Zur Buchmesse gibt’s 800 neue E-Books: Kurskorrektur bei Holtzbrinck-Verlagsgruppe

800 neue E-Books zur Buchmesse - Kurskorrektur bei Holtzbrinck_Pixelio_Plumbe.gifDas E-Book-Angebot in Deutschland wird etwas bunter: Zur Frankfurter Buchmesse bieten die Verlage Droemer Knaur, Fischer, Kiepenheuer&Witsch und Rowohlt erstmals auch elektronische Versionen einiger Titel an. Ingesamt sollen etwa 800 E-Books über Vertriebspartner wie buecher.de, libri sowie den E-Book-Store von txtr via Internet verfügbar sein. Bis Weihnachten wird das Angebot auf ca. 1500 Titel erweitert.

Die Marktlage hat sich im Herbst 2009 verändert: es gibt immer mehr E-Books für immer mehr E-Reader

E-Book-Bestseller, E-Books aus der Backlist: Mit dem Kurswechsel reagieren die zum Holtzbrinck-Konzern gehörenden Verlage auf die veränderte Marktlage im Herbst 2009. Lediglich bei Droemer Knaur gab es bereits E-Books im PDF-Format – nun startet man auf breiter Front mit E-Books im komfortableren epub-Format. Die Zeit war dafür wohl reif. Mittlerweile sind nicht nur konventionelle E-Reader von Sony oder Bookeen am Start, sondern mit dem Amazon Kindle und dem txtr-Reader sogar WiFi-fähige Geräte, die drahtlose Downloads ermöglichen. Viele Verlage haben bereits E-Books in ihrer Angebotspalette, die Download-Plattform Libreka etwa zählt mittlerweile mehr 15.000 Titel. Eine Zusammenarbeit zwischen Holtzbrincks Verlagen und der vom Börsenverein des deutschen Buchhandels gestarteten Verkaufsplattform ist aber offenbar nicht geplant. Wichtigste Vertriebspartner sind vorerst die Ebook-Stores von buecher.de und libri. Direkten Zugriff auf das Angebot werden zudem die Nutzer des txtr-Readers haben, der am Donnerstag in Frankfurt der Öffentlichkeit präsentiert werden soll.

Krasse Preispolitik: Neuerscheinungen kommen nur zum Preis der Hardcover-Ausgabe auf den E-Reader

Bei den E-Book-Preisen bleibt man jedoch hart: sie orientieren sich zu 100 Prozent am Ladenpreis der günstigsten gedruckten regulären Ausgabe. Also im Zweifelsfall auch an der Hardcover-Ausgabe. Erst wenn ein Hardcover als Taschenbuch erscheint, soll sich auch der E-Book-Preis entsprechend reduzieren. Wer also eine Neuerscheinung auf dem E-Reader lesen will, die noch nicht als Paperback vorliegt, muss bei Fischer, Rowohlt oder Knaur bis auf weiteres kräftig in die Tasche greifen. Nur Besitzer des Amazon Kindle können sparen – wenn sie bei internationalen Titeln die englische Ausgabe kaufen. Amazon verspricht, dass auch bei Downloads aus Deutschland kein Buch mehr als 14 Dollar kosten soll. Der aktuelle Kindle-Reader ist passenderweise ab Mitte Oktober auch in Deutschland lieferbar.

Bild: Pixelio/Plumbe

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".