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„Welt, bleib wach“: Thalia positioniert sich neu als „Botschafter geistiger Nahrung“ & gegen Social-Media-Verblödung

20 Sep 2018

thalia-welt-bleib-wach-kampagne„Er rührte an den Schlaf der Welt mit Worten die Blitze waren“, so besang einst Ernst Busch den großen Erwecker Wladimir Iljitsch Lenin. Auch Michael Busch, Geschäftsführer von Thalia, möchte uns aufwecken: „Wir füllen unseren Geist mit hoch dosierten Nichtigkeiten“, ließ er diese Woche auf der Thalia-Kampagnen-PK verkünden, und stellte die Diagnose: „Wir werden langsam müde.“ Als Panacee gegen „Posten, liken, sharen“ und „immer online, immer schneller, immer an der Oberfläche“ will nun Deutschlands große Buchhandelskette mit ihrem traditionellen Content in die Bresche springen: die Buchhandlung als „Treffpunkt in der Nähe“ soll als „Botschafter geistiger Nahrung“ vor Ort „populäres mit Niveau“ anbieten, in neuem Design zumal.

Multichannel-Kampagne soll aufrütteln

Der optische und slogantechnische Relaunch von Thalia läuft unter dem Motto „Welt, bleib wach“. Den Latte Macchiato zum Buch denken wir uns jetzt mal dazu. Bevor die ersten umgebauten Filialen in Hagen, Düsseldorf und Leipzig ihre Pforten öffnen, werden die Kunden mit einer großangelegten (Thalia-typisch natürlich: Multichannel-)Kampagne auf die Neu-Positionierung eingestimmt. Flotte Sprüche wie „Donald Trump liest nicht gern“, „Die Welt hat mehr Geheimnisse, als Siri kennt“ oder „Fantasie lernt man in keinem Youtube-Tutorial“ werden uns also auf Schritt und Tritt im medialen Strom wie auch auf Plakaten im öffentliche Raum begegnen.

„Lesen darf kein Luxushobby werden“

Dazu werden bewährte Thalia-Konzepte ausgebaut, etwa die Lese-Emfpfehlungen der Buchhandler. Ergänzt durch Leser, Autoren , Blogger und Journalisten wird nun in thematisch abgegrenzen Bereichen „kuratiert“, wobei auch auf den Promi-Faktor gesetzt wird — als Buch-Botschafter fungieren so etwa Hape Kerkeling und Sebastian Fitzek. Angesichts der Tatsache, dass laut Börsenvereins-Studien die Zahl der Leser respektive Buchkäufer zuletzt deutlich geschrumpft ist, kann man solche Weckrufe natürlich nur willkommen heißen. „Lesen darf kein Luxushobby des Bildungsbürgertums“ werden, postulieren Busch und sein Team — ja, genau darum geht es. Thalias Kampagne ist damit eigentlich schon eine Branchenkampagne.

(via Presseportal & boersenblatt)