„Damit das Denken die Richtung ändern kann“: Bericht von der Amazon Academy 2016 (Berlin)

amazon-academy-2016„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.“ So war es auf der Amazon Academy zu hören. Am 6. Oktober hatte Amazon fünfhundert Gäste nach Berlin eingeladen, um über die zukünftige digitalisierte Arbeit zu sprechen und sein Netzwerk auszubauen. Ich war einer dieser Gäste und fand diesen Tag höchst interessant.

„Fehler gehören zum Innovationsprozess“

Nach einem Startvortrag mit dem FDP Bundesvorsitzenden Christian Lindner ging es mit Dr. Ralf Kleber weiter, dem Deutschland-Chef von Amazon. Er gab Einblick in die Arbeit und Denkweise von Amazon, und allein schon sein Auftritt war ein beeindruckendes Zeichen, dass in diesem Unternehmen doch manches anders läuft, als man es von deutschen Unternehmen so kennt. Im Vergleich zu dem, was man sonst von Unternehmenslenkern und Führungspersönlichkeiten gewohnt ist, war sein Vortrag geradezu sensationell locker. Fehler sind kein Makel sondern erlaubt, weil sie zu einem innovativen Entwicklungsprozess gehören. Was Kundenorientierung bedeutet, kann man zum Beispiel an einer Packung Milch ablesen. In einem gewöhnlichen Supermarkt stehen Bedarfsartikel möglichst weit hinten, damit die Leute an vielen anderen Artikeln entlanglaufen müssen und lange Zeit im Laden verbleiben. Das Ziel von Amazon ist, dass Leute, die nur Milch kaufen wollen, sie sofort finden und nach möglichst kurzer Zeit den Laden wieder verlassen können. Als Milchkäufer finde ich so etwas gut. Gleichzeitig frage ich mich als selbstverlegender Autor, was ich alles tun kann, um meinen Lesern das Lesen möglichst einfach und angenehm zu machen.

Treffen mit Kindle-Star Rachel Abbott

Nachmittags wurde die große Runde dann in verschiedene Teile für Unternehmer, Entwickler und Autoren aufgesplittet. So hatte ich Gelegenheit, die erfolgreichste englische Selfpublisherin kennenzulernen: Rachel Abbott, die schon mehr als zwei Millionen E-Books verkauft hat. Dabei habe ich mit Schrecken gehört, dass man in England negative Rezensionen kaufen kann, wenn man andere fertigmachen möchte. So etwas finde ich ganz entsetzlich und es macht mich sprachlos. Wir können mit unserer Energie doch so viel Besseres anfangen, als anderen das Leben schwer zu machen. Gute Geschichten schreiben, zum Beispiel.

„Sei still!“: Plauderei mit Alexa

Irgendwann im Lauf des Tages bin ich Alexa begegnet. Sie kennen Alexa noch nicht? Das ist dieses Gerät von Amazon, das den ersten Schritt zu einer intelligenten Haussteuerung darstellt. Es ist eine kleine Säule, die man an seine Stereoanlage anschließt. Danach kann man mit ihr plaudern oder die Nachrichten oder das Wetter abfragen. Ich hätte sie fragen sollen, wie es um meinen Rückflug steht. Vielleicht hätte sie mir schon sagen können, dass er genauso wie der Hinflug gecancelt wurde, aber daran habe ich in dem Moment nicht gedacht. Die Erfahrung, mit solch einem Teil zu sprechen, ist durchaus interessant, aber ich war froh, dass man trotz Alexas perfekt modulierter Stimme irgendwann sagen konnte: „Sei still Alexa“. Was noch gut ist: Alexa ist danach nicht beleidigt, sondern bei der nächsten Frage genauso freundlich wie zuvor. Das erlebt man sonst ja nicht immer.

Ideen für den Kopf, Futter für’s Herz

Insgesamt war der Tag so voller Eindrücke und guter Gespräche, dass ich am Ende ziemlich fertig war. (Offensichtlich nicht nur ich, sondern auch andere, wie man auf dem Bild sieht.) Der amerikanische Botschafter hat es trotz seiner Kommentare zur Präsidentschaftswahl nicht wirklich geschafft, mich wieder munter zu machen. Dazu musste erst Matthias Schweighöfer auftauchen, der Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller in einem Film ist, den Amazon dreht. Schweighöfer kam richtig sympathisch herüber und ich muss sagen, dass ich sehr gespannt auf den Film bin.

Der Tag hat großen Spaß gemacht. Neben den vielen Ideen für den Kopf, dem guten Essen für den Bauch, war das schönste doch das Futter für das Herz: alte Freunde wieder sehen und neue gewinnen. Dass wir noch lange miteinander geredet haben, versteht sich von selbst. Aber jetzt bin ich froh, wieder zu Hause zu sein, damit ich an meinen eigenen Zukunftsperspektiven weiterarbeiten kann, die ich in meinen Büchern erzähle. (Schon sehr bald gibt es den nächsten Schub).

„Also gut, Ihr werdet Euren Serienmörder bekommen…“: STRAFE – Alte Sünden

Strafe-Alte Sünden-Klaus Seibel-Thriller„Wenn du heute noch mit einem Thriller bei einem Verlag landen willst, musst du mindestens einen Serienmörder liefern.“ Das war der Rat einer renommierten Agentin an mich. „Also dann, wenn ihr das unbedingt wollt… Dann werdet ihr euren Serienmörder bekommen“, war meine innere Antwort darauf, auch wenn ich inzwischen keinen Verlag mehr suche, weil ich liebend gerne Selfpublisher bin.

Die Täter sollen nicht mehr schlafen

Bei dieser Herausforderung wollte ich aber nicht das verraten, wofür meine Bücher auch in anderen Genres stehen: gut recherchiert und mit einer besonderen Idee. Herausgekommen ist mit „STRAFE – Alte Sünden“ ein Thriller zu einem heißen Thema: Missbrauchsfälle in der Kirche. Ist es gerecht, wenn Täter besser schlafen als ihre Opfer? Ist es gerecht, wenn die einen ein Leben lang unter der Tat leiden, während die anderen nach einer kurzen Buße das Leben genießen? Nein, haben einige Männer entschieden und holen die Strafe nach. Aber nicht irgendwie. Sie nehmen sich die Kirche selbst zum Vorbild. Was sie über Jahrhunderte anderen angetan hat, fällt nun auf ihre Priester zurück. Mittelalterliche Rechtsprechung platzt in unsere moderne Zeit.

Die SOKO Foltermord ermittelt

Die beschriebenen Strafen sind keine Phantasie. Sie basieren auf Informationen aus dem Fachbuch des Rechtswissenschaftlers Wolfgang Schild: Folter, Pranger, Scheiterhaufen. So ist es tatsächlich zugegangen – und das sorgt für ein ganz anderes Gänsehaut-Gefühl. Die SoKo „Foltermord“ ermittelt unter Hochdruck; schneller sind nur die Täter, die bereits das nächste Opfer für seine Strafe vorbereiten.

STRAFE – Alte Sünden: Preisaktion bis 14.09.

Wenn SIE schnell sind, können Sie den Thriller „STRAFE – Alte Sünden“ zum Einführungspreis von 0,99 Euro bekommen. Das E-Book gibt es bei Amazon, Kobo, Thalia und allen anderen guten Shops. Das gedruckte Buch ist über jede Buchhandlung zu bekommen.

[Indie-Lounge] „Ich treffe mit meinen Gedanken den Nerv der Menschen“ – Kirsten Wendt im Interview

kirsten-wendt-interview-indie-loungeHeute zu Gast in der Indie-Lounge: Kirsten Wendt.Die Bestseller-Autorin aus Niedersachsen liebt Glossen und Kurzgeschichten, schreibt aber auch Liebesromane und Psychothriller, letztere meistens unter Pseudonym. Unter ihrem richtigen Namen ist Kirsten dagegen vor allem bekannt als Sachbuchautorin, die über Migräne und Übergewicht berichtet – und ihren Lesern zeigt, wie man beides los wird. Das tut sie in seltener Offenheit und schreckt dabei auch nicht vor Vorher-nachher-Fotos zurück.


„Auf das Top-Ranking bin ich gar nicht stolz“


Klaus Seibel: Kirsten, Menschen lieben Medaillenspiegel, Bundesligatabellen, Bestsellerlisten. Was war bisher dein bestes Ranking? Worauf bist du besonders stolz?

Kirsten Wendt: Mit meinem besten Ranking kann ich nur für mich alleine angeben, weil es sich dabei um ein geheimes Pseudonym handelt. Mit diesem Titel stand ich lange in den Top 10 der Amazon Kindle Charts. Darauf bin ich aber nicht stolz; ich finde es einfach nur witzig. Ich mag den Gedanken, dass ich ohne Verlagsunterstützung genug Geld verdiene, obwohl ich trotzdem gerne bei bestimmten Buchprojekten einen großen Verlag im Rücken hätte. Stolz auf meine Leistung wäre ich erst, wenn ich wichtige Literaturpreise gewinnen würde. Auf solche Dinge stehe ich total.

Du schreibst Sachbücher über den Umgang mit Migräne und zu viel Gewicht. Wie bist du darauf gekommen?

Ich litt jahrzehntelang unter Migräne, die mein Leben stark beeinträchtigte. So ähnlich war es auch mit dem (Über-)Gewicht. Letzteres tut zwar nicht so weh wie Migräne, nervt aber trotzdem. Beide Themen gehören bei mir glücklicherweise der Vergangenheit an, betreffen aber viele Menschen. Darum habe ich darüber geschrieben. Und schön, dass ich diesen Talkshow-Klassiker gleich mal zu Beginn loswerden kann: Das steht alles in meinem neuen Buch!

