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Wünsch’ dir was: Aktuelle Marktübersicht E-Reader & Lese-Tablets

25 Nov 2011 3 Kommentare

Wer elektronische Lesegeräte verschenken will, hat in der Weihnachtssaison 2011 die Qual der Wahl: soll es ein Multifunktions-Tablet sein, ein drahtloser E-Ink-Reader oder das simple LCD-Schnäppchen? E-Book-News hat zehn interessante Kandidaten unter die Lupe genommen. Erfreulich ist der deutliche Preisrutsch im Vergleich zur letzten Weihnachtssaison: die meisten E-Ink-Reader mit Touch-Screen und WiFi gibt’s bereits unter 150 Euro, mit dem Kindle 4 hat ein High-End-Reader sogar schon die 100 Euro-Marke geknackt. Was noch fehlt, sind leistungsfähige Lese-Tablets – die Android-Geräte von Amazon, Kobo oder Barnes&Noble sind in Deutschland noch nicht lieferbar. Bleiben also vorerst nur deutsche Low-Cost-Alternativen wie das Liro Color oder das Weltbild-Tablet.

Zehn E-Reader & Tablets ab 59 Euro

Das Angebot wird besser, die Auswahl noch etwas schwieriger als 2010. Denn bei E-Ink-Readern etabliert sich mit Touch-Screen, WiFi-Funktion und integriertem E-Store ein neuer Standard – und zwar bereits unterhalb von 150 Euro. Gerade gestartet sind der Kobo Touch und Sonys PRS-T1, noch im Rennen ist die WLAN/UMTS-Version des von Libri vermarkteten Acer LumiRead. Genauso wie der Ende November startende Oyo II von Thalia bietet das Gerät den direkten Draht zu mehr als hunderttausend aktuellen deutschen E-Books. Pocketbook hat sogar eine ganze Serie von drahtlos funkenden 6- und 9-Zoll-Geräten im Angebot. Ohne Touch-Screen, dafür aber mit einer bisher bei E-Ink-Displays ungekannten HD-Auflösung von 768×1024 Pixeln ist der iRiver Story HD, den KNV über den Buchhandel vermarktet. Germanys next Top-Modell in Sachen E-Ink bleibt aber wohl das Kindle 4, dessen Basisversion vom Preis-Leistungsverhältnis allen anderen in Deutschland erhältlichen E-Ink-Readern mehr als nur eine Nasenlänge voraus ist. Doch auch an der Niedrigstpreis-Front gab es Bewegung: neben einem Low-Cost-Tablet mit Android 2.3 prescht Weltbild erneut mit einem LCD-Schnäppchen aus dem Hause Trekstor voran. Die 100-Euro-Marke geknackt hat aber auch der über den Buchhandel vertriebene sieben Zoller Liro Color, ebenfalls ein Trekstor-Gerät.

Pocketbook Pro 603 (UMTS Version)


Das Pocketbook Pro 603 hat dank integriertem E-Store den direkten Draht zum E-Book-Angebot von Libri.de – sowohl via WLAN wie über 3G/UMTS. Gleiches gilt für die Neun-Zoll-Variante (903 Pro). Bedient wird das Pocketbook via Touch-Screen, wahlweise mit den Fingern oder mit einem Eingabestift. Wichtigste Features sind eine personalisierbare Startoberfläche mit Widgets, Text-to-Speech sowie die Wörterbuchfunktion. Neben einer Kopfhörerbuchse verfügt das Gerät auch über externe Lautsprecher. Vom Look&Feel her schlägt die Pocketbook-Pro-Reihe die Brücke zwischen E-Readern und Tablets. Einziges Manko ist der Preis: als eines der letzten Modelle liegt selbst die 6-Zoll-Variante noch knapp oberhalb von 200 Euro.

