„Wir sehen uns als Aufklärer für Autoren“: BookRix-Gründer Gunnar Siewert im Interview

„Web your Book“ ist das Motto der BookRix-Community – sie soll so etwas sein wie das MySpace für Autoren, eine Möglichkeit, sich mit den Lesern zu vernetzen und Texte zu promoten. Die 2008 gegründete Plattform setzt seit neuestem auch auf kollaboratives Schreiben. Mit einer SocialBook-App entstehen via Twitter oder Facebook gemeinsam Werke von beliebig vielen Teilnehmern. Eine Trennung zwischen Profis und Amateuren gibt es bei BookRix nicht. Mittlerweile umfasst die Community 240.000 registrierte Nutzer weltweit und bietet mehr als 50.000 kostenlose E-Books an, mit ganz unterschiedlicher Qualität. Manche frönen hier nur ihrem Hobby, für andere ist es das Sprungbrett zur Autorenkarriere in einem klassischen Verlag. Mit dem Schreiben Geld verdienen konnte man bei BookRix bisher nicht. Zukünftig sollen Autoren ihre Werke aber auch direkt via BookRix als kommerzielle Print- oder E-Book-Version in den Buchhandel bringen können. E-Book-News sprach während der Leipziger Buchmesse mit BookRix-Gründer und Geschäftsführer Gunnar Siewert.

„Für uns ist jeder ein Autor – wie gut, entscheiden die Leser“

„Für uns ist jeder ein Autor. Für uns gibt es diese elitäre Haltung nicht, dass ein Autor gewisse Dinge haben muss, sondern jeder, der in der Lage ist eine Geschichte zu schreiben, ist für uns ein Autor, und die Leser entscheiden dann, ob er das gut gemacht hat.“

„Jeder spricht über die Veränderungen für Verlage, aber niemand über die Veränderungen für Autoren. Wir sehen uns da als Aufklärer, und sagen, ihr Autoren habt Rechte, ihr könnt die Menschen erreichen, nutzt das einfach.“

„Kreativität ist, wenn viele Leute an den Dingen arbeiten“

„Ein Buch ins digitale Format zu bringen ist eine Innovation, aber nicht zwingend kreativ. Was uns interessiert hat am Social Book sind die kreativen Möglichkeiten die entstehen, wenn viele Leute an den Dingen arbeiten. Natürlich führt nicht jede Sache sofort zu Höchstleistungen, insofern sind wir hier in einem Lernprozeß. Irgendwann hat mich jemand gefragt: Wann ist das Social Book denn fertig? Da habe ich gesagt: Solange es Menschen gibt – nie.“

„[Zum Thema SocialBook & Urheberrecht:] Man kann Innovationen nicht auf juristischen Fundamenten bauen. Sondern: die Juristerei folgt in der Regel dem realen Leben. Der erste Verlag, der ein SocialBook verkaufen will, wird eine Lösung finden.“

„Mich gibt’s auch als E-Book!“: Leipziger Buchmesse richtet sich im digitalen Wohnzimmer ein

leipziger-buchmesse-digital-ebookEs geht voran – die Leipziger Buchmesse 2011 freut sich über steigende Ausstellerzahlen, größere Fläche und ein noch umfangreicheres Literaturprogramm. Deutlich gewachsen ist auch die Bedeutung digitaler Angebote. So glänzt die Messe mit einer eigenen Facebook-Seite, das Internetradio hörbuch.fm sendet Vor-Ort-Lesungen sowie Live-Hörspiele, und die Redakteure von erlesen.TV bannen zahlreiche Events auf Video. Ein eigener Digi-Guide gibt einen Überblick zu Ausstellern und Veranstaltungen zum Thema E-Book & E-Publishing. Informationen zum Begleitprogramm „Leipzig liest“ gibt’s diesmal auch direkt via Handy & Smartphone.

Leipzig erlebt die „Stunde Null des E-Books“

Von der „Stunde Null“ des E-Books sprach der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Anfang der Woche bei der Vorstellung einer neuen Marktstudie. Wie weit der Wandel geht, zeigt etwa Libri.de – auf der Buchmesse präsentiert das Buchhandelsportal nicht nur neue WiFi-& 3G-Lesegeräte von Pocketbook, sondern mit dem Pandigital Novel auch ein Android-Tablet. Deutlich schneller als das Wachstum von Marktanteilen verläuft jedoch der Bewußtseinswandel. Auf der Leipziger Buchmesse künden Veranstaltungen wie „Der stationäre Buchhandel in Zeiten der Digitalisierung“, „Neue Optionen für den deutschen Comic Markt“ oder „Rethinking the book – Konzepte für digitale Bücher auf dem iPad“ von einer Branche im Umbruch. Viele Events drehen sich um Social Media Marketing – Verlage und Buchhandel sind immer stärker daran interessiert, den Kontakt mit ihren Lesern auch via Facebook, Twitter & Co. zu halten.