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„Die Low-Carb-Diät hat auch meine Migräne besiegt“


Wenn ich an einem Regal mit Frauenzeitschriften vorbeigehe, habe ich das Gefühl, es gibt jede Woche mindestens einhundert Diäten. Warum sollte jemand deine wählen?

Einen Diätratgeber im herkömmlichen Sinn habe ich nicht geschrieben. Vielmehr berichte ich in meinem ersten Dickerchenbuch, wie ich mit der Dukan-Diät innerhalb eines Dreivierteljahres 40 Kilo abgespeckt habe. Bei dieser Diät handelt es sich um eine Low-Carb-Variante, die speziell für starkes Übergewicht entwickelt wurde. Für mich war sie nicht nur wegen meiner Figurprobleme ein Segen, sondern ich verlor damit auch völlig unerwartet die Migräne.
Nach der Veröffentlichung von „Ich kann auch schlank“baten mich viele Leser um Informationen darüber, wie es mir weiterhin ergangen ist. Jeder Mensch im Kilokampf kennt den Jo-Jo-Effekt; darum wollten verständlicherweise alle wissen, ob ich mein neues Gewicht halten konnte. Davon berichte ich unter anderem in meinem neuen Buch „Nie mehr zu dick“.Inzwischen lebe ich nicht mehr streng nach Dukan, sondern bastle mir eine eigene Low-Carb-Welt zusammen, womit ich übrigens noch weiter abgenommen habe. Heute bin ich endlich zufrieden und bemühe mich, dass alles so bleibt, wie es ist. Trotzdem: Schlank zu bleiben, ist nicht immer toll und easy, sondern bedeutet auch den ständigen Konflikt mit dem inneren Schweinehund.
Nachmachen muss es mir niemand. Ich bin davon überzeugt, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, um abzunehmen. Meine Methode ist eine davon, und über die berichte ich.

Du schreibst nicht distanziert oder wissenschaftlich über Diät und Migräne, sondern ehrlich und persönlich. Ist das dein Rezept, das deine Sachbücher erfolgreich gemacht hat? Was sagen deine Leserinnen dazu? Und – hast du auch Leser?

Der Identifikationsfaktor ist ein großer Pluspunkt. Ich scheine mit meinen persönlichen Berichterstattungen den Nerv vieler Menschen zu treffen, die mir erzählen, dass ihnen meine Gedanken im Buch wie ihre eigenen vorkommen. „Endlich sagt mal jemand, wie es wirklich ist.“ So klingen typische Leserinnenbriefe – aber auch die der männlichen Leser. Ich habe nämlich zwar überwiegend weibliche Leser, aber es gibt durchaus auch Männer.
Ob ich mit einer weniger ehrlichen Erzählweise genauso erfolgreich wäre, weiß ich nicht. Am liebsten wäre ich natürlich noch viel erfolgreicher, aber dafür müsste ich vermutlich besonders beim Diätthema lügen, dass sich die Balken biegen. Mich nerven durchtrainierte Promis, die mir weismachen wollen, dass es ein Klacks ist, schlank und sportlich zu sein. Darum habe ich mich für die edle Seite entschieden und riskiere mit den ungemütlichen Aspekten einer Diät den Verlust von Leserzahlen. Über Verdauungsprobleme und Selbstzweifel spricht man halt nicht so gerne. Ich auch nicht, aber es gehört nun mal dazu.


„Liebesromane schreiben macht gute Laune“


Was ist dir dabei besonders schwer und was besonders leicht gefallen?

Besonders schwer ist mir die Veröffentlichung von Vorher-nachher-Fotos gefallen. Ständig wurde ich danach gefragt; da musste ich jetzt mal Butter bei die Fische geben. Die Nachher-Bilder sind nicht das Problem, aber Vorher … Das stellt schon ein echtes Problem für mich dar. Leicht hingegen fällt mir die heitere Sichtweise. Ich mag es, wenn man einfach mal über etwas lachen kann. Mir ist es allerdings unheimlich wichtig, dass sich niemand verletzt fühlt. Insgesamt ist die Kernaussage des Buchs – nämlich dass es immer nur darum geht, sich selbst wohlzufühlen – trotz des humorvollen Grundtons eher ernst und vor allem ehrlich.

Neben Sachbüchern schreibst du auch Liebesromane. Ist das für dich die Entspannung von der „Sache“?

Liebesromane zu schreiben macht einfach gute Laune. Wenn ich mich dabei in meinen Hauptprotagonisten verlieben kann, ist alles in Butter. Nur dieses ewige Hin und Her zwischen den Liebenden stört mich entsetzlich. Ich neige zur überstürzten Erzählweise und muss mich beherrschen, dass die Herrschaften nicht zu schnell miteinander im Bett landen.

Was fällt dir leichter, die „Sache“ oder die „Liebe“?

Die „Sache“ fällt mir leichter. Ich glaube, ich bin ganz gut im Formulieren und Sätze feilen, während manch anderer vor Fantasien strotzt. Das ist bei mir leider nicht so. Mein fantastischer Horizont ist begrenzt, und ich muss oft scharf nachdenken, um mir Fallhöhen und Irrwege auszudenken.

Du bist seit Anfang 2012 freiberufliche Autorin. Was hast du vorher gemacht?

Ich war als Vertrieblerin im Innen- und Außendienst beschäftigt. Gelernt habe ich ursprünglich den Beruf der Rechtsanwaltsgehilfin, bin später ins Sekretariat gerutscht und erst dann Salesmanager geworden. Man kann aber auch einfach Verkäufer dazu sagen, ist nämlich das Gleiche.


„Der Austausch mit Autoren-Kollegen ist wichtig“


Du hast dir den Schritt in die Selbstständigkeit als Schriftstellerin gründlich überlegt. Was waren für dich die wichtigsten Erfahrungen auf diesem Weg?

Man weiß nie, was die Leser wollen – und was sie nicht wollen. Die Bücher, die mir selbst am besten gefallen und für die ich am härtesten gearbeitet habe, werden verschmäht. Und wenn ich denke: Diesen Mist liest kein Mensch, wird es gekauft. Leider habe ich die Formel noch nicht gefunden, auf Knopfdruck wahlweise Mist oder Qualität zu produzieren. Ich finde es schwierig, als selbstständiger Autor zu planen, denn dabei gerät der kreative Aspekt in den Hintergrund. Außerdem betrachte ich mich als Neuling. Mir fehlt noch die Routine, mit der ich andere Arbeiten durchgeführt habe. Da arbeite ich hart an mir.
Undenkbar wäre für mich, keinen Kontakt zu Kollegen zu haben. Dieser Austausch ist immens wichtig und besonders im Selfpublishing wertvoll. Die Erfahrungen mit Menschen, die ich fast ausnahmslos im Internet kennenlerne und erst zu einem späteren Zeitpunkt im realen Leben treffe, sind fast immer positiv. Eine der wichtigsten Erfahrungen ist somit das Vertrauen in andere Menschen und mich selbst.

Woran hast du erkannt, wann es der richtige Zeitpunkt war, diesen Schritt zu tun?

Das habe ich sofort gemerkt. Ich arbeite gerne zu den unmöglichsten Uhrzeiten, was in meinem alten Job nicht ging. Nachts, am Wochenende oder im Urlaub. Dafür bin ich jetzt als Privatperson und Mutter flexibler und muss mich nicht um Urlaubsanträge und Krankmeldungen kümmern. Ich liebe diese Flexibilität, obwohl ich als Selbstständige viel mehr arbeite als zu Angestelltenzeiten. Keinem Chef mehr unterstellt zu sein, habe ich von der ersten Sekunde an genossen.

Hand auf’s Herz: Würdest du ihn wieder gehen? Gab es auch Zeiten, in denen du diesen Schritt bereut hast?

Ich würde es immer wieder so machen, auch wenn man deutlich mehr Kompromisse eingehen muss, als ich es mir vorgestellt habe. Immer nur Herzensbücher zu schreiben, funktioniert bei mir leider nicht. Bereut habe ich den Schritt noch nie, weil es viele Wege gibt, die man beschreiten kann.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen:

Bleib offen für Kritik und Anregungen – aber sei trotzdem selbstbewusst genug, um deiner Linie treu zu bleiben. Klingt schlau, nicht? Ich wäre froh, wenn ich mich in puncto Selbstbewusstsein immer daran halten würde.
In deinem neuesten Buch „Nie mehr zu dick“ geht es wieder ums Gewicht.

Warum sollten die Leserinnen von „Ich kann auch schlank“ dieses neue Buch lesen?

In meinem neuen Buch geht es nicht nur ums Hier und Jetzt, sondern auch um Erlebnisse in Kindheit, Jugend und danach. Ich fühlte mich einfach immer zu dick, obwohl ich es früher gar nicht war. Vielen Frauen geht es ähnlich. Die ständige Angst, aus der Form zu geraten oder es bereits zu sein, kann einem dauerhaft die Laune verderben. Es kommen im Buch auch zwei nette Kolleginnen zu Wort. Wiebke Lorenz, die mit ihrem aktuellen Thriller „Bald ruhest du auch“ die Bestsellerlisten anführt, hat einen lesenswerten Artikel beigesteuert. Und Bettina Meiselbach, deren Blog „Happy Carb – Mein Low-Carb-Weg zum Glück“ im Netz Furore macht, schenkte mir ebenfalls ein schönes Kapitel und sensationelle Low-Carb-Rezepte. Es kommt selten bei meinen eigenen Büchern vor, aber ich mag „Nie mehr zu dick“ richtig gerne. Es ist ein gutes und rundes Buch geworden.

Was wird nach diesen Büchern kommen? Was ist dein nächstes Projekt?

