Wünsch‘ dir was: Aktuelle E-Reader-Marktübersicht von Hi-End bis Low-Price

Oyo, Kindle & Co.: Das Mittelfeld von 139 bis 179 Euro


sony-prs-350 Sony Reader PRS-350


Das PRS-350 ist die 5-Zoll-Version von Sonys neuer Reader-Serie – bringt aber vom Bedienkomfort her dieselben Vorteile mit, nämlich Pearl-E-Ink und Touch-Screen. Wörterbuch und Sony-typische Textfunktionen sind auch mit dabei. Verzichten muss man allerdings auf eine Kopfhörerbuchse & Audiofunktionen. Wer viel unterwegs ist, dürfte mit 155 Gramm leichten Variante auf jeden Fall am besten bedient sein. Mit 179 Euro ist der 5-Zoller zudem vierzig Euro billiger als sein großer Bruder. Der Content kommt genau wie beim PRS-650 per USB-Kabel auf das Gerät. Diesen Sony-Reader gibt’s in drei Farben: dunkelblau, silber & schwarz.

acer-lumiread-e-reader Acer LumiRead (WiFi-Version)

  • Display: 6 Zoll E-Ink-Display bei 16 Graustufen
  • Unterstützte E-Book Formate: epub, PDF (DRM), etc.
  • Gewicht: 240 Gramm
  • Features: Qwertz-Tastatur, Kopfhörerbuchse, externe Lautsprecher, Barcode-Scanner
  • Preis: 179 Euro
  • Testbericht & Video-Review


Wer auf hohen Bedienkomfort Wert legt und zugleich drahtlos deutsche E-Books shoppen möchte, liegt beim Acer LumiRead genau richtig. Via WLAN-Verbindung können im E-Store von Libri zahllose aktuelle Bestseller heruntergeladen werden. Dank Qwertz-Tastatur lassen sich einzelne Titel auch bequem online recherchieren. Das kontraststarke E-Ink-Display mit einer Auflösung von 800×600 Pixeln sorgt für angenehme Lektüre – egal, ob man Rechts- oder Linkshänder ist. Da das LumiRead neben Kopfhörerbuchse über externe Lautstärkereglung und Lautsprecher verfügt, ist es auch ein hervorragender Audiobook-Player.
kindle 3 testbericht amazon e-reader test Amazon Kindle (WiFi-Version)

  • Display: 6 Zoll E-Ink-Display bei 16 Graustufen
  • Unterstützte E-Book Formate: Kindle-E-Book, PDF (DRM), etc.
  • Gewicht: 240 Gramm
  • Features: Qwertz-Tastatur, Kopfhörerbuchse, externe Lautsprecher, Text-to-Speech
  • Preis: ca. 150 Euro (Amazon)
  • Testbericht & Video-Review

Das Kindle 3 ist nicht nur preislich reduziert, auch Maße und Gewicht sind im Vergleich zu vorherigen Versionen spürbar verschlankt worden. Ein neues, kontraststarke Display mit Pearl-E-Ink macht die Lektüre deutlich angenehmer. Auch softwaremäßig hat Amazon das Gerät generalüberholt – Scrollen durch Menüs und Seitenwechsel gehen deutlich schneller vonstatten. Selbst Web-Seiten lassen sich im “Article-Mode” sehr gut lesen. Die E-Book-Ansicht lässt sich weitestgehend den eigenen Wünschen anpassen – neben Schriftgröße und Fontart kann man auch die Spaltenbreite und den Zeilenabstand wählen. Dank Text-to-Speech-Funktion werden viele englische E-Books auch zum Hörbuch – allerdings mit noch deutlich synthetisch klingender Stimme. Im Kindle-Store gibt’s übrigens nicht nur Bücher, sondern auch Zeitungen und Zeitschriften. Ähnlich wie bei E-Books ist das deutschsprachige Angebot aber eher mager. Das könnte sich allerdings bald ändern, denn 2011 wird wohl der deutsche Kindle-Store an den Start gehen. Wer sich bis dahin mit überwiegend englischem Content zufrieden gibt, bekommt für umgerechnet knapp 150 Euro den zur Zeit besten WiFi-Reader überhaupt. Eins kann das Kindle übrigens nicht: epub-Dateien öffnen – Amazon setzt auf einen eigenen E-Book-Standard.

oyo-reader-test Oyo-Reader (WiFi-Version)


Oyo heißt Thalias neuer E-Reader und kommt mit E-Ink-Display, Touch-Screen und WLAN. Mit dem intuitiv bedienbaren 6-Zoll-Gerät setzt Deutschlands zweitgrößte Buchhandelskette auf Multichannel: Bücher überall und jederzeit – nämlich über den integrierten E-Store. Dank dem systemoffenen epub-Format können Oyo-Besitzer jedoch auch anderswo shoppen. Gehäuse-Design und grafisch schön gestaltete Benutzeroberfläche machen mächtig Lust auf’s elektronische Lesen, egal ob epub oder PDF. Die meisten Funktionen – inklusive Umblättern – steuert man mit dem Finger auf dem Display. Einziges echtes Manko ist der Kontrast des E-Ink-Displays – hier fällt der Oyo gegenüber Sony, Kindle & Co. deutlich ab. Dafür ist das Oyo mit 139 Euro aber der zur Zeit günstigste WiFi-Reader mit deutschsprachigem Content.