Bücher schreiben via Facebook & Twitter

Im „Digitalen Wohnzimmer“ in Halle B 407 zeigt sich, dass die Literatur längst im Netz angekommen ist – interessierte Besucher können dort Onlineredakteuren von Literaturportalen wie literaturcafe.de oder leserwelt.de bei ihrer Arbeit live über die Schulter schauen. Doch nicht nur das Berichten über Literatur wandert ins Internet, auch die Literaturproduktion selbst. Die Book-Community BookRix etwa stellt in Leipzig das Konzept einer SocialBook-App vor, die das kollaborative Schreiben via Facebook & Twitter ermöglicht. Von neuen Produktions- und Vertriebstrends zeugen aber auch Unternehmen wie Books on Demand, triboox oder textunes. E-Books selbst kann man natürlich schlecht ausstellen. Viele gedruckte Bücher erklären den Besuchern diesmal allerdings: „Mich gibt es auch als E-Book“. Denn Verlage können ihre Print-Produkte mit einem eigens entworfenen Messe-Aufkleber kennzeichnen. Vermissen wird man die Plakette allerdings auf zwei von drei Preisträgern des in Leipzig verliehenen Literaturpreises – denn lediglich Henning Ritters in der Rubrik Sachbuch/Essayistik prämierte Sammlung von Kurzessays („Notizhefte“) ist als epub-Version lieferbar.

Libreka versorgt WiFi-Reader von Pocketbook mit E-Books, Telefonica 02 sorgt für Mobilfunk-Netz

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Großer Content-Deal auf der Frankfurter Buchmesse: Das Buchhandelsportal Libreka wird die E-Reader von Pocketbook zukünftig mit Lesestoff versorgen. Ab November gelangen ingesamt vier E-Ink-Reader und ein Tablet von Pocketbook International auf den Markt – auf denen man dank WiFi-Schnittstelle dann E-Books drahtlos shoppen kann. Zum Verkaufsstart sollen über 30.000 deutsche und 200.000 englische E-Books bereitstehen.

Auf Dauer sind 30.000 E-Books nicht genug

Bisher war Pocketbooks E-Store namens Bookland.net für deutsche Kunden eher uninteressant – denn es gab nur Public-Domain-Titel im Angebot. Mit der neuen E-Reader-Generation mussten nun jedoch dringend aktuelle deutsche E-Book-Titel her, denn vier drahtlose E-Ink-Lesegeräte und ein Tablet wollen ab November mit Content versorgt werden. Mit Libreka hat man nun einen Lieferanten mit im Boot, der sich in Zukunft ohnehin auf das Business-to-Business-Geschäft konzentrieren will – etwa durch die vor kurzem bekannt gewordene Zusammenarbeit mit Apple oder Barnes&Noble. Für Pocketbooks E-Store dürften auf Dauer die 30.000 E-Books von Libreka allerdings nicht ausreichen – schließlich wollen Mitbewerber wie etwa Thalia mit dem drahtlosen Oyo-Reader bis Weihnachten ein deutlich höheres Angebot auf die Beine stellen.

Für den UMTS-Anschluss sorgt Telefonica 02 Germany

Natürlich muss ein E-Reader abgesehen vom Inhalt auch bei Technik und Preis punkten können. Technisch können die neuen Pocketbook-Geräte mit Features wie Text-to-Speech-Funktion, frei wählbaren Widgets und vorinstallierten Wörterbüchern auf jeden Fall einiges bieten. Außerdem wurde bei den E-Ink-Geräten die Auflösung der Displays verbessert. Die Basisversionen PocketBook Pro 602 und Pro 902 sowie das Tablet PocketBook IQ besitzen WiFi-Funktionalität. Bei den Versionen Pro 603 und Pro 903 kommt zur WiFi-Option noch eine UMTS-Verbindung über das Mobilfunknetz von Telefónica 02 Germany hinzu. Pocketbook bietet viel, verlangt aber auch einiges – die auf der Buchmesse angekündigten Preise der E-Ink-Reader liegen mit 199 Euro für die 6-Zoll-Basisversion Pro 602 bis zu 399 Euro für die 9-Zoll-UMTS-Version vergleichsweise hoch. Ein Hingucker ist allerdings das sieben Zoll große IQ-Tablet – das TFT-Touchscreen-Modell soll zum Preis von nur 159 Euro erhältlich sein.