Mein nächstes Projekt ist eine Serie mit dem Titel „Liebe rückwärts“. Der Liebesroman spielt in den Neunzigerjahren, und ich bringe mich mit Musik von Snap! und Kool & The Gang in die richtige Stimmung.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Ach, da würde ich gerne Dinge sagen, die mir wirklich wichtig sind – dafür brauche ich weniger als 100 Worte: Seid nett und friedlich zueinander. Achtet auf euch, eure Kinder und die Umwelt. Und kauft bitte meine Bücher.

Kirsten, ganz herzlichen Dank für deine offenen und ehrlichen Antworten. Ich wünsche dir noch viele gute Ideen, mit denen du das Leben deiner Leserinnen und Leser bereichern kannst.

Wer mehr über Kirsten und ihre Bücher erfahren möchte, kann sie gerne auf ihrer Homepage kirstenwendt.de besuchen.

Tolinos neue Plattform für Selfpublisher nutzen – ein erster Eindruck

tolino-self-publishing-frontendDas für Selfpublisher wohl bedeutendste Ereignis der Woche oder sogar des Jahres ist die neue Selfpublishing-Plattform der Tolino-Allianz, zu finden unter www.tolino-media.de. Auf den ersten Blick macht die Plattform einen guten Eindruck, alles wirkt aufgeräumt und benutzerfreundlich, einige gute Ideen sind eingebaut. Will man ein neues E-Book hochladen, werden einem zwei Felder angeboten, in die man die Dateien nur hineinziehen muss. Eine ist für den Inhalt, als Formate sind Worddokumente und epub erlaubt, das andere Feld ist für das Cover im jpg-Format (unbedingt Mindestgröße beachten).

Upload mit Hindernissen

Mein erster Uploadversuch schlägt fehl, der zweite und dritte auch. Angeblich wird mein Format nicht erkannt. Da ich weiß, dass es bei Kollegen funktioniert, wechsle ich den Browser. Was bei Chrome nicht klappte, geht dann beim Internetexplorer mit der gleichen Datei problemlos. Allerdings nicht mit allen. Ein E-Book wird von der Plattform partout nicht akzeptiert, wobei es genauso entstanden ist wie die anderen Bücher: erstellt mit Jutoh, geprüft mit EpubCheck und für fehlerfrei befunden, und abschließend noch mit Calibre getestet. Als Meldung von Tolino bekomme ich, ich solle doch bitte ein valides epub hochladen. Mmh. Ich kann das Problem nur an den Support weiterreichen.

„Polizeiarbeit“ statt „Krimi“?

Auf der nächsten Seite werde ich bei den funktionierenden E-Books durch zahlreiche Felder geführt, die es auszufüllen gilt. Autor, Titel, Seitenzahl sind normale Angaben, die einfach nötig sind. Witzig ist, dass das sehr beliebte Genre Krimi mit Mystery zusammengefasst ist und man auch bei der späteren Auswahl nicht einfach Krimi ankreuzen kann. Ich wähle „Polizeiarbeit“, denn die anderen gefallen mir noch weniger. Ob die Leser nach diesen Genres suchen?

Autorenvita & Impressum automatisch erstellt

Schwierig bis problematisch sind auf dieser Seite die Felder zur Autorenvita und zum Impressum, denn sie sind Pflicht. Und sie werden im E-Book erscheinen. Der Gedanke dahinter mag sein, dass diese Angaben in einem guten E-Book nicht fehlen dürfen. Das wissen erfahrene Selfpublisher aber schon länger und haben diese Angaben in ihren E-Books bereits. Da man diese Felder aber ausfüllen muss und sie dann von der Tolino-Software ins E-Book eingearbeitet werden, werden sie dann dort doppelt sein. Sollte man seine eigenen vorher rausnehmen? Das ist erstens viel Arbeit und wirft ein bestehendes Inhaltsverzeichnis durcheinander, und zweitens kann ich in den Pflichtfeldern die Angaben kaum so machen, wie ich sie möglicherweise im Einzelfall brauche oder gerne hätte.

Was wird Tolino aus dem E-Book machen?

Das führt unmittelbar zum schwierigsten Problem: Wie wird das E-Book aussehen? Nachdem man alle Felder ausgefüllt hat, was ziemlich einfach geht, muss man noch einen Preis angeben und erhält eine Zusammenfassung seiner Angaben. Sind alle Dateien vorhanden und die Pflichtfelder ausgefüllt, darf man auf „Veröffentlichen“ klicken. Ab jetzt übernimmt Tolino. Nur, was macht Tolino daraus? Was werden die Leser sehen? Trotz intensiver Suche finde ich keine Möglichkeit, mein E-Book vor der Veröffentlichung testweise herunterzuladen und zu prüfen. Jeder, der bereits E-Books erstellt hat, weiß, wie wichtig das ist. Keine Software arbeitet perfekt, aber ein guter Selfpublisher möchte seinen Lesern Qualität abliefern.

Qualitätssicherung als Problem

Dieses Problem ist umso drängender, weil Tolino mein vorher von mir abgeliefertes epub verändert. Es werden Seiten hinzugefügt, aber an welche Stellen? Passt das da und wie sieht das dann aus? Zur Katastrophe kann die Angelegenheit werden, wenn man kein epub sondern eine Word-Datei hochgeladen hat. Für gewöhnlich ist eine Word-Datei so von sichtbaren und unsichtbaren Steuerzeichen durchsetzt, dass eine Konvertierung im ersten Wurf nicht gelingt. Und das dann blind zu wagen, ohne das Ergebnis kontrollieren und verbessern zu können, ist abenteuerlich. Vom Hochladen einer Word-Datei kann ich nur abraten. Auf dem Endprodukt, das der Leser dann vor Augen hat, steht nämlich der Name des Autors und nicht „Made bei Tolino“. Und kein Autor möchte wohl, dass die Leser schon beim äußeren Erscheinungsbild denken „Der kann das nicht.“

Hat man es gewagt, auf „Veröffentlichen“ zu klicken, kann man anhand der Statusmeldungen sehr schön verfolgen, wie weit der Veröffentlichungsprozess gediehen ist. Wenn sich das E-Book verkauft, kann man das in Statistiken nachvollziehen genauso wie das verdiente Honorar. Über die Qualität der Statistiken lässt sich von meiner Seite aus nichts sagen, denn so weit ist es noch nicht. Bis ein E-Book im Shop ist, dauert es ein paar Tage. Aber wenn das Honorar hoch genug ist, wird man da sicher über das eine oder andere hinwegsehen ☺

Fazit: Konzeptionelle Entscheidungen gefordert

Fazit: Die technischen Probleme beim Upload sind Kinderkrankheiten und werden demnächst behoben sein. Die konzeptionellen Probleme bei den Pflichtfeldern erfordern eine Entscheidung, was Tolino will. Will man die Selfpublisher zu ihrem Glück der vollständigen Angaben zwingen oder lässt man ihnen die Freiheit, alle notwendigen Angaben selbst einzubauen. Ich bin für das Letztere, denn gute Selfpublisher sind Profis, denen man nichts mehr zum Impressum sagen muss. Allen, die es noch nicht wissen, könnte man einen einfachen Leitfaden zum Erstellen eines guten E-Books zur Verfügung stellen. Ein absolutes Muss für eine Plattform mit Qualitätsanspruch ist eine herunterladbare Testversion des jeweiligen E-Books. Hier darf Tolino nicht hinter anderen Shops zurückstehen, denn spätestens, wenn die ersten Reaktionen kommen, weil die E-Books nicht so aussehen wie erwartet, kann schnell eine negative Stimmung hochkochen. Das wäre schade, denn eigentlich ist die neue Plattform sehr zu begrüßen, sowohl für die Autoren als auch die Leser. Schon jetzt sind gute Ideen erkennbar und wenn die Probleme behoben sind, kann die neue Tolinoplattform für Selfpublisher eine Menge in der Buchwelt bewegen und für Leser neue Welten öffnen. Dazu demnächst mehr.

[Indie-Lounge] „Schaffe ein gutes Produkt, & hoffe dass es funktioniert“ – Annie Stone im Interview

Annie-Stone-Indie-Lounge-Interview-ArtikelHeute zu Gast in der Indie-Lounge: Annie Stone. Die studierte Politikwissenschaftlerin hat vor ihrer ersten Veröffentlichung nicht im Traum daran gedacht, dass jemand ihre Geschichte lesen würde. Dann hat sie der Erfolg ihrer Serie „She flies with her own wings“ regelrecht umgehauen. Vier Wochen nach Veröffentlichung ihres ersten Buchs hat sie kurzerhand ihre bisherige Karriere und den Job an den Nagel gehängt, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sehr mutig – doch 150.000 verkaufte E-Books, Rang Eins in Amazons Kindle Shop und eine besondere Platzierung beim Lovelybooks Award 2014 zeigen, dass die Entscheidung so falsch nicht war.


„Als ich fünf war, entstand meine erste Geschichte“


Klaus Seibel: Annie, dein allererstes Buch ist schon entstanden, bevor du schreiben konntest. Wie ist das möglich?

Annie Stone: Lesen und Schreiben sind die beiden Leidenschaften, die mir mein Vater mitgegeben hat. Schon von klein auf wurden meine Schwester und ich unterstützt, unserer Fantasie freien Lauf zu lassen. Als ich fünf war, habe ich eine Geschichte erfunden, die meine Mutter für mich auf dem Computer abgetippt und ausgedruckt hat. Sie hat sie dann als kleines Buch binden lassen mit freien Seiten, auf denen ich noch Zeichnungen hinzugefügt habe. Die Geschichte hieß Alex & Alexandra, es ging um einen Seefahrer, der nach Hause kam und dort auf seine zukünftige Frau trifft. Das hätte schon immer mein Hinweis sein sollen, welche Art Geschichten ich schreiben kann.

Inzwischen hast du sehr viel veröffentlicht, allein sieben Bücher im letzten Jahr. Wie schaffst du das?

