Home » E-Comics

Wormworld-Saga geht weiter: zweites Kapitel des Webcomics jetzt online

29 Dez 2011 Ansgar Warner 0 Kommentare

Fast eine Million Besucher in den letzten 12 Monaten machen Wormworld-Saga zum erfolgreichsten Webcomic Deutschlands – der ungewöhnlichste ist er ohnehin schon: denn WWS-Zeichner Daniel Lieske setzt auf das Prinzip der „unendlichen Leinwand“, die digitale Bildergeschichte lässt sich komplett durchscrollen. Am ersten Weihnachtstag ist nun das lange erwartete zweite Kapitel erschienen: in „Die Reise beginnt“ tritt der Held der Geschichte durch ein Gemälde in die titelgebende Fantasiewelt ein. Zeichnerisch ist der Webcomic deutlich am Manga-Stil geschult, aber auch an hochwertiger Videospiel-Ästhetik. Neben einer deutschen Version gibt es zahlreiche Übersetzungen. Die Web-Version von Wormworldsaga finanziert sich über Spenden aus der Community und ist frei zugänglich, in der vor kurzem gestarteten iPad-App kostet jedes Kapitel 2,99 Euro. Dafür werden die In-App-Shopper allerdings auch mit einigen Extras belohnt.

Wormworld-Saga setzt auf internationales Publikum

„It’s been an unbelievable year for me. The Wormworld Saga Digital Graphic Novel started exactly a year ago and from that moment on it was a constant ride of surprises, disbelief, excitement, and a lot of hard work“, schreibt der Gütersloher Computerspiel-Gestalter und Zeichner auf seinem Blog. Was als Self-Publishing-Experiment begann, hat mittlerweile zum Sprung in die Selbständigkeit geführt, denn Daniel Lieske arbeitet jetzt full time an Wormworldsaga. Für die Fans könnte das vor allem bedeuten, dass sie nicht noch einmal 12 Monate auf das nächste Kapitel warten müssen – die Fertigstellung von Kapitel 2 hat unter den verbesserten Arbeitsbedingungen nämlich nur 3 Monate gedauert. Neben der grafischen Arbeit kann Lieske sich eine äußerst erfolgreich verlaufene Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung der Wormworld-Saga-App auf die Fahnen schreiben – die Sammelaktion auf der US-Plattform Kickstarter brachte 23.000 Dollar. Auch in diesem Fall machte sich eine strategische Entscheidung bezahlt – Wormworldsaga setzte von Anfang an auf ein internationales Publikum, bereits das erste Kapitel erschien parallel auf deutsch und englisch. Inzwischen gibt es mit Unterstützung aus der Community schon ein knappes Dutzend Sprachversionen.

Print-Version erscheint bei Tokyopop

Wie bei anderen erfolgreichen Webcomics garantiert auch bei Worwormldsaga die kostenlose englische Web-Version eine möglichst weltweite Reichweite, während die eigentliche Monetarisierung auf anderen Ebenen stattfindet. Neben Spenden via flattr, PayPal oder Kachingle kann man im „Printshop“ etwa handsignierte Digitaldrucke erwerben. Die iPad-App ermöglicht neben dem Kauf einzelner Kapitel auch noch ein spezielles Upgrade, das den Zugang zu Autorkommentaren sowie exklusiven Artwork- und Making-of-Inhalten freigibt. Eine besondere Herausforderung für den Zeichner dürfte die angekündigte Papierversion der Wormworld-Saga werden, die beim Manga-Spezialisten Tokyopop erscheinen soll. Denn auf dem Bildschirm gehen die einzelnen Szenen getreu dem Prinzip der „infinite canvas“ nahtlos ineinander über. Doch für die Verwertung des Comics dürfte die gedruckte Fassung letztlich wohl genauso wichtig werden wie die App, zumal gerade die englische Version hohe Auflagen erlaubt. Wie gut das funktioniert, haben zuletzt Beispiele wie etwa Zahra’s Paradise oder A.D. New Orleans after the Deluge gezeigt. Mit Wormworldsaga ist aber nun auch Deutschland in der globalen Champions League des Webcomics angekommen.

Abb.: Wormworldsaga.com

Comments are closed.