Libroid, oder: so ähnlich wie ein Buch – Jürgen Neffes multimediale E-Book-Alternative

libroid-e-book-neffe-buchmesse-2010Wird Libroid der neue neuen Standard für das Buch der Zukunft? Geht es nach Jürgen Neffe, liegt die Zukunft von E-Books in einer Mischung aus Multimedia und Social Media. Auf der Frankfurter Buchmesse stellte der freie Journalist und Schriftsteller den ersten Libroid-Prototypen vor – die elektronische Version seines Sachbuchs „Darwin – Das Abenteuer des Lebens“. Die iPad-App gruppiert Bilder und Hyperlinks um eine scrollbare Textspalte herum. In Kürze soll das erste Libroid bereits im App Store erhältlich sein.

Libroid-Erfinder Neffe ist ein „Holy Scroller“

“Die Leute wollen zum Lesen keine Extra-Hardware, und sie wollen farbige Displays”. Diese Erkenntnis Ray Kurzweils würde wohl auch Jürgen Neffe unterschreiben. Anders als der us-amerikanische KI-Forscher ist Neffe jedoch kein „Shark“, sondern ein „Holy Scroller“. Kurzweils E-Book-App „Blio“ bringt elektronische Bücher zwar farbig und interaktiv auf die Displays von Tablets und Desktops, es gibt aber weiterhin einzelne Seiten. Bei Neffes „Libroid“ ist das anders – hier muss gescrollt werden. Im fortlaufenden Text wird die aktuelle Lesestelle nur noch mit einer Prozentzahl angegeben, Seitenzahlen gibt’s nicht mehr. Für Nutzer von Textverarbeitungs-Software dürfte das nichts Neues sein. Und tatsächlich möchte der ehemalige Spiegel- und GEO-Redakteur offenbar Lese- und Schreiberfahrungen der Gegenwart wieder zur Deckung bringen: „Seit Autoren ihre Schreibmaschinen durch Computer ersetzt haben, schreiben sie im Prinzip wie auf einer Schriftrolle fortlaufende Texte. Für sie gehört es längst auch zum Alltag, innerhalb ihrer Manuskripte zu jeder Stelle springen zu können, sie zu verändern, Passagen umzustellen, zu ergänzen und zu verändern“, heißt es auf Libroid.com dazu.

Multimedia-Randglosse: Lesen mit dem „dritten Auge“

Libroid arbeitet grundsätzlich im Dreispaltensatz – in der Mitte befindet sich der Text selbst, links daneben Multimedia-Inhalte wie Fotos oder Videos, rechts daneben Hyperlinks oder Kommentare.
„Ich erlaube dem Leser sozusagen im Augenwinkel, mit dem ‚dritten Auge‘ zu erfassen, was noch da ist, und er kann dann auf eigenen Wunsch sagen, das möchte ich mir genauer angucken“, so Neffe gegenüber Buchreport. Wichtig war für Neffe auch, dem Leser eine optimale Spaltenbreite zu bieten – die bei Libroid mit 60 Zeichen pro Zeile angesetzt wurde. Nicht zufällig genau die Spaltenbreite, die man von gedruckten Büchern gewohnt ist: „Damit gibt das gedruckte Buch als ausgereiftes Produkt die Maße vor, der sich alle Texte zu fügen haben, auch in Lesegeräten“, so die Erklärung auf Libroid.com. Doch auch mit den zusätzlichen Spalten für weiterführende Informationen greift Libroid natürlich eine bewährte Tradition der Gutenberg-Galaxis auf, nämlich die gute alte Randglosse. Technisch ist sie hier freilich auf dem neuesten Stand – und führt per Fingertipp oder Mausklick direkt zur gewünschten Quelle. Wer sich vollkommen auf den Text konzentrieren möchte, kann vom Quer- zum Hochformat wechseln – per G-Sensor werden dann die Randspalten automatisch ausgeblendet.

Undruckbares im Verlag der ungedruckten Bücher

Die Zukunft des Print-Buchs sah Neffe bereits Anfang 2009 in einem Essay für die ZEIT äußerst nüchtern: „Über kurz oder lang werden gebundene Packen bedruckten Papiers nur noch als Hochpreisprodukte in Spezialgeschäften zu haben sein wie heute Vinylschallplatten.“ Gleichzeitig kritisierte er die bestehende E-Book-Technologie als inkonsequent – erlaube sie es doch nur, Bücher genauso zu lesen, wie man sie bereits seit 500 Jahren kenne. Die Zukunft sah Neffe eher in der konsequenten Befreiung des E-Books von den Fesseln der Druckerpresse: „Es wird Bestseller geben, die nie als Druckerzeugnis erscheinen, Handyromane in Fortsetzung, undruckbare, multimediale, ständig aktualisierte, reichhaltig animierte Sachbücher, Individualreiseführer oder Enzyklopädien, vernetzte Werke aus Netzwerken von Autoren, verzweigte Geschichten, die vor den Augen des Publikums entstehen“. Mit Libroid legt Neffe nun kaum anderthalb Jahre später ein konkretes Konzept vor – und nennt sein Unternehmen nicht zufällig im Untertitel den „Verlag für ungedruckte Bücher“.