Die ersten fünf Bücher hatte ich schon fertig, bevor ich das erste veröffentlicht habe. Ich war ängstlich, ob ich überhaupt was veröffentlichen soll, daher habe ich erst mal geschrieben und geschrieben. Ich glaube, das war auch eine ganz gute Taktik, denn so konnte ich meine vierteilige Reihe in kurzen Abständen veröffentlichen und im Gespräch bleiben.

Gleichzeitig hast du noch einen Blogroman „Kiss the frog to get the prince“. Was darf man sich darunter vorstellen?

Das ist so eine Art Fortsetzungsroman, wie es sie früher in der Zeitung gab. Ich schreibe einmal in der Woche eine „Episode“ und poste sie auf meinem Blog. Jeden Donnerstag um 20 Uhr gibt es den neusten Teil. Ich schreibe zwischen 1000 und 2000 Wörter. Es ist eine Art Experiment für mich. Die Art und Weise, wie ich schreibe, ist vielleicht ein wenig ungewöhnlich, weil ich mir vorher kaum Gedanken zur Story mache, sondern einfach alles passieren lasse. Die Arbeit am Blogroman zwingt mich dazu, mir vorher Gedanken zu machen, weil ich den Anfang nicht mehr ändern kann, wenn mir später was anderes einfällt.

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„Englische Buch-Titel sind prägnanter“


Und dann gibt es auch noch ein Bad Boys Magazin. Was ist denn das und wozu ist das gut?

Als meine Reihe zu Ende war, habe ich jede Menge Zuschriften bekommen von Leser*innen, die darum gebeten haben, die Reihe fortzusetzen und zu erzählen, was mit meinen Protagonisten weiter passiert. Daher habe ich drei Bonuskapitel geschrieben, die ich kostenlos auf meinem Blog veröffentlicht habe. Für den dritten Teil (der zu Weihnachten herauskam) habe ich mir als besonderes Geschenk überlegt, dass ich ihn in Magazinform rausbringe. Es ist nicht nur das letzte Bonuskapitel enthalten, sondern auch ein Interview, Szenen aus Sicht der männlichen Protagonisten, Rezepte, die im Buch vorkamen von Laura Griese, einer Köchin aus Hannover, und ein Bericht zur Bareröffnung, die im Buch nicht mehr vorkommt, aber angedeutet wird.

Bei dir fällt auf, dass nicht nur dein Pseudonym englisch ist, sondern auch deine ganzen Buchtitel. Wie bist du darauf gekommen, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen?

Die Protagonistin meines ersten Buches, Emma, ist Autorin und hat ein Tattoo mit dem Spruch Writing her own story. Ich hätte es nicht passend gefunden, einen deutschen Spruch zu nehmen, weil die Geschichte in den USA spielt. Außerdem finde ich, dass Englisch manchmal prägnanter ist. Auf Deutsch hätte der Titel komisch geklungen: Ihre eigene Geschichte schreiben. Und dann hat Thea, die Protagonistin meiner Reihe, auch ein Tattoo She flies with her own wings. Ein bisschen unbeabsichtigt ergab sich da ein Muster. Daher habe ich die englischen Titel beibehalten.

Es ist nicht leicht, in die Top 100 aufzusteigen. Welche Faktoren siehst du als die wichtigsten an, die deinen Erfolg getragen haben?

Ich glaube, es sind drei Dinge. Erstens hat eine Facebookseite mit 30.000 Fans mein Buch empfohlen, zweitens ist das Thema meiner Serie kontrovers. Es geht um Polyamorie, um eine Frau und drei Männer. Ein Thema, das zu Diskussion anregt und die Leser*innen verleitet, sich ein eigenes Bild machen zu wollen, ist hilfreich. Drittens hilft es, auf sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Damit meine ich nicht, in jeder Gruppe sein Buch anzupreisen, sondern einfach nett zu sein, Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen.

Du hast es sogar bis auf Platz 1 bei Amazon geschafft. Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Im Grunde hat sich alles und nichts geändert. Ich habe schon relativ früh meinen Job gekündigt und mich dem Schreiben gewidmet. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich zwei Wochen nach Erscheinen des zweiten Buches gekündigt, das war vier Wochen nach Veröffentlichung des ersten Buches. Seit Juni (mein erstes Buch ist Mitte März erschienen) bin ich Vollzeit als Autorin tätig. Positiv ist, dass ich jetzt nur noch das tue, was ich wirklich mag, ich kann mir meinen Tag einteilen, wie ich möchte. Negativ ist, dass ich alleine in meiner Wohnung sitze und es tausend Sachen gibt, die ich auch tun könnte. Fenster putzen oder Wäsche bügeln. Oder so. Manchmal fällt es schwer, sich selbst zu motivieren, aber so lange ich meine selbstgesteckten Deadlines einhalte, ist alles okay. Natürlich kann ich jetzt im Nachthemd arbeiten, was mir sehr entgegen kommt.
Was sich wirklich geändert hat, ist die Tatsache, dass ich endlich viel reisen kann, denn schreiben kann man überall. Das ist großartig!


„Auch negatives Feedback ist hilfreich für mich“


Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Ich würde mich nicht als besonders gute Autorin bezeichnen, aber was mir hilft, sind Anregungen von Leser*innen, vor allem negatives Feedback. Ich würde zwar nie eine schon veröffentlichte Geschichte ändern (abgesehen von Rechtschreibfehlern etc.), aber ich nehme Anregungen für kommende Romane auf. Ansonsten lese ich sehr viel und ich glaube, dass es jeder Autor*in nur gut tut, wenn sie sich Anregungen in „Best practice“-Beispielen sucht. Kurse und Co. habe ich bisher nicht besucht, aber im Grunde bin ich ja auch erst am Anfang meines Autorendaseins. Diese Möglichkeiten stehen mir ja immer noch offen.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Tu alles dafür, dass du ein sehr gutes Produkt hast. Und dann spring und hoffe, dass es funktioniert. Ich denke, uns allen fehlt manchmal der Glaube an uns selbst, ob wir das erste Buch veröffentlichen oder das zehnte. Aber manchmal muss man mutig sein und seine Ängste überwinden.

Du arbeitest zusammen mit epubli. Kannst du uns kurz erklären, was epubli für dich tut und warum du dich für diese Zusammenarbeit entschieden hast.

Ich habe mich damals für epubli entschieden, weil sie für mich sowohl das beste Angebot hatten, als auch der Kontakt von Anfang an super war. Weil es sich ganz gut verkauft hat, hat sich epubli mit mir in Verbindung gesetzt, um gemeinsame Marketingmaßnahmen zu besprechen. Ich hab Leonie Langer und epubli in Berlin besucht, wir standen das ganze letzte Jahr in Kontakt, wenn ich Fragen habe, habe ich eine kompetente Ansprechpartnerin. Als erstes ist daraus ein Podiumsgespräch auf der Leipziger Buchmesse entstanden und in der Folge viele weitere Termine. Epubli hat mir Türen geöffnet, die für mich alleine immer geschlossen wären.


„Indie-Autoren müssen sich gegenseitig unterstützen“


Wenn du drei Wünsche frei hättest, was das Schreiben betrifft, was würdest du dir wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass mich die Muse immer küsst, sodass ich auch die kommenden Jahre noch Ideen für Bücher habe und das Durchhaltevermögen, diese auch zu schreiben. Das war mein egoistischer Wunsch. Darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass wir Indie-Autoren es schaffen, unseren Ruf immer weiter zu verbessern, sodass uns der Buchmarkt nicht mehr belächelt, sondern ernstnimmt. Es sind gewiss schon erste Schritte gemacht, aber ich denke, da liegt noch ein langer Weg vor uns. Als drittes würde ich mir wünschen, dass wir einander stärker unterstützen, uns als Kolleg*innen sehen und nicht so sehr als Konkurrent*innen. Denn Bücher sind ja keine Autos. Eines reicht nicht für die nächsten fünf bis zehn Jahre.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Ich würde Writing her own story empfehlen. Mir liegt diese Geschichte besonders am Herzen, einfach weil es mein erstes Baby ist, aber ich glaube auch, dass sie ganz gut zeigt, was ich schreibe.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Ende Mai startet meine neue Serie. Es werden jeweils in sich abgeschlossene Romane
über einen Freundeskreis sein. Der erste Teil handelt von Jace und Chrissa. Erste Einblicke gebe ich auf meinem Blog.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Oh, 100 Worte … Ich gehöre ja zu denjenigen, die immer zu viel schreiben. Meine Masterarbeit hatte beinahe doppelt so viele Seiten wie erlaubt, aber ich gebe mein Bestes: Ich danke euch. Viele von euch sind schon beinahe Freund*innen geworden, und das ist das Schönste, was passieren konnte. All die großartigen Menschen, die ich im letzten Jahr getroffen habe, sind das Beste, das mir durch das Schreiben passiert ist. Ich würde keinen von euch missen wollen. Meine Mutter hat immer gesagt, wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Je mehr ich von mir preisgebe, desto mehr öffnet ihr euer Leben und eure Herzen für mich. Und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Danke für euer Vertrauen und danke, dass ihr mir ermöglicht, meinen Traum zu leben.
Na gut, 101 Worte ;-)

Annie, herzlichen Dank für deine Antworten. Ich wünsche dir auch, dass dich die Muse noch heftig küsst, und das ist sicher ein Wunsch, den jede Menge deiner Leser und Leserinnen teilen, denn dann kannst du ihnen noch viele Stunden entspannende Unterhaltung schenken.

