Home » E-Book-Reader

Werbung auf dem Kindle: Gesponserte Screensaver senken Gerätepreis

13 Apr 2011

werbung-auf-kindleAmazon entdeckt das Kindle als Werbefläche: Käufer können sich zukünftig für eine preislich leicht gesenkte „Special Offer“-Version des E-Readers entscheiden – statt 139 Dollar sinkt der Preis auf 114 Dollar (ca. 78 Euro). Dafür zeigt das Display dann im Ruhezustand gesponserte Screensaver-Bilder von Anzeigenkunden. Auch auf der Unterseite des Hauptmenus wird es kleine Werbeeinblendungen geben. Das werbefinanzierte Sonderangebot richtet sich vorerst nur an US-Kunden und gilt nur für die WiFi-Variante des Kindle 3.

Im Kindle-Store warten weitere Sonderangebote

Millionen Kindles sind in den USA bereits im Umlauf – mit Amazons neuestem Angebot könnte ihre Zahl weiter zunehmen. Schon vor einiger Zeit hatte Amazon darüber nachgedacht, Premium-Kunden mit kostenlosen E-Readern auszustatten. Die „Special Offer“-Variante wendet sich dagegen werbewirksam an das breite Publikum. Zumal „Special Offer“ hier eben im doppelten Sinne gilt. Denn die Käufer des Reklame-Kindles werden auch mit weiteren Sonderangeboten gelockt, etwa vergünstigten Geschenk-Gutscheinen oder Musik- und Hörspiel-Downloads.

Beim Anzeigen-Design bestimmt der Kunde mit

Wie man es von Amazon gewohnt ist, werden die Kunden bei der Optimierung des Angebots aktiv mit einbezogen. Über das Design der Werbeeinblendungen etwa darf die Kindle-Gemeinde mitbestimmen. Mit der neuen „AdMash“-App können Kindle-Nutzer nämlich über potentielle Kandidaten für gesponserte Screensaver abstimmen. Doch auch was auf dem invividuellen Display erscheint, lässt sich in gewissem Maße beeinflussen. Auf der persönlichen „Manage my Kindle“-Webpage kann man bestimmte Themenbereiche auswählen. Auch diese Informationen fließen wiederum in die allgemeine Optimierung des Sponsoring-Modells.

E-Books selbst bleiben vorerst noch werbefrei

US-Kunden können den „Special-Offer“-Kindle bereits vorbestellen, die Auslieferung beginnt am 3. Mai. Zu den ersten Werbekunden gehören Finanzdienstleister wie Visa und Chase, aber auch etwa das Kosmetikunternehmen Olay und der Autohersteller Buick. Das Leseerlebnis selbst bleibt ungestört: Die Kindle-E-Books sind auch weiterhin werbefrei, betont Amazon. Zumindest vorläufig. Denn das Unternehmen hat sich bereits eine Verfahren patentieren lassen, um innerhalb von E-Book-Texten kontextsensitive Werbung schalten zu können. Alles, was noch fehlt, ist die Akzeptanz beim Leser. Doch die liesse sich ja wahrscheinlich auch in diesem Fall durch „Special Offers“ gewinnen, sprich: durch besonders günstige Buchpreise.