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Was liest’n da!? Whatchareadin – eine Art abgespecktes Goodreads, unabhängig & auf deutsch

15 Mai 2014 2 Kommentare

Was liest’n da!? Gute Frage, auf dem E-Reader kann man’s ja mangels Cover gar nicht sehen. Trotzdem gut, dass es E-Book-Cover gibt, denn auf Social Reading-Plattformen kommen sie ganz groß raus, auch als persönliches Bücherbord, Stichwort: “Shelfie”. So läuft’s auch auf Whatchareadin.de – einer neuen, multimedialen Literaturplattform, optimiert für mobile Endgeräte. Doch natürlich geht’s nicht nur um das bloße Showing-Off: Das von Romanautor & Software-Entwickler Helmut Pöll gestartete Projekt soll vor allem auch das Reden über Literatur insgesamt für den schnellen Chat unterwegs kompatibel machen. Und das endlich auch mal unabhängig von großen Playern: “Mich hatte immer gestört, dass die namhaften Plattformen alle Konzernen gehören”, so der auch als IT-Berater arbeitende Münchner. “Deshalb habe ich jetzt selber eine gebaut”. Im Grunde genommen sei Whatchareadin “eine Art abgespecktes Goodreads auf deutsch”.

“Auf Whatchareading sollen alle Stimmen Gehör finden”

Eine feste Zielgruppe hat die Plattform nicht im Auge, alle Bookpeople sind willkommen: “Auf Whatchareadin sollen alle Stimmen Gehör finden, hauptsächlich Leser, aber auch Indie-Autoren, Blogger und kleine Verlage”. So bietet Whatchareadin etwa Autoren die Möglichkeit eine eigene Autorengruppe einzurichten. “Dort können sie Bücher vorstellen oder sich mit den eigenen Lesern austauschen”, erklärt Pöll. Das funktioniere “ähnlich komfortabel wie bei Facebook”. Buchinfos, Videos oder Hörproben lassen sich per Drag & Drop posten, wenn man die passende URL zur Hand hat. Grundsätzlich ist Whatchareadin nach zwei Prinzipien geordnet: es gibt ein nach Buchkategorien organisiertes allgemeines Forum, außerdem spezielle, nach Leserinteressen gebildete Gruppen. Außerdem kann man interessanten Whatchareadin-Teilnehmern folgen, um immer auf dem Laufenden zu bleiben und mit ihnen chatten. Wie die einzelnen Mitglieder so ticken, verrät ein Blick auf das jeweilige Bücherregal – wenn es in den Privacy-Einstellungen freigeschaltet wurde.

Promotion-Möglichkeiten für Indie-Autoren

Für (Indie-)Autoren besonders spannend sind die zahlreichen Promotion-Möglichkeiten – Autoren können nicht nur eigene Diskussionsgruppen zu ihren Büchern einrichten oder gemeinsame Leserunden veranstalten, sondern auch Buchpreisaktionen ankündigen, Gewinnspiele veranstalten oder Rezensionsexemplare verteilen. Letzlich hat Pöll damit genau die Plattform geschaffen, die er sich in seiner Doppelfunktion als Leser & Autor gewünscht hatte: “Eigentlich wollte ich nur zwei einfache Dinge. Einmal als Leser schöne neue Bücher finden und dann als Selfpublisher mehr Leser für mein Buch ‘Die Elefanten meines Bruders’ erreichen. Mit Internet, weil da alle sind”. Zehn Monate Arbeit stecken in Whatchareading, das Ergebnis kann sich sehen lassen, gerade weil auf allzuviel Bling-Bling und manches Nice-to-have verzichtet wurde. Ganz von den großen Konzernen ist Pöll jedoch nicht losgekommen, denn Whatchareadin nutzt die Katalogdaten von Amazon, dorthin verweisen auch die Kauflinks.

2 Kommentare »

  • Jürgen schrieb:

    Deutsche Literatur und der Titel: “Wuatschhariedink”. Bin ich der Einzige, der das nur noch doof findet?
    Oder ist Denglish-Bashing nicht mehr in?

  • Ansgar Warner (author) schrieb:

    Also die Domain wattliestnda.de ist jedenfalls noch frei :-)