Wer mehr über Annie wissen möchte, kann sie gerne auf ihrem Blog besuchen und dort eine Menge Interessantes zum Lesen entdecken: http://anniestoneblog.com/

Der Self-Publisher als Objekt der Begierde: ein Buchmesse-Bericht

Selfpublisher werden immer begehrter. Ich war mit den „Lieblingsautoren“ auf der Leipziger Buchmesse unterwegs und konnte den neuen Trend hautnah erleben. Unter dem Logo „Lieblingsautoren“ haben sich herausragende Selfpublisher zu einem Messeauftritt zusammengeschlossen. Gemeinsam haben sie schon sechs Millionen Bücher und E-Books verkauft – und nicht wenige der Leser waren gekommen, um ihre Lieblingsautoren zu treffen. Zeitweise war eine der größten Herausforderungen, überhaupt bis zum Stand vorzudringen, wenn man dort etwas zu tun hatte. Wenn dann noch Poppy J. Anderson mit ihrem „Team Poppy“ (teilweise verkleidet als Football-Spieler und Cheerleader) ihre Standzeiten hatte, gab es in der ganzen Umgebung kein Durchkommen mehr.

Gedränge am Stand

Tolino, Kobo & Co. umwerben die Indies

Das blieb nicht unbemerkt und zog weiteren Besuch an. Die Frankfurter Buchmesse ließ durch einen Vertreter anfragen, ob wir nicht auch zu ihnen kommen wollen, in die begehrte Halle 3.0. Tolino-Media kam ebenfalls und warb um Autoren. Der Grund für ihre neue Plattform wurde dann auch ausdrücklich benannt: ein stetig steigender Strom von Lesern, die sich beklagten, warum sie auf ihrem Reader nicht die Bücher aller Selfpublisher lesen können. Jetzt hat Tolino reagiert und man darf gespannt sein, was ihnen einfällt, um die Autoren zu ihnen zu locken. Die anderen schlafen nämlich auch nicht, die Europamanagerin von Kobo machte persönliche Termine und ganz besonders engagiert zeigte sich Amazon.

Reichhaltige Buchauswahl

„Lieblingsautoren“ zu Gast in Amazons heiligen Hallen

Amazon hatte bereits das Buchexperiment „24 Stunden – 24 Autoren“ großzügig unterstützt und lud am Samstagabend zur Lesung ein. Dazu ging es mit Bussen hinaus aus dem Messetrubel und der Unruhe, die dort oft bei den Lesungen herrscht, hinein in die „heiligen Hallen“ des Fullfilment-Centers am Rand von Leipzig. Dort werden neben dem Versandgeschäft auch die Bücher gedruckt, die man von Selfpublishern bei Amazon bestellen kann. Ein Service, den interessanterweise auch Verlage zunehmend nutzen. (Eine Kuriosität am Rande: Während bei der Besichtigungstour der Autoren hauptsächlich Verlagsbücher gedruckt wurden, durften die Verlagsvertreter einige Tage zuvor erleben, wie unentwegt Bücher von Selfpublishern aus den Maschinen kamen.)

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Self-Publisher erobern Feuilleton der „WELT“

Zur Lesung war in einer Halle ein großer Bereich abgetrennt und eine Bühne aufgebaut, die im Stil eines Hotelzimmers gestaltet war, passend zu dem Buch, dessen Geschichte in einem Berliner Grandhotel spielt. Die Atmosphäre war freundschaftlich locker, und ein üppiges Buffet für alle Besucher zeigte eindrücklich, wie sich auch Amazon um Autoren und Leser bemüht. Dass es Selfpublisher nach diesem Abend sogar bis ins Feuilleton der „WELT“ brachten, ist ein weiteres Zeichen, dass sich die Zeiten geändert haben.

[Indie-Lounge extra] „24 Autoren – 24 Stunden“ startet – Interview mit Michael Meisheit

24stunden-24autoren-leipziger-buchmesseHeute wurde auf der Leipziger Buchmesse das Ergebnis eines literarischen Experiments vorgestellt: „24 Stunden – 24 Autoren“. Der Titel dieses Buchs ist Programm: Vierundzwanzig der erfolgreichsten unabhängigen Autorinnen und Autoren haben sich zusammengefunden und in Eigenregie ihre Figuren, ihr Können und ihre Ideen zu einem Feuerwerk an spannenden, witzigen oder gefühlvollen Geschichten verbunden. Maßgeblichen Anteil an der Realisierung hatte Michael Meisheit, bekannt als Drehbuchautor der Lindenstraße und als erfolgreicher Buchautor unter dem Pseudonym Vanessa Mansini.

Klaus Seibel: Michael, wie ist die ausgefallene Idee zu einem gemeinsamen Buch entstanden?

Michael Meisheit: Sie lag in der Luft. Durch die letztjährigen Buchmessen in Leipzig und Frankfurt haben sich eine ganze Reihe von Autoren persönlich kennengelernt und auch angefreundet. Über Facebook stehen wir im regelmäßigen Austausch und dass man „mal etwas zusammen machen müsste“, geisterte immer wieder durch die Runden. Im Sommer letzten Jahres hatte ich bereits die Idee von den 24 Stunden eingebracht, die direkt gut ankam. Nach der Buchmesse in Frankfurt haben wir dann Nägel mit Köpfen gemacht.

Bücher, in die mehrere Autoren eine kurze Geschichte einbringen, also Anthologien, gibt es häufig. „24 Stunden – 24 Autoren“ ist anders, ein echtes literarisches Experiment. Was ist der besondere Kick?

Zweierlei ist sehr ungewöhnlich und in meinen Augen so noch nicht da gewesen: Erstens hat jeder Autor seine bekannten Hauptfiguren aus anderen Werken mitgebracht, also existierende fiktionale Charaktere, die den Lesern vertraut sind und teilweise schon über viele Romane hinweg eine komplexe Persönlichkeit entwickelt haben. Dadurch lag es nahe, als Setting ein Hotel zu wählen, in dem all diese Figuren aus den unterschiedlichsten Gründen auftauchen konnten. Und der zweite Clou war: Jeder sollte in „seinem“ Genre schreiben, in dem Stil, den er und auch seine Leser gewohnt sind. So mixen wir in unserem Roman also Krimi mit Liebesroman, Fantasy mit Thriller, Science Fiction mit Humor. Wir wechseln auch munter bei der Erzählperspektive oder sogar in der Zeitform. Dadurch wird jedes Kapitel – auch wenn es sich in ein großes Ganzes einfügt – tatsächlich ein wiedererkennbares Werk des entsprechenden Autors.

Die Auswahl der Autoren war kein Zufall. Welche Kriterien gab es?

Abgesehen davon, dass wir eine gewisse Vielfalt an Genres und Autorenpersönlichkeiten haben wollten, gab es vor allem ein Kriterium: Es sollten erfahrene Selfpublisher sein, die mit ihren bisherigen Büchern bereits viele Leser gefunden hatten. Es ist kein Autor dabei, der nicht schon mit einem Buch in den Top 100 der Kindle-Charts gewesen ist. Viele sind sehr erfolgreiche Bestsellerautoren. Wir haben einmal zusammengerechnet, was jeder so bisher in seiner Karriere verkauft hat, und sind auf über sechs Millionen Bücher gekommen.

Vierundzwanzig erfolgreiche Selfpublisher, die bewusst unabhängig und oft auch Individualisten sind; sie kennen sich teilweise nur über Internet; sie schreiben normalerweise Bücher, die genauso verschieden sind wie die Autoren; und dann haben sie bloß zwei Monate Zeit. Aus diesen Zutaten ein gemeinsames Buch zu machen, klingt utopisch. Du hast die Sache in die Hand genommen. Was waren deine größten Herausforderungen?

Man wird es kaum glauben, aber die eher technischen Fragen waren weit schwieriger zu lösen als die inhaltliche Arbeit. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass wir jedem Autor größtmögliche Freiheit in seinem Kapitel gegeben haben. Jeder hatte eine Vorgabe in Bezug auf den roten Faden, aber was er daraus gemacht hat, wurde akzeptiert, wie es war. Es gab ein externes Lektorat und natürlich auch hier und da Vorschläge, etwas anders zu machen, aber niemand wurde gedrängt, dies auch umzusetzen – so lange die große Geschichte nicht fehlerhaft wurde. Und gerade, was die Abstimmung zwischen den Kapiteln anging, waren alle sehr eifrig und hatten erkennbar Spaß daran, noch einmal Figuren der anderen bei sich auftauchen zu lassen oder ähnliches. Schwieriger war es dann schon, sich auf ein Cover zu einigen, oder in welcher Gesellschaftsform wir das Projekt angehen. Gott sei Dank gibt es in Facebookgruppen aber die Möglichkeit, Abstimmungen abzuhalten – im Zweifel hat dann stets die Mehrheit entschieden.

Was waren die wichtigsten Kriterien für den Erfolg des Projekts?

Ob es ein Erfolg (beim Leser) wird, werden wir ja erst noch sehen. Fürs Gelingen war auf jeden Fall entscheidend, dass wir 24 sehr professionelle Persönlichkeiten zusammengebracht haben, die Deadlines einhalten können, es gewohnt sind, schnell zu reagieren, selbst Aufgaben zu übernehmen und einfach sehr offen sind für Neues. Das ist ja eigentlich die Definition eines erfolgreichen Selfpublishers. Und als jemand, der aus der Arbeit bei Fernsehserien gewohnt ist, mit einem Team von Kreativen zu arbeiten, muss ich sagen, dass es erstaunlich reibungslos geklappt hat, vermeintliche Einzelkämpfer zu einer effektiven Autorengruppen zusammenzuschmieden.

Ein Verlag würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil man das Buch in kein Genre einordnen kann und der Mix abenteuerlich ist. Worauf muss sich der Leser einstellen?

