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Zeitung lesen auf dem E-Book-Reader: Calibre macht’s möglich

30 Apr 2009

Zeitungen auf dem E-Book-Reader lesen? Das geht nicht nur mit dem Amazon Kindle, sondern praktisch mit jedem E-Book-Reader, auch wenn er nicht WLAN-fähig ist. Es geht sogar für umsonst: Denn zahlreiche Online-Zeitungen (z.B. taz, Le Monde, The Guardian) bieten ihre Artikel nicht nur auf der Homepage als Volltext an, sondern ermöglichen auch das Mitlesen über einen RSSFeedreader. Alles, was dazu noch fehlte, war ein Programm, das nicht nur die Feeds einsammelt, sondern auch den Feed eines Tages in ein E-Book verwandelt und auf den Reader überträgt. Mittlerweile gibt es einen „E-Book-Library Manager“ namens Calibre, der für diesen Zweck tatsächlich genau das richtige Kaliber hat: Calibre ist Feed-Aggregator, Konvertierungs- und Syncingprogramm in einem.

Calibre ist ein echter „Buchmacher“: Auch RSS-Feeds werden zum E-Book gebündelt

Die Abkürzung steht für „Convertor And LIBRary for E-books“. Tatsächlich ist Calibre zunächst mal ein komfortabler E-Book-Reader. E-Books können nach Kriterien wie Autor, Titel, Jahr etc. katalogisiert und mit einem eingebauten Viewer gelesen werden. Doch Calibre ist eben auch ein echter „Buchmacher“: mehr als ein Dutzend Datei-Formate (darunter RTF-Dateien, Open-Office-Dateien, PDF & HTML) kann das Programm in gängige E-Book-Standards konvertieren (epub, LRF, Mobipocket). Dazu kommt eine Feed-Aggregator-Funktion, d.h. Feeds können abonniert und gesammelt werden, sowie natürlich eine „Syncing“–Funktion, also die Möglichkeit, die Feeds im E-Book-Format auf den jeweiligen Reader zu übertragen.

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Dank Autostart-Funktion arbeitet Calibre diskret als Paperboy im Hintergrund

Läuft Calibre per Autostartfunktion im Hintergrund, kann man automatisch zu einem bestimmten Zeitpunkt die aktuellen Feeds abrufen und konvertieren lassen. So braucht man nur noch den E-Book-Reader mit dem Rechner zu verbinden, und schon lässt sich der virtuelle Zeitungsstapel auf das Lesegerät verschieben (Weitere Infos gibt’s im Calibre-Manual) Dank Hyperlinks kann man sich komfortabel durch die E-Zeitung klicken: vom Gesamt-Inhaltsverzeichnis über die Rubriken (Seite Eins, Politik, Kultur, etc.) zu den einzelnen Artikeln. Am Ende jedes Artikels fügt Calibre Backlinks zum Rubrik und zum Gesamt-Inhaltsverzeichnis ein.

Die taz im E-Test: Auf dem CyBook bringt sie manchmal das System zum Absturz

E-Book-news.de hat das Programm in der Version 0.5.7 mit Mac OS X und einem CyBook Gen 3 getestet. Als Newsfeed wurden u.a. verschiedene Ressorts der taz abonniert. Das CyBook wurde via USB-Port angeschlossen und problemlos erkannt. Die Übertragung der E-Book-taz dauerte nur wenige Sekunden. Nur beim Lesen gab es ab und zu Probleme: So ganz hundertprozentig scheint die Konvertierung — gewählt wurde das Mobi-Format, da das CyBook bisher nicht epub lesen kann — noch nicht zu klappen. Ab und zu stürzte das CyBook ab bzw. startete neu, wenn ein Link im Dokument angeklickt wurde. (Schuld war jedenfalls nicht die taz: denn bei Le Monde oder The Guardian gab es solche System-Abstürze auch.) Insgesamt überzeugt die Software aber vollkommen: die Bedienung ist einfach, und gerade als Unterwegs-Lösung ist Calibre perfekt, um neben Büchern auch die Zeitungslektüre immer parat zu haben. Calibre ist Freeware und für Windows, Mac und Linux erhältlich. Entwickelt wurde es von Kovid Goyal, einem Physik-Doktoranden am California Institute of Technology (und wer Calibre gut findet, kann sich dort via PayPal-Spenden-Button beim Programmierer bedanken).