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Weniger ist mehr: E-Book-Boutique Minimore setzt auf handverlesene Titelauswahl

26 Mrz 2014 1 Kommentar

“Thrilling, handpicked, no drm” – unter diesem Motto ging Mitte März ein E-Store der besonderen Art an den Start: Minimore versteht sich als Online-Boutique für schöne elektronische Literatur, etwa von kleinen, geilen Berliner Verlagen wie Mikrotext, Frohmann oder SuKuLTuR. Unter letzterer Adresse firmieren nicht zufällig auch die Minimore-Macher Marc Degens, Torsten Franz und Frank Maleu. “Seit vier Jahren veröffentlichen wir im SuKultuR Verlag schon E-Books”, so Maleu. Mittlerweile würden überhaupt immer mehr innovative E-Book-Verlage entstehen, doch für alle bestehe das Problem der Sichtbarkeit: “Auf den großen Verkaufsplattformen gehen diese E-Books in der Masse oft unter”.

Jenseits von Bestsellern & Buchsupermärkten

Ähnlich wie Indie-Bookstores à la Ocelot bewegt sich Minimore deswegen bewusst jenseits der Bestseller-Hysterie, und setzt statt dessen auf gut gemachtes Design und individuelle, handverlesene Titelauswahl. Schon alleine der Blick auf einige Cover der bisher knapp hundert Titel hebt sich angenehm vom Einerlei der großen E-Book-Supermärkte ab: da ist z.B. “Strobo” von Techno-Blogger Airen (Sukultur), der Erzählband “Wir schießen Gummibänder zu den Sternen” von Stefan Beuse (CulturBooks) oder “Bescheiden aber auch ein bisschen göttlich”, eine Sammlung goldener Tweets von @Anousch (Frohmann Verlag). Überhaupt sind mehr als ein Dutzend Titel bei Minimore Twitteratur-Sampler, siehe die Programm-Kategorie “Tweets”

SuKultur setzt auf clevere Distributions-Alternativen

Auch wenn es im Minimore-Programm durchaus längere Texte gibt (beim Durchscrollen entdeckte ich etwa die E-Book-Neuauflage von Albert Vigoleis Thelens wunderbarem Roman “Der Magische Rand”), so sind literarische Kurzstrecken doch das eigentliche Spezialgebiet von Degens, Franz und Maleu, ebenso das Aufspüren neuer Wege zur cleveren Distribution: die schmalen gelben Leseheftchen von SuKultur begegnen dem Bahnhofsbesucher auch mitten in Berlin, Köln oder Leipzig als kulturelle Konterbande in Süßwarenautomaten. Für ein Euro pro Stück wurden auf diese Weise seit 2003 schon mehr als 80.000 Bände der Reihe “Schöner Lesen” verkauft – ganz ohne Amazon, aber auch ganz ohne Weltbild oder Thalia. Das klassische DIN A 6 – Reclam-Format entspricht ja ungefähr der Displaygröße von Smartphones, auch deshalb wohl kein Wunder, dass der Vertrieb der su(b)kulturellen Variante elektronisch genauso gut klappt…

Abb.: Screenshot

Ein Kommentar »

  • Norbert Schering schrieb:

    Hallo, vielleicht von Interesse. Mit bookpost.de keine eBook-Preisaktion mehr verpassen ist das Motto. Sind seit 5 Wochen online. Verlage und Autoren mailen uns ihre Aktionen. Abonnenten erhalten Mails mit Aktionen ihrer Genre-Auswahl und in den Zeitabständen, die sie gewählt haben.

    Viele Grüße