Der Leser kann sich freuen. Wir wussten ja selbst nicht, wie das fertige Buch werden würde, aber haben nun alle einen spannenden Effekt beim Lesen festgestellt, den auch erste Testleser betätigt haben: Der häufige Wechsel der Perspektive und auch der Genres hat einen besonderen Unterhaltungswert, eben weil man denselben Tag immer wieder aus der Sicht anderer Figuren erleben kann, die alle auch noch ihren eigenen Hintergrund mitbringen. Es ist ein sehr kurzweiliges Buch, das für Krimileser auf jeden Fall funktioniert, aber mit Leichtigkeit und Humor auch in andere Welten entführt. Ich selbst habe dabei echt einige Entdeckungen bei Kollegen gemacht und mir gleich ihre anderen Bücher zugelegt …

Parallel zu dem Buch haben die Autoren ein hundertseitiges Messemagazin erstellt und einen großen Stand mit vielfältigem Programm organisiert. Solch eine Leistung war man bisher nur von Verlagen gewohnt. Müssen Verlage jetzt zittern, weil man sich ganz offensichtlich auch ohne sie professionell aufstellen kann?

Zittern vielleicht nicht, aber es findet derzeit ein Paradigmenwechsel statt. Der Autor kann sehr viel mehr selbst machen. Er hat durch „kurze Wege“ und fehlende Bürokratie sogar deutliche Vorteile gegenüber eher schwerfälligen Verlagen. Und erstmals auch die Möglichkeit, jenseits von Vorschüssen und Spiegelbestsellerliste vom Schreiben zu leben – die Autoren des Gemeinschaftsprojektes und des Standes sind allesamt Beispiele dafür. Trotzdem eint auch uns: Wir wollen vor allem schreiben und nicht so sehr mit Messeveranstaltern über die richtigen Parkausweise diskutieren oder einen Crashkurs in Messebau absolvieren. Verlage, die klug genug sind, Autoren auf Augenhöhe mit guten Angeboten (und viel Freiraum) zu begegnen, könnten eigentlich von der derzeitigen Situation eher profitieren. Aber es kommt natürlich immer darauf an, wie offen man für neue Wege ist …

Das gemeinsame Buch wird von Amazon beworben, es gibt sogar eine besondere Veranstaltung. Warum gerade mit Amazon?

Alle am Projekt teilnehmenden Autoren haben hauptsächlich durch Amazon Erfolge feiern können. Es ist also sozusagen der natürliche Lebensraum für dieses Buch. Amazon hat auch heute noch die größte Reichweite bei den für uns so wichtigen eBook-Lesern und vor allem das beste Angebot an Selfpublisher. Die Plattform bietet in Sachen Sichtbarkeit Möglichkeiten, die es sonst nirgendwo gibt. Und Amazon Deutschland pflegt mit uns Autoren eine Zusammenarbeit auf besagter Augenhöhe – es kommen Angebote, die einem wirklich weiterhelfen.

„24 Stunden – 24 Autoren“ ist exklusiv über Amazon zu bekommen, genauso wie viele andere Bücher der beteiligten Autoren. Schade für die Leser, denen Bestseller quasi vorenthalten werden, weil sie einen anderen Reader haben. Ist hier Änderung in Sicht? Was steht einer Änderung im Weg?

Änderung daran ist vor allem dann möglich, wenn andere Anbieter vergleichbar gute Angebote an Selfpublisher machen würden. Aber viele Shops haben nicht einmal Ansprechpartner für unabhängige Autoren geschweige denn, dass man über sie Werbemaßnahmen für die eigenen Bücher bekommen kann. Derzeit ist etwas Bewegung in die Sache gekommen, besonders Apple entwickelt sich interessant und das wird von uns Autoren auch wohlwollend beobachtet oder gar getestet. Denn auch für uns wäre es natürlich toll, wenn es Alternativen zu Amazon gäbe – Konkurrenz belebt das Geschäft.

Eine Gruppe der besten unabhängigen Autoren hat mit ihrem gemeinsamen Buch und dem Stand ein beeindruckendes Zeichen gesetzt. Wie wird es jetzt weitergehen? Was wünschst du dir für die Zukunft?

Erst einmal wünsche ich mir, dass möglichst viele Leserinnen und Leser uns an unserem Stand auf der Leipziger Buchmesse („Lieblingsautoren“, Halle 5, B206) besuchen und mit uns ins Gespräch kommen. Man wird dort auch „24 Stunden – 24 Autoren“ als Taschenbuch erstehen können und mal sehen, wer es schafft, es von allen Autoren signiert zu bekommen. Für die Zukunft hoffe ich, dass es weiterhin eine so schöne und für alle fruchtbare Vernetzung der unabhängigen Autoren gibt – dann sind noch viele, viele spannende Projekte vorstellbar, mit der wir die Buchwelt ein wenig auf den Kopf stellen können …

Michael, einen herzlichen Dank für deine Antworten. Und mögen deine Wünsche in Erfüllung gehen.

[Indie-Lounge Extra] Triff deinen Autor – auf der Leipziger Buchmesse

lieblingsautoren-auf-der-leipziger-buchmesseIn den letzten Jahren hat die Indie-Lounge viele TOP-Autoren vorgestellt. Jetzt gibt es eine besondere Gelegenheit: Triff deinen Autor – persönlich! Auf der Leipziger Buchmesse (12. – 15. März 2015) ist es möglich. Dort haben sich unter dem Logo „Lieblingsautoren“ über zwanzig Bestseller-Autoren zusammengetan und machen einen eigenen Stand. Darunter sind viele, die Sie aus der Indie-Lounge kennen: Béla Bolten, Marcus Hünnebeck, Marah Woolf, Elke Bergsma, BC Schiller, Catherine Shepherd, Poppy J. Anderson, Matthias Matting, Hanni Münzer, Michael Meisheit (alias Vanessa Mansini), Nika Lubitsch, und ich werde auch dabei sein. Darüber hinaus sind noch weitere phantastische Autoren mit von der Partie. Wer sie schon mal per Foto sehen möchte, findet sie auf www.lieblingsautoren.org.

Und hier ist der Terminkalender:

Zeit: 12. – 15. März — Ort: Halle 5, Stand B206

Donnerstag
10 – 11 Uhr Kick-off-Veranstaltung der Lieblingsautoren
11 – 12 Uhr Buchpräsentation „24 Stunden – 24 Autoren“
16 – 17 Uhr Matthias Matting, Selfpublisher-Beratung
 
Freitag
10 – 11 Uhr Johannes Zum Winkel, Präsentation XTME
11 – 12 Uhr Matthias Matting, Selfpublisher-Beratung
12 – 13 Uhr Poppy J. Anderson und Hannah Kaiser
13 – 14 Uhr Marcus Hünnebeck und Nika Lubitsch
14 – 15 Uhr Elke Bergsma und Béla Bolten
15 – 16 Uhr Catherine Shepherd und B.C.Schiller
 
Samstag
10 – 11 Uhr Johannes Zum Winkel Präsentation XTME
11 – 12 Uhr Karola Löwenstein, Hannah Siebern, Daphne Unruh und Marah Woolf
13 – 14 Uhr Johannes Zum Winkel Präsentation XTME
14 – 15 Uhr Katelyn Faith, Melanie Hinz und Karola Löwenstein
15 – 16 Uhr Hannah Kaiser, Petra Röder und Kirsten Wendt
16 – 17 Uhr Poppy J. Anderson, Vanessa Mansini und Babsy Tom
 
Sonntag
10 – 11 Uhr Poppy J. Anderson
11 – 12 Uhr Elke Bergsma, Béla Bolten, David Gray, Marcus Hünnebeck, Nika Lubitsch, Matthias Matting, Catherine Shepherd
12 – 13 Uhr Katelyn Faith und Petra Röder
13 – 14 Uhr Vanessa Mansini und Klaus Seibel
16 – 18 Uhr Buchverkauf mit großer Tombola

Aber auch, wenn Ihr Lieblingsautor gerade nicht am Stand ist, lohnt sich ein Besuch. Irgendein Autor ist bestimmt da – und es ist garantiert ein Bestseller-Autor. Wo kann man schon so unkompliziert Autoren begegnen, die hunderttausende Bücher verkaufen? Und ein attraktives Gewinnspiel gibt es selbstverständlich auch. Besuchen Sie uns!

[Indie-Lounge] „Ein guter Autor sollte nicht nur schreiben, sondern auch viel lesen“ – Béla Bolten im Interview

Heute zu Gast in der Indie-Lounge: Béla Bolten. Der erfolgreiche Krimi- und Thrillerautor aus Konstanz am Bodensee schrieb schon 1988 sein erstes Sachbuch, und das mit beeindruckendem Ergebnis: Die Geschichte der jüdischen Gemeinde seiner Heimatstadt wurde in die Bibliothek der Gedenkstätte Yad Vashem aufgenommen. Seit 2012 veröffentlicht Béla neben Sachbüchern auch Krimis, die es alle in die Top 10 der Amazon Charts „Krimi und Thriller“ geschafft haben. Neben dieser Tätigkeit arbeitet er unter seinem bürgerlichen Namen Matthias Brömmelhaus als Ghostwriter und Personal Historian.

Klaus Seibel: Béla, du wolltest Strandkorbvermieter auf Baltrum werden – und jetzt bist du Autor. Wie kommt sowas?

Béla Bolten: Der Berufswunsch Strandkorbvermieter entstand während der Familienurlaube an der Nordsee in den sechziger Jahren. Das waren starke Typen, die den größten Teil des Tages faul in der Sonne dösten und abends mit hübschen Mädels in schnittigen Autos über die Strandpromenade cruisten. Für welchen pubertierenden Jungen ist das kein Traum?
Für den Beruf des Autors entscheidet man sich nicht so einfach, da wächst man hinein. Ich habe mich lange überhaupt nicht getraut, mich als Autor vorzustellen, vom Schriftsteller gar nicht erst zu reden. Auf meiner Visitenkarte steht letzteres erst seit kurzer Zeit.