Das erste Libroid gibt’s bald im App Store

Das auf Neffes Sachbuch-Bestseller „Darwin – Das Abenteuer des Lebens“ basierte Prototyp-Libroid soll in Kürze als iPad-App für EUR 7,99 zu haben sein. Neffe kalkuliert, dass bei einem Autoren-Honorarsatz von ca. 12% die Kosten des Prototypen sich nach 25.000 Verkäufen eingespielt haben. Bei den folgenden Titeln aus dem „Verlag der ungedruckten Bücher“ soll der Break-Even-Point sogar schon nach etwa 12.000 Downloads im App Store erreicht werden. Libroid versteht sich dabei übrigens grundsätzlich als Lese- wie auch als Schreibmedium. „In der nächsten Ausbaustufe denken wir daran, eine Art Composer anzubieten, auch aus Eigeninteresse, damit die Autoren das, was sie verlinken und mitliefern wollen schon beim Verfassen der Libroide machen können“, so Neffe gegenüber Buchreport. Dann dürfte sich auch zeigen, ob Libroid mehr ist als eine „Übergangsidee“, die das „strenge Bildungsbürgertum“ mit der „ablenkungsbereiten Surfgeneration“ versöhnen soll, wie Wolfgang Michal auf CARTA schrieb. Letztlich steckt Libroid während der Startphase nämlich im selben Dilemma wie die Konkurrenten Blio oder Vook – so lange es nur Adaptionen gibt und keine originären Libroide, dürfte das eigentliche Potential nur bedingt sichtbar werden.

Digitale Schnitzeljagd zwischen Hot Spots: E-Books & E-Reader auf der Frankfurter Buchmesse

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Gastland der Buchmesse 2010 ist Argentinien, inoffiziell ist es auch der Cyberspace. Von insgesamt 7500 Ausstellern haben 1900 digitale Produkte im Gepäck. Die Hersteller von E-Readern sind an „Special Interest Hot Spots“ präsent, mit der „Sparks-Initiative“ & „Frankfurt Storydrive“ sucht die Buchmesse den Schulterschluss mit der digitalen Film- und Gamesbranche. Wer durch die Messehallen schlendert, sieht jedoch vor allem eins: gedruckte Bücher.

E-Books lassen sich schlecht ins Regal stellen

„Gut erzählte Geschichten sind der Motor der Buchmesse“, so Messedirektor Juergen Boos bei der Eröffnung der 62. Frankfurter Buchmesse. Eine der ganz großen Erzählungen im Jahr 2010 ist die vom medialen Wandel – es geht darum, Content zum Kunden zu bringen, egal in welcher Form. Wer den kilometerlangen Marsch durch insgesamt zehn Ausstellungshallen auf sich nimmt, sieht freilich vor allem eins: Bücher, Bücher, Bücher. Bücher aus Papier natürlich. E-Books, das wissen nicht nur Buchhändler, lassen sich nun mal schlecht ins Verkaufsregal stellen. Allerdings flimmern den Besuchern auch zahlreiche Video-Bildschirme oder Laptop-Screens entgegen, und zumindest hier und da schimmert ein Tablet-Computer.

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Hohes Wachstumspotential, geringer Marktanteil

Von einer E-Book-Revolution ist auch in der Medienberichterstattung zur Buchmesse wenig zu spüren. Es passiert sehr viel im E-Book-Sektor, wird etwa Libreka-Chef Ronald Schild in der Süddeutschen Zeitung zitiert, doch die Entwicklung brauche noch Zeit. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels legt aufschlussreiche Zahlen vor. Nur 30 Prozent der Titel seien in elektronischer Form lieferbar, hört man Vorsteher Alexander Skipis im Deutschlandfunk sagen. Und wieder die gleiche Botschaft: Das Wachstumspotential ist groß, der Marktanteil aber noch gering. Der Arbeitskreis Elektronisches Publizieren (AKEP) untermauerte das in Frankfurt mit neuen Geschäftszahlen – der mittlere Umsatzanteil von E-Books in Deutschland liegt momentan bei mageren 1,8 Prozent.

E-Books auf der Buchmesse nur „Special Interest“?

Die meisten E-Reader auf der Buchmesse tummeln sich auf dem etwas schmucklosen „Devices Hotspot“ in Halle 8. Dort können die Buchmesse-Gäste etwa Samsungs neues Galaxy-Tablet, den neun Zoll-Reader von Pocketbook oder das WeTab von Neofonie in die Hand nehmen. Den nagelneuen Oyo-Reader präsentiert die Buchhandelskette Thalia dagegen vor bunter Kulisse im „Literature & Special Interest-Bereich“ von Halle 3. Gutes Stichwort. Offenbar gehen die Macher der Buchmesse davon aus, dass viele Besucher generell noch wenig Interesse am elektronischen Lesen haben. Bei der Stammkundschaft der Buchhandlungen vor Ort ist das ähnlich. Der Börsenverein stellte nämlich in Frankfurt eine Studie zur „Zukunft des Sortimentsbuchhandels“ vor, der zufolge fast zwei Drittel der klassischen Kunden auf Online Käufe verzichten, während sogar nur 6 Prozent sich überhaupt vorstellen können, Bücher digital zu lesen.

