Windows 10 wird bibliophil: Microsoft will (wieder) E-Books verkaufen

windows-10-ebook-storeGoogle machts, Apple machts, Amazon sowieso, warum nicht auch Microsoft? Nach vielen Jahren Abstinenz will der Software-Riese offenbar wieder in das Geschäft mit E-Books einsteigen — der Windows Store soll Brancheninsidern zufolge demnächst um die entsprechende Content-Schiene erweitert werden.

Kauft man dort statt App, Game oder Audio-File ein elektronisches Buch, kann man es im Anschluss direkt im Windows-Browser Edge öffnen — denn der wurde erst kürzlich um eine native Unterstützung für das epub-Format erweitert. Eine eigenständige E-Book-App für Windows 10 dagegen scheint bisher nicht in Sicht zu sein.

Erste exklusive Previews wurden nur im Rahmen von Windows 10 Mobile für ausgewählte Beta-Tester freigegeben, doch das E-Book-Store-Feature soll beim offiziellen Start dann ebenfalls für PC und Tablets verfügbar sein.

Große Hoffnungen, nun den E-Book-Markt aufzurollen, dürfte man sich bei Microsoft wohl nicht machen, dafür ist Amazon ganz einfach zu mächtig. Außerdem sind die Redmonder schon mal von den Kindle-Erfindern abgehängt worden. Denn zu Beginn des Milleniums gehörte Microsoft zu den E-Book-Pionieren. Zusammen mit Barnes & Noble wurde im Jahr 2000 das dem späteren epub-Standard ähnliche .lit-Format und die E-Reading Software MS Reader auf den Markt gebracht. Der Kindle-Boom machte das Format jedoch bald obsolet, auch ein Windows-E-Reader kam nie auf den Markt. 2012 stellte Microsoft schließlich die Unterstützung für MS Reader ein.

(via Digital Reader & PC World)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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