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“Wir machen grenzenloses Lesen möglich” – Thomas Kiessling, Telekom-CPIO im Interview

4 Mrz 2013 Ansgar Warner 1 Kommentar

“Wäre es nicht schön, wenn Bücher fliegen könnten?” -- nicht zufällig beginnt so der Werbetrailer für den neuen Tolino Shine. Eigentlicher Clou der neuen Partnerschaft zwischen Thalia, Weltbild &. Co mit der Deutschen Telekom ist nämlich ein kostenloser Cloud-Service -- die “TelekomCloud”, in der alle geshoppten E-Books automatisch gespeichert werden. Über zahlreiche Telekom-Hotspots, aber auch in den Buchhandlungen der Tolino-Allianz ist die Bibliothek in der Rechnerwolke jederzeit kostenlos verfügbar. E-Book-News sprach auf der Tolino-Launch-Pressekonferenz am 1. März mit Dr. Thomas Kiessling, dem Chief Product Innovation Officer (CPIO) der Deutschen Telekom.

E-Book-News:
Auf der einen Seite klassische Buchhändler, auf der anderen Seite ein Telekommunikationsunternehmen -- was war die Motivation für diese Allianz?
Thomas Kiessling:
Hier ergänzen sich eigentlich zwei Partner perfekt: weil unsere Kernkompetenz in der Technologie und in den Cloud-Systemen, in den Endsystemen liegt, um das grenzenlose Lesen möglich zu machen. Wir haben ja schon vor einigen Jahren begonnen, mit unserer PagePlace-Marke hier gute Erfahrungen zu sammeln, auf der anderen Seite sind unsere Vertriebspartner natürlich die Experten um Bücher und E-Reader vor allem auch vor Ort in ihren Buchhandlungen zu verkaufen.

EBN: Was ist der Vorteil der Kombination aus Tolino Shine und Telekom-Cloud?
TK:
Aus Kundensicht ist das natürlich ein klasse Leseerlebnis: wenn ich ein digitales Buch gekauft habe, über irgend einen Shop unserer Vertriebspartner, oder übrigens auch hochgeladen habe aus meinen eigenen Beständen, wird dieses automatisch in den Tolino geladen, sobald ich in einem Hotspot bin. Es gibt 11.000 Hotspots, die kostenlos verfügbar sind für Tolino-Leser, das produziert natürlich eine ganz einmalige Leseerfahrung.

EBN:
Wie kommen denn E-Books in die Cloud, die man schon vor dem Tolino-Start besessen hat?
TK:
Das einfachste ist das sogenannte Side-Loading. Das heißt dass sie vom Browser ihres PCs zum Beispiel das Buch einfach transferieren, entweder über ein USB-Kabel in den Tolino hinein, oder aber direkt in die Cloud. Das ist alles leicht möglich möglich, solange es sich um Standardformate handelt, nämlich insbesondere epub- und PDF-Formate.

EBN:
Was ist mit DRM-geschützten Inhalten?
TK:
Das geht sehr nutzerfreundlich. Sie verbinden den Tolino via USB-Kabel mit dem PC, der Tolino wird Adobe-DRM geschützte Inhalte identifizieren und fragen, ob Sie diese Inhalte in der Cloud speichern möchten.

EBN:
Die Telekom-Cloud gilt ja “lebenslänglich”. Aber wieviel Platz ist denn vorhanden?
TK:
Für digitale Inhalte, die man von den Vertriebspartnern kauft, ist der Speicherplatz unlimitiert. Wenn Sie aber Ihre persönliche digitale Bibliothek in die TC transferieren, dann limitieren wir das auf 25 Gigabyte. Aber niemand wird die 25 Gigabyte [mit Büchern] jemals erreichen.

EBN:
Die Tolino-Allianz kommt insgesamt auf 1.500 Filialen -- etwa die Hälfte davon sind Telekom-Shops. Welche Rolle spielen die in Sachen E-Reading?
TK:
Wir verkaufen den Tolino Shine auch in unseren Telekom-Shops. Wir bieten dort aber natürlich auch andere Cloud-Dienste an, z.B. TV, oder unser Mediencenter, und auch Smartphones, die alle cloudfähig sind. Deswegen glaube ich, dass die Kunden auch in einen Telekom-Shop gehen, um sich beraten zu lassen, um vernetzten Leben und Arbeiten zu erfahren, und in diesem Fall eben digitale Bücher und unbegrenztes Lesen.

EBN:
Wo sehen Sie das zukünftige Potential der TelekomCloud?
TK:
Hier sind die Anwendungen fast grenzenlos. Stellen Sie sich vor, sie haben Ihre Bilder, Videos, das gesamte Merchandizing um ein Produkt herum, und Sie können das in der Cloud speichern. Das ist jetzt nicht sofort ab Anfang verfügbar, aber das ist natürlich unsere Produkt-Roadmap. Da kann man sich dann vorstellen, dass multimediale Inhalte, insbesondere Videos, auch Spiele, zu einem einheitlichen Angebot ausgebaut werden.

Abb.: Deutsche Telekom (c)

Ein Kommentar »

  • Uwe schrieb:

    Hallo,
    wer seine Bücher nicht in der Cloud haben will, ist dann da falsch oder?
    Meine Cloud ist meine externe Festplatte.
    Und meine Daten und Bücher gehören mir.
    lg