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Wirtschaftszahlen 2015: E-Books im Bereich Belletristik bei 13 Prozent Umsatzanteil

8 Jun 2016

buchmarkt-in-der-medienrevolutionDer Branchenumsatz ist zwar auf das Niveau von 2005 gesunken, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels freut sich aber trotzdem: trotz „gewaltiger Umbrüche und massiver Medienkonkurrenz“ sei der Umsatz damit „seit zehn Jahren stabil“. Markige Worte, doch bei der gestrigen Vorstellung der Wirtschaftszahlen für 2015 war das noch nicht mal das Zentrum des „Reality Distortion Fields“. Dort stand dann Börsenvereins-Chef Alexander Skipis — den tagesschau.de im Zusammenhang mit dem Thema Multichannel-Strategie so zitiert: „Ich würde sagen, dass reine Online-Händler wie Amazon, der ja nur einen digitalen Vertriebskanal bieten kann, ungefähr dort steht, wo wir vor zehn Jahren waren.“

Stationärer Buchhandel unter 50 Prozent

Manches war aber auch im Buchhandel vor zehn Jahren noch besser. Tatsächlich liegt im Branchenmixder stationäre Buchhandel bei früher unvorstellbar niedrigen 48 Prozent Umsatzanteil am derzeitigen Gesamtkuchen von 9,2 Milliarden Euro. Der klassische Versandbuchhandel ist gar auf 1 Prozent geschrumpft. Das Direktgeschäft der Verlage zusammen mit dem Internet-Buchhandel kommt dagegen auf beinahe 43 Prozent.

E-Books insgesamt bei 4,5 Prozent…

Und was ist mit den E-Books? Nun ja. Den Börsenvereins-Zahlen zufolge — die auf dem GfK Consumer Panel basieren — hat sich der Umsatzanteil (Belletristik, Ratgeber, Sachbuch, ohne Fach- und Schulbuch) bei sinkenden Durchschnittspreisen nur leicht von 4,3 auf 4,5 Prozent hochgearbeitet, die Zahl der E-Book-Leser soll gegenüber 2014 gar nicht zugenommen haben.

…aber im umsatzstarken Bereich Belletristik…

Der niedrige Umsatzanteil von E-Books hat auch damit zu tun, das elektronische Lektüre umsatzmäßig im Bereich Ratgeber & Sachbuch ziemlich schwächelt, fast 90 Prozent der digitalen Umsätze werden mit Belletristik erzielt. In dieser Warengruppe ist der E-Book-Anteil am Umsatz demgemäß deutlich höher.

…bereits bei 13 Prozent Marktanteil

Nimmt man die Börsenvereins-Zahlen als Basis, wurden 2015 mit E-Books etwa 414 Millionen Euro erwirtschaftet, davon ungefähr 370 Millionen Euro mit Belletristik-Titeln. Die Warengruppe Belletristik insgesamt kam 2015 auf einen Umsatzanteil von 31 Prozent, was etwa 2,7 Mrd Euro entspricht. Der E-Book-Anteil daran beträgt etwa 13 Prozent.