Weltbild-Tablet (Cat Nova)

  • Display: 8 Zoll Farbdisplay, 800 x 600 Pixel , Multitouch kapazitiv
  • E-Book Formate: epub, PDF, Kindle (via Kindle-App)
  • Gewicht: 500 Gramm
  • Features: 2 Kameras (vorn 1,3, hinten 2,0 MP), G-Sensor, GPS-Modul
  • Preis: 159 Euro (Weltbild)
  • Vollständigen Testbericht lesen

Das Weltbild-Tablet wird ganz bewusst nicht als Lesegerät beworben – auf dem kapazitiven Touch-Screen ist alles möglich, neben E-Books, Musik oder Video auch Games. Der 8-Zoller darf nämlich ein vollwertiges Android-Tablet gelten, das via WiFi drahtlosen Zugriff auf mehr als 100.000 Apps im Android Marketplace hat. Doch die Design-Kompromisse des Low-Price-Gerätes sind auch nicht zu übersehen. So ist etwa das Gewicht etwas hoch, die Akkulaufzeit mit sechs bis acht Stunden etwas niedrig, die WLAN-Verbindung nicht besonders leistungsfähig. Dafür läuft aber Android 2.3 recht stabil und flüssig, so dass man statt E-Books zu lesen auch mal im Web surfen, E-Mails checken oder Angry Birds spielen kann.

Sony Reader PRS-T1


Zum Weihnachtsgeschäft hat Sony der Reader Touch-Edition den direkten Draht ins Internet verpasst – der neue Sony PRS-T1 ist jetzt WiFi-fähig. Schade nur, dass der Sony Reader Store in Deutschland noch nicht gestartet ist, das komfortable E-Book-Shoppen im integrierten E-Store muss somit leider vorerst entfallen. Ansonsten erwartet den Nutzer bewährte Sony-Qualität, vom kontraststarken Pearl-E-Ink-Display bis zum flinken Touch-Screen. Dank Audiofunktion und Kopfhörerbuchse ist der PRS-T1 auch ein perfekter Hörbuch-Player. Erfreulich klingt zudem der Preis, mit 149 Euro ist das Gerät deutlich günstiger geworden. Gespart hat Sony allerdings beim Gehäuse – statt wertigem Aluminium hat man nun Hochglanz-Plastik in der Hand. Lieferbar ist das PRS-T1 in den Farben Schwarz, Weiß und Rot.

iRiver Story HD (WLAN-Version)

  • Display: 6 Zoll E-Ink-Display (768×1024 Pixel), 16 Graustufen
  • Unterstützte E-Book Formate: epub, PDF (DRM), etc.
  • Gewicht: 207 Gramm
  • Features: Qwertz-Tastatur
  • Preis: 149 Euro (buecher.de)
  • Weiterlesen im E-Book-News-Artikel

Ganz oben auf der Einkaufs-Liste vieler Kunden dürfte in den nächsten Wochen der iRiver Story HD stehen. Nicht umsonst hat dieser Reader das Kürzel „HD“ im Namen – mit einer Auflösung von 768 x 1024 Pixeln stellt das E-Ink-Display des neuen 6-Zollers alle anderen Geräte in den Schatten. Mit knapp 200 Gramm ist dieser E-Reader zudem spürbar leichter als viele Konkurrenzprodukte. Auch bei der Performance werden neue Maßstäbe gesetzt: mit einer Akkuladung sollen 6 Wochen Betriebsdauer bzw. 14.000 Seitenwechsel drin sein. Klingt nach einem High Potential: In den USA wählte der Suchmaschinen-Riese nicht umsonst den iRiver Story HD als erste Hardware-Plattform für den cloudbasierten Google eBookStore aus. Hierzulande sorgt Libreka für den Content. Kaufen kann man den iRiver Story HD ab Mitte November in der Buchhandlung an der Ecke, und zwar zum Preis von 139 Euro. Dafür sorgt Deutschland wichtigster Buchgroßhändler Koch, Neff & Volckmar (KNV).

