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Web-App statt E-Reader: Google Editions startet im Juli Direkt-Verkauf von E-Books

5 Mai 2010

Google Editions E-Book als Web-App bild_pixelio_danyba.gifVon Google Books zu Google Editions ist es nicht mehr weit: ab Juli wird der Suchmaschinen-Riese nun auch zum Global Player im E-Book-Business – und verkauft elektronische Lektüre im Web. Gelesen werden Google E-Books vor allem im Browser. Jedes internetfähige Gerät wird damit zum E-Reader. Besondere Schnäppchen dürfen deutsche Leser allerdings nicht erwarten, denn Google wird sich an die deutsche Buchpreisbindung halten.

E-Book als Mehrweg-Produkt: Neben der Web-Version gibt’s auch Sicherheitskopien im PDF-Format

Indirekt verkauft Google jetzt schon Bücher – denn schließlich verlinkt die Google Buchsuche direkt auf verschiedene Anbieter. Eine spezielle Shop-Suche ermöglicht zudem auch den virtuellen Einkauf zugunsten einer lokalen Buchhandlung. Spätestens ab Juli startet mit Google Editions nun aber auch der Direkt-Verkauf. Google-Manager Chris Palma kündigte den Zeitplan Anfang dieser Woche auf einem Forum der US-Verlagsbranche in New York an. Nicht zufällig hieß der betreffende Programmpunkt: „The Book on Google: Is the Future of Publishing in the Cloud?“ Denn bei Google Editions geht es um eine Web-Applikation – gelesen wird via Browser, die Daten selbst bleiben auf dem Google Server, bzw. für die Offline-Lektüre im Browser-Cache. Im Gegensatz zu Amazons Kindle App oder Apples iBooks könnten E-Books via Google Editon also mit jedem internetfähigen mobilen Endgerät genutzt werden. Bei der bloßen „Lizenz zum Online-Lesen“ bleibt es aber nicht: „Der Nutzer bekommt ein PDF des Buches als Sicherheitskopie, falls der Verlag möchte, DRM-geschützt. Die Sicherheitskopie kann der Käufer lokal auf seinem Rechner speichern“, versprach Google Buchsuche-Managerin Annabella Weisl Ende 2009 gegenüber Buchreport. Das dürfte nicht allein Besitzer von E-Readern freuen, die keinen integrierten Web-Browser haben.
Auch Datenschützern ist die reine Online-Lektüre zu recht nicht ganz geheuer.

Niedrige E-Book-Preise durch Bundling von Print & Digital?

Einige Details zu Google Editions wurden bereits im letzten Herbst bekannt, so wurde etwa angekündigt, zum Start würde es bereits 500.000 Titel in Google Online-Shop geben. Auch für deutsche Leser werden zahlreiche Titel verfügbar sein: schon Ende 2009 stand Google in Verhandlungen mit deutschen Verlagen. Für viele Anbieter ist die Beteiligung an Google Editions ziemlich einfach. Wenn ihre Bücher bereits bei Google lesbar sind, müssen sie lediglich noch einen „Ergänzungsvertrag“ zum laufenden “Partner-Programm” unterzeichnen. Wird ein Titel direkt bei Google Editons gekauft, streicht der Suchmaschinen-Riese 37 Prozent des Umsatzes ein, die restlichen 63 Prozent gehen an den Verlag. Normale E-Book-Versionen dürften dank Buchpreisbindung bei Google Editions nicht günstiger über den digitalen Ladentisch gehen als anderswo. Allerdings hätten die Verlage die Chance, via Google auch “Bundling” von E-Books & Print zu praktizieren. Die Kombination Hardcover bzw. Paperback plus E-Book könnte dabei einem vergleichsweise niedrigeren Gesamtpreis angeboten werden.

Bild: Pixelio/Danyba