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Zukunftsmodell Guardian: Leserfinanzierung übersteigt mittlerweile die Anzeigenerlöse

21 Nov 2017 0 Kommentare

guardian-app als freemiumNicht nur nicht pleite zu sein, sondern leserfinanziert, und trotzdem Digital- und Printausgabe zu stemmen, davon träumen viele Gazetten in den Zeiten der Krise. Zwei probate Mittel zwecks Sanierung sind meistens: Personalkürzungen um die Ausgabeseite zu straffen, Paywall um die Online-Erlöse zu erhöhen.

Der britische Guardian darf sich jetzt mächtig auf die Schulter klopfen — das Traditionsblatt hat die Wende geschafft, und das sogar explizit ohne Bezahlschranke: „Last month, editor-in-chief Katharine Viner announced that finanical support from readers had officially surpassed advertising“, schreibt niemanlab.org — wobei die Kombination der Einnahmenströme das besonders interessante ist.

Geld kommt nämlich nicht nur von normalen Abonnenten der Print- bzw. Onlineausgabe, sondern auch von regelmäßig zahlenden Unterstützern im Rahmen des Guardian-Membership-Programms (insgesamt 500.000 Personen) und großzügigen Einmal-Spendern (insgesamt 300.000 Personen).

Besonders wirksam war dabei offenbar ein ausführlicher Spendenaufruf, der seit einiger Zeit unter den Artikeln der Online-Ausgabe eingeblendet wird — etwas unaufdringlicher als die Paywahl-Overlays bei der deutschen taz, zugleich aber deutlich einträglicher. Natürlich ist das potentielle Publikum bei einer englischsprachigen Zeitung wie dem Guardian auch deutlich größer.

Jedes Mal, wenn sich das Blatt ganz besonders ins Zeug legt, etwa bei Recherche-Projekten wie den „Panama Papers“ oder aktuell den „Paradise Papers“, ist das emotionale wie finanzielle Feedback der Leser-Community besonders groß — viele Unterstützer haben ihre monatlichen Beiträge im Zuge solcher Themenspecials sogar noch erhöht.

„We’ve moved away from the traditional transactional model to a more emotional one that’s rooted in our journalism“, fasst es eine der Verantwortlichen des „Membership“-Programms zusammen.

Harte Einsparungen bei Personal und Ausstattung, das sollte man aber nicht verschweigen, gab es beim Guardian zwischenzeitlich auch.

(via niemanlab.org)

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