WamS kriegt den Flash: Springers Flaggschiff „Welt am Sonntag“ bald als E-Magazin

Die WamS bekommt mehr medialen Wums: die populäre Sonntagsausgabe von Springers publizistischem Flaggschiff „Die Welt“ wird zum eMag. Die erste Ausgabe erscheint am 22. November unter der Adresse www.wams.de – die Leser erwartet eine Mischung aus Text, Audio & Video. Mit der auf Flash basierenden Multimedia-Version geht Springer einen weiteren Schritt in Richtung Paid Content – das zunächst monatlich aktualisierte eMag kostet pro Ausgabe 1,50 Euro.

Das eMag der WamS erscheint tatsächlich sonntags, aber nur einmal pro Monat

Erst im Juni hatte Vorstandschef Döpfner in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswire angekündigt, man wolle binnen zehn Jahren den Anteil des Onlinesegments am Gesamtumsatz auf 50 Prozent steigern. Die Zuwächse bei Online-Anzeigen reichen aber offenbar nicht aus, um Verluste im Print-Bereich auszugleichen. Deswegen lautet der Plan: PaidContent für “spezialisierte sowie exklusive Inhalte”. Genau das soll die WamS als eMag nun offenbar liefern: nach Informationen des Pottblogs, die von seiten Springers mittlerweile bestätigt wurden, soll das elektronische Magazin erst einmal pro Ressort nur ein Thema bieten, und zwar exklusiv für die Online-Leser. Anders als der Titel denken lässt, gibt es vorerst nur eine Ausgabe pro Monat. Zu recht Meedia: „Wahrscheinlich ist jedoch, dass bei einem Erfolg der Erscheinungsrhythmus sich noch ändern wird, denn “Welt im Monat “klingt auch ziemlich merkwürdig.“

Pech für Apple-Fans: Die Flash-Technik läuft bisher nicht auf dem iPhone

Lesen können wird man das eMag bis auf weiteres nur auf dem Desktop oder unterwegs auf Netbooks. Denn anders als etwa beim Boulevardblatt „B.Z.“ – die App gibt’s bis Ende des Jahres für 79 Cent im App Store – setzt Springer im Fall der WamS offenbar nicht auf das iPhone. Die Flash-Technik wird von Apples Edel-Gadget nämlich aktuell noch nicht unterstützt. Der Umweg über den Desktop bei der WamS ist zunächst einmal verblüffend, denn gerade der mobile Content ist nach Springers erklärter Strategie ja gerade deswegen interessant, weil Handy-Nutzer es gewohnt sind, für Angebote Geld auszugeben. Andererseits ist natürlich die Flash-Technik einen Versuch wert. Denn in naher Zukunft dürfte es – siehe Apples geplantes Tablet – genügend mobile Geräte geben, die große Farbdisplays haben und Flash-fähig sind. Welche Softwarelösung für die E-WamS gewählt wurde, ist bisher nicht bekannt. Möglichkeiten reichen von Pressmarts eMag über das komplexere ePaper etwa bei der Sunday Times bis zu Multimedia-Overkills a la iGizmo – letzteres ist nach eigenen Angaben „like a print magazine, a website and a tv show all wrapped up in one shiny package“.

(via Kress, Meedia, Pottblog)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

2 Gedanken zu „WamS kriegt den Flash: Springers Flaggschiff „Welt am Sonntag“ bald als E-Magazin“

  1. Pingback: newstube.de

Kommentare sind geschlossen.