testurteil_oyo_detailliert

Aluratek & Trekstor: Die Low-Price-Klasse (ab 99 Euro)

aluratek-libre-test-weltbild-lcd-monochrom Aluratek Libre (Weltbild)

  • Display: 5 Zoll monochromes LCD (640*480 Pixel)
  • Unterstützte E-Book Formate: epub, PDF (DRM), etc.
  • Gewicht: 210 Gramm
  • Features: Kopfhörerbuchse
  • Preis: 99 Euro
  • Testbericht & Video-Review

Mit dem Aluratek Libre machte Weltbild dem Preisbrecher-Image alle Ehre – und bot kurz nach der Frankfurter Buchmesse den ersten E-Reader für 99 Euro an. Aber Vorsicht: Ein echtes E-Ink-Gerät bekommt man dafür nicht, sondern lediglich monochromes LCD. Auf der Verpackung ist nur von „E-Paper“-Technologie die Rede, erst in der Bedienungsanleitung erfährt man die traurige Wahrheit. LCD statt E-Ink, das sorgt nicht nur für vergleichsweise schlechten Kontrast, sondern auch für recht kurze Betriebsdauer, maximal 24 Stunden Lesen ist mit einer Akkuladung drin. Grundsätzlich bringt das Gerät aber alle Voraussetzungen mit, die ein E-Reader braucht – von der epub- und PDF-Unterstützung bis zur Wahl von Schriftgröße und Font. Wer 99 Euro für das elektronische Lesen investieren will, sollte aber lieber nach einem älteren E-Ink-Modell Ausschau halten – oder sich mal den Trekstor E-Book-Player ansehen.

trekstor-ebook-player-ereader Trekstor E-Book-Player

  • Display: 5 bzw. 7 Zoll Farb-LCD (800×480 Pixel)
  • Unterstützte E-Book Formate: epub, PDF (DRM), etc.
  • Gewicht: 187 Gramm (5 & 5m) / 373 Gramm (7 & 7m)
  • Features: Equalizer, Shuffle & Repeat-Funktion
  • Preis: 99 Euro (Basisversionen 5 & 7)
  • Artikel & Hands-on-Video (IFA 2010)

Mit den ebook-Playern von Trekstore kommt eine Serie von 5- und 7-Zoll-Geräten auf den Markt, die Funktionen von E-Readern und Multimedia-Tablets kombinieren. Standardmäßig haben alle Modelle ein TFT-Display und können neben Texten auch Bilder darstellen sowie Musik abspielen. Die 5M & 7M-Version (M wie „Movie“) zeigen außerdem auch Videos. Für den elektronischen Lesestoff sorgt ein von Libreka belieferter E-Store. Auf WiFi muss man jedoch verzichten – der Content kommt nur via USB oder SD-Karte auf die “Abspielgeräte”. Multimedia geht natürlich auf Kosten der Akkuleistung – die Movie-Versionen halten acht Stunden durch, die Basisversion soll bis zu vierzig Stunden schaffen, was zumindest besser als ein herkömmliches Tablet wäre. Beim Lesekomfort gilt ähnlich wie bei allen hintergrundbeleuchteten LCD-Displays: die Augen können schneller ermüden, bei direktem Sonnenlicht sieht man nicht mehr viel. Die 7-Zoll-Basisversion ist im Media Markt bereits für 99 Euro zu haben, die “Movie”-Versionen sollen in den nächsten Wochen für 149 Euro in den Handel kommen. Wer vor allem ein günstiges Multimedia-Abspielgerät für unterwegs sucht, liegt hier wohl richtig. Wer hauptsächlich mobil lesen will, sollte sich den Kauf gut überlegen.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

3 Gedanken zu „Wünsch‘ dir was: Aktuelle E-Reader-Marktübersicht von Hi-End bis Low-Price“

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    meiner Recherche zufolge können mittels DRM geschützte PDF und ePub-Dateien nicht auf iPad, iPhone und iPod Touch gelesen werden.
    DRM-freie eBooks können jedoch gelesen werden.

    Aus welcher Quelle stammen Ihre Informationen?

    Viele Grüße,

    Dominik Peters

    1. Lieber Herr Peters,

      es kommt auf die jeweilige App an – einfach so geht es tatsächlich nicht. Wenn sie eine gültige Adobe-ID haben, können sie DRM-geschützte Dateien aber etwa mit der txtr-App oder dem neuen Bluefire Reader lesen. Im Fall von txtr laden sie das betreffende epub bzw. PDF vom lokalen Rechner auf ihr txtr-Account hoch, von da aus kann dann die App darauf zugreifen. Bei Bluefire geht’s noch direkter – sie können iTunes zur Synchronisierung nutzen oder sich die Datei per Mail zuschicken und das Attachment im Mailprogramm des iPads dann über Bluefire öffnen. Auf diese Weise können sie übrigens auch DRM-geschützte E-Books lesen, die sie vom Server einer öffentlichen Bibliothek heruntergeladen haben (Stichwort „Onleihe“). Ich nutze diese Möglichkeit vor allem für die PDF-Versionen von Fachbüchern – auf dem iPad-Display lassen sie sich im Hochformat ganz hervorragend lesen…

      Beste Grüße,

      Ansgar Warner

  2. Pingback: newstube.de

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