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“Enhanced E-Books“: Strohfeuer oder Zukunftsmodell?

Allerdings gelten solche Zahlen vor allem für die Generation 40 plus. Was die jüngeren Leser erwartet, ist dagegen nicht nur konventionelle Belletristik auf E-Ink-Displays, sondern eine völlig neue mediale Umgebung: “In fünf Jahren werden Bücher häufiger Crossmedia-Produkte sein: mit eingebettetem Sound, bewegtem Bild, Internetlinks und möglicherweise einer Spielekomponente wie Alternate Reality Games“, prognostizierte auf der Konferenz „Frankfurt Storydrive“ Juliane Schulze vom Beratungsunternehmen peacefulfish. Einen ersten Eindruck vom „enhanced E-Book“ gab auf der Buchmesse die elektronische Version von Sascha Lobos New-Economy-Roman „Strohfeuer“. Das in der Reihe Rowohlt Digitalbuch erschienene E-Book ermöglicht den Lesern, über die sogenannte „Buchfrage“-Funktion direkt mit dem Autor zu kommunizieren. Noch etwas mehr „enhanced“ bringt Bastei Lübbe pünktlich zur Buchmesse Ken Follets historischen Roman „Sturz der Titanen“ für iPhone und iPad heraus – nämlich ergänzt mit Videomaterial, Landkarten, Stammbäumen etc. Der multimediale Mehrwert erweist sich offenbar bereits als echter Verkaufsvorteil – so gab etwa das Berliner E-Book-Label textunes auf der Buchmesse bekannt, „enhanced E-Books“ für iPhone oder iPad würden sich mittlerweile fünfmal so häufig wie klassische elektronische Ausgaben verkaufen.

Digitale Schnitzeljagd für Bücherwürmer

Für die Generation Facebook wird natürlich nicht nur das Lesen, sondern auch das Schreiben von Literatur immer mehr zum sozialen Prozess. Dem trägt auch die Buchmesse Rechnung – im Special Interest Hot Spot etwa stellen sich Buchcommunities und Autorenportale wie Bilandia, Bookrix oder epidu vor. Wer es noch performativer mag, kann auf der Buchmesse zu Handy oder Smartphone greifen und sich an „Wyrm“ beteiligen, einer digitalen Schnitzeljagd. Bestseller-Autor Wolfgang Hohlbein hat sie auf Grundlage seiner gleichnamigen Sci-Fi-Serie konzipiert. Über QR-Codes bzw. den Versand von SMS mit Stichworten, die an den Infotheken der einzelnen Hot Spots veröffentlicht sind, erhalten Leser einzelne Episoden von „Wyrm mobile“ auf ihr Handy. Zum Start schickt man eine SMS mit dem Text „startwyrm“ an Nummer 48000. Doch auch die Handy-Nutzer werden in den Messenhallen neben ihrem Gadget natürlich auch zahllose gedruckte Bücher – oder wenigstens Comics – in die Hand nehmen. Dem medialen Nebeneinander dürfte wohl auch die Zukunft gehören. Selbst auf der „Tools of Change for Publishing“ – Konferenz im Rahmen der Buchmesse waren sich die Referenten einig: Der E-Book-Boom befördere nachweislich auch den Verkauf an gedruckten Büchern.

„Geld im Tausch gegen nichts“: Von elektronischen Büchern, trockenem Wasser und anderen Fabelwesen

buchmesse-e-book-frankfurt-federico-heinz-gnuE-Books sind eine Erfindung der Verlage, meint der Argentinier Federico Heinz, offizieller Sprecher der GNU-Organisation. Eigentlich müsste man von elektronischen Archiven sprechen, die weitaus mehr bieten als ein normales Buch. Zwecks Vermarktung würden die Möglichkeiten jedoch weitestgehend eingeschränkt – nicht nur durch Kopierschutz. Wir dokumentieren anlässlich der Frankfurter Buchmesse hier Federico Heinz‘ Plädoyer, die Kontrolle über das E-Book – und damit über den Zugang zur Kultur – wieder an die Gesellschaft zurückzugeben.

Denkst Du an ein Buch, oder an ein Werk?

