Artikel sind cc-lizensiert und lassen sich auch direkt online lesen.

Das Netz 2014/2015
Jahresrückblick Netzpolitik
Hrsg. von iRights.Media, Philipp Otto
Print 14,90 Euro (inkl. Versand)
E-Book 4,90 Euro (epub/Kindle)


Im Schatten des großen Clowns (Adam Kuckhoff: Scherry [1931])

Sherry ist kein Name, sondern ein alkoholisches Getränk. Grog genauso. Und nicht selten spendet Alkohol wichtige Zusammenhänge. Dass Adam Kuckhoffs Künstlerroman „Scherry“ – erstmals erschienen 1931 bei Rütten & Loening, jetzt als Reprint & E-Book neu bei ebooknews press – schon im Titel als Hommage an den damals populären Musikclown Grock alias Charles Adrien Wettach zu lesen war, dürfte zum Beispiel durchaus hilfreich gewesen sein, um dieses schriftstellerische Debüt zu vermarkten. Zugleich war Adam Kuckhoff (1887 – 1943) jedoch sichtbar um Abgrenzung bemüht, wie ein Postskriptum mit dem Titel „An das Urbild des Scherry“ zeigt: Im Schatten des großen Clowns (Adam Kuckhoff: Scherry [1931]) weiterlesen

[e-book-review] Das Geld von morgen, das sind wir alle (Dominic Frisby: Bitcoins – The Future of Money?)

Wir leben alle in ei’m kolossal’n Roman. Manchmal entpuppt sich dieser Roman auch als ein Wirtschafts-Thriller. Die Erfolgsgeschichte der Krypto-Währung Bitcoins, erzählt von Dominic Frisby in seinem neuen Buch „Bitcoins – The Future of Money?“, hat jedenfalls alle Elemente eines finanzpolitischen Hacker-Märchens: eine Horde Pizza-verschlingender „Cypherpunks“, angeführt von einen ebenso genialen wie mysteriös-anonymen Mastermind mit japanischem Namen, deutscher E-Mail-Adresse und britischem Akzent, eine globale Wirtschafts- und Kapitalismuskrise, geheime Haupt- und Staatsaktionen, Drogen-Kriminalität, rauschhafte Renditen,anschließende Abstürze an die Nullinie. Und am Horizont der Silberstreif einer völlig neuen, erstmals wirklich globalen Finanzordnung: dezentral, transparent, hierarchiefrei, allen Menschen zugänglich, auch jenseits der Industriestaaten.

Disruptions-Faktor wie E-Mail oder Internet?

Doch all das ist mitnichten Fiktion, die erste erfolgreiche virtuelle Währung ist seit 2008 Teil unserer Realität. In jenem Jahr veröffentliche ein gewisser Satoshi Nakamoto ein digitales Whitepaper mit dem Titel: „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ – und startete kurz darauf ein gleichnamiges Projekt auf der Open Source-Plattform Sourceforge. Unbeachtet von der Öffentlichkeit beginnen die ersten Anwender, nach Nakamotos Vorgaben Bitcoins zu errechnen und untereinander zu tauschen, die zunächst überhaupt keinen realen Wert besitzen. Fünf Jahre später ist ein Bitcoin zeitweise so viel Wert wie eine Feinunze Gold, das Bitcoin-Netzwerk zählt hunderttausende Mitglieder, der Wert der stündlichen Transaktionen toppt den von klassischen Finanzdienstleistern wie Western Union.

„If Bitcoins changes the way we transact and the way we store wealth – and it has the potential to do this – the repercussions could be enormous. Think what email did to the postal service, or what the internet did to newspapers, publishing, music and television“, schreibt Frisby, übrigens nicht nur als Wirtschaftsjournalist unterwegs, sondern auch als Comedian. Damit den Bitcoin-Nutzern nicht das Lachen vergeht, bleiben nicht nur Banken, sondern auch staatliche Akteure bei der dezentral organisierten Währung aus dem Spiel: „In Math we Trust“ ist das alleinige Motto – die Menge der Bitcoins ist begrenzt, um inflationäre Währungspolitik zu verhindern, statt auf die Integrität von Finanzdienstleistern zu hoffen wird auf den unwiderlegbaren mathematischen Beweis („Proof“) gesetzt.

