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Zahlende Premium-Kunden statt missbrauchte Gratis-Nutzer: Mutiert Facebook zukünftig zum Content-Abo?

24 Apr 2018 0 Kommentare

facebook-als-aboWird Facebook langsam erwachsen? Und was heißt das? Offenbar vor allem eins: der Slogan „Facebook wird immer kostenlos bleiben“ verändert sich in die Version „Es wird immer EINE kostenlose Version von Facebook geben“. Seit dem Daten-GAU rund um die Beinflussung der US-Präsidentschaftswahlen auf Grundlage missbrauchter User-Daten spekulieren nicht nur mehr Branchen-Insider über ein Abo-Modell, bei dem der Nutzer nicht das Produkt ist, sondern ein Kunde, der deutlich mehr Datensouveränität genießt. Selbst Facebook-Chef Mark Zuckerberg orakelte letzte Woche bei einer Kongreß-Anhörung in Richtung Subskription, siehe obiges Zitat.

Wenn jeder zahlt, ist es einfach…

Wie das gehen könnte, wurde in den letzten Wochen schon mehrfach durchgerechnet — Basis bilden dabei die bisherigen Werbeeinnahmen von 40 Mrd. Dollar (2017) bzw. 60 Mrd. (2018, geschätzt) pro Jahr (2017) sowie die Zahl der Mitglieder insgesamt bzw. in ausgewählten Ländern mit hoher Kaufkraft (USA, Großbritannien, Deutschland, etc.).

Weil nicht jeder zahlen würde, wird’s kompliziert

Interessant bei solchen Modellen: egal ob man von allen wenig kassiert (was unrealistisch ist) oder von wenigen viel (was eher realistisch ist), ein Abo-Modell dürfte bei weitem nicht alle Kosten wieder hereinbringen, sondern eher ein Drittel oder ein Viertel. Mit anderen Worten: auch die kostenlose, werbefinanzierte Form bleibt für das Unternehmen wichtig. Womit Facebook in einer ähnlichen Lage wäre wie viele Zeitschriften- und Zeitungsverlage.

Facebook als Netflix-Ersatz?

Oder gilt das nur in globaler Perspektive, weil mehr als eine Milliarde neugewonnener Nutzer in armen Schwellenländern leben? Für den US-Markt könnte Facebook das „Comcast of Cord Cutters“ werden, prophezeite unlängst die Washington Post — mit 220 Mio. Mitgliedern versammele das soziale Netzwerk in Nordamerika soviele potentielle zahlende Kunden wie derzeit die per Satellit oder Kabel empfangenen Pay-TV-Sender.

6,87 $ täglich sind notwendig

In den USA und Kanada hat Facebook zuletzt 82 Dollar jährliche Werbeumsätze pro Nutzer generiert — was 6,87 Dollar potentiellen Abo-Gebühren pro Monat entspräche. Wenn alle dabei sind. Zum Vergleich: Netflix hat weltweit 118 Mio. User, Amazon Prime ca. 100 Mio. User weltweit, Spotify 70 Millionen User weltweit. Bei monatlichen Gebühren um 10 Dollar. Ist es realistisch anzunehmen, Facebook könnte — entsprechenden Nutzwert/Content vorausgesetzt — ähnliche Zahlen erreichen? Und in welchem Zeitraum?

(via Washington Post, Tech Crunch & Meedia)

Abb.: Ksayer1 (cc-by-sa-2.0)

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