Vorlese-Funktion für das iPad: vBookz-App bringt E-Books zu Gehör

vbookz-ipad-app-e-books-vorlesenMit vBookz wird das iPad zum Vorlesegerät: die neue E-Reader-App bringt eine technisch ausgereifte Text-to-Speech-Funktion von Acapela mit. Ingesamt lassen sich auf diese Weise mehr als 30.000 E-Books aus dem Public-Domain-Bereich wahlweise lesen oder anhören. Die Basisversion für englische Sprache kostet 3,99 Euro. Per In-App-Shopping kann man sie mit zahlreichen weiteren Sprachen nachrüsten, darunter Deutsch, Französisch und Spanisch.

iBooks ist zwar schön bunt, die E-Books bleiben aber stumm

Apples hauseigene E-Reader-Software iBooks ist zwar schön bunt, bleibt aber stumm. Eine Vorlesefunktion ähnlich wie bei Amazons Kindle bringt das Tablet nämlich nicht mit. Allerdings kann man diese Funktion auch bei Amazons Reader für viele kommerzielle E-Books nicht nutzen. Denn kaum war dieses interessante Feature im letzten Jahr vorgestellt worden, brach ein Sturm der Entrüstung bei den Verlagen los – sie sahen die synthetische Stimme als Konkurrenzprodukt für Audiobooks. Sogar von Hörbuch-Piraterie war die Rede – dabei kann man eine künstliche Stimme nicht wirklich mit einem geschulten Sprecher vergleichen. Komfortabel ist eine Vorlesefunktion wie sie vBookz liefert allerdings schon – für viele sehbehinderte Nutzer ist sie sogar eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt von E-Books auf dem iPad profitieren zu können.

vBookz macht den Wechsel zwischen Lesen und Hören besonders leicht

Mit vBookz gibt es jetzt eine tönende Alternative zu iBooks, die mit ihrem animierten Bücherregal optisch eng an das Original anknüpft. Plagiatsvorwürfe dürfte das nicht auslösen, denn auch Apple hat sich ja beim virtuellen Bookshelf von der iPhone-App eines Drittanbieters inspirieren lassen. Das entscheidende ist bei vBookz aber natürlich das Hear-and-Feel. Was Acapela, Europas führender Entwickler von Text-to-Speech-Software in die von Mindex International vermarktete App gepackt hat, kann sich wirklich hören lassen – einen Eindruck der Sprachsynthese bekommt man übrigens auf acapela.tv, einer Testseite mit vielen netten Browser-Apps. Die Bedienung der App ist darauf ausgelegt, leicht zwischen lesen und hören wechseln zu können, und auch ausgewählte Passagen zu Gehör zu bringen. Ob man vBookz wirklich, wie von Mindex behauptet, zum Fremdsprachen-Lernen nutzen sollte, darf man aber wohl getrost bezweifeln.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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