Satoshi Nakamoto auf der Spur

Während das Bitcoin-Prinzip keine Rätsel aufwirft, sondern sehr transparent erscheint (Frisby gibt sich viel Mühe, die Grundlagen auch für Laien verständlich zu machen) blieb Bitcoin-Erfinder Nakamoto dagegen bisher ein Mysterium. Gibt es ihn überhaupt – oder verbergen sich wie bei Anonymous oder Dread Pirate Robert verschiedene Personen hinter dieser Charaktermaske? Frisby widmet etwa ein Drittel des Buches dieser Frage, und tischt in diesem Rahmen auch eine sehr plausibel erscheinende These auf (die ich hier aber nicht verraten möchte). Ebenso plausibel scheinen die Gründe für das Verschwinden des oder der Nakamotos zu sein: zeitlich fällt das Abtauchen mit dem Wikileaks-Skandal zusammen. Als alternative, schwer zu kontrollierende Finanzierungsquelle drohte die noch junge Krypto-Währung in das Fadenkreuz der US-Regierung zu geraten.

Inzwischen scheinen sich Paranoia wie auch Euphorie rund um Bitcoins und Krypto-Währungen allgemein etwas gelegt zu haben, während zugleich die Zahl der pragmatischen Nutzer kontinuierlich wächst. Zu denen gehört auch Frisby selbst – und gleiches rät er seinen Lesern: Ausprobieren – auf jeden Fall, denn Bitcoins könnten tatsächlich die Zukunft des Geldes sein. Praktische Tipps gibt’s dazu auch. Doch größere Summen investieren? Besser nicht, warnt der Autor. Bitcoins mögen zwar kein Pilotenspiel sein, doch für den Anleger sind sie mindestens so riskant wie die an konventionellen Börsen gehandelten Wertpapiere.

Praxisbeispiel: Crowdpublishing mit Bitcoins

Zu den bereits etablierten Möglichkeiten, Krypto-Geld auszugeben, gehören übrigens nicht zuletzt auch Crowdfunding-Kampagnen in der Buchbranche: so konnte man Frisbys Bitcoin-Buch über die britische Crowdpublishing-Plattform Unbound im Rahmen einer Pre-Order-Kampagne nicht nur mit britischen Pfund, sondern auch mit Bitcoins bezahlen (siehe dazu das E-Book-News-Interview mit dem Autor). „Bitcoins – The Future of Money“ reiht sich somit ein in eine ganze Galerie von innovativen Buchprojekten der letzten Jahre, die ihre zentrale These bereits durch den erfolgreichen Produktions- und Vermarktungsprozess selbst beweisen – siehe etwa Chris Andersons „Free – The Future of a Radical Price“, Dirk von Gehlens „Eine neue Version ist verfügbar“ oder Markus Albers‘ „Meconomy„.

Hinweis: Der Rezensent gehörte zu den Unterstützern der Pre-Order-Kampagne für „Bitcoins – The Future of Money“ und besitzt derzeit 0,175 Bitcoins.


Dominic Frisby,
Bitcoins – The Future of Money?
E-Book (Kindle) 5,14 Euro
Taschenbuch (via Amazon.de) 10,40 Euro

[book-review] Mordje Marx Moos, oder: Korrektur eines Familienportraits

Das habe ich nicht gewusst! Das haben wir nicht gewusst! In der Nachkriegszeit wurde kaum ein Satz im familiären Zusammenhang stärker strapaziert. Umso verblüffender, wenn dieselben Worte im 21. Jahrhundert plötzlich in einem Dokumentarfilm auftauchen, der den Titel “Auf der Suche nach dem letzten Juden in meiner Familie” trägt. Die Berliner Dokumentarfilmer Peter Haas und Silvia Holzinger wollten es wissen: sie haben über fünf Jahre und sieben Länder hinweg die biografischen Spuren des Großvaters Eduard Haas verfolgt, geboren 1884 in Trier, ermordet 1942 in Buchenwald.

„Auf dem Bild fehlen Personen, es stimmt nicht“

Auftakt der Dreharbeiten bildet ein Familientreffen im Jahr 2009, das erstmals die Mitglieder der weit verstreuten Verwandtschaft wieder zusammenbringt. Zugleich wird es zum Anstoß der vertieften Recherche. Denn mit dieser Familienaufstellung ist Peter Haas nicht einverstanden. In “Mordje Marx Moos”, dem Buch zum Film schreibt er: “Unwillkürlich denke ich: Das Bild stimmt nicht, es gaukelt eine Normalität vor, die es nicht gibt … Auf dem Bild fehlen Personen, es ist unvollständig”

Der Eindruck einer ganz normalen, inzwischen römisch-katholischen Familie, von der Elterngeneration bis zum Grad der Selbsttäuschung aufrecht erhalten, basiert eben unter anderem auf der Ausrottung der jüdischen Verwandschaft durch die Nazis. An der Vergangenheit vor 1945 wagt (fast) niemand zu rühren.