Du bist jetzt nicht nur Autor, sondern sehr erfolgreicher Autor. Alle deine Kriminalromane haben es in die TOP 10 der Amazon Bestsellerliste „Krimis und Thriller“ geschafft. Gibt es ein Geheimnis für deinen Erfolg? Wie schafft man es, soweit oben in die Charts zu kommen? Dass man dafür eine mitreißende Geschichte braucht, ein gutes Cover und einen sauberen Text, wissen die meisten. Welche Faktoren darüber hinaus sind deiner Meinung nach für deinen Erfolg wichtig gewesen?

Irgendein kluger Mensch hat mal gesagt, dass jeder Erfolg auf drei Säulen fußt: Man braucht Talent, muss hart dafür arbeiten und ohne eine gehörige Portion Glück geht es auch nicht.
Ich bin sicher, dass es genau so ist, was aber heißt: Man kann nur einen einzigen Faktor beeinflussen, denn das Talent wird einem ohne Zutun in die Wiege gelegt und das Glück kann man nicht erzwingen. Bleibt die Arbeit. Alle professionell schreibenden Kolleginnen und Kollegen, die ich kenne, arbeiten im Schnitt 60 und mehr Stunden in der Woche. Für den Erfolg muss man sich schinden. Das klingt nicht besonders attraktiv, ich weiß, aber es ist die Wahrheit.


„Natürlich ist es ein Wagnis, ins Ungewisse zu springen“


Du hast im Alter von 45 Jahren deinen Beruf an den Nagel gehängt und bist hauptberuflich Schriftsteller geworden. War das ein großes Wagnis? Warst du aufgeregt?

Natürlich ist es ein Wagnis, einfach ins Ungewisse zu springen ohne Netz und doppelten Boden. Ich hatte das Gefühl, mein Berufsleben noch einmal grundsätzlich verändern zu müssen. Mit Mitte vierzig ist man gerade noch jung genug für einen radikalen Wechsel – vorausgesetzt, das persönliche Umfeld spielt mit. Zum Glück war das bei mir der Fall und es ging relativ schnell bergauf. Trotzdem ist es eine große Umstellung, auf einmal freiberuflich tätig zu sein und nicht mehr zu wissen, ob in einem Monat genug Geld hereinkommt, um die Miete zu bezahlen.

Bis zur Rente dauerte es da noch 20 Jahre. Hattest du keine Sorge, dass dir in dieser Zeit deine Ideen ausgehen? Wie kommst du auf deine Ideen? Was machst du, wenn du mal keine hast?

Selbstständig gemacht habe ich mich ja vor allem als Ghostwriter, da müssen andere Leute die Ideen haben, man selbst steuert im Prinzip nur das Schreibhandwerk bei. Aber auch jetzt, wo ich hauptsächlich vom Krimischreiben lebe, habe ich keine Angst, dass mir eines Tages die Geschichten ausgehen könnten. Im Gegenteil: Ich bin ziemlich sicher, dass mein Leben nicht reichen wird, alles niederzuschreiben, was als nebulöse Idee in meinem Hirn herumwabert oder als Ein-Satz-Plot auf eine Festplatte gebannt ist. Als Krimiautor braucht man nur mit offenen Augen durch die Welt zu laufen, die Stoffe liegen tatsächlich auf der Straße.

Du betreibst einen Autobiografieservice. Was darf man sich darunter vorstellen?

Viele Menschen haben den Traum, ihre Lebensgeschichte für Kinder, Enkel, Freunde und Weggefährten zu dokumentieren. Oft fehlt ihnen das Talent oder die Zeit, ihre Biografie selbst zu verfassen. Dann komme ich ins Spiel und erfülle diesen Traum mach dem Motto „Sie erzählen – Ich schreibe“.


„Das Schreiben lernt man am besten durch Praxis“


Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Von der Gesamtarbeitszeit – siehe oben – etwa 80 Prozent für das Schreiben (einschließlich Recherche, Figurenentwicklung, Plotten usw.), zehn Prozent Marketing und zehn Prozent Netzwerkpflege)

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Ganz klar zwei Dinge: Lesen und Schreiben. Ich wundere mich immer wieder über Aussagen wie „seit ich schreibe fehlt mir die Zeit zum Lesen“. Viel zu lesen ist meines Erachtens für einen Autor unabdingbar – und zwar die Bücher der Besten des Genres, in dem man selber unterwegs ist. Von den ganz Großen lernt man am meisten, so frustrierend es oft auch sein mag, wenn man sich eingestehen muss, wie viel einem noch fehlt und dass man vielleicht nie ein wirklich Großer seiner Zunft wird.
Das Handwerk des Schreibens lernt man am besten durch Praxis. Learning by doing ist in unserem Beruf durch nichts zu ersetzen, vorausgesetzt man holt sich ein kritisches Urteil über die eigenen Texte ein. Da hatte ich es leicht, weil ich am Anfang nur als Auftragsschreiber tätig war und bei jedem Text ein Feedback durch die Auftraggeber bekam.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Siehe oben: Lesen und Schreiben. Sich mit Texten detailliert auseinanderzusetzen, fremden wie eigenen, unterscheidet den professionellen Autor vom Hobbyisten.

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Ich liebe die Freiheit, die ich heute habe. Ich entscheide, welchen Stoff ich mir vornehme. Ich entscheide über die Form, in der ich diesen Stoff erzähle. Ich entscheide, ob und wann ich einen Text veröffentliche. Ich wähle mir für Grafik, Layout, Lektorat usw. die Dienstleister aus, von denen ich überzeugt bin. Wenn ein Buch floppt, bin ich ganz alleine dafür verantwortlich, es gibt niemanden, auf den ich die Schuld schieben kann. Wenn ein Buch ein Erfolg wird, ist es nur mein Erfolg. Das ist wunderbar, was soll mich daran stören?

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Ich träume von einem Assistenten, der mir die lästige Büroarbeit und das Marketing abnimmt. Vielleicht sollte ich mir endlich jemanden suchen?!


„Mein nächstes Projekt ist ein Psychothriller“


Ein Verlag nimmt einem Autor viel Arbeit ab, verspricht bessere Qualität und eine größere Verbreitung. Könnte dich ein Verlag locken und womit (außer mit vielen Millionen ;-)?

Wenn mir ein renommierter Publikumsverlag einen Vertrag für Print-Only anbieten würde, ich also die E-Bookrechte behalten darf, wäre das sehr verlockend, denn ein Erfolg im klassischen Buchhandel ist für Selfpublisher unerreichbar. Hierzu braucht es immer noch den klassischen Verlagsvertrieb und daran wird sich auch mittelfristig nichts ändern. Und man sage nicht, solche Verlagsangebote gäbe es nicht, ich kenne einige Kolleginnen und Kollegen, die derartige Verträge abgeschlossen haben.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Ich würde ihm „Leahs Vermächtnis“empfehlen, den ersten Fall für die Konstanzer Ermittler Bettina Berg und Alexander Thal.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Als nächstes erscheint ein Psychothriller, in dem es um eine Krimischriftstellerin geht, die sich plötzlich selbst inmitten eines Gespinstes aus falschen Fährten, dubiosen Anschuldigungen und Morddrohungen sieht. Dabei fällt es ihr immer schwerer, zwischen Fiktion und Realität zu unterschieden.
Alle Berg und Thal Fans müssen sich aber keine Sorgen machen: Der nächste Fall wartet schon auf die beiden Kommissare vom Bodensee

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?
Es gibt nichts Schöneres, als für euch zu schreiben! Jede E-Mail, in der sich ein Leserin oder ein Leser als begeisterter Fan meiner Bücher bezeichnet, versüßt mir den Tag. Und jede Kritik hilft mir, besser zu werden. Dafür habt Ihr ein herzliches Dankeschön verdient!
Béla, dir jetzt auch einen herzlichen Dank für deine Antworten. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und immer eine gute Idee für eine neue, spannende Geschichte im Kopf.

Wer mehr über Béla Bolten und seine Bücher erfahren möchte, kann ihn gerne auf seiner Homepage besuchen.

[Indie-Lounge] „Ich bin Selfpublisherin mit Leib und Seele“ – Daniela Felbermayr im Interview

Passend zur Adventszeit besucht heute Daniela Felbermayr die Indie-Lounge. Ihr Roman „Zauberhafte Weihnachten“ stand mehrere Wochen auf Platz #1 der Kindle-Charts. Die junge Oberösterreicherin schreibt schon, seit sie im Alter von acht Jahren die mechanische Schreibmaschine ihres Großvaters entdeckt hat. Seit dieser Zeit gehört Literatur als fester Bestandteil zu ihrem Alltag. Inzwischen ist sie erfolgreiche Selfpublisherin mit schon elf, hauptsächlich romantischen Titeln, die als E-Book wie auch Print-On-Demand-Paperback schon viele tausend Leser erfreut haben.


„Am Anfang war das gemalte Kinderbuch“


Daniela, du wohnst in einer Kleinstadt in Österreich, aber deine Romane spielen in den USA. Wie kommt das?

Ich hatte immer schon einen unglaublichen Hang zu den USA. Bei uns Zuhause werden auch ganz traditionelle US-amerikanische Feste wie zum Beispiel Thanksgiving oder der 4. Juli gefeiert, sodass es für mich naheliegend war, dass auch meine Geschichten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten spielen werden. Außerdem muss ich sagen, dass meine Geschichten für mich einfach glaubwürdiger rüberkommen, wenn die Protagonistin ihren Traumprinz auf Umwegen in einer Weltmetropole trifft, als wenn das in einer kleinen Almgemeinde im Hintertupfinger Erzgebirge geschehen würde :)

Kannst du uns kurz deinen schriftstellerischen Werdegang skizzieren.

