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„Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“: Deutsche Indie-Autorin Emily Bold unterschreibt Vertrag mit AmazonCrossing

9 Jan 2013 2 Kommentare

Immer mehr Autoren nutzen Self-Publishing als Karriersprungbrett – doch am Ende muss nicht unbedingt der klassische Verlagsvertrag stehen. Denn der Online-Buchhändler Amazon mischt mittlerweile kräftig im Publishing-Business mit, und lockt den Nachwuchs mit attraktiven Konditionen. Jüngstes Beispiel ist die deutsche Indie-Autorin Emily Bold, die sich auf historische Liebesromane spezialisiert hat. Zwei ihrer Titel aus der Reihe “The Curse” (“Vanoras Fluch” sowie “Im Schatten der Schwestern”) werden demnächst über das Label AmazonCrossing in den USA erscheinen. „Das bedeutet für mich einen riesigen Schritt und lässt mir dabei so viel Freiheit, dass ich keinen Moment zögern musste“, so Emily Bold gegenüber E-Book-News. AmazonCrossing hat sich darauf spezialisiert, bereits im Ursprungsland erfolgreiche Romane zu übersetzen und international zu vermarkten. So wurde etwa aus Dora Heldts Bestseller „Urlaub mit Papa“ der US-Titel „Chaperoned“, und Thomas Meineckes „Hellblau“ verwandelte sich in „Pale Blue“. Absoluter Crossing-Star ist Oliver Pötzsch – die englischsprachigen Kindle-Versionen seiner „Henkerstochter“-Serie haben sich schon mehr als 400.000 mal verkauft.

Createspace & KDP als Sprungbrett

Nicht umsonst freut sich die Indie-Autorin Bold auf eine „gigantische Leserschaft“ – denn anders als etwa bei Amazons Print-On-Demand-Service Createspace kann sie nun auch von der unternehmenseigenen Marketing-Maschine profitieren: „Crossing ist ein Verlag, Create Space ein Druckdienstleister. Einem Druckdienstleister ist es egal, wie gut oder schlecht sich eines ihrer Bücher verkauft. Ein Verlag hat sicher ein Interesse daran, keine Ladenhüter zu produzieren“, so Emily Bold. Den ersten Schritt über den großen Teich hatte die Self-Publisherin bereits selbst gewagt – im Sommer 2012 erschien über Amazon Createspace eine englische Übersetzung von Vanoras Fluch („Touch of Eternity“). Was wohl auch ein Grund dafür war, dass Amazons Verlagssparte auf die deutsche Autorin aufmerksam wurde. „Wie schon so manches Mal hatte ich auch hier das Glück, zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen zu sein“, meint Bold.

„OMG! OMG! OMG! That’s it!“

Schon vor fünf Jahren brachte die gelernte Chemielaborantin ihren Debütroman „Gefährliche Intrigen“ heraus – zunächst in einer gedruckten Kleinstauflage von 20 Stück für Friends & Family. Bei klassischen Verlagen hatte das Manuskript keinen Erfolg. Mit dem beginnenden E-Book-Boom und dem Start von Amazons Self-Publishing-Plattform KDP gab es dann aber plötzlich eine viel bessere Alternative: im Jahr 2011 stürmten die „Gefährlichen Intrigen“ die Top 20-Charts im deutschen Kindle-Store. Inzwischen hat die mit ihrer Familie in Franken lebende Autorin insgesamt 7 Titel veröffentlicht, von denen die meisten als E-Book auch via Weltbild, iBooks oder Google Play erhältlich sind – und so viele Leser gefunden haben, dass eine selbständige Schriftsteller-Existenz möglich scheint.

Viel wichtiger als das Geld ist für Emily Bold aber die Anerkennung durch die Leserinnenschaft: „Ich bin einfach nur glücklich, dass meine harte Arbeit anscheinend nicht unbemerkt bleibt“. Zur Sichtbarkeit gerade im Web trägt natürlich auch bei, dass die Self-Publisherin regelmäßig bloggt und über Facebook und Twitter den Kontakt zur wachsenden Fan-Gemeinde hält. Als eines der letzten Updates konnte man lesen: „OMG! OMG! OMG! OMG! OMG! OMG! OMG! That´s it! Das Warten hat ein Ende…“

Abb.: (c) Emily Bold

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