Stopp: Bevor du weiterliest, denke schnell an ein Buch! – Wahrscheinlich wirst du an irgendeinen Buchtitel gedacht haben, an etwas im Stile von Hundert Jahre Einsamkeit, Das Kapital oder vielleicht sogar an ein Handbuch der Kraftfahrzeugelektronik. Diese wie viele andere denkbare Antworten sind so vernünftig wie inkorrekt: Sie bezeichnen keine Bücher, sondern einen Roman, eine wissenschaftliche Abhandlung und ein Handbuch. Wir verwechseln hier das Werk mit dem Buch, zwei Wesen, deren Natur und Zweckbestimmung gänzlich voneinander unterschieden sind. Diese Konfusion ist bestimmten Interessen durchaus förderlich, weshalb es die Mühe lohnt, jener vorzubeugen und das Verhältnis zwischen den beiden Termini zu klären.

Der Zweck eines Buches ist die Vermarktung des Werkes

Ein „Werk“ ist das Produkt des Intellekts und immaterieller Natur. Ein jedes unterscheidet sich vom anderen und ist in individueller und künstlerischer Weise gestaltet. Der Aufwand, der für seine Herstellung benötigt wird, fällt in eins mit dem Zeitaufwand des Schreibenden, und sehr häufig hat es nur einen einzigen Autor (unter der stillschweigenden Voraussetzung, diejenigen nicht mitzuzählen, die dieser gelesen hat). Das Werk ist unauflöslich mit seinem Urheber verknüpft und ist ein Mittel, „dem Leser Ideen mitzuteilen“. Die Natur der „Bücher“ unterscheidet sich hiervon deutlich. Es handelt sich um Gegenstände, die man anfassen kann, um industrielle Massengüter, die in einer Auflage von Tausenden oder Millionen von Exemplaren produziert werden. Um den komplexen Vorgang ihrer Produktion, ihres Vertriebs und ihrer Vermarktung zu finanzieren, bedarf es einer erheblichen Kapitalinvestition. Das Buch und seine kommerzielle Verwertung sind dem Autor entzogen. Nicht selten muss er erleben, dass der Verlag sein Werk dem Vergessen anheim gibt, wenn er auf diesem Weg den hächsten Gewinn auf die getätigte Investition realisieren kann. Letztlich ist der Zweck des Buches lediglich, als Mittel zu dienen, „um Werke zu vermarkten und an den Konsumenten zu bringen“.

Der Preis hängt nicht von der Qualität des Werkes ab

Doch dies nur im Prinzip. Der industrielle und kapitalintensive Charakter der Buchherstellung und -vermarktung führt zu einer Verzerrung dieser Idee, sodass heute eher die Werke ein Mittel des Buchverkaufs sind als umgekehrt. Das Werk ist nur ein Vorwand, um dem Publikum einen weiteren rechteckigen Stapel industriell bedruckten und gebundenen Papiers zu verkaufen. Denn in Wirklichkeit produziert und verkauft der Verlagsbuchhandel genau das, das Buch, den Gegenstand und nicht das Werk, welches ein bloßer „Input“ seiner wirtschaftlichen Aktivität ist. Von einem Buch, welches ein populäres Werk enthält, werden mehr Exemplare verkauft als von einem anderen, das ein weniger bekanntes Werk zum Inhalt hat. Aber der Preis, den der Leser zahlen muss, hängt nicht von der Qualität des Werkes ab, sondern von den physischen Eigenschaften des Objekts: von Papierqualität, Druck, Einband. Eine Paperbackausgabe wird immer weniger kosten als ein Hardcover mit der gleichen Seitenanzahl, ganz unabhängig vom gedruckten Inhalt.

“Im Prinzip wäre ein elektronisches Buch ein digitales Archiv“

Nachdem wir die Natur des Buches als industrielles Massengut identifiziert haben, bekommt der Name „elektronisches Buch“, der uns bis vor Kurzem so leicht über die Lippen ging, einen problematischen Klang. Wie kann ein Buch elektronisch sein, wenn das Wesen des Buches darin besteht, berührbar, industriell gefertigt und von begrenzter Zahl zu sein? Warum sollten wir an dem Wort „Buch“ festhalten, wenn dies im Namen von etwas geschieht, das das Buch selbst zum Verschwinden bringt? Im Prinzip wäre ein elektronisches Buch nichts anderes als ein digitales Archiv, in das ein Werk eingeschrieben wird. Es handelt sich um keinen Gegenstand, und es bedarf weder einer Infrastruktur noch größerer Kapitalinvestitionen, um es herzustellen und zu verbreiten. Sobald das erste Exemplar eines Werkes in digitaler Form auf einem Datenträger vorliegt, verursacht die Herstellung weiterer Kopien und ihre Verfügbarmachung in P2P-Netzwerken keine nennenswerten Kosten mehr. Die digitale Form erlaubt Nutzungsweisen, die das Buch nicht bietet. Das Wiedergabegerät kann das gewünschte Werk auf verschiedene Weise für Leser zugänglich machen: Blinde kännen es in Blindenschrift lesen oder sich über Lautsprecher vorlesen lassen; sehbehinderte Menschen kännen die Schriftgröße verändern oder das Erscheinungsbild auf andere Weise ihrem Handicap anpassen; Personen, die besondere ästhetische Ansprüche stellen, kännen für die Lektüre des Textes Schrift und Layout nach ihrem Gusto auswählen; Studierende und Forschende kännen den Text mit Tools bearbeiten und durchforsten, die die Papierform nicht zulassen würde.