Making-Of inklusive: Doku- plus Meta-Fiktion

Dabei liegen die Spuren der Geschichte gar nicht mal so verborgen, wenn man nur hinschauen möchte. Recht schnell landen Haas und Holzinger in Hottenbach, einem kleinen Dorf mitten auf dem Hunsrück. Der Besuch eines überwucherten jüdischen Friedhofs bringt unter vermoosten Grabsteinen immer wieder den Namen Haas zum Vorschein. Der Besuch bei einer Heimatforscherin belegt: genau hier wurde zu Napoleons Zeiten aus einem Mordje Mendel, Sohn von Mendel Marx, ein amtlich registrierter Benjamin Haas. Zur Auswahl standen auch Namen wie Jacoby, Wolf oder Moos.

Wäre die deutsche Geschichte an mindestens zwei Stellen anders abgebogen, könnte Peter Haas auch Mordje Marx Moos heißen. Der Titel des Buches ist Programm: immer wieder wird nicht nur familiäre Geschichte rekonstruiert, sondern auch fingiert, um Leerstellen mit möglichen oder wahrscheinlichen Details zu füllen. “Mordje Marx Moos” ist also Doku-Fiktion, zugleich aber Meta-Fiktion, denn man begleitet die Erzähler bei den Recherchen, die den Plot erst möglich machen.

Immer wieder treiben dabei Zufälle die Handlung voran, fast wie bei einer klassischen Schatzsuche tauchen neue Hinweise auf, verloren geglaubtes Material, Umwege führen überraschend zum Ziel.

Topografische Zufälle, historische Abgründe

So stellt sich heraus: Das ehemalige Haus des Großvaters, der bis zur Wirtschaftskrise 1929 eine Drogerie führte, steht noch mitten in Trier. Es wurde nie zerstört, aber baulich stark verändert, und beherbergt heute, wie passend, ein Kino. Am Ende wird dort auch die Premiere des Films stattfinden. In Schweden wiederum, Fluchtort für einen Teil der Familie, findet sich ein Koffer voller wertvoller historischer Dokumente, verwandtschaftliche Bezüge verweisen auf eine unbekannte Lyrikerin namens Elise Haas und auf … Karl Marx.

Andere Wege führen in historische Abgründe. Im Gebäude des Berliner Brüdervereins, wo Großvater Eduard Haas in den goldenen Zwanzigern mit seiner aus Posen stammende erste Frau den Hochzeitswalzer aufs Parkett legte, residierte nach 1933 ausgerechnet Adolf Eichmann. Und der Name des Großvaters, so stellt sich heraus, taucht im Jahr 1942 an prominenter Stelle in den staatspolizeilichen Meldungen des Reichssicherheitshauptamtes auf – im Zusammenhang mit der Organisation “illegaler Fluchthilfe”. Wenige Monate später erhält die Witwe Post vom Lagerkommandanten aus Buchenwald: ihr Mann ist „verstorben“, “gegen die Ausfolgung der Urne bestehen keine Bedenken”.

“Mordje Marx Moos” ist nicht einfach nur ein Buch zum Film, sondern enthält ganz dem Trend zum Transmedia Storytelling folgend auch viel neues Material und zusätzliche Erzählstränge. Zugleich findet der Text aber auch eine ganz eigene Bildsprache, man kann das Buch wirklich – wie im Klappentext behauptet – als “literarisches Debüt” von Haas und Holzinger bezeichnen.

Das Zittern der hellen Kreidelinie

Über die Abfahrt zu den schwedischen Verwandten der Familie Haas von Rügen aus heißt es z.B.: “Während die Fähre sich vom Festland entfernt, nimmt das Deck die Schwingungen der Dieselaggregate und den Wellengang der Ostsee auf, sodass unser Stativ vibriert und die Kamera nichts als Erschütterungen aufnimmt. Ich zeichne das Zittern der hellen Kreidelinie seismografisch auf, den bröckelnden Saum Deutschlands, an welchem halbe Buchenwälder ins Meer stürzen und das Land für immer verloren geht”.

Eigene Wege gehen die Autoren-Filmer auch bei der Vermarktung – den Doku-Streifen gibt es nur live auf einer Filmtournee quer durch Deutschland zu sehen, so möchte es die Familie. Das Buch wiederum erscheint Print Only, herausgegeben im Eigenverlag. So möchten es Haas und Holzinger (vgl. das Interview auf E-Book-News): “Der Film ist nicht anders als die brüchige Erinnerung, von der er erzählt. Wenn der Film wieder verschwunden ist, bleibt wenigstens das Buch. Verknappung macht die künstlerische Arbeit wieder ein Stück wertvoller”.

