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Zack! Smack! Bäng! E-Comics erobern iPhone, Kindle & Co.

15 Apr 2009

Alle reden von E-Books und E-Zeitungen, doch was ist eigentlich mit E-Comics? Okay, im Internet gibt es sie schon: Marvel Comics bringt seine Superhelden z.B. schon seit 2007 online unters Volk. Auf mobilen Endgeräten sah es dagegen bisher noch etwas mager aus. Mal abgesehen von Japan. Dort liest man nicht nur Romane und News auf dem Handy, sondern auch Comic-Strips aller Art. Doch jetzt holen populäre Gadgets wie iPhone oder iPod Touch auch in Europa und den USA auf…

Der Tokioter Firma Impress R&D zufolge haben die Japaner im Jahr 2006 20 Millionen Dollar für Handy-Mangas ausgegeben, im darauf bereits 70 Millionen Dollar. Für 2009 werden mehr als 200 Millionen Dollar Umsatz erwartet. Damit wäre der mobile Manga-Markt „so groß wie der gesamte us-amerikanische Markt für gedruckte Mangas und Comics“, zitiert Publishers Weekly Jeremy Ross, zuständig für Produktentwicklung bei Tokyopop.

Mangas sind schwarz-weiß, E-Ink-Displays auch: wie passend…

Immer öfter wird man Mangas in Zukunft aber auch auf E-Readern lesen können. Kein Wunder: Die klassischen Manga sind schwarz-weiß und haben Taschenbuchformat, die meisten E-Ink-Displays ebenso. Nicht zufällig wirbt der französische Geräte-Hersteller Bookeen mit E-Mangas für seinen Cybook-Reader – zumindest im digitalen Werbeprospekt. Doch die Europäer und Amerikaner ziehen bei den Bildergeschichten erst langsam nach.

Die Branchenriesen experimentieren mit Kindle-Versionen ihrer Comics

Im Mittelpunkt der Bemühungen steht dabei neben Sonys E-Reader PRS 505 der Amazon Kindle. Immerhin eignet sich die aktuelle Version mit 16 Graustufen besser für die Darstellung von Bildern. Yen Press, die Graphic Novel-Sparte der Hachette-Gruppe, hat bereits zwei Titel für das Lesegerät herausgebracht: „Maximum Ride“, illustriert vonNaRae Lee, and „The World of Quest“ von Jason Kruse. Bei Picador (Macmillan-Verlagsgruppe) erschien die Comic-Version von Paul Austers „City of Glass“, gezeichnet von David Mazzucchelli. Die Gewinne sprudeln bisher noch nicht so kräftig. Publishers Weekly zufolge erzielt etwa der kalifornischen Manga-Verlags Go! Comi zur Zeit mit der Kindle-Version des Bestsellers „Japan Ai“ nur etwa ein Zehntel der Einnahmen im Vergleich zur Printfassung.

Die meisten E-Comics werden im PDF- oder Mobipocketformat herausgebracht

Die meisten E-Comics werden bisher offenbar im PDF- oder Mobipocketformat herausgebracht, viele Verlage planen aber auch mit dem offenen epub-Format. Das allerdings lässt sich auf dem Kindle nicht lesen. Doch es gibt auch Alternativen, die zudem auch in Europa funktionieren: zum Beispiel E-Comics auf dem iPhone.

Der neueste Trend sind Graphic Novels und Mangas auf dem iPhone

Seit Februar können iPhone-Benutzer dank einer app namens Kamikaze Graphic Novels auf ihr Handy herunterladen. Go! Comi etwa experimentiert Publishers Weekly zufolge damit, die erfolgreiche Serie „Japan ai: A Tall Girl’s Adventures in Japan“ von Aimee Major Steinberger nach der Kindle-Version auch als iPhone app herauszubringen. Eine weitere gute Adresse für iPhone-Besitzer ist zudem die Websites uClick: hier gibt es zahlreiche Serien zum direkten Dowload, die sich mit dem uClick-Viewer öffnen lassen.