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Weniger als ein Cent pro Seite: Aldi Nord bietet Taschenbücher günstiger als E-Books an

23 Okt 2017

aldilit-fuer-einen-cent-pro-seiteRichtige Bücher, in aedibus aldi? Ja, so etwas gibt es. Denn dass der Discounter in Norddeutschland Billigst-Taschenbücher in Kooperation mit dem Kölner Nebenmarkt- & Modernes Antiquariat-Spezialisten Editionnova anbietet, ist nichts völlig neues. Die Preise sind aber auch bei der aktuellen Aktion ein Hingucker: 1,99 Euro kosteten letzte Woche Titel wie David Baldaccis „Das Geschenk“, Klaus Seibels „Zehntausend Augen“ oder Utta Danellas „Schwarzer Spiegel“. Und damit in den meisten Fällen sogar deutlich weniger als die regulären E-Book-Ausgaben.

Sonderausgaben von Backlist-Titeln

Machbar ist das natürlich nur durch zwei Faktoren: es sind extra neu gelayoutete und mit neuem Cover versehene Sonderausgaben von Backlist-Titeln, die über das Vertriebsnetz von Aldi Nord in hoher Auflage verramscht werden. „Unsere Kunden sind Filialisten aus dem Food- und Nonfood-Bereich, Großhändler und Distributoren“, heißt es denn auch auf der Website von Editionnova, zum Thema Content spricht das Unternehmen von „Partnern in der Verlagswelt, von denen wir einzelne Titel oder ganze Reihen lizensieren“.

Kein Verstoß gegen die Preisbindung?

In diesem Fall sind es meist Titel von Bastei Lübbe, Goldmann oder Droemer Knaur, die Gesamtauflage soll bei 210.000 Exemplaren liegen. Den meisten Titeln ist diesmal zudem eins gemeinsam: die regulären Taschenbuchausgaben sind im Handel vergriffen. Damit wollen Aldi Nord und Editionnova offenbar vermeiden, erneut wegen Verstößen gegen die Buchpreisbindung verklagt zu werden. Interessante Fußnote: Zumindest bei einem Titel wäre das theoretisch immer noch möglich — Klaus Seibels Thriller „Zehntausend Augen“ ist nämlich auch weiterhin im Buchhandel als Taschenbuch lieferbar, allerdings nicht mehr als Verlagsversion, sondern als Self-Publishing-Titel in der Edition „Seibel Digital“, verlegt via Books On Demand.

(via Buchreport)