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Vorlesestudie 2017: Die meisten Eltern fangen zu spät mit dem Vorlesen an

26 Okt 2017 0 Kommentare

stiftung-lesen-vorlesestudieDrei Millionen Kleinkinder bis zum Alter von drei Jahren gibt es in Deutschland — und alle hören gerne Geschichten aus dem Mund ihrer Eltern. Leider müssen gerade die Kleinsten flächendeckend darauf verzichten: denn mehr als die Hälfte aller Mütter und Väter nehmen in den ersten 12 Lebensmonaten kein Buch in die Hand, um ihren Sprösslingen daraus vorzulesen. Ein Drittel der Eltern liest ihren Kindern sogar bis zum dritten Lebensjahr nichts vor. Das zeigt die aktuelle „Vorlesestudie 2017“ der Stiftung Lesen, die erstmals repräsentative Daten zum Vorlesen im Alter von drei Monaten bis drei Jahren erhoben hat.

Vorlesen weckt Interesse für das spätere Selberlesen

Das muss besser werden! Denn Vorlesen, so der aktuelle Stand der Wissenschaft, ist von Anfang an ein hochwirksamer Impuls nicht nur für die spätere Lesemotivation und das Leseverhalten, sondern auch allgemein für die sprachlich-kognitive, persönliche und soziale Entwicklung. Damit legt die Kinderbuch-Rezitation durch die Erziehungsberechtigten natürlich auch den Grundstein für schulischen und beruflichen Erfolg.

Eltern finden Vorlesen eigentlich wichtig…

Die meisten Eltern ist genau das auch sehr wichtig: 86 Prozent nennen gute, vielseitige Bildung als zentrales Erziehungsziel, 71 Prozent nennen gute Lesefähigkeit. Noch überraschender: 91 Prozent schreiben dem Vorlesen einen großen bzw. sehr großen Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kinder zu. Da fragt sich natürlich: Ja warum machen sie es dann nicht von Anfang an?

… sind aber unsicher, ab wann es Sinn macht

Ein Faktor scheint eine gewisse Unsicherheit über den richtigen Zeitpunkt zu sein: ein Drittel der Eltern gibt das nämlich als Grund an, den ganz Kleinen nichts vorzulesen (Diejenigen, die es tun, beginnen übrigens der Studie zufolge durchschnittlich im Alter von Neun Monaten…). Manche meinen auch, die Konzentrationsfähigkeit des Nachwuchses würde dafür noch nicht ausreichen. Nicht zuletzt spielt auch die Buchauswahl eine Rolle: Gerade für das erste Lebensjahr fällt sie vielen Eltern schwer.

Stiftung Lesen gibt Lektürvorschläge ab 3 Monaten

Das zumindest muss nicht nicht so bleiben: die Stiftung Lesen hat ein Dutzend säuglings- und Kleinkindkompatible Buchtipps parat: sowohl Titel zum Vorlesen wie auch zum gemeinsamen Bilder-Anschauen, die Altersempfehlungen reichen von 3 bis 12 Monaten.

Abb.: (c) Stiftung Lesen/Oliver Rüther

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