Geld im Tausch gegen nichts. Die beste aller Welten!

Diese digitalen Archive „elektronische Bücher“ zu nennen ist ungefähr genauso logisch, als würde man Jumbojets als „Dreiräder mit Flügeln“ bezeichnen. In beiden Fällen wird etwas beschrieben, dem zugleich eine grobe Unterschätzung zugrunde liegt. Diese Unterschätzung kommt den Verlagen durchaus gelegen: In Begriffen von „elektronischen Büchern“ zu denken, schränkt unsere Vorstellungskraft in Bezug auf das, was wir von ihnen eigentlich erhoffen könnten, gravierend ein. Wenn der Verlagsbuchhandel von E-Books spricht, redet er tatsächlich weder von Werken noch von digitalen Archiven, er benutzt schlicht und einfach die einzige Sprache, die ihm gegeben ist: die von Verkaufseinheiten. Angesichts der Perspektive, dass seinen Produkten ein entscheidender Bedeutungsverlust als Träger von Werken droht, sucht er verzweifelt nach Mechanismen, die es ihm ermäglichen, „etwas“ in einer Welt zu verkaufen, in der seine Dienste nicht mehr unerlässlich, sondern im besten Fall nur noch ein Luxus für die Liebhaber des Gegenstandes Buch sind.

Erst durch den Kopierschutz wird das Werk zum E-Book

Mit Gewitztheit und getreu der unternehmerischen Maxime, die Krise als Chance zu begreifen, treten die Verleger die Flucht nach vorne an. So entstand das E-Book als ein Produkt mit minimalen Herstellungs- und Vertriebskosten, das nie vergriffen ist, ohne vorrätig gehalten werden zu müssen, und das unendlich oft verkauft werden kann. Geld im Tausch gegen nichts. Die beste aller Welten! Das einzige Hindernis bei der Verwirklichung dieser Vision des unternehmerischen Nirwanas ist die Tatsache, dass die Netzwerke der Informatik potenziell jeden in einen Verleger verwandeln. Damit die Idee funktioniert, muss also zunächst dafür gesorgt werden, dass man als Einziger in der Lage ist, das Produkt zugänglich zu machen. Auf irgendeine Weise muss die Veröffentlichung wieder zu einer kapitalintensiven Investition werden. Für die Verlage ist ein in digitaler Form vorliegendes Werk – mit all seinen Vorteilen und Möglichkeiten – also kein E-Book. Um ein solches zu werden, muss es so programmiert sein, dass der Zugang zu ihm nur über den Gebrauch von Geräten und Software-Programmen möglich ist, die von den Verlagen selbst kontrolliert werden.

Für die Verlage geht es um die Kontrolle über den Kulturbetrieb

Ein E-Book bietet also nicht nur weniger Vorteile als ein simples digitales Archiv, es bietet sogar weniger Möglichkeiten als ein traditionelles Buch aus Papier. Ein Papierbuch kann man ausleihen, in einer öffentlichen Bibliothek anfordern, und man kann es lesen, ohne dass jemand davon Kenntnis erhält. Und es ist selbst dann noch verfügbar, wenn der Verlag pleite gegangen ist, was ein E-Book nicht überleben würde: Wenn der Server abgeschaltet wird, ist das Buch nicht mehr verfügbar. Es handelt sich um zwei verschiedene Wege, die man nicht miteinander verwechseln darf. Auch wenn sie vom selben Ausgangspunkt starten, führen sie doch zu unterschiedlichen Zielen. Die E-Books, wie sie die Verlagsindustrie versteht, sind lediglich ein Mittel, das erdacht wurde, um die Kontrolle über den Kulturbetrieb und den Zugang zu Kultur weiter in den eigenen Händen zu behalten. Glücklicherweise bieten uns die digitalen Netze und Archive genügend Möglichkeiten, diese Zugangssperren zu umgehen und die Kontrolle der Gesellschaft zurückzugeben.