Wie gesagt, ganz am Anfang war das gemalte Kinderbuch! :) Lange Zeit habe ich aber nur für mich geschrieben und Weihnachten 2009 mal die Urform von „Ways of Life“ für meine beiden besten Freundinnen Karin und Monika als Buch drucken lassen. Ich hab dann irgendwann die Plattform „Bookrix“ entdeckt und dort einige meiner Geschichten hochgeladen. Im Oktober 2012 habe ich dann – ziemlich halbherzig – die Urform von „Bis wir uns Wiedersehen“ bei Bookrix hochgeladen und das Ganze auch gleich wieder vergessen, bis ich einige Monate später plötzlich eine Tantiemenabrechnung erhielt. Ich hatte heiße EUR 29,18 verdient und mich wirklich drüber gefreut. Als ich zu diesem Zeitpunkte bemerkte, dass es tatsächlich Leser für meine Geschichten gab, habe ich „Bis wir uns wiedersehen“ wieder aus dem Verkauf genommen, es überarbeitet und neuerlich hochgeladen – das war dann praktisch der Anstoß für mein schriftstellerisches Leben.


„Meine Protagonisten leiten micht, nicht umgekehrt“


Wie kommst du auf deine Ideen?

Das ist schwer zu sagen, die meisten sind einfach irgendwann da. Oft reicht es, wenn ich Wortfetzen oder ein bestimmtes „Stichwort“ mitbekomme, ein Bild sehe oder einen Song höre. Dann ist da in meinem Kopf das Konzept einer ganzen Geschichte, die ich praktisch nur um diesen einen „Auslöser“ herumbauen muss.

Schreibst du eher intuitiv oder nach einem klaren Konzept?

Ich bin das pure Chaos – also schreibe ich eher intuitiv :) Meine Figuren entwickeln eigentlich immer recht rasch eine gewisse Eigendynamik, sodass ich mit einem Konzept vermutlich baden gehen würde. Sobald ich im Schreiben drin bin, leiten meine Protagonisten mich, nicht umgekehrt!

Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Mittlerweile ist das zu einem ausgewachsenen Zweitjob geworden. Also alles in allem sicherlich so an die 50 Stunden, je nachdem, ob ich an einem neuen Roman arbeite, ein Buch gerade veröffentlicht wurde und beworben werden will oder ich eine Geschichte überarbeiten muss. Ich hab mir aber ganz fest vorgenommen, in den Weihnachtsferien etwas kürzer zu treten, damit ich 2015 wieder mit tollen Geschichten für meine Leser aufwarten kann!

Was motiviert dich zum Schreiben?

Zum einen ist es für mich Entspannung pur. Beim Schreiben schalte ich ab und tauche in die Welt meiner Protagonisten ein. Außerdem ist es immer wieder sehr motivierend, Fanpost zu erhalten, E-Mails von Leserinnen, die mir mitteilen, wie sehr ihnen meine Geschichten gefallen haben und dass sie sich schon sehr auf Nachschub freuen.

Folgst du mit deiner Tätigkeit als Autor einem großen Plan? Ist es „nur“ ein schönes
Hobby? Hast du ein Ziel oder einen Traum?

Ich hätte mir niemals träumen lassen, als Autorin überhaupt so weit zu kommen, wie jetzt. Ich meine, für mich war die Nr. 1 in den Kindle-Charts schon etwas ganz Besonderes und somit hat sich ein großer Traum von mir eigentlich schon erfüllt. Alleine, wenn ich mir vorstelle, wie viele Leser ich mit meinen Büchern erreiche, ist das für mich immer noch fast unglaublich. Aber einen Plan gibt es nicht. Ich bin generell jemand, der die Dinge immer so auf sich zukommen lässt, wie sie passieren, und dann das Beste draus macht. Und außerdem kommt es ohnehin immer ganz anders, als man denkt. Also warte ich mal ab, was mein Autorendasein noch so alles für mich im petto hat und freue mich schon sehr darauf! :)


„Ohne Marketing-Aktionen geht es nicht“


Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Ich hab jetzt verdammt viel mehr zu arbeiten als vorher! * lach * Ich habe eine Menge großartiger Menschen, seien es Leser oder Autorenkollegen, kennengelernt, die ich nicht mehr missen möchte, und muss jetzt viel strukturierter in den Tag gehen, als zuvor. Aber ich denke, im Großen und Ganzen bin ich immer noch dieselbe, die ich gewesen bin, bevor meine Bücher veröffentlicht wurden. Gerade in meinem näheren Umfeld ist die – ich trau’s mir eigentlich selber gar nicht sagen – „Bekanntheit“ durch die Bücher überhaupt kein Thema. Das wird in keiner Weise als großartige Besonderheit gesehen oder so :)

Gibt es ein Geheimnis für deinen Erfolg? Wie schafft man es, in die Top 100 oder sogar in die Top 10 zu kommen? Dass man dafür eine mitreißende Geschichte braucht, ein gutes Cover und einen sauberen Text, wissen die meisten. Welche Faktoren darüber hinaus sind deiner Meinung nach für deinen Erfolg wichtig gewesen?

Ich denke, es gehört eine gehörige Portion Glück dazu, weil die Konkurrenz heutzutage auch nicht schläft – und meine, dass ich mit „Zauberhafte Weihnachten“ einfach das perfekte Timing gehabt habe. Und natürlich eine großartige Leserschaft, die das Buch in den ersten Tagen gleich in Amazons Sichtbarkeit gehoben hat! Hilfreich sind natürlich auch Marketingaktionen, ohne die heutzutage fast gar nichts mehr geht.


„Die Investition ins Lektorat lohnt sich“


Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Auf alle Fälle in ein Korrektorat investieren. War es vor etwa einem Jahr noch kein Thema, dass auch Indie-Bücher professionell aufgemacht sind, so ist es heute unumgänglich, ein Buch mit einem perfekten Setup zu haben. Mir stellen sich immer die Nackenhaare auf, wenn ich Bücher sehe, deren Cover ein selbstgeschossenes Handyfoto ziert, dessen Titel in Comic Sans – neongrün – geschrieben ist, und bei denen auf den ersten Seiten bereits jede Menge Tipp- und Schreibfehler zu finden sind.
Und sich vor allem von Rückschlägen nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Ich war selber schon hin und wieder kurz davor aufzugeben, weil es einfach furchtbar zermürbend ist, wenn man sein Herzblut in eine Geschichte hängt, monatelang an ihr arbeitet und sie dann nach kurzer Zeit in der Amazon-Versenkung verschwindet. Aber wie heißt es so schön: „Hinfallen – Aufstehen – Krönchen richten – Weitermachen“ :)

Qualität ist ein großes Thema bei E-Books. Wie sicherst du die Qualität deiner Bücher?

Ich habe eine großartige Korrektorin, die meine Texte korrigiert. Bezüglich der Cover habe ich das Glück, mit Photoshop sattelfest zu sein, sodass ich die selber erstellen kann. Bei den Geschichten selbst ist es ein ewiges an-sich-selbst-wachsen. Ich werkle oft Nächtelang an einzelnen Absätzen, bis ich sie „perfekt“ finde. Natürlich ist mir auch die Meinung von Lesern wichtig, die ich mir sehr zu Herzen nehme und nach Möglichkeit in meine Romane einfließen lasse.

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Mit Wörtern konnte ich immer schon gut jonglieren :) Ich denke auch, man entwickelt sich von Roman zu Roman weiter und mich gruselts, wenn ich heute meinen Erstling lese und mich frage, wie ich so etwas nur habe veröffentlichen können :)

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Stören tut mich gar nichts daran, sonst würde ich es nicht machen. Ich finde es hingegen toll, dass alle Entscheidungen von mir selbst getroffen werden können und ich niemandem Rechenschaft schuldig bin, warum ich was wie mache. Ich liebe diese Unabhängigkeit.

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Eine Sekretärin * lach *


„Bin Selfpublisherin mit Leib und Seele“


Ein Verlag nimmt einem Autor viel Arbeit ab, verspricht bessere Qualität und eine größere Verbreitung. Könnte dich ein Verlag locken und womit (außer mit vielen Millionen ;-)?

Nein, definitiv nicht. Ich bin Selfpublisherin mit Leib und Seele und würde wohl bei keinem Verlag unterzeichnen. Wie schon erwähnt, die Unabhängigkeit, die ich als Selfpublisher habe, ist mit keinem Verlagslogo aufzuwerten.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Jetzt zur Weihnachtszeit definitiv „Zauberhafte Weihnachten“. Meine beiden Favoriten aus meinen anderen Romanen sind „Bride on Time“ und „Dear Robin“.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Zum Valentinstag wird es einen Kurzroman von mir geben, der den Titel „That Kiss next Door“ trägt und von Jess und Matt erzählt, die die besten Freunde und Nachbarn sind … und doch so viel mehr. Der nächste „große“ Roman erscheint dann im Frühjahr 2015, dort werden die Leser Cat und Nick kennenlernen, die zu ihrem großen Unglück gemeinsam ein verfallenes Farmhaus von Cats Großonkel erben und dazu verdonnert werden, es zu renovieren – ganz schön mühselig, wo die beiden sich überhaupt nicht riechen können und einander gegenseitig am liebsten auf den Mond schießen würden – zunächst :)

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Ich möchte jedem einzelnen von euch danken, dass es euch gibt. Ohne euch wären all diese tollen Dinge, die mir passiert sind, seit ich Selfpublisher geworden bin, nicht möglich. Ihr seid großartig! Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest und ein großartiges neues Jahr. Auch 2015 werde ich versuchen, euch wieder mit genügend fesselndem Lesestoff für entspannte Stunden auf der Couch zu versorgen! :)

Daniela, ganz herzlichen Dank für deine Antworten. Wir freuen uns mit dir über deinen Erfolg und wünschen dir – nicht nur zu Weihnachten – immer einen Sack voll Ideen im Kopf für neue, mitreissende Geschichten.

Wer mehr über Daniela Felbermayr erfahren möchte, kann sie gerne auf ihrer Homepage besuchen: www.pink-powderpuff-books.com