Kobo Touch (WLAN-Version)


Touch-Screen plus WiFi wird zum neuen Standard für E-Reader. Kobos kompaktes neues 6-Zoll-Gerät bringt aber noch eine Reihe weiterer interessanter Features mit: neben der Syncing-Fähigkeit zwischen Kobo-App und Kobo-Reader gehört dazu die „Reading Life“-App, mit der sich die persönliche Leseleitung visuell auswerten lässt. Optisch kommt der Kobo Touch wie ein Tablet daher – bis auf den Home-Button sind alle Bedienelemente auf das Display gewandert. Wie bei Kobo üblich ist nicht nur das Gehäuse sorgfältig designt, sondern auch die grafische Menüführung wirklich was für’s Auge. Für 129 Euro ist Kobos neues Lesegerät seit Mitte November in Deutschland lieferbar — zur Zeit ausschließlich über den Elektronik-Discounter Redcoon.

Acer LumiRead (UMTS-Version)


Der Acer LumiRead mit UMTS-Funktion ist die De-Luxe-Variante des von Libri seit Ende 2010 angebotenen E-Readers. Der integrierte E-Store funktioniert somit auch außerhalb von WLAN-Hotspots, genauso natürlich der integrierte Web-Browser. Vom Äußeren her erinnert der LumiRead an das Kindle 3 – vor allem wegen der vollwertigen Qwertz-Tastatur unter dem Display. Das 250 Gramm schwere Gerät liegt dank Griffprofil auf der Rückseite gut in der Hand, Umblättern ist für Rechts- wie Linkshänder dank Tasten an beiden Seiten äußerst bequem. Ähnlich wie das Kindle hat der LumiRead externe Lautsprecher und zusätzlich auf der Rückseite einen Lautstärkeregler. Der Kontrast des E-Ink-Displays liegt irgendwo zwischen dem Oyo und dem Kindle 3. Als besonderes Feature bringt der LumiRead einen Barcode-Scanner mit – so lassen sich die ISBN-Strichcodes von Büchern einlesen und ggf. die E-Book-Versionen online bestellen. Für 119 Euro bekommt man ein solides Gerät mit gutem Kontrast und hat zudem überall den direkten Draht zum deutschsprachigen Content.

Oyo II (WLAN-Version)


Oyo II heißt Thalias neuester E-Reader und kommt mit E-Ink-Display, Touch-Screen und WLAN. Mit dem intuitiv bedienbaren 6-Zoll-Gerät setzt Deutschlands zweitgrößte Buchhandelskette auf Multichannel: Bücher überall und jederzeit – nämlich über den integrierten E-Store. Dank dem systemoffenen epub-Format können Oyo-Besitzer jedoch auch anderswo shoppen. Gehäuse-Design und grafisch schön gestaltete Benutzeroberfläche machen Lust auf’s elektronische Lesen, egal ob epub oder PDF. Die meisten Funktionen – inklusive Umblättern – steuert man mit dem Finger auf dem Display. Fiel bisher der Kontrast des E-Ink-Displays gegenüber Sony, Kindle & Co. etwas ab, so soll der Lesekomfort beim Oyo II dank des SiPix-Displays der 2. Generation um einiges besser sein. Offizieller Verkausstart ist der 29. November 2011.

Amazon Kindle 4 (WLAN-Version)


Das Kindle 4 ist nicht nur preislich reduziert, auch Maße und Gewicht sind im Vergleich zu vorherigen Versionen deutlich verschlankt worden. Besonders auffällig: es gibt kein externes Keyboard mehr. Während in den USA bereits eine Touch-Screen-Variante auf dem Markt ist, gibt es hierzulande nur das Basis-Modell mit normalen Tasten. Das Display des Kindle 4 bietet den bewährten Konstrast von Pearl-E-Ink. Die E-Book-Ansicht lässt sich weitestgehend den eigenen Wünschen anpassen – neben Schriftgröße und Fontart kann man auch die Spaltenbreite und den Zeilenabstand wählen. Das Kindle 4 glänzt als erstes Lesegerät aus dem Hause Amazon mit deutschsprachiger Menüführung. Deutsschprachiger Content ist seit dem Start des deutschen Kindle-Stores im Sommer 2011 ebenfalls verfügbar. Nur eins kann das Kindle immer noch nicht: epub-Dateien öffnen – Amazon setzt auf einen eigenen E-Book-Standard. Dafür bekommt man zum Preis von 99 Euro den qualititativ wohl besten WiFi-Reader weit und breit.