Hinweis: „Mordje Marx Moos“ ist im Eigenverlag erschienen, ebooknews press – das Verlagslabel von E-Book-News – leistet Vertriebsunterstützung und tritt als Wiederverkäufer auf, deswegen kann man das Buch auch direkt in unserem E-Store kaufen (s.u.).


Silvia Holzinger & Peter Haas,
Mordje Marx Moos
Taschenbuch, 230 Seiten
14,90 Euro (lieferbar via ebooknews press)

das große ebook & ereader abc – 200 aktuelle Stichworte von Adobe-ID bis Zweifingergeste

ASIN? Bundling? Fan-Fiction? Shelfie? WattPad? Die Gutenberg-Galaxis hat in so kurzer Zeit so große Sprünge nach vorn gemacht, dass einem manchmal ganz schwindelig wird – selbst ein Standardwerk wie das „abc des Buchhandels“, zuletzt 2009 in 11. Auflage erschienen, scheint aus einer anderen Epoche zu stammen, obwohl eigentlich nur fünf Jahre vergangen sind.

Dem Wandel der Buchbranche auf der Spur

Ungefähr vor fünf Jahren habe ich auch begonnen, auf E-Book-News über den Wandel der Buchbranche zu bloggen – angespornt von der Kindle-Revolution, die damals gerade aus den USA nach Deutschland hinüberschwappte, aber auch durch erste eigene Erfahrungen mit E-Ink-Readern und Mobilgeräten wie dem iPod Touch. Immer wieder habe ich mir seitdem einen nach Stichworten organisierten Branchenüberblick gewünscht, der all das verzeichnet, was sich rund um das Elektronische Lesen und das elekronische Publizieren entwickelt hat.

Vor knapp einem Jahr habe ich dann angefangen, diesen Branchenüberblick selbst zu schreiben – dabei habe ich nicht nur auf zahlreiche Blogartikel zurückgreifen können, sondern auch auf Inhalte aus zwei Büchern, in denen ich mich schon einmal mehr oder weniger direkt mit E-Reading und E-Publishing beschäftigt hatte, nämlich „Vom Buch zum Byte – Kurze Geschichte des E-Books“ sowie „Krautfunding“.

Technologisches, Historisches, Kulturelles

Jetzt ist das „ebook & ereader abc“ fertig – und enthält knapp 200 Begriffe, die nicht nur die technologische Seite der E-Reading-Revolution von E-Ink bis Glowlight und von epub bis Print-On-Demand berücksichtigen, sondern z.B. auch historische Aspekte, etwa die Entwicklung von Project Gutenberg, von Handy-Romanen, Hyperfiction etc., und zugleich ökonomische wie soziokulturelle Entwicklungen wie Book Sprints, Crowdpublishing, Creative Commons, Selfpublishing oder E-Book-Piraterie.

Wo es sich anbot, habe ich auch traditionelle Begriffe des Buchhandels aufgenommen, um den veränderten Rahmen abzustecken, etwa bei Themen wie Backlist, Buchmesse, Buchpreisbindung oder Börsenverein. Nicht fehlen durften zudem die wichtigen Akteure auf dem E-Book-Markt, von Amazon und Barnes & Noble bis hin zur Tolino-Allianz und „Indies“ wie Osiander oder der Mayerschen.

E-Reading-Branche hat sich ausdifferenziert

Dazu kommen zahlreiche neue Plattformen, die für besondere Ansätze stehen, etwa DRM-Verzicht, Pay-What-You-Want, Crowdfunding, Self-Publishing etc. Zu den der Aha-Effekte, die das „ebook & ereader abc“ bietet, gehören aber nicht nur solche Details und Trouvaillen, sondern sicherlich auch der Gesamteindruck: die E-Reading-Branche hat sich in den letzten Jahren bereits sehr stark ausdifferenziert – weit jenseits traditioneller Geschäftsmodelle. Siehe auch das Stichwort: Disintermediation.

Das „ebook & ereader abc“ folgt als Produkt selbst den Trends, die es beschreibt, das Buch erscheint als Print-On-Demand-Version, gedruckt via Createspace, wie auch als E-Book, zunächst als PDF, später auch als epub & mobi. Bis zum 15. November gibt es beide Versionen zum günstigen Einführungspreis. Übrigens: Wer einen vertieften Blick in das ABC werfen möchte, dem sei die erweiterte Leseprobe von Adobe-ID bis Gutenberg-Galaxis empfohlen – sie kann via Pay-With-A-Tweet gratis heruntergeladen werden.