Autor: Federico Heinz, veröffentlicht unter Creative Commons Lizenz by-nc-sa

Entnommen aus: Argentina Copyleft! Neue Spielregeln für das digitale Zeitalter? Ein Blick nach Argentinien, herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung (2010)

Wenn Literatur zu Content wird: Frankfurter Buchmesse 2010 startet digitale Offensive

buchmesse-frankfurt-2010-content-e-book-e-readerE-Books sind in den Frankfurter Messehallen längst keine unbekannte Größe mehr. Ein Novum ist jedoch die Kooperation zwischen der Buchmesse und dem Branchenverband BITKOM. Wo Literatur immer mehr zu Content wird, sucht offenbar die Gutenberg-Galaxis nun den Schulterschluss mit der digitalen Medien- und Kreativbranche. Während man auf den „Frankfurt Hot Spots“ etwa die neuesten Lesegeräte ausprobieren kann, treffen unter dem Motto „StoryDrive“ Vertreter aus der Verlagswelt,- Filmbranche sowie Musik- und Gamesindustrie zusammen. Die Frankfurter Buchmesse 2010 läuft vom 5. bis 10. Oktober.

Buchmesse heißt: Know-How für die Content-Vermarktung

Erst kamen die Hörbücher, dann E-Books. Elektronische Literatur hat sich auf dem deutschen Buchmarkt etabliert. Nach PDFs für den Wissenschafts-Bereich wird nun dank epub auch der Unterhaltungssektor zum Geschäftsfeld. „Wir rechnen damit, dass nach Fachliteratur, Sachbüchern und Infotainment auch digital publizierte Belletristik für die Leser zunehmend interessant wird“, so BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Einen wichtigen Grund sieht der Verband der deutschen IT-Branche im aktuellen Tablet-Boom. Nach BITKOM-Berechnungen werden bis Ende 2010 hierzulande rund 500.000 Tablet-PCs verkauft. Gleichzeitig wächst bei den Kunden das Interesse am Kauf von elektronischer Lektüre. Um die Kooperation zwischen Buch- und Hightech-Branche zu verbessern, haben BITKOM und die Frankfurter Buchmesse die digitale Initiative „Frankfurt SPARKS“ ins Leben gerufen. Dabei geht es um die Lesegeräte, aber auch um Content im weiteren Sinne. „Der Bedarf an Inhalten ist so groß wie nie – und die Frankfurter Buchmesse steht für Inhalte. Keine andere Messe bietet derartiges Know-how für den Rechteverkauf und die Produktion und Vermarktung von Content“, so Buchmesse-Direktor Jürgen Boos auf der Vorschau-Pressekonferenz.

Hotspots für Hardware, StoryDrive für cross-mediales Erzählen

Für die Freunde des elektronischen Lesens dürften vor die Halle 8 interessant sein. Am „Devices Hot Spot“ etwa kann man nicht nur die Geräte selbst ausprobieren, sondern auch in Kontakt mit den Firmen treten, die Betriebssysteme, Vertriebsplattformen und Softwaredienste entwickeln. Spannend für E-Book-Autoren dürfte aber auch der „Literature & Special Interest Hot Spot“ in Halle 3.1 sein. Dort werden Portale, Plattformen und webbasierte Dienstleistungen für die Buchcommunity vorgestellt – etwa für den Bereich Self- und Social-Publishing. „Frankfurt StoryDrive“ versteht sich dagegen als Treffpunkt der internationalen Medien- und Entertainmentwelt. Im Mittelpunkt steht weniger die Hardware sondern das Erzählen an sich: „StoryDrive richtet sich an alle, deren Welt sich um gute Geschichten dreht – und die mit Geschichten Welten schaffen“, so die Organisatoren. Neben einer eigenen Cross-Media-Konferenz finden die Branchenvertreter unter dem Label „StoryDrive“ auch einen Handelsplatz für Medienrechte („Film&Media Rights Center“).

„Wir wollen die Welt jenseits von Papier und Tinte sehen!“

Die Zukunft des Erzählens ausloten will auf der Buchmesse aber auch ein „Crowdsourcing“- Wettbewerb in Zusammenarbeit mit der webbasierten Kreativ-Community Jovoto. „Es gibt eine Welt jenseits von Papier und Tinte, und die wollen wir sehen“, heißt es auf der Startseite des Projekts. Möglich ist alles, vom Video über Apps bis zum Computerspiel. Einsendeschluss ist der 30. September. Hundertprozentig virtuell ist die Frankfurter Buchmesse aber noch nicht. Zum Glück. „Der Hunger nach Wirklichkeit wird größer, je digitaler unser Leben wird“, meint wohl zu Recht Buchmesse-Direktor Jürgen Boos. Neben dem Content auf Displays oder zwischen Buchdeckeln treffen auf der Frankfurter Buchmesse deswegen auch in diesem Jahr Autoren und Leser aufeinander. Live erleben kann man in den Messehallen etwa Weltliteraten wie Jonathan Franzen oder Bret Easton Ellis, ebenso aber deutsche Größen wie Richard David Precht oder Wladimir Kaminer.