Liro Color


Die Buchbranche gerät ins Tablet-Fieber: mit dem Liro Color präsentiert die Börsenvereins-Tochter MVB in Kooperation mit Trekstor einen WiFi-Reader mit Farb-LCD und Touch-Screen. Das zum Preis von 99 Euro exklusiv über Buchhandlungen vertriebene Gerät sieht aus wie eine Low-Cost-Version des Nook Color – und tatsächlich verbirgt sich hinter dem von Trekstor produzierten 7-Zoller ein Android-Betriebssystem. Der integrierte E-Store speist sich aus dem Angebot des MVB-Portals Libreka. Kaufen kann man den Liro Color in der Buchhandlung vor Ort oder auf dem Webportal einzelner Buchhandlungen (z.B. Osiander.de). Ähnlich wie bei Libri bekommen die Buchhändler für jedes via Reader geshoppte E-Book eine Provision – man kann also elektronisch lesen und trotzdem etwas für den „local dealer“ tun.

Trekstor eBook Reader 3.0


Trekstors eBook Player 3.0 ist etwas leichter und schmaler als die Vorgängerversionen (eBook Player 7/7m), ansonsten aber baugleich. Besonders durch den Preis von nur 59 Euro machte der sieben Zoller mit farbigem LCD-Display im Herbst 2011 auf sich aufmerksam. Für den elektronischen Lesestoff sorgt ein von Libreka belieferter E-Store. Auf WiFi muss man jedoch verzichten – der Content kommt nur via USB oder SD-Karte auf das Gerät. Filme abspielen wie beim eBook Player 7m kann man auf der Basisversion des eBook Player 3.0 nicht. Multimedia geht ohnehin zu Lasten der Ausdauer – doch auch im reinen Lesebetrieb hält der Akku des eBook Player 3.0 maximal sechs bis acht Stunden durch. Beim Lesekomfort gilt ähnlich wie bei allen hintergrundbeleuchteten LCD-Displays: die Augen können schneller ermüden, bei direktem Sonnenlicht sieht man nicht mehr viel. Wer hauptsächlich mobil lesen will, sollte sich den Kauf der neuen Version eBook Player 3.0 trotz des niedrigen Preises gut überlegen.

Autor&Copyright: Ansgar Warner

Abb. oben: Flickr/dogboneart

3 Kommentare »

  • bxx schrieb:

    Hallo,

    vor längerer Zeit waren auch mal Reader mit Kunststoff-Display (z.B.von Pocketbook) im Gespräch, allerdings ist es merklich still geworden. Nachdem ich mittlerweile 2 Glas-Displays auf dem Gewissen habe kommt mir nur noch ein Kunststoff-Display ins Haus :-(

    Weiß jemand, ob und wann mit so einem Gerät zu rechnen ist?

    MfG bxx

  • Walfischbucht schrieb:

    Ich war erst heute wieder drüber gestolpert, nachdem ich die Ankündigung vor einiger Zeit mit Interesse gesehen hatte:

    Es lohnt jedenfalls auch ein Blick auf den neuen Bookeen “Cybook Odyssey”, z.B. hier: http://bookeen.com/blog/ und hier: http://www.bookeen.com/shop/europe/index.php/cybook-odyssey-black.html

  • Marco De Micheli, Redaktor HR Blog schrieb:

    Von der Lesbarkeit und dem Gewicht her überzeugt mich der Acer LumiRead. Das WLAN ermöglicht einen Internetzugang, ein Browser ist auf dem Gerät vorhanden. Ich nutze dies um mal in der Zeitung zu blättern. Hier der Hinweis, das Gerät ist als E-Book-Reader konzipiert und nicht als Netbook: der Seitenaufbau ist recht schnell aber das Weiterklicken